Tagebuch Sizilien 10. – 24. März 2017

 

Freitag 10. März

Am Freitag 10. März um ca. 17h ging‘s mit Edelweiss nach Catania. Während dem Flug über die Schweizer Berge  war bei Föhn die Sicht schlichtweg sensationell. In Catania mussten wir einige Minuten aufs Gepäck warten bevor wir unseren Auto-Vermieter „Locauto“ aufsuchen konnten. Dies ist jetzt die beste Autovermietung die wir in den letzten 20 Jahren kennen gelernt haben. Äusserst  kompetent, freundlich, hilfsbereit, zudem sehr schnell und sie wollten uns auch keine Zusatzleistungen aufschwatzen.

Unser brandneues TomTom funktionierte auch und führte uns in ca. einer Stunde in die Nähe von Syrakus wo wir die ersten drei Nächte verbringen. Das Hotel I Moesteri Golf Resort ist äussert ruhig gelegen und etwa 10 Fahrtminuten von Syrakus entfernt. 

 

Samstag 11. März

Nach einer ruhigen Nacht und gutem Frühstück war der Besuch von Syrakus angesagt. Auf dem Programm stand natürlich die Altstadt auf der Insel Ortygia mit dem imposanten Dom. Für Fussgänger ist dieser Stadtteil ein Paradies mit viel guten Restaurants. Der Seebarsch den wir uns nach einigen Stunden Fussmarsch gönnten war jedenfalls ausgezeichnet. 

 

Zwischendurch besuchten wir noch die Archäologische Zone mit einem griechischen und römischen Theater.   Die Griechen wurden offensichtlich ca. 200 Jahre vor Christus von den Römern abgelöst. Wir sind viel gelatscht (gemäss Susis Uhr ca. 14‘000 Schritte) aber es war interessant und abwechslungsreich. Auf jeden Fall ein „must“ in Sizilien.

 

Sonntag 12. März

Es stand eine Runde Golf auf dem Programm, wir hatten keine grosse Anreise, das Loch 1 befand sich unmittelbar vor unserem Zimmer. Der Platz ist etwas ausgetrocknet, also nicht so grün wie wir dies uns wünschten aber es war abwechslungsreich und wir mussten nie anstehen. Am Nachmittag stand dann eine Entdeckungsfahrt  ins Hinterland auf dem Programm. Es hat allerdings nicht viel gebracht ausser, dass wir in einem Einkaufszentrum ein weiches Kopfkissen kaufen konnten (in Italien und Spanien sind die Scheissdinger immer Steinhart). Anschliessend ging es wieder nach Syrakus wo wir um ca. 17h eine Stunde lang ein offenes Speise-Restaurant gesucht haben. Erfolglos, die Läden öffnen erst nach 19h. Jetzt sind wir zurück im Hotel und planen den weiteren Reiseverlauf.

Montag 13. März

Ein sogenannter Recycling day den man am besten schnell vergisst. Am frühen Morgen hatte ich die Pizza wieder gesehen, die ich am Abend vorher gegessen hatte. Dann die 240 Kilometer nach Sciaccia bei teilweise Regen und kalten Temperaturen. Das Hotel das wir gebucht hatten lag zwar im Stadtzentrum aber in einer Seitengasse die mit dem Auto praktisch nicht passierbar war, von Parkplatz sowieso keine Spur. Das Haus hat auch ziemlich abgewirtschaftet ausgesehen, wir sind darum mehr als eine Stunde herumgekurvt um eine Bleibe zu finden. Wir haben es im Ventura Golf Ressort probiert. Als wir dort aber den ermässigten Preis von 300 Euro gehört hatten, haben wir verzichtet und sind zurück in die Stadt gefahren. Dort haben wir in der Nähe des Hafens ein abgetackeltes  Dreistern-Etablissement gefunden und für 60 Euro eine Fensterlose Kammer gemietet.

Dienstag 14. März

Wir haben die Nacht irgendwie überstanden und die Welt war jedenfalls wieder in Ordnung.  Wunderschönes Wetter und wieder wärmere Temperaturen. Nach ca. einer Stunde Autofahrt waren wir in Agrigento und konnten das „Tal der Tempel“ besichtigen. Es ist uns nicht ganz klar warum sich diese Landschaft Tal nennt befinden sich doch die Tempel auf einer Anhöhe mit schönem Blick aufs Meer. Auf einem perfekt hergerichteten Weg konnten wir den alten griechischen Ruinen entlang wandern und uns darüber wundern wie die Dinger über zweitausend Jahre überlebt haben. Der Besuch dieser Städte ist sicher auch ein Must, auch wenn man kein Archäologe ist. Die Stadt selber ist am Hang gebaut und hat einige alte imposanten Kirchen bzw. ein Kloster zum besichtigen. Das Vierstern-Hotel (75 Euro) unmittelbar am Strand ist wieder eher unser Stil. Es hat vermutlich etwa 60 Zimmer zu bieten, aber wir sind offensichtlich die einzigen Gäste.

Mittwoch 15. März

Heute war ein Golf-Tag im Verdura-Ressort angesehen, das Ressort mit den sündhaft teuren Zimmern. Der Platz liegt direkt am Meer, wirklich traumhaft gelegen. Der Greenfee Preis war aber sehr günstig, weil die Greens in diesen Tagen neu bereitgestellt wurden. Ein Espresso kostet aber um die vier Euro, im Gegensatz, zu normalen  Lokalen, wo er für eine Euro erhältlich ist.

In der Zwischenzeit wissen wir schon sehr viel über Sizilien. Die einfachen oder doppelten Sicherheitslinien haben überhaupt keine Bedeutung, die Höchstgeschwindigkeitstafeln zeigen hier im Gegensatz zur Schweiz die Mindestgeschwindigkeit an, die nicht unterschritten werden darf, Rechtsvortritt ist unbekannt, wer das stärkere Auto hat fährt. Wir haben uns arrangiert.

Donnerstag 16. März

Weiterfahrt entlang der Ostküste nach Mazara del Vallo und Marsala und Trapani. In den Städtchen ist momentan noch ziemlich tote Hose. Alle Orte ähneln sich extrem, ein dominanter Marktplatz, viele Kirchen, Restaurants sowie B&Bs. Am Meer sieht man überall Salzgewinnungsanlagen, die allerdings momentan aus unerfindlichen Gründen nicht gross produzieren. Übernachtung in Trapani in einem guten Viersternhotel. Dass Stadtzentrum ist wie gehabt: Kirchen, Läden, Restaurants und B&Bs. Bei unserem Spaziergang mussten wir aber  zwei Pullover anziehen und die Kapuze über den Kopf ziehen. Das Thermometer zeigte ca. 16 Grad wegen des starken Windes war es aber gefühlte Null.

Freitag 17. März

Der Ausflug nach Erice einem kleinen schmucken Ort auf dem Hausberg vor Trapani war dann wider ein Höhepunkt. Der Ort ist wirklich ganz zuoberst auf dem Berg, schön in die Landschaft eingebettet. Dieser Ort lebt eindeutig von den Touristen, es führt zB eine Seilbahn hinauf die allerdings erst im späteren Frühling offen hat und es gibt Dutzende von Souveniershops und Cafes. Aus unserer Sicht ein must-see wenn man in dieser Gegend unterwegs ist.

Am Nachmittag sind wir dann in den südöstlichsten Ort der Insel nach San Vito la Capo gefahren, ein Ferienort wie aus dem Märchenbuch. Wunderschöne Sandstrände, türkisblaues Meer, sehr gute Fischrestaurants und eine heimelige Atmosphäre. Urplötzlich hatte auch der Wind abgestellt und wir konnten bei über 20° in kurzen Sommerkleidern in einer Gartenwirtschaft dinieren.

Samstag 18. März

Fahrt von Trapani nach Palermo. Da wir genügend Zeit hatten, stand ein Abstecher in die Berge, nach Corleone auf dem Programm. Dieser Ort wurde im Zusammenhang mit der Film-Triologie „der Pate“ weltberühmt. Das Navi zeigte ca. 90 Minuten Fahrzeit an. Nach ca. einer Stunde wurden wir dann aufgefordert auf eine Nebenstrasse abzubiegen. Die Strasse wurde immer enger und enger und schlussendlich war es nur noch ein abgetackelter, verlöcherter Feldweg.  Nach ca. einer viertel Stunde mussten wir dann die Segel streichen und umkehren. Zurück auf die Hauptstrassse und nächste Abzweigung versuchen. Es sah lange Zeit sehr gut aus bis plötzlich ein Fahrverbotsschild das Weiterfahren verbot.  Weil ja so Schilder in Italien keine eigentliche Bedeutung haben sind wir weitergefahren. Nach einigen Minuten sind wir zu einem ca. 30cm hohen Abriss in der Strasse gekommen. Wir brachten das Auto ziemlich in Schräglage, konnten das Hindernis aber überwinden. Nachher ging’s glatt und wir sind tatsächlich nach Corleone gekommen. Wir waren jedenfalls dort aber grundsätzlich könnte man es gut auslassen (interessant wäre allenfalls das Mafia-Museum).

Die Weiterfahrt nach Palermo verlief dann locker, bis wir im Stadtzentrum das gebuchte Hotel ansteuern wollten. Es war ein Riesenfest im Gange, wie offensichtlich alle Samstage und darum einige Strassen gesperrt.  Da wurden die Limiten des Navi-Gerätes ein zweites Mal aufgedeckt. Das Scheiss-Ding schickt Dich immer wieder auf die gesperrten Strassen. Zwischendurch sind wir dann versehentlich auf solche für Fussgänger- gesperrten Strassen durchgefahren aber auch dies ist in Sizilien kein Problem. Die Leute lachen und sind freundlich. Der Clou war dann, dass die uns bei der Buchung zugestellte Adresse des Hotels nicht mehr stimmte und wir an einem falschen Ort landeten. Wir haben dann nach zwei Stunden Irrfahrt eine andere Unterkunft angepeilt und mit viel Glück Mitten im Zentrum ein Super-Hotel mit Parkgarage gefunden. Am Abend konnten wir dann an der Action im ganzen Stadtzentrum teilhaben.

Sonntag 19. März

In Palermo gibt es unglaublich viele Sehenswürdigkeiten. Ein Tag reicht bei weitem nicht aus um all die interessanten Bauwerke und anderen Sehenswürdigkeiten (Paläste, Kirchen, Kathedralen, Theater) zu besuchen. Neben einem englischen gibt es auch noch einen botanischen Garten, ein Flohmarkt sowie ein Gemüse und Fischmarkt. Um das Zentrum auszukundschaften haben wir uns für eine einstündige Kutschenfahrt entschieden. Salvatore unser lustiger Kutscher hat uns mit einem Gemisch aus Italienisch, Französich und Englisch die verschiedenen Sehenswürdigkeiten erklärt. Ein must-see war sicher der Palazzo Reale. Wir waren gut und gerne 10-15 km zu Fuss unterwegs und am Abend auch entsprechend müde. Palermo ist für uns eine der schönsten Städte die wir auf unseren bisherigen Reisen gesehen haben. 

Montag 20. März

Am Morgen war eine Runde Golf auf einem Platz Mitten in Palermo geplant. Da wir aber noch einen Abstecher auf den Hausberg von Palermo. den Monte Pellegrino geplant hatten, verzichteten wir aufs Golfen. Aber einmal mehr hat uns das Navi einen Streich gespielt. Es wollte uns wieder einmal auf eine Fahrverbotsstrasse führen und da es sowieso ein Riesen-Verkehrs-Chaos gab und noch ca. 7km zu fahren anstanden, haben wir verzichtet und uns auf den Weg nach Cefalu gemacht. Da sind wir jetzt in einem wirklich traumhaft gelegenen Hotel. Leider ist Strand oder Swimmingpool trotz der ca. 21°, wegen des kühlen Windes keine Option.   

Dienstag 21. März

Leider mussten wir das schöne „Kalura“ bereits wieder verlassen. Dieses Hotel bietet neben der guten Küche, einem Aussenpool mit Liegeplätzen, sowie einen Tennisplatz und als Höhepunkt ein eigenes Hausriff. Aktuell waren die Wassertemperaturen zum Schnorcheln/Tauchen nicht gerade optimal.

Wir sind nochmals ins Städtchen gefahren und haben in uns über die Ambiente und den Charme in den engen Gassen und auf Plätzen gefreut. Anschliessend sind wir auf einer Nebenstrasse, der Küste entlang Richtung Messina gefahren. Die Kulisse war äusserst scenic aber wir sind wegen den vielen engen Kurven überhaupt nicht vom Fleck gekommen. Dann für einige Kilometer zurück auf die Autobahn und nach kurzer Zeit die Abkürzung durch die Berge. Wir hatten uns gewundert, dass das Navi für 60 lumpige Kilometer 1.40 einplante. Nach kurzer Zeit war es dann aber klar, die Strasse war so was von eng und kurvig und führte uns bis fast auf 2000 MüM. Dafür hatten wir bald einen wunderbaren Blick auf den Ätna und die Berglandschaft.

Vor dem Eindunkeln haben wir noch einen Abstecher in’s Gebiet „Etna Nord“ gemacht (Bergstrasse ca. 25 KM von Castaglione aus). Auf ca. 1800 MüM war dies Strasse dann geschlossen. Wir haben unseren Augen nicht getraut als wir dort einen Skilift und eine Hinweistafel auf eine Langlauf-Loipe entdeckten. Eindrücklich war aber auch dass sich im fast weissen Schnee viele neue schwarze Lavabrocken befanden, die vor ca. einer Woche vom Aetna ausgespuckt wurden.

Jetzt sind wir wieder zurück in tieferen Gefilden und  geniessen in einem Golf-Resort unsere drei letzten Ferientage.

Mittwoch 22. März

Heute standen noch Castiglione und vor allem Taormina auf dem Programm. Castiglione ist ein wirklich schöner Ort in einen Berg hineingebaut. Natürlich war der Dorfplatz wieder sehr idyllisch und natürlich sehenswert wie in allen sizilianischen Gemeinden die diversen historischen Kirchen.

 

Am Nachmittag ging’s dann weiter an’s Meer nach Mazzaro. Dort haben wir dann per Zufall entdeckt, dass eine Seilbahn hinauf nach Taormina führt. Super haben wir gedacht, da müssen wir oben keinen Parkplatz suchen und sind mit der Bahn hoch gefahren. An der Bergstation haben wir am Kopf gekratzt und gesagt, nein das kann es nicht sein, da haben wir was verwechselt und sind schnurstracks wieder heruntergefahren (12 Euro im Eimer). 

Ein neuer Versuch mit dem Auto und wo kamen wir hin zur Seilbahnstation an der wir eine Stunde vorher am Kopf gekratzt haben. Wir mussten einfach noch etwa 10 Minuten hochlaufen und waren dann in einem wirklich schönen, sauberen Touristenort mit vielen Läden und Souvenirshops. Taormina besucht man aber natürlich wegen dem griechischen Theater und dies ist wirklich total eindrücklich. Ein weiteres „must“ in Sizilien. 

Donnerstag 23. März

Zum Ferienabschluss gönnten wir uns nochmals einen Ruhetag den wir mit Golf spielen und relaxen verbrachten

 

 

Samstag 25. März

Den Freitag verbrachten wir dann in einem Einkaufszentrum. Die Einten in den Läden, die anderen im Internet. Auto abgeben und einchecken war business as usual. Der Flug war für 19:50h geplant und gemäss Anzeigetafel auch „on time“. Dass der Flugplatz leicht vernebelt war hat uns nicht stark gestört (das komme jedes Jahr ein- bis zwei Mal vor). So gegen 20h merkten wir dann, dass der Flughafen zu war. Informiert wurde nicht, im Hintergrund tönte zwar etwas aus den abgetackelten Lautsprecher das niemand verstand, aber beunruhigt war niemand. So gegn 21h haben wir dann erfahren, dass die Edelweiss in Palermo gelandet sei und ein Heimflug am Samstag morgen geplant sei. Wir mussten unser eingechecktes Gepäck wieder abholen und wurden dann in ein 20 km entferntes Vierstern-Hotel gebracht. Dort gab es noch ein gutes Nachtessen und viel Stimmung an unserem Tisch. Am nächsten Morgen wurdem wir um 7h abgeholt und wieder auf den Flughafen gebracht. Der Heimflug verlief eigentlich problemlos bis der Pilot ankündigte, dass er noch eine halbe Stunde herumkurven müsse, da es wegen des starken Nordwindes zu Verzögerungen bei den Landungen gekommen sei. Mit ca. 14h Stunden Verspätung sind wir aber glücklich und um viele Eindrücke reicher in Zürich gelandet und wurden dort erfreulicherweise von Marco in Empfang genommen. 

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