QdS Ost – West

 

Fredi schreibt: Bald geht unsere Schinderei wieder los, Start ist am 10. März in St. Margrethen.

Ihr findet auch dieses Jahr, wenn's von Ost nach West geht, alle Termine und natürlich auch wieder Berichte auf dieser Website.

Die erste Etappe am Dienstag 10. März von St. Margrethen nach Ruppen/Landmark. Birmensdorf ab 06:50h, Zürich ab um 07:16h Gleis 12.  

 

 


Tagesbericht vom 10.3.15  von Monika Kreienbühl:

Fredi hatte ja in einem Kommentar geschrieben, bald geht unsere Schinderei wieder los.

Die erste Etappe der Ost West Wanderung starteten wir in St.Margrethen. Die Gemeinde befindet sich zwischen St.Gallen und Bregenz und der Alte Rhein bildet die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz.

Auf einer Anhöhe mit Blick auf den Vorarlberg und die herrliche Bergwelt begrüsste Fredi seine Flotte: zwölf flotte Wanderer, eine flotte Frau und einen flotten Hund. Die beiden neu zum Club gestossenen Greenhörner Jules Illi und Alphons Friedrich seien gewarnt: Bei diesem Unternehmen besteht Suchtgefahr!

Es ging nun ordentlich aufwärts - moderat, wie Fredi meinte - und schon bald erreichten wir die Hälfte der gut 900 Höhenmeter. Nur Dino, der Hund, hatte am Anfang seine Mühe, weil er unter den vielen Beinen die hübschen seines Frauchens nicht erkannte und eine grosse Strecke zurück rannte. Bei Freienland gönnten sich die einen Bananen, andere einen Apfel oder sonst etwas aus dem Rucksack.

Nur eine halbe Stunde später erreichten wir unsere Mittagsbeiz, wo wir im Freien einen super Apéro (dem Spender sei ein Trulala) und dann im Restaurant ein feines Geschnetzeltes mit Rösti und Salat genossen. Der Herr des Hauses – klein und rund - verwöhnte uns mit Supplement und Appezöllerwitzen.

Frisch gestärkt wären uns nun abwechslungsreiche Wanderwege recht gewesen, doch diese waren teils voll Eis und Schnee. Da trennte sich die Spreu vom Weizen oder besser gesagt die Wanderstockbenützer von den Sturzgefährdeten. Schliesslich einigten sich die beiden Parteien nach Oberegg, den viel gerühmten Wanderweg mit dem langweiligen Asphalt der Autostrasse zu tauschen. Nach St. Anton verschwanden dann auch noch die Sonnenstrahlen, aber all das tat unserer guten Laune keinen Abbruch.

Das Postauto brachte uns von Landmark nach Trogen und wir stiegen in das Appenzeller-Zügli Richtung St. Gallen. Als bei einem der vielen Halte bereits die Türen schlossen, ertönte plötzlich ein Alarmruf: Dino ist ausgestiegen! Doch noch bevor sein Frauchen die Notbremse zog, konnte einer nochmals die Türe öffnen und der wohl einen Baum suchende Hund war in letzter Sekunde gerettet. Wau, das war knapp!

Die zweite Etappe am Dienstag 17. März von Küsnacht nach Kriens.
Birmensdorf ab 07:20h, Zug ab um 08:02h Gleis 4.
 

Wanderkarte

 

Fotos Werni Eichenberger


Tagesbericht vom 17. 3. 15 von Klaus Kreienbühl

Das Thema der ersten Stunde im Aufstieg von Küssnacht nach Adligenswil war eindeutig die Gülle. Gülle, soweit die Nase reichte. Gülle vorbeigeführt in von riesigen Traktoren gezogenen Güllenwagen und Gülle auf allen Wiesen und Matten.

Doch weder diese Gülle noch die von jeglichen Hecken und Bäumen geleerte Landschaft konnten uns das herrliche Gefühl des Wanderns an diesem kühlen Morgen unter wolkenlosem Himmel mit zwar noch etwas dunstiger Aussicht in die weissen Schneeberge vergrämen.

Und dann erst diese herrliche glaziale Landschaft oben auf dem Berg: Lauschige Lichtungen mit moorigen Böden oder gar Tümpeln und Weihern, zum Teil noch mit Eis bedeckt, wechselten ab mit romantisch von Licht durchfluteten Nadelwäldern, die Fredi zu einer Biologielektion über Nadelbaumarten verführte, die selbst Franzens Alpenblumenwissen geradezu in den Schatten stellte.

In ständigem auf und ab erreichten wir zuerst Adligenswil und später den Dietschiberg, wo die Bergwelt bereits viel klarer mit ihrer verschneiten Schönheit protzte. Nach einer knappen Stunde schon erreichten wir nach Vernichtung etlicher Höhenmeter entlang der Luzerner Seepromenade das Restaurant Weinhof in Luzern.

Auf der Kapellbrücke liessen wir anschliessend einen japanischen Touristen mit Werners Kamera unser Gruppenbild mit 2 Damen schiessen und ergötzten uns nachher im Aufstieg zum einstigen Hotel Gütsch an der ungewohnten Aussicht über Luzern.

Auf dem Sonnenberg liessen wir die Beiz leider rechts liegen, gönnten uns dafür aber zu aller oberst einen längeren Halt, während dem sich die Teilnehmer die Namen der Berge links vom Pilatus vom anwesenden Lehrer erklären liessen, der sie aber auch nur kannte wegen seines Männerspielzeuges, dem Peakfinder auf seinem Handy.

Zum Schluss gab es dann noch anderthalb Unglücke: Das halbe, weil Peter fast verloren ging, aber nur fast, und das ganze, weil in der Beiz Obernau weder Hans noch Güx sich ein Glace einverleibten. Dafür stellte sich die neue Teilnehmerin, Annelies Groth, als Glücksfall heraus.

Kurzum: Es war ein herrlicher Tag.

Fotos Werni Eichenberger

 

Wanderkarte:


Am 31. März  stand die Etappe von Rieden SG nach Lachen im Kanton Schwyz auf dem Programm. Die Anreise erfolgte  mit der S15 bis nach Rapperswil, von dort mit dem Voralpenexpress nach Uznach und zuletzt mit dem Postauto nach Rieden.  Zwölf Wanderer und mit Alice eine Wanderin machten sich trotz „Niklas“ auf den Weg nach Lachen. Mit „Niklas“ ist nicht ein unbeliebter Wandergenosse gemeint, sondern das Sturmtief das gestern Schäden in halb Europa anrichtete.

Im Gegensatz zu früheren Etappen ging es diesmal am Anfang nicht bergauf sondern ziemlich happig bergab. Die Strecke führte über Kaltbrunn nach Uznach (dies hatten wir doch heute schon?). In Uznach konnten wir uns dann in einer gemütlichen Konditorei mit Kaffe und Gipfeli verpflegen. Gemütlich ist vielleicht etwas übertrieben, die Wirtin hat uns bereits beim Eintreten gesagt, dass sie kein Gebäck habe und wir uns hätten anmelden sollen. Überhaupt sollen wir froh sein, dass heute die Leute vom MuKi-Turnen nicht da seien, sonst hätten wir sowieso keinen Platz.  Irgendwie kamen wir dann trotzdem noch zu Nussgipfeln und Krapfen und konnten unsere Wanderung zum Buechberg fortsetzen.

Die Wanderung über den Buechberg war dann sicher der attraktivste Teil dieser Etappe. Der Weg führte ständig durch den Wald und ohne grosse Steigungen und Abstiege bis zum Golfplatz nach Nuolen.   Zwischendurch schalteten wir bei der Waldhütte “Bucheggli“ einen Trinkhalt ein und bewunderten die herrliche Aussicht auf den oberen Zürichsee. In Nuolen hatten wir dann bereits zwei Drittel des Tagespensums absolviert und darum genügend Zeit um uns im Golfclub ausgiebig zu verpflegen.

Bei der letzten Teilstrecke konnte man dann gut zwischen Optimisten und Pessimisten unterscheiden. Die Optimisten hatten die Regenkleider nie angezogen und lagen damit tendenziell richtig. Wir mussten zwar gegen den heftigen Wind ankämpfen, vom Regen blieben wir aber mehr oder weniger verschont.  

Es war wieder eine schöne Wanderung, in einem Gebiet, dass wir sonst nur vom Auto aus kennen.     

 

Fotos

Wanderkarte


Die vierte Etappe begann am Zielort vom letzten Dienstag, in Lachen am oberen Zürichsee. Die Wander-Gruppe setzte sich aus einer Dame, zehn Senioren und einem Nachwuchs-Wanderer (Philip, Enkel von Hans Lüscher) zusammen. Das Wetter war dann auch wirklich zum „Lachen“:  Den ganzen Tag strahlender Sonnenschein, teilweise vielleicht etwas kühl.

Neben der schönen Aussicht, war die Wanderung vor allem wegen der geschichtlichen  Bedeutung dieser Region äusserst abwechslungsreich und interessant.  Wir wissen jedenfalls jetzt, was eine „Turpenmaschine“ ist, was mit Schwabenweg gemeint ist, wo sich die Kapelle St. Johann befindet,  wann Paracelsus gelebt hat und wo er geboren wurde, dass es nicht nur in der Schöllenen eine Teufelsbrücke gibt, in Einsiedeln ein Benediktiner Kloster steht und der Sihlsee im 1937 gestaut wurde. 

Unser Weg führte mehr oder weniger auf dem „Jakobsweg“ nach Einsiedeln. Unterwegs konnten wir lesen, dass sich diese Strecke auch „Europäischer Fernwanderweg“ nennt. Gemäss Google handelt es sich auch um einen Teil des Schwabenwegs der von Konstanz nach Einsiedeln führt. Vor Altendorf war auf einer Anhöhe die Kapelle St. Johann zu bewundern und Richtung Norden der Obersee mit Seedamm. Der Weg führte dann „moderat“ nach oben bis wir nach ca. 2,5 Stunden unser alt bekanntes Restaurant „St. Meinrad“ erreichten. Alt bekannt darum, weil wir vor ziemlich genau einem Jahr, bei der Nord-Süd-Wanderung, an diesem Ort einen Znünihalt eingeschaltet hatten.

Nach dem Mittagessen ging es dann runter zur Teufelsbrücke, wo sich auch der Geburtsort von Paracelsus befindet. Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, getauft als Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493 in Egg, Kanton Schwyz geboren), genannt Paracelsus, war ein Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph.

Die Sihl überquerten wir via Teufelsbrücke und entschieden uns dann wegen „zu viel Zeit“ für einen Umweg über die Schwantenau. Im Zentrum dieses Gebietes befindet sich das drittgrösste Hochmoor der Schweiz.  Die Langläufer in der Wandergruppe waren natürlich begeistert, kennen sie diesen Bereich doch vom Winter her wie die eigene Westentasche. Bei einem Schopf entdeckten wir zufällig  so ein rostiges Ding, das bei mir als Mostpresse durchging. Güx und Fredy haben aber sofort erklärt, dass es sich um eine „Turpenmaschine“ handle. Im Google braucht es etwas Geduld um eine Erklärung zu diesem Gerät zu finden.

Der Schlussteil der Wanderung bleibt dann vor allem wegen der Super-Aussicht auf den Sihlsee und die wunderschöne Bergwelt in guter Erinnerung. In Einsiedeln statteten wir dem Kloster einen Besuch ab, bevor es dann schlussendlich zum Eiskaffe im Kaffe Schefer ging.

Last but not least möchten wir Philip noch ein Kränzchen winden, er hat problemlos mitgehalten und auch nach zwei Stunden Mittagessen nicht gefragt, wann’s dann endlich weitergehe.    

 

Fotos Werni Eichenberger / Hans Hinnen

 

Wanderkarte 


 „Die Suche nach Wolken bleibt heute erfolglos“, konnten wir gestern Morgen in der Zeitschrift 20Minuten lesen….  und sie hatten recht die Wetterfrösche. Der Startort war das Restaurant Landmark im appenzellischen Oberegg. Bei  der Anreise mussten wir 3x umsteigen, aber die Anschlüsse funktionierten perfekt. Unsere Gruppe bestand dieses Mal aus 14 Wanderern und einer Wanderin. Mit Roman Bieri konnten wir auch wieder einen „Hamburger“ begrüssen (für Nicht-Militaristen es ist ein „Neuling“ gemeint).   

Die Route führte  von Oberegg-Landmark über den „Gäbris“ nach Gais, Appenzell, Gonten nach Jakobsbad. Ganz am Anfang ging es etwas gäch obsi, aber nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir auf dem Gäbris mit 1250 MüM bereits den höchsten Punkt unserer Tagesetappe erreicht. Die Aussicht war während der ganzen Tour überwältigend. Gegen Süd/Südost konnten wir ständig die Bergkette vom „Hohen Kasten“ bis zum „Säntis“ bewundern. Ich habe gestern festgestellt, dass es in der Schweiz nicht nur die Rigi und den Pilatus gibt 😉

Nach dem „Znünihalt“ auf dem Gäbris ging es hinunter nach Gais und weiter nach Appenzell. In Appenzell haben wir uns natürlich den Landsgemeinde Platz angeschaut und die bunt bemalten  Holzhäuser mit den geschweiften bzw. gebrochenen Gibeln bewundert (so werden die Häuser im WIKI bezeichnet). Interessant ist sicher, dass in Appenzell immer noch jährlich, am letzten Sonntag im April, eine „Landsgemeinde“ stattfindet. Die erste Landsgemeinde fand übrigens ca. 1400 statt, die Trennung AI, AR war 1497 und Frauen dürfen seit 1991 an der LG teilnehmen.

Die letzte Teilstrecke führte uns auf dem Barfussweg, über das Gontener Hochmoor nach Jakobsbad. Auf halbem Weg kamen wir beim Golfplatz Gonten zum „Toobeschopf-Museum“  wo in einem Armbad-Brunnen die Arme erfrischt werden können (Dr. Kneip). Im Museum selber entdeckten wir wieder einmal eine „Turpenmaschine“ und Hinweise auf die Verwertung von Torf, vor allem in den Kriegszeiten.

Die letzten vier Kilometer bis nach Jakobsbad ging es dann leicht abwärts und im Restaurant bei der Talstation der Kronbergbahn konnten wir den wirklich genialenTag bei einem Glas „Weissen“ ausklingen lassen.   

Übrigens sind wir auf der fünften Etappe bereits beim dritten Golfplatz vorbeigekommen. Besten Dank Fredy, dass Du extra auf die resp. DEN Golfspieler Rücksicht genommen hast 🙂   

Fotos Hans Hinnen

 Wanderkarte 


Der Ausgangspunkt dieser Etappe war der Urmiberg. Es war geplant, dass die Luftseilbahn uns 700 Höhenmeter, in sieben Minuten, von Brunnen zum Restaurant Timpelweid hinauf befördern würde. Wir hatten aber die Rechnung ohne den „ältesten Urner“ gemacht. Die Windgeschwindigkeit von gegen 90 kmh verhinderten den Betrieb der Bahn und so mussten mögliche Alternativen diskutiert werden.  Letztes Jahr wären wir ohne Diskussion hinauf gelatscht, aber offensichtlich sind wir älter und „weiser“ geworden.  Nach kurzer Zeit kam dann der für die Bahn verantwortliche Kollege und schlug vor uns ein Taxi zu besorgen, dass uns hinauf fahren würde. Aus den angesagten 10 Minuten wurden dann aber ca. 40.

Mit einer Stunde Verspätung konnte die Wanderung dann losgehen, wobei wir schon nach ca. zehn Minuten im Restaurant Timpelweid einen Znünialt einschalteten und dem Bahn-Verantwortlichen, der zufällig auch Chef des Restaurants war,  wieder begegneten (der Tip mit dem Taxi war ev. nicht ganz selbstlos). Bei angenehmen Temparaturen ging es dann auf Naturwegen happig bergauf aber auch gleich wieder runter zum Gätterlipass (1190 MüM). Das dortige Restaurant mussten wir, da geschlossen, ausgelassen und Richtung Rigi Scheidegg halten. Unterhalb der Scheidegg, beim Restaurant Burggeist,  hatten wir dann mit 1581 MüM, den höchsten Punkt dieser Etappe erreicht.  

Von nun an gings bergab und zwar zum Teil auf dem Trasse der Bahn die von 1874-1931 die Scheidegg mit Rigi-Kaltbad verband. Ein Tunnel, ein Bahnwagen sowie eine Brücke sind die einzigen Überreste der einst stolzen aber immer defizitären Bahn.  Nach ca. zwei Kilometer konnten wir bei einer Verzweigen entscheiden, ob wir über den Seeweg, den Dossen oder über das Eisenbahntrasse nach Unterstetten wandern wollten. Zwei der zehn Teilnehmer entschieden sich für den lockeren Weg via Eisenbahntrasse, der Rest zog das den Seeweg vor. An einem See kamen wir zwar nicht vorbei, doch die Super-Aussicht auf den Vierwaldstättersee mit den vielen Bergen im Hintergrund hat für den Umweg alleweil entschädigt.    

Bis Rigi Kaltbad war es dann ein lockerer Spaziergang, der Abstieg zur Seebodenalp auf einem Geröll-Weg war dann allerdings recht unangenehm. Wir haben’s überstanden und konnten zuerst in der Alpwirtschaft „Räb“ und kurz darauf in der „Ruodisegg“ unser Kalorienhaushalt wieder ausgleichen.

Es war wieder eine geniale Wanderung, die vor allem wegen der Aussicht in die Bergwelt, sowie der Alpenflora in Erinnerung bleiben wird. Ich weiss jetzt zB auch, dass sich eine Pflanzenart „Satansabbiss“ nennt und, dass Soldanellen nichts mit Salmonellen zu tun haben  🙂   Vergessen habe ich aber wie sich die schöne seltene gelbe Blume nennt, von der Franz so geschwärmt hat.  

Wanderkarte

Fotos Hans Hinnen

 


Tagesbericht vom 12. Mai 2015 von Klaus Kreienbühl

Da heute erst am Schluss ein WC in Aussicht stand, begann diese Etappe für einmal in einem Café am Bahnhofplatz in Einsiedeln. Bemerkenswert war, dass dem zahlungswilligen aber zu spät agierenden Karl das Personal „zum Trost“ ein Haselnussherz schenkte. Nachahmenswert!

11 Hitzebeständige - der heutige 12. Mai war nämlich der heisseste seit Messbeginn - schritten anschliessend erleichtert zur Tat. Dem Dorfbach Einsiedelns, der Alp entlang, und später über extra für uns gemähte Wiesen stiegen wir bald in luftige Höhen. Der noch kühlende Wind und die herrliche Aussicht entschädigten immer wieder für die anderthalb stündige Mühsal des Aufstiegs zum lustig eingezäunten Sitzplatz „Uf em Tritt“.

Von nun an hiess das Motto „Gratwanderung“, doch die sich nun folgenden Zwischengipfel liessen sich in zwei Gruppen aufteilen: notwendiger- und überflüssigerweise zu ersteigende...! Amselspitz und Butziflue hiessen die markantesten, wobei sich bei letzterem die meisten wie Hühner auf dem Stängeli zur ausgiebigen Mittagsrast niederliessen.

Am Nachmittag lernten wir dann, dass www auch Wurzel-Weg-Wandern heissen kann. Immer näher rückten wir dem auf der andern Talseite thronenden Koloss Mythen. Vor dem Furggelenstock musste sich der ebenfalls mitwandernde Hund Dino entscheiden, ob er mit Frauchen den Gipfel erstürmen oder sich mit Herrchen über den mit Baumstämmen in sumpfigen Wiesen begehbar gemachten Hangweg bequemen wollte. Hin und her rannte er, doch schliesslich obsiegte der weibliche Charme.

Nach fast 6-stündiger Wanderzeit tauchte dann das oben erwähnte WC im Zwäcken auf, wo wir uns mit Most, Wein und Schweizerglace so ausgiebig verköstigten, dass vernünftigerweise zwei der Teilnehmer die Zeche bezahlten.

Diese herrliche Wanderung bei schönstem Wetter mit den meisten Aufstiegs-Höhenmetern auf dem Weg vom Bodensee zum Genfersee endete mit der langen Abfahrt per Bus nach Schwyz, die erahnen liess, was die Knies in einer Woche alles werden aushalten müssen.

 

Wanderkarte

Fotos M. + K. Kreienbühl

 


Glücklicherweise fuhr das erste Postauto auf die Iberegg erst um 9:15h. Dadurch konnten wir ruhig ausschlafen und vom trockenen Bett aus dem fallenden Regen lauschen. Um ca. acht Uhr ging's dann aber los mit Umsteigen in Zug, in Arth, in Schwyz Bahnhof und in Schwyz Post. Auf halber Höhe zur Iberegg stieg dann noch eine Schulklasse mit etwa 30 Mädchen dem Postauto zu. Nach dem Aussteigen auf der Ibergeregg kamen dann natürlich die Sprüche betr. den Münzen, die man den Mädchen für spätere Anrufe zugesteckt hatte.

Von der Ibergeregg aus stieg es auf einem steingen Pfad erst einmal ca. 100 Höhenmeter bis zur Alp Sternenegg. Beim Abstieg in's Muotatal konnten wir die  Bergflora, die wirklich in voller Blüte leuchtete, geniessen.  Bis nach Illgau waren es ca. 700 Höhenmeter, die deftig in die Beine schlugen.  Im Restaurant "Sigristenhaus" war dann für die Einten Znüni- und für die Anderen Mittags-Rast angesagt. In Illgau wohnen übrigens ca. 800 Einwohner, es wird  zu 99% deutsch gesprochen und die einzige politische Partei ist die CVP. 

Nach der Pause hiess es Regenkleidung montieren und weiter absteigen und zwar nochmals ca. zweihundert Meter bis wir die Talsohle mit der Muota erreicht hatten. Von dort führte die Wanderung über Wiesen und Auen, aber wegen Bauarbeiten auch ca. zwei Kilometer der Hauptstrasse entlang bis zum Schlattli. Von diesem Ort aus befördert seit 1933 die "steilste Standseilbahn im öffentlichen Verkehr" (gegen 38° Gefälle) Leute auf den Stoos.  Diese Bahn wird voraussichtlich im Jahr 2016 stillgelegt und durch eine neue noch steilere Standseilbahn (47.73°) ersetzt.

Weiter  ging es auf dem Witzwanderweg unserem Tages-Ziel "Brunnen" entgegen. Warum der Witzwanderweg allerdings Witzwanderweg heisst habe ich nicht ganz verstanden, den die Witze die auf den drei verteilten Tafeln standen, waren nicht eigentlich witzig. Der Endspurt ging am Kloster Ingenbohl vorbei zum Restaurant Bahnhöfli in Brunnen.

Zusammenfassend können wir wieder von einem gelungen Tag sprechen. Wir wurden zwar etwas verregnet, aber wie heisst es doch? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleider. Übrigens die im vorletzten Bericht erwähnte Blume heisst nicht Satansabbiss sondern Teufelsabbiss und wie die schöne seltene gelbe Blume heisst, habe ich wieder vergessen (Franz: Bitte aufschreiben 🙂 .  

Nachtrag von Franz:  Aurikel eine ganz seltene Primelart.   Aurikel

 

 

Wanderkarte

 

W. Eichenberger / H. Hinnen


Nebel, Krähenberg, Whiskytrek, Weidezäune, Scheisswiese und Muskelkater sind die Stichwörter zur gestrigen Wanderung.

Im „aller Hergottsfrühe“ brachte uns der Zug via Zürich und Gossau nach Jakobsbad im Appenzellerland. Mitte April, nach der fünften Etappe, konnten wir den Zvieri noch bei schönstem Wetter, in der Gartenwirtschaft geniessen. Dieses Mal stiegen wir bei dichtem Nebel in die Gondelbahn, die uns in wenigen Minuten auf den Kronberg (1663 MüM), den Ausgangspunkt der heutigen Etappe, brachte.

Von da aus sind zwölf Wanderer, zwei Wanderinnen und ein Hund, im dichten Nebel zur Schwägalp (1278 MüM) geirrt. Die Sicht betrug zwischen 6.5 und 23.7 Meter. Trotz den misslichen Verhältnissen kamen wir wohlbehalten dort an und steuerten zielsicher das Restaurant an. Nach der Verpflegung reduzierte sich der Bestand der Wanderinnen um eine Person. Bei A. I. aus H. siegte die Vernunft, sie stieg auf die ÖV um.

Die nächsten paar Kilometer ging es weiter bergab bis dann der ziemlich giftige Aufstieg zum Risipass (1459 MüM) begann. Auf der Passhöhe war endlich die späte Mittagsrast angesagt. Die „Harten“ der Gruppe verpflegten sich wie sich das gehört im Freien, die „weniger Harten“ suchten Unterschlupf in einer Scheune.  

Die letzten fünf Kilometer ging es gäch bergab. Die ca. 700 Höhenmeter erinnern uns  heute jedenfalls in der Form eines Muskelkaters an den Abstieg. Zudem mussten wir gefühlte 87 Weidezäume überqueren und kriegten feuchte Füsse weil wir ständig durch nasse „Scheisswiesen“ latschen mussten.

Am Abend war die Welt aber wieder in Ordnung. Wir hatten trotz des misslichen Wetters einen abwechslungsreichen Tag mit prima Kollegen verbracht

Der Name Kronberg oder «Chraunberch» respektive «Chrauperch» hat folgende Bedeutung: Geländeerhebung, auf der sich häufig und zahlreich Krähen aufhalten.

Im Alpsteingebiet gibt es einen Whiskytreck. 27 Berggasthäuser lagern den eigenen, speziellen und individuellen Whisky im Eichenfass und können somit ihr eigenes Unikat anbieten.  

Wanderkarte

 

H. Hinnen


 

Tagesbericht vom 24. Juni von Klaus Kreienbühl

Oh Schreck: Kurz vor Zugseinfahrt nur 4 statt 6 am Bahnhof B’dorf! - ? - Hektisches Telefonieren von Fredi - Nicht verschlafen, sondern am falschen Ort gelesen: bei QdS 9 statt 10! - Folge: Aufholjagd mit PW bis Uznach – was gelang.

Schliesslich „täppeleten“ (ein Ausdruck, der im Zug einer Dame einen bitterbösen Blick entlockte) in Starkenbach bei schönstem Wanderwetter immerhin 8 Männer, 2 Frauen und 1 Hund zur Talstation der 4-Personen-Kistenbahn zur Alp Selun.

Nach abenteuerlicher Fahrt gab es schon nach 15 Minuten den ersten Trinkhalt in der Ochsenhütte – allerdings auch den letzten in einer Beiz auf der schliesslich doch recht langen Wanderung von geschätzen 5 1/4 (Fredi) bis 7 (Alice) -stündigen Wanderung, reine Marschzeit, wohlgemerkt. Von der munteren Wirtin liessen wir uns Brisi, Frümsel, Wart, Schären, Nägeliberg, Glattchamm und ganz rechts den Leistchamm benennen, soweit diese von den doch vorhandenen Wolken freigegeben wurden.

Alpenrosen zu Hauf, Dolinen, Karrenfelder, mit Seilen gesicherte, kurze steile Aufstiege und eine unglaubliche Aussicht in die Ostschweiz sowie in schaurige Felsschründe waren die Highlights bis zum Fusse des Leistchamms.

Die vom Mittagessen erleichterten Rucksäcke wurden von den meisten deponiert und harrten wohlbehütet von einer der Damen auf die Rückkehr der Gipfelstürmer. Bald mit feuchtem Dreck gefüllte Schuhsohlen in Verbindung mit den seit jeher glitschigen Kalkfelsen machten den Aufstieg und vor allem dann den Abstieg zu einer rutschigen Sache: verbogene Wanderstöcke, ein blutender Ellbogen und vor Schmutz starrende Hosefüdli waren die Folge.

Aber es hatte sich gelohnt: die Wolken hatten sich verzogen, unsere Blicke schweiften vom Bodensee steil hinab zum Walensee und wir nahmen einmal mehr Fredis unglaubliches Bergwissen zur Kenntnis.

Wieder zu zehnt folgte dann eine eher sumpfige Angelegenheit und bald ertönte beim Flügenspitz der Ruf nach „Wegverbot für Kühe auf Wanderwegen“.

Nach der Umrundung des Gulmen setzte sich in einigen Köpfen ein Virus fest: „Es könnte ja sein, dass zu dieser vorgerückten Stunde – es war immerhin schon ein Viertel vor fünf – die Bahn Niderschlag-Amden gar nicht mehr fährt..!“

Und so fügten wir nach kurzer Beratung den einst geplanten 1067m Abstieg noch locker 350m zu Fuss hinzu.

Im Postauto verwandelte sich der erlittene Beizen-Entzug in den einstimmigen Wunsch, in Wesen einen zusätzlichen Wirtshaushalt einzuschalten, was dem wiederum herrlichen Wandertag zu einem würdigen Abschluss verhalf.

Wanderkarte

Fotos Klaus Kreihenbühl


Bericht von der 2-Tageswanderung vom 7./8. Juli von Franz Brunner

Auf dem Glaubenbergpass starteten wir zu unserer ersten Zwei-Tagestour in diesem Jahr. Von Sarnen bis Passhöhe reservierte Fredi für uns ein Extra-Postauto. Nun waren wir 9 Männer, keine Frau, dafür war Hans in Begleitung seiner 10jährigen Hundedame Dascha. Die Rasse des Hundes weiss ich nicht mehr, aber er war mittelgross, hatte ein dickes Fell und der Kopf glich einem Waschbären.

Von der Passhöhe leicht ansteigend wanderten wir über einen Bergrücken bis zum Schnabel, von wo wir vor allem linkerhand eine herrliche Sicht auf die Innerschweizer- bis zu den Berneralpen hatten. Rechterhand präsentierte sich die mächtige Schrattenfluh. Schon bald erreichte uns eine Hiobsbotschaft. Die Frau von Hans, unserem Schriftsteller/Berichterstatter und Fotograf war bei einem Golfturnier verunglückt und musste notfallmässig in den Spital in Sursee gebracht werden. Unser Weg führte weiter über schöne Weiden. Wir sahen Wollgrasfelder, wollene Glockenblumen und Arnika etc..

Nach ca. anderthalb Stunden befanden wir uns unverhofft bei einem Bauernhof mit einem einladenden Bergbeizli, welches bei Fredi nicht vorgesehen war. Doch wir kehrten kurz entschlossen ein. Es war so gemütlich, dass wir fast die Zeit vergassen. Die Mehrheit der Gruppe bestellte nebst dem Getränk einen Schüblig. Dies brauchte seine Zeit. Und so kamen wir auf den Gedanken zu bleiben und zu übernachten. Die Wirtin antwortete uns, dass sie genug Plätze habe, aber am Donnerstag käme eine Frauengruppe. Nun begann die heisse Diskussion, bleiben oder weiter wandern. Nach dem Genuss der Würste entschieden wir uns aber doch für das Zweitere. Zuvor wurde noch ein Gästebuch herumgereicht, das schlussendlich bei Hans landete. Er schrieb hinein: „Wetter schön, Würste fein, Flaschen leider viel zu klein.“ Nun war es aber höchste Zeit aufzubrechen, denn mit der Marschtabelle waren wir in Verzug.

Die Sonne brannte bereits unerbärmlich. Weiter ging es Richtung Sörenberg. Um 1330 Uhr fanden wir bei einem Schopf einen Schattenplatz mit genügend Sitzfläche für alle, wo wir unser verspätetes Mittagessen einnahmen. Unterdessen hatte Hans die Nachricht erhalten, dass seine  Frau verarztet wurde und sie gleichentags nach Hause könne. Er entschloss sich, uns bis Sörenberg zu begleiten und dann nach Hause zu fahren. Es war für uns alle ein Dämpfer. Anschliessend führte uns der Weg weiter. Vor der Glaubenbielen-Passstrasse schwenkten wir rechts ab und nun ging es zügig bergab nach Sörenberg. Dabei beobachteten wir in der Umgebung und kurz vor Sörenberg, wie an riesigen Bachverbauungen gebaut wurde. Es gab viele Spuren, welche auf sintflutartige Regenfälle  in dieser Gegend hinwiesen, Es wurde immer heisser, der Asphalt war weich. Auch die Windböen waren heiss.

Die Gondelbahn führte uns zur Rossweid und wir schalteten nochmals einen kurzen Halt ein, bevor wir durch ein wunderschönes Hochmoor, mit lichtem Wald, der Boden mit Heidelbeerstauden bedeckt, zu unserem ersten Etappenziel im Berggasthaus ‚Salwideli’ gelangten. Wir hatten unser Ziel trocken erreicht. Nach einem Getränk auf der Terrasse war Zimmerbezug. Ich hatte das Vergnügen, dass ich mit Hans, übrigens der Dritte im Bunde, und seiner Hündin Dascha, das Zimmer teilen durfte. Kaum im Zimmer, rauschte das erste Gewitter über uns weg. Nach einem reichhaltigen sehr guten Abendessen genossen wir noch einen kurzen Aufenthalt auf der Terrasse. Dann war Nachtruhe angesagt. Doch meine Gedanken im Bett waren immer noch bei der wunderschönen, abwechslungsreichen Wanderung über die verschiedenen Hochmoore mit der üppigen Blumenpracht in der Unesco Biosphäre und Kulturerbe Entlebuch. Auch in der Nacht zog nochmals ein Gewitter über unsere Gegend.

Am nächsten Morgen durfte ich mit dem Einverständnis von Hans Dascha ins Freie begleiten und einen kleinen Rundgang machen. Danach genossen wir das Frühstück. Der Tisch war schön und reichlich gedeckt. Um 0830 starteten wir zu unserer zweiten Etappe, welche nun in Richtung Chemmeriboden-Bad und schlussendlich nach Habkern führte. Wieder wanderten wir über ein Hochmoor mit grossen Wollgrasfeldern. Dann kamen Alpweiden. Rechts der Strasse war ein schönes grosses Bauernhaus, die Fenster geschmückt mit bunten Geranien und Petunien. Links unten befand sich ein kleineres hölzernes Wohnhaus. Es kam die Bemerkung: „Dort wohnt der Knecht“. Da kam von einer nachdenklichen Stimme die Bauerntragödie: „Die Magd liegt tot am Boden, der Knecht liegt oben drauf, er wackelt mit den Hoden, wahrscheinlich stirbt er auch.“

Bald überquerten wir die Emme und wanderten auf der linken Bachseite talwärts. Weiter unten war ein Zusatzschild ‚Weg gesperrt, Brücke weggerissen’. Zum Glück benutzten wir den oberen Übergang. Bald darauf schalteten wir auf einem grossen Bauernhof einen Kaffeehalt ein. Ein Frühjahrskätzchen demonstrierte vor Dascha einen perfekten Katzenbuckel, die Rückenhaare sträubten sich wie bei einem Punk. Mit der Bauernfamilie unterhielten wir uns in bester Stimmung. Eine Tochter zeigte mir im Stall eine Katzenmutter mit drei zehn Tage alten Jungen. Anschliessend führte sie mich zu einigen gutmütigen und zutraulichen Wasserbüffeln. Dann wurde es Zeit zum Abschied nehmen.

Dank des Hinweises des Bauern konnten wir bald eine Abkürzung nehmen. Wir überquerten die Emme über die Teufelsbrücke. Ein Blick hinunter zeigte uns eine imposante Schlucht. Gleichzeitig hatten wir die Grenze vom Kanton Luzern in den Kanton Bern überschritten. Nun ging es über eine längere Distanz bergauf. Heute war es kühl. Die Berggrate beidseits des Tales waren mit Nebel verhangen. In den umliegenden Wiesen gab es Purpurenzian, gelber und blauer Eisenhut und viele schöne grosse, kräftige Margriten zu bestaunen. Fast auf dem höchsten Punkt suchten wir ein windgeschütztes Plätzchen, um uns zu verpflegen. Nach einem steilen Abstieg, die Wiesen waren wunderschön mit verschienen Blumenarten dekoriert, erreichten wir glücklich und zufrieden unser Tagesziel Habkern.

Bis das Postauto uns hinunterführte, hatten wir noch genügend Zeit, um im Garten des Restaurant Bären noch etwas zu trinken und uns mit einigen Flammkuchen zu verköstigen. Bei der letzten offerierten Runde Hauskaffee wurden noch einige Anekdoten vom ‚Hoseschiesser-Casino’ in Birmensdorf zum Besten gegeben. Wer noch nicht weiss, um welches Lokal es sich handelt, dem sei verraten, dass es der ehemaligen Freihof war. Dann hiess es eiligst aufbrechen. Das Postauto führte uns sicher diese kurvenreiche Strecke hinunter nach Interlaken West, wo wir ausgezeichneten Anschluss mit der Bahn über Bern, Zürich nach Birmensdorf hatten. Wieder einmal konnten wir zwei wunderschöne, perfekt organisierte Etappen erleben, bei welchen der Humor auch nicht zu kurz kam. Fredi, vielen Dank für die exakte Vorbereitung und die ruhige, besonnene Art, wie Du die ganze Gruppe sicher ans Ziel geführt hast.

Fotos Gebrüder Hinnen

Wanderkarte: Glaubenberg - Sörenberg

Wanderkarte: Sörenberg - Salwideli

Wanderkarte: Salwideli - Habkern


Wanderkarte: Grütschalp - Rotstockhütte

Der erste Tag der Königsetappen begann auf der Grütschalp (1486) ob Lauterbrunnen. Unser Organisator hatte erfreulicherweise die Idee, die 700 Höhenmeter mit der Lufteilbahn zu überwinden. Diese Pendelbahn braucht nur vier Minuten und besteht erst seit 2006, früher führte eine Standseilbahn die Touristen in elf Minuten nach oben.

Beim Antrittsverlesen stellte Fredy fest, dass zwölf Wanderer, drei Wanderinnen (Rekord) und ein Hund anwesend waren. Erfreulicherweise war auch Köbi wieder mit von der Partie. Er hatte wegen gesundheitlichen Problemen auf den letzten Etappen leider gefehlt. Er war aber wie gewohnt ein Aktivposten in unserer Truppe, nur schade, dass er immer noch behauptet Pferde könnten schwimmen 😉   

Der gut begehbare Weg stieg stetig bis gegen 2000 MüM an. Zuerst hatten wir eine tolle Aussicht auf Wengen mit der Lauberhornstrecke. Die Wander-Profis unter uns konnten ganz genau zeigen, wo der Hundschopf, die Minschkannte und das Brüggli-S waren. Dann hatten wir auf der Ostseite während langer Zeit eine traumhafte Sicht auf das wohl bekannteste Bergmassiv in der Schweiz auf Eiger, Mönch und Jungfrau.  

In der Schiltalp (1946 MüM) war dann die Mittagsrast angesagt. Diese Alpwirtschaft wird von einer Familie aus dem Südtirol geführt. Da wurde einmal mehr bestätigt, dass die Südtiroler lustige und überaus nette Leute sind. Allerdings gab es kein "blaues Rivella" und keinen "Bananensplit" aber sonst waren wir rundum zufrieden. Als jemand eine anzügliche Bemerkung Richtung Serviertochter machte, hat Köbi gemeint: "Sie müend kei Angscht ha, er surret nur na, stäche duet er nüme". Also diese Wirtschaft ist immer ein Zwischenhalt wert 🙂 

SchilthornbahnAuf einem weiterhin schönen Weg ging es weiter, wobei wir Richtung Westen den James-Bond-Berg Piz Gloria (Schilthorn) mit der gigantischen Schwebebahn zum Birg bewundern konnten. Diese Luftseilbahn hat eine Länge von 1766 Meter ohne einen einzigen Masten und überwindet dabei eine Höhe von 300 Meter.

 

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir unser Tagesziel die Rotstockhütte (2039 MüM). Wir waren beizeiten und konnten uns so dem Apéro und der Frage "wer auf dem Boden schlafen muss" widmen. Nachdem Alice und Heinz via Mürren die Rückreise angetreten hatten, waren wir noch 13 Personen aber nur für zwölf war reserviert. Irgendwie funktionierte es dann, die einten von unserer Gruppe hatten einfach nur 40cm statt 50cm Platz zum liegen. Last but not least möchten wir uns nochmals bei Hans Lüscher bedanken. Er hat die Zeche für die Übernachtung incl. Morgen- und Nachtessen übernommen. Besten Dank Hans.

 Wanderkarte: Rotstockhütte - Bundalp

Am zweiten Tag warteten gesamthaft 900 Meter Aufstieg und 1'100 Meter Abstieg auf uns. Die Distanz war dabei mit ca. 11 KM eher kurz. Die ersten drei Kilometer zur "Seffinafurgga" gingen ziemlich in die Beine, waren doch ca. 800 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg/Pfad war allerdings sehr gut angelegt und angenehm zum Wandern.

BlüemlisalpOben angelangt hatten wir eine fantastische Sicht auf die "Blüemlisalp". Wer jetzt wie ich angenommen hatte die "Blüemlisalp" sei eine Alp der hat sich geirrt. Es handelt sich um ein Bergmassiv mit dem "Blüemlisalphorn", der "wysse Frau" und dem "Morgenhorn". Diesen Hauptgipfeln sind auf der Nordseite mit dem "Blüemlisalp-Rothorn", dem "Stock" und der "Wildi Frau" drei weitere Gipfel vorgelagert. Ich bin selber erstaunt, dass ich all diese Namen so gut behalten konnte 😀 

Nachdem wir uns an der Aussicht satt gesehen hatten, ging es weiter dem Bergabhang entlang Richtung nächstes Teil-Ziel der "Gspalltenhornhütte". Nach einer kurzen Gegensteigung hatten wir die SAC-Hütte zuhinterst im Kiental erreicht. Der kurze Umweg mit moderatem Aufstieg hat sich alleweil gelohnt, liegt die Hütte doch an einem exponierten Ort mit Sicht auf die fantastische Bergwelt. Wir konnten uns zudem sehr gut verpflegen, allerdings gab es aber auch da keinen Bananensplit und das Froilein war leicht gestresst. 

Der Abstieg war dann nicht immer ein Vergnügen. Wir mussten während einer längerer Zeit ein Geröllfeld durchqueren und schlussendlich nochmals zwei giftige Aufstiege hinter uns bringen. Wir haben's aber locker geschafft und uns gefreut, dass es erst nach unserer Ankunft in der Bundalp anfing zu Regnen.

Der Bergasthof Bundalp war dann nach unserem Empfinden eine Unterkunft die höchsten Ansprüchen genügte. Es hatte Zweier- und Dreier-Zimmer mit richtigen Betten. Sogar duschen konnte man/frau und zum Nachtessen hatten wir am Tisch richtig viel Platz. Spass beiseite es hat uns natürlich sowohl in der Rotstockhütte wie auch in der Bundalp gut gefallen.

Aus der Abendunterhaltung ist mir noch folgende Story geblieben: Einer der Wandergruppe hat offensichtlich den Arzt gefragt, ob das Nachlassen des Sextriebes im Alter damit zu tun habe, dass er 41 Jahre auf dem gleichen Flugplatz gelandet sei. Der Arzt hat darauf gefragt, ob er nie eine Notlandung gemacht habe. Die beiden Fragen blieb aber letztlich unbeantwortet.  Glücklicherweise hatte Werni dann um halb Neun noch eine Rundi "Schlumbi" bestellt, sonst wären wir vermutlich vor 21h in der Pfanne gewesen.

Wanderkarte: Bundalp - Oeschinensee

Gut geschlafen aber es war in aller Herrgottsfrühe Tagwache, da unser Reiseleiter auf 06:45h das Frühstück bestellt hatte. Um ca. halb acht war dann der Startschuss zum Aufstieg auf's 'Hohtürli' resp. zur Blüemlisalp-Hütte . Köbi hatte von Anfang an geplant, diese Etappe auszulassen und eine Abkürzung zum Oeschinensee zu nehmen. Ein weiterer Kollege hatte am Vorabend bereits erwähnt, dass er sich bei Regen-Wetter auch für die Abkürzung entscheiden würde (Petrus hat ihn erhört).  

Der Aufstieg (1'000 Höhenmeter) ging dann wirklich in die Beine und auch der Tourenleiter wollte seinen Lieblings-Spruch "je steiler desto geiler" nicht unbedingt erneut anführen. Da es Nebel hatte und leicht nieselte war die Steilheit des Geländes mit den vielen Treppenstufen gar nicht richtig erfassbar. Jedenfalls erreichten alle elf Übriggebliebenen die Blüemlisalp-Hütte in einer schnelleren Zeit, als mit 2:50h vorgegeben ist.

Blüemlsalp Hütte

Da der Nebel leider immer noch ziemlich dicht war, konnten wir von der Blüemlisalp nichts sehen. In seiner Kurzgeschichte 'Winterkrieg in Tibet' beschreibt Friedrich Dürrenmatt ironisch die Blüemlisalp als grossen Bunker, wo die Schweizer Abgeordneten ungestört ihre Tätigkeit fortsetzen können, während vor der Tür Weltkrieg herrscht.

Von nun an ging's Bergab, es galt ca. 1'200 Höhenmeter zu überwinden. Das Wetter hatte sich plötzlich massiv verbessert und wir konnten im Gegenhang verschiedene Gletscher bewundern. Zudem waren die Farben der Wiesen sehr intensiv, es war beinahe schon kitschig. Noch einen kurzen Zwischenhalt bei der Alpwirtschaft "Oberbärgli" und dann weiter Richtung Oeschinensee. Es wurde tatsächlich noch kitschiger, die Farben des Sees, die Steilwand mit den Wasserfällen im Nordosten des Sees, einfach nur schön.  

kaktusIm Hotel Oeschinensee konnten wir auf der schönen Terrasse die drei Wandertage nochmals Revue passieren lassen und endlich einen Coupe geniessen. Dass sich das Personal, wie auch Chef nicht besonders über unseren Besuch freuten war absolut verständlich. Dies bedeutete ja zehn Minuten Arbeit und das für lumpige 200 Franken. Der "Kaktus" dieser Tour geht jedenfalls einstimmig an das Personal vom Hotel Oeschinensee.

 

Letztlich ein kurzer Fussmarsch zur Seilbahn, runter nach Kandersteg und zurück via Bern und Zürich in die Heimat. Es waren drei fantastische Wandertage, herzlichen Dank Fredy für die wie immer perfekte Organisation. Du bist damit für ein weiteres Jahr als Organisator bestätigt.

 

Fotos H. Hinnen / W. Eichenberger

Wer zuletzt lacht ...... ?


 Wanderkarte Adelboden - Lenk (klick)

Zum zweiten Mal in Folge begann eine Etappe im Berner Oberland. Die dreizehn Teilnehmer teilten sich in zwei Damen, neun Senioren, einen Beinahe-Senior und einen Hund auf.

adelbodenVon Adelboden (1350 MüM) aus ging es dem Gilsbach entlang Richtung Westen. Auf einer Strecke von ca. zehn Kilometer waren etwa 700 Höhenmeter zu überwinden. Der Aufstieg war also gemäss unserer Terminologie äusserst moderat. Selbstverständlich hatte unser Tourenleiter nicht den Warmduscher-Weg über den „Hahnenmosspass“, sondern den attraktiven Grat-Weg über den „Bummerepass“ ausgewählt.

Wir kamen zügig vorwärts, insbesondere auch weil wir uns nicht an die Vorgaben der Gewerkschaft hielten die vorgibt, dass pro Stunde eine zehnminütige Pause fällig ist. Eine Mittagsrast gab es aber trotzdem und dann plötzlich regnete es und noch plötzlicher war auch noch der Nebel da. Bei diesen Bedingungen mussten wir dann den Abstieg auf einem mühsamen Trampelpfad in einer nassen Sch…-Wiese antreten.

Nach einer halben Stunde war der Spuck vorbei, der Regen hatte aufgehört, der Nebel war verschwunden und Lenk war in Sicht. Bei einem Bauernhaus hat uns dann die Bäuerin zugerufen, dass vor kurzer Zeit zwei ältere Herren (offensichtlich Köbi und Heinz) vorbei gekommen seien, die sich nach einem Restaurant erkundigt hatten. Wir erkundigten uns auch, mussten aber hören, dass sowohl das Restaurant Metsch wie die Seilbahn (Metsch-Lenk) Sommerpause hatten. Wir haben die restliche Stunde Fussmarsch auch überstanden und in Lenk sofort das erstbeste Restaurant angesteuert.  

Übernachten konnten wir in komfortablen Zwei- und Drei-Bett-Zimmern im Hotel Alpenruh, das Nachtessen in einem Restaurant im der näheren Umgebung. Die Abendunterhaltung hielt sich dann in Grenzen, man merkt so langsam, dass unsere Wanderfreunde älter werden  🙂  

Wanderkarte Lenk - Gstaad (klick)

lenkSehr gut geschlafen und auch ausgezeichnet gefrühstückt. Da war dann aber noch mein Zimmerkollege, der mit den neuen Schuhen, der beim nächtlichen Toiletten-Besuch den Zimmerschlüssel vergessen hatte und über den Balkon durch’s Fenster wieder in’s Zimmer kletterte.

Der zweite Tag begann dann mit der Seilbahn zum Stoos und von dort zu Fuss auf den Betelberg. Drei Kollegen (WD) hatten sich allerdings für die lockere Variante entschieden und sind in der Seilbahn bis zur Bergstation sitzen geblieben. Die dreihundert Höhenmeter bis zum Betelberg waren relativ locker, insbesondere weil das Wetter perfekt und die Aussicht auf die Berneralpen grandios war. Blick auf den nahen Wildstrubel , Eiger, Mönch und Jungfrau in der Ferne, sowie teilweise auf die Blüemlisalp.

Den ersten Zwischenhalt legten wir bereits im Restaurant auf dem Betleberg ein. Dabei liessen es sich Evelyn Jahn und Hans Lüscher nicht nehmen die kurze aber steile Rutschbahn auszutesten. Nach einem kurzen Znünihalt konnte die Wanderung dann auf einem sehr schön ausgebauten Weg fortgesetzt werden.

Einen längeren Zwischenhalt gab es dann beim Stübleni. Wir genossen die Aussicht in die Bergwelt und staunten auch über die vielen Kraterähnlichen Vertiefungen in dieser Umgebung. Von da an ging es zum Trütlisbergpass und weiter via Turbachtal in Richtung Gstaad. Auf halber Strecke trafen wir dann auch zwei von unseren drei Bähnlifahrer wieder, der Dritte wartete in der Alpwirtschaft Wintermatte auf uns. In diesem gemütlichen Restaurant waren die Sprüche in der Toilette ganz speziell. Wir wissen jetzt unter anderem : Frauen sind wie Tee manchmal muss man sie ziehen lassen. Männer sind wie Toiletten entweder besetzt oder beschissen.

Der Rest war dann wirklich locker, ein schöner Weg, leichtes Gefälle und nach ca. anderthalb Stunden Ankunft in Gstaad. Dann zurück mit dem „Goldenpass“ (so heisst die Montreux-Oberland-Bahn) via Zweisimmen, Spiez und Zürich in heimatliche Gefilde. Wieder zwei Super-Tage und wie immer perfekt organisiert.

 

Fotos H. Hinnen / E+H Jahn


Pilatus ist der Name eines römischen Stadthalters (Pontius Pilatus), eines Gebirgsstockes im französischen Zentralmassiv, eines Flugzeugherstellers in der Innerschweiz oder des Sängers Rob Pilatus. Für uns ist es der Ausgangspunkt zur Wanderung auf den Glaubenberg.

Pilatus zahnradbahnjpgVon Alpnachstad aus konnten wir mit der steilsten Zahnradbahn der Welt die 1‘635 Höhenmeter bis zur Endstation Pilatus Kulm locker im Sitzen überwinden. Für die ca. 4,5 Kilometer benötigte die Bahn ca. 30 Minuten, auf Schusters Rappen hätte man mit über vier Stunden rechnen müssen. Die Fahrt sowie die Aussicht waren absolut spektakulär. Trotz des lockeren Aufstiegs war aber sofort ein Restaurant-Besuch angesagt. Die Kellner stellten sogar Tische zusammen, damit wir beieinander sitzen konnten (hoffentlich wird dieser Bericht auch von den Wirtsleuten vom Restaurant Oeschinensee gelesen 🙂

Ein schöner, breiter, angenehmer Weg führte uns vom Restaurant aus Richtung Westen, dort wo wir ja eigentlich hin wollen. Mit dem schönen Wetter und dem schönen Weg war es dann leider aber schnell vorbei. Es kam ziemlich dichter Nebel auf und die Sicht war dadurch entsprechend eingeschränkt. Aus dem Weg wurde ein steiniger, felsiger Pfad und wir mussten uns an mehreren Stellen an den montierten Ketten festhalten. Als Klettern konnte man dies zwar nicht bezeichnen, ein lockeres Wandern war es aber sicher auch nicht. An einer besonders exponierten Stelle musste unserem Wanderkollegen „Dascha“ jedenfalls ein „Gstältli“ angezogen werden. Der Hund wurde dann die etwa fünf Meter geschoben und gezogen. Es ist alles gut gegangen und nach ca. zwei Stunden Wanderzeit kamen wir dann in besser begehbare Gefilde und der Nebel war auch weg.

Nach einer weiteren Stunde Wanderzeit war dann bei der Balismatt Mittagsrast (Verpflegung aus dem Rucksack) angesagt. Wir waren drei Stunden unterwegs, hatten aber nicht einmal einen Drittel der Strecke absolviert. Nach der kurzen Mittagspause ging es zügig weiter bis wir zur Schrottenegg, wo ein Wegweiser zwei Optionen offen liess (1. Langis 2.50h, 2. Langis 2.15h). Der Durchschnittsbürger würde selbstverständlich den kürzeren Weg wählen. Wer Fredi unseren Reiseleiter aber kennt weiss sicher, dass wir den längeren Weg genommen haben. Dieser Weg führte über den Schlierengrat und war abgesehen von den kurzen giftigen Aufs- und Abstiegen ausgesprochen gut begehbar und führte an schönen Aussichtspunkten vorbei. Er hatte natürlich einmal mehr richtig entschieden, unser Reiseleiter.  

Dann kam die nächste Herausforderung, offensichtlich hatte ein Spassvogel die Wegweiser verdreht und wir waren plötzlich nicht mehr auf dem Gratweg. Wir haben das Problem zwar sehr schnell erkannt, aber wollten nicht mehr umkehren. Wir nahmen die ca. 1,5 Kilometer Umweg in Kauf und sind bei leichtem Regen in einer nassen Sch…-Wiese bis zu einem schönen Forstweg gewandert. Der Rest war dann nur noch ein Spässchen, insbesondere auch weil wir den Weg von unseren Langlauf-Touren her bestens kannten.  

langisNach ca. achteinhalb Stunden sind wir endlich im Restaurant Langis. Dort ein kurzer Drink und dann mit einem organisierten Privatbus nach Sarnen. Von dort mit der Zentralbahn nach Luzern und abschliessend mit der SBB nach Zug und ins Züribiet. Wir haben wieder viel erlebt, viel gesehen, wieder einmal eine Tour von der wir sicher noch lange reden werden. Danke Fredi.

Wanderkarte (klick)

Fotos H. Hinnen


Wanderkarte 1. Tag

Die Zweitages-Wanderung vom Bernbiet ins Welschland wird nicht in die Geschichte der anstrengendsten Expeditionen eingehen. Die zwölf TeilnehmerInnen konnten sich aber in jeder Hinsicht über ein wirklich abwechslungsreiches Programm freuen.

Der Start war etwa zehn Kilometer südwestlich von Gstaad bei der Chalberhöni (1350 MüM). Der gut ausgebaute Weg führte locker und ohne spektakuläre Höhepunkte stetig bergauf. Beim „Wilde Bode“ ist dann etwas passiert, dass wir bisher für unmöglich gehalten hatten. Unser Reiseleiter hat sich ganz überraschend für eine Abkürzung entschieden. Wegen des Nebels haben wir den Trittlisattel ausgelassen und direkt den Col de Jable (1900 MüM) angesteuert.

Es war leicht regnerisch aber glücklicherweise nicht so arg wie der „Kachelmann“ vorausgesagt hatte. Der Nebel war auch nicht so schlimm, wir hätten also gut die geplante Route nehmen können 😉 . Mittagessen war dann bei leichtem Nieselregen auf einer nassen Sch..-Wiese. Der Abstieg anschliessend bis nach L’Etivaz kurz und schmerzlos.

etivazIn L’Etivaz konnten wir dann im Hotel Chamois (Gemse) einen Apéro geniessen, bevor es zur Besichtigung der Käserei ging.
Etwa 70 Produzentenfamilien in rund 130 Alphütten auf 1000 bis 2000 MüM liefern die Milch an die Genossenschaft in L’Etivaz. Der Etivaz AOP (Appellation d'Origine Protégée) wird zwischen 5 und 13 Monaten (Hobelkäse 30 Monate) gereift und lässt sich sehr gut aufbewahren. Er wird nur in kleinen Mengen hergestellt: 400 bis 430 Tonnen bzw. 17'000 bis 19'000 Laibe während der Sommermonate.
Die Besichtigung war wirklich sehr abwechslungsreich und der kurz Film interessant, am Besten hat mir allerdings die Degustation am Ende der Besichtigung gefallen.

Zum Nachtessen im Hotel Chamois gab es zur Vorspeise ein Bündner-Teller, zum Hauptgang selbstverständlich ein Käse-Fondue und zum Dessert Fruchtsalat. Das Abendprogramm fiel der allgemeinen Müdigkeit zum Opfer, jedenfalls waren wir für meine Vorstellungen, wieder einmal ziemlich früh in den bequemen Zwei- und Dreibett-Zimmern

Wanderkarte 2. Tag

Am nächsten Tag erwartet uns dann schönes Wetter mit angenehmen Temperaturen. Ein kleiner Bus brachte uns zum Lac de L'Hongrin (Stausee) resp. noch etwa drei Kilometer weiter zum Startort des zweiten Tages. Von dort führte der Weg wie am Vortag relativ moderat bergauf bis wir auf ca. 1500 MüM zu einer Alpwirtschaft kamen. Natürlich entschieden wir uns für einen Zwischenhalt und hatten dann zufällig Gelegenheit zuzuschauen wie der Käse entsteht. Wir wissen jetzt jedenfalls auch warum die Käser so muskuläre Oberarme haben.

Dann ging‘s weiter obsi Richtung Col de Chaude (1619 MüM). Wir konnten kurzfristig einen Blick auf den oberen Teil des Genfersees werfen. Der Nebel der sich auf der Westseite genau bis zum Grat ausdehnte, machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. Der höchste Punkt der Etappe, der Roches de Naye (Hausberg von Montruex) war dann schnell erreicht. Dort teilte sich die Gruppe in WD und HS auf.

Rochers_de_NayeDie Warmduscher verpflegten sich im Bergrestaurant und traten die Reise nach Montreux mit der Bergbahn an. Die „härte Sieche“ verpflegten sich im Freien und tauchten dann die ca. 700 Höhenmeter in ziemlich steinigem Gelände zu Fuss hinunter. Nach ca. drei Stunden waren wir aber wieder vereint und liessen uns gemeinsam mit der „Rhone“ (Raddampfer) nach Lausanne überführen. Vom Schiff aus konnten wir die Rebberge bewundern und Fredy zeigte uns die Strecke der letzten Etappe die uns Ende Oktober von Les Avants nach Cully führt.

Fotos H. Hinnen


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Bergwanderung Männerturnverein Birmensdorf

Bericht von Franz Brunner

 

Wanderkarte: Lombachalp - Harder

Ausnahmsweise am Samstagmorgen, 12. September 2015, traten wir 17 Männer, ohne Frau und Hund, jedoch mit einigen ‚Männerrieglern’, unsere letzte 2-Tagestour in diesem Jahr an. In Zürich und Bern war für uns im 2-vordersten Wagen reserviert. In Interlaken warteten wir im Postauto, das wegen des Jungfraumarathons etwas Verspätung hatte. Wir fuhren bergauf nach Habkern, wo wir mit 3 Extrabussen zur Lombachalp geführt wurden. Unterwegs sahen wir ein Ehepaar mit Körben, welche Pilze sammelten. Fredi erzählte uns die wahre Geschichte der 3-fachen Witwe:“ Die ersten beiden Männer starben an einer Pilzvergiftung, der Dritte an einem Schädelbruch, weil er sich weigerte, die Pilze zu essen!“ Auf der Lombachalp gab es einen kurzen Kaffeehalt und nachher nahmen wir dann die 600 Höhenmeter aufs Augstmatthorn in Angriff. Fredi führte uns mit regelmässigen Schritten über’s Moorgebiet, an Wollgras und Witwenblumen vorbei in Richtung Gipfel, wo uns u.a. 2 Dohlen begrüssten. Hier auf 2137 M.ü.M. hatten wir bei schönstem Wetter eine fantastische Rundsicht. Von der Schrattenfluh über den Hohgant und den 7 Hengsten bis zu den Berneralpen. Unter uns der türkisblaue Brienzersee mit seinen Tälern und Dörfern. Auch die Lombachalp mit seinen urwüchsigen Bäumen und mystischen Mooren, welche neben Sörenberg zu den grössten Moorlandschaften der Schweiz gehören, breitete sich unter uns aus. Dann nahmen wir den steilen Abstieg unter die Füsse und verpflegten uns an der windgeschützten Gratseite. Vor uns lag noch ein langgezogener Gratweg gesäumt mit blühenden Erika und blauen Schwalbenwurzenzian bis zum Harder Kulm. Adriano fand auf dem Weg noch einige Steinpilze, die dann das Nachtessen verfeinerten. Noch ein Besuch auf der Aussichtsplattform, dann führte uns die Harderbahn, welche 1908 erbaut wurde, nach Interlaken. In der Bahn nach Wilderswil stiess dann Anneliese noch zu uns, sodass wir für den 2. Wandertag 17 Männer und eine Frau waren. In Saxeten bezogen wir unsere Unterkunft im Hotel Alpenrose und freuten uns auf das feine Nachtessen. Nach einem gemütlichen Abend zog es die einen früher, die anderen später unter die Decke.

Wanderkarte: Saxeten - Isenfluh

Am Morgen um 0600 Uhr weckten mich Glöckchen von weidenden Rindern; Erinnerungen an meine Jugendzeit in den Bergen. Nach einem reichlichen Frühstück waren wir um 0800 Uhr startbereit. Einige Kollegen fuhren mit dem Bus nach Unterberg, zusammen mit unseren Rucksäcken. Ohne Rucksack zu wandern war herrlich. Im Talkessel bestaunten wir zwei hohe Wasserfälle. In Unterberg nahmen wir unser Gepäck „leider“ wieder in Empfang und wanderten weiter zur Hinderbällen über einen von Kühen deformierten Wanderweg bis zum Sattel. Dort kam kalter Wind und Regen auf. Wir bogen links ab und bestiegen den Bällenhöchst (2095 M.ü.M.), wo uns eine herrliche Aussicht ins Grindelwaldnertal auftat. Eiger; Mönch und Jungfrau versteckten sich hinter den Wolken. Wegen des starken Windes kehrten wir jedoch bald wieder zum Sattel zurück und wanderten unter dem Tschingel eine ziemlich steile Schutthalde entlang. Ueber Karstfelder, rechts eine Doline und weiter unten das Sulssewli erblickend, erreichten wir bald die Lobhornhütte. Nach einem unfreundlichen Empfang  - wir hätten uns als Gruppe anmelden sollen-  stärkten sich einige von uns in der warmen SAC-Hütte. Danach bewältigten wir durch eine Abkürzung einen steilen Abstieg, blühender Augentrost und schöne Silberdisteln hinter uns lassend. Bald erreichten wir bei schönstem Wetter Sulwald. Nach dem Kaffeehalt bestiegen wir zu viert die Gondelbahn nach Isenfluh. In der Gondel war die Belastungsanzeige: 6 Personen oder eine Kuh. In Isenfluh warteten wir auf unsere 14 Kollegen, welche die Talfahrt mit dem Trottinett genossen. Die einen kamen direkten Weges auf dem Natursträsschen, die andern fuhren etwas zu weit und mussten das Trotti wieder hinaufstossen. Doch es fehlte noch ein Kamerad. Wir warteten. Ist etwas passiert? Die nun eingetroffene Postautochauffeuse erzählte uns, dass ihr unterhalb des 1200 Meter langen Tunnels ein Trottinettfahrer wie ein Kamikaze entgegengekommen sei. Er wollte ihr nicht einmal ausweichen und der Jüngste sei es auch nicht mehr gewesen. Schallendes Gelächter brach aus. Bei der Hauptstrasse musste er nach Zweilütschinen hinunterfahren. So weit sei bis heute noch nie ein Trottinettfahrer gekommen. Hans, wir gratulieren Dir ganz herzlich zu deinem Rekord. Du hättest eigentlich den ‚goldigen Loribäri’ verdient. Hans kam dann mit der Bahn inkl. Trottinett nach Lauterbrunnen. Wir fuhren mit dem Postauto parallel zur Bahn. Unsere Chauffeuse liess das Dreiklanghorn mehrere Male ertönen, bis uns Hans entdeckte. Natürlich wieder Gelächter. Nach dem Abschied von der schönen und lustigen Fahrt wurde das Trottinett mit dem Postauto wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückgebracht und wir traten gemeinsam unsere Heimreise über Interlaken, Bern nach Birmensdorf an. Wir sind alle glücklich, zufrieden und gesund zurückgekehrt. Es war wieder einmal mehr eine sehr gut organisierte und gelungene 2-Tageswanderung. Fredi, im Namen aller nochmals einen recht herzlichen Dank.

 

Fotos W. Eichenberger


Tagesbericht von: Roman Bieri

Die Wetterprognosen für den 22. September hatten alles andere als das gewünschte Wanderwetter versprochen. Doch unbeirrt, hoch motiviert und in guter Stimmung traten 11 Männer,  zwei Frauen und Monikas Hund Dino die Tageswanderung an. Von ihm werden wir später noch zu berichten haben.

Es war zwar stark bewölkt , aber trocken. Es sei vorausgesagt, dass es den ganzen Tag nie geregnet hat. Die Zuversicht und der Optimismus haben wieder einmal obsiegt! Der Wettergott meinte es wie öfters in diesem Jahr gut mit uns.

Per Bahn ging es via Bern nach Kandersteg. Nach einem kurzen Fussweg brachte uns die etwas in die Jahre gekommene Gondelbahn auf die Almenalp. Hier wurden wir im naheliegenden Beizli von den Wirtsleuten herzlich empfangen. Wir stärkten uns mit einer feinen, frischen  Zwetschgenwähe und einem heissen Kaffee, um dann die 827m  Höhendifferenz zum Bunderspitz gestärkt in Angriff nehmen zu können. Hier sei eine Anmerkung des Schreibenden erlaubt: Nur die Ersten bekamen eine Wähe, u. a. der Schreibende wurde nur noch mit einem Biberli abgespiesen. Einmal mehr zeigt sich: „Der Schnellere ist der Geschwindere, haha!! “

Alsbald brachen wir gutgelaunt auf. In gewohnter Manier, gekonnt, in gleichmässigen Schritten und in angemessenem Tempo führte uns Fredi, unser Tourenleiter,  aufwärts Richtung Bunderspitz. Dank unserer Kondition - nach diesen vielen diesjährigen Wanderungen -  darf festgestellt werden, dass diese Herausforderung problemlos erfüllt werden konnte.

Nebelschwaden lagen im Tal und stiegen auf und ab. Doch wir konnten ihnen immer entfliehen. Nach dem zweistündigen Aufstieg erreichten wir unser Ziel, den Bunderspitz auf 2546 m Höhe. Herrlich diese Aussicht dort oben! Eiger, Mönch, Jungfrau, Blüemlisalp Balmhorn, Grosslohner u.v.a. reihten sich in unserem Panorama auf. Auch konnten wir die schon gemachten Touren verfolgen und entdeckten  beispielsweise das Hohtürli und  den Oeschinensee in einmaliger Perspektive. Auch konnten wir die schon gemachte Etappe Adelboden – Lenk – Gstaad teilweise von oben nachvollziehen.  Unsere Bemühungen wurden also mehr als belohnt, doch war es sehr windig und kalt, ein Vorbote der kommenden kälteren Jahreszeit! Unterhalb des Bundergrates verzehrten wir in gewohnter Manier das Mittagessen aus dem Rucksack.

Anschliessend nahmen wir den dreistündigen Abstieg nach Adelboden unter die Füsse. Ein Zwischenhalt gab es im Bergrestaurant Bunderalp. Die nette Frau Wirtin stellte noch alles was sie hatte zur Konsumation zur Verfügung. Gestärkt brachen wir wieder auf. Es wurden Sprüche geklopft, geplaudert und gewitzelt. Doch plötzlich der Schreck des Tages: Wo ist Monikas Dino?  Weit und breit war er nicht zu sehen und zu finden. Man suchte ihn, doch zunächst ohne Erfolg. Monika war verzweifelt. Auch Klaus, Monikas Mann, wurde mobilisiert. Ein einheimischer Jägersmann und später ein Förster brachten Monika nach einer nicht enden wollenden Irrfahrt nach oben in die Bunderalp. Und welch ein Glücksgefühl! Der „treue Dino“ wartete dort auf seine Meisterin. Auch die übrige Wandergruppe wartete in Adelboden und endlich im Bus kam die freudige Botschaft, dass Dino gefunden wurde. In Frutigen  stiess dann die überglückliche Monika -  jetzt wieder mit Hund Dino – zur Gruppe und gemeinsam und sichtlich entspannter ging es vereint in Richtung Birmensdorf. Die zunächst in Routine abzuhandelnde Etappe Kandersteg – Adelboden wurde schlussendlich durch eine wohl ungewollte Aufregung „bereichert“.

„Ende gut, alles gut!“

Fotos W. Eichenberger

Wanderkarte


Roman hat im Reisebericht nach der letzten Tour geschrieben: Die Wetterprognosen für den 22. September hatten alles andere als das gewünschte Wanderwetter versprochen. Das gleiche galt für die Wanderung vom 13. Oktober. Aber auch diesmal sind wir zehn Männer, eine Frau und Dino der Hund unbeirrt losmarschiert.

MattstockDie Bahn und dann das Postauto brachten uns zum Ausgangspunkt in Amden. Von dort ging es mit dem in die Jahre gekommenen Sessellift auf den Mattstock. Erfreulicherweise war das Restaurant offen und wir konnten uns bei Kaffe und Gipfeli auf die über sechs Stunden lang dauernde Wanderung  vorbereiten. Das Wetter hielt sich überraschend gut und der Aufstieg von ca. 1400 auf 1800 MüM war auch keine allzu grosse Herausforderung.

Nach knapp zwei Stunden war die Alpwirtschaft „Oberkäseren“ erreicht und es war doch tatsächlich bereits Mittagessen angesagt. Zehn Personen bestellten „Schüblig“ und eine Person eine „Suppe“. Der Gruppen-Druck auf den Suppen-Besteller wurde so gross, dass er schlussendlich auch auf „Schüblig“ umstellen musste (nächstes Mal bleibe ich hart 😉 ) 

Anschliessend ging es weiter Richtung Speer und wir hatten das Gefühl oder war es Hoffnung, dass sich die Sonne zeigen würde. Einige der Wanderkollegen hatten bereits diskutiert, ob ein kleiner Abstecher auf den Speer eine Option wäre. Das Wetter hat uns den Entscheid abgenommen, es kam ziemlich dichter Nebel auf und die Sicht betrug nur noch gefühlte 10 Meter. Von da an hätten wir eigentlich in einem Tunnel ¨wandern können, gesehen hätten wir zwar auch nichts aber wir wären nicht nass geworden.

Tanzboden 2Nach ca. drei Stunden, davon eine Stunde mit Regen wurde dann mit dem „Tanzboden“ die nächste Alpwirtschaft erreicht. Die Sicht von da aus ist einmalig: gegen Westen der Zürichseee, und ostwärts zeigt sich ein atemberaubendes Panorama mit Säntis, Speer, Chüemettler usw., sowie in der Ferne der Bodensee. Aber wie schon erwähnt wir waren ja in einem Tunnel und haben daher keinen See und schon gar kein Panorama gesehen. Bei einem „Kafi Luz“ und sehr sympathischer Bedienung konnten wir aber unsere Kleider trocknen und auch Wärme tanken.  

Anschliessend waren bis Rieden noch 700 Höhenmeter abwärts angesagt. Dies war total locker, obwohl es regnete, der Weg sehr glitschig war und es im Nebel auch noch kühl wurde. Im Restaurant Sonne in Rieden wurden wir dann auch nochmals sehr nett bewirtet und wir konnten unsere triefenden Kleider wechseln, bevor uns Postauto und SBB in heimatliche Gefilde zurückbrachten.

Fazit: Wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir auch den misslichsten Verhältnissen trotzen und keine Warmduscher sind 😉  Und da war ja noch das Tagesprogramm eines Garagisten: Um 9h kommt Frau Bühler, die hat Probleme mit dem Kühler, um 12h kommt Frau Waser die hat Probleme mit dem Vergaser, um 15h kommt Frau Rohr die hat Probleme mit dem Motor und um 17h kommt Frau Lutz die hat …..  

Händ ä schöni Wuche. Hane

Fotos W. Eichenberger und H.Hinnen

Wanderkarte


Die letzte Etappe von unserer Ost-West-Durchquerung brachte uns nochmals an den Genfersee. Rekordverdächtige 16 Wanderer und drei Wanderinnen wollten sich die „Genussetappe“ mit Wein-Degustation nicht entgehen lassen.

Es war vier Mal umsteigen angesagt bis wir endlich in Les Avants dem Ausgangspunkt der ersten Wanderstrecke ankamen. Fribourg erreichten wir mit ca. 10 Minuten Verspätung, aber der Anschluss-Zug nach Bulle wartete erfreulicherweise auf uns. Von Bulle aus ging es mit einer Schmalspurbahn nach Montbovon ins Greyerzer Land wo bekanntlich die Krähen immer im Kreise herumfliegen. Die Experten unter uns wussten natürlich, dass der Gleisabstand bei einer Schmalspurbahn genau einen Meter und sonst 1435 mm beträgt. 

Weiter ging es mit der MOB (Montreux Oberland Bahn), durch diverse kürzere und längere Tunnels nach Les Avants im Welschland. Dass wir in diesem Zug, trotz GA resp. Tageskarten noch fünf Franken pro Reiseteilnehmer bezahlen mussten, nahmen wir mit Humor. Nachfragen haben ergeben, dass dieser Betrag für die Sitzplatzreservation, die nicht eigentlich geplant war anstand. Dass wir den Nebel bereits in Bulle hinter uns gelassen hatten, half natürlich über dieses kleine Malheur hinweg.

Nach einem kurzen Kaffe-Aufenthalt ging es dann endlich los mit Wandern. Der Weg führte durch die „Gorge du Chauderon“ abwärts in Richtung Genfersee.  Nach ca. einer halben Stunde trafen wir Mitten im Nirwana auf einen Alphornbläser der locker in sein Instrument hinein blies. Anfangs hatten wir vermutet, dass Fredi diesen Musikanten organisiert hatte und uns ein Apéro bevorstand.  Weit gefehlt, unsere Gruppe lief unbeirrt und ohne anzuhalten an dem sympatischen Kerl vorbei. Nach kurzer Zeit kamen wir dann in offenes Gelände, dass wir noch von unserer Bahn-Fahrt vom Roche de Neige her kannten (Wanderung vom 1./2. September). Unten am Genfersee hatten wir etwas Zeit um das Chateau Chillon zu bewundern. Wir wissen jetzt auch, dass sich dieses Schloss auf der grössten der fünf Inseln im Genfersee befindet.

Vom Chateau Chillon bis nach Rivaz fuhren wir mit der SBB. Unser Reiseleiter hatte erfreulicherweise entschieden Montreux und Vevey nicht zu Fuss zu durchqueren. Inzwischen war auch der Wanderkollege zugestiegen der nur die Weinbergstrecke absolvieren wollte. Er hatte einen Termin im Spital und konnte daher erst später nachkommen. Im Spital hatten sie ihm allerdings erklärt, dass der Termin erst am Folgetag anstehe (böse Zungen meinten, dass "Fonsi" nicht so früh aufstehen wollte).

In Rivaz ging es in die Rebberge des Lavaux. In diesem Wein-Gebiet ist werden vor allem Weissweine wie Epesse, Dezaley oder Villette aus Chasselas-Trauben gekeltert. Die zweistündige Wanderung durch die Rebberge war wirklich ein Genuss und ein würdiger Abschluss unseres diesjährigen QdS-Abenteuers.

In Grandvaux hatte Fredi natürlich wieder seine Beziehungen. Wir hatten Gelegenheit den Weinkeller der Familie Duboux anzuschauen wo uns die Frau des Hauses die Arbeit und Mühen eines Winzers näher brachte und auch bereits ein Vesper-Plättli vorbereitet hatte. Den Wein hatten wir dann nicht eigentlich degustiert, sondern ganz einfach getrunken. Der Heimweg war noch eine Herausforderung: Umsteigen in Lausanne, in Biel (der reservierte Wagen war am anderen Ende des Zugs), in Zürich, in Schlieren in einen Bus und für die Kollegen aus dem Säuliamt auch noch in Birmensdorf.

Da war aber noch die Unterhaltung im Bahnabteil:
 "Auf was kauen Sie denn da ständig herum?" "Auf Traubenkernen." 
"Und wozu soll das gut sein?" "Es fördert die Intelligenz."
"Aha, können Sie mir auch vier Stück geben?" "Gerne, vier Stück kosten acht Franken."
Der Fahrgast zahlt und bekommt die Kerne.
Nach einer Weile des Kauens meint er: "Für acht Euro hätte ich mir aber jede Menge Trauben kaufen können!"
"Sehen Sie, die Kerne wirken schon!"

 

Fotos W. Eichenberger und H.Hinnen

Wanderkarte: Les Avants - Chillon

Wanderkarte: Chillon - Cully


Fredi 002Hans Lüscher hat sich bei Dir bereits im Namen aller Teilnehmer für die perfekte Organisation der diesjährigen Touren herzlich bedankt. Die Vorbereitung sowie die Auswahl der unterschiedlichen Etappen war auch dieses Jahr wieder perfekt. Dass wir innerhalb der Wandergruppe ein überaus geniales Verhältnis haben, macht natürlich erst recht Spass. Wir freuen uns auch, dass Du für nächstes Jahr bereits wieder ein abwechslungsreiches Programm am vorbereiten bist. 

Halten wir uns doch an Jacques Rousseau: „Wer ans Ziel kommen will, kann mit der Postkutsche fahren, aber wer richtig reisen will, soll zu Fuß gehen.“ 


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