QdS alle Kantone

 

Tagesbericht von Klaus Kreienbühl vom 8.3.16

DSC00002Nebst seiner glorreichen Idee, in diesem Jahr in 23 Tagen die 23 Ganzkantone der Schweiz zu „bewandern“, will Fredi uns offenbar auf jeder Etappe mit etwas „Noch-nie-Gehabtem“ überraschen: 15 cm Neuschnee sind es heute, die noch ungepfadet die Weglein zum Bahnhof bedecken - und es schneit unablässig weiter!

 

Gross daher das Erstaunen, als in Altstetten sogar die Schwägalp-Heimkehrerin Alice zur Gruppe stösst.

Aber Fredi hat alles im Griff: Auf der Fahrt über Winterthur lässt er immer weniger schneien und schliesslich steigen 13 Unbeirrbare plus Hund Dino im schneefreien Stein am Rhein aus dem Zug.

Mit Kaffee und Gipfeli „ersäufen“ wir im bemalten Städtchen die erste Hälfte des Überschusses vom Schlussabend 2015 und nehmen erfreut Kenntnis davon, dass der „Neue Willi“ aus Fredi‘s Nationalturner-Archivzeiten stammt.

Wie versprochen starten wir um halb 10 Uhr unsere Wanderung dem rechten Ufer des Rheins entlang, doch schon vor Hemishofen überqueren wir den Fluss wieder in luftiger Höhe und bestaunen nebenan die Eisenbrücke der stillgelegten Bahnstrecke nach Singen. Nächste Überraschung: bei Rheinklingen macht doch Fredi schon nach 70 Minuten einen kurzen Marschhalt - und erst noch von sich aus!

IMG_8598Bald darauf doppelt er mit einer weiteren Neuheit nach, hat er doch gestern am Rheinufer noch rasch einen Biber eine mächtige Esche fällen lassen, wie das die wenigstens von uns bisher gesehen haben.

 

 

Wir erreichen an gefühlten 1000 Campinghäuschen vorbei (Hunde an die Leine nehmen!) schliesslich  den „Adler“ in Diessenhofen, wo Erika nach dem sehr rasch und freundlich servierten Essen noch ihren Hans nachliefert, der es sich nicht hatte nehmen lassen seit 4 Uhr morgens in Zürich Schnee zu schaufeln.

Wahrscheinlich aus Sympathie zu ihm empfängt uns anschliessend Frau Holle nach der gedeckten Holzbrücke auf dem rechten Ufer mit riesigen Schneeflocken, denen wir erst im  Baden-Württembergischen Büsingen durch den ungeplanten Trinkhalt im Nobelhotel “Alti Rhy-Mülli“ ausweichen können.

Die treppensteigsüchtige Hälfte der Gruppe kann es schliesslich nicht lassen, auf dem Munot nachzuschauen, dass dort oben alles bereits - wie von der “faulen“ Hälfte geahnt - geschlossen ist.

Mit der Gewissheit, wieder ein tolles Wanderjahr - Quär dur d‘Schwyz Version 3 - eröffnet zu haben, erreichen wir mit dem Schnellzug das unterdessen wieder fast schneefreie Zürich.  Nach dem bleiernen Himmel am Morgen, dem Hudelschneewetter am Nachmittag und dem herrlichen Sonnenuntergang auf der Heimfahrt: ein gelungener Starttag!

Karte: Stein am Rhein - Schaffhausen

Fotos Werni Eichenberger

Fotos Klaus Kreienbühl

 


Tagesbericht von Klaus Kreienbühl vom 22.3.16

Um es diesmal nicht zu vergessen: Heute bewandern wir den Kanton Aargau.

Welch ein Unterschied in Sachen Wetter zum 1. Wandertag heute vor 2 Wochen: Sonnenschein diesmal so weit das Auge reicht, wenn auch leicht dunstig und von recht kräftiger Bise begleitet.

In bester Stimmung verlassen also die 13 Teilnehmer und der vor Freude laut kläffende Aussteigerhund Dino bei Neustalden auf dem Bözberg den Bus, um alsogleich im Restaurant Bären den 2. Teil des vormals erwähnten Überschusses in Form von Gipfeli und Kaffee zu verschlingen, begleitet von der aus dem nostalgischen Wurlitzer krächzenden Gitte, die seit über 30 Jahren immer noch ‘nen Cowboy als Mann will.

IMG_6760Schon bald macht sich die fröhliche Schar aber auf den Weg zum grössten Baum des Aargaus, der Linde von Linn, die ihr unheimliches Alter von mindestens 500 Jahren nicht wie die Menschen mit einem Rollator erahnen lässt, sondern viel diskreter mit die Äste zusammen haltenden Stahlseilen und ihrem unglaublichen Umfang.

 

Längst hat das “Spiel des Tages” seinen Anfang genommen: Unzählige Male werden da Windjacken aus- und gleich wieder angezogen, je nachdem uns die Bise direkt anbläst oder eben nicht.

Der vom letzten Bericht offensichtlich geschmeichelte Fredi macht bereits auf dem Linnerberg einen kurzen und bei Almhard einen längeren Halt, dort vor allem dem Hans zuliebe, denn dieser geniesst es, wie er zugibt, seinen Znüni in säuselndem Güllenduft zu verschlingen.

Die rassige Wirtin im Restaurant Staffelegg verwöhnt nicht nur unaufgefordert Dino mit einem Hundestengeli und Wasser, sondern uns alle an ihrem Wirtesonntag (!) mit einem wirklich feinen 4-Gang-Menu zu fairem Preis, dem wir mit weissem und rotem Wein die Krone aufsetzen.

IMG_6777Einziger Dämpfer hier: Sie wünscht sich einen Eintrag im Gästebuch (klick), den ihr ein gewisser Lehrer pflichtbewusst erfüllt mit ein paar sich halbwegs reimenden Zeilen und dem Abzeichnen des originellen Weingestells in der Form der Schweiz. Besonders erwähnt sei hier aber noch einer, der problemlos - selbst ohne Landwirtschaftsluft - zwei Desserts verschlingt.

 

Über das Bänkerjoch und hinauf zur etwas abgelegenen Wasserflue sorgen wir dafür, dass bis zur Salhöhe die prognostizierten 642 Höhenmeter schliesslich doch noch erreicht werden, dies in “lustigem” Auf und Ab und mit dem Ausblick auf die am Horizont im Dunst verschwindende Aargauer Hügellandschaft.

Nicht nur der Kaffee Lutz bewegt am Wanderziel die Gemüter, sondern auch die Frage, ob nun eigentlich die Beiz im Kanton AG, SO oder BL stehe, sowie das Problem, welcher der drei im Winter welche Strassenseite vom Schnee zu befreien habe. Der Wirt weiss Rat...

Froh gelaunt ob des herrlichen Tages stürmt die Truppe um 16.57 Uhr den herbei rauschenden Gelenkbus, der sie zur Heimfahrt mit der Bahn nach Aarau bringt. Gut geplant, Fredi Gut!

Fotos Werner Eichenberger, Hans Hinnen

Karte Bözberg - Salhöhe

 


Tagesbericht vom 5.4.16:  Samstagern - Menzingen

Mit einem neuen Rekord begann der dritte Tag der diesjährigen Wanderserie. Neben den 15 Herren und einer Lady begleiteten uns gleich zwei Vierbeiner auf unserem Weg nach Menzingen. Dino und Dascha gehören allerdings in der Zwischenzeit fast zur Familie, sie bräuchten eigentlich nur noch eigene Mailadressen.

Recht schönes Wetter sowie angenehme Temperaturen begleiteten uns während dem ganzen Tag durch das schöne Zugerland. Von Samstagern aus ging es dem, bei Schwimmern beliebten  „Hüttnerseeli“ entlang, bis zum ersten Etappenort der Krone in Hütten. Dort waren Kaffe und Gipfeli angesagt bevor uns der Weg zur Sihl führte. Da die Beizen entlang der Sihl wegen 16 Senioren ihre Lokale nicht öffnen wollten, war ein Umweg in die „Schützenmatt“ in Schönenberg angesagt. Der Umweg hat sich gelohnt, wir wurden ausgezeichnet bewirtet und mit einem exklusiven Dreigang-Menu verwöhnt.    

3. Etappe Menzingen 030Nach dem Mittagessen ging es dann zurück zur Sihl und nach der Überquerung der Brücke um 13:43h und 50 Sekunden war es endlich so weit: Wir waren im Kanton Zug 🙂 . Der Uferweg führte uns durch diverse schmale und nicht sehr hohe Tunnels Richtung Sihlbrugg. Bei etlichen Abzweigungen zeigte der Wegweiser „Menzingen“ unseren eigentlichen Zielort an. Wer unseren Tourenleiter aber kennt weiss natürlich in der Zwischenzeit, dass wir nie den kürzesten sondern immer den attraktivsten meistens auch steilsten Weg wählen. Irgendwann stand dann nicht mehr Menzingen auf den Wegweiser und da sind wir dann tatsächlich auch abgebogen. Es ging an einer der gigantischen Kiesgruben von Neuheim vorbei nach Winzwilen, Stalden und schlussendlich nach Menzingen.

IMG_6832Unterwegs passierten wir ein eindrucksvolles „Zuger Haus“ das Anfangs sechzehntes Jahrhundert erbaut wurde und mit der Inschrift „20*C+M+B+16“ versehen war. Der mitwandernde Lehrer der gerne Kirschtorte isst, konnte das Geheimnis dieser Hieroglyphen lüften: CMB steht für „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“). Gemäss Google symbolisiert der Stern den Stern von Bethlehem und die drei Kreuze den dreifaltigen Gott “Vater, Sohn und heiliger Geist“.    

Auch das Geheimnis der vielen, im Hirzelgebiet auf den Hügeln alleinstehenden Linden, konnte gelüftet werden. Es handelt sich dabei um Erinnerungsbäume, die an politische Ereignisse und an die Geburt von Stammhaltern erinnern.

In der Konditorei Schlüssel in Menzingen konnten wir einen wiederum interessanten und abwechslungsreichen Tag bei einem Stück Kirschtorte, einem Coupe „Heissi Liebi“ und einem Kafi Lutz ausklingen lassen.

Fotos Werner Eichenberger, Hans Hinnen

Karte Samstagern - Menzingen

 


Tagesbericht vom 12.4.16 Charmey - Gruyères

Zwölf Wanderer, zwei WandererInnen und kein Hund nahmen diesmal den Spaziergang im Fribourgerland unter die Füsse. Um halb sechs Uhr war Tagwache, also nicht Mitten sondern Früh in der Nacht. Beim Aufstehen habe ich mir noch gedacht, warum tue ich mir dies an, wegen den lumpigen 13km. Schon bald durften wir aber feststellen, dass es eine wirklich interessante und total abwechslungsreiche Etappe gibt.

Mit Zug und Bus ging es via Bern und Fribourg in den Bezirk Greyerz nach Charmey einem kleinen Wintersportort (887 MüM). Das Wetter war mit angenehmen Temperaturen und viel Sonne absolut perfekt. Warum es sich Einige nicht nehmen liessen den Schirm einzupacken wird als eines der grossen Geheimnisse in die QdS-Geschichte eingehen.

[caption id="attachment_2470" align="alignleft" width="133"]IMG_6860 Lac de Montsalvens[/caption]

Nach Kaffee und Gipfeli kam der Abstieg runter zur „la Jogne“ so heisst der Fluss der in den Lac de Montsalvens mündet. Dabei handelt sich um einen Stausee der zur Zeit allerdings ziemlich ausgetrocknet ist. Obwohl wir einige Kilometer dem See entlang wanderten, war die Strecke alles andere als flach. Wir mussten mehrere happige Auf- und Abstiege, auf einem relativ holprigen Weg,  überwinden. Nach etwa einer Stunde Wanderzeit konnten wir dann die ca. 50 Meter hohe und 115 Meter lange Staumauer überqueren und die Aussicht auf die darunter liegende Schlucht bewundern.

UnbenanntNach ca. zwei weiteren Kilometer wurden wir mit einem süsslichen Geschmack konfrontiert. Ein untrügliches Zeichen, dass wir in der Nähe unseres nächsten Teilziels der „Schoggifabrik „Cailler sein mussten. Fredi hatte uns in der Fabrik als Besucher-Gruppe „Quer dur d’Schwyz“ vorangemeldet, dadurch konnten wir ohne grosse  Wartezeit die Besichtigung des „Maison Cailler“ in Angriff nehmen (besten dank Max für das Sponsoring des Eintritts).

Während der ersten 15 Minuten wurden wir automatisch durch verschiedenste Räume geleitet und es wurde teilweise mit Disneyland ähnlichen Effekten dokumentiert wie der Kakao entdeckt wurde und nach Europa kam (die Gründung der Firma Cailler erfolgte übrigens 1819, die Fabrik in Broc konnte 1898 bezogen werden). Anschliessend konnten wir dann mittels eines Audiogerätes erfahren was so alles für Zutaten benötigt werden und wie die angebaut und geerntet werden. Last but not least kam natürlich der Höhepunkt: „Die Degustation“. Zuerst gab es die berühmten „Cailler Branche“ und anschliessend die unterschiedlichsten Pralinen-Sorten a gogo.

4. Etappe Gruyeres 073Nach einer kurzen Mittags-Rast konnten wir frisch gestärkt die restlichen fünf Kilometer unter die Füsse nehmen. Kurz vor Gruyere überquerten wir die „Sarine“ (Saane) und zum Abschluss kam noch der gäche Aufstieg zum Château de Gruyères.     

Die Besichtigung des imposanten Schlosses haben wir für dieses Mal ausgelassen, auch das Giger-Museum war nicht auf unserer Agenda. Werni hat gemeint wenn wir beide unser Eintrittsgeld das wir nicht bezahlen müssen zusammenlegen würden, gäbe es dafür eine Flasche „Weissen“.  

Wir haben uns schnell für ein gemütliches Gartenrestaurant entschieden und dort noch ein exklusive Bier resp. Eiskaffee verschlungen (mit exklusiv ist allerdings nur der Preis gemeint).  Danke Fredi für die wie immer perfekte Organisation der spannenden Wanderung.

 

Fotos Werner Eichenberger, Hans Hinnen

Karte Charmey - Gruyere FR 

 


Tagesbericht vom 16.4.16 Bischofszell / Hauptwil - Kradolf

Diese Strecke (5.16 km) wäre eigentlich in einer guten Stunde zu machen gewesen aber wir sind natürlich wieder einmal nicht den geraden Weg gewandert. Zwei Ladies und 13 Herren haben sich trotz der kritischen Wetterprognose auf die Socken gemacht. Mit Bahn und Postauto ging es über Uzwil nach Bischofszell. 


5. Etappe Bischofszell 006Dort war ein Spaziergang durch das malerische Städtchen, mit einem kurzen Besuch im Rathaus (Barockbau von 1743), angesagt. Weiter ging es im Eiltempo Richtung Bahnhof, war doch noch ein Kaffee-Halt vor der Bahnfahrt nach Hauptwil gewünscht. Neun Minuten reichten aus um uns mit Kaffee und Gipfeli zu verpflegen.

Der Zug brachte uns anschliessend in ca. fünf Minuten nach Hauptwil, an den eigentlichen Ausgangsort der Wanderung. In ziemlich flachem Gelände marschierten wir an verschiedenen Weihern und Seelein vorbei bis nach Gertau. Dort kam es dann zu einem Novum in unserer dreijährigen QdS-Geschichte; Wir bestiegen eine Fähre um damit die Sitter zu überqueren. Gemäss Google ist die Sitterfähre in der Gertau die einzige übrig gebliebene Fähre im Kanton Thurgau und stammt aus der Pilgerzeit.

Die Wanderung führte weiter durch sehr schönes Kulturland mit vielen älteren Bauernhöfen und Siedlungen. Unterwegs hatten wir noch Gelegenheit mit einer Bauernfamilie über ihre Anbau-Schwerpunkte zu sprechen. Die Bäuerin erklärte uns, dass bei ihnen zu einem schönen Teil Holunder angebaut würde. Die Ernte wird an die Firma Riccola für die Herstellung der Kräuterbonbons verschickt (Klick: wer hät’s erfunde)

IMG_6953Kurze Zeit später gelangten wir zum Schloss Hagenwil, einem Wasserschloss aus dem 13. Jahrhundert. Dann die Überraschung des Tages, plötzlich gesellte sich Erika Lüscher (die Frau vom Kuba-Hans) zu uns und lud uns zu einem mitgebrachten Apéro ein. Der Hintergrund war, dass Erika und Hans sich im Restaurant dieses Schlosses vor 45 Jahren verlobt hatten. In eben diesem feinen Restaurant konnten wir dann auch unser exquisites Mittagessen geniessen.    

 

Ein nettes MädchenNach dem Mittagessen reduzierte sich die Wandergruppe um eine Lady. Annelies hatte noch einen wichtigeren Termin oder vielleicht auch die Wetterlage richtig vorausgesehen. Gerade als wir das Restaurant verliessen gab die Sonne ein fünf minütiges Gastspiel aber dann wurde es wirklich dunkel und wir konnten endlich die mitgebrachten Regenkleider montieren.  Die Strecke führte weiter durch schönes Landwirtschaftsgebiet mit dunkel grünen Wiesen und zum teil blühenden Bäumen. Da wir keine nassen Sch..-Wiesen durchqueren mussten, war alles halb so schlimm und in Kradolf konnten wir bei einem Kafe Lutz und einer "Prise" den Tag nochmals Revue passieren lassen. 

Es war einmal mehr eine tolle und abwechslungsreiche Etappe nur schade, dass die „Bluescht“ wegen des anhaltend kalten Wetter‘s noch nicht so weit fortgeschritten war. Wir sind also ca. 21 Kilometer gewandert nicht 5.16 und haben viel gesehen und dazu gelernt. Danke Fredi, Du hast die Planung der Routen wirklich optimal im Griff.    

Fotos Werner Eichenberger, Hans Hinnen

Karte Hauptwil - Kradolf

 

 


Tagesbericht von Klaus Kreienbühl vom 3.5.16: Chancy - Russin

 Es sollte für die 11 unentwegten und den Hund Dino ein Tag mit etlichen Überraschungen werden. Zwar war es für eine Wanderung im westlichsten Kanton des Landes nicht verwunderlich, dass bereits um 06.05 Uhr der Zug in Birmensdorf zu besteigen war, aber verdammt früh war das alleweil!

Doch der Geruch von verbranntem Gummi auf der Rolltreppe zu Gleis 31 in Zürich war dann schon weniger normal und sollte Folgen haben: „Passagiere nach Bern bitte aussteigen und den Zug auf Gleis 15 benützen“, ertönte da eine Durchsage im Wagen, denn die Lokomotive am Schluss des Zuges sei futsch. Als wir dann bald alleine im Wagen waren, schliesslich wollten wir ja nach Genf und nicht nach Bern, wurden auch wir zu Fuss weitergeschickt und verliessen den Bahnhof Zürich eine halbe Stunde verspätet auf oberirdischem Geleise.

Erstaunlicherweise wunderten sich die 9 Männer und Anneliese im Zug nicht, dass Monika‘s Handy andauernd Lebenszeichen in Form von WhatsApps, SMS, E-mails oder gar Telefonanrufen von sich gab, und auch in Genf blieben alle gelassen und liessen es mit einigen träfen Sprüchen auf sich beruhen, als Fredi eine Station zu früh das Tram verliess und wir den Tramschienen entlang zur nächsten Haltestelle schlurften, bloss um festzustellen, dass der Bus nach Chancy soeben abgefahren war. Schliesslich ermöglichte dieser Umstand einen Halt im nächsten Café ...! So friedlich, wenn nicht fast langweilig ist diese Truppe!

Ja, selbst die unnötige Zusatzschlaufe nach Frankreich (und zurück!) kurz vor dem westlichsten Punkt der Schweiz gipfelte nur in der Aussage, das GPS des heute fehlenden Werni sei halt jeweils doch kein Mist gewesen.

Erst als Fredi zuerst 2 Flaschen Villette aus dem Rucksack zauberte, wir alle auf den völlig unspektakulär dastehenden westlichsten Grenzstein anstossen durften und darauf Monika grosszügig jedem 1-2 (!) Nusstängeli offerierte, trat Anneliese aus der Reserve und fragte, ob sie eigentlich heute Geburtstag habe. Da streifte die Gruppe endlich ihre vornehme Zurückhaltung ab, steigerte sich in einen emotionalen Rausch und verküsste das Geburtstagskind frenetisch.

Bald einmal verliessen wir die bisher so lauschigen Waldweglein und trotteten - kurz von leichtem Regen begleitet - über die erstaunlich weite Ebene westlich von Genf. Den unplanmässigen Abstecher nach Avussy feierten wir dann in Avully mit geburtstäglicher Tranksame in einer Pinte.

Letzte Überraschung war, dass Fredi einwilligte, aus Anlass der verschiedenen erlittenen Verspätungen und Umwege die Wanderung in La Plaine zu beenden und von dort nach Nyon zu reisen.

Fast schon selbstverständlich war schliesslich, dass sich das „Hôtel du 16ième siècle“ als gastrononomischer Volltreffer zu äusserst fairem Preis erwies, war es doch von Fredi, unserem verdienten Reiseplaner ausgesucht worden.

Fotos Föns Friedrich

Karte Chancy - Russin


Tagesbericht von Klaus Kreienbühl vom 4.5.16: Nyon - Rolle

„Chnütsch“-blauer Himmel und kräftige Bise waren das Markenzeichen dieses mit 23 km Länge doch ansehnlichen Wandertages. 

Er begann mit dem Genuss der prächtigen Aussicht auf den Genfersee vom Schloss Nyon aus, einer kurzen Busfahrt nach Prangins, einem Abstecher zum dortigen Schloss und einem längeren Warten auf Heinz, der suchend gen See irrte, da er im Hotel-WC den Druckpunkt verpasst hatte.

Herrlich danach die Zickzackwanderung durch den Golfplatz, wo wir ob des selbstfahrenden Caddys eines reichen Golfspielers in Staunen ausbrachen, und entzückend die lauschig schattigen Weglein entlang der stramm militärisch ausgerichteten Betonblöcke der im 2. Weltkrieg errichteten Panzersperre der Verteidigungslinie Promenthouse, die sich über 10 km vom Genfersee entlang des Baches La Serine bis hinauf zum Dorf Bassins erstreckt.

Von einigen kaum bemerkt kamen wir auch an der „Villa Rose“ vorbei, einem als Haus mit aufgemalten Fenstern mit Vorhängen geschickt getarnten Bunker, der heute als kleines Museum die damalige Festungslinie veranschaulicht.

Nicht ganz einfach war es, nach zwei Wanderstunden endlich einen Znüniplatz zu finden, der gleichzeitig besonnt und im Windschatten war. Das war allerdings so kurz vor Mittag, dass im schön gelegenen Restaurant in Bergnins keine Lust auf das Tagesmenu ausbrach und es nebst Getränk nur zu einem einzigen, einsamen Eiscafé reichte.

Darauf begann als ein weiterer Höhepunkt des Tages die aussichtsreiche und nur durch die nicht enden wollenden Asphalt- und Betonstrassen und die kräftige Bise leicht gedämpfte herrliche Wanderung durch die Rebberge der Weindörfer Luins, Vinzel und Tartegnin, um nur die bekannteren zu nennen. Dabei wurde die Sicht auf die Schneeberge jenseits des Genfersees immer klarer, sodass wir uns kaum satt sehen konnten. Unterwegs zeigten uns einige Angestellte der Weinbauern auch noch, welche Triebe sie bei den Weinstöcken zur Qualitätsvebesserung der Weine auszubrechen hatten.

Würdiger Abschluss der Wanderung war dann die Tatsache, dass sich die holländische Wirtin im Restaurant du Chemin-de-Fer trotz des fehlenden Koches in der Küche - von Hans angestachelt - zum Schneiden dreier Käse- und Trockenfleischplatten hinreissen liess, allerdings erst nachdem sie den „Braten“ eines guten Geschäftes gerochen hatte. Die Runde von gekonnt gemachtem Kafi Lutz verriet dann, dass die anfänglich etwas widerborstig wirkende Wirtin ihr Kaffehandwerk in luzernischen Landen gelernt hatte.

So endeten schliesslich nach längerer Zugfahrt via Neuchâtel-Biel zwei wunderschöne und von Fredi bestens vorbereitete Tage in der Romandie.

Fotos Föns Friedrich

Karte Nyon - Rolle


Wanderung durch die Rheinschlucht

Tagesbericht von Roman:Bieri

Zunächst eine Vorbemerkung: Mein morgendlicher Spurt zum Bahnhof, um ja nicht den Zug um 6.35 Uhr zu verpassen, hat sich, so kann ich nach dieser schönen Wanderung behaupten, mehr als gelohnt!

Fredis Wandergruppe hat sich heute, bei kühlem, aber sonnigem Wetter eine Wanderung durch die imposante Rheinschlucht vorgenommen. Die Vorfreude auf das einzigartige Naturschauspiel dieser wilden Ruinaulta (Rheinschlucht) mit ihren schroffen Felswänden und dem tobenden Fluss war gross.

Die Hinreise, wie im übrigen die Organisation des ganzen Tages, hatte hervorragend geklappt. Ein herzliches Dankeschön unserem Reiseleiter!

Zunächst mal ohne die übliche Kaffeepause ging’s von Flims-Waldhaus in Richtung Caumasee. Es hiess sich warm anziehen. Auf rund 1100 m ü. M. waren die Temperaturen vormittags noch recht tief.

Der Caumasee, gepriesen als einer der schönsten Bergseen, auf drei Seiten von Wald umgeben, mit auffallend türkisgrünem Wasser, war wahrlich eine Augenweide. Trotzdem wurde von Kennern kritisch festgestellt, dass der Wasserstand sehr tief sei, was sich optisch wirklich nicht positiv auswirkt. Der Grund ist folgender:

Seit 2003 ist beim Caumasee ein auffällig tiefer Wasserspiegel zu beobachten: Beim Bau der unterirdischen Umfahrung von Flims wurde eine grosse Karströhre angeschnitten, sodass dem Karstsystem Wasser entzogen wird. Deshalb hat auch der Caumasee weniger Wasser zur Verfügung.

Alsbald erreichten wir, wie so sehnlichst erhofft, die Gaststätte Conn, wo wir uns mit Kaffee und einer feinen Nusstorte stärkten.

Inzwischen konnten auch die Sonnenbrillen aufgesetzt werden. Insbesondere diejenige von Annelis fiel auf, wird dieses Modell doch vor allem in Mafiakreisen getragen!  

Wir setzten die Wanderung fort und gelangten schon bald zur Aussichtsplattform “il Spir“. Hier zeigte sich die ganz Pracht der Ruinaulta. Sie ist eine bis zu 400 Meter tiefe und rund 13 Kilometer lange Schlucht des Vorderrheins zwischen Ilanz und der Mündung des Hinterrheins bei Reichenau. Durch einen Bergsturz wurde das Vorderrheintal vor vielen tausend Jahren durch eine mehrere hundert Meter dicke Schuttmasse begraben. Im Laufe der Zeit schnitt sich der Fluss immer mehr in die Bergsturzmasse ein und so entstand die Schlucht mit ihren steilen Kalksteinklippen und imposanten Felsformationen, die sich auf dieser Plattform sehr gut präsentierte.

Es erfolgte dann der Abstieg zum Rhein, übrigens ein sehr gut ausgebauter Wanderweg mit vielen Informationstafeln. Nun ging es dem Fluss entlang bis zu unserm Ziel.. Unterschiedliche Felsformationen regten unsere Fantasie an:  Stellt diese Felsspitze nun eher ein Zeigfinger  oder eine andere Extremität dar? 😕 

Die Turmuhr vom nahen Castrisch, übrigens die Patengemeinde der reformierten Kirchgemeinde Birmensdorf, schlug in der Zwischenzeit zur ersten nachmittäglichen Stunde und noch kein Mittagshalt wurde angekündigt. Aus dem hinteren Teil der Wanderkolonne erhob sich laut Werners Stimme und diese ermahnte, doch endlich eine Mittagsrast einzuschalten. Dem wurde unverzüglich Folge geleistet. Es galt sich etwas zu erholen, um den zweiten Teil der Wanderung noch bewältigen zu können.

Nach 5 Stunden 8 Minuten und einer Stecke von 21 km erreichten wir am späteren Nachmittag unser Ziel Ilanz, übrigens die erste Stadt am Rhein.

Dieses einmalige Erlebnis wurde bei einem kühlen Bier in Ilanz noch „abgesegnet“. Zufrieden, aber doch sichtlich müde, brachten uns die RhB und die SBB wieder in die heimatlichen Gefilde zurück. Fazit: Die Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt!

Fotos Werner Eichenberger, Hans Hinnen

Karte Flims-Ilanz (klick)

 


Wanderung: Waldenburg - Bretzwil

Tagesbericht von Franz Brunner

Heute, 7. Juni 2016, beförderte uns der Zug über Zürich nach Liestal. Wir waren 10 Wandersleut inklusive einer Dame. Während der Fahrt bemerkte Fredi, dass Klaus fehle, er habe ihn doch am Abend noch im Restaurant gesehen (die einen musizieren, die anderen turnen bis zur späten Stund!). Darauf klingelte sein Handy. Klaus meldete sich, er sei verschlafen, aber mit dem Auto bereits unterwegs nach Waldenburg. In Liestal benutzten wir das Waldenburgerbähnli eben nach Waldenburg. Die Eröffnung dieser Bahn erfolgte am 1. November 1880. Die Spurbreite wurde auf 75 Zentimeter festgelegt; das ist das absolute Minimum, in der Schweiz sonst nirgends verwendet. Unterdessen traf Klaus mit Hund Dino ein. Klaus entschuldigte sich und überlegte, wie er spät abends seinen komplizierten Wecker eingestellt haben muss, so dass dieser eben zur vorgesehenen Zeit einfach ruhte. Klaus fällt schon langsam auf, suchte er doch bei der letzten Wanderung bei der Mittagsrast in der Rheinschlucht krampfhaft seine beiden Servelats im Rucksack, welche Monika anscheinend nicht eingepackt hatte. Gleichzeitig schnappte sich Dino hinterrücks von Hans eine Wurst, welche er schelmisch verzehrte. Hans nahm es gelassen, da er letztes Jahr mit seinem Hund eine ähnliche Episode erlebte.

Nach einem Kaffee und etwas dazu schlenderten wir um 9h durch das 1244 erstmals urkundlich erwähnte Städtchen Waldenburg. 1833 wurde Waldenburg Bezirkshauptort im neu gegründeten Kanton Basel-Landschaft. Nun wanderten wir einen steilen bewaldeten Gratweg hinauf. Es war schon schwül. Bei einem Känzeli genossen wir nochmals einen Blick hinunter  auf Waldenburg. Weiter marschierten wir über die Richtiflue, Waldweid und Hinderi Egg auf 1169 M ü.M (der höchsten Erhebung des Kantons Baselland) nach Wasserfallen. Immer wieder bestaunten wir nebst den wunderschönen Blumenwiesen mit dem vorwiegend gelben Klappertopf die herrliche Aussicht über die verschiedenen Hügelzüge. Ebenso bewunderten wir die vielen grossen Buchen-, Bergahorn- und Lindenbäume mit ihren mächtigen Stämmen. Die Stimmung am Himmel war fantastisch; schwere dunkle Wolkenbänke, dazwischen helle Wolkentürme und wie ein Vorhang regnete es in weiter Ferne. Auch bei uns setzte der Regen ein, aber wir hatten das Glück, dass wir beim geschlossenen Restaurant Vogelberg im trockenen unser Picknick einnehmen konnten. Wir hatten soeben eine Schulklasse abgelöst, welche weiter zog. Der Regen setzte nun ziemlich stark ein und es war gewaltig, wie es ringsum donnerte. Blitze sahen wir sehr wenige. Trotz des Regens mussten auch wir aufbrechen.  Nebst dem dunkel-blauen Akelei, dem bald blühenden gelben Enzian entdeckten wir ein ganz selten vorkommendes weiss blühendes Waldvögelein, welches Klaus motivierte, das passende Lied zu singen. Üeber den Grauboden, Ulmethöchi wanderten wir in Richtung Stierenberg, von wo es teilweise steil, auf glitschigen Kalksteinen und aufgeweichten Boden hinunter nach Bretzwil ging. Da wir sehr früh am Ziel waren und das Postauto knapp verpassten, konnten wir in aller Ruhe ins nahgelegene Restaurant einkehren.

Gut erholt und zur rechten Zeit am richtigen Ort bestiegen wir das Postauto, welches uns nach Liestal zurückbrachte, wo wir es uns nicht nehmen liessen, durch das alte Städtchen zu schlendern. Obwohl vermutlich einiges älter, wurde Liestal erstmals 1189 urkundlich erwähnt. Danach führte uns der Zug nach Hause zurück. Es war wieder einmal mehr eine wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderung durch ein Gebiet, welches wir nicht kannten. Auch das Wetter hatte Fredi seht gut organisiert. Die gewaltigen Gewitter zogen um uns herum. Am Ziel zeigten nur die schmutzigen Schuhe und Hosenstösse die Spuren unseres Wanderweges. Fredi, besten Dank für die eindrückliche Wanderung im hügeligen Baselbieter Jura.

Fotos Werner Eichenberger (klick)

Karte Waldenburg - Bretzwil

 


Tagesbericht 14. Juni: Walenstadtberg - Quinten

IMG_1769Die zehnte Etappe führte uns an den früher wegen den Staus berüchtigten Wallensee. Nach der kurzen Zugfahrt nach Wallenstadt, fuhr uns ein Bus auf einer engen Strasse hinauf zum Alpenblick  auf dem Wallenstadtberg (ca. 900 MüM).

 

Acht Wanderer, eine Wanderin und ein Hund hatten sich trotz der ungünstigen Wettervorhersage auf die Socken gemacht. Erfreulicherweise war das Wetter dann um Einiges besser als erwartet, es regnete nur ganz kurz,  aber der Nebel  behinderte leider teilweise die Sicht auf den Wallensee resp. auf die Churfirsten.

Es ging resp. wir gingen zwei Stunden bergauf  (600 Höhenmeter)  und wieder zwei Stunden bergab (1100 Höhenmeter). Somit konnten wir in der Praxis beweisen, dass man bergab etwa doppelt so schnell vorankommt wie bergauf 💡 . Nicht endgültig beantworten lässt sich die Frage, ob der Muskelkater in den Oberschenkeln vom bergab oder bergauf laufen kommt.

Ich glaube so richtig sauer war niemand, als wir dann nach gut fünf Stunden Quinten erreichten und uns im Seehus mit Wein bzw. Süssigkeiten verpflegen konnten.  

Die Heimreise begann mit dem Kursschiff via Mühlehorn und Betlis nach Weesen. Dann mit dem Bus nach Ziegelbrücke und von dort zurück in heimatliche Gefilde. Es war sicher nicht die spektakulärste Etappe, aber wir waren jedenfalls an der frischen Luft   😉 . 

Karte: Walenstadtberg - Quinten

Fotos: Hans Hinnen

 

 


Tagesbericht 28. Juni: Grindelwald (Bussalp – Bort)

Eigentlich gibt es über diese Wanderung nicht viel zu schreiben, die Fotos sprechen für sich.

[caption id="attachment_2568" align="alignleft" width="300"]Berner Alpen 28.6.16 Berner Alpen 28.6.16 (Bild anklicken)[/caption]

 

 

 

 

Wie gehabt mussten wir wieder einmal Mitten in der Nacht aufstehen um den Zug um 7.12h in Zürich nicht zu verpassen.  Nach etwas über drei Stunden und drei Mal umsteigen hatten wir dann Grindelwald den Ausgangspunkt für unseren Wandertag erreicht.  

Ein Bus brachte uns vom Dorf hinauf zum Restaurant Bussalp auf 1800 MüM. Somit brachten wir die fast 800 Höhenmeter locker hinter uns und freuten uns auf Kaffe und Gipfeli. Wir hatten aber die Rechnung ohne den Wirt resp. unseren Reiseleiter gemacht, er kannte kein Erbarmen und vertröstete uns betreffend Wirtschaft auf den Abend.

Während den nächsten zwei Stunden ging es ziemlich happig bergauf. Ein Znünihalt auf einer Felskante und dann weiter bis zur Abzweigung die zum „Reeti“ (Rötihorn) führte. Dort auf 2400 MüM war dann die verdiente Mittagsgast angesagt. Während der gesamten Wanderung hatten wir das Panorama mit den Berner Alpen im Blickfeld und unter uns konnten wir die Alpenflora, die in voller Blüte war, bewundern. Nach dem Mittagessen war dann der Abstecher aufs „Reeti“ angesagt. Leider mussten wir die Übung aber abbrechen, da uns nur schwer zu überwindende Schneefelder den Weg versperrten.

So hiess es halt „von nun an gings bergab“. In der Ferne konnten wir in den Felsen Gemsen bewundern, unter uns lag der noch mit viel Eis bedeckte Bachalpsee, im Hintergrund die mit ewigem Eis bedeckten, majestätischen Berner Alpen. Der Weg führte uns dann durch eine Moorlandschaft mit Feuchtgebieten (analog Greina),  durch welche sich der Mühlebach schlängelt. entlang der ganzen Strecke eine Blumenpracht mit Anemonen, Enzian, Primel, Salmonellen etc.

Ein kurzer Boxenstop im Restaurant Waldspitz und dann den Blumenweg hinunter zur Seilbahnstation „Bort“ (1570 MüM). Von da brachte uns die Gondelbahn in wenigen Minuten hinunter nach Grindelwald. Fredi besten Dank, einmal mehr ein absoluter Supertag den wir in Grindelwald bei einem Coupé ausklingen liessen.   

Ps. Natürlich weiss ich, dass die oben erwähnten Blumen Soldanellen und nicht Salmonellen heissen 😉 Übrigens haben wir mit etwas Schadenfreude zur Kentniss genommen, dass unser Reiseleiter nach der Wallensee-Wanderung auch einen gehörigen Muskelkater hatte.   

Karte Grindelwald Bussalp-Bort

Fotos: Föns / Hane

 


13. Juli: Rund um den Göscheneralpsee (Roman Bieri)

Auf dieser zweitägigen Wanderung im Rahmen des diesjährigen Programmes „Wanderungen durch die Kantone“ ist unser Augenmerk auf die Kantone Uri und Tessin gerichtet.

Am Mittwoch, den 13. Juni, nimmt uns unser Reiseleiter Fredi mit in den Kanton Uri und zwar auf die Göscheneralp. Der Wettergott meint es heute wie morgen nicht so gut mit uns. Dennoch, die 14 Teilnehmer, ohne Teilnehmerinnen, gut gelaunt und voller Erwartungen, stehen nach mehrfachem Umsteigen und ohne langem Warten – dank Fredis guter Vorbereitung -  schon bald in Göschenen beim Bahnhofgebäude.

Eine Bemerkung betreffend Göschenen sei erlaubt: Das etwas in die Jahre gekommene, aber doch majestätisch anmutende  Bahnhofgebäude wirkt etwas verlassen: Keine grosse Geschäftigkeit und zusätzlich das geschlossene Restaurant lassen etwas Melancholisches und vielleicht auch Nostalgisches aufkommen. Und zu diesen Gedanken der Tristesse, passt wohl gut das Lied von Mani Matter «wo dr Zug geng scho abgfahren isch oder no nid isch cho... »

Bald werden wir aber von dieser poetischen Gedankenwelt wieder in die Gegenwart gerissen: Unser aufgestellter und äusserst kommunikativer Busschauffeur bringt uns in einer halben Stunde auf die Göscheneralp. Unter anderem erzählt er, dass etwa zehn Minuten von der Strasse entfernt, an einem Steilhang die mächtigste Fichte der Schweiz stehe.Weitere Touristikinfos besagen, dass der Umfang 5,88 m, der Brusthöhen-Durchmesser 1,87 m, die Höhe 41 m und das Volumen 29 m3 betrage und das Alter auf 350 Jahre geschätzt werde. Wahrlich eine standhafter Urnerin!

Nach dem nicht immer obligaten aber allseits gewünschten Morgenkaffee im Berggasthaus Göscheneralp (1782 m ü. M.), heisst es nun die Säcke ergreifen und los geht’s um den Göscheneralpsee, ein Stausee, der noch eine relativ junge Geschichte hat. Fertiggestellt wurde der Staudamm erst im Jahre 1960. Die Wohnhäuser und die Kirche wurden überflutet und die Bewohner siedelten sich etwas weiter unten im Tal, im Weiler Gwüest an und bauten dort die Gebäude teilweise wieder auf.

Dem Rat des Busschauffeurs folgend, nehmen wir den Weg links herum. Die Sicht ist  alles andere als prächtig, Nebel verhangen, Sichtdistanz max. 50 m, aber alle voller Tatendrang!

Nach ca. einer halben Stunde Marsch treffen wir das Hüttenwartpaar der Dammahütte, das  ihre Tochter abholen will. Sofort macht die nette Wirtin kehrt, wie sie vernimmt, dass die Dammahütte unser Ziel sei und wie wir dann auf der Hütte ankommen, ist schon alles bereit. Fein hat’s geschmeckt, die Suppe und der  Rauchschüblig! Merci!

Dieser Zusatz, d.h. der Aufstieg zur Dammahütte ( 2439 m. ü. M.) mit einem Höhenunterschied von 460 m und das gemacht in einer knappen Stunde, eine schöne Leistung!

Eine kleinere Gruppe  unserer Teilnehmer hat sich mit dem Seerundweg begnügt. Sie durften dann etwas länger im Berggasthaus verweilen und haben sich  offensichtlich in (feucht-)fröhlicher Art sehr gut unterhalten.

Nach bald 5stündiger Wanderzeit, unmittelbar über dem Gasthaus präsentiert sich übrigens  eine faszinierenden Landschaft mit geschliffenen Felsen, Schmelzwassertümpeln und Moränen, eine Augenweide!

Nach kurzem Retablieren im Gasthaus ging’s dann mit Bus (Chauffeur erstaunlich schweigsam!) und Zug und in Airolo wiederum im Kleinbus in die Osteria Altanca der Fam. Mottini, oberhalb Piotta.

Ein kräftiges und typisches Tessiner-Abendessen (Polenta mit Hirsch) rundete den erlebnisreichen Tag ab. Wohlgenährt, den Durst reichlich gelöscht und all die vielen Anekdoten und  Geschichten mehrfach wiedergegeben, ob wahr oder nicht, ging’s dann um die 11. Abendstunde in die Gemächer. Und der wohlverdiente Schlaf stellte sich mindestens bei der Mehrzahl der Teilnehmer bald ein.

Fotos Werni, Hane, Föns

Karte Göschener Alp mit Dammahütte (klick)

14. Juli: Rund um den Ritomsee (Hane)

Der Schlaf stellte sich in den drei Zweier-Zimmern und dem Massenlager früher oder auch später tatsächlich ein. Die Betten waren ganz okay, nur die Höhe der Unterkunft war nicht für durchschnittlich gebaute Europäer, sondern für extrem klein gewachsene Liliputaner gedacht (3x den Kopf angeschlagen).

Bereits um halb sieben war dann schon wieder ein Riesen-Geplapper, obwohl das Wetter kein Deut besser als am Vortag war. Nach einem ergiebigen Frühstück brachte uns die „Funiculare Ritom“, übrigens mit 87.8% Steigung die steilste Standseilbahn der Welt,  in wenigen Minuten nach Piora in die Nähe des Stausees (ca. 1800 MüM). Dort teilte sich die Gruppe in zwei Teams auf. Die Mehrheit der „feucht-fröhlichen“ Gesellen vom Vortag hatte sich für die Tour ohne Bergpreis entschieden.  Der Reiseleiter und der Grossteil der Gruppe nahmen den Aufstieg auf den „Föisc“ (2208 MüM) in Angriff.  Von dort hatte man eine fantastische Aussicht auf den Ritom- sowie einige andere kleinere Seen.

Nach einem kurzen Zwischenhalt ging die Wanderung weiter über den Passo del Camoghe. Das war nicht allen Teilnehmern geheuer, musste  doch bei einzelnen Passagen zur Sicherheit das Fix-Seil zu Hilfe genommen werden. Danach wieder locker auf einem ganz passablem Weg, bis unser Tourenchef die Idee hatte über nasse Sch..-Wiesen einen spektakulären Aussichtspunkt anzupeilen. Von dort zurück auf „den rechten Weg“ und weiter zum „Lago di Tom“ wo wir mit den Flachetappen-Kollegen verabredet waren.  Wir trafen auf ein grosses Bauernhaus und auf einen Hinweis, dass die Gruppe „Guezli“ bereits das Weite gesucht hätte. Wegen der Kälte hatten wir uns in der Scheune gemütlich eingerichtet. Der Bauer hatte nicht eigentlich Freude an unserem „Einbruch“,  er hat darum etwas gemotzt, dann aber doch Gnade vor Recht ergehen lassen. .  

Nach einer kurzen Rast ging es weiter nach „Cadagno di Fuori“ einem gemütlichen Beizlein und wär hätte das gedacht, haben wir dort doch tatsächlich unsere Flachetappen-Kollegen wieder getroffen. Nach einem kurzen Imbiss war dann noch die letzte Teilstrecke der Etappe angesagt. Aber auch da herrschte wieder Uneinigkeit, die Einten wollten einen kleinen Umweg zu einer Alp machen , während die Anderen direkt zum See abstiegen. Etwa eineinhalb Stunden später trafen wir uns bei der Staumauer wieder und nahmen gemeinsam den Abstieg zurück nach Altanca unter die Füsse.

Auf der Terrasse der Osteria in der wir übernachtet hatten konnten wir die zwei Tage nochmals Revue passieren lassen. Einige taten dies mit Zigarren die Hans von Kuba mitgebracht hatte, andere wiederum konsumierten Tabak in Form einer „Pris“. Jedenfalls haben wir wieder zwei schöne und abwechslungsreiche Tage erlebt: Schlichtweg fantastisch war die Alpenflora (Klick: Bilder von Jörg), das Wetter bot Alles was irgendwie denkbar ist, Sonne, Wolken, Nebel, Regen, Schnee und nasse Füsse. Die Aussicht auf die Berge und die diversen Seen war okay und kulinarisch kamen wir auch nicht zu kurz.

Fotos Werni, Hane, Föns

Karte Ritomsee (klick)


26. Juli: Fronalp - Schilt - Aeugstenalp (Tagesbericht: Hane)

Die Fahrt in den Ziegerschlitz war uns von unseren  Nord-Süd-Etappen im 2014 noch bestens präsent (uns war auch noch bewusst, dass es in der ganzen Schweiz strahlend schön sein kann, ausser eben im Glarnerland). 

Um halb sieben war Abfahrt in Birmensdorf und kurz nach acht Uhr waren wir bereits in Mollis. Das Wetter war für einmal grandios, blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Trotzdem waren wir diesmal mit acht Teilnehmern/innen eine recht kleine Gruppe. Die Gründe für die verschiedenen Absagen waren recht vielfältig, sehr originell war sicher die Nachricht eines regelmässigen Teilnehmers, dass  er an diesem wunderschönen Tag seinen Töff reinigen müsse.   

In Mollis bestiegen wir einen Kleinbus der uns auf die Fronalp (1389 MüM) brachte.  Leider war das Naturfreundehaus geschlossen und wir machten uns daher an den Aufstieg. Auf einem zur Abwechslung wirklich angenehmen Weg ging es sofort happig bergauf und nach ca. zweieinhalb Stunden erreichten wir  das erste Etappenziel den Schilt (2299 MüM). Leider machte uns der plötzlich aufgetretene Nebel einen Strich durch die Rechnung und wir mussten uns die Aussicht einfach denken. Nach einer kurzen Mittagsrast war dann das etwa 15 Minuten entfernte Trittli (2286 MüM) das nächste Ziel. Wir hatten noch gröbere Diskussion, welcher der zwei erwähnten Gipfel höher sei. Optisch gesehen war es ganz klar das Trittli, die Wanderkarte und auch das „Wasserwage-App“ von Hans Lüscher bewiesen aber, dass wir unseren Augen nicht immer trauen können.

Nach der Mittagspause führte uns der Weg auf dem Grat zum Schwarzstöckli  mit 2385 MüM dem höchsten Punkt der Etappe. Dass uns plötzlich einige Steinböcke den Weg versperrten war ein absoluter Höhepunkt des Tages. Wir verbrachten längere Zeit damit, diesen mächtigen Tieren zu zuschauen. Sogar die Person die ständig am „simsen“ war nutzte das Telefon plötzlich zum Fotografieren.  Vom Schwarzstöckli aus konnten wir dann eine weitere Herde mit etwas 30 Steinböcken (Geissen) beobachten. Fredi unser bewährter Reiseleiter klärte uns auf, dass die weiblichen Steinböcke Geissen seien und  nur während der Brunstzeit (Dezember/Januar) gemeinsame Sache mit den Böcken machen und sonst getrennte Wege gehen.      

Jemand bemerkte dann:  „Der Nebel ist eigentlich verkraftbar, hauptsächlich es regnet für einmal nicht“. Keine Minute später brach dann ein Riesen-Gewitter los, es reichte kaum mehr um die Regenkleidung  anzuziehen. Wir haben natürlich auch die fünfzehnminütige Dusche überstanden, die Einten mit stoischer Ruhe, andere (da gehöre ich dazu) eher mit Fluchen. Okay es blieben ja nur noch 1100 Höhenmeter  die wir hinter uns bringen mussten.   

Nach etwas mehr als einer Stunde wandern und rutschen erreichten wir dann die Äugstenhütte (sie liegt im Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbes «Tektonikarena Sardona») und die Welt war wieder in Ordnung. Eine schöne Terrasse, ein spezieller aber sehr sympathischer Hüttenwart und gute Verköstigung. Abzüge gab es eigentlich nur weil Hans die gewünschte „heissi Liebi“ nicht bestellen konnte.  Dann fünf Minuten zur Seilbahn und weitere 10 Minuten zum Bahnhof Ennenda und wir waren zurück in der Zivilisation.   

IMG_2504Der Schreiber hat verschiedentlich über die nassen Sch…-Wiesen geflucht. Die neuen Lowa-Schuhe sollen sicher stellen, dass er in Zukunft auch bei Regenwetter ohne nasse Socken zu kriegen, dabei sein kann 😉           

 

Karte: Mollis - Schilt - Ennenda

Fotos: Föns / Hane


15. Etappe Hochy. 7 Eggenweg 01812. August: Ybrig - Hochstuckli (Tagesbericht: Max Müller)   

Heute hatten wir die sieben Eggen - Wanderung mit einer Rumpfgruppe von sieben begeisterten Akteuren nachholen können. Gründe für die Verschiebung vom heiligen Dienstag auf den Freitag gab es mindestens drei: 1. die angesagten, ganztägigen Regenschauer für Dienstag, 2. die Bekanntgabe, dass bei schlechter Witterung der Sesselliftbetrieb im Hoch-Ybrig auch während den Sommerferien eingestellt wird, und 3. die Ankündigung, dass ein ausgedehntes Hoch ab Freitag im ganzen Alpenraum wirksam werde. Das alles hat Fredi veranlasst, allen Wanderfreunden in vielen Telefonaten den neuen Termin und seine Schlussfolgerungen darzulegen. Kurzfristige Terminverschiebungen haben es in sich, dass Absagen nicht ausbleiben. Die "sieben Aufrechten" begaben sich am (bedeckten) Freitag mit dem Zug nach Einsiedeln, mit dem Postauto nach Weglosen, mit der Luftseilbahn zum Hoch-Ybrig und von da an (bei feuchter Witterung) mit dem Sessellift bis zum Gratweg beim Restaurant Sternen. In den Vorstellungen der 7-Eggenwanderern wurde das Verlangen nach Kaffee immer deutlicher - so wurde der Drang nach "sofortigem Losziehen" zugunsten einer Kaffeepause erwogen. In Restaurant mussten wir aber feststellen, dass die üblichen Gipfeli oder sonstigen Alternativen (z.B. Nussgipfeln) fehlten. Zum verhangenen, nass-kaltem Wetter mussten wir auch auf den Startaufsteller verzichten.
Trotzdem nahmen wir unseren Weg unter die Füsse. Ein Blick über die Gratkante hätte uns die Aussicht auf das Muotatal ermöglicht - so hat es uns unser Wanderleiter versprochen. Wir sahen aber nur in weiss - graues Wolkengefüge hinein. Doch dann, für einen Augenblick schob sich der Nebel zur Seite wir durften für einen Moment die 1000 m tiefer unten liegende Häuser von Muotatal erblicken. Von nun an ging's mit dem Wetter bergauf und mit dem Weg hinab Richtung Spirstock. Da dieser sich aber im Nebel unsichtbar machte, haben wir "seine Umgehung" beschlossen. Im vorwiegend sumpfigen Gelände führte uns der Weg zur ersten Egg (Sternenegg). Gleichzeitig war das unser erster Stundenhalt mit erster Verpflegungsmöglichkeit unter einer gedeckten Sitzgelegenheit mit Blick Richtung Stoos, Klingen- und Fronalpstock. Durch schöne Bergwälder und Blumenweiden führte uns der weitere Weg zur Ibergeregg, Müsliegg zur Holzegg, wo sich der grosse Mythen präsentierte. Hier wollte sich Heinz zur Heimfahrt verabschieden, da, wegen seiner Kniebeschwerden, die ganze Tour nicht denkbar war. Fredi hat aber vorgeschlagen, dass wir im Restaurant Zwüschet - Mythen eine Mittagsrast einlegen würden und - das hat Heinz bewogen, nochmals 20 Min. Wegstrecke mitzukommen. Vor diesem erneuerten Haus wurden wir mit Speck, Salsiz und Käse bewirtet. Nach einer stündigen Rast brachen wir auf; Heinz auf dem Weg zum Brunni (Alpthal), wir östlich an den Mythen vorbei zur Haggenegg. Hier zeigte sich die Sonne von der freundlichen Seite und begleitete uns bis zu unserem Wegziel auf dem Mostelberg. Die letzte Egg (Mostelegg) hat uns vor die Entscheidung gestellt, ob wir die geplante Route mit wem Aussichtsweg beim Engelstock wählen möchten, oder den etwas kürzeren Weg über den Herrenboden mit der Möglichkeit zum nochmaligen Restaurantbesuch.

15. Etappe Hochy. 7 Eggenweg 044Da Hans hier die Möglichkeit zu einer "heisse Liebe" in Form eines Glaces als krönenden Abschluss der Wanderung versprochen wurde und zudem noch die Überquerung der Hängebrücke lockte, wurde der zuletzt beschriebene Weg eingeschlagen. Ein eindrücklicher Tag hat damit seinen Abschluss gefunden und wir sind Fredi zutiefst dankbar, dass er uns mit seiner gut durchdachten Organisation und immer wieder neuen Wanderwegen die damit verbundenen Erlebnisse zugänglich macht.   

 

 

 

 

Fotos Werner Eichenberger

Karte Hoch Ybrig - Mostelberg

 


August: Kanton Wallis: (Tagesbericht Hane)

Die 16. Etappe unserer diesjährigen Schweizer Reise führte in’s Wallis. In ca. vier Stunden erreichten wir mit Bahn, Postauto und Gondel die Belalp den Ausgangsort der Wanderung. Zehn Personen waren es in Zürich, in Spiez stiessen dann noch  Werni Eichenberger und Claudia eine Camper-Kollegin von Werni dazu. Die Wettervorhersage versprach viel Sonne, daher waren keine kurzfristigen Absagen zu verzeichnen, es musste auch niemand ein Motorrad reinigen.

Auf einem gut ausgebauten, flachen Weg war das Einlaufen zum Hotel Belalp ein moderater Einstieg in die Etappe. Das Hotel kündigt auf einem Schild an, dass es sich um die letzte Tankstelle vor der Hängebrücke handle und die wollten wir natürlich nicht auslassen.  Erwähnenswert waren da die Riesen-Nussgipfel, die eine gute Basis für die vor uns liegenden Strapazen lieferten.  Das Hotel hat übrigens eine über 150-Jährige Geschichte:  Gemäss Google: 1856 erfolgte der Spatenstich zum imposanten Gebäude der Belle Epoque. 1858 konnte das Berghotel in Betrieb genommen werden und empfing vor allem Gäste aus England – unter ihnen den irischen Alpinisten und Naturwissenschaftler John Tyndall (1820 bis 1893). 44 Sommer verbrachte John Tyndall hier.

massa hbDann waren ca. 500 Höhenmeter abwärts angesagt die es zu überwinden gab. Zuerst ein imposantes extrem steiles  Couloir und anschliessend ein abwechslungsreicher mit Geröll bedeckter Trampelpfad. Nach einer guten Stunde erreichten wir dann die im 2008 fertig gestellte 124 Meter lange und 50 Meter hohe Hängebrücke über die Massaschlucht: Gemäss Google: Die Brücke erleichtert die Querung der Schlucht erheblich und verkürzt die Wanderzeit von der Belalp auf die Riederalp um ca. drei Stunden.   

 

Dann ein kurzer Aufstieg zum idyllischen Grünsee, mit einem kurzen Zwischenhalt (explizit ohne Verpflegung).  Der anschliessende Aufstieg war ziemlich ruppig und darum bildeten sich dann auch zwei unabhängige Gruppen die getrennte Wege gingen.  Das schnellere Team erreichte nach gut eineinhalb Stunden die Villa Cassella auf der Riederfurka und kam dadurch endlich zum verdienten Mittagessen. Gemäss Google: Hinter der historischen Villa Cassel liegt eine bewegte, über hundertjährige Geschichte. Anfang des 20. Jahrhunderts als mondäne Sommerresidenz des reichen Engländers Sir Ernest Cassel erbaut und nach Cassels Tod über Jahrzehnte als Hotel geführt, beherbergt sie nun seit mehr als 35 Jahren das erste alpine Umweltbildungszentrum der Schweiz(verantwortlich ProNatura).      

Nach dem Mittagessen stand dann noch die Umrundung des Riederhorns auf dem Programm. Da wir den Einstieg in den entsprechenden Weg verpasst hatten, mussten wir noch über Büsche und Sträucher klettern aber wenigsten nicht über nasse Sch…-Wiesen rutschen. Eine gute Stunde später waren wir auf der Riederalp, wo wir im Restaurant Derby unsere restliche Kollegen wieder trafen. Danke Fredi, wieder ein toller Tag und endlich wieder einmal sonniges und schönes Wetter ohne Nebel.       

 

Karte Belalp - Riederalp

Fotos Hane


30. August: Wasserauen-Schäfler-Mesner Alp (Tagesbericht Hane)

Gute zweieinhalb Stunden dauerte die kurzweilige Fahrt via Gossau nach Wasserauen. Wir Fussball-, Tennis-  und Golf-Spieler in der Gruppe wissen nun was ein Eidgenosse ist und, dass ein Schwinger der den Schlussgang gewinnt nicht unbedingt Schwingerkönig wird. Weiter haben wir auch erfahren, dass das Schwingfest hauptsächlich von alten, fettleibigen, Stumpen rauchenden älteren Herren besucht wird   

IMG_7352Von Wasserauen aus beförderte uns eine Schwebebahn in wenigen Minuten auf die Ebenalp (1644 MüM). Von da ein kurzer Fussmarsch zum Wildkirchli und anschliessend zum Gasthaus Aescher. Gamäss Wiki: In den umliegenden Höhlen wurden Anfangs 20. Jahrhundert prähistorische Funde von Höhlenmenschen wie bearbeitete Steine, Werkzeuge und Knochen gefunden. Diese lassen sich in die Zeit von 50'000 bis 30'000 v. Chr. datieren und beweisen, dass Neandertaler bereits zu dieser Zeit im Alpstein-Gebirge anwesend waren. Neben diesen Funden entdeckte man auch Spuren von Höhlenbären, die in den Höhlen bereits ab 90'000 v. Chr. lebten.

17. Etappe Ebenalp 025Nach einem kurzen Kaffeehalt ging es, auf einem gut begehbaren Weg,  hinauf zum „Schäfler“. Eineinhalb Stunden später und 500 Meter höher konnten wir dann bereits zum zweiten Mal einkehren. Hans Lüscher hat, weil die so gut und berühmt sei, spontan eine Runde Rösti offeriert. Die Rösti war wirklich ausgezeichnet, leider lässt sich dies wieder einmal vom Wetter nicht behaupten. Die vereinzelten Nebelschwaden die uns bereits beim Aufstieg begleiteten, verwandelten sich bald in eine undurchsichtige weisse Wand. 

17. Etappe Ebenalp 033Die schlechte Sicht kam uns allerdings beim Abstieg entgegen , mussten doch einige schmale und gefährlich ausschauende Stellen überwunden werden. Der Spuk war dann aber schnell vorbei und wir konnten auf einem Weg der an eine Geröllhalde erinnerte, das nächste Ziel, das Berggasthaus Mesmer anvisieren. Das bedeutete natürlich bereits der dritte Wirtshausbesuch an einem Tag.

Anschliessend weitere 500 Höhenmeter bergab und wir waren am Seealpsee. Wie das dann halt so kommt, war da wieder ein Gasthaus und wir mussten wieder einkehren. Der Rest ist dann schnell erzählt, weitere dreihundert Höhenmeter bergab und wir waren zurück in Wasserauen, dem Ausgangspunkt der Wanderung.

17. Etappe Ebenalp 048Einmal mehr ein Kränzchen an Fredi für die Planung der total abwechslungsreiche Route mit vielen interessanten Punkten und ganz speziellen Gasthäusern. Wenn die Touren allerdings etwas mehr rauf statt runter gehen würden, wären wir am Abend weniger müde 😉      

 

Übrigens: Ein Appenzeller Lehrer frägt seine Schüler. "Kann mir jemand erklären, was obszön heisst?" Nach längerer Zeit meldet sich eine Schülerin und sagt: " de Herr Meier bi üs im Block häd e Vehältnis mit de Frau Müller näbe draa. D'Frau Meier wäässts, abe obs z'Söhn wüssid, da chani nöd säge."

Karte: Ebenalp - Wasserauen 

Fotos Hane, Werni


13. September: Niederrickenbach–Buochserhorn–Klewenalp (Tagesbericht Roman Bieri)

18-etappe-buochserhorn-056Strahlendes Wetter, herrliche Innerschweizer Berglandschaft, Fahrt mit dem Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee mit einer traumhaften Kulisse! Soweit die Erwartungen der 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Fredis Wandergruppe. Es sei vorweggenommen: Die Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt. Es war alles noch schöner, noch wunderbarer. Nur Superlative waren zu hören.

Auch die nette Monika aus Boswil möchten wir an dieser Stelle herzlich willkommen heissen. Sie begleitete uns das erste Mal. Es hat ihr, so hat man bald bemerkt, grossen Spass gemacht. Die Integration einer Aargauerin, wahrlich ein schwieriges Unterfangen, ist uns offenbar vollumfänglich gelungen! 

Der Andrang von wanderfreudigen Menschen ist gross, insbesondere auch von rüstigen Seniorinnen und Senioren, an der Talstation der Luftseilbahn Dallenwil – Niederrickenbach. Pumpenvoll war die Gondel, die uns schon vor neun Uhr auf das etwas verträumte Niederrickenbach (1200 m. ü. M.) brachte. Das Zentrum des Bergdorfs liegt rund um das Benediktinerinnen-Kloster Maria Opferung, das 1864 um die Wallfahrtskapelle zur Hl. Maria im Ahorn erbaut wurde. Heute leben noch rund 34 Menschen in Maria-Rickenbach, davon nach Aussagen einer Einheimischen, 10 Klosterfrauen.

Im etwas überdimensionierten Pilgerhaus Maria-Rickenbach gab es den obligaten Morgenkaffee inkl. warme Nussgipfel! Herrlich! Übrigens serviert von der freundlichen Dame, die uns schon mit ihrem Fahrrad in der Gondel aufgefallen ist.

18-etappe-buochserhorn-023Gestärkt nahmen wir nun den Aufstieg Richtung Buochserhorn (650 Höhenmeter) in Angriff. Die gute Temperatur, das moderate Tempo unseres Reiseleiters Fredi und die gute Stimmung erleichterte uns dieses Vorhaben. Nach einer guten Stunde läutete dann das ersehnte “Pausenglöggli“ und nicht gerade sofort aber alsbald wurde gerastet. Und schon bald wurde heftig diskutiert und berichtet. Unser Gärtnermeister beispielsweise rühmte seinen Auftraggeber Sepp Blatter über den grünen Klee und verteidigte mit markigen Worten die ganze FIFA –Gesellschaft  und eine andere Teilnehmerin wusste von einem gewissen Christoph Blocher zu erzählen, der bei ihr ebenfalls als guter Auftraggeber für Kunstbildtransporte auftritt. Interessante Einblicke! Doch schon bald ging’s wieder los in Richtung Buochserhorn (1806 m. ü.M.). Paradiesisch dieses Panorama: Berner Alpen wie z. B. Wetterhorn, Eiger etc., dann etwas näher Niederbauen, Oberbauen, Brisen, Mythen, Brienzer Rothorn u.v.a.m. Und selbstverständlich war der Vierwaldstättersee immer auch im Blickfeld. Das lässt Herz des Schreibenden, einem Luzerner, wahrlich höher schlagen und das alles bei diesem fantastischen Wetter! Ein Picknick auf dem Gipfel und insbesondere genügend zu trinken, war jetzt zwingend.

dsc01064Nun bald hiess es den Bleickigrat bezwingen, eine nach Fredis Aussagen etwas heikle, aber durchaus machbare Stelle. Und wirklich, es war keine grenzwertige Stelle aufgetaucht. Im Gegenteil, reizvoll war sie, diese Passage! Gut ausgewählt, Fredi!  Nach dieser Herausforderung freuten wir uns auf  das kühle Bier auf der Oberen Musenalp. Der Spruch im Flyer dieser Alpwirtschaft war treffend:

S’schenschtä Plätzli sunnähalb, isch dobä uf dä Musenalp.
Wotsch vom Alltagsstress verschnuifä, steyg is Bähnli und fahr uifä.
Rings umä Bärgä und Blick uf ä See, scheenär chaisch äs niänä gseh!

(Noch schöner war’s ohne Bähnli wie wir!)

Die letzte Wegstrecke war dann sehr angenehm und eher leicht einzustufen. Aber auch die Aussicht auf der Klewenalp war eine Augenweide. In Beckenried, direkt an den Gestaden des Sees, in einer gemütlichen Gartenbeiz,  durften wir dann nochmals unseren Durst löschen und uns gegenseitig auf die Schulter klopfen, doch etwas Einmaliges, ja Grossartiges, erlebt  zu haben.

Anschliessend nahmen wir  vorne auf dem unteren Deck (2. Klasse) des alten Vierwaldstättersee-Dampfschiffes Platz, das uns von Beckenried nach Luzern brachte.  Den Wandertag Nr. 18 liessen wir nun in wunderschöner, gar lauschiger Stimmung, etwas müde, aber durchaus zufrieden und bestrahlt von der warmen Abendsonne, ausklingen.

Karte: Niederrickenbach - Klewenalp (klick)

 

Fotos Werni, Föns


4. Oktober: Holzwegen/Romoos - Luthern (Tagesbericht Hane)

Am Morgen hatte ich noch gedacht, was in aller Welt schreiben wir über diesen Wandertag, war der  Nebel doch so kompakt, dass wir quasi von einer weissen Wand umgeben waren. Ich war aber offensichtlich auf dem Holzweg bzw. in Holzwegen wo uns das Postauto hinbrachte.

Sieben Wanderer eine Wanderin und drei Nachwuchs-Hoffnungen (Enkel von Hans Lüscher) nahmen den Aufstieg auf den Napf in Angriff (davon mit Monika und Roman zwei Natives/Eingeborene). Für die etwas über 300 Höhenmeter auf einem gut begehbaren Weg/Track benötigten wir ca. eineinhalb Stunden. Leider war das Hotel Napf (1407 MüM) aber auch im dichten Nebel und so mussten wir uns die Aussicht in die Berner Alpen leider denken. 

Panorama vom Napf, von heute  5.10.16/11:37h.

hotel-napf-9

Eine kurze Verpflegungspause gönnten wir uns trotzdem, insbesondere auch weil Hans der Daueroptimist immer betonte, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich der Nebel verzogen habe und Sonnenschutz angesagt sei. Hans hatte natürlich Recht, am Abend in Luthern war dann tatsächlich strahlender Sonnenschein. Vom Napf aus ging es in ca. anderthalb Stunden zum Nideränzi (geschlossenes Restaurant) und weiter auf einem kurzen aber sehr steilen Aufstieg zum Hochänzi. 

alp-hochaenziDiese nur im Sommer bewirtete Alp stellt Tische und Bänke zur Verfügung, die wir für unsere Mittagsrast benutzen konnten. Aus zwei Kühlschränken konnten zudem gegen Bezahlung diverse Snacks, Getränke, Glacés oder Käse entnommen werden. Die Aussicht hier war dann tatsächlich schon viel besser, hatte sich doch der Nebel in Hochnebel verwandelt.

Von dort führte uns die Strecke immer etwa auf der gleichen Höhe zur Oberscheidegg und weiter zur Katzerschwand. Eine recht angenehme Strecke aber mit einigen ziemlich giftigen Anstiegen.  Etwa fünf Mal kamen wir an einem Wegweiser mit der Aufschrift Luthern 1:45h vorbei, aber wir haben sie alle ignoriert. Kurz nach Katzerschwand dort wo nichts mehr von Luthern auf dem Wegweiser stand, sind wir dann abgebogen und haben den Abstieg (ca. 400 Höhenmeter) Richtung Luthern in Angriff genommen. Wie schon angetönt war das Wetter dann plötzlich super und wir konnten die letzte Stunde noch so richtig geniessen. 

Nach einem kleinen Dessert bzw. einem Gals Weisswein führte uns das Postauto nach Zell, von dort die SLB nach Wolhusen, die SLB nach Luzern, die SBB nach Zug und die S5 nach Hause.  Vier Mal umsteigen mit jeweils ca. fünf Minuten Anschlusszeit, eine Meisterleistung unseres ÖV.

Danke Fredy einmal mehr für die Organisation dieser Wanderung und super, dass Du schon an der Planung des nächsten Jahres bist  🙂 

Ps. Wir sind ja an verschiedene Orten  dem Begriff Änzi begegnet. Der Hintergrund dieses Namens ist offensichtlich nicht bekannt, im Ortsnamen-Verzeichnis findet sich folgender Eintrag: Enzi oder Enzen ist ein ziemlich allgemeiner Name daherum liegender Berge und Vertiefungen. Man unterscheidet z. B. den Bernerenzi, den Romoserenzi, den Willisauerenzi, das Enziloch, einen abscheulichen Abgrund unter dem Hengste (Schnider II 25f.);  

Wanderkarte Holzwegen-Napf-Luthern 

Fotos Hane


18. Oktober - Kanton Neuenburg: (Tagesbericht Hane)

Für die zweitägige Tour in den Jura hatten sich vier Frauen (neuer Rekord) und zehn Männer angemeldet. Dass vier Frauen dabei waren, war allerdings äusserst problematisch, musste man doch nach den Enthüllungen um Donald Trump und dem „Aufschrei“ in der Schweiz, jedes Wort auf die Goldwaage legen. Durfte man eine Wander-Kollegin überhaupt mit der Bemerkung, Du hast wunderschön geputzte Schuhe begrüssen oder war dies bereits sexistisch?

Spass bei Seite, die SBB und das Postauto brachten uns in weniger als drei Stunden nach Les Planchettes (1063 MüM), dem Ausgangspunkt des ersten Tages. Von dort führte ein relativ flacher Flurweg zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen ersten Blick auf den „Doubs“ resp. den Lac de Moron geniessen konnte. Dass wir dabei das Restaurant „Roche-de-Moron“ links liegen liessen war wirklich eine Schande, werden in diesem Lokal doch 13 verschiedene Fonduearten angeboten. Ca. eine Stunde spazierten wir auf einem Waldweg, immer in etwa auf der selben Höhe. Dreihundert Meter unter uns konnten wir den „Doubs“, der die Grenze zu Frankreich bildet, bewundern.

wasserfallDann ein kurzer steiler Abstieg hinunter zum Ufer des Flusses und zu einem spektakulären Wasserfall. Spektakulär war dann nur, dass der Wasserfall kein Wasserfall war, weil kein Wasser fiel. Einige hundert Meter später trafen wir auf eine Brücke die die Schweiz mit Frankreich verbindet und auf beiden Grenzseiten mit Restaurants besiedelt war.

 

Abgehärtet wie wir sind haben wir die Wirtschaften natürlich ausgelassen und sind knallhart weiter marschiert bis wir zu einer idyllischen nicht bedienten Gartenbeiz kamen, wo wir unser wohlverdientes Mittagessen verzehren konnten. Nachsatz: Die Wirtschaften bei der Grenze waren leider geschlossen und die nicht bediente Gartenbeiz war irgend ein privater Garten mit Bänken.   

Die restlichen zwei, drei Kilometer bis nach Le Locle war dann noch ein kurzer Fussmarsch. Anschliessend mit dem Postauto nach Chaux de Fonds und eine halbstündige, abwechslungsreiche Fahrt mit der Jurabahn nach Saignelégier. Dort nochmals zehn Minuten zu Fuss nämlich zum „Centre de Loisirs“resp. Hotel „Cristal“.  Das Freizeitzentrum umfasst neben einem Hallenbad, einer Turnhalle, einem SPA-Bereich auch noch eine Eisbahn. Das Hallenbad und Whirlpool wurde von fast der gesamten Gruppe ausgiebig genutzt, während zwei Wanderkolleginnen auch noch den SPA-Bereich frequentierten. Etwas Unruhe gab es dann noch weil ein Sittenapostel verhinderte, dass ein Teilnehmer mit zwei Teilnehmerinnen das Zimmer teilte.

Das dreigängige Nachtessen war absolute Spitze und rundete den schönen, interessanten Tag optimal ab.

Karte 1. Tag: Les Planchettes - Le Locle  (klick)

Fotos Werni, Hane

19. Oktober - Kanton Jura: (Tagesbericht Hane)

Prima geschlafen und gemäss Zimmerkollegen einen Ster Holz verarbeitet. Leider war das Wetter etwas garstiger als am Vortag, es regnete leicht und war gefühlte 0 Grad. Dies war für uns natürlich kein Problem wir hatten die Wanderung zur Bifertenhütte und auch über die Greina überlebt, da waren die paar vor uns liegenden Kilometer über die Juraweiden ein Spässchen.      

Von Saignelégier, dem Zentrum der Freibergerpferde, wandern wir meist auf Nebenstrassen zwischen schönen Juraweiden zum Etang de la Gruère. Gemäss Google: Nachdem hier einst Torf abgebaut wurde, entstand im 17. Jahrhundert ein Teich, der zusätzlich gestaut wurde, um eine Mühle zu betreiben. Heute zählt das grösste Hochmoor der Schweiz zu den geschützten Landschaften und bietet vielen und teilweise vom Aussterben bedrohten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Switzerland. get natural. Doubs Nature Park, Canton Jura. On the Etang de la Gruere, between Saignelegier and Tramelan.  Schweiz. ganz natuerlich. Naturpark Doubs, Kanton Jura. Am Etang de la Gruere, zwischen Saignelegier und Tramelan.  Suisse. tout naturellement. Parc naturel Doubs, canton du Jura. A l'etang de la Gruere, entre Saignelegier et Tramelan.  Copyright by: Switzerland Tourism - BAFU  By-Line: swiss-image.ch/Gerry Nitsch

Im Uhrzeigersinn folgten wir dem mit Holzprügeln und Stegen ausgelegten Weg rund um den idyllischen See bis zur oben erwähnten Mühle. Leider kamen die schönen Herbstfarben wegen dem diesigen Wetter nicht so richtig zum Vorschein. Anschliessend eine weitere Stunde durch typisches Juragebiet in Richtung Chaux de Breuleux.

 

Dass Fredi die Wanderung einmal mehr akribisch genau geplant hatte, bewies er indem er uns zu einem abgelegten Restaurant führte. Dieses Restaurant das zum Campingplatz „Les Cerneux“ gehört war dann wirklich ein Volltreffer. Die Wirtsleute waren sofort bereit uns, obwohl noch keine Essenszeit war, Mittagessen zu servieren. Als Menu war Hirschpfeffer für die Feinschmecker und  Spaghetti für die Genügsameren angesagt (hoffentlich ist dieser Spruch nicht sexistisch).       

Wir haben uns über eine Stunde im Restaurant aufgehalten und uns anschliessend darüber gefreut, dass es aufgehört hatte zu regnen, lagen bis zum Mont Soleil doch noch ca. 10 Kilometer und 250 Höhenmeter vor uns.  Die Gegend war etwa so wie wir uns den Jura vorgestellt hatten, mit viel offenem Weidland, grünen Wiesen und Hügeln, sowie giftigem Wind.  Von Weitem waren dann die Schweizweit bekannten riesigen Windräder zu sehen. Es begann ein lockeres Schätzen, über die Höhe der Türme, den Durchmesser eines Windrades, die Geschwindigkeit der Propeller usw. Auf der Website:  Juvent.ch findet sich die Antwort zu den diskutierten Fragen. 

Vom „Mont Soleil“ beförderte uns schlussendlich die Standseilbahn in wenigen Minuten nach St. Imier der früheren Uhrenmacher-Hochburg.  Von dort mit der Bahn nach Biel zu einem sehr speziellen „Kafi Lutz“ und anschliessend zurück in heimatliche Gefilde.

Einmal mehr zwei geniale Wandertage, danke Fredi für die Organisation.

 

Karte 2. Tag: Saignelègier - Mont Soleil/St. Imier  (klick)

Fotos Werni, Hane


27. Oktober Steg-Schnebelhorn: (Tagesbericht Hane)

Die zweitletzte Wanderung des „Alle-Kantone-Wanderjahres“ konnten wir in unserem Heimatkanton bestreiten. Leider stand diese Etappe unter einem ungünstigen Stern. Am Dienstag dem geplanten Wandertag, war es auch unserem Tourenleiter zu nass und so wurde die Wanderung kurzerhand auf den Donnerstag, für den schönes Wetter angesagt war, verschoben. Schönes Wetter war dann am Donnerstag auch, nur haben wir es leider erst am Nachmittag gesehen, weil uns vorher der Nebel die Sicht versperrte.

Nichtsdestotrotz waren es neun Unentwegte die den höchsten Berg des Kantons Zürich (1292m)  einmal von Nahem sehen wollten. In weniger als anderthalb Stunden erreichten wir mittels Zug und Bus den Ausgangspunkt Steg im Tösstal. Sofort ging die Sucherei los, nicht etwa nach dem Weg sondern nach einem geöffneten Restaurant. So ganz zufällig kamen wir zur Konditorei Voland, wo wir uns mit Kaffee und Gipfeli auf den Aufstieg vorbereiten und am Nebentisch Philip Schoch Olympiasieger im Snowboard mit einigen Jahren Verspätung zu den Goldmedaillen 2002/2006 gratulieren  konnten.

Die ersten Meter waren noch ziemlich gäch aber schon bald flachte es ab und es wurde ein lockerer Spaziergang. Dann aber kamen die drei Stunden in denen Wassertröpfchen fein verteilt waren, und in Kontakt mit dem Boden standen, wobei die Wassertröpfchen durch Kondensation des Wassers der feuchten und übersättigten Luft entstanden sind (Beschreibung von Nebel im Wiki). Trotz des dichten Nebels schafften wir den Aufstieg zum Sch-Nebelhorn ohne Probleme. Die Aussicht war praktisch identisch mit der Aussicht auf dem Napf  vor ca. drei Wochen.

Erfreulicherweise war es dann nur ein kurzer Abstieg bis zur Alpwirtschaft Tierhag wo wir uns ausgesprochen gut verpflegen konnten. Nach einer zweistündigen Mittagspause war dann die Sicht tatsächlich besser und das Wandern machte dadurch natürlich auch wieder etwas mehr Spass. Acht Kilometer später und dreihundert Höhenmeter tiefer gelangten wir zum Flusslauf der Töss. „I dä Bachscheidi“ legten wir nochmals eine Kurze Pause ein, bevor es der Töss entlang zurück nach Steg resp. zur bereits bekannten Konditorei Voland ging.

Abschliessend ein kurzer Fussmarsch zum Bahnhof und von dort mit einmal umsteigen zurück in heimatliche Gefilde. Fredi hast Du gewusst: Pessimisten sind die wahren Lebenskünstler, sie erleben dauernd angenehme Überraschungen.    

Karte von Steg auf's Schnebelhorn

Fotos Werni, Föns, Hane


8. November - Balmberg - Weissenstein: (Tagesbericht Max Müller)

Unsere letzte Etappe in diesem Jahr war von einer Ungewissheit begleitet: Kann, trotz einbrechendem Winter, (mit Neuschnee) unsere Jurawanderung vom Balmberg nach Untergrenchenberg wie vorgesehen durchgeführt werden? "Meteo" hat uns für den Wandertag Schneefall angekündigt, zum zeitlichen Aspekt des Niederschlags bestand jedoch eine Unklarheit. Einige Zweifler hatten sich daher bei Fredi gemeldet - mit seiner Zuversicht (es wird schon gut kommen) hat er uns alle zum Mitkommen bewegt. So haben acht "Unentwegte" sich zur Bahnfahrt nach Solothurn mit anschliessender Postautoreise nach Balmberg entschlossen. Unser Postautochaffeur hat uns da die alten PTT - Weisungen wieder ins Bewusstsein kommen lassen; auf der Bergstrecke musste er z.T. die Botendienste wahrnehmen, indem er von Solothurn empfangene Postsendungen an den Haltestellen in Ablagefächer verteilte. Auch der Znüni - Kaffee durfte er bei einer Ablage mit Restaurantbetrieb entgegennehmen und an der Endstation Kurhaus Balmberg geniessen.

Hier wurden wir in die Schneelandschaft entlassen. Auch Fredi hat uns eine Kaffeepause in Aussicht gestellt - aber zuerst sollten wir den Aufstieg zum Röti (1395 m.ü.M.) und den anschliessenden Abstieg zum Kurhaus Weissenstein bewältigen. Das war eine wunderbare Idee; trotz dem steilen, verschneiten Anstieg zum Aussichtspunkt haben wir das letzte Zeitfenster vor der sich verschlechternden Wetterlage nutzen können. Die wunderbare Fernsicht auf die ganze Alpenkette mussten wir mit dem Ausstehen der bissigen Kaltfront, die über den Gipfel wehte, erkaufen. Beim anschliessenden Abstieg zum Kurhaus bemerkten wir beim Gehen das leise Knistern unter den Schuhsohlen - der Winter hat mit einer ersten Schicht Pulverschnee gezeigt, dass ab jetzt mit ihm zu rechnen ist.

Im Kaffeesaal des alten Kurhauses durften wir den wohl verdienten Aufwärmer (Café Lutz) mit Nussgipfel entgegennehmen. Mit den ausgesteckten Baugespannstangen um den alten und grossen Hotelkomplex herum wurden wir aufmerksam gemacht, dass hier ein Neubau vorgesehen ist. Schon realisiert ist die Kabinenbahn neben dem Kurhaus, die lange durch denkmalpflegerische Einwände hätte verhindert werden sollen. Die alte, einsitzige, quergestellte Sesselbahn (ohne Förderkapazität) hätte als Unikum weiterbetrieben werden sollen.

Nach der Kaffeepause ging's weiter Richtung Hinterweissenstein (leicht schneebedeckten Zufahrtsstrasse). Von hier hätten wir eigentlich den Weg über die Hasenmatt einschlagen sollen; die Anhöhe lag aber im Nebel und der einsetzende Schneefall wurde immer intensiver. So bogen wir zum Restaurant Althüsli ab, wo, durch Fredi, unser Mittagsessen vorbestellt wurde. Gerne betraten wir den warmen "Alphüttliraum", wo uns riesige, aromatisch gewürzte Cordon Bleu serviert wurden. Herzlichen Dank auch dem Spender des Mittagstischs (es war ein Gärtner). Fast wären wir sitzengeblieben, denn es war sehr gemütlich hier - auch um den wärmenden Kachelofen. 

Draussen empfing uns ein Schneesturm, der uns nun min. 90 Minuten begleitete. Wir empfanden ihn nicht unangenehm, denn die ganze Gratwanderung führte uns über verschneite, märchenhafte Wege. "Ansichtskartenbilder", wie in vergangener Zeiten, haben uns das Schöne der Winterstimmung erleben lassen. Mit dem Abschluss der Wanderung und der sich noch kurz zeigenden Sonne, die den Weg durch die Nebelschwaden fand, erreichten wir das Gasthaus Untergrenchenberg. Hier erwartete uns eine Auswahl vom feinsten Dessertbuffet. Für Hans natürlich eine "heisse Liebe", die auch andere Wanderteilnehmer zur Bestellung "ermunterte". 

Leider werden die Tage (jetzt im November) immer kürzer - vor der einbrechenden Nacht hat uns ein Taxidienst zum Bahnhof Grenchen gefahren, der uns durch die kurvenreiche Waldstrasse sicher in die Niederungen transportierte. Ein wunderbarer Wandertag und ein wunderbares Wanderjahr hat damit ein Ende gefunden. Dass das möglich wurde, verdanken wir unserem Fredi, der mit grossem, umsichtigen Einsatz immer alles bis ins Letzte ausklügelt und uns an seinen Werken teilhaben lässt. Ganz herzlichen Dank. Wir dürfen auch auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr hoffen, denn er hat schon einige Höhenwanderungen in Erwägung gezogen!                           

Karte: Balmberg - Weissenstein 

Fotos Föns

Sorry für die verzögerte Aktualisierung und herzliche Grüsse aus dem sonnigen, warmen, strahlend blauen Teneriffa. Hane

img_2872


 Posted by at 3:07 pm