QdS 2019 – Panorama-Wanderungen

 

Gemäss Planung waren es 328 Kilometer, 108 Stunden Wanderzeit, 15‘488 Höhenmeter aufwärts und 15‘712 bergab. Das Patthorn in Zermatt war mit 3‘345 MüM der höchste Punkt. Distanzmässig waren es etwa 50 Kilometer weniger als im letzten Jahr, dafür aber ca. 3000 Höhenmeter mehr aufwärts. Die Gesamtlaufzeit war etwa um 4 Stunden geringer als letztes Jahr.

Einmal mehr ein Super-Jahr mit viel Sonne und wenig Regen, einzig die Tour am 21. Mai von Goldau über den Gnipen nach Walchwil viel dem schlechten Wetter zum Opfer.

Drei Wanderungen bleiben mir besonders in Erinnerung: Die Winterwanderung von St. Antönien nach Pany mit Schneemengen wie zu Grossmutters Zeiten. Im Tessin die Wanderung von Monti die Fasano nach Indemini, über den Monte Gambarogno mit der spektakulären Aussicht und natürlich die drei Tage in Zermatt mit der Wanderung auf‘s Platthorn und auf’s Wisshorn.

Nachdem letztes Jahr Hans Lüscher, Peter Dällenbach und Karl Hinnen für die über 100 Teilnahmen mit dem „goldenen Bergschuh“ geehrt wurden, schafften es dieses Jahr Güx und Hane in den Hunderter-Club. In Führung liegt natürlich nach wie vor Fredy unser Organisator und Reiseleiter der in den vergangen sechs Jahren, über 140 Wanderungen für uns geplant und durchgeführt hat. 

Herzlichen Dank Fredy

 


Tagesbericht: Max Müller

Die Voraussetzungen für das Wandern im Januar zeigen sich unterschiedlich; dieses Mal hat es weder geschneit, noch lag Schnee auf dem Weg! Bei sonnigem, aber etwas dunstigen Wetter trafen wir uns bei der Linde in Weiningen, die einen etwas verspätet, weil der Zug zu spät ankam und der Bus zu früh weg fuhr. Eine Stammgruppe von 10 Wanderern, in Anwesenheit von zwei Hunden, liess das "Restaurant Linde" in Weiningen links liegen und stieg über mehrere Treppenabschnitte bis zum herrlichen Panoramaweg, etwa 100 m über dem Dorf liegend, hoch. Alle sind froh, dass Fredi uns auch dieses Jahr 24 Tagestouren mit seinem Jahres - Wanderprogramm 2019 ermöglichen will. Motto: Panorama - Jahresthema; eine mitreissende Voraussetzung, um bei möglichst vielen Wanderungen dabei sein zu können!

Auf unserer ersten Panorama - Strecke, die uns Richtung Geroldswil führt, sind die Sichtverhältnisse in die Berge leider nicht gegeben - umso intensiver werden im Gespräch die "jüngsten Lokalereignisse" weitergegeben, aber auch die vergangenen, gemeinsamen Wanderungen nochmals aufgefrischt. Zwischen Reben und Wald, aber auch auf allen anderen, heutigen Wegstrecken, finden wir eine gefrorene Terrainunterlage vor. Der zweite Aufstieg, zum Altberg, wird mit der "Aussicht" auf Kaffee und Gipfeli, relativ zügig erreicht. Trotzdem sind auch hier diverse Treppentritte bis zur Anhöhe zu bewältigen. Vor uns taucht der Aussichtsturm auf dem Hügelgrat auf, was bedeutet, dass der Umweg über die Turmplattform erste Priorität hat. Auch hier sind nochmals 147 Treppentritte, bis ganz nach oben, zu bewältigen. Die Plattform liegt auf 660 müM. Panoramatafeln verraten uns die gute Fernsicht, die von hier aus möglich wäre, auf. Wir begnügen uns an der näheren Umgebung - im Norden Buchs, Boppelsen, Otelfingen, gegen Süden das Limmattal mit Dietikon, Spreitenbach und Killwangen.

Nun ist es an der Zeit, uns den verdienten Kaffee zu genehmigen: im holzverschalten Berghaus wird es möglich, bei einem Kaffee-fertig die Gliedmassen zu erwärmen. Der Aufbruch steht im Zeichen der Wegstrecke bis zum Restaurant Grünwald (Zürich Höngg); sie soll bis zum Mittagessen erreichbar sein. Auf den Wegen durch den Wald werden wir von der Sonne begleitet, da sie uns "den Durchblick gewährt" und keine Blätter sie verhüllen können. Bei der meist ebenen Wanderstrecke auf dem Grat passieren wir den Gubrist ohne Tunnel, aber in der Querrichtung zum Portal. Auf der idealen Frühjahrs - Wanderung erreichen wir flugs unser Mittagsrestaurant Grünwald (Übergang der Strassenverbindung von Regensdorf nach Höngg). Hier ist vorgesorgt für uns - eine separate Tischreihe wartet auf uns in der stubenartigen Essecke. Die Menukarte ist reichhaltig und alle finden den ihnen entsprechenden Essensteller, begleitet von einem "guten Winzersaft". Wir nehmen uns Zeit und verlassen das Restaurant erst spät, denn der vor uns liegende Weg nach dem Waidberg ist in einer kurzen Zeit zu bewältigen. An einem der schönsten Orte mit Aussicht über die ganze Stadt Zürich liegt das Restaurant Waid, das den Abschluss eines weiteren Panoramawegs bildet. Von hier bis zum Bucheggplatz liegt noch eine 1 Kilometer lange Wegstrecke vor uns, die sich aufteilt in verschiedene Fährten; wir entscheiden uns für den Waldweg und kommen bei der Waidburg wieder in das urbane Gebiet. Der Tag ist immer noch "jung" - wir möchten zum Abschluss noch eine Raststätte besuchen. Aber wo....? Auf der Suche nach dem Restaurant Guggach fanden wir an dieser Stelle nur noch.....Büros! Auch ein weiteres Restaurant hatte seine Pforten verschlossen (Abbruchobjekt). Was vor noch nicht einmal 20 Jahren üblich war (Begegnungszentrum) ist hier neu überbaut. 
Es blieb uns keine andere Lösung offen.... und wir bestiegen den Bus nach dem Goldbrunnenplatz, um unser Vespertrunk doch noch geniessen zu können. Was wir auf unseren Wanderungen meist finden, sind Gaststuben, in denen wir verweilen können. In der Stadt Zürich wird das zum Problem...

Herzlichen Dank Fredi für diese stadtnahe, erste Winterwanderung im Jahr 2019. Du hast ja 4 Wanderungen auf den Mittwoch verschoben. Grund:.....Die Beizen sind sonst geschlossen! Dem wollen wir entgegenhalten und besuchen auch in der kommenden Saison alle offenen Trink- und Speiselokale. 🙂 

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Fotos Werni, Föns

 


Tagesbericht: Hane

„Von Pany nach Sankt Antönien“ - wieder einmal so eine nichts sagende Affiche für eine Wanderung und dann noch eine Wettervorhersage die nicht gerade ermutigend klang. 11 Wander-Freunde bzw. eine -Freundin hatten aber trotzdem volles Vertrauen in Fredys Planung  und sie wurden nicht enttäuscht, es war eine Super-Wanderung an einem Super-Tag.

Die Anreise erfolgte mit der Bahn via Landquart nach Küblis und von dort mit dem Postauto nach Sankt Antönien. Der erste Wermutstropfen war dann allerdings, dass das Restaurant unmittelbar bei der Postauto-Haltestelle nicht berücksichtigt wurde. Es hiess sofort Säcke aufnehmen und los marschieren. Schon während der Fahrt mit der ÖV hatten wir festgestellt, dass Unmengen von Schnee auf den Dächern und am Boden lag, zB war vom Friedhof bei der Kirche in Sankt Antönien nichts mehr zu sehen.

Der erste Kilometer der Wanderung führte einer schneebedeckten Strasse entlang bergwärts und schon bald zum Restaurant Michelshof einem 300jährigen Walserhaus. Dort begrüssten uns einige Bernhardiner-Hunde die einen Mords-Krach veranstalteten. Die Gaststube mit einem ebenfalls etwa 300jährigen Kachelofen war echt gemütlich und unser Erscheinen war vorangekündigt, somit war sichergestellt, dass es zu den Getränken auch Gipfeli gab.

Von da mussten wir nochmals auf die erwähnte Strasse zurück aber schon nach wenigen Minuten kam die Abzweigung auf eine Skipiste. Nach der Überquerung der Skipiste sowie des Skilifts kamen wir dann auf einen mit einem Pistenfahrzeug präparierten Weg und von da an erlebten wir Natur pur. Der Weg auf dem die Einten mehr und die Leichteren weniger im Schnee einsanken führte uns durch tief verschneite Wälder und über Wiesen die nur erahnt werden konnten. Die Wegweiser befanden sich ungefähr auf Kniehöhe, die diversen Ruhe-Bänklein konnten nicht genutzt werden, waren sie doch auch im Schnee vergraben.

Nach ca. eineinhalb Stunden erreichten wir dann unser nächstes Zwischenziel die Bodähütte oberhalb Pany. Unser umsichtiger Tourenleiter hatte natürlich dafür gesorgt, dass die Hütte, die am Dienstag eigentlich geschlossen wäre, für uns geöffnet wurde. Wir konnten uns mit Gerstensuppe a discretion und Schüblig verköstigen.

Am Wegweiser vor dem Restaurant hatten wir festgestellt, dass es bis nach Pany nur noch etwa eine Stunde Weg ist und erst noch bergab. Wir hatten aber die Rechnung ohne den Wirt resp. Fredy gemacht, der hatte noch einen happigen Aufstieg in der Planung. Es standen noch ca. 200 Höhenmeter „obsi“ und anschliessend ca. 500 Höhenmeter „nidsi“ auf dem Programm. Aber auch dieser Umweg hat sich gelohnt, die tief verschneite Landschaft war schlicht ein Erlebnis. Last but not least landeten wir im Restaurant Güggstein bei der Skilift-Talstation in Pany und konnten den Super-Tag Revue passieren lassen.   

Die Heimreise war wie gehabt via Küblis, Landquart und Zürich HB. Speziell erfreulich war, dass Franz Brunner der Blumen-Fachmann wieder dabei war und die ganze Tour schmerzfrei mitmachen konnte. Toi toi toi Franz und dank Deinem Fachwissen weiss ich jetzt auch das ein Köchel-Verzeichnis nichts mit Kochen zu tun hat 🙂

 

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Fotos Werni, Föns, Annelies, Hane


Tagesbericht von Max Müller

Heute, im Februar, geniessen 13 Wanderbegeisterte (darunter 2 Frauen) bei Temperaturen um 15° C das herrliche Frühlingswetter; zwar liegen die morgendlichen Messungen noch um den Gefrierpunkt, aber schon die Durchsage am Radio erstaunt: Uetliberg um 7,00 h meldet 9° C und noch erstaunlicher: die Nullgradgrenze steige an diesem Tag auf 3700 müM an! 

Wir treffen uns direkt in Berikon (Mutschellen), wo uns die wohlverdiente Starthilfe zuteil wird (Kaffee und Gipfeli). Doch der Sonnenschein lockt uns schon bald zum Aufbruch - Richtung Norden verlassen wir Berikon. Im Aufstieg zum Hasenberg konnten wir schon bald wahrnehmen, dass eine bis zwei Schichten der Morgenbekleidung überflüssig geworden sind. Je höher wir aufsteigen, desto beeindruckender erscheint uns das Alpenpanorama - bei ausgesprochen guter Fernsicht. Zwischen Osten und Westen erheben sich Randen (SH), das Säntisgebiet, die Glarner- und Urnerbergspitzen bis zu den Berneralpen - die meisten Massive in strahlendem Weiss. Wir unterbrechen mehrmals unsere Wanderung, da der Rundblick als ein "aussergewöhnliches Erlebnis" empfunden wird. In dieser tragenden Stimmung öffnet sich in der Höhenlage von ca. 700 müM das östlich gelegene Limmattal mit dem nahe gelegenen Dietikon und dem "ännet der Limmat" gelegenen Hügelzug mit dem Altberg, welcher uns an die vorletzte Wanderung erinnern lässt. 

Beim Waldhof betreten wir das erste Waldstück, das uns zum Heitersberg führt (787 müM). Hier weist uns ein Wegweiser auf einen Stein hin, der ca. 80 m von der Waldstrasse entfernt liegt. Er entpuppt sich als "Nagelfluh - Felsbrocken", dessen Geschichte aber nirgends nachzulesen war. Zurück auf dem Weg, steigen wir zu eine Waldlichtung ab, die mit einer Moorlandschaft beginnt und zum grössten, nur auf Aargauer Boden liegenden See führt. Der noch zugefrorene Egelsee (Länge etwas mehr als 100 m), gilt als lokaler Ausflugsort, der insbesondere in der Sommerzeit zu den Grillstellen einlädt. 

Beim nachfolgendem Aufstieg finden wir den "Sennhof", einen Weiler, der uns zur gegenüberliegenden Seite des Hügelzugs führt. Der folgende Panoramaweg bietet uns den Ausblick nach Westen: vom Schwarzwald über die ganze Jurakette bis hin zu den Berneralpen. Auch da bestaunen wir die Weite, die uns die Landschaft präsentiert. Dann wiederum die Passage durch den Wald zur Ostseite, wo Spreitenbach vor uns liegt. Beim Restaurant Heiterberg müssen wir vorbeiziehen, da es erst um 17.00 h öffnet. Wir sehen aber auch ein, dass das Gasthaus im Tagesablauf unserer Wegstrecke zu früh angetroffen wird (Zeit: 11.00 h), und wir so noch eine Stunde weiterwandern wollen. Auf Wald- und Panoramasichtwegen am Waldrand gelegen, passieren wir den Chrützliberg und erreichen schon bald unser "richtiges" Restaurant Rüsler. Es liegt etwas unterhalb des Grates. Durch das Tor eingetreten, finden wir eine aussichtsreiche Sonnenterrasse, weit über der Autobahnraststätte Würenlos gelegen. Mit aller Deutlichkeit nehmen wir die Verkehrsströme wahr (Menge und Lärm), denn der Schall wird wie in einem Amphitheater von der Talsohle nach oben getragen. Trotzdem geniessen wir mit einem erhabenen Blick die Übersicht über das Limmattal, bevor wir in die Verpflegungsstätte eintreten. An einem vorbereiteten Längstisch dürfen wir uns niederlassen. Die reichhaltige Speisekarte erschwert uns den Entscheid der Wahl auf ein Mittagessen; trotzdem alle ihre Lieblingsspeisen bestellen, wird das lecker zubereitete Essen schon bald serviert. Und das in keinesfalls bescheidenen Portionen - was da "eine halbe Portion" sein sollte ist hier eine überaus Reichhaltige! Gerne lassen wir uns hier Verwöhnen, sehen aber ein, dass eine Nachspeise "ein Zuviel" bedeutet hätte. So bleibt es beim beliebten Kaffee.

Der weitere Weg durch bewaldete, gut begehbare Pfade verbindet uns mit dem letzten Abschnitt der Tagestour: den Teufelskeller (über westlichem Gemeindegebiet von Baden). Was im Wort erschreckend wirkt, ist in Wahrheit imposant! Hier durchschreiten wir ein Naturreservat, das über der Stadt liegt. Das seit 50 Jahren nicht mehr bewirtschaftete Waldstück lässt uns geologische Formationen bewundern, die sich wie baumhohe Säulen aus Nagelfluh auftürmen. Die angetroffen Überreste aus urfernen Zeiten erklären auf den Infotafeln unter dem Thema "Baden und Natur", dass auf einer Süsswassermolasse die Mergel- und Nagelfluhschichten durch Erosion und Untergrundbewegungen zu den heute sichtbaren Gebilden geführt haben. Dazwischen liegen dicke Baumstämme, von sehr altem Gewächs, die z.T. quer über dem ganzen Taleinschnitt liegen. Sie bilden "Brücken", brechen aber auch ein, denn die Holzfäule lässt auch meterdicke Stämme verrotten. Wir sind froh, dass für uns auf dem Waldweg keine Hindernisse angetroffen wurden, denn da wird "die Ordnung" gewahrt. 

Der Abstieg zur Stadt führt beinahe direkt zum Zentrum beim alten SBB - Bahnhof. Wir überqueren die Geleise auf einem Fussgängersteg. Auf dem Weg durch die Innenstadt werden wir den neuen Bahnhof finden, aber vorher bieten sich uns freie Tische vor einem Restaurant im Bereich der Fussgängerzone an, wo wir unsere Beine nicht hochlagern, aber entspannen können. Zudem brauchen wir etwas Flüssigkeit, die uns durch die warme Temperatur entzogen wurde.

Die länger werdenden Tage lassen uns noch bei Tageslicht nach Hause kommen. Ein weiterer, wunderschöner und interessanter Tag findet so seinen Abschluss. Fredi, es ist wirklich toll, dass wir auf solche Erlebnisse nicht verzichten müssen - herzlichen Dank ein weiteres Mal.

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Fotos: Hans Jahn, Hane

 


Tagesbericht: Hane

Die dritte Wanderung führte die vierzehn TeilnehmerInnen ins Bodenseegebiet. Fredy unser Tourenleiter der gemäss eigenen Aussagen unter einer Leder-Allergie leidet ist es wieder gelungen eine abwechslungsreiche Tour zusammenzustellen. Speziell ist vor allem, dass er seit Neuestem offensichtlich einen direkten Draht zu Petrus besitzt, er hat es nämlich geschafft den einzig schönen Tag innerhalb von ca. zwei Wochen auszuwählen 🙂

Die SBB führte uns incl. zwei Mal umsteigen in ca. eineinhalb Stunden an den Startort Rorschach. Bereits nach einer Viertelstunde Fussmarsch kamen wir zu einem recht exklusiven Best Western Hotel wo wir erwartet wurden und uns mit Café und Gipfeli verpflegen konnten. Nach der Verpflegung begann dann der moderate Aufstieg durch das „Wienacht Tobel“ vorbei an Schwendi und der Ortschaft Wienacht. Von da aus konnten wir in der Ferne bereits Heiden unser Mittagessen-Etappenort erkennen.   

Warum es sich um eine Panorama-Wanderung handelte wussten wir schon nach den ersten paar Metern. Die Aussicht nach Norden mit dem Bodensee war ausgesprochen scenic. Richtung Nordwest Arbon, Romanshorn und in der Ferne Konstanz, Richtung Nord auf der anderen Bodenseeseite Friedrichshafen, Richtung Nordost Lindau, Bregenz mit dem Pfänder und im Vordergrund Altenrhein mit dem Flugplatz.

Trotz des schönen Wetters und des blauen Himmels sorgte der eisige Wind dafür, dass es uns nicht zu wohl wurde. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichten wir dann das malerische „Heiden“ das wir vor vier Jahren bei der Ost-West-Tournee einmal als Umstiege-Ort kennen lernten. Im Hotel Krone wurden wir erwartet und sehr sympathisch begrüsst. Die Essens-Auswahl war vielseitig, das Essen selber ausgesprochen gut und im Vergleich zu unseren heimatlichen Gefilden auch sehr preiswert.   

Anschliessend führte die Wanderung immer etwa auf der gleichen Höhe (+- 700 MüM) zuerst nach Wolfhalden und von dort abwärts zum Zielort Walzenhausen. Speziell war, dass sich der Weg „Witzweg“ nannte. Das heisst alle paar Hundert Meter kamen wir zu einer Tafel auf der ein Witz in einer unverständlichen Sprache (appenzöllerisch) geschrieben stand. Glücklicherweise fand sich auch meistens eine Übersetzung ins hochdeutsche. Allerdings haben uns diese Witze nicht unbedingt vom Sockel gehauen, einer hat mir aber gefallen - Zwei Personen sitzen in einem Gefängnis auf einem Bänklein und der Eine fragt den Anderen: Du was ist eigentlich der Unterschied zwischen „im Prinzip“ und „effektiv. Darauf hat der Angesprochene geantwortet: „Im Prinzip hocken wir auf einer Bank aber effektiv sind wir im Gefängnis“.

Nach ca. zwei Stunden Wanderung konnten wir uns abschliessend in Walzenhausen in der Konditorei „Bahnhof“ mit Kafi Lutz/Bier und Süssigkeiten verpflegen. Die Bergbahn brachte uns von Walzenhausen nach Rheineck und die SBB von dort zurück ins Säuliamt. Übrigens noch zur Leder-Allergie von Fredy:  Immer wenn er am Morgen mit den Lederschuhen an den Füssen im Bett aufwacht hat er Kopfschmerzen 🙂

Last but not least: Herzliche Gratulation an Güx, er hat den "Engadiner" in der Zeit von 2:29h beendet und damit seine Alters-Kategorie (1939-1943) gewonnen. Hut ab der "alte Mann" wie er sich selber nennt ist einfach nicht unterzukriegen. 

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Fotos: Werni, Föns, Annelies, Hane

 


Tagesbericht Max

An einem weiteren, wunderschönen Tag (mit etwas Bise) finden sich 15 Wanderbegeisterte in Luzern zu einer Gruppe zusammen. Der Zug von Zürich nach Luzern ist zu dieser Morgenzeit bekanntlich immer gut besetzt. Die "Reppischtaler / Birmensdörfler" nehmen die Abkürzung nach Zug, wo sie in den Zürcher Zug umsteigen - wo sie sich um noch freie Sitzplätze bemühen müssen. So treffen sich eine Frau und 14 Männer, davon 2 mit Hunden, am Perronende in Luzern zur Begrüssung. Hier ist aber eine Änderung angesagt: Bauarbeiten im Zentralbahnabschnitt Luzern Hergiswil. Umsteigen in Bus. In Hergiswil nochmals umsteigen und mit dem Zug nach Stansstad.

Nun geht die Wanderung los: Nach dem Brückenübergang, der den Alpnacherseearm mit dem Vierwaldstättersee verbindet, befinden wir uns auch schon am Einstiegsort zum Kretenweg (Landzunge Lopper), auf dem wir rasch an Höhe gewinnen. Westwärts, Richtung Haslihorn wird die Rundsicht auf schneebedeckte Bergspitzen immer imposanter - insbesondere da, wo der lichte Baumbestand in eine Alpweide übergeht. Auf ca. 850 MüM wird der Pfad flacher und die Weiden grüner. Und schon sind sie da: die ersten Frühlingsblumen. Wo vor Kurzen noch Schnee lag, blühen schon die Schlüssel- und Kukuksblumen. Bei einem Halt suchen wir die Bergmassive des Titlis und der Berneralpen in deren geografische Lage einzuordnen. Dem Weg folgend, erreichen wir den Renggpass, der schon in der Steinzeit als Saumpfad zwischen Meiringen / Grimselgebiet und dem Mittelland begangen wurde. Nun beginnt der erste Abstieg zur Hinter Rengg und der Renggkapelle. Hier wird die Begehbarkeit des Pfads etwas schwierig: der nachts gefrorene Boden hat sich durch das Tauwetter an der Oberfläche aufgeweicht und wurde rutschig. So mussten wir auf die Wiesenmatten mit noch braun gefärbtem Gras ausweichen, die uns eine verbesserte Sohlenhaftung gewährte.

Auf dem nächsten, steilen Aufstieg über eine schmale Erschliessungsstrasse, die zu den Bauerhöfen oberhalb Hergiswil führte, öffnete sich der Blickwinkel vom Rigi bis zum Titlismassiv sowie zum mehrarmig ausgebreiteten Vierwaltstättersee. Auf diesem Nidwaldnerzipfel sind verschiedene, höher gelegene Ausflugsrestaurants ausfindig zu machen. Eines davon ist die Alpgschwänd, auf 1215 müM gelegen - sie ist die von Fredi gewählte Mittagsverpflegungsstätte. Um sie erreichen zu können, sind noch mindestens weitere 300 Höhenmeter zu Fuss zurück zu legen - eine Alternative liegt aber vor, die von der Gruppe geprüft wird. Die Entscheidung ergibt, dass sich die Gruppe aufteilt: Die eine Hälfte will den Weg zu Fuss bewältigen, die andere steigt ab bis zur...... hauseigenen Gondelbahn! Zwei gegenseitig fahrende 8 Personengondeln bringen uns zum wunderschönen Restaurant Alpgschwänd mit vorgebautem, grosszügigem Wintergarten. Die neu angebaute Zimmermannskonstruktion ist rundum mit Glasscheiben eingekleidet, was den Wind abhält und zudem eine einmalige Rundsicht gewährt. Zwei grosse Tische sind für uns einladend gedeckt worden; von hier aus sehen wir uns den Aufstieg der "starken Gruppe" an, die da auch bald bei uns eintrifft. Als empfohlenes Menu wird uns ein Frühlingssalat und dann ein Rindsbraten mit Kartoffelstock und Saucenseeli angeboten, zu welchem sich die meisten entscheiden können. Die Portionen sind so gut bemessen, sodass sich einige überlegen, wie sie mit dem "vollen Bauch" die zweite Tageshälfte bewältigen würden. Trotz verführerischer Dessertkarte werden nur noch sehr wenige "Zugaben" bestellt; aber die Kaffeerunde findet bei den Meisten anklang.

Fredi hätte gerne vom der Restauranthöhe die Tagesroute fortgesetzt, da er die sich bietende Aussichtskulisse noch gerne weiter genutzt hätte. Die Wirtin wurde beiläufig um Rat angefragt - ihr Gesichtsausdruck konnte ihre Verneinungsempfehlung noch unterstreichen. Zufällig waren auch zwei einheimische Wanderinnen am Aufbrechen, die unsere Frage mitbekommen hatten. Auch sie bestätigten: Da oben liegt noch Schnee, bei dem man bei jedem Schritt einsinken kann - zudem ist mit der aufkommenden Bise eine Vereisungsgefahr nicht auszuschliessen. Damit war die Talfahrt mit der Gondelbahn beschlossen, die uns zum Parkplatz Brunni an der Erschliessungsstrasse von Hergiswil, brachte. Von hier konnten wir trockenen Fusses den Abstieg auf dem ursprünglich vorgesehenen Weg nach Horw antreten. Der Abstieg auf einem moderat geneigten Wald- und Feldweg lässt uns meist gesprächiger werden, da sich der körperliche Energieaufwand wesentlich reduzieren lässt. Und so vergeht die Zeit recht schnell - wir treffen im Industriegebiet der Gemeinde Horw wieder auf die Talebene; den Abschlusstrunk wollen wir aber auf eine atmosphärisch angenehmere Umgebung verschieben. So besteigen wir den Bus nach Luzern. Bei der Endstation vor dem Bahnhof suchen wir uns eine sich bietende Gelegenheit, um unseren Durst löschen zu können. Wir finden sie im KKL - Selbstbedienungsrestaurant. Die Heimfahrt nach Zug / Zürich ist mit dem Schnellzug innerhalb dreiviertel Stunden gegeben und so beschliessen wir wieder einen erlebnisreichen Tag. Fredi, auch diese Wanderung war perfekt organisiert und wiederum einmalig - herzlichen Dank für diese Schönwetterwanderung im Panoramawanderjahr.

 

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Fotos: Werni, Föns, Jörg   

 


Tagesbericht: Geri

In den Geleise-Katakomben des Zürcher Hauptbahnhofes sind, wie um diese Zeit ja üblich,  grosse Menschenmengen unterwegs: Der grössere Teil auf dem Weg zur Arbeit, der andere irgendwohin! Trotz diesem Gedränge finden sich schliesslich alle angemeldeten Wanderlustigen der Gruppe Gut im Intercity Richtung Welschland – so meinen wir! Aber Fredi verkündet, dass nur 17 Personen mitgekommen seien. Schliesslich kann unser Wanderleiter das verlorene Schäfchen per Handy orten und es zum Nachreisen bewegen. So verpasst der Verspätete allerdings so manchen spontanen Spott während der rasanten Zugfahrt auf der „Bahn-2000-Strecke“ nach Biel.

Nach dem Kaffeehalt in einer Cafeteria beim Bahnhof bringt uns ein Bus der Bieler Verkehrsbetriebe zum eigentlichen Startpunkt unserer Wanderung in Biel-Bözingen. Nach wenigen Metern schon befinden wir uns in einer wildromantischen Naturlandschaft. Der ansteigende Fussweg durch die Taubenlochschlucht wurde 1889, initiiert durch den SAC, erbaut. Die Schlucht ist eine vom Fluss Schüss (französisch: La Suze) geformte Klus. Da und dort fallen Gesteinsschichten auf, die an gefalteten Stoff erinnern. Tatsächlich umfasst das Taubenloch über 200 Meter dicke Kalkablagerungen, die sich vor 160 Millionen Jahren im Jurameer abgelagert hatten. Viel später wurden sie unter grossem Druck aufgerichtet, gefaltet und von der Schüss durchschnitten. Das Regenwasser löst mancherorts den Kalk auf und es bildet sich dann Tuffstein.

Auf der zweiten Hälfte des Schlucht-Weges spannen sich plötzlich die gewaltigen Bauten der Nationalstrasse A16 über uns auf. Aber auch die alte „Tubelochbrügg“, eine einbogige Steinbrücke, die Mitte des 19. Jahrhunderts als Kernstück der damaligen neuen Strasse von Biel nach Sonceboz erbaut wurde, guckt majestätisch auf uns herab. Nachher gelangen wir bald an Frinvillier vorbei in offeneres, leicht bewaldetes Gelände. Am Sportplatz des FC Evillard vorbei geht es – immer noch ansteigend - in Richtung Magglingen. Endlich erblicken wir die ersten Anlagen und Bauten der Eidgenössischen Hochschule für Sport. Aber unser Sport heisst heute „Wandern“! Bevor wir uns auf den Weg Richtung „End der Welt“ aufmachen können, taucht dann plötzlich unser Soloreisender auf. Bei einem kurzen Begrüssungsritual stellt unser Wanderleiter fest, dass wir nun mit 2 Frauen und 16 Männern komplett sind. Den kurzen Endspurt in die Bergwirtschaft „Hohmatt“ schaffen wir im nu und schon bald geniessen 18 zufriedene und aufgestellte Wandersleute das vorzügliche Mittagessen.

Frisch gestärkt und glücklich ob des anhaltend angenehmen Wetters, nehmen wir die letzten Höhenmeter unter die Füsse. Bald schon geht es dann talwärts und schon tut sich der herrliche Blick auf den Bielersee mit der St. Petersinsel auf. Allerdings wird der Abstieg dann steiler - und in den Rebbergen noch steiler, was doch dazu führt, dass sich der oder die Eine oder Andere nicht mehr ganz so locker in den Hüften und Beinen bewegt. Aber was solls! Denn schon bald kommen wir in Twann an und freuen uns auf ein gutes Glas – aber zu früh gefreut! So geniessen wir halt den guten Kaffee und feine Süssigkeiten in einer Konditorei, bevor wir uns auf den Bahnhof begeben. Auf der Heimreise von Twann via Biel bis nach Zürich schaue ich in zufriedene Gesichter, die mir sagen: Danke Fredi, wiederum ein super-toller Tag!

Fotos: Werni, Föns, Jörg   

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Tagesbericht: Hane

Der siebte Ausflug im Panorama-Jahr führte uns nach Mostindien und dies einmal mehr bei schönem und idealem Wanderwetter (dieser scherzhafte Name für den Kanton Thurgau wurde übrigens im Bereich 1850 von der Zeitschrift Mostheiri erfunden).

Zehn Wanderer/innen nur waren es dieses Mal, nach den beinahe rekordverdächtigen 18 vor einer Woche. Die SBB führte uns wie gewohnt sicher und schnell via Zürich HB und Weinfelden nach Sulgen dem Ausgangsort der Etappe. Wenige Minuten vom Bahnhof entfernt gelangten wir wie zufällig zum Restaurant "Rössli Beck" wo natürlich bereits für uns reserviert war und die Gipfeli sowie der Kaffee speditiv serviert wurden.  

Am Anfang führte die Wanderung durch flaches Landwirtschaftsgebiet nach Leimbach, Andhausen und Berg. Leider blühten die vielen Apfelbäume noch nicht (gemäss Reiseleiter waren wir eine Woche zu früh), dafür waren einige Birnbäume in weisser Pracht zu sehen. In Berg, nach gefühlten zwei Stunden, war dann eine Zwischenverpflegungs-Pause angesagt.

Nach dem kurzen Stop ging es moderat aufwärts Richtung Ottenberg wo wir punktgenau um 12h in der Wirtschaft Stelzenhof eintrafen. Auch hier wurden wir bereits erwartete und freundlich begrüsst. Wir machten es uns in der Gartenwirtschaft gemütlich und konnten unser Menu aus einer Karte mit vielfältiger Auswahl zusammenstellen. Das Personal war auch hier extrem freundlich und das Essen inklusive Mostcrème war ausgezeichnet.

Fredy hatte unterwegs erzählt, dass er vor mehr als 40 Jahren einmal zu einem Maitanz hier war. Wir haben vermutlich gedacht .. na und … aber das Spezielle an diesem Anlass ist, dass er jeweils an allen Sonntagen im Mai um morgens fünf Uhr startet bis neun Uhr dauert und Hunderte von Leuten dabei sind. So wie ich dies sehe werde ich nie dabei sein (um halb vier aufstehen ist definitiv etwas für Masochisten) 🙂

Frisch gestärkt konnten wir zum Rest der Tour aufbrechen und natürlich haben wir nicht den direkten Weg nach Weinfelden genommen, sondern sind via „Rundweg Stelzenhof“ nach Ottoberg einem malerischen Ort mit vielen Riegelhäusern gewandert. Von dort gelangten wir auf den Weinweg Weinfelden der uns durch die Rebberge der Region führte.

Die die etwas aufgepasst haben wissen jetzt was man unter einer echten Thurgauerin versteht: Die Rebsorte Müller-Thurgau ist ein Resultat der Züchtungsarbeit des Prof. Hermann Müller aus Tägerswilen (TG) und in der Ostschweiz als Weissweinsorte am meisten verbreitet, zudem gilt sie als weltweit erfolgreichste Neuzüchtung (klick).

Plötzlich war dann noch Showtime angesagt. Ina der Vierbeiner von Hans hatte eine Schafherde entdeckt. Wie ein professioneller Herdenhund trieb er die Viecher in kürzester Zeit zu einem Rudel zusammen. In Neuseeland hätte er bei einem entsprechenden Wettbewerb sicher einen Podestplatz geholt, im Kanton Thurgau hingegen Schelte von seinem Herrchen. Hans wenn Du ein Motorrad zutun würdest, wärt ihr als Treiber-Team vermutlich unschlagbar 🙂

Zum Abschluss im Bahnhof Isebähnli nochmals etwas „Weissen“ und dann mit der SBB von Weinfelden in weniger als zwei Stunden zurück in heimatliche Gefilde. Besten Dank Fredy, wieder eine Super-Tour.

 

Fotos: Hane  

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Tagesbericht: Max

Zuerst einmal: Da fragt man sich - was kann da nicht stimmen? Warum? Der Wetterdienst auf dem Handy zeigt für den nächsten Tag: Regen bis 10.00 h, nachher soll der Himmel bedeckt sein. Bis jetzt hatten wir, dieses Jahr, alle Panoramawanderungen bei sonnigem Hochdruckwetter erleben dürfen. Fredi hat - bei nassem Wetter im Osten, einfach die Wanderung in den Westen des Landes verlegt, oder umgekehrt! Seine Treffsicherheit war einmalig! Und nun? Da gab es eben nur eine Möglichkeit: Meteo hatte "New Fakes" verbreitet! 

So trafen sich 16 Wanderfreunde (darunter 3 Frauen) und zwei Hunde beim Bahnhof Zug, von wo uns der Bus nach Menzingen brachte. Bei lockerer Wolkendecke zeigte sich die Sonne gelegentlich.

Wir steuerten - ohne Kaffee, sogleich den Weg zum Gubel als erstes Ziel an. Beim Ausgangspunkt Menzingen holten wir zuerst Anlauf (bei einem kurzen Abstieg), um dann die ca. 100 m höher gelegene Aussichtsterrasse beim Weiler Gubel mit Kirche, Kappelle / Kloster und Restaurant erreichen zu können. Der südlich gelegenen Rigi war noch mit Wolken umgeben - im Westen zeigten sich die Orte Zug und Baar schon im Sonnenschein. Mit diesen Eindrücken versehen, begaben wir uns zum Kaffee ins Restaurant, das sich schon bald als Kinderkochherd - Museum präsentierte. In zahlreichen Vitrinen erspäten wir liebevoll renovierte Kinder - Metallkochmöbel aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts - bestückt mit Pfannen und der Möglichkeit, im "Holzchost" - Brennraum Feuer zu entfachen. Trotz der vielen Ausstellungsobjekte, hatten wir noch genügend Platz, um uns an zwei Tische zu setzen, und unseren obligaten Kaffee mit Gipfeli bestellen zu können. 

Mit diesem Energieschub bestärkt, fanden wir wieder Tritt im ansteigenden Weg Richtung Brämhöchi, bekannt durch die hier installierten, militärischen Flieger - Raketenabwehranlagen. Sie sind heute grösstenteils abgetragen, das Areal wird aber weiterhin vom Militär genutzt. Bald standen wir vor einem Waldstück, das sich in der Frische der Frühlingsgrün - Farbtöne zeigte. Wunderbar, diese Farbennuancen! Durch das sich nun ausbreitende Blätterdach wird der Wald dunkler - auf dem Waldboden zeigen sich die Heidelbeerstauden - die Bärlauchpflanzen blühen und haben ihren Vegetationszenit schon hinter sich gelassen.

Wir wandern zum Teil längs des Waldrandes mit Blick auf die nördliche Seite Richtung Sihl / Zürichsee, wo der Dunst den Pfannenstiel nur knapp sichtbar werden lässt. Nach dem Aufstieg zum Sätteli (1054 müM) bewegen wir uns auf guten Wegverhältnissen vorwiegend im Waldbereich; auch hier sind, bei Waldlücken, noch kurze Aussichtsbereiche auf beide Seiten des Grates gegeben. Wir nähern uns schon bald dem Gottschalkenberg, wo Fredi uns die Mittagsverpflegung im Restaurant organisiert hat. Leider wird nun der Nebel immer dichter, sodass wir den Abstecher zur nahe gelegenen Aussichtplattform Bellevue, etwas oberhalb der Gastwirtschaft gelegen, verzichten müssen. 

Beim Betreten der Raststätte geniessen wir die beheizten Räumlichkeiten, denn draussen sind die Temperaturen gefühlt auf ca. 5° C gefallen. Bei der reichhaltigen Menuekarte können wir uns auf das Mittagessen freuen. Mit schön angerichteten Speisen werden wir schon bald verwöhnt, umrahmt mit einem einheimischen "Weissen". Die angeregte Unterhaltung liess uns die Zeit vergessen, sodass uns Fredi zum Aufbruch ermahnen musste, denn es lagen noch ca. 2 bis 3 Wegstunden vor uns.

Der Nebel war noch etwas dichter geworden und die Temperaturen lagen sicher nicht viel über dem Gefrierpunkt. Im Parkplatzbereich des Restaurants bemerkten wir einen Ansatz der Asphaltbelagsvereisung und wir waren froh, dass wir auf dem griffigen Waldwegboden sicheren Tritts unseren Weg Richtung Chlausenchappeli fortsetzen konnten. In einer Waldlichtung mit Teich, der am verganden ist, zeigt sich der Biotopeffekt, bei dem die Natur ihre ungestörte Dominanz übernommen hat. Der weitere Weg führt Richtung Höhenronen / Wildspitz (1204 müM), immer etwas auf- und abwärts. Der Kretenweg zeigte auf der nördlichen Seite meist ein abschüssiges Gelände.

Ina - die junge Hündin von Hans hat dies nicht beeindruckt und sie fand irgendwo einen "Rehrücken" - ein Knochenskelett, an dem sie genussvoll herum knackte - nicht zur Freude von Hans. Er nahm Ina an die Leine und warf den "Rehrücken" weit in den Abhang hinunter. Nach einer grösseren Wegstrecke lies er Ina wieder frei, diese machte rechtsumkehrt und spurtete sofort zurück - und fand ihr "bestes Stück" sogleich wieder! Ja, die Quintessenz: Wenn sie vom Herrchen nicht gefüttert wird, so muss sie eben ihr Fressen selbst besorgen - denn die Energie, die sie braucht mit ihrer dauernden Bewegung im Laufschritt, muss ja auch ersetzt werden 🙂 

 

 


Auf der Anhöhe des Wildspitz genehmigen wir uns eine Rast - im Norden die Bächau am Zürichsee mit den sichtbaren Inseln Ufenau und Lützelau und unterhalb des abschüssigen Geländes, etwas östlich gelegen, sehen wir Schindelegi. Dann beginnt der Abstieg nach Biberbrugg - eine kleine Herausforderung! Die vergangene, kurze Regenperiode hat an den Wegen Spuren hinterlassen. Das Terrain zeigt sich auf den nächsten 500 Metern rutschig - nass - steil, mit tiefen Furchen. Alle suchen ihr Gleichgewicht aufrecht zu halten, aber auch alle Probleme enden irgendwann! In der Überwindung der Herausforderungen liegt die Genugtuung.

Der Rest des Weges ist "Normalkost" - nur am Schluss des Abstieges wurden wir vor einem Wegweiser nochmals auf die Probe gestellt: Beide Zeitangaben bis zum Ziel Biberbrugg wurden mit 25 Minuten angegeben. Fredi gab uns den notwendigen Hinweis zur Entscheidungsfindung: Links heisst direkt zum Bahnhof - geradeaus führt der Weg an einem Restaurant vorbei. Wir konnten uns glücklicherweise zu einem Entschluss durchringen und einigten uns.

 

 

Der Abschlusstrunk in der Gaststätte wurde etwas kurz gehalten, da sich eine baldige Zugsverbindung mit Anschluss in Wädenswil anbot. Auf dem Bahnhof Biberbrugg zeigte es sich, dass der vorgesehene Zug erst mit Verspätung einfahren würde und technische Probleme im Bahnbetrieb vorherrschten. Trotz Feierabendverkehr mussten wir in Wädenswil eine Weile auf die verpasste Weiterfahrt warten. Rückblickend können wir uns an der wiederum gelungenen Wanderung ohne Regen freuen, auch wenn die Panoramaaussicht uns zumeist verdeckt blieb. 

Bei der terminlichen Wahl blieb Fredi auch dieses Mal im Grünbereich, denn wettereinflussmässig ist die ganze Woche sehr labil und regnerisch. Gerne danken wir dir auch für den heutigen, hervorragend geplanten Ausflug herzlich, der uns wieder viele schöne Erinnerungen zurückgelassen hat. 

 

 

 

 

 

Fotos: Werni, Annelies 

 

Karte


Tagesbericht: Hane

Zwei jung gebliebene Damen sowie elf gesetztere Herren und ein Vierbeiner waren es die sich trotz gemäss Ausschreibung „strenger Tour“ und „Aufstehen kurz nach Mitternacht“ auf den Weg ins Tessin machten. Mit der SBB ging es via Zug und Bellinzona nach Cadenazzo, von dort mit dem Postauto nach Vira und mit einem weiteren, den engen Strassen entsprechenden, Klein-Postauto nach Monti di Fasano. Kaffee mit Gipfeli und ein-zwei Glas Weisswein gab es bereits im Speisewagen, wir konnten also sofort los marschieren.

Wenige Minuten wanderten wir auf einem schönen, ebenen Weg und dann ging‘s aber sofort steil bergauf. Es lagen über 900 Höhenmeter auf einer Strecke von 3,7 Kilometer vor uns. Das Wetter war absolut spektakulär, blauer Himmel, angenehme Temperaturen und dank Nordföhn perfekte Weitsicht. Nur was nützte uns die Weitsicht, befand sich doch der mit viel Laub bedeckte Pfad ständig im Wald.

Das Feld der Wanderer zog sich natürlich in die Länge, der Tourenleiter hatte aber vorgeschlagen, dass wir uns nach ca. der Hälfte des Aufstiegs wieder sammeln und eine Znüni-Pause einlegen würden. Dies hat bestens geklappt,  allerdings kam es noch zu einem kleinen Missverständnis, weil der Kollege H.L. eine unserer Damen mit einer Vogelscheuche verwechselte (gemäss eigenen Aussagen hatte ihn die rote Jacke verwirrt). Die verwechselte Dame hat es natürlich mit Humor genommen, weil sie ja wusste, dass es sich um einen Versprecher gehandelt haben musste.

Weitere zweihundert Höhenmeter nach oben und wir waren in offenem Gelände. Da wurde sofort klar, wieso diese Tour das Attribut „Panorama-Wanderung“ beinhaltete. Ich hatte immer geglaubt, dass  Pilatus, Rigi, Stanserhorn, Leistkamm betreffend Aussicht und Panorama nicht übertroffen werden können.  Nach weiteren zweihundert Höhenmeter musste ich eingestehen, dass ich mich ein weiteres Mal geirrt hatte.

Auf dem Monte Gambarogno (1734 MüM) sahen wir in der Ferne in einem 270-Grad-Kreis gemäss Tourenleiter die 4000er vom Wallis bis zum Bernina-Gebiet. Unter uns lag der Lago Maggiore mit der Insel Brissago, dann Locarno, Ascona, dem Maggiatal und etwas erhöht die Vercasca-Staumauer mit See. Südöstlich ein weiterer Teil des Lago Maggiore mit Luino und hinter uns die bekannten Tessiner Gipfel Lema und Tamaro sowie etwas unter uns der Pass „Alpe die Neggia“. 

Das Mittagessen hatte absolut keine Priorität, die Aussicht geniessen stand im Vordergrund.Nach der ausgiebigen Pause war dann der Abstieg via „Alpe Cedullo“ und „Oratorio die Sant Anna“ nach Indemini angesagt. Ein kleiner Wehrmutstropfen war, dass die Beiz auf der „Alpe Cedullo“ nicht geöffnet war, aber wir legten trotzdem eine Pause ein und verpflegten uns aus dem Rucksack. Danke Monika für die „Nussstängeli“, solche kannst Du wieder mal mitbringen, vielleicht ein etwas grösserer Sack 🙂  Bei der „Oratorio die Sant Anna“ handelt es sich um ein in die Jahre gekommenes Kirchlein, dass allerdings geschlossen war.

Schade war, dass wir den ganzen Tag keine fliehenden Wildschweine und Rehe sahen. Auch keine verängstigte Schafherde war in Sicht und die Briefträger sowie Mopedfahrer waren im Tessin an diesem Tag auch auf der sicheren Seite. Hans nimm doch bitte „Ina“ das nächste Mal wieder mit, wir freuen uns über die willkommene Abwechslung 🙂

In Magglingen hatten wir vor sechs Wochen den Sportplatz „bout du monde“ (Ende der Welt) gesehen, wie wollen wir dann „Indemini“ das Ziel unserer heutigen Wanderung bezeichnen? Neben einigen Steinhäusern gab es aber erfreulicherweise das „Indeminese“ ein Grotto mit Bier Wein und Süssigkeiten. Um halb Sechs fuhr dann pünktlich das Postauto vor und wir konnten uns mit vier Mal umsteigen und vielen Eindrücken reicher zurück in heimatliche Gefilde transportieren lassen.

Fredy wir hatten gemeint in den letzten fünf Jahren Alles gesehen zu haben, diese Tour war aber nochmals eine Steigerung, beschte Dank.

 

Fotos: Föns, Monika, Annelies, Hane 

 

Karte

 


Moléson – Les Pacots – Les Joncs / Les Joncs – Les Pléiades - Chexbres

Tagesbericht: Monika Kreienbühl

 

 

Die Aufgabe, den Bericht unserer Zweitageswanderung zu schreiben, habe ich erst am späten Vormittag des zweiten Tages erfahren. 

Unsere Gruppe bestand aus neun Männern und einer Frau, trocken kommentiert als ideale Zusammensetzung, keine Hunde, keine Lehrer, keine Polizisten und (fast) keine Frauen. Aber genau die Eine wird dann zum Schreiben verknurrt :-).

Das Grüppchen reist via Zürich, Fribourg, Gruyère hinauf mit Postauto zur Talstation der Moléson Bahn.  Von dort fahren wir mit gesponserten Billetten hinauf zur Mittelstation Plan-Francey. Zuerst werden wie üblich Kaffee, Kuchen und Gipfeli (wieder gesponsert) genossen.

Das Wetter ist nicht wunschgemäss, es regnet zwar nicht, aber die Aussicht gleich null. So wird klar entschieden, nicht auf, sondern um den Moléson zu wandern. Bei einer Verzweigung hätte es zwei Personen  fast gejuckt, doch aufzusteigen, da es aufhellt. Zehn Minuten später wird die Sicht wieder schlechter, das Unterfangen erübrigt sich. Dafür kommen wir an einer Beiz vorbei und geniessen dort ein richtig währschaftes Fondue.

Nach gut zwei Stunden sind wir schon am Zielort unserer heutigen Etappe. Wir verabschieden Max und nun hat die Frau nur noch acht Brüder. Bevor wir in die Auberge des Joncs gehen, umwandern wir den Lac des Joncs. Den Apéro sowie das feine Nachtessen mit Röschti erhöht unsere gute Laune und es fällt da und dort ein Witz. So meint etwa Güx, auch nach nach 53 Ehejahren sei er sehr zufrieden mit seiner Frau, nur, dass sie keine Freude habe, wenn er fremde Frauen heimbringe, verstehe er nicht. Fredi erzählt von einem Mann, der zum Arzt geht und dann zu Hause den Anzug verbrennt und die Frau fragt, warum denn das, sagt er: der Arzt habe gesagt es sei ein Tripper im Anzug.

Im Alter haben bekanntlich einige die senile Bettflucht und diese berichten, dass es um fünf Uhr nicht nur geregnet, sondern richtig geschüttet habe. Auch beim Morgenessen regnet es und ist verhängt. Beim Abmarsch um halb neun können wir nicht glauben, was für einen Pakt Fredi mit Petrus geschlossen hat. Kein Regen und bereits die ersten Sonnenstrahlen. WOW !

Immer schön aufwärts geht es nun Richtung Les Pléiades. Was von weitem wie ein gezuckertes Schneefeld ausschaut, sind in Wahrheit riesige Narzissenfelder. Nach gut zwei Stunden sind wir an der Station der Zahnradbahn Transports Montreux-Vevey-Riviera. Beim Aussichtsrestaurant guckt „just in time“ die Sonne durch und eröffnet ein super Panorama auf den Genfersee. Nachdem Kaffee und Kuchen gegessen sind, bleibt noch fast eine Stunde  Zeit bis zur Abfahrt. Wie wärs mit einem Kaffee Güx (Luz)?  Natürlich muss jemand dem Kellner erklären, wie der gemacht wird. Resultat i.O., wie eine Person aus dem Kanton Luzern meint.

Nun geht es mit der MVR Bahn hinunter bis nach Corsier und schon bald erreichen wir das Wohnhaus von Charles Chaplin und schlendern in dessem Park.

Dann geht es aufwärts und wir wandern für einige Stunden in den Rebbergen auf und ab bis nach Chexbres. Etwas ausserhalb vom Ort ist das fantastische Aussicht-Restaurant Bellevue. Dort wird von einigen ein feiner einheimischer Wein genossen und andere genehmigen ein Bier.

So gehen zwei wunderschöne Tage zu Ende und es bleibt nur noch zu sagen: DANKE MERCI GRAZIE Fredi und mach weiter so! 

Karte 1. Tag

Fotos: Werni, Föns 

Karte 2. Tag

Fotos: Föns, Werni

 


Tagesbericht: Hane

Moderate Abfahrtszeit und strahlender Sonnenschein aber trotzdem eine turbulente Tour mit Happyend. Am letzten Freitag ging es los als Fredy feststellte, dass der Wildheuerweg noch geschlossen war. Routiniert wir er aber ist hat er sofort eine neue Tour im selben Gebiet ausgearbeitet und die Gruppe via elektronische Medien entsprechend informiert. Es standen dadurch etwa 200 Höhenmeter weniger auf dem Programm, was ja angesichts der gesponnen Temperaturen nicht ungelegen kam. Einen Tag vor der Wanderung hat er dann aber festgestellt, dass der Weg doch geöffnet war und das Programm wieder zurück geändert.

So weit so gut, aber dann spielt uns die SBB einen Streich. Der Zug von Birmensdorf nach Zug hatte 20 Minuten Verspätung. Das hiess dann für uns: In Steinhausen aussteigen und auf den nächsten Zug warten. Max und Geri die von Zürich nach Zug fuhren wurden per Handy informiert. Max wartete angeblich in Flüelen und Geri in Zug. Geri hat uns in Zug nicht gesehen und einfach gewartet, Max hat nach geraumer Zeit angerufen, dass er nicht in Flüelen warte, weil der Zug dort gar nicht gehalten hatte 🙂 

Geri stiess dann halt mit einer halben Stunde Verspätung in Oberaxen dem Startpunkt der Wanderung zu uns. Max hat eine Zugsreise via Bellinzona zurück nach Arth Goldau und schlussendlich nach Flüelen gemacht. Er hat die Tour in der Gegenrichtung gestartet und uns tatsächlich bei der Mittagsrast im Gebiet von „Unter Hüttenboden“  getroffen.

Wie bereits erwähnt starteten wir in Oberaxen, das von Flüelen aus mit einer ziemlich abenteuerlichen Schwebebahn erreicht werden kann. Das Restaurant mit der fantastischen Aussicht kannten wir von unserer Tour im Mai 2017 als wir von Morschach nach Oberaxen wanderten.  Wie nahe Freud und Leid zusammen sind musste die Wirts-Familie Luthiger-Gisler im Sommer 2016 erfahren. Der Vater Sepp Gisler stürzte am 31. Juli 16 beim Heuen zu Tode während seine Tochter einen Tag darauf ein Mädchen zur Welt brachte (Dok-Film von SRF: Geschichte einer Wildheuer-Familie).

Jetzt endlich zur Wanderung: Der gut ausgebaute Weg führte uns grösstenteils resp. glücklicherweise durch bewaldetes Gebiet zum ersten Zwischenhalt bei der Alp Franzen. Es begrüssten uns dort neben dem Älpler vor allem Ziegen und ein Hund die uns den salzigen Schweiss an den Beinen abschleckten. Von einem Aussichtspunkt aus hatten wir eine traumhafte Aussicht über den Vierwaldstättersee mit Seelisberg, dem Nieder- und Oberbauen sowie im Hintergrund den Brisen, Windgällen und Uri Rotstock.

Nach einer weiteren Stunde Fussmarsch und 100 Höhenmetern aufwärts erreichten wir den „Unter Hüttenboden“ und wie erwähnt trafen wir hier erfreulicherweise auf Max. Somit war die Gruppe mit zwei Damen und dreizehn Männern vollzählig. Nach einer ausgiebigen Mittags-Pause ging es dann aber wieder happig bergauf. Ein Teil der Gruppe hatte sich entschieden eine kleine Abkürzung Richtung Eggberge zu nehmen, während der Grossteil den Weg via Fläschsee und Hüenderegg wählte. Wieder ein Teil der Gruppe liess es sich nicht nehmen in den Militärbadhosen im Fläschsee ein Bad zu nehmen.

Weiter ging es auf die Hüenderegg, wo uns wieder ein Prachtspanorama erwartete. In der Ferne der Chinzigpass, der Klausenpass, das Schächental sowie die Schächentaler Windgällen. Der Umweg hat sich sicher gelohnt, obwohl die Temperaturen Rekordhöhen erreichten. Der Abstieg war dann wirklich locker, ca. zwei bis drei Kilometer 400 Höhenmeter bergab bis zur Ortschaft Eggberge.

Dort trafen wir dann auch wieder auf den Rest der Gruppe die auf der Terrasse des Restaurant Eggberge den Wasserverlust wieder ausglich. Die Dessert-Auswahl war etwas dürftig, dafür umso teurer. Güx hat jedenfalls gemeint, dass man bei diesem Preis den Teller mit nach Hause nehmen könne.

Im Bericht von der letzten Wanderung vom 11./12. Juni konnten wir lesen, dass die einzige Frau im Team verdonnert wurde den Bericht zu schreiben. Sie hat es aber so gut gemacht, dass wir uns freuen wenn sie diese Aufgabe wieder einmal übernimmt.

Ein Kollege hatte übrigens noch gefragt, warum im Büro für Gleichstellungsfragen praktisch nur Frauen arbeiten. Die Antwort ist so etwas von logisch ……. weil sie billiger sind 🙂

 

Fotos: Föns, Hane

 

Karte


Tagesbericht: Max

Heute begann der Tag ungewöhnlich gewöhnlich: Alle 15 Teilnehmer*innen (davon 3 Frauen) bestiegen ohne Ausnahme die fahrplanmässig vorgesehenen S-Bahnlinien, keine Zugsausfälle, keine Verspätungen und trafen sich spätestens in Luzern. Die Weiterfahrt mit der Zentralbahn führte über den Brünig nach Meiringen. Ab hier überwanden wir ca. 700 Höhenmeter mit dem Postauto. 

Unser Ausgangspunkt der Wanderung lag beim ehrwürdigen Belle Epoque Hotel Rosenlaui, das 1904 als Nachfolgegebäude des 1864 durch einen Brand zerstörten Kurbads (mit Schwefelquelle) erstellt wurde. Durch einen Erdrutsch wurde dann die Quelle verschüttet; damit endete 1912 die Heilbadepoche für den Hotelbetrieb abrupt. Infolge Berichterstattung durch Reiseschriftsteller (Goethe, Tolstoi, Nietsche) hatte der Ort aber einen Bekanntheitsgrad erreicht. Der Übergang von Grindelwald über die grosse Scheidegg zum Rosenlauigletscher bot viele Naturschönheiten an. Beliebt wurde zudem der Weg nach Meiringen, weil es da keine unüberwindbaren Hinternisse zu bewältigen gab.

Auf den Aussenplätzen des Hotel - Restaurant Rosenlaui geniessen wir nach der Postautofahrt die wärmenden Sonnnstrahlen und lassen uns mit Café, Gipfeli und feinem Zopf verwöhnen. Fredi hat uns danach einen ersten Tageshöhepunkt eingeplant: Nur in ca. 100 m Entfernung befindet sich etwas weiter oben der Eingang zur Gletscherschlucht - eine Sehenswürdigkeit, nicht nur für Naturfreunde! Ermöglicht wurde die Erschliessung des engen Taleinschnittes (Gletscherabfluss) durch den Südtiroler Kaspar Borg, der schon 1903 bereit war, einen Weg neben den tosenden Wassermassen zu erbauen. Ein Besuch des Rosenlauigletscher - Wasserabfluss verspricht uns die Kombination optischer und akustischer Phänomene, wie auch das Wahrnehmen von ausgespülten Felsformationen, Gletschermühlen, Strudelwirkungen, Wasserkräften, aufgeführt mit entsprechender, "dramatischer Begleitmusik", wobei das alles unmittelbar miterlebt und empfunden werden kann. 

Mit dieser Vorahnung inspiriert, folgen wir Fredi, der uns obendrein auch noch den Eintrittspreis gespendet hat. Neben dem ansteigenden Weg kommen wir der Wasseraustrittöffnung bei der senkrecht abfallenden Felsformation immer näher - wir erfahren, dass 2 - 6 m3 Wasser jede Sekunde hier zutage tritt. Nun werden die Stufen immer steiler und wir treten durch einen Felstunnel in die innere Schlucht ein. Aus Texten auf Orientierungsstafeln erfahren wir, dass für das Wegprofil 22000 Sprengungen à je 2.5 kg Dynamit zur Anwendung kamen. Nach oben wie auch nach unten werden ausgespülte Felsformationen, gebildet durch den Wasserlauf, mit riesigen Höhendifferenzen, sichtbar. Massive Geländerkonstruktionen schützen vor Abgründen und lassen eine gewisse Sicherheit aufkommen. Der Schallpegel, verursacht durch die stürzenden Wassermassen, ist enorm. Die Dunkelheit im Schachtlabyrinth wird etwas durch die Wegbeleuchtung verdrängt. Aber weit über der Wasserrinne scheint wohl die Sonne, die keine Düsterheit aufkommen lassen will. Wir müssen immer wieder innehalten - nicht nur, weil die Stufen sehr hoch sind, nein - jeder Augenblick lässt uns das alles zum Erlebnis werden. Nach geraumer Zeit verlassen wir das Labyrinth und sehen beim Ausstieg, wie weit wir uns über der Talsohle befinden. Auf einem lichten Waldweg steigen wir wieder zum Ausgangspunkt hinunter. 

Nun beginnt eigentlich erst die Tageswanderung - mit einem Aufstieg nach der Schwarzwaldalp, etwa 80 Meter höher gelegen. Der durch die wunderschöne Alpenflora führende Kiesweg lässt uns dabei sehr seltene Alpenblumen erblicken. Der hochgewachsene Türkenbund befindet sich in einer farblich abgestimmten und harmonisch beeindruckenden Pflanzenvielfalt. Da wird der Wunsch geäussert, dass von den Pflanzenarten bei jeder Wanderung nur wenigstens eine neue erkannt und beim Namen benannt werden müsste! So kann der eigene Reichtum auf eine andere Art vermehrt werden - nämlich in einer qualitativen Hinsicht.

Die Schwarzwaldalp (1455 m.ü.m) wird mit dem Postauto von Meiringen erschlossen - hier befindet sich die Endstation. Trotzdem warten wir hier auf eine andere Transportverbindung, die aber über eine mit Fahrverbot belegte Bergstrecke nach der grossen Scheidegg (und danach hinunter nach Grindelwald) führt. Der Kurs wird nur wenige Male pro Tag mit einem Postauto angeboten. Das ermöglicht uns bis zur Weiterfahrt eine Verpflegungspause. Die Einen finden den Weg ins nahe gelegene Restaurant - die Andern durchsuchen ihre Rucksäcke nach den mitgebrachten Gaumenfreuden. 

Über die schmale Bergstrecke werden wir durch eine Chauffeuse gefahren, die ihr Job gekonnt ausführt. Auf dem Pass (Grosse Scheidegg, 1962 m.ü.m.) verlassen wir den Touristenbus. Leider sind die aufsteigenden Nebelschwaden Sicht behindernd und lassen die umliegenden, hohen Berge nur in kurzen Blickfenstern erhaschen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Wetterhorn - wenn die Spitze die Sicht frei gibt, sehen wir wie gross der Berg in Erscheinung tritt. Beinahe senkrecht muss sich der Blick erheben, wenn wir uns an den Felsplanken emportasten wollen. Etwas weiter südlich steigt die Eigernordwand aus einem Nebelloch. Daneben befindet sich der Grindelwaldgletscher. Wir aber steigen zum First der grossen Scheidegg auf und müssen uns um 180° drehen, um weiter die sich öffnenden, nebelfreien Zonen auf die Bergwelt, zu nutzen. Nun scheint die ganze Flora eine rötlichen Stich abzubekommen; das Alpengewächs setzt sich aus verschiedenen, niederen Büschen und Sträuchern zusammen. Darunter befinden sich kleine Föhrenarten, Erika- und Heidelbeergewächs, aber eben auch die Landschaft bemalenden Alpenrosen, die nun voll in ihrer Blüte stehen. So sind sie unsere treuen Begleiter auf dem Höhenweg zurück nach der Schwarzwaldalp. Auch die Rinder, denen die Sömmerung auf diesen herrlichen Matten zuteil kommen wird, schauen interessiert unserer Wandergruppe mit Neugier entgegen. Auf den schmalen Alpwegen lassen sie dann den Dung liegen und es ist uns überlassen, wie wir die fliegenübersäten Fladen überwinden lernen. Nun hat sich eine Nebeldecke gebildet, die alle Berggipfel einzuhüllen droht. Unser Vorstellungsvermögen wird nun gefordert: Gegenüber liegt das Wetterhorn und die Engelshörner. Schon ihre Konturen würden uns beeindrucken können. So bemühen wir uns der Phantasie und freuen uns an den sichtbaren Alpenweiden. Am Ende des Höhenweges gönnen wir uns eine weitere Verpflegung aus dem Rucksack, dann führt uns der Weg wieder hinunter.

Nur selten sind Wanderer anzutreffen, die Kühe und Rinder mit und ohne Hörner sind aber allgegenwärtig. Sie versperren uns den Weg, indem sie ihn liegend queren - unser Nahen stört sie nicht! So steigen wir über sie hinweg, so wie es eben geht. Trotzdem kommen wir weiter und es liegt noch "ein Auftanken" in der Brochhütte drin (1505 m.ü.m.). Trotz vergangenen Regenschauern ist unser Weg meist gut begehbar, den wir nun über Matten und Felder, aber auch durch Wälder fortsetzen. Bei Gschwandenmaad erreichen wir wieder die Strasse, direkt bei einer Postauto - Haltestelle. Sie liegt unterhalb von Rosenlaui und schon 5 Minuten nach unserem Eintreffen werden wir die bequeme Talfahrt mit dem Postauto nach Meiringen antreten. 

Wieder zurück in der "zivilisierten Welt" finden wir beim Bahnhof noch genügend Sitzgelegenheiten in einer Gartenwirtschaft, wo wir den Tag mit allfälligen Gelüsten nach Süssem abschmecken können. Die Zentralbahn führt uns in ca. 70 Minuten nach Luzern, wo wir gleich einen Anschlusszug nach Zug / Zürich besteigen können. Nach einer hochinteressanten Wanderung ohne Regen, mit vielen Eindrücken bereichert, möchten wir uns bei Fredi wiederum herzlich bedanken. Alle, die nicht teilnehmen konnten, haben sicher einen wunderbaren Tag mit vielen Höhepunkten verpasst. Fredi wird uns aber auch weiterhin mit seinen Wanderungen zu anderen interessanten Zielen führen - besten Dank zum voraus!

Fotos: Jörg, Werni, Annelies, Hane

 

Karte 1. Teil

Karte 2. Teil


Tagesbericht: Monika

Bei prächtigem Wetter und guter Aus- und Fernsicht haben sich sechzehn Wanderfreudige getroffen. Dieses Mal sind alle „Gattungen“ dabei, u.a. drei Frauen, ein ehem. Lehrer, ein Polizist und ein Hund. Ohne Verspätungen sind wir via Zug Luzern, Wolfenschiessen auf der Chrützhütte angekommen. Beim obligatorischen Kaffee mit Gipfeli stellt uns Fredi Gut eine neue Teilnehmerin vor, mit Namen Irène Gut. Sie sei zwar nicht verwandt, aber eine richtig gute Bergwanderin (wie eben die Gut’s sind).

Nun aber geht es los. Wir wandern auf dem sehr schön ausgebauten Walenpfad immer ein bisschen bergan. Der Aufstieg ist eindeutig zu wenig steil, denn dass man da noch so viel schnörren kann, ist unglaublich. Die Schreiberin hat auch dazu gehört !!  Klima, Politik, Frauen, Ferien, Gesundheit, S.., es gibt einfach so viel auszutauschen. Was wir aber trotz „schnörren“ sehen, ist der Bannalpsee. Wunderbar glitzert es mal dunkelblau oder mal grün. Es juckt, hinabzusteigen und ein kühles Bad zu nehmen. Dieser See ist noch nicht auf dem Programm. 

Auf einer wunderschönen Anhöhe geniessen wir das mitgebrachte Picknick und können uns nicht satt sehen an den Walenstöcken, dem Bristen, dem Kaiserstuhl, dem Buchserhorn und vielem mehr. Aber dass es einen Berg namens Ha(h)nen gibt, ist mir seit gestern neu. Was unterschlägt uns Hane ? Leider haben die obligaten Nussstängeli’s gefehlt, aber dafür hat uns Irène mit Minz-Schokolade verwöhnt. 

Die wunderschöne Panoramawanderung (obwohl jemand das Panorama einfach nicht sieht) zeigt sich von der schönsten Seite. Bald kommen wir zu der Bergstation des Brunni – Sessellifts. Der Barfussweg rund um den idyllischen Härzlisee ist ein Naturerlebnis der besonderen Art und ein wahrhaftiges Nervenkitzel, das sowohl Geist wie Körper und Seele fordert. Drei von unserer Gruppe haben diese Kneipp Tour gemacht. Vier Männer mit Flachbrettbäuchen haben das Schwimmen im See vorgezogen. Der Rest der Teilnehmer hat schon mal etwas Kühles zu sich genommen.

Jetzt ist wieder wandern angesagt, aber nur für recht kurze Zeit, denn nach 15 Minuten wird entschieden, den letzten Halt in der obergelegenen Alp zu genehmigen und nicht bei der Station Ristis. Hier gibt es noch ein Jubiläum zu feiern, unser lieber Hane, Betreuer der Homepage, Berichterstatter und einfach „ e liebe, mängisch e chline fräche, Siech “ ist auf der 100sten Wanderung dabei.

Gemütlich gondeln wir hinab nach Engelberg mit Sicht auf das Klosterund  die Sprungschanze. Der Weg zum Bahnhof führt am Friedhof vorbei und sicher denken einige in dem Moment an liebe Verstorbene. Die Bahn Richtung Luzern ist total überfüllt und unsere Kameraden sind überall verstreut im Zug. Zwei Personen unter uns werden vorübergehend zu den Ehefrauen vom Jubilar. Ja, ja, den Indern kann man Fake News andrehen wie Trump der ganzen Welt.

Wohl behalten kommen die Meisten von uns um ca. 20.00 Uhr nach Hause und freuen uns jetzt schon auf die nächste Wanderung am 6. August 2019. Danke Dir lieber Fredi, einmal mehr : Spitzenqualität

 

Fotos: Werni, Hane, Annelies

Karte


Wanderung ab Prodalp über Prodkamm – Ziger - Güslen – Seeben - Tannenbodenalp

Bericht: Geri

Im wahrsten Sinn des Wortes geht es am Morgen im Schnellzugstempo Richtung St. Galler Oberland. Der Intercity bringt unsere gut gelaunte Wandergruppe mit 3 Damen und 13 Männern sowie zwei zwirbligen Enkeln und der Hündin von Lüscher’s Hans nach Sargans, wo das Postauto auf uns wartet. Aber „ohä Lätz“, beim Umsteigen merkt einer von uns, dass sein Handy gerade  alleine die Weiterfahrt nach Chur angetreten hat. Wie muss sich der arme Peter wohl hin- und hergerissen gefühlt haben, als sich für ihn spontan die Frage stellt, ob er sich nun für seine Wanderkollegen oder für sein geliebtes Handy entscheiden soll! Schliesslich siegt die Liebe: Die Beiden fanden sich später wieder! Unsere Gruppe jedoch reist - um eine Person reduziert - via Flums nach Flumserberg, Tannenheim und von dort mit der Gondelbahn hinauf zur mit Wolken verhangenen Prodalp.

Nach dem obligaten Kafi mit Gipfeli im Bergrestaurant (mit Wettbewerb „Wer darf das bezahlen?“) nehmen wir den Anstieg unter die Füsse. Trotz schweren Regenwolken gelangen wir trockenen Fusses auf den Prodkamm und dann zur Maschgenlücke. Erst kurz vor unserer Ankunft auf dem Maschgenkamm öffnet Petrus die Schleusen zum ersten Mal. Was bleibt uns da Anderes übrig, als uns in den Schutz des Panoramarestaurants zu begeben. Spontan entscheidet Fredi hier, das Mittagessen etwas vorzuziehen – und spontan sind alle bereit, auf das vorgesehene Picknick in der freien Natur zu verzichten! Nach Speis und Trank (inkl. „flinkem“ Sponsor!) hat draussen der Regen nachgelassen.

Ein kurzweiliger Aufstieg bringt uns zum 2074 Meter hohen Ziger. Auf dem höchsten Punkt unserer heutigen Tour geniessen wir trotz bewölktem Himmel die tolle Aussicht über Hochmoore und kleine Seen. Deren Entstehung hat über Tausende von Jahren gedauert. Sie sind in dieser Form einzigartig auf der Erde. Solche Moore zählen zu den wertvollsten Gebieten und stehen unter dem Schutz des Bundes. Sie bieten natürliche Lebensräume und Heimat für rund einen Viertel aller bedrohten Pflanzenarten der Schweiz.

Ein kurzer Abstieg führt uns zur Zigerfurgglen. Weiter geht es dann auf dem Wanderweg über Cuncels und Chrüzen zum Chli Güslen. Auf einem schmalen und nassen Pfad machen wir dann einen Abstecher hinauf zum Gross Güslen. Dort geniessen wir die einmalige Aussicht auf den Walensee und die dahinter sich auftürmenden Churfirsten. Sogar ein Regenbogen spannt sich über der herrlichen Natur in den Himmel.

Während sich einzelne Sonnenstrahlen und Regentropfen einen Wettstreit um die Wetterdominanz liefern, wagen wir den etwas schwierigen Abstieg auf dem steilen, teils glitschigen Pfad. Unten am idyllischen Seebensee angekommen, bestaunen wir nochmals die eindrückliche Landschaft. Unübersehbar ragt der kantige Sächsmoor aus der imposanten Gebirgskette heraus – und spiegelt sich im See. Da lädt uns die Sonnenterrasse des Berghotels Seebenalp zum letzten Einkehren ein. Und zugleich bietet sich für einen ungeduldigen Kandidaten die Gelegenheit, endlich seinen Einstand zu geben!

Voller Eindrücke und in aufgeräumter Stimmung machen wir uns auf die letzte Wegstrecke. Kurz vor der Ankunft auf der Tannenbodenalp werden wir dann doch noch so richtig begossen. Schliesslich landen wir – anstelle der geplanten Talfahrt mit der Luftseilbahn nach Unterterzen – völlig durchnässt im Postauto nach Flums. Auf der Heimreise im Zug sind wir dann aber alle wieder trocken – und einfach glücklich und zufrieden, diesen abwechslungsreichen Tag erlebt zu haben! Besten Dank, Fredi! 

Karte

Fotos: Werni, Annelies, Geri, Föns, Jörg


Tagesbericht: Hane

1. Tag:     Zermatt –Trift

Vierzehn erwartungsfrohe Wanderer, davon drei Damen, stiegen in Zürich in den Zug nach Visp. Leider hatten sich die Kachelmänner-Jünger nicht geirrt, das Wetter war wirklich suboptimal. Die Fahrt von Zürich über Bern durch den 2007 eröffneten ca. 35 Kilometer langen Lötschbergtunnel dauerte knapp zwei Stunden. Von Visp aus brachte uns die Matterhorn-Gotthardbahn in ca. einer Stunde nach Zermatt.

Wie es Tradition ist stärkten wir uns vor dem Start im nächstgelegenen Restaurant. Danach hiess es Regenkleider montieren und abmarschieren. Einige Meter verliefen noch im Dorf selber, aber schon bald kam die Abzweigung Richtung Trift. Nach ca. einer Stunde und ca. 340 Höhenmeter weiter oben war dann mit dem Edelweiss schon wieder ein Restaurant in Sicht. Dem Wetter angepasst wurden warme Speisen bestellt. Einige entschieden sich für Suppe, während sich andere für ein Fondue entschieden. Die Huus-Kafi zum Abschluss trugen dann dazu bei, dass die Stimmung schon ziemlich angeheitert war.

Erfreulicherweise hatte der Regen aufgehört, der Nebel sich gelichtet und wir hatten daher von der Restaurant-Terasse aus freie Sicht auf das praktisch senkrecht unter uns liegende Zermatt. Die Regenkleider in den Rucksack, nach einer Viertelstunde wieder aus dem Rucksack und bei starkem Regen weitere 370 Höhenmeter obsi. Glücklicherweise wieder nur ca. eine Stunde und wir waren beim Hotel Trift unserer Herberge für zwei Nächte.

Dort wurden wir von Hugo dem Gastgeber freundlich willkommen geheissen und in die Hausordnung eingewiesen.  WiFi-Benutzung  gratis, die Klimaanlage in den Zimmern könne mittels Fernbedienung eingestellt werden und leider gäbe es beim TV nur 20 verschiedene Sender ohne Teleclub und ohne Netflix 🙂

Wir machten es uns in der Gaststube gemütlich und plauderten bis dann um 19h das Nachtessen serviert wurde. Ein Viergänger mit Suppe, Salat, Riz Casimir und Dessert stand auf dem Programm. Das üppige Menu, die Höhe und wahrscheinlich der Wein trugen viel dazu bei, dass bald die notwendige Bettschwere erreicht war. Natürlich hat auch noch mitgespielt, dass um 22h der Strom abgestellt wurde und die Lichter ausgingen.

Ich verwende neu eine andere Darstellungsart der Bilder. So können sie auf den Smartphones und Tablets auch angeschaut werden. Für die Anzeige des nächsten Bilds, einfach auf das angezeigte Bild klicken.

Bilder

Karte   1. Tag 

2. Tag:  Trift-Platthorn-Wisshorn-Trift

Wie immer hatten die Einten gut geschlafen und die anderen einfach nur übernachtet. Eine der Damen im Nebenzimmer hatte sich beklagt, dass sie kein Auge zugetan habe, nicht zuletzt weil im Nebenzimmer jemand geschnarcht habe. Anmerkung des Autors: Ich war im Zimmer nebenan und  habe nichts gehört und wunderbar geschlafen 🙂  Da auf der Strecke zum Mettelhorn (3405 MüM) ein grösseres hartes Schneefeld hätte durchquert werden müssen, hat Fredy nach Rücksprache mit Hugo entschieden, dass wir das Platthorn (3344 MüM) und nicht das Mettelhorn ansteuern.

Um ca. 8h war dann bei Prachtswetter und Super-Sicht, mit fast leeren Rucksäcken, Abmarsch Richtung Platthorn. Die Strecke war am Anfang mit roten Fähnchen gut markiert. Allerdings hatten wir schnell festgestellt, dass die Fähnchen für das am Samstag stattfindenden „Langstrecken-Bergrennen Ultraks“ gesteckt waren. Es handelt sich um ein Rennen mit vier unterschiedlichen Strecken und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die schwierigste Strecke ca. 90 Leistungs-Kilometer und 3‘600 Höhenmetern.

Auf einem recht angenehmen Pfad kamen wir gut voran und hatten schon bald beste Sicht auf das Matterhorn. Der Anblick des „Horu“ wie es die Walliser nennen ist für jeden Zermatt-Besucher ein unvergesslicher Höhepunkt. Auf der gegenüber liegenden Talseite südlich vom Matterhorn war das Sommer-Skigebiet „Kleines Matterhorn“ zu sehen, dann der Gornergrat, weiter in der Ferne das Breithorn, Castor & Polux sowie ganz in der Ferne das Monte Rosa Massiv mit der Dufour-Spitze.

Nach ca. zwei Stunden und 800 Höhenmeter weiter oben erreichten wir die Abzweigung Platthorn/Mettelhorn. Dort wurden zuerst einmal in aller Ruhe die Rucksäcke geöffnet und die Verpflegung hervor genommen. Zum Essen reichte es aber nicht, da plötzlich Hektik ausbrach und einer nach dem anderen den 200 Meter höher gelegenen Platthorn-Gipfel anvisierte.

Vom Platthorn aus waren dann neben den oben erwähnten Bergspitzen, auch noch weitere Viertausender wie das Täschhorn, Alalinhorn, Alphubel und der Dom, mit 4545 Meter der höchste Berg der Schweiz, sichtbar. Richtung Norden dominierte das Weisshorn (4506).

Einen Katzensprung entfernt hatten wir das Platthorn mit dem bereits erwähnten Schneefeld im Blickfeld. Nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen hatten stiegen wir die 200 Meter wieder hinunter und konnten endlich in Ruhe das Mittagessen einnehmen. Spontan entschieden wir uns dann auf dem Heimweg noch einen Abstecher auf’s Wisshorn (2936) zu machen.

Gegen 16h waren wir zurück auf der Terrasse im Gasthaus Trift. Dort kam es dann für den Bericht-Schreiber zur Mega-Überraschung.  Annelies hatte zu Hause einen Geburtstagskuchen gebacken, mit auf die Wanderung genommen und dem Geburtstagskind, mit Kerzen dekoriert, überreicht. Herzlichen Dank nochmals. Selbstverständlich kam die gesamte Gruppe in den Genuss eines Schoggikuchen-Stücks.

Fredy hat plötzlich erwähnt, dass mit Güx ein weiterer Jubilar anwesend sei. Er hatte an diesem Tag seine hundertste Wanderung im Rahmen des "Quer dur d'Schwyz-Programms" absolviert. Güx ist noch immer in Topverfassung, er trainiert auch regelmässig, jedenfalls wurde er am Montag zwischen Rifferswil und Kappel auf den Rollskis beobachtet

Das Abendessen mit Suppe, Salat, Braten/Teigwaren und Dessert war wieder ausgezeichnet. Bettruhe um 22h infolge kein Strom mehr und daher kein Licht.

 

Bilder

Karte   2. Tag

3. Tag:  Trift-Zermatt

Nacht wie gehabt, auf dem Gang war ein ständiges „Kommen und Gehen“.  Um 7h stand das Morgenessen auf dem Programm und um 8h war Abmarsch. Zum Abschied hat uns Hugo vor dem Haus noch ein Alphornsolo vorgetragen.

Zermatt liegt 700 Höhenmeter tiefer als das Gasthaus Trift. Wir konnten also davon ausgehen, dass es nur noch bergab geht. Aber … wir kennen unseren Tourenleiter nun schon gut fünf Jahre und wissen daher, dass er immer wieder einen Umweg kennt. Auf der Route Höhbalmen waren dann tatsächlich zuerst wieder 400 Höhenmeter obsi angesagt. Das Wetter war immer noch perfekt und so war der Umweg ein Vergnügen, insbesondere auch weil wir vor uns ständig das Matterhorn sowie einige allerdings stark eingegangene Gletscher wie „Gabelhorn“, „Trift“ und „Hohlicht“ im Blickfeld hatten. Ein imposanter Wasserfall zog dann nochmals sein Augenmerk auf sich und kurz darauf kam das Restaurant Stafelalp in Sicht.

Nach dem Mittagessen hatten wir noch immer ca. 4 km Wegstrecke und 600 Höhenmeter abwärts vor uns. Wir kamen am Zmutt-Stausee vorbei, von welchem aus das Wasser mit riesigen Pumpen auf 2‘400 m in den Lac de Dix (Grande Dixence) heraufgepumpt wird. Dann gings’s vorbei am  idyllischen Dörfchen Zmutt und last but not least musste noch Zermatt durchquert werden.  

Die Heimfahrt unterschied sich nicht gross von der Hinfahrt ausser, dass wir in die Gegenrichtung fuhren 🙂

Die drei Tage waren ein Super-Erlebnis und in jeder Beziehung ein Vollerfolg, danke Fredy.  

Bilder

Karte   3. Tag


Tagesbericht: Max

Es ist schönes Herbstwetter angesagt, am Morgen eher etwas kühl und teilweise liegen Nebelfelder über der Landschaft. 17 Wanderfreudige (darunter 3 Frauen und ein Hund) treffen sich im Zug, der uns nach Erstfeld bringt - danach fährt uns der Linienbus nach Göschenen, die alte Gotthardstrecke bis nach Intschi, der Talstation der Seilbahn zum Arnisee. Für unsere Gruppe sind drei Bergfahrten notwendig, da die Gewichtsbeschränkung in der Kabine anzeigt, dass max. 7. Personen mitgeführt werden können. Die Höhendifferenz von ca. 700 Meter zum Arnisee (1368 müM) schaffen wir so in wenigen Minuten. 

Unmittelbar oberhalb der Bergstation liegt das mit einer grossen Sonnenterasse sich anbietende Bergheim, wo wir uns bei Café / Gipfeli stärken und die wärmenden Sonnenstrahlen "aufsaugen" können. Aber nicht nur das - wir kommen auf der kleinen Geländemulde auch in den Genuss der herrlichen Aussicht über das tief unter uns liegende, nach Süden sich erstreckende Reusstal bis ins Gotthardmassiv und den Blick ins Bergmassiv des gegenüberliegenden Maderanertals mit den flankierenden "Eingangstürmen" von Windgällen und Bristen. Etwas weiter südlich gelegen sehen wir ins Fellital, das über die Fellilücke direkt zum Oberalppass führt. 

Der Aufbruch zur Tageswanderung führt uns zuerst an den klaren Arnisee, einem Stausee, der durch Bergbäche der vergangenen Regentage reich gefüllt worden ist. Wir sehen, dass das Grasnabenende bis gut einen Meter unter der Wasseroberfläche liegt - das üblicherweise die Uferbegrenzung darstellt. Nun weist uns die Wanderroute Richtung Heitersbüel / Leitschachbach - über einen gut ausgebauten Wanderweg, vorbei an einzelnen Ferienhäusern, zum Weg nach der Furt. Beim ersten Anstieg finden wir uns von einer herbstlichen Vegetation umgeben - viele verblüte Alpenrosenstauden, Erikablüten und  Heidelbeersträucher sind hier anzutreffen. Dazwischen wachsen kleinwüchsige Koniferen - eine Nadelbaumart. Und dann die überall gegenwärtigen, recht grossen Pilze - wie immer die Auffälligsten unter ihnen die roten Fliegenblätterpilze in den schönsten Ausformungen. Im offenen Taleinschnitt brennt uns die Sonne in den Nacken und schon bald werden Kleiderschichten reduziert, die uns "ins Schwitzen" bringen.

Die Wandergruppe kommt auf dem moderaten Anstieg des schmalen Weges immer wieder ins Stocken, weil sich die Teilnehmer den verlockenden Gelegenheiten der sich anbietenden blauen Früchten der Heidelbeerstauden nicht verschliessen können - das Naschen ist angesagt. Es ist erstaunlich, wie flächendeckend diese Pflanze sich ausbreiten konnte - alle reich behangen. Beim Stundenhalt, wo das Plündern des Rucksacks mit ersten Snacks üblich ist, können andere der Gelegenheit des Heidelbeerpflückens nicht widerstehen. Durch blaue Fingerkuppen lässt sich die Gruppe identifizieren, die sich ihrer Leidenschaft nicht verschliessen konnte. 

Der nächste Aufstieg war sehr steil, teilweise senkrecht zum Hang. Das lies die Gesprächsbereitschaft vieler Teilnehmer verstummen, denn sie waren mit den Anforderungen des Geländes beschäftigt. Dann überzog uns der aufsteigende Nebel und wir wurden umgehend der herrlichen Aussicht beraubt. Auch Panoramawanderungen lassen sich nicht so organisieren, dass Unvorhergesehenes auszuschliessen wäre. Nun gibt es aber Gräte, die eine Wetterscheide ermöglichen - das war da der Fall, als wir die Krete erreichten und uns ein blauer Himmel auf der anderen Seite die Schönheit der Aussicht offenbarte: diesmal in Richtung Urnersee bis Ennetbürgen, aber auch auf ein Gebiet der Wanderung in die Wildheuerwegregion. Die klare Sicht gab Fredi die Möglichkeit, uns die Berg- und Talwelt der Urner - und übergreifenden Umgebung mit seinen Kenntnissen genauestens zu erläutern. Wir befanden uns in auf- und absteigender Weise auf der Höhenkurve um 2000 müM und sahen das Gipfelkreuz Sunnig Grat als  Ziel unserer Wanderung weit voraus. Das Erreichen dieser Anhöhe war aber wiederum ein "steiniger Weg", da die unförmigen Felsbrocken "durchstiegen" werden mussten. Der Aussichtspunkt entschädigte uns aber für unsere Bemühungen mit einer herrlichen Rundsicht. Die Verpflegung aus dem Rucksack hat hier den zusätzlichen Ansprüchen der Hungerzeichen begegnen können. 

Zum Abstieg galt es zuerst den Gratrückweg zu bewältigen. Der Wegweiser zur Sunniggrathütte wollte niemand übersehen - in einem kurzen Abstieg erspähten wir die Durstlöschgelegenheit und nahmen schon bald die Terrasse in Beschlag. Sie liegt in einer Geländemulde auf 1978 müM, umgeben von einer Gebirgsmoorlandschaft mit kleinem Bergsee. Dann war hier das "Klassenfoto" vor dem Hintergrund der östlichen Alpenkette eingeplant. Das war zudem auch der Ausgangspunkt zum Abstieg wiederum zum Arnisee, der gut 600 Meter weiter unter gelegen ist. Zuerst durchstreiften wir die weitere Moorlandschaft bis wir den bewaldeten Steilhang zum Abstieg erreichten. Der Weg war hier meist nicht einfach gegeben - jeder suchte seinen in jedem Schritt neu abzutastenden nächsten Halt im Gelände. Nasses Wurzelwerk erhöhte die Gleitgefahr, wobei die möglichen, auftretenden Stürze immer glimpflich verliefen. Die meisten waren froh als sie die Höhendifferenz zum Arnisee unbeschadet überwunden hatten.

Zum Schluss umwanderten wir noch den Arnisee und fanden uns wieder im bekannten Restaurant der Morgenverpflegung. Da durften wir, immer noch auf der sonnenbeschiehnen Terasse, die noch nicht ausgesprochenen "Neuigkeiten" und die Erlebnisse des Tages, austauschen. Auch da galt es, den Linienbus nach Erstfeld zu berücksichtigen, der nur jede Stunde einen Kurs fährt. In Etappen füllten wir die Seilbahn, die uns alle rechtzeitig nach der Talstation brachte. Der Heimweg mit der SBB über Rotkreuz (Sperrung der Strecke Arth Glodau - Zug auf der rechtsseitigen Zugerseeseite) beanspruchte etwas Geduld. Trotz direkter Linie nach Zürich HB benötigten wir bis dahin anderthalb Stunden. Ein schöner Wandertag hat damit ein Ende gefunden, wiederum optimal geleitet von Fredi, dem ein grosser Dank ausgesprochen werden will.

Bilder: Werni, Föns, Jörg

Karte


Tagesbericht: Monika

Den heutigen Wandertag kann man wohl als den Tag bezeichnen, an dem wir sicher vier Mal auf dem letzten Zacken um- oder eingestiegen sind.

Aber schön der Reihe nach.

Vierzehn Wanderfreudige fahren Richtung Bern und dort kommt es bereits beim Umsteigen nach Thun zum ersten Zacken. Weil wir fünf Minuten zu spät ankommen, schaffen es sechs Personen nicht mehr in den Zug auf dem Nebengleis. Doch ein SBB Funktionär rast mit uns Rolltreppe rauf und Rolltreppe runter zu einem Zug mit nur einem Halt in Münsingen. Wir können uns ausrechnen, dass es sehr schwierig sein wird, das Postauto zur Beatenbucht zu erwischen. Aber es klappt, Zacken zwei. Wie in Indien sind wir eingepfercht, vorwiegend mit Schulkindern und SeniorInnen.

Bei der Beatenbucht steigen wir aus, und dort bringt uns die Standseilbahn hinauf zur Beatenberg Station. Nachdem alle ein Billett haben, steigen wir um auf die Gruppenumlaufbahn zum Niederhorn. Wie üblich wird zuerst Kaffee und Kuchen/Gipfeli auf der Terrasse genossen.

Bevor wir loswandern, bewundern wir das Alpenpanorama von Eiger, Mönch und Jungfrau sowie eine wunderbare Rundsicht ins Justistal. Um elf vor elf wandern wir los über den Güggisgrat auf das Gemmenalphorn. Der Aufstieg ist nicht so steil und das hört man gut an der Schwatzigkeit der Männer. Auf dem Horn, 2061 m hoch, geniessen wir das Mittagessen und es gibt auch wieder Nussstängeli. Beim nächsten Halt schlägt Fredi vor, man könnte von der Beatenbucht auf das Schiff gehen. Die Idee findet Anklang, es heisst aber auch, das Tempo etwas anzuheben und nicht zu trödeln. Prompt wird in der Euphorie ein Abzweiger verpasst und plötzlich merken wir – es wird sehr, sehr eng.

Erreichen wir das Postauto? Dank eines Taxis für ein Gruppenmitglied erreichen wir es, Zacken drei, mit einer Minute Reserve.

Bei der Station Beatenberg fährt die Bahn nicht so schnell los und schon kommen Ängste auf, ob wir es auf das Schiff schaffen. Bei der Ankunft sehen wir bereits das Schiff einfahren und mit schnellem Tempo erreichen wir es,  Zacken vier. Fredi weiss von einem hervorragenden Weisswein und eine Flasche nach der anderen wird gesponsert. Danke!!!

Der Sauvignon Blanc aus der Kellerei Nadine Saxer aus Neftenbach ist tatsächlich vorzüglich.

Mit uns sitzt am immer grösser werdenden Tisch eine Französin, die sich etwas aufregt, dass das Personal nicht französisch spricht. Wir verhelfen ihr zu ihrem Getränk, einer bezahlt es sogar, worauf sie die Schweizer dann doch noch ganz toll findet: Vivent les Suisses!

In Thun haben wir genügend Zeit und können bis Zürich im Zug bleiben. Kein weiterer Zacken. Glücklich und zufrieden möchten wir dir, Fredi, nach diesem gut ausgeklügelten Wandertag ganz herzlich danken.

Bilder: Irene, Werni, Jörg

Karte


Tagesbericht: Max

Zur heutigen Wanderung haben sich 18 Begeisterte im HB Zürich eingefunden (3 Frauen) und 1 Hund. Nach Wetterbericht sollte der Himmel bedeckt sein - mit Niederschlägen ist aber nicht zu rechnen. Bei der Zugsausfahrt aus dem Hauptbahnhof nahmen wir ein grelles Morgenrot (orange) wahr - was das wohl für den Tag bedeuten möge? Im voll besetzten EC - Zug, bei angeregten Gesprächen, gleiten wir unserem 1. Ziel, Neuenburg, entgegen. Freude herrscht, als wir in der Region Biel westwärts einen blauen Himmel ausfindig machen konnten. Beim Verlassen des Zuges stand uns das Bahnhofbuffet zur üblichen Morgenbelebung zur Verfügung (Café mit Gipfeli). Nach dem Zwischenhalt führte uns der Regionalzug in die Areuseschlucht, wo wir in Champ du Moulin die Bahn verlassen. Wir sind nun in derselben Schlucht, die wir zum "Jura - Canyon Creux du Van" schon früher einmal durchwanderten - der damalige Einstieg zum Taleinschnitt erfolgte aber bei Boudry. Heute führte uns der linksseitige Schluchtweg durch eine weiter oben liegende Talsohle, die wir noch nicht kannten.

Zu erwähnen ist hier ein neu zur Gruppe gestossener Wanderkollege, der ursprünglich aus dem Wallis stammt und jetzt in der Nähe von Karl Hinnen in Unterengstringen wohnt. Er heisst Riccardo / Richard und hat sich schon übergangslos bei uns eingelebt. Herzlich begrüsst seist du bei uns.

Aufgrund der zum Teil intensiven Regenfälle der vergangenen Tage zeigte sich die Areuse in einem Hochstand ihres Wasserpegels, der beeindruckend war. Die sich in diversen Katarrhakten (Stromschnellen) aufteilenden Flussabschnitte überwanden wir auf gut angelegten, künstlichen Treppenkonstrukten. Im diesem Talabschnitt wurden nur wenige Gebäulichkeiten errichtet, die ausschliesslich der Wassernutzung dienen. Insbesondere wurden Kanäle, Stauanlagen und Verbauungen gebaut, die zur Sicherungen für die Energiegewinnung erforderlich waren. Auf dem kunstvoll angelegte Wanderweg überbrückten wir mehrere Male den Wasserlauf auf Stegen und auch in Fels angelegten Abschnitten, von denen die Naturgewalten eindrücklich erlebbar wurden.

Beim Dorf Noiraigue weitete sich wiederum die Schlucht zu einer Ebene, was die Ansiedlung dieses malerischen Dorfes begründete. Von hier führt die Strasse nach Freurier hinunter. Wir aber folgen dem Wanderweg nach der nördlich gelegenen Bergkrete, zuerst moderat ansteigend, dann immer steiler werdend, aber gut zu begehen. Durch den bewaldeten Weg sehen wir im immer noch dicht belaubten Baumbestand nur wenig von der bewältigten Höhenmetern, da Aussichtsterrassen fehlen. Die erste Möglichkeit zeigt sich beim Sendeturm auf 1125 müm, wo wir uns ca. 400 Meter über der Talsohle befinden. Fredi lässt uns hier eine Zwischenverpflegung geniessen, denn der Kretenweg, der hier seinen Anfang nimmt, ist zudem auch ein Waldweg, der wenig Aussichtspunkte bietet. Der weitere Aufstieg zum Berg Solmont (1264 müm) lässt uns die steil abfallende Gratkante, als Abgrund zur südlichen Talseite, durch die Bewaldung nur schwer erlebbar machen. Wir können aber, ansatzweise, in der gegenüberliegenden Bergkette, die Wand des Creux du Van ausfindig machen.

Nun kommen Fragen zum Panoramawanderweg auf Fredi zu; er rechtfertigt sich so, dass er eine Abholzung zum Zwecke einer Sichtfreiheit beantragt habe, diese aber offensichtlich noch nicht erfolgt sei. In dieser Ungeduld verharren wir in den Sicht behindernden Waldstücken, die uns kontinuierlich die Aussicht verbergen. Zu empfehlen ist dieser Weg als Sommerwanderung, denn die Beschattung durch den Laubschirm ist hier beinahe lückenlos gegeben. Da der Weg nach Osten führt, werden wir der in der Ferne liegenden und neu verschneiten Alpenkette gewahr, die aus dem Ende der gegenüberliegenden Bergkette hervortritt. Um die Aussicht geniessen zu können, müssen wir uns noch bis ans Kretenende bewegen, von wo sich uns, auf dem Aussichtsspunkt Tablettes (1290 müm), ein einmaliger Höhepunkt eröffnet: Im Nordosten der Säntis / Clariden, im Südwesten das Montblanc - Massiv, dazwischen bleibt nichts verborgen! Die Fernsicht ist beinahe ideal - ein Wolkenband auf ca. 3500 müm liegend, hüllt aber einige Bergspitzen ein. Unter uns liegt der Neuenburgersee, dahinter der Murtensee, westlich gelegen die Ebene von Payerne, dahinter liegen die Freiburger Alpen. Grund zum Verweilen! Bei schönstem Sonnenschein - und recht warmen Temperaturen können wir die Seele baumeln lassen.

Der jetzige Verpflegungsaufenthalt kann nur "schwerem Herzen" verlassen werden. Nun folgt der Abstieg zum Col de la Tourn. Hier wird der Baumbestand lichter - typische Juraweiden. Nochmals bietet sich uns ein Vue de Point an: Eine Aussichtsterrasse durch ein kleines Waldstück erschlossen - auf einem Felsgrat führend - mit Blick in südöstlicher Richtung. Wau! Danach folgen wir auf grünen Matten dem Weg durch Kuhweiden bis zum Pass (mit dienstags geschlossenen Restaurant). Hier werden wir vom Postauto nach Neuenburg mit Halt direkt beim Bahnhof, hinunter gefahren. Immer noch schönes, warmes "Altweibersommerwetter", Grund genug, um auf ein Restaurant mit Terrasse Ausschau zu halten. Das chinesische Restaurant gegenüber dem Bahnhof bietet sich an - denn auch Riccardo will seinen Einstand mit Walliser Weisswein begiessen lassen. Danke vielmals!

Wir beschliessen einen wunderbaren Tag mit der Rückfahrt mit dem EC - Zug um 18.00 h ab Neuenburg - immer noch bei Sonnenschein und beenden ihn bei schon dunkler Nacht in Zürich. Die Jahreszeiten lassen grüssen! Fredi: Wiederum für das von uns Erlebte sei dir herzlich gedankt. Alles war wieder grossartig!

Bilder: Werni, Föns, Richard

Karte


Bericht: Geri

Teilnahmerekord kurz vor dem Saisonende

Eine rekordgrosse Gruppe von 20 Wanderlustigen trifft sich im Schnellzug in Zürich zur gemeinsamen Fahrt ins Bündnerland. Bereits während der Reise zur zweitletzten Wanderung in diesem Jahr ist die Stimmung aufgestellt und aufgeräumt. Zwischenzeitlich droht allerdings der Super-Gau für einen unserer Wanderfreunde. Da hat doch einer von uns tatsächlich gemeint, dass man das Halbtax-Abo zu Hause lassen könne. Aber „oha Lätz“, derjenige hat die Rechnung ohne die gestrenge, fremdsprachige, ja beinahe fremdländische Bahnbegleiterin gemacht. Nach langem Hin und Her - Brexit lässt grüssen (!) – wird jedoch Gnade vor Recht belassen. Unser „Gspänli“ bleibt uns so erhalten, aber irgendwie ist sein Ruf an diesem Tag schon ein wenig angeschlagen. Und auch Lüschers Hündin knurrt wohl nicht ohne Grund!  Nach der ausserordentlich kurzweiligen Bahnfahrt wechseln 3 Frauen, 17 Männer und eine Hündin in Landquart vom Zug auf das Postauto. Das gelbe Gefährt führt uns durch die idyllische Landschaft der Bündner Herrschaft bis nach Fläsch. Hier erspähen wir neben typischen Häusern auch eine rechte Anzahl neuer, moderner Gebäude. In einem davon entdecken wir – oh Wunder (gäll Fredi) – das Café BISTRO FLÄSCH. Das Lokal ist ein integratives Angebot im Konzept von WOHNENPLUS (offenes und betreutes Wohnen im Alter), welches Begegnungsmöglichkeiten für Bewohner mit externen Personen zum Hauptziel hat.              

Nach dem gemütlichen Kaffeehalt mit Gipfeli machen wir uns unter dem Motto „betreutes Wandern“ auf den ersten Teil unserer Tagestour.  Der ziemlich steile Zick-Zack-Weg führt uns hinauf zum Fläscherberg. Vorbei an alten Militärbauten geht es weiter und wir legen noch einen Zacken zu. Schliesslich erreichen wir den Regitzer Spitz, mit 1131 Metern der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung. Hier oben bietet sich eine tolle Rundsicht, die allerdings durch viele Nebelschwaden und Wolken ziemlich beeinträchtigt ist. Tief unter uns – unter den steilen Felswänden – liegt Fläsch und das Rheintal. Der Pizol, das Sarganserland und der Gonzen  sind uns nah und immerhin erblicken wir auch den Calanda (keine Bier-Fatamorgana!). Hinter uns schliesslich grüsst der mächtige Falknis. Auf der Plattform des Regitzer Spitz geniessen wir die verdiente Mittagsrast und unsere Verpflegung aus dem Rucksack.

Dann machen wir uns auf den steilen Abstieg, der es zum Teil in sich hat. Konzentriert und grösstenteils mit den obligaten Wanderstöcken bewaffnet, schaffen wir aber auch diesen Abschnitt ohne Zwischenfälle. Und bald stellt sich die Frage, ob wir in Luzisteig an einem „angeschriebenen Haus“ vorbei weitermarschieren oder eben doch einkehren wollen. Schnell siegt bei uns allen die Bequemlichkeit und wir geniessen die Erfrischung in der Gartenwirtschaft des Restaurants „Panorama“. Nur für einen von uns ist das Geniessen vorbei. Unser Werni hat sich leider eine Verstauchung geholt, aber nicht etwa an den Extremitäten. Nein, eine Magenverstimmung bewog ihn, den Heimweg früher als geplant anzutreten.

Frisch gestärkt nehmen die 19 Gesunden den Schlussteil der Wanderung unter die Wandersohlen. Am Militärmuseum St. Luzisteig vorbei gelangen wir bald in flaches, leicht bewaldetes Gebiet. Auf einer kurzen Hängebrücke überqueren wir das Lochrufi-Tobel. Bald treten wir aus dem Wald und wandern mitten durch einen grossen Park mit wunderschönen Eichenbäumen und diversen Picknickstellen. Es geht vorbei am „Bildungszentrum Wald und Holz“ und bald darauf erreichen wir, dem aufsteigenden Strässchen folgend, das Heididorf mit dem Heidihaus, das als Museum besichtigt werden kann. Wir aber marschieren weiter mitten durch das schöne Gebiet mit den vielen goldgelb gefärbten Rebbergen der Bündner Herrschaft und nähern uns schnell unserem Tagesziel Jenins. Hier mitten im Dorf ist uns das Glück nochmals hold: Auf der gemütlichen Terrasse des Restaurants „Rätia“ geniessen wir einen vorzüglichen, einheimischen, weissen Rebensaft und lassen den wunderbaren Tag noch einmal Revue passieren. Danke Fredi, auch diesmal war es wieder ein super-toller Tag!

 

Bilder: Irene, Werni, Richard

Karte 


Bericht: Hane

Sechzehn Wanderfreudige waren es die an der letzten Tour im 2019 dabei sein wollten. Erfreulicherweise waren darunter auch drei Vertreterinnen des schwachen Geschlechts. Die Wettervorhersage war zwei Tage vor der Wanderung obermies, am Wandertag selber aber das Wetter dann ausgezeichnet. Die Sonne aber auch Gewölk begleitete uns den ganzen Tag, die Temperaturen waren absolut perfekt zum Wandern.

Die SBB brachte uns via Zürich und Winterthur (Kafihalt) nach Ossingen und von dort das Postauto nach Stammheim. Grundsätzlich wollten wir ja zwar nicht nach Stammheim, aber der Postautochauffeur der leider kein Hellseher war machte in Obernüfere keine Anstalten zum Anhalten. Wir haben darum eine halbstündige Ehrenrunde gedreht um an den Ausgangspunkt in Oberneunforn zu kommen.

Dort ging es dann aber zügig los, unser Tourenleiter hatte auf 11:45h das Mittagessen reserviert. Der mehr oder weniger flache gut ausgebaute Weg führte via „Niedernüfere“ Richtung Osten in die Gegend von Iselisberg.

Beim Schild das Einigen der aufmerksamen Mitwanderern aufgefallen ist handelt es sich um folgende Story. 2003 sind auf dem Iselisberg zwei Gefahrentafeln aufgestellt worden mit einem Schaf und der Schrift «Achtung dä Maier». Aufgestellt haben es Freunde von Urs Maier zu seinem 30. Geburtstag. Er besitzt 400 Schafe, die Bio-Schafmilch liefern. Früher zog er mit den Tieren über die Strasse. Heute nicht mehr, weil die Strasse zu stark verschmutzt wird.

In der gleichen Region war dann der erste Pausenhalt angesagt. Überraschung Nr. 1 an diesem Tag. Annelies hat plötzlich vier Flaschen Weisswein mit Nüssli hervorgezaubert. Die Story dahinter: Am 10. April dieses Jahres endete eine Tour in Twann. Dort hatten wir natürlich erwartet, dass wir vor der Rückfahrt sicher ein oder zwei Gläser des entsprechenden Weissweins konsumieren würden. Leider fanden wir damals kein Restaurant, das Twanner auf der Karte hatte. Annelies ist darum letzte Woche kurzerhand nach Twann gefahren um einige Flaschen zu kaufen, damit können wir dieses  Thema jetzt abschliessen.   

Nach dem zunehmend lustiger werdenden Zwischenhalt war der Zeitdruck weiter angewachsen, also mussten wir etwas Gas geben. Übrigens bei dem utopischen Gebilde das wir unmittelbar nach der Pause passierten handelt es sich nicht wie wir irrtümlich angenommen hatten um ein NASA-Projekt, sondern um eine Navigationshilfe für den Anflug auf Kloten (Zurich East VOR-DME).

Nach ca. einer Stunde Fussmarsch kamen wir dann mit ca. einer halben Stunde Verspätung in der Kartause Ittingen an. Das Mittagessen hatten wir bereits in Winterthur ausgewählt und Fredy hatte die entsprechenden Wünsche ans Restaurant telefonisch durchgegeben. Hinweise zur Kartause ganz unten.

Nach dem Essen sorgte dann endlich Hansen’s weiblicher Hund wieder für Abwechslung. Die Schafe die glücklicherweise eingezäunt waren, rannten sich im Gehege jedenfalls beinahe die Lunge aus dem Leib. Der Rückweg Richtung Stammheim verlief etwas nördlicher zum Hüttwiler See und anschliessend zum Nussbommersee. Auf dem Weg dorthin sahen wir in den umliegenden Hügeln überall Reben und in den Ebenen einige Hopfen-Plantagen. 

Bei der nächsten Wanderpause hatte Annelies die zweite Überraschung vorbereitet. Sie packte resp. liess auspacken, einen selbstgebackenen Schoggikuchen zu Fredys rundem Geburtstag der nächste Woche ansteht. Weiter so Annnelies der Kuchen hat fein geschmeckt 🙂

 

Nach ca. einer weiteren Stunde Fussmarsch, wobei wir zwei Male die Grenze zum Kanton Zürich passierten, waren wir am Ziel in Nussbaumen. Wie es so Brauch ist ging es direkt in's Restaurant (Löwen). Beim Verlassen des Lokals, nach einem Kafi Luz resp. einem Bier, glaubten wir den Augen nicht zu trauen – es regnete wie ein Schwein.

Trotz Regen machten wir uns happy und zufrieden auf den Rückweg in heimatliche Gefilde. Herzlichen Dank Fredy es hat wieder Spass gemacht, Du kannst Dich bereits auf eine Vertragsverlängerung einstellen.  

Achtung an Alle: 24. Januar 2020 Abschlussabend im Kuhstall in Hedingen.

Bilder: Irene, Werni, Jörg 

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Die Kartause Ittingen ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser in der Gemeinde Warth-Weiningen. Heute ist sie ein Kultur- und Seminarzentrum mit zwei Museen, Hotel, Restaurant, einem Gutsbetrieb sowie Betreutem Arbeiten und Wohnen für Menschen mit einer psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung.
2017 baute das Künstlerduo Bildstein/Glatz vor den Toren der Kartause Ittingen die Grossplastik LOOP. Losgelöst vom Anspruch der Benutzbarkeit materialisiert sich inmitten der ländlichen Idylle ein fantastisches Sinnbild und Gedankenspiel: ein knapp 15 Meter hoher, farbiger Doppellooping aus Aluminium und Holz, der bis 2020 auf der Wiese vor dem Kloster stehen soll.