QdS 2018 – Wanderungen am Wasser

 

Erste Wanderung im 2018: Bericht Max Müller

Im Unterschied zum letzten Jahr konnten wir bei fast frühlingshaften Temperature und idealen Wetterbedingungen unsere erste Wanderung über der Goldküste (Zürichseegebiet: Küsnacht - Meilen) mit einer Gruppe von 12 Personen (1 Frau und 11 Männer, wovon 2 neue) und 2 Hunden,den Wandersaisonbeginn geniessen. Alle erschienen in erwartungsvoller Haltung; wir bestiegen den Zug ab HB Zürich um 8.30 h. Die Fahrt war kurz, so kurz, dass in Küsnacht einige Teilnehmer beinahe sitzengeblieben wären und den Ausstieg verschlafen haben! Zu Beginn führte uns Fredi im Dorfkern ins nächste Café, wo alle zu ihrem anregenden Getränk kamen. Dann ging es bergan: Im Küsnachter Tobel wurden Erinnerungen wach, denn die Schulerreise in der Unterstufe führte mancher Teilnehmer durch diese Gegend, die schon noch etwas vertraut war. Durch die starken Regenfälle der letzten Tage angeregt, wurde der Bach zum rauschenden Wasserlauf. Der leicht ansteigende, gut ausgebaute Wanderweg führte uns an interessanten Felsformationen vorbei; ein Riesenbrocken (Alexanderstein) wurde durch den Linthgletschen hier deponiert, der beinahe den ganzen Taleinschnitt versperrte. Im oberen Lauf wurden wir auf unsere Fitness hin getestet: Der Sturm Burglind hatte die umgestürzten Bäume vor uns aufgeschichtet, sodass ein Durchkommen einem "vita parcour" gleichkam. (von einer leichten Einstiegswanderung keine Spur!) Die Waldarbeiter haben wohl noch eine Weile damit zu tun, den benutzerfreundlichen Ansprüchen der Wanderer gerecht werden zu können. Hier zeigt sich die Wucht der Naturgewalten, die die Bäume zu Zundhölzern werden lassen: abgedrehte, abgeknickte und entwurzelte Stämme ragen in alle Richtungen - auch ein Problem für den erfahrenen Waldarbeiter!  

Das Durchkommen ist uns trotzdem geglückt - wir verliessen das Tobel auf dem Küsnachter Berg. Rechter Hand unter uns sehen wir den Weiler Limberg. Wir nehmen den Weg Richtung Forch, der uns durch Felder und an Waldrändern vorbei führt. An einer Weggabelung verlässt uns Franz, der uns bis dahin begleitet hat. Seine Achillessehne lässt noch keine "grösseren Sprünge" zu. Wir wünschen ihm alles Gute. Auf einer Weide treffen wir eine Herde Langhaarschafe an, sie stammen aus der Lüneburger Heide, wie uns die zufällig anwesende Besitzerin mitteilt. Ein besonderes Merkmal der Schafe sind die seitlich nach unter geschwungenen Hörner. Hans junger Hund sieht in den Schafen eine Aufgabe des Treibens. Mit seiner ganzen Autorität will Hans Kyra zur Umkehr bewegen, die mit eingezogenem Schwanz jetzt weiss, dass sie wohl nicht richtig gehandelt hat. 

Den ersten kurzen Stundenhalt geniessen wir im Gebiet "Chüelenmorgen", ca. 1 Stunde vor dem Mittagessen. Dann gehts weiter Richtung höchstem Punkt des Pfannenstiels. Auch da treffen wir Waldarbeiter an, die mit Maschinen unseren Weg versperren. Freundlich lassen sie uns aber den Vortritt: sie unterbrechen ihre Arbeit und lassen uns neben den Geräten vorbeiziehen. schon bald erreichen wir den Aussichtsturm, der einmal der Bachtelturm war. Er stammt aus dem Jahr 1892 und wurde von einer Firma in Näfels erstellt, aber 1979 abgebrochen und eingelagert. Nun steht er seit 1993 wieder, eben auf dem Pfannenstiel. mit dem obersten Podest überragt er alle Baumhöhen und würde einen herrlichen Ausblick auf den Alpenraum ermöglichen, ja wenn das Wetter will. Zu diesem Zeitpunkt sind aber alle Berggipfel nebelumhangen und es lassen sich nur ein Teil der Wanderfreunde auf das Besteigen der Aussichtsplattform ein. Damit haben wir ein Ziel erreicht, wir befinden uns beim Restaurant Hochwacht. Ein kleiner Abstieg zum vorderen Pfannenstiel: hier finden schön gedecke Tische für unsere Wandergruppe. Das Restaurant ist gut besucht; trotzdem wurden wir schnell bedient mit einem feinen Zmittag.

Gut gestärkt verlassen wir den Gasthof, der Höhenweg (Waldrand) verläuft parallel zum Seeufer. Herrliche Aussicht über den ganzen See, hoch über Meilen. Erste Sonnenstrahlen lassen auf einen schönen Abstieg hoffen. Westlich von Meilen zweigen wir links ab Richtung See. Weitere Wege sind gesperrt, da auch hier Sturmschäden zu vermuten sind. Daher müssen wir Feldwege benutzen, die an Bauernhöfen vorbei führen. Auf dem Gemeindegebiet Meilen finden wir den Weiler "Burg". Im 12. Jahrhundert herrschten hier die Regensberger. Die Burg ist heute verfallen, dafür wurden in der unmittelbaren Umgebung Riegelbauten erstellt, die heute alle stilgerecht renoviert wurden. Es hat sich somit gelohnt, einen Umweg einzuschlagen, denn sonst wären wir hier nicht vorbei gekommen. Am Schluss der Wanderung steigen wir wiederum durch ein Tobel nach Meilen hinunter;ein Duft erreicht uns,wie wenn wir uns in einer Backstube befinden würden. Das Talende liegt in der Nähe von MIDOR (Migros - Grossbäckerei), direkt beim Bahnhof Meilen gelegen. Hier finden wir noch Aufnahme im Bahnhofrestaurant, damit wir nicht mit durstigen Kehlen den Zug heimwärts besteigen müssen.

Fredi: Herzlicher Dank für dein Engagement auch in diesem Jahr. Es war ein Erlebnis vor den Toren Zürichs mit Erinnerungen an frühere Zeiten, Es folgt ja gleich die Fortsetzung mit dem Jahrestreff in Hedingen und der Ankündigung deiner weiteren Pläne zum Wanderprogramm 2018. 

Fotos Werni 

Karte - Küsnachter Tobel


Tagesbericht: Max 

11 gut gelaunte Wanderfreudige (2 Fraue, 9 Manne) treffen sich um 8.30h im HB Zürich, um die gut zweistündige Fahrt zum Schwarzsee (FR) anzutreten. Das Wetter "mag" uns - ein Tief, das sich von den Britischen Inseln Richtung Jura bewegt, hat etwas Verspätung. So lockern sich die Restwolken über Freiburg auf und am Zielort Schwarzsee werden wir von ersten Sonnenstrahlen empfangen. Die Busstation befindet sich in unmittelbarer Nähe des Sessellifts, der die Skifans in höhere Gefilde transportiert. Viel Schnee liegt nicht auf der Höhe des Schwarzsees (1046 m.ü.M.), die Qualität (Pulverschnee) ist aber bei -2°C ausgezeichnet.

Unser erster Blick geht in Richtung Caféhaus, denn wie immer brauchen wir nach einer langen Fahrt unsere 1. Verpflegung. Danach ist der Seerundgang vorgesehen: ein breiter, gepfadeter Weg für alle Touristen läd uns am linken Seeufer zu einem eher ungewöhnlich einfachen Einstieg ein. Bei Sonnenschein und blauem Himmel finden wir am Uferweg einen Einstieg zu einer Zusatzsschleife - die gut bemessene Tageswanderung mit nur gerade 3 Stunden Dauer, lässt dieses Vorhaben angebracht erscheinen. Die schmale, aber gut getretene Schneespur führt uns auf den etwa 200 Höhenmetern geschätzten Anstieg in eine herrlich weisse Landschaft hinein. Wir erreichen da eine Alpweide mit einem Stall und Aussentränke, die wahrscheinlich nur in den Sommermonaten gebraucht wird. Hier halten wir inne und geniessen die Aussicht über den See. Es ist wärmer geworden; hier bieten sich keine Sitzgelegenheiten an, welche wir aber auch nicht vermissen; durch anregende Gespräche lassen wir die Zeit verstreichen. In der wunderschönen Winterlandschaft nehmen wir den Abstieg unter die Füsse. Auch hier begegnen wir den Sturmschäden der vergangenen Wochen, die uns zu Hürdenläufen und Kriechtouren veranlassen. Am Ende des Sees treffen wir auf den Campingplatz, der eher einer Chaletsiedlung entspricht. Wohnwagen sind nur noch in Verstecken auszumachen, da Umhüllungen mit Holzverschalungen den Nutzungsraum wesentlich vergrössern halfen.

Gleich daneben finden wir den Einstieg zum Wasserfall, der in wenigen Minuten Aufstieg (in umwaldeter Umgebung) erreicht wird. Bizzare Formen hat der Wasserfall durch die Vereisungserscheinungen angenommen. Die Eiszapfen zeigen sich wie Stalaktiten in einer Tropfsteinhöhle, die der Seeweidbach vielschichtig über den Felsabbruch von ca. 50 Metern Höhe ausgeformt hat. Eine wirklich imposante Architektur der Natur.

Auf dem Rückweg peilen wir das nächstgelegene Restaurant an - das sich am westlichen Ufer befindende Gasthaus mit besonnter Terrasse (Schwarzseebad) bietet uns eine wunderbare Möglichkeit, die Mittagswärme voll auszukosten. Fredi hat uns zuvor auf einen möglichen Tagesablauf des Mittags aufmerksam gemacht: Nach einer Mittagsrast mit kleiner Verpflegung (Suppe) könnten wir den Abstieg zu den Eispalästen antreten, dann ein allfälliges Fondue geniessen bis es eindunkeln würde. Ziel wäre es, die beleuchteten Paläste mit den farbigen Lichteffekten zu durchwandern. Dieser Plan wurde durch die abgegebene Speisekarte des Restaurants Schwarzseebad total durchkreuzt: Rösti in verschiedener Anrichtung, Pizzas, Fischknusperli und Pastateller etc. sprachen offensichtlich die hungrige Wandergruppe an. Die Verführung war demnach gross! Und an der Sonne speisen zu können, das kann man ja Mitte Februar nicht allzu oft machen. So verpflegten wir uns ausführlich - die Zeit verstrich so schnell und ab 15.00 h wurde es allmählich kühler. Da entschlossen wir uns, den Sonnenplatz schweren Herzens zu verlassen.

In der Ebene des Sees mit der Sonneneinstrahlung im Rücken, haben wir den Abstieg Richtung Norden zum nächsten Tagesziel angetreten. Es waren aussergewöhnlich viele Seeumwanderer (junge Familien mit Kindern und AHV - Teenager) anzutreffen. Die Atmosphäre, ja die ganze Gegend hier ist sehr ansprechend - im Winter mit der verschneiten Landschaft und im Sommer mit den ausgedehnten Alpweiden. Ein Ausflug hierhin kann allen Interessierten nur empfohlen werden. Unterhalb des Sees wurde das Tal enger - von der direkten Sonneneinstrahlung mussten wir Abschied nehmen. Entledigte Kleiderschichten wurden nun aus dem Rucksack ausgegraben, inkl. Handschuhe. Es wurde wieder empfindlich kalt. Auf einem gut präparierten Weg erreichten wir die "Eispaläste - Skulpturen". Das Ausstellungsgelände befand sich aber noch in einer zu hellen Umgebung und wir durchschritten den Geländeweg der Ausstellungsobjekte, die eine Verwandtschaft mit dem am Morgen betrachteten Wasserfall hatten: Durch Sprinklerrohre erzeugte Effekte mit gefrorenem Wasser hingen an Bogen, Konstruktionen und Blachen, die sich in der Kälte zu Eiszapfen und -Gebilde formten. Unter diesen durchsichtigen Eiskörpern wurden Grotten eingerichtet, die sakrale oder profunde Sujets enthielten. Ebenfalls wurden die Lichtkordeln in den gefrohrenen Eisformen sichtbar, ähnlich der Hausverziehrungsbändern in der Weihnachtszeit, nur sind diese nicht von Eis umhüllt. In der Dunkelheit erzeugen sie durch ihre Farbigkeit einen beeindruckenden Effekt. 

Die Kälte in der unmittelbaren Umgebung der Eispaläste hat uns in einen behaglich geheizten Raum vertrieben, der auch als Fonduestübli benutzt wird. Hier konnten wir uns bei Kaffee fertig oder Ähnlichem, aufwärmen. Zum Fondueessen war die Zeit noch nicht angebrochen; unsere Bäuche waren durch die etwas späte Mittagsmahlzeit noch immer voll, ein weiterer Menuegang nicht vorstellbar. Da die Tage merklich länger werden, war um 18.00 h die Dunkelheitsbeleuchtung noch zu wenig ausdrucksvoll; wir konnten aber eine Ahnung der Wirkung mitnehmen - nun zog es uns zur Bushaltestelle. Die abendliche Kälte vertrieb uns, ein weiteres Ausharren war undenkbar geworden.
Mit der anschliessenden längeren Bus- uns Zugsreise zurück an "unsere Gestade" hat ein herrlicher Tag seinen Abschluss genommen. Fredi hat uns einen weiteren, tollen Einblick in sein diesjährigen Thema "Wanderungen am Wasser" gegeben. Herzlichen Dank für die wiederum umfassende, gute Organisation und Begleitung an diesem Schnee- und Sonnentag, der uns noch lange in der Erinnerung bleiben wird. 

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Fotos Werni, Hane 

 


Tagesbericht Hane

Dem Rhein entlang tönt eigentlich recht langweilig, aber Fredi hat natürlich einmal mehr dafür gesorgt, dass die Tour interessant und abwechslungsreich wurde. Bei der Abfahrt in Altstetten waren es 15 Wanderer, davon erfreulicherweise drei Ladies die an der Rhein-Wanderung teilnehmen wollten.

Beim Start in Mumpf mussten wir die Bahnüberführung überqueren und im Nachhinein gesehen war dies vermutlich die steilste Partie und gleichzeitig der höchste Punkt des Tages.  Auf direktem Weg ging es an den Rhein hinunter und von da dem Ufer entlang Richtung Basel.

Erfreulicherweise trafen wir bereits nach einer Viertelstunde in Wallbach auf das Bistro Fabriggli und konnten uns da mit Kafi und Gipfeli verpflegen. Ein Novum in vier Jahren „Quer dur d’Schwyz“ war dann, dass wir in den Genuss von Werbeartikeln wie Flaschenöffner resp. Kopf-Pariser oder etwas Ähnliches kamen. Peter Dällenbach hat die Dinger von seinem Sohn Roger, dem die Firma www.dr-tec.ch gehört, zur Weiterverteilung erhalten.

Nach der Stärkung ging es dem Rhein entlang weiter, wobei wir im grösseren Ausmass auf havarierte Bäume trafen, die nicht von „Burglind“ sondern von Biber verunstaltet wurden.  Erwähnenswert war noch die Ruine eines spätrömischen Wachtturms. Sonst war es ein gemütliches lockeres Wandern bei perfekten Bedingungen.

Das nächste Etappenziel war das Restaurant Schiff in Möhlin, welches wir überraschenderweise eine Viertelstunde zu früh erreichten. Es gab eine grosse Auswahl von unterschiedlichen Mittags-Menues zu moderaten Preisen. Etwas gelacht haben wir wegen den zwei unterschiedlichen Serviererinnen, die Einte war schnell, freundlich und kompetent (oder Hans 🙂 ), die andere eine Zeitgenossin die ganz offensichtlich eine überaus schlechte Nacht gehabt hatte.

Nach dem Essen ging es nach Riburg zu den „Schweizer Salinen“. Bisher war ich immer der Meinung, dass Salz werde irgendwie dem Meer entzogen und dann vielleicht in dieser Fabrik aufbereitet. Jetzt weiss ich es besser, Salz ist ein Rohstoff wie zB Oel der dem Boden abgewonnen wird. Eine überaus kompetente Dame hat uns empfangen, zuerst einen Film vorgeführt und dann in einer zweistündigen Führung die ganze Anlage inklusive Bohrtürme, Eindampfanlage und Salzlager gezeigt. Geblieben ist mir noch, dass es früher mehrere Personen brauchte um einen Bohrturm zu überwachen, heute gibt es nur noch den Bohrloch-Betreuer (eine Berufsbezeichnung mit interessanten Perspektiven).

Die Saline Riburg produziert 250‘000 – 300‘000 Tonnen Salz jährlich und sichert damit die Hälfte unserer Landesversorgung. Weitere Zahlen und Details findet Ihr hier: www.salz.ch/de/

Nach dem total abwechslungsreichen Abstecher ging es wieder dem Rhein entlang, am Wasserwerk Rheinfelden vorbei bis zur Therme in Rheinfelden. Dort trennten sich die Wege der Wandergruppe, ca. die Hälfte der Leute genoss ein Bad im Salzwasser, während sich die seriöseren Wandervögel direkt auf den Heimweg machten.  

Fredi, besten Dank, hoffentlich gehen Dir die Ideen noch lange nicht aus.

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Fotos Werni, Föns

 


Tagesbericht: Max

Bei unsere 4. Wanderung im 2018 hat uns die Reuss auf einer Teilstrecke zwischen Rottenswil und Melligen inspiriert und in ihrer wunderbaren Landschaftseinbettung den Flusslauf hautnah miterleben lassen. "12 Altbewährte" nahmen die ca. 20 km lange Wegstrecke bei winterlichen Temperaturen beim Flachsee unter die Füsse. Durch das Stauwerk in Bremgarten bedingt, hat hier die Reuss an ihrer "Wildheit" eingebüsst; das Strömen ist zu einem trägen Fliessen geworden. Dabei hat sich auf diversen Flussinseln ein ausgedehntes Vogelparadies entwickelt und ungestörte Nistplätze gebildet. Auch Zugvögel haben sich niedergelassen, da sie sich hier über das ganze Jahr verteilt wohlfühlen können. Die ornitologischen Beobachtungen wurden, durch das kühle Wetter bedingt, geschmälert, da wir uns nur durch zügiges Wandern etwas erwärmen konnten. Zudem sind die Vogelbeobachtungsstationen auf der andern Seite des Flusses.

Erst beim Dominilochsteg (Kloster Hermetswil) wechselten wir zum andern Ufer der Reuss. Der Waldweg Richtung Bremgarten führte uns an vor geraumer Zeit schon besiedelten Gebieten vorbei (Hinweistafel auf ehemalige Grundmauern von Kelten / Druidenbauten). Schon bald näherten wir uns dem Flusswasserkraftwerk Bremgarten - Zufikon, das in den Jahren 1969 - 75 wesentlich vergrössert wurde. Das alte Werk (ab 1928) diente als Stromlieferant für die Escher - Wyss Werke in Zürich. Vom Uferweg her wurde nun das Café Bijou sichtbar! Endlich durften wir auf die wohlverdienten Kaffees mit Gipfel hoffen, die uns zu Beginn der Wanderung verwehrt blieb, weil der Wirtesonntag eben unser Dienstag (Wandertag) ist und daher das Restaurant bei der Brücke Rottenschwil geschlossen war. Das am Eingang des malerischen Städtchens Bremgarten, in etwas erhöhter Lage über der Reuss gelegene Bijou, erreichten wir als unser erstes Tagesziel. Die warme Gaststube, die auch als Treffpunkt der "Einheimischen" dient, war gut besetzt. Auch hier hatte Fredi in weiser Voraussicht Tische für uns reservieren lassen, wo wir uns niedersetzen konnten.    

Unser nächster Abschnitt der Wanderung führte uns durch das Städtchen an historischen Gebäuden vorbei wieder zur Reuss hinunter. Der Flusslauf zeigte uns überall seine naturnahe Verbundenheit mit der Landschaft mit dem beginnenden Frühlingserwachen der Vegetation. Auch hier wurden die Spuren der Biberkollonien sichtbar: Grosse Bäume mussten ihr stolzes Dasein den Bibern opfern, die sie gefällt haben. In geschweiften Bogenlinien zeigte uns der Uferweg seine romantische Angliederung an die Reuss. Die Sonne verriet uns, dass wir den Wölbungen des Flusslaufes folgten, ohne es zu merken, denn einmal schien sie von rechts, dann wieder von links. Schon bald erreichten wir unsere Mittagsverpflegungsstätte, das Restaurant Fahr in Sulz. Wir waren überrascht von der ganzen, gehobenen Erscheinung der Gaststätte und wussten erst gar nicht, ob wir zuerst die Schuhe vor dem Betreten der Räumlichkeiten auszuziehen hätten. Wir wurden aber herzlich empfangen, auch in unserer Erscheinung mit Wandertenue. Die gestalteten Einrichtungsformen bis zu den grossen Deckenleuchten und den weiss gedeckten Tischen haben uns beeindruckt. Die Menuekarte weist uns auf den Stil der Betriebsführung hin: "Wir kochen aus Leidensschaft mit saisonalen Produkten aus der Region". Dieses Motiv konnten wir an der kreativen Essenskultur erfahren; z.B. Schweinshals auf Holzbrett mit 4 Saucen und im separaten Geschirr fritierte Kartoffelklösschen. Auch geschmacklich hat jedes Essen überzeugt und das alles zu moderaten Preisen (am Mittag). 

Gestärkt machten wir uns auf den noch vor uns liegenden Teil unserer Wanderung. Nun mussten wir uns mit den terrainmässigen Höhenunterschieden der Flussgegend abfinden: Die Reuss hat sich hier ihr Bett z. T. in die bestehende Landschaft eingegraben. Unser Wanderweg hat den sportlichen Anspruch an unsere Fitness voll berücksichtigt. So führte er von der Flusslaufebene hinauf auf die bewirtschaftete Agrarfläche und auch gleich wieder hinunter zum Flussufer, immer wechselnd. Die vorgegebenen 250 Höhenmeter waren wohl geeignet, alle Teilnehmer auf eine "leichte Wanderung" mitnehmen zu können. Da waren schon einige Wanderer froh, als das Städtchen Melligen in Sichtweite auftauchte. Auch hier ein historischer Kern mit sehenswerten Gebäuden und Stadttortürmen. Ein kurzer Abstecher in den Ortskern liess uns wissen, dass sich wohl noch viele, unbekannte Schönheiten zur Entdeckung anbieten würden.
Der Bahnhof Mellingen liegt ausserhalb der Ortschaft auf dem Heitersberg, der die Bahnlinie mit Zürich verbindet. Die zusätzliche, gut halbstündige Wanderung dorthin war dann für die Hälfte der Gruppe etwas zu viel. Sie benutzten den direkten Bus zum Bahnhof und wir verabschiedeten uns voneinander in Mellingen. Unser Anstieg zum Heitersberg unter der abendlichen Sonneneinstrahlung war verbunden mit der Aussenquartierbesichtigung (Villenweg von Mellingen) der uns Einblick gab in schön angelegte Vorgärten. Als die "Sonne sich neigte" und wir am Bahnhof eintrafen, wurde es wieder empfindlich kühl. Von hier war die Bahnfahrt nach Zürich sehr kurz, wo wir uns verabschiedeten. Herzlichen Dank an Fredi, der wiederum einen Teil seine Energie für unsere Wandergruppe zur Verfügung gestellt hat und Bestes geleistet hat.

Karte

 

Fotos Werni, Föns

 


Tagesbericht Hane

Bei endlich frühlingshaften Temperaturen konnten wir die fünfte Etappe des diesjährigen Wanderjahres in Angriff nehmen. Die Gruppe die in Zürich den Zug nach Bern bestieg, bestand aus 13 Wanderer und zwei Wanderinnen sowie dem Vierbeiner Dascha.  

In Bern konnten wir wieder einmal  erfahren was mit dem Begriff Herdentrieb gemeint ist. Unser Zug von Zürich kam auf dem Gleis 5 an und der Anschlusszug nach Thun fuhr auf dem Gleis 6 ab, also auf demselben Perron. Der Normalbürger würde jetzt einfach das Peron durchqueren und in den anderen Zug einsteigen, unerfahrene SBB-Benutzer aber laufen irgendeiner unbekannten Person nach, nehmen die Rolltreppe und fahren zur Verbindungs-Galerie hoch und suchen dann oben wieder einen Abgang zum selben Perron.  

Ja mit der ÖV standen wir auch in der Vergangenheit immer wieder auf Kriegsfuss. Wir haben Oberhofen aber trotzdem Zeitgerecht erreicht und konnten dort unmittelbar bei der Bushaltestelle den obligaten Frühstücks-Kaffe geniessen. Dann ging‘s endlich an’s Wandern, zuerst entlang des Sees durch den schönen Schloss-Park, dann aber bei der Abzweigung nach Norden wurde es steil, es waren etwa 150 Höhenmeter auf einer Treppe zu überwinden.

Der angenehme Weg führte immer auf etwa derselben Höhe, grossenteils im Wald, Richtung Sigriswil. Einige der Wandergruppe erinnerten sich dann, dass sie ein Teilstück dieses Weges im letzten Herbst anlässlich der Tour Heiligenschwendi-Oberhofen bereits absolviert hatten. Max hat damals geschrieben: Ein wichtiges Ziel unserer Wanderung war das Passieren der Hängebrücke. Sie verbindet die Gemeinden Aeschlen mit Sigriswil und liegt am Panoramaweg auf der nördlichen Seite des Thunersees. Das 5 Mio. Franken teure Objekt wurde 2012 eingeweiht. Total fünf Brücken mit unterschiedlichen Längen sind auf diesem Wanderweg schon entstanden, was jetzt als touristische Attraktion vermarktet wird. Die Sigriswiler Hängebrücke misst 340 m Länge und überquert die Gumischlucht; höchste Stelle = 182 m über dem Bachbett.

Auf der anderen Brückenseite erwartete uns ein „Brückenranger“ (Bohrlochbetreuer als Berufsgattung gefällt mir allerdings besser). Der „Brückenranger“ war eigentlich Kassier (acht Franken pro Person) aber auch Ornithologe und Deltasegler. Er hat nicht etwa von der Brücke, sondern von den Vögeln geschwärmt die wir bisher verpasst hatten. Er hat genauestens erläutert wie man einen Mäusebussard von einem Steinadler oder einen Bartgeier von einem Grauschleier unterscheiden kann.

Nach dem Vortrag kam dann aber die grosse Überraschung, das Apéro-Buffet das wir während des Vortrages von weitem gesehen hatten war tatsächlich für uns bestimmt. Geri unser „Hamburger-Wanderkollege“ hatte seine Beziehungen spielen lassen und ein befreundetes einheimisches Ehepaar gebeten uns auf seine Rechnung etwas aus der Region zu präsentieren. Besten Dank Geri.

Zum „Kafi Mele in Merligen“ war es dann etwa ein Stunde. Das Restaurant war etwas eng, das Essen gut und einiges preiswerter als das gegenüberliegende Hotel Beatus, das Fredi zuerst irrtümlich kontaktiert hatte. Am Nachmittag waren es dann nochmals gut zwei Stunden bis zu den Beatushöhlen. Ohne Besichtigung der bekannten Höhlen machten wir uns von dort via Bus und Zug zurück in heimische Gefilde. Einmal mehr eine schöne Tour in einem Gebiet das man sonst beim Fahren in’s Berner Oberland immer von der anderen Seeseite aus bewundert.     

Karte (klick)

 

Fotos Werni

 


Tagesbericht Max Müller

Das Wetter ist uns gut gesinnt; bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir den HB Zürich im Zug nach Konstanz. Alle Teilnehmenden (2 Frauen, 9 Herren und ein Hund) freuen sich auf einen herrlichen Frühlingstag im Gebiet Bodensee / Seerücken. In Kreuzlingen verlassen wir den Zug und ziehen der Grenze nach Richtung Gottlieben. Der Uferweg präsentiert sich trocken - rechts anschliessend das Schilf in hellbrauner Farbe, rechts auf den Feldern der kräftig grüne Winterweizen. Neben Wanderern wird der Weg auch von zahlreichen, rücksichtsvollen Velofahrern benutzt. Am ruhigen Seearm zum Untersee bereiten sich die verschiedensten Vögel auf das Nisten vor, wo ideale Brutplätze auf den kleinen Schilfinseln in der Deutschen Nachbarschaft noch brach liegen. Vor uns liegt Gottlieben - direkt an den See anstossend. Der Weiler besteht aus schönsten Fachwerkbauten, durch die uns der Weg nach unserer ersten Station - dem Café mit der Bestuhlung auf dem Hafenvorplatz - hinführt. Zuerst aber noch die obligate Gruppenfoto vor malerischem Hintergrund. Werni möchte als Fotograf ebenfalls auf der Aufnahme erscheinen und versucht es mit einem Selbstauslöser. Eine zufällig anwesende Taxifahrerin erkennt unseren Notstand und bietet sich als Ablichterin an. Ihr sehen vier Araber zu, die ihre Dienste für ihre Reise durch Östereich und die Schweiz beanspruchen. Die Taxifahrerin lässt uns wissen, dass die vier Herren Künstler aus Oman seien. Sie zeigen uns auf ihren Smartphons Kunstgegenstände (Skulpturen / Malereien), die sie bei einer Ausstellung dargeboten haben - eine unverhoffte, kleine kulturelle Zugabe als Abwechlung zum Wanderprogramm mit andersgelagerten Höhepunkten. 
Zu Kaffee und Gipfel gab es "ein Versucher" der Örtlichkeit: Gottlieber - Hüppen! Wer kennt sie nicht aus früheren Zeiten, wo wir alle "noch jung waren". Wenn sie inzwischen auch etwas in Vergessenheit geraten sind, so sind sie immer noch lecker! Das Verweilen an den Gestaden des Untersees lässt "die Seele genussvoll bambeln" und wir brechen nur schweren Herzens auf. Wir müssen aber nichts bereuen, denn an jedem Abschnitt dieses Tages werden wir zu den weiteren, sich überbietenden Naturschönheiten geführt. Im Hintergrund die Wälder, sie waren noch vor Kurzem fahl und grau - jetzt hat sie das Leben ergriffen. Alle zarten Grüntöne, verbunden mit der Blütenpracht der Kirschbäume lassen uns ganz mit den äusseren Erscheinungen "verschmelzen". Vordergründig kräftige Wiesen mit den strahlenden und gelbleuchtenden  Löwenzahnblumen. Bei Triboltingen zweigen wir vom Seeweg ab und steigen zum Seerücken hinauf - zuerst durch den Dorfkern mit den gepflegten Vorgärten, dann durch die Agrarlandschaften nähern wir uns dem schattenspendenden Wald. Das Blätterdach ist erst am Entstehen und hat damit dem Waldboden durch genügend Lichteinfall seine Vegetation (zahlreicher Blumenbestand) ermöglicht. 

Das Durchwandern des Seerückens führt uns an den nördlich gelegenden Waldrand mit Blick auf den Alpenkranz....., wenn er nicht von Dunstwolken eingehüllt wäre. Auch das Säntismassiv ist nur in seinen Konturen auszumachen. Ein weiteres Ziel erreichen wir mit dem Napoleon - Aussichtsturm Hohenrain auf 617 m.ü.M. (höchster Punkt) in der Gemeinde Wäldi gelegen. Ursprünglich wurde der Holzturm 1829 durch den jungen Prinzen Lousi Napoleon III, der damals in Arenenberg lebte, erstellt (Belvédère) und galt als Lustgebäude. Der Turm weitete sich nach unten aus, was in der Mitte ein kleines Restaurant ermöglichte und zuunterst eine Tanzfläche. Er war 21 Meter hoch und überragte den Buschwald. Schon 1855 wurde der Turm wieder abgetragen, da Fäulnis die Turmsicherheit beinträchtigte. Der in neuerer Zeit erstellte Turm ist 36 Meter hoch und überragt den höheren Baumbestand. Nach dessen Besteigung verpflegten wir uns aus dem Rucksack: Es ist nun an der Zeit, bei den sich am Wegrand anbietenden Restaurants einen Bogen zu machen und unser Mitgebrachtes in einem sich anbietenden Waldrastgelände zu geniessen (sehr zu empfehlen). 

Der weitere Weg führte uns an Waldrändern vorbei in westlicher Richtung. Beobachtungen konnten wir jene machen: Turmfalken am Himmel, Bienenhäuschen eingehüllt mit summenden Bienen, blühende Weissdornsträucher am Waldesrand, um nur einige zu erwähnen. Die Abzweigung auf die Bodenseeseite Richtung Arenenberg führte uns wiederum durch lichten Wald; als wir ihn verliessen, tat sich ein wünderschöner Blick auf den Bodensee und die Insel Reichenau auf. Blühende Birnbäume ziehrten unser Weg nach unten, wo wir das malerische Salenstein durchquerten. Von hier ist das Gelände des Schlosses Arenenberg mit riesigen Gartenanlagen in einem kurzen Abstieg zu erreichen. An diesem herrlichen Ort wohnte also ab 1816 die Hortense de Beauberg (Stieftocher Napoleons I) im Exilsitz. Ihr Sohn Louis Napoleon III, dem späteren und letzten Kaiser von Frankreich, wuchs hier auf. Auf einer Aussichtsterrasse auf dem Gelände liessen wir unsere Blicke über den See bis nach Konstanz schweifen. Gerne nahmen wir auch das gastronomische Angebot der kühlenden Coups entgegen: Zum Ausklang dieses sonnigen, heissen Tages heisst er eben - heisse Liebe, dem die Mehrheit nicht widerstehen konnte. 

Zum Abschluss die Zugfahrt nach Stein am Rhein über Winterthur nach Zürich. Der Werkverkehr füllte die Züge und uns wurde klar, dass es viele Menschen gab, die diesen schönen Tag an ihrer Arbeitsstelle verbrachten. Welche Freiheiten uns doch gegeben sind, wo wir unsere Gestaltung der Tage selbst einteilen können! Wiederum herzlichen Dank an Fredi, der uns eine weitere Möglichkeit dazu gab - eine wiederum sehr positive Erfahrung. Das nächste Mal soll es die Hundertste sein, seit er diese Wanderungen für uns organisiert hat. Es hat sich eine verschworene Gruppe gebildet, in der der Zusammenhalt und die Stimmung sehr gepflegt wird. Ohne Fredi wäre das in dieser Form wohl nie zustande gekommen. Nochmals ganz herzlichen Dank.   

Fotos Werni, Hane


Tagesbericht Roman Bieri

”Eine wunderbar entspannende Route durch traumhafte Uferlandschaften rund um den weitgehend unbebauten Hallwilersee mit vielen spannenden Höhepunkten wie dem Schloss Hallwil, einem Pfahlbauhaus oder den Möglichkeiten erfrischender Pausen,“ auf diese Weise wird unsere heutige Wanderung  in den einschlägigen Touristikseiten angepriesen. Schön ist es, wenn wir diese Zeilen nach der  fünfstündigen Wanderung bestätigen können!

Ausgangspunkt unseres Vorhabens ist der  Bahnhof Boniswil, tief im Kanton Aargau gelegen.  Eine muntere Schar Wanderlustiger, elf Männer und eine Frau, ausgerüstet mit Proviant und viel Vorfreude auf den strahlenden Frühlingstag,  ziehen nun – selbstverständlich immer unter kundiger Leitung von Fredi – in Richtung Hallwilersee. Die ersten Blicke über den See schweifend, macht nun etwas stutzig: Haben wir’s jetzt mit einer herbstlichen Nebeldecke zu tun?  Den Blick dann Richtung Ufer und in die liebliche Hügellandschaft werfend, brachte Klarheit. Es präsentierte sich eine herrliche Blütenlandschaft vieler Hochstammbäumen. Es präsentiert sich der Frühling im schönsten Gewande.

Insbesondere die Apfelbäume zeigen sich im schönsten Kleide. Theo, unser botanischer Profi, stellt richtig fest, dass vor allem der Boskopapfelbaum mit der weit ausladenden Krone die farbig schönsten und kräftigsten Blüten trage.

Im Gartenrestaurant des modernen Hotels “Schiffslände“ genehmigen wir unseren obligaten Morgenkaffee und geniessen die angenehme morgendliche Frische, aber nicht mehr unter dem lauschigen Blätterdach der Kastanienbäume, nein, die mussten alle gefällt werden. Es wurden jetzt schirmförmige Sumpfeichen gepflanzt. Auch sie eine Augenweide!

Alsbald folgen wir jetzt dem Uferwege in Richtung Beinwil, die Nebeldecke ist noch nicht ganz verschwunden. Kaum haben wir aber die Luzerner Kantonsgrenze überschritten, weicht der Nebel und die Sonne erstrahlt über die blühende Landschaft.   Diese Tatsache hält der Schreibende, der ein Luzerner Bürger ist, selbstverständlich gerne fest. In Mosen halten wir Rast  und bestaunen die schön angelegte Uferpartie.

Unmittelbar am See ist es praktisch nicht überbaut. An den Hänge und etwas weiter entfernt, breiten sich all die Dörfer  mit ihren neuen  EFH-Quartieren  – so hat man den Eindruck -  ins Unermessliche aus und bemächtigen sich der saftigen Wiesen und Felder.

Immer wieder treffen wir auf der Rundwanderung auch  Informationstafeln, in welchen die Massnahmen zur Renaturierung vorgestellt werden. Dank den Schutzzonen sind die meisten Ufer unbebaut geblieben. So bildete sich ein ideales Naherholungsgebiet mit einer intakten Pflanzen – und Tierwelt.  Forellen beispielsweise, in ansprechender Grösse, können in  einem kleinen Bächlein in der Nähe von Aesch, bestaunt werden.

Vor Meisterschwanden wird dann ausgiebig gepicknickt und in der nahen Selbstbedienung der  “Seerose“ genehmigen wir einen feinen Kaffee in idyllischer Umgebung.

Die restliche Stecke von Meisterschwanden nach dem Schloss Hallwil  dürfen wir - mit schon bald sommerlichen Temperaturen - unter den schattigen Bäumen des Uferweges begehen. Wir wandern an Rebbergen vorbei und können kurz vor dem Ziel ein nachgebautes Pfahlbauerhaus bestaunen.

Den Abschluss der Rundtour  bildet der Blick auf das prächtige vom Aabach umspülte Wasserschloss Hallwil. Obwohl die Zugbrücke heruntergelassen ist,  ziehen wir ein kühles Bier in einem nahen Gartenrestaurant, dem Besuch des mittelalterlichen Schlosses vor. Via Seengen, Lenzburg und Zürich gelangen wir  - ausnahmsweise mal am frühen Abend - wieder nach Hause.

Die vielen Farbtöne der Seeoberfläche, das zarte Grün der Blätter, die blühenden Bäume und zu guter letzt die friedliche Stimmung der Wandergruppe bleiben sicher bei allen in guter Erinnerung. Wirklich! Die eingangs erwähnte touristische Werbung  hat sich vollends bewahrheitet.

  1. April 18 Roman Bieri

Karte

 

Fotos Föns

 


Tagesbericht Max Müller

Am HB Zürich bestieg eine erwartungsfrohe, 15-köpfige Wandergruppe (davon 1 Frau und 2 Hundeführer) - bei schönstem Wetter - den Zug nach Bern / Murten. Alle hatten sich wieder viel zu erzählen und wir trafen unerwartet schnell im Bahnhof Bern ein, wo wir umsteigen mussten. Theo hatte uns kurz zuvor informiert, dass es eine Überraschung geben werde, denn er hätte auf Einladung seines früheren Chefs einen Apèro in seinem Anwesen (am Murtensee) vereinbaren können. Beim Umsteigen mit Peronwechsel ist Theo im Menschenschwarm verschwunden - er war nicht mehr auffindbar. Auf der Weiterfahrtsrampe wurden zwei Züge geführt; der vordere mit Ziel Freiburg, der hintere nach Murten / Neuenburg. Wir stiegen in den hinteren Zug ein, in der Hoffnung, dass Theo ihn auch gefunden hätte. Kurz nach der Abfahrt meldete sich Theo auf dem Smartphone bei Werni: Er sitze im falschen Zug und fahre nach Freiburg! Nun wurde nach Lösungen gesucht - Fahrplan studiert, Abfahrten und Ankünfte in Murten verglichen. Theo hatte die beste Lösung gefunden: Umsteigen in Freiburg / direkter Anschluss nach Murten, und - Zielerreichung nur eine viertel Stunde nach unserer Ankunft! Super! Dann meldete sich der Sprecher in unserem Zug und erwähnte, dass der vordere Zugteil nach Neuenburg fahre (hierin befanden wir uns) und der hintere Teil nach Murten. Wir waren schon in Kerzers angekommen und mussten nun eilends den Zug wechseln! Fazit: Es ist wirklich nicht einfach, den richtigen Zug mit dem richtigen Zielort bei den knappen Umsteigezeiten zu erreichen - fragen kann man heute ja niemanden mehr (keine Zugspersonalbegleitung). Aber, glücklich vereint - dank Mobiltelefon - fanden wir uns in einem Café "unter den Bögen" im hübschen Städtchen Murten, wo wir uns kurz stärkten.

Dann zum nächsten Höhepunkt: Weg entlang am Murtensee bis nach Muntelier, wo wir durch einen sympathischen Hausbesitzer (und Exchef von Theo) mit Alphornklängen herzlich empfangen wurden. Durch sein Garteneingangstor tretend, erblickten wir seine gediegen angelegte, botanisch vielfältige Anlage, die wir da bestaunen durften. Verschiedenster Pflanzen- und Baumwuchs, immer wieder unterbrochen mit dazwischen liegenden Aufenthaltsnischen, laden zum Verweilen ein. Unter einer Pergola erwartete uns der Apero (Weisswein / Zutaten). Theo machte uns auf seine vergangene Zusammenarbeit mit dem Hausherrn aufmerksam - und erwähnte die interessante Entwicklung der Autobahnplanung um Birmensdorf herum.

So stand ein vom Bund bewilligtes Ausführungsprojekt da, welches das Dorf mit Auswirkung von starkem Durchgangsverkehr belastet hätte. Man musste handeln! Köbi Gut konnte als damaliger Präsident der Holzkoporation zusammen mit Theo und seinem  Exchef und anderen Helfern mit viel Einsatz und Wille eine abgeänderte Autobahnlinienführung (heutiger Zustand) bewirken. Und noch heute sind die Birmensdorfer stolz auf die Initianten. Theo motivierte seinen Exchef (auch als Geschichtskenner) uns die Ortsvergangenheit Murtens näherzubringen, was er gerne aufnahm und in seiner Berndeutschen Ausdrucksweise besonders gut ankam. Er begann: Zum einen ist es die Sprachgrenze, die da die Anwesenheit der Helvetier keltischen Ursprunges dokumentiert, die schon vor unserer Zeitrechnung hier waren. Zum andern die Römer mit ihrem Sitz in Aventikum (Avenches). Dann wird auf Karl der Kühne eingegangen, der da eine Schlacht bei Murten gegen Berner und Zürcher ausgefochten hatte. Es ging um die Machtvorherrschaft. Karl der Kühne, Herzog von Burgund, hat dadurch aber alles verloren. Bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut (im Jahre 1476/77). Und erzählen konnte unser Gastgeber - es war eine Freude. Leider mussten wir uns verabschieden, denn vor uns lag noch ein langer Weg.

Und erzählen konnte unser Gastgeber - es war eine Freude. Leider mussten wir uns verabschieden, denn vor uns lag noch ein langer Weg.


In den Auenwäldern wanderten wir auf weicher Häckselunterlage, durch lichte Baumgruppen, dem Ufer des Murtensees entlang. Der schattenspendende Blattbewuschs schützte uns vor den steigenden Temperaturen; es kündigte sich uns ein weiterer Sommertag an. Ab dem Brückenübergang über den Canal de la Broye (Verbindungskanal zwischen Murten- und Neuenburgersee, 8.8 km lang / Juragewässerkorrektur vor ca. 150 Jahren) waren wir direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Wir durchwanderten Weiler und Rebberge, die dann zum Aufstieg zum Mont Vully (Höchster Punkt 653 müM) führten. Mit einer weiteren, grösseren Wandergruppe aus der Deutschschweiz wetteiferten wir um die Weghoheit. Leider war ein durchkommen (überholen) nicht möglich, da die Pfade schmal waren. Sprüche wurden ausgetauscht: Hat das Altersheim euch Ausgang gewährt? Seid ihr von der Pro Senectute organisiert? etc. Der Aufstieg wurde so etwas verlangsamt - wir erreichten aber den Gipfel trotzdem, wo wir die Aussicht in vollen Zügen geniessen konnten. Leider war es wieder einmal dunstig; der Blick zur Jurakette war möglich, die Alpen waren aber diesmal nicht sichtbar. Es kam auch zur wohlverdienten Mittagspause unter dem angenehmen Baumbestand.

Der Abstieg zum Neuenburgersee führte uns durch ein naturnahes Gebiet mit frischbegrünten Wäldern und schönsten Blumenwiesen. In der Ebene angekommen bewanderten wir den Uferweg des Broyekanals bis zum Ökohotel la Sauge, wo uns eine kühle Erfrischung unter der sonnengeschützten Pergola erwartete. Die Karte zeigte uns als Fortsetzung des Weges ein Sumpfgebiet an; bei der Mündung der Broye zweigten wir in den Schilfgürtel ab, um am Seeufer entlang zum Einschiffungssteg in Cudrefin zu gelangen. Der Weg hatte seine Überraschungen zu bieten; zuerst mussten "die Kurzbehosten" zur Kenntnis nehmen, dass die schon hochgewachsenen Brennnesseln auf dem schmalen Weg ihre Wirkungen zeigten, was "die Langbehosten" zu amüsieren schien. Dann wurde der Pfad zum Ho Chi Minh Flur durch Schilf, Geäst und sonst welche Barrieren - ein Trekking- oder Abenteuerweg für Erlebnissuchende. Zum guten Glück war alles "Furz - trocken", sodass wir nicht einsanken und von der Mückenplage verschont blieben.

Irgendwann wurden die Wege wieder normal und wir erreichten die Schiffsstation am Neuenburgersee. Da das Kursschiff erst etwas später eintraf, reichte es noch zu einer Glacerunde am Hafenkiosk. Der Abschluss mit der Fahrt über den Neuenburgersee zeigte uns, wie breit dieses Gewässer wirklich ist. Ein wunderbarer Tag hat damit seinen Abschluss gefunden. Der ICE - Zug nach Zürich brachte uns zum Ausgangsbahnhof zurück. Fredi, wiederum herzlichen Dank für deine gute Organisation mit der idealen Zeiteinteilung, Verbindungsabklärungen und deine Umsicht für ideale Wandergebiete. 

Fotos Werni, Hane

Karte


Tagesbericht: Max Müller

Im HB Zürich trafen wir uns als kleine Gruppe (1 Wandererin, 8 Wanderer) zur zweigeteilten Tour von Tamins über den Kunkelspass nach Vättis und von Valens durch die Taminaschlucht nach Bad Ragaz. Die Wettervorhersage war unsicher, was wohl auch die Teilnahmebereitschaft beeinflusste.  Eine dichte Wolkendecke mit eingehüllten Bergspitzen nahmen wir auf der ganzen Bahnfahrt nach Chur wahr; aber es war mehrheitlich trocken. Fredi war diesmal gesundheitlich angeschlagen - z.T. fröstelte er und es war ihm übel. Was für uns der Café, so war es für ihn das Cola - was wir im Ausgangsort Tamins in einer Gastwirtschaft zur Startmotivation bekamen. Wir bildeten den hinteren Teil der Wandergruppe, die heute etwas gemächlicher durch die lichten Wälder, den z.T. steilen Weg zum Kunkelspass anging. Durch die Stille der Naturerscheinungen schritten wir mit eingelegten Pausen, damit Fredi sich nicht überfordern musste. Dabei konnten wir Waldarbeitern beim Baumfällen zuschauen. Laute Motorsägen durchbrachen die Morgenstimmung, das zeigte uns, dass die Winterarbeit noch nicht abgeschlossen ist.  

Wir hatten Glück - trockenen Fusses betraten wir den Rastplatz auf dem Kunkelspass, wo sich die vorauseilende Gruppe niedergelassen hatte. Leider war der Nebel unser Begleiter und wir konnten vorerst die umliegenden Gebäulichkeiten auf der Passhöhe (Alpbetrieb mit Restaurant) nicht sehen. Die speziell angelegte Brunnenanlage und Viehtränke, bestehend aus 10 ausgehöhlten Baumstämmen, die stufenweise dem Terrain angepasst und am Trogende wie eine Treppe übereinandergeschichtet sind, verschwanden am Ende im Nebel. Im Laufe der Mittagsrast konnte sich die Sonne bemerkbar machen und wir traten bei einer aufgelockerten Bewölkung den Abstieg nach Vättis an. Wir durchwanderten sich locker präsentierende "Gebäudeansammlungen" (ausgebaute Ökonomiegebäude, die heute als Wochenendhäuser benutzt werden) an unserem Weg durch Ober- und Unterkunkels. Das klare Wasser des Görbsbaches, der immer breiter wurde, begleitete uns mit seinem Rauschen talabwärts. Inzwischen wurden die Konturen der umliegenden Schneeberge immer deutlicher, die sich von den Nebelschwaden entledigen konnten. Ein kreisender Adler oder Geier (wie unterscheidet man sie auch schon wieder?) drehte majestätisch seine Runden. Frühlingswiesen in lichtem Baumbestand begleiteten uns bis nach Vättis. Hier hatten wir eine knappe halbe Stunde Aufenthalt bis zur Weiterfahrt per Postauto nach Valens. Dieser Aufenthalt nutzten wir zum Kaffee Lutz oder Cola, je nach Verfassung. 

Die Postautofahrt durch das Gebirgstal nach Valens zeigte, dass Fredi die Wanderung durch die Taminaschlucht nicht mit uns antreten konnte. Er fuhr mit Hans, der sich ebenfalls verabschiedete, mit dem Kurs bis nach Bad Ragaz weiter. Wir aber freuten uns auf den zweiten Teil des Erlebnistages. Von der Klinik Valens führte ein steiler Weg hinunter nach dem alten Bad Pfäffers, wo in unmittelbarer Nähe die Heilquelle entspringt. Der renovierte Gebäudekomplex (1983 - 1995), heute im Besitz des Kanton St. Gallen, war ursprünglich ein Benediktinerkloster (ab 730) und wird nun als historisches Museum mit kulturellem Angebot benutzt. Der Eingang zur Quellenschlucht, die etwas südlicher gelegen ist, zeigt sich als Attraktion: Aus einem riesiger Felsspalt fliesst die Tamina (Tamina bedeutet: die Verborgene), die sich da einem Weg in wenigen Metern Breite durch das Tal geschaffen hat.
Auf einer "Felskonsole" führt uns ein Weg "ins innere Labyrinth", das mit farblichen Beleuchtungsakzenten die Felswände imposant hervorheben kann. Überall kamen wir mit der Nässe in Berührung, die wir an diesem Tag der Wanderung eher vom Himmel erwartet hätten. Es betropfte und besprühte uns abfliessendes Wasser von den Felswänden; ganz zuoberst, senkrecht über uns, sahen wir Wald- und Himmelteile über uns thronen. Auf dem ca. 450 Metern angelegten Weg durch und am Fels entlang, fanden wir den Austritt der Warmwasserquelle - ein Dampfgebilde! Ein weiterer Stollen führt uns zur Quelle mit 36.5° heissem Wasser mit einer Austrittsgeschwindigkeit von 5 - 8000 Ltr / Min. Entdeckt wurde die Quelle 1240 durch zwei Jäger. Die Benediktiner erkannten die Heilwirkung des Quellwassers und nutzten es sukzessiv - Paracelsus wirkte hier 1535 als Kurarzt. Weitere Persönlichkeiten hielten sich hier auf: Rainer Maria Rilke, Ulrich Zwingli, Hans Christian Andersen, Johanna Spyri, u.a. Für den Ort Bad Ragaz wurde das Wasser über eine Holzleitung erschlossen, wodurch ein weltbekannter Kurort entstand. Später wurde die "Holzrinne" durch ein Eternitrohr ersetzt und ab 2015 wird der Transport über ein PE - Rohr vollzogen. 

Nach einer Rast bei den alten Museumsanlagen wanderten wir der Tamina entlang nach Bad Ragaz. Über uns braute sich ein Gewitter zusammen, Donnergrollen mahnte uns zur Eile. Mit Hans Lüscher als Frontmann wurde einen Schrittlängentakt vorgelegt, die einige an neue Grenzen erinnerte. Diese ermöglichten aber, dass bis zum Talausgang bei Bad Ragaz niemand nass wurde. Der Gewitterschauer holte uns erst hier ein. Unter einem Gebäudevordach rüsteten wir um: Trockenhäute wurden angelegt. Auf den letzten 1.5 km bis zum Bahnhof wurden wir im Vergleich noch intensiver als in der Heilquellenschlucht besprüht, waren aber dankbar, dass der Regen erst jetzt eingesetzt hatte. Auf dem Weg erhielten wir ein Telefon von Fredi, der im Bahnhof auf uns wartete. Sein Befinden hatte sich etwas gebessert und er hatte den aktuellen Skulpturenweg in Bad Ragaz, während unserer Taminaschluchtwanderung, zu einer Besichtigung genutzt. Im Bahnhof fanden wir wieder zusammen und die Zeit bis zur Abfahrt reichte noch für ein Bier / Cola.

Ein wunderschöner Tag hat seinen Abschluss gefunden und wir wünschen Fredi bis zur nächsten Wanderung gute Genesung und die notwendige Ruhe. Die Belastung mit seiner Baustelle fordert eben auch seinen Tribut, der nicht zu unterschätzen ist. Herzlichen Dank für einen weiteren, erlebnisreichen Tag, den wir mit dir und unter deiner ideenreichen Wanderroutenplanung erleben durften.   

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Rheintal-Kunkelspass

Karte Taminaschlucht-Bad Ragaz


Tagesbericht: Max Müller

Eine 14 - köpfige Wanderfamilie bestieg erwartungsfroh den Zug von Zürich HB nach Kandersteg - auch dieses Mal bei sonnigem Wetter. Dieser Zug ist stark belegt mit Berufsleuten, die fast ausschliesslich in ihre PCs oder Handys starren. Und wir als Touristen bedienen uns einfach des Gesprächs. Wir sind für den Schallpegel im Zug verantwortlich - die andern schweigen. Motto: Zeiterscheinung oder Abschottung als Generationenproblem? Eine auffallende Erscheinung, die es zu überdenken gilt. Kontakte beleben und können Freude bewirken. So lebt auch unsere Gruppe von den Begegnungen. Also fahren wir mit der SBB zu immer neuen Zielorten, die uns gemeinsame Erlebnisse erfahrbar machen. Naturschönheiten erwecken Lebensfreude - schön, dass das auf unseren Wanderungen immer wieder zu erleben ist.

In Bern heisst es umsteigen - im Zug nach Kandersteg sind wir vollzählig; nochmaliges Umsteigen in (privaten) Reisebus nach Selden, das zuhinterst im Gasteretal liegt. Die Erlebnisse des heutigen Tages beginnen mit der Fahrt auf der steil ansteigenden Naturstrasse - fast wie in Nepal, wo die Strassenführung auf Felskonsolen mit abschüssigen und schroff aufsteigenden Felspartien bei der Durchfahrt des Busses eine Staublawine hinterherzieht. Die herausgesprengten Tunnels mit hervorragenden Steinabbrüchen meistert unser Fahrer hervorragend - trotz beinahe gleichem Profil des Busses zur Durchfahrtsöffnung der Tunnels! Es fehlen auch die Querrinnen zum Strassenprofil nicht. Ein uns alle überraschendes Erlebnis, und das in der Schweiz. "Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne das Glück begreifen, denn das Glück ist immer da. (Goethe). Neben uns tost die spätere Kander den steilen Katarakt nach Eggeschwand hinunter. Auf der Anhöhe treffen wir eine Auenlandschaft beim Hotel Waldhaus an. Hier treffen zwei Täler aufeinander; das eine führt zum Daubensee, das andere ist eben "unser Gasteretal". Wir fahren weiter nach Selden. Interessantes zeigt sich uns an der einigen hundert Meter hohen Felswand, die der Strasse gegenüber liegt. Ein grosser Wasserfall entspringt aus einer grösseren Felsöffnung - mitten in einer senkrechten Wand. Wir raten, wie das Phänomen zu erklären sei. Ein Entlastungsstollen von einem Stausee? Später erfahren wir, dass es eine natürliche, im Fels drinnen verlaufende Wasserader sei, die sich hier beim Austritt zeigt. 

Weiter hinten im Tal auf 1540 müM nimmt die "Schüttelfahrt" ein Ende. Zwei Bergwandererunterkünfte und einige weitere Bergbauten sind hier lose auf dem ansteigenden Hang gebaut worden. Bis ca. Mitte Oktober sind sie zum Teil bewohnt. Fredi hat hier eine freiwillige Zusatzschleife für Schönwetterwanderer mit einem Anstieg zur Heimritzhütte eingeplant (1650 müM). Von hier öffnet sich das Tal zum Kanderfirn, der sich aber weiter zurückgezogen hat. Auf der kleinen Bergterrasse erfreuten wir uns am verdienten Café unter dem Sonnenstoren der "Berghütte", denn der Himmel zeigt sich ohne Wolken. Der Wirt, der auch Vater und Bauer ist, besitzt 6 Kühe, einige Schafe und Hühner. In ca. 10 Tagen würden weitere 350 Kühe, Kälber und Schafe zur Übersömmerung eintreffen. Sie sind jede Woche im riesigen Gebiet der Alpweiden zu kontrollieren, aber es gebe auch Verluste von rund 10% der Herde pro Sommer. Jeder Aufstieg zur Herdenzählung sei mit ca. 3 Stunden einzuplanen - ein Rundgang beanspruche den ganzen Tag. 

Wir verabschieden uns vom kommunikationsfreudigen Wirt und treten unseren langen Abstieg, dem Bachbett der Kander nach, an. Die Alpenflora leuchtet uns mit ihrer Blumenpracht entgegen. Über verschiedene Stege wechseln wir die Talseiten - jedes Mal wird das Bachbett breiter. Im tiefen Tal sehen wir nur die Vorkreten der umliegenden, hohen Berggipfel (z.B. Doldenhorn (3638 M), gegenüberliegend das Balmhorn (3698 M). Unter uns liegt der neue NEAT - Tunnel nach Visp. Ein moderater Abstieg durch kleine Auenlandschaften führt uns in eine Ebene, wo ein Grossteil der Bäume abgeknickt und umgeworfen sind. Wie ist das nur möglich? Kenner unter uns vermuten eine Staublawine, die im Winter über die grosse Felspartie vis à vis heruntergestürzt sei. Ein trauriger Anblick, wenn man bedenkt, wie lange es in einem Bergtal braucht, bis sich der Wald wieder regenerieren kann. 

Wir nähern uns dem Hotel Waldhaus, wo wir unseren Durst löschen können. Die Terrasse bietet genügend Platz, denn am heutigen Tag sind trotz Sonnenschein nur wenige Wanderer anzutreffen. Unsere "alten Stammwanderer" Köbi und Franz fühlen sich gut und haben auf dem Weg nach unten keine Probleme mit Tempo und behindernden Körpersymptomen. Aber der steile Abstieg steht auch ihnen noch bevor, denn wir begeben uns nun in die Schluchtpartie der nicht mehr so jungen Kander. Auf dem Weg nimmt das Rauschen des Wasserlaufs stetig zu, sodass Hans sich bemühen muss, einen Telefonanruf noch verstehen zu können. Über uns kreist ein "Riesenvogel", der nahe seinem Horst unter einem Felsvorsprung seine "Runden" dreht. Ist es ein Adler oder ein Bartgeier? Wer auf der Wanderung bei Sigriswil dem Ornithologen am Hängebrückenkopf gut zugehört hat, der weiss, dass es ein Bartgeier sein muss. Das wurde auch durch einen zufällig anwesenden Wildhüter bestätigt.

Nun gings bergab! Die Kander umspülte mit grosser Geräuschkulisse die im Flussbecken liegenden Felsbrocken. Auf dem neben der Strasse angelegten Wanderweg kamen wir dem Flusslauf sehr nahe. Beeindrucken kann ein Wasserfall durch seine Wucht und sein Tosen, das hier die Intensität des bekannten Rheinfalls anzunehmen schien. Das Naturschauspiel muss selbst erlebt werden - die Worte können das nicht zum Ausdruck bringen. 

Wir erreichten die ruhigeren Zonen der Kander als wir Eggeschwand vor uns sahen. Klares Wasser in einem flachen, aber schon breiten Bachbett begleitete uns bis nach Kandersteg. Hier verabschiedeten wir vier Wandermitglieder, die den Heimweg antraten. Unser Ziel führte uns aber noch zum Blausee, ein auf ca. 900 müM gelegenes Fels- und Gletschersturzgebiet (vor ca. 15000 Jahren), in dem das Grundwasser gestaut wird. Es wird nicht von der in der Nähe vorbeifliessenden Kander gespiesen. Das kristallklare Wasser ist gegenwärtig 6° C warm - in ihm tummeln sich viele grosse Forellen. Eine Fischzuchtanlage sorgt für das Erneuern der Forellenbestände. Eine geführte Ruderschifffahrt ist im Eintrittspreis enthalten. Ein Restaurationsbetrieb liegt direkt über dem Seebecken. Shop, Museum und ein Hoteleriebetrieb mit Spa / Wellnessbereich sowie Chaletsuiten ergänzen die privat geführten Anlagen. Wir genehmigten uns hier einen Abschlusstruck / "heisse Liebe - Cup" bevor wir die Heimreise antraten. Mit dem Postauto nach Frutigen, dem Zug nach Bern und in einem nicht klimatisierten Zugswagen "genossen" wir bei Sommertemperaturen die Heimreise nach Zürich.

Es war wiederum ein erlebnisreicher Tag, den uns Fredi ermöglicht hat. Herzlichen Dank für deine unermüdlichen Vorbereitungsarbeiten und deine Anwesenheit mit umsichtigen Erklärungen der Reiserouten in den schönsten Landschaftsstrichen der Schweiz. Wir haben in dir nicht nur einen hervorragenden Reiseleiter sondern auch einen umsichtigen Organisator von gemeinsam erlebten Eindrücken. 

Karte

Fotos Werni


Tagesbericht: Hane

Acht erwartungsfrohe Gesellen, zwei Vierbeiner aber diesmal leider keine Vertreterin des schwachen Geschlechts machten sich auf den Weg ins Urnerland. SBB, Postauto und Gondelbahn brachten uns via Amsteg und Bristen nach Golzern im Madranertal.

Von der Seilbahnstation war es ein kurzer Fussmarsch bis zum Restaurant Golzernsee. Dort hatten wir einen schönen Blick auf das idyllische Seelein und wir konnten uns mit feiner Aprikosenwähe verköstigen und vor allem stärken. Stärken darum weil ein happiger Anstieg (ca. 600 Höhenmeter) zur Windgällenhütte bevor stand. Vom Wirt haben wir gehört, dass das Dorf nur noch im Sommer bewohnt ist. Der Lebensunterhalt wird durch das Restaurant bestritten und für den Milchkonsum stehen zwei Kühe im Stall.

Der Aufstieg führte uns an wunderschönen Alpwiesen mit den unterschiedlichsten Blumen vorbei. Auf der gegenüberliegenden Talseite konnten wir jene Wasserfälle und den 3073 hohen Bristen bewundern.  Nach etwas über zwei Stunden erreichten wir dann die 1906 vom akademischen Alpenclub errichtete Windgällenhütte (2030 MüM). Von da aus hatten wir auch einen sehr schönen Ausblick auf die „Gross Windgällen“ (3187).  

Nach der Mittagsrast ging es ziemlich steil bergab zum sogenannten „Tritt“. Dort hatten wir den östlichsten Punkt erreicht und konnten uns somit auf den Heimweg begeben. Die Route wurde etwas flacher,  wir überquerten mehrere Bäche, bewunderten Wasserfälle und nach wie vor die wunderschöne Alpenflora. Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir das Hotel Madranertal.  

Das Hotel " Zum Schweizerischen Alpenclub " wie es damals hiess, wurde im Jahre 1864  von Albin Indergand, Hotelier und Regierungsrat erbaut. Es war in der Zeit, als die Angelsachsen und die Unterländer die Berge entdeckten und in  ihrer Freizeit reihenweise auf die Berggipfel kraxelten.

Ein Schild wies uns unmittelbar vor dem Hotel darauf hin, dass die direkte Route Richtung Bristen wegen Sprengarbeiten nicht passierbar sei. Wir mussten daher auf die signalisierte Umgehung ausweichen und eine zusätzliche Wander-Viertelstunde in Kauf nehmen. Dies war keine grosse Herausforderung,  insbesondere auch weil wir wussten, dass es bis zum Berggasthaus Legni nur wenige Minuten Marsch war. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der hatte sich den Dienstag als Wirtesonntag ausgelesen.

Wir haben Bristen aber trotzdem erreicht und konnten uns im Beizlein bei der Seilbahnstation mit dem Nötigsten eindecken. Von da gings mit den gleichen Verkehrsmitteln wie wir gekommen waren zurück in heimatliche Gefilde. Fredy besten Dank einmal mehr eine wunderschöne Tour und trotz allen Befürchtungen ohne Muskelkater.

 

Fotos Hans Jahn, Jörg Hofstetter

Karte


Tourenbericht: Hane

1. Tag: Samedan-Sils

Elf erwartungsfrohe Wanderer/innen und ein Vierbeiner bestiegen in Zürich den Zug in’s Engadin. Die SBB bzw. die RhB führten uns via Landquart und Sereina-Tunnel nach Samedan ins Oberengadin. Dort erwarteten uns schönes Wetter und angenehme Temperaturen.

Für den Nachmittag waren Gewitter und am TV der Achtelfinale-Match Schweiz- Schweden angesagt. Darum verzichteten wir schweren Herzens auf das obligate Start-Café mit Gipfeli und legten sofort los. Vom Bahnhof Samedan führte der Weg zwischen der Flaz und dem Golfplatz vorbei Richtung Punt Muragl (Talstation der Muottas Muragl Bahn). Von dort durch den Stazerwald, teilweise der Spur des Engadin Skimarathons entlang, Richtung St. Moritz. Im schön gelegenen Restaurant Stazersee kamen wir dann endlich zum lang ersehnten Café mit Kuchen.

Nach dem Zwischenhalt ging es vorbei am Lej da San Murrezan wo wir auf der gegenüberliegenden Seite die vielen exklusiven Hotels von St. Moritz bewundern konnten. Als Nächstes kam die Durchquerung von St. Moritz Bad und von dort führte unser Weg zur berühmten Olympia-Schanze. Unmittelbar hinter der Schanze kamen wir zum idyllisch gelegenen Lej Marsch wo die Mittagspause angesagt war. Übrigens benötigten wir für die Strecke vom Stazersee bis zur Schanze ca. 75. Minuten, Güx am Engadiner mit den LL-Skis etwa ca. 10 Minuten.

Frisch gestärkt konnten wir die restlichen ca. acht Kilometer unter die Füsse nehmen. Zuerst zum Lej da Champfer, dann zum Lej Suot, vorbei am Schloss von Ueli Prager zum Lej da Silvaplauna. Von da aus konnten wir das Ziel Sils in der Ferne sehen, es verblieb aber immer noch eine Stunde bis wir es auch erreichten. Auf den letzten 1-2 Kilometer begann es dann leicht zu regnen aber es lohnte sich kaum den Regenschutz zu montieren.

In Sils hatten sich die drei Fussball-Fans dann sofort nach dem Hotel Edelweiss umgesehen, weil dort gemäss Tourist Information der WM-Match gegen Schweden angeschaut werden konnte. Wir wurden dort auch sehr freundlich begrüsst, konnten die nassen Kleider und das Gepäck deponieren, in aller Ruhe einen Drink konsumieren und den Sch…-Match anschauen.  

Max verabschiedete sich dort von uns, allerdings nicht ohne noch die Zeche zu übernehmen und fuhr nach Zürich zurück. Die Anti-Fussbalfans machten sich mit dem Postauto nach Vicosoprano ins Hotel Corona auf, während die drei Fans erst nach dem Abpfiff des Spiels folgten. Zum Nachtessen war „Gitzi & Polenta“ angesagt (nicht jedermanns Sache). Damit neigte sich ein wieder genialer Wandertag dem Ende zu. Es waren übrigens sechs Seen an denen wir vorbei kamen, da hat der Organisator und Reiseleiter das Jahresmotto „Wanderungen am Wasser“ perfekt erfüllt.

Karte 1. Tag

Fotos Jörg, Hane

2 Tag: Vicosoprano – Castasegna

Gut geschlafen aber leider bereits um 7h, Tagwache, also Mitten in der Nacht (Masochismus). Vom Hotel aus ging es bergauf bis zum „Bergeller Höhenweg“ der sich von Casaccia bis nach Soglio erstreckt. Da sich die 500 Höhenmeter Aufstieg auf ca. fünf Kilometer verteilen hielt sich die Anstrengung in Grenzen. Einmal mehr schönes Wetter wie wir uns dieses Jahr gewohnt sind.

Die ersten paar Kilometer konnten wir auf einem befestigten Weg zurücklegen, anschliessend wurde es dann allerdings ruppiger. Nach ca. einer Stunde Wanderzeit erreichten wir eine schöne Besenbeiz die leider geschlossen war. Die Verpflegung erfolgte daher zwangsläufig aus dem Rucksack.

Schon bald kam dann auf der anderen Talseite „Bondo“ in unser Gesichtsfeld das letztes Jahr von einem riesigen Bergsturz verschüttet wurde. Gemäss Google: Der Bergsturz von Bondo ereignete sich an der Nordflanke des Piz Cengalo (3369 m ü. M.). Nach vorherigen Felsabbrüchen und Muren in den Jahren 2011 und 2012 kam es am 23. August 2017 zum grössten Bergsturz in Graubünden seit Jahrzehnten, der acht Menschenleben forderte.  Die immensen Stein- und Felsmassen die da ins Tal hinunter donnerten, sind ein Jahr nach dem Unglück noch überall gut sichtbar und es wird noch einige Zeit dauern bis da fertig aufgeräumt ist.

Weiter ging die Wanderung auf einem steinigen Wald-Weg leicht bergab bis zum nächsten Zwischenziel Soglio, das als sonnenreichstes Dorf im Bergell gilt. Im bekannten Hotel Palazzo Solis das mit einer wundervollen, historischen Gartenanlage umgeben ist konnten wir uns mit Glacé und Getränken verköstigen. Sehenswert waren im Garten vor allem zwei alte riesige Mammut-Bäume (Sequoias).

Zum Abschluss war es noch eine gute Stunde bis nach Castasegna dem Grenzort zu Italien. Der Weg führte, moderat abwärts, durch den grössten Kastanienwald der Schweiz. In Soglio verabschiedete sich  Annelies, sie trat die Heimreise nach Zürich an (wir haben nicht herausgefunden ob ihr die zehn Männer verleidet waren oder ob sie Angst vor der morgigen Etappe hatte 😥 .  Von Castasegna ging es mit dem Postauto zurück nach Vicosoprano, wo wir nach ca. 20 Minuten bei strömendem Regen ankamen.

Das Nachtessen war reichhaltig und ausgezeichnet (Salat, Ravioli, Saltimboca mit Reis, Dessert nach Wahl).   

Karte 2. Tag

Fotos Jörg, Hane

3. Tag: Plaun da Lej (Maloja) – Bivio

Die Königsetappe des diesjährigen Wanderjahres hat sicher gehalten was sich die Teilnehmer davon versprochen hatten. Bereits vor acht Uhr bestiegen wir in Vicosoprano das Postauto das uns nach Plan da Lej (am Silvaplanersee ausserhalb Maloja) brachte.

Von nun an ging’s bergauf, ca. 900 Höhenmeter von 1800 bis 2700 MüM. Nach ca. einer halben Stunde Aufstieg passierten wir das mehr oder weniger verlassene Heididorf Grevasalvas (hier wurde 1978 die 26-teilige Kinderserie Heidi produziert). Mit einem kurzen Zwischenhalt erreichten wir nach ca. zweieinhalb Stunden Aufstieg den Lagh dal Lunghin.

Dort stand die Entscheidung an, ob noch ein Abstecher zum Piz Lunghin  (2707 MüM) drin liegt. Da der Gipfel im Nebel lag, hat sich die Mehrheit gegen diesen Abstecher entschieden. Einzig Hans Lüscher liess es sich nicht nehmen diesen halbstündigen Umweg in Kauf zu nehmen. Hans mit seiner positiven, optimistischen Einstellung sieht grundsätzlich weder bedeckten Himmel noch Nebel. Es könnte aber auch sein, dass er seinen Bergeller Freunden beim nächsten Treffen ein Gipfelfoto zeigen will 🙂

Ein weiteres Zwischenziel war die Wasserscheide am Pass Lunghin.  Gemäss Google: Auf dem Pass Lunghin ist der wichtigste Wasserscheidepunkt des europäischen Festlands (ausserhalb Russlands), da sich hier die Wasserscheiden zwischen den drei grössten Meeren treffen, die Europa umgeben. Das Wasser fliesst durch folgende Gewässer:

Nach Norden Julia – Albula – Hinterrhein – Rhein – Nordsee/Atlantischer Ozean
Nach Süden Mera – Comer See – Adda – Po – Adria/Mittelmeer
Nach Osten Lunghinsee – Inn – Donau – Schwarzes Meer

Das nächste Zwischenziel nach einem kurzen Abstieg, gemäss Google: Der Septimerpass verbindet die Täler Oberhalbstein und Bergell. Der Pass war mindestens seit der Römerzeit einer der wichtigsten Alpenübergänge. Als seine Vorteile galten die günstige Lage mit direkter Nord-Süd-Verbindung und die günstige Topographie, die den Wegebauern keine grösseren Probleme bereitete.

Vom Septimerpass ging es moderat bergab in Richtung Bivio. Bei Fumia kamen uns Heinz und Adriano entgegen die eine etwas abgekürzte Route gewandert sind. Sie hatten bereits mit Franca von „Francas Beizli“ Freundschaft geschlossen und wir konnten uns da verpflegen, obwohl das Lokal eigentlich noch geschlossen wäre. Einer unserer Wanderkollegen hat dann so lange Süssholz geraspelt und Komplimente verteilt, bis uns die Wirtin noch Bündner Nusstorte und einen Schnaps spendiert hatte.   

Abschliessend noch eine halbe Stunde bis Bivio, von dort mit dem Postauto bei strömenden Regen nach Chur und schlussendlich zurück ins Züribiet.  

Fredy, besten Dank für die Organisation und herzliche Gratulation zur Routenwahl. Wir haben während den drei Tagen wieder unendliche viel Neues gesehen und gelernt. Ich gehe davon aus, dass Deiner Wiederwahl für die nächsten zehn Jahre nichts im Wege steht  🙂 

Karte 3. Tag

Fotos Jörg, Hane


Tagesbericht: Max
 

Der Wetterbericht für heute: Im Flachland z.T. Regen, in den Bergen gewitterhaft, Südseite eher schön. Ob wohl das Gotthardgebiet im Süden liegt, die Teilnehmenden waren jedenfalls davon überzeugt 🙂  16 erwartungsvolle Wanderer (darunter 1 Frau), sowie 2 Hunde belegten ab Zug die schon sehr ausgelastete EC - Zugskomposition. An diesem Treffpunkt hatten wir schon zwei Transportmittelwechsel hinter uns und es sollten noch einige dazukommen: Umsteigen in Arth - Goldau, Erstfeld, Göschenen, Andermatt mit der Fahrt im Postauto zum Gotthardpass - kaum sassen wir ab, erhoben wir uns zum erneuten Fahrzeugwechsel. In Göschenen wurden wir beim Zugswechsel verregnet. Dieser Umstand konnte uns nicht vom Vertrauen auf unseren begleitenden Wettergott abhalten, denn als wir ab Hospental in Richtung Gotthardpass fuhren, konnten wir am Hoch über dem Tessin teilhaben. Nach etwa 3 Stunden Anreise fuhr der Postautochauffeur mit dem bekannten Dreiklang - Horn (tüü tää too) beim Gotthardpass - Hotel vor. Unsere gute Stimmung wurde unterstützt durch Fredis Ankündigung: Zuerst Café und Gipfeli, dann geht's zu Fuss weiter. 

Heute durften wir uns auf eine 6 - Seen - Wanderung freuen und haben damit den absoluten Höhepunkt des diesjährigen Motivs der Wasserlaufwanderungen erreicht, noch vor der Nächsten, der 5 - Seenwanderung auf dem Pizol. Ein etwas kalter Nordwind begleitete uns auf dem ersten Wegstück ab Gotthardpass zum ersten (Stau-) See und führte uns an einer Sommerweide von etwa 40 Kühen vorbei, die alle grosse Halsglocken trugen. Die Stärke des Geläuts entsprach ungefähr den Einschellern, die als Innerschwyzer Fasnachtsbrauch mit vielen Treicheln erreicht wird. Ab dem Stausee Lago di Lucendro begann der erste Aufstieg über etwa 300 Höhenmeter; er liess uns nun zur "Betriebstemperatur" kommen. Dabei genossen wir auch die uns umgebende Alpenflora.

Der Bergfrühling, der uns mit den Blumenwiesen am optischen Erlebnis teilhaben liess, ist am Abklingen. Das Farbenmeer der vielfältigsten Blüten finden wir nur noch bei unbeweideten Steil- und Seeuferhängen sowie beim felsbrockenübersätem Gelände. Da finden wir noch Gruppen von blauem Enzian, Büschen von rotblühenden Alpenrosen, kräftiggelbem Arnika, etc.

Die Wanderwegpfade sind z.T. eher Bachbette und so wird der Schrittrhythmus zum Unding. Freudig nehmen wir wahr, dass sich im Aufstieg das Ungewisse breit macht, den von unten sind die Terrainabstufungen nicht auszumachen, die weitere Bergseebecken enthüllen sollten. Beim Aufstieg erscheinen daher unmittelbar die nächsten Seen (Laghi della Valletta), wo wir uns eine Ruhepause gönnen. Die tiefblaue Wasserfärbung lässt uns bis auf den Grund des Sees blicken, ja, er ladet zum Bade. Die Temperatur hier auf 2400 müM und der Wind tragen dazu bei, dass es bei den Vorstellungen bleibt. Die mitgeführten Hunde geniessen aber das kühle Nass und sehen jetzt gespannt auf die Rucksäcke, aus denen die mitgebrachten Verpflegungen entnommen werden. Ihr Hunger ist nun wach geworden - und sie betteln, mit bekanntem Hundeblick kombiniert; das bewirkt bei Einigen, etwas vom Mitgebrachten abgeben. 

Nach der Rast gehts wieder aufwärts; bald erreichen wir nach weiteren "Tümpeln" den nächsten (unbenannten) Bergsee. Am Ende dieses Sees finden wir eine Wegweisertafel auf einem flachen Felsbrocken am Boden montiert. Hier gehts zum höchsten Punkt unserer Wanderung - dem Sattel Passo d' Orsirora oder auf Deutsch: Gatscholalücke, 2528 müM. Wir deponieren beim Wegweiser unsere Rücksäcke, da wir von hier aus unseren Abstieg vorgesehen haben. Ohne Lasten überqueren wir ein Schneefeld - und erreichen danach den Grat. Er offenbart uns die Sicht Richtung Furka - vom Dammastock (rechts) bis zur Rotondohütte (links). Hier verweilen wir eine kurze Zeit; die Programme auf den Handis verraten uns sämtliche Namen der anvisierten Bergspitzen. Natur und Technik lassen sich damit wunderbar vereinen.

Der Abstieg in nordöstlicher Richtung führt uns bei weiteren Seen vorbei: auf 2444 müM erwarten uns die Laghi d' Orsirora, noch weiter östlich der Lago d' Orsino auf 2286 müM. Unsere ganze Tour hält sich über der Baumgrenze, sodass Steinformationen, Wasserläufe und Seen sowie die Bergflora speziell zur Erscheinung gelangen. Beim nächsten Halt öffnet sich der Blick wieder zum Gotthardpass, den wir in ca. 1 Stunde wandernd erreichen werden. Beim nun abgeflachten Weg in südlicher Richtung überqueren wir zwei Wasserläufe, die zu den weiter oben traversierten Seen gehören. Beide werden genutzt: Zwei kleine Stauwerke mit Kleinstturbinen dienen auch hier zur Stromerzeugung. 

Zum Abschluss der Wanderung erreichen wir wieder den Ausgangspunkt auf der Passhöhe, wo das Postauto schon auf uns wartet. Es reicht noch zu einer kurzen "Durstlöschung" auf dem sonnigen Vorplatz des Kiosk; die Fahrt nach Airolo auf dem Passstrassen - Autobahnstück ermöglicht uns den Weitblick Richtung Nufenenpass, der "Strada alta" und in die Leventina hinunter ins "Tessiner Unterland". Ein romantischer Aspekt zeigte sich kurz oberhalb von Airolo: Die Postkutsche, wie in vergangenen Zeiten mit 5 Zugpferden, überholten wir mit dem Postauto - das als Gegenstück zur heutigen Reiseart. 

Die Zugsreise führte uns wieder nach Zürich, wo wir uns leider verloren, da wir ab Arth - Goldau im überfüllten EC zum Teil stehen mussten oder nur noch einzelne, verstreute Plätze belegen konnten. Im Menschenstrom und den Abfahrtszeiten der Anschlusszüge nach Hause, wurde uns ein Abschiednehmen verunmöglicht. Trotzdem ein herrlicher Tag; wiederum herzlichen Dank an Fredi, der alles wieder einwandfrei organisiert und vorbereitet hat. Dankbar nehmen wir wieder die Erlebnisse der Wanderung mit uns.

Karte

Fotos Werni, Föns


Tagesbericht: Hane

Mit Annelies, Claudia und Susann war dieses Mal erfreulicherweise eine Rekordzahl von Damen dabei. Dazu gesellten sich elf Wanderer vom sogenannt stärkeren Geschlecht. Dass auch zwei vormalige Lehrer dabei waren half mit, die grammatikalischen Fragen zu beantworten. Es wurde jedenfalls festgehalten, dass die Sätze „helft den Armen v…..n“ nicht dasselbe bedeutet wie „helft den armen V…..n“ und das Hansli in der Schule eine Ohrfeige gekriegt hat nur weil er bei der Beschreibung der Lehrerin „sie hat ein grosse Nase“, Nase mit zwei „ss“ geschrieben hatte.

SBB und Postauto brachten uns in knapp zwei Stunden zur Pizolbahn nach Wangs, von dort eine Gondelbahn sowie ein Sessellift in die Bergregion „Gaffia“. Die Planung von Fredi sah vor, dass wir die berühmte 5-Seen-Tour erfreulicherweise in der unüblichen Richtung absolvieren würden. Dadurch waren ca. 300 Höhenmeter mehr Aufstieg, dafür 300 Meter weniger Abstieg zu bewältigen.

Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir die Berghütte „Alte Alp Gaffia“ wo wir uns mit Kaffee und Gipfeli eindecken konnten. Nach der Verpflegung standen die ersten 300 Höhenmeter bis zum Baschalvasee (2174m) auf dem Programm. Während des Aufstiegs hatten wir eine wunderbare Aussicht in’s Rheintal mit den Lichtensteiner Gemeinden Balzers und Vaduz. Das nächste Zwischenziel war dann der Rossstall (2456m). Gegen Nordwesten hatten wir einen schönen Ausblick auf die Churfirsten, etwas nördlich davon war in der Ferne der Säntis  zu sehen. Neben der schönen Aussicht haben uns auch die vielen exotischen „Steinmandli“ fasziniert. 

Nach einer kurzen Zwischenverpflegung stand der Abstieg zum Schwarzsee (2368m) und sofort der nächste Aufstieg auf etwa 2500m auf dem Programm. Das Wetter war optimal, leicht bedeckt, leichte Bise und dadurch mit ca. 17° fast 20° kühler als unten im Tal. Wir haben die Aussicht in die Glarner Alpen mit Glärnisch und Tödi bewundert, sind dann etwa 100 Höhenmeter abgestiegen um das Mittagessen an einem Wind geschützten Ort einnehmen zu können.  Von da hatten wir einen wunderbaren Blick auf den tiefblauen Schottensee, sowie auf den etwa einen Kilometer entfernten Wildsee.

Diese beiden Seen erreichten wir dann auch nach kurzem Abstieg. Oberhalb des Wildsees gab es noch zwei grössere Schneefelder, was vermuten liess, dass die Wassertemperatur des Sees noch einiges von der Komfortzone entfernt war. Dies konnte allerdings einige Unentwegte nicht vor einem kurzen Bad abhalten. Die Leute aus unserer Gruppe haben den See aber rechts liegen gelassen und den letzten kurzen Anstieg zur Wildseeluggen (2492m) in Angriff genommen.

Beim Abstieg zur Pizolhütte (2226m) hat sich unser Teilnehmerfeld in seine Einzelteile aufgelöst. Die Nachhut bestehend aus sieben Personen, hat sich dann für eine Abkürzung entschieden, ev. auch mit dem Hintergedanken die Vorauseilenden noch zu überholen. Dieses Vorhaben wurde dann aber zu einem kleinen Abenteuer. Es handelte sich zwar um einen offiziellen Weg der auch entsprechend markiert war, aber er war an verschiedenen Stellen, wegen Lawinenniedergängen im Frühling, unterbrochen. Die Durchquerung dieser Stellen war nicht lebensgefährlich, allfällige Stürze hätten aber sicher zu schmerzhaften Schürfungen geführt.

Es ging aber alles gut und wir konnten uns in der Pizolhütte wieder mit den Warmduschern, die den einfachen Weg vorgezogen hatten, zusammenschliessen. Von da bis zur Seilbahnstation Laufböden waren es noch lockere zwanzig Minuten Fussmarsch. In der Zwischenstation Pardiel konnten wir uns dann bei wieder wärmeren Verhältnissen nochmals mit Kafi Lutz und Dessert verpflegen.  

Die letzte Teilstrecke bis nach Bad Ragaz konnten wir zuerst mit der Gondelbahn und anschliessend mit dem Postauto bewältigen. Die Fahrt mit der SBB nach Zürich war dann aber eine absolute Tortur,  bei gefühlten 65 Grad konnten die Fenster nicht geöffnet werden.  Natürlich haben wir auch diesen Horrortrip überstanden und die S-Bahn von Zürich in heimatliche Gefilde war dann wieder wesentlich erträglicher.

Danke Fredi, einmal mehr ein toller Tag mit einer Super-Tour.  

Fotos Hane, Föns

Karte


Tagesbericht: Max

Einmal müssen ja die Phasen der Wanderungen mit Schönwetterlagen abbrechen - dachte ich. Das Atlantiktief wandert ostwärts, eine Kaltfront zieht von Nordwesten über Europa. Voila! Trotzdem fuhren total 14 Wanderbegeisterte in die Zentralschweiz, davon 2 Frauen und zusätzlich 2 treue Hunde. Dunkle Regenwolken / Nebelschwaden in Abwechslung mit einigen blauen Löchern am Himmel begleiteten uns während der Zugsfahrt nach dem Oberalppass 2044 MüM. Da oben war es dann so weit: die Sonne entfaltete ihr ganzes Können; bei Sonnenschein verliessen wir die RhB - gute Aussicht: in unmittelbarer Nähe ein Restaurant (Urnerseite), wo wir mit Café und Gipfel versorgt wurden. Weitere 50 m daneben wieder ein Restaurant, diesmal aber auf der Bündner Seite - und was leuchtet da? Ein richtiger Leuchtturm! Ist das ein Fasnachtssujet? Nein ein Symbol für die Wasserstrasse des Rheins. Dieser mündet bekanntlich in den Atlantik - auch da stehen diese Türme. 

Die Rheinquelle entspringt unmittelbar an unserer Wanderroute, die uns Richtung Maighels - Hütte (SAC) führt. Der Lai da Tuma (2345 MüM) gilt als Ursprungsgewässer des Rheins, unser Weg liegt aber etwas unterhalb dieses Ausgangspunktes. Fredi hat uns den zusätzlichen Aufstieg erspart (Achtung vor dem Alter!), da sich sonst die ganze Wanderung über 6 Stunden erstreckt hätte. Das wollte er uns nicht zumuten, denn wir "altern" alle kontinuierlich.

Einflechten zum Thema möchte ich da ein Witz von Peter (Inhalt: Alter) - Klassenzusammenkunft alle 10 Jahre im Restaurant Sonne;  

Erster Grund: da isst man gut. Nächstes Mal: Zweiter Grund: schöne Serviertochter; dann das nächste Mal: Dritter Grund: WC auf gleichem Boden wir Restaurant. Nach weiteren 10 Jahren: Vierter Grund: dieses Restaurant kommt mir bekannt vor - so geht's eben im Laufe der Jahre.

Es folgen in dem probaten Aufstieg noch weitere Witze, was zeigt, dass die Lebendigkeit der Teilnehmer im Gespräch nie versiegt. Auch der Humor trägt vieles dazu bei.

Wir Wanderer steigen noch immer wie junge Gämsi in die Berghänge hinein. Aber man sieht hier weder Gämsi noch Steinböcke - man achte jetzt auf Wölfe, die in diesem Gebiet sich "anheimeln" sollen. Noch etwas ist hier aussergewöhnlich: die Fauna zeigt sich kräftig und grün. Keine braunen Wiesen und Hänge; das Gras satt grün - das Buschwerk (verblühte Alpen - und Steinrosen in grossen Flächen) ist gut bewässert. Auf den Alpweiden ist immer noch verbreitet Glockengeläut (Grossvieh) hörbar. Trotz heissem Sommer wurde hier noch kein vorverschobener Alpabzug notwendig. 

Zur Mittagszeit erreichen wir die Maighelshütte: ein idealer Ausgangsort für Bergwanderungen. Sie liegt etwas neben unserem Wanderweg zum Lolenpass, jedoch verspricht sie uns die kulinarischen Extras zum Essen aus dem Rucksack. Auf der Sonnenseite (mit Sonnensegeldach) stehen Tisch und Bänke zu unserer Verfügung (Selfservice). Wir finden im 1. Stock ein Buffet - dahinter liegt die Küche mit den Essensfeen, die grosse Backbleche mit feinem Aprikosen- und Zwetschgenkuchen vorbereitet haben. Einige essen gern eine Suppe, um den beim Aufstieg entstandenen Salzverlust ausgleichen zu können. Nun geht's ans Geniessen: auf dem Essensvorplatz durchsuchen wir unser Mitgebrachtes und suchen die passende Kombination mit der Hüttenzugabe. Die Rundsicht lässt uns alle möglichen Wetteroptionen offen; im Westen und Süden mit "Blauanteilen" dann auch eher Dunkelbereiche. In der Mitte, also, wo wir uns aufhalten, herrlicher Sonnenschein, so wie wir es uns gewohnt sind. 

Nach der Mittagsrast steigen wir wieder zur Talsohle hinunter, denn der Aufstieg zum Lohenpass liegt auf der Gegenseite der Hütte. Vom gut angelegten Bergweg schauen wir zurück und erkennen den Stausee Lai da Curnera, der sich zwischen dem Einschnitt des Piz Cavradi und der Bergkette des Piz Alpretta öffnet. Weiter hinten sehen wir die Reste des Gletschers Maighels, der am Fusse des Piz Ravetsch (3007 m) liegt. In der südlichen Lage dahinter liegt der Lago Ritom (nicht sichtbar). Wir aber steigen an zwei kleinen Seen vorbei zur Passhöhe 2399, wo wir "den Durst löschen" können. Von Westen (Unteralptal) kommen und Nebelschwaden entgegen, die "etwas Einfeuchten"; daraus entsteht aber der erste Regen. Wir verwandeln uns in eine umhüllte, wasserdichte Gruppe, die sich so dem Abstieg zuwendet. Die Wasserrinne im oberen Bereich ist zugleich unser Wanderweg und wir sind dankbar für unser gutes Schuhwerk. Nach ein paar hundert Metern ist aber die Nässe vorbei und wir machen einen Tenuefetz. Der steile Abstieg (ca. 450 Höhenmeter) kann auf einem gut angelegten Bergpfad überwunden werden. Die Unteralpstrasse führt uns vorerst talwärts in südwestlicher Richtung; nach 1 Stunde zweigen wir links auf einen Fussweg ab, der dann längs des Gemsstocks bis Andermatt führt. 

Wir schauen auf die Bergketten hinauf und hoffen eventl. einheimisches Wild erspähen zu können. Ja, da - von hoch oben begucken uns 3 grössere Tiere! Bei der genaueren Betrachtung sind es - Lamas! Auf dem Weg finden wir eine Hinweistafel: Schutztiere für Schafherde! Sie wehren sich gegen Eindringlinge, z.B. Wölfe. Auch wir scheinen ihnen suspekt zu sein. Sie jedenfalls schauen uns noch lange nach. Sonst scheint uns das Untertal sehr tierarm zu sein, ausser den Bienen, die hier in diversen Kästen verteilt, untergebracht sind.

Ein letzter Aufstieg, damit wir ein Bachbett über einen Steg überqueren können - und wir sehen Andermatt. Nach dem langen Abstieg (über 1200 Höhenmeter) haben wir einen abschliessenden "Coup" verdient; auf der Sonnenterrasse im Hotel / Restaurant Post / drei Könige, erhalten wir das gewünschte: Hans und noch einige Berggänger natürlich die "Heisse Liebe" (warme Waldbeeren mit Vanilleglace). 

Der Abschluss des Tages heisst gemütlich transportiert zu werden. Im Zug erreichen wir unser Zuhause. Wiederum ein sehr gelungener Wandertag, Fredi herzlichen Dank für all deine Bemühungen zum Gelingen. Wir nehmen wiederum sehr schöne Erlebnisse mit uns. 

 

Fotos Annelies, Hane

Karte

 


Bericht: Geri

1. Tag

Als ich im Bahnhof Luzern ankam, stellte ich fest, dass an diesem traumhaft-schönen Dienstagmorgen bereits unzählige Wandergruppen unterwegs waren. Es war deshalb gar nicht so einfach für mich, Fredi’s Wandervögel zu finden. Bald traf ich aber auf die mir bekannten Gesichter aus dem Säuliamt. So reisten wir schliesslich als zehnköpfige Gruppe (1 Frau und 9 Männer) mit Hund via Brünig ins Haslital. Aber auch auf der Fahrt mit dem Postauto auf den Grimselpass waren wir nicht alleine unterwegs. Da war Stehplatz Ehrensache – schliesslich gehört man ja noch nicht zum alten Eisen! Allerdings machte der Chauffeur mit seinem urchigen Haslitaler-Dialekt und seinen interessanten Informationen über „seine“ Bergwelt die Passfahrt zum kurzweiligen Erlebnis. Auf der Passhöhe, auf 2165 m. ü. M. stärkten wir uns im „Alpenrösli“ mit Getränken und feinen Nussgipfeln.

Dann ging‘s aber richtig los: Die Planung von Fredi sah vor, dass wir am ersten Tag via Sidelhorn an den Oberaarsee gelangen würden. Und der Aufstieg aufs Sidelhorn hatte es in sich. Die kurze Rast bei der Husegghütte liess uns nochmals Kraft  tanken für den steilen, steinigen Aufstieg auf den höchsten Punkt unserer zweitägigen Tour.  Auf 2765 m. ü. M. entschädigte uns dann die prächtige Rundsicht auf die umliegenden Gletscher und Berge sowie der atemberaubende Blick auf die 10 Seen der Grimselwelt.

Nach der Gipfelrast mit Verpflegung stand der steile Abstieg auf dem Programm. Die einen taten sich etwas schwer bei der Suche nach dem besten Weg über die vielen Steine und riesigen Felsbrocken. Bald jedoch befanden wir uns wieder auf sichereren Pfaden, wo uns der Oberaargletscher mit den dahinter in den Himmel ragenden Berggipfeln wie Oberaar- und Finsteraarhorn grüsste. Weiter ging es am idyllischen Triebtenseeli vorbei bis zu unserem Tagesziel.

Bald hatten wir die Unterkunft im Berghaus Oberaar bezogen. In der gemütlichen Gartenbeiz genossen wir dann erfrischende Getränke. Während sich Hans Jahn mit seinem Hund verabschiedet und auf den Heimweg gemacht hatte,  konnten wir sowohl die Glieder, wie auch die Seele so richtig baumeln lassen. Vielleicht waren es die nahen pfiffigen Töne der Murmeltiere, die uns motivierten, dann auch noch grenzwertige Gespräche zu führen. Für einen „Nicht-Birmensdörfler“ war es jedenfalls nicht  so leicht, mitreden zu können. Nun bin ich so richtig gespannt, ob wir den berühmt-berüchtigten „Buechbirrliberg“ irgendwann doch noch besteigen werden! Trotzdem konnte ich, nach dem gemütlichen Nachtessen in der Gaststube, den wohltuenden Schlaf auf 2338 m. ü. M. so richtig geniessen.

Karte 1. Tag

Fotos Werni, Föns, Annelies

2. Tag

Nach dem feinen Morgenessen mahnte Fredi schon bald zum Aufbruch. Wenn die ersten Schritte  in den zweiten Tag vielleicht auch noch etwas verschlafen waren, so fanden wir dank der prächtigen Morgenstimmung schnell wieder unseren gewohnten Gut’schen Wander-Rhythmus. Allerdings ging es bald zügig bergab. Der steile Bergpfad hoch über dem Oberaar- bzw. Grimselsee führte uns am Grimsel Hospiz vorbei. Weiter führte unser Weg vor der Grimsel-Staumauer hinab ins Sommerloch, am Räterichsbodensee vorbei zur Gerstenegg.

Hier erwartete uns bereits Herr Roth von der Kraftwerke Oberhasli AG. Die Fahrt mit einem Kleinbus durch die Kavernen und Tunnels der Werke liess uns staunen. Unser Guide führte uns die Dimensionen, aber auch die Aufwendungen des gewaltigen Kraftwerks eindrücklich näher. Neben den vielen technischen Informationen beeindruckte uns aber auch die Mineralien-Ausstellung. Da erfuhren wir, dass Mineralien anregend, belebend, kräftigend und stimulierend sein können. Am liebsten hätte ich einen der kleinen Mineral-Steine mitgenommen! Zuletzt kehrten wir mit vielen Eindrücken zurück ans Tageslicht.

Nach dieser tollen Abwechslung ging es wieder zu Fuss weiter. Aber schon bald machten wir Mittagsrast an einem Bächlein. Wir stärkten uns mit Verpflegung aus dem Rucksack – und einige kühlten sich die heissen Füsse im klaren Wasser. Nachher führte unser Weg auf die andere Talseite, über eine alte Steinbrücke zum Ausgangspunkt Chüenzentennlen (1600 m. ü. M.).  Hier erwartete uns die letzte grosse Anstrengung. Der steile, schmale Weg, teilweise eng an einer Felswand, war für mich eine Herausforderung. Da kam mir während des schweisstreibenden Aufstiegs der Gedanke, ob ich nicht besser doch einen kleinen Mineral-Stein mitgenommen hätte! Aber schliesslich schafften es Alle: Der Gelmersee auf 1860 m. ü. M. war erreicht. Bei der Staumauer hatten wir Zeit für ein kurzes Entspannen, bevor uns noch ein kleines Abenteuer erwartete.

Mit der Gelmerbahn gings senkrecht ins Tal. Das kühne Bauwerk - ursprünglich nur als Werkbahn benutzt - ist mit einer Steigung von 106% die steilste offene Standseilbahn Europas. Mit Adrenalin-Feeling fuhren wir hinunter nach Handeck. Aber das war noch nicht genug (gäll Annelies)! Da war noch die schwankende Hängebrücke über die Aare unter die Füsse zu nehmen.

Schliesslich genossen wir unsere wohlverdiente Erfrischung – oder sogar einen Coupe – im Hotel Handeck, bevor wir unsere Heimreise mit dem Postauto, der Meiringen-Innertkirchen-Bahn (MIB), der Zentralbahn und der SBB antraten.

Danke Fredi, zwei super-tolle Tage – UNVERGESSLICH! 

Karte 2. Tag

Fotos Werni, Föns


Tagesbericht: Max

11 Wanderbegeisterte (darunter 2 Frauen) trafen sich zur Wanderung über dem Walensee. Mit dem Postauto fuhren wir zum Lehnirank bei Amden, wo unsere heutige Tour begann. Gleich ging's steil Richtung Walensee hinunter, wo wir heute das erste, geschlossene Restaurant passieren mussten. Diese Gegebenheit zeigt, dass unser Wandertag am Dienstag immer mit einem gewissen Handicap verbunden bleibt, wenn zum Einstieg weit und breit kein Kaffee zu haben ist. Trotz diesem Umstand waren keinerlei Stimmungseinbussen in unserer motivierten Gruppe feststellbar; wir genossen einmal mehr die ausgezeichnete Wetterlage, die uns auch an diesem Tag begleitete. Weiter ging's auf einem beinahe ebenen Weg, der uns zu einem der Tagesziele führte. Denn bald wurden die von Fredi angekündigten, imposanten Wasserfälle erreicht und wir zweigten auf den bezeichneten Weg zum Seerenbachfall und der Rinquelle ab. Hier handelt es sich um zwei Naturerscheinungen: die von Bertis (Gemeinde Amden) herunterstürzenden, total 585 m hohen Wasserfälle, die in drei Stufen den Besichtigungsort erreichen und die Rinquelle, die aus einer Höhle mit durchschnittlich 2650 ltr / Sekunde ihre etwas niedliche Potenz neben dem Seerenbach sichtbar macht. Bei intensiven Regenfällen werden bis zu 30 000 ltr Wasser / Sekunde aus ihrem Schlund ausgespiehen. Die Rinquelle ist ein Höhlensystem, das heute auf eine Tiefe von ca. 1920 m erforscht wurde, wobei 1800 m nur im Tauchgang bewältigt werden können. Es ist eine Karstquelle des Churfirsten / Säntisgebiets und wird dem Rheinwasser zugeordnet. Ab 1953 wurde die Quelle über längere Phasen untersucht - gegenwärtig ist dieser Forschungsbereich abgeschlossen. 

Herbstzeitlosen blühten am Wegrand, als wir wiederum beim steilen Abstieg die Passage über das Wasserbett der sich hier vereinigten Ströme erreichten. Nun ging's auf und ab; wir überquerten eine kleine Staumauer, dann folgte der nächste Steg, der uns den nächsten Bergbach überwinden lies. Unzählige Bäche überbrückten wir auf individuellen Passagen und wir erfuhren von Fredi, dass dieser Weg bis vor kurzem gesperrt werden musste, da eine Rüfe in einem Einschnitt einen Übergang weggerissen hatte. Nun ist diese Passage mit Larsen - Stahlprofilen gesichert und kann wiederum in einer Gallerie gefahrlos durchquert werden. Nach einer kurzen Rast folgten wir dem nun etwas sanfter werdenden Geländeverlauf zwischen der steilen Bergfelsflanke und dem tief unten liegenden Walenseeufer. Aber eben: meist steigt der Weg dann wieder an, wenn wir meinten, es wäre nun an der Zeit, dass er nun sicher nach Quinten hinunter führen müsste. Umso mehr wurden wir nun beim Abstieg gefordert, der nur für geübte Bergwanderer angelegt war. Ironisch kam uns eine Kinderwagenverbotstafel am unteren Ende der Passage vor, die in der umgekehrten Route aufgestellt war. Ja, nun wurde es wieder einfacher und wir erreichten die ersten Häuser von Quinten. Fredi hatte auch da wieder einen Hinweis an unser Informationsinteresse vorgebracht: Johann Melchior Kubli, Land - und Gerichtsschreiber, hatte in der bezeichneten Liegenschaft seinen Lebensabend verbracht. Er ist der Mann, der beim Anna Göldi Hexenprozess mitwirken musste, wo das Todesurteil über Anna ein Verhältnis zu dem Glarner Regierungsrat Tschudi vertuschen musste. Dieser Johann Melchior Kubli, der die wahren Verhältnisse kannte und Anna beistand, wurde ebenfalls mit einer Todesstrafe "bedroht", sollte er dieses Geheimnis nicht für sich behalten.

Der Weg zum Dorfkern wurde unter der Einwirkung der intensiven Sonneneinstrahlung vergleichbar mit den Sommertemperatur der vergangenen Hitzeperiode; das (italienische) Klima hier wurde an der Fegetation sichtbar. Feigenbäume, Palmengewächse, Edelkastanien etc. säumten die Wege durch die Trockensteinmauern. Wir stiegen nun bis zur Uferzone des Walensees hinab. Hier, an der Schiffsländi legten einige, vollbesetzte Passagierschiffe um die Mittagszeit an - sehr zur Freund der am Seeufer gelegenen Gasthäuser. Die mit Platanen überdeckten, bewirteten Aussenräume füllten sich zunehmend, sodass wir froh sein konnten, noch genügend Sitzgelegenheiten für unsere Wandergruppe ergattern zu können. 

Nach einem kurzen Umtrunk erhoben wir uns zum zweiten Teil unserer Wanderung. Sie führte uns auf dem Seeuferweg nach Osten. Auch hier gibt es Spiel- und Grillplätze, die z.T. von Schulklassen belegt wurden. Dann kam der Einstieg zum Walenstadtbergweiler, der uns durch Waldzonen führte, was die Hitze erträglicher machte. Auch hier sind die Wege der Topografie angepasst, d.h., einmal geht es hoch, dann wieder hinunter bis zur Uferzone. Es folgte dann der markante Aufstieg von einigen 100 Höhenmetern, um einen Felsrücken überqueren zu können. Bei einem kurzen Unterbruch konnten wir unser Flüssigkeitsverlust durch mitgeführte Getränke ein wenig ausgleichen.

Auf der Höhe angekommen, erblickten wir eine Besenbeiz mit schönem Blumen- und Gemüsegarten, sowie einem Fischteich - auch hier hielt man sich an den freien Dienstag, der auch zum Unterhalt der Bepflanzung diente. Bei der anwesenden Person konnten wir nur die Bergsilhouette mit den Bergbenennungen erfragen - dann zogen wir weiter. Der nun asphaltierte Weg / Strasse führte uns auf ebener Strecke nach dem Dorfweiler Walenstadtberg (ohne Restaurant), wo wir auf die Bussverbindung nach Walenstadt warteten. Ein zufällig in seinem Garten anwesender Bewohner erkannte unsere Not und machte uns ein Angebot: Er hätte noch ein Karton Bier im Keller - ob wir sie möchten? Gerne "erlabten" wir uns am Hopfengebräu, der uns so willkommen war.

Auf der Busfahrt zum Bahnhof gab es z.T. nur noch Stehplätze. Der Anschluss mit Regionalzug nach Ziegelbrücke ermöglichte uns ein Umsteigen in einen Schnellzug nach Zürich, wo wir dank der frühen Ankunft im HB noch einen zusätzlichen Umtrunk im Bahnhofbuffet einfügten. So endete eine interessante Sommerwanderung mit der notwendigen Abkühlung. Wiederum einen herzlichen Dank an Fredi, der eine erinnerungsreiche Tour für uns entworfen und, wie immer, bestens organisiert hat.

Karte

Fotos Susanne, Hane


Tagesbericht Hane

Einmal mehr ein Prachtstag und einmal mehr eine Super-Tour. Trotz dieser viel versprechenden Affiche waren es nur sechs Wanderer und mit Susan eine Wanderin die sich ins Bernbiet aufmachten. Die Anreise war recht anspruchsvoll, musste doch vier Mal das Beförderungsmittel gewechselt werden, nämlich in in Zürich, in Interlaken, in Lauterbrunnen ins Postauto und zuletzt in Stechelberg in ein Taxi.

Nach ca. vier Stunden waren wir dann im hinteren Lauterbrunnental und der Spass konnte beginnen. Vor dem Start konnten wir allerdings in der Gartenwirtschaft des  Bergrestaurants Trachsellauenen bei gefühlten 0 Grad noch den Frühstücks-Kaffee geniessen.

Nach dem Kaffee wurde es aber schnell wärmer, begann doch unmittelbar der recht anspruchsvolle Aufstieg Richtung Schiirboden. Bei der dortigen Alphütte zweigte der Touren-Leiter mit drei Personen Richtung Südost ab, während sich die drei restlichen Leute in die Gegenrichtung aufmachten. Nach ca. einer Viertelstunde hat der vorderste der Splitter-Gruppe beiläufig gefragt, Du sind wir eigentlich richtig? Die Kartenkonsultation hat dann halt ergeben, dass wir falsch waren und umkehren mussten. Nach einigen weiteren Minuten kam dann auch schon das Telefon, mit der Frage wo in aller Welt seit ihr?

Der Zusammenschluss der beiden Gruppen erfolgte dann bei den Holdrifällen. Um dahin zu gelangen musste die Lütschine überquert und ein kleiner Umweg in Kauf genommen werden, der sich aber alleweil  gelohnt hat. An diesem versteckten Ort hatte man dann das Gefühl im Dschungel zu sein. Da stürzt ein Bach senkrecht durch eine Felsrinne in eine Kompression und umfliesst dann auf zwei Seiten einen grossen moosbewachsenen Felsbrocken, was zu zwei weiteren Wasserfällen führt.

Die Wanderung führte dann weiter obsi auf ein schönes Plateau das etwas an die Greina erinnerte. In der Ferne konnten wir immer den Schmadribachfall bewundern der talbeherrschend weithin über dem hinteren Lauterbrunnental sichtbar ist. Anschliessend war bis zum Berghotel „Ober Steinberg“, eine weitere Stunde Aufstieg, angesagt.

Dieses Hotel, knapp über der Baumgrenze, mit den idyllischen Zimmern kommt ohne Stromanschluss aus (Kerzen und Petroleumlampen sind angesagt). Bei Kaffe Luz, Kuchen und der traumhaften Kulisse vor uns haben wir es fast eine Stunde ausgehalten und wieder einmal den Fahrplan unseres Tourenleiters strapaziert. Da um 15:30h oberhalb Sichellauenen das Taxi auf uns wartete, blieben für die 600 Höhenmeter abwärts nur 70 Minuten. Unterwegs hatten wir dann noch Gelegenheit Basejumper zu bewundern die sich mit Fledermaus-Gewand in die Tiefe stürzten. Der gemütliche Berner Taxichauffeur nahm unsere ca. zwanzigminütige Verspätung absolut gelassen hin.

Mit dem Besuch der Trümmelbachfälle stand aber noch ein weiterer Höhepunkt bevor. Vor dem Besuch hatte ich noch gedacht, was soll das wir haben genügend Wasserfälle gesehen, einen Coupé im naheliegenden Restaurant wäre mir lieber. Im Nachhinein musste ich aber feststellen, dass man diese Fälle, die sich grossenteils im Berginnern befinden, ganz einfach gesehen haben muss (klick für Details).

Die Fahrt zurück ins Züribiet war dann wie gehabt ausser, dass wir von Bern nach Rothrist wieder einmal auf der früheren Bahnstrecke fuhren. Herzlichen Dank Fredy für die umsichtige Planung und Führung sowie Deine genialen Eingebungen für Abstecher.  Wir hoffen, dass Dir die Ziele resp. Ideen noch lange nicht ausgehen 🙂

Fotos Föns, Hane

Karte


Bericht: Klaus Kreienbühl

Letzte Woche war noch Regen angesagt für diesen Dienstag. Aber nein, wenn Fredi’s Gruppe wandern will, verschiebt sich 2018 alles ein wenig und es herrscht herrlichstes Wanderwetter: kein Regen, nicht zu heiss, nicht zu kalt und gegen Nachmittag verzieht sich gar noch der Hochnebel zu Gunsten blauen Himmels.

Trotzdem sind diesmal nur 20 Beine unterwegs,16 männliche und 4 weibliche, und die erst noch einer Hündin zugehörig. Also eine rare Zusammensetzung: Klein, aber oho!

Nach dem obligaten Kaffee mit Gipfeli im Restaurant zum Beck in Stansstad führt unser Weg zuerst um das bereits geschlossene Strandbad herum dem See entlang. Die Talstation der Standseilbahn Fürigen, die 1924 vom damaligen Hotelier des Kurhotels Fürigen erbaut worden war, um seinen Gästen den bequemen Zugang zu seinem 200 Meter tiefer gelegenen Badehaus am Vierwaldstättersee zu ermöglichen, ist zum Glück schon seit 2006 geschlossen, weshalb wir etwas weiter hinten ohne Murren in die steile Nordwand einsteigen. Für uns natürlich eine Kleinigkeit.

Nach dem Kurhaus ist die nächste Attraktion ein alter Bauer (etwa 10 Jahre jünger als die meisten von uns!), der sein von Hand aufgeladenes Gras mit einem Schilter Jg. 64, also einem der ersten berggängigen und in Stans hergestellten, offenen Ladewagen zufrieden nach Hause fährt.

Im Aufstieg gilt dann unsere Aufmerksamkeit nicht nur immer wieder der fantastischen Aussicht auf den Vierwaldstättersee, sondern auch der schwarzen Kuh mit weissem Gürtel, die das Gekläffe des Vierbeiners mit einem rassigen Galopp talabwärts auf die verdutzt flüchtende Tina beantwortet.

Viel Aufmerksamkeit verlangen die glitschigen Kalksteine beim Abstieg vom Schiltgrat zum Bürgenstock und wärmende Sonnenstrahlen verschönern die Aussicht beim Halt kurz vor dem pompösen, am letzten Samstag neu eröffneten Hotelkomplex, wo man das Geld förmlich riecht.

Auf dem 1897-1905 (schon wieder von einem Hotelier!) erstellten Felsenweg kommen wir zum Hammetschwandlift, der uns wie eine Rakete 160 m hoch zum Tageshöhepunkt schiesst. Für einmal wird dort oben eine Runde Zwätschgekafi nicht nur wegen des Branntweins genossen, sondern auch um die Hände zu wärmen. Der Alkohol scheint aber doch etwas auszulösen: Die reine (!) Männerrunde beginnt nämlich bald von den jugendlichen Versuchen zu berichten, wie man menschliche Abgase bei ihrem Austritt in Licht verwandeln kann.

Wir benützen nochmals den Lift, denn seit der eidgenössischen 700-Jahr-Feier ist der Felsenweg zum „Durchgang ins Jenseits“ durch etliche Tunnels wieder begehbar, und der lohnt sich, denn schon bald lässt die unglaubliche Aussicht vom Känzeli aus auf den Kreuztrichter unsere Wanderherzen höher schlagen.

Steil, aber schön angelegt ist der Abstieg zur St. Jost Kapelle, einem wunderschön gelegenen und mit einer gepflegten Umgebung versehenen Ort, wo schon um 1340 eine Kapelle stand. Die heutige Kirche wurde 1970-78 restauriert und wird heute oft zum Heiraten genutzt.

Schliesslich bewunderten wir bei Wein und Kaffee im Restaurant Sternen in Ennetbürgen, wie die Serviertochter den mit viel Charme, aber neugierig vorgetragenen Fragen über die Bedeutung ihrer an einen Rosenkranz erinnernde Tätowierung am Unterarm widerstand und den hartnäckig Fragenden - wie auch uns Jüngere - ohne das Geheimnis zu lüften auf den Heimweg per Bahn entliess.

Karte

Fotos Klaus, Geri


Tagesbericht: Max

Bei Dunkelheit fährt um 7.02 h der EC - Zug ab HB Zürich Richtung Wallis, diesmal mit einer reinen Männergruppe (12 Personen). Die Reisezeit beträgt bis Vétroz le Home (bei Sion) gut drei Stunden. Da bleibt viel Zeit für Gespräche. In Bern ist es schon hell und die Sonne scheint. Als wir in Visp umsteigen, bemerken wir die herbstliche Kühle.

Beim Ausgangspunkt unserer Wanderung verlassen wir den Bus und steigen direkt in die Rebberge westlich von Sion ein. Auf z.T. schmalen Wegen, dann wieder auf Strassenabschnitten, bewältigen wir die ersten 150 Höhenmeter und kommen bei malerischen Rebdörfchen vorbei (St. Séverin / Sensine). Vor uns liegt ein Taleinschnitt, d.h., zuerst steil hinunter und dann gleich wieder in die Höhe.

In Vuisse treffen wir auf einen Suonenweg - um Sion herum heissen sie auch Sionnen - in der französischen Schweiz heissen sie zudem noch Bisses. Das sind Wasserleitungskanäle, die über den Rebbergen liegen und für die Bewässerung des Kulturlandes dienen. Gespiesen werden sie von Bergbächen, oder früher auch direkt von Gletscherabflüssen. Zum Bewandern sind diese "Wasserwege" leicht, denn sie haben wenig Gefälle. Da bleibt auch Zeit, die Landschaft, die Talsohle und die gegenüberliegende Bergkette in ihrer ganzen Schönheit zu geniessen. Die offenen Rebberge mit ihrer Parzellierung werden gut sichtbar; sie sind terrassiert und durch Trockenmauern untertrennt. In die Jahre gekommene Mauern, die ausbrechen, brauchen viel Unterhaltsarbeit, damit sie ihre Funktion auch weiterhin gewährleisten können. Leider werden die neuen Steingefüge zur Stabilität mit Mörtel ausgefugt, was als Heimstätte für die Mauer - Echsen wohl hinderlich ist. 

Auf der Anhöhe von La Muraz bekommen wir die drei Hügel mit ihren Burgen von Sitten zu Gesicht. Etwas unterhalb unseres Weges liegt der Bergsee Lac de Mont d'Orge in einer baumumsäumten Mulde; ein geeigneter Raum für unsere Mittagsverpflegung aus dem Rucksack. Am Uferweg finden wir Bänke - leider schirmen die immer noch dichtbelaubten Bäume über den Sitzgelegenheiten die wärmenden Sonnenstrahlen ab. So entschliessen wir uns schon bald wieder zum Aufbruch.

Wir steigen zum Dorf Ormone auf und durchschweifen die aussenliegenden Neubauten des Ortes (meist Einfamilienhäuser), die auf einer wunderschönen Aussichtsterrasse über Sion liegen. Die Bauweise ist vielfältig und wiederspiegelt den heute individuellen, meist rationalen Baustil (kubisch,sec) und tritt als Polarität zum alten Dorfcharakter der Winzerdörfer auf. Bald schon befinden wir uns auf den Suonenweg im anschliessenden Rebberggelände, neben uns fliesst die offene "Sionne". Die trockene Witterungsperiode hat meist zur Folge, dass die Bachbette austrocknen - umso mehr sind wir erstaunt über das fliessende Element neben uns. Das Wasser wird in den Lac d'Orge geleitet, da zu dieser Jahreszeit keine Felder mehr bewässert werden müssen.

Der ansteigende Weg führt uns zur "Wasserfassung" aus dem Bergbach le Drahin, der beim Bergmassiv Pra Roua entspringt. Um den Bergbach überqueren zu können, steigen wir steil zu einer Verbindungsstrasse hoch. Schroffe Felsformationen zeigen sich in diesem interessanten Bereich der Schlucht - beim Blick von der Brücke in das Bachbett erinnern wir uns an die uns bekannten, tiefen Verzascatümpel im Tessin. Ein nochmaliger Anstieg führt zum Dorf Grimisuat hinauf, wieder ein Winzerdorf, wo wohl auch viele Weinbauern und Dorf - Hausbesitzer ihre Liegenschaften, wahrscheinlich "im Eigenbau" teilrenovieren. Hier finden aufmerksame Wanderer unserer Gruppe eine Restaurantterrasse, wo wir den Rebensaft kosten können.

Der steile Abstieg durch die Reben nach St. Leonard bildet zugleich auch der Abschluss der Tageswanderung. Zum Jahresthema passend, besuchen wir in diesem Ort den grössten, unterirdischen See von Europa: 260 Meter lang, durchschnittlich 23 Meter breit. Die "Grotte" wurde 1943 entdeckt und ab 1949 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir steigen über Treppen in die beleuchtete Höhle hinunter; an zwei Stegen sind vier Pontons befestigt, wovon wir einen besteigen.

Unser Bootsbegleiter rudert uns in einer 30 minütigen Tour durch das langgestreckte Labyrinth und erzählt dabei alles Wissenswerte über die Grotte. Die umhüllenden Felsen bestehen aus Kalk (Marmor), Schiefer und Gips. Auffallend sind die vielen Felsanker in einem Teil der Decke, als "Steinschlagsicherung" angebracht, da das Wallis in einem Erdbebengürtel liegt. Die Höhle misst etwa 15 Meter Höhe, die Wassertiefe einige wenige Meter. Sie ist auch bewohnt: an der Decke hängen Fledermäuse, im Wasser befinden sich Seeforellen von beachtlicher Grösse (bis zu 80 cm Länge), die vom Bootsführer jeweils auf seinen Transportfahrten gefüttert werden. Am Ende des Sees liegt eine zum Wasser geneigte, begehbare Ebene, auf der eine Madonnengrotte und daneben Fässer (für den Aperitif?) aufgestellt sind. Das lässt vermuten, dass Alternativnutzungen in der Höhle erwünscht sind. Gruppen können den speziellen Raum für Feste, Konzerte etc. mieten, denn er bietet eine ganz spezielle Atmosphäre an. Er ist zudem "nicht begehbar", das Höhlenende wird nur durch Weidlinge erschlossen. 

Nach der Besichtigung geniessen wir auf dem Rückweg zum Bahnhof die wärmende Abendsonne. Bei der langen Heimfahrt über Visp nach Bern wird es schnell dunkel. Wir erinnern uns während der Bahnfahrt an die schönen Erlebnisse des Tages, die uns gedanklich auch frühere Wanderungen in Erinnerung rufen. Der Erzählstoff geht uns somit nie verloren. Im Wallis nahmen wir auch einen Abschied vom schönen Sommer, der uns dieses Jahr bei so vielen Touren begleitete. Unserem "Kranzturner" Fredi möchten wir auch für diesen Tag ein Kränzchen winden, denn er war wiederum rundum gelungen und wir freuen uns schon jetzt auf die Saisonabschlusswanderung im Rothenturmer Moorgebiet. Nochmals herzlichen Dank für deine fortwährende, erlebnisreiche Tourenplanung. 

Karte

Fotos Jörg, Föns

 


Tagesbericht Hane

Der Start der Abschlusswanderung in diesem Jahr war im Klosterdorf Einsiedeln und führte zuerst durch das Langlauf-Paradies vom Schwedentritt. 14 Wanderer, eine Wanderin sowie zwei Vierbeiner wollten es nochmals wissen und wurden vom Wandertag einmal mehr nicht enttäuscht. Enttäuscht wurde aber wer gehofft hatte, dass es dieses Jahr wenigsten einmal regnet. Der Herr Fön sorgte für sehr angenehme Temperauren und zeitweise blauen Himmel.   

Dank der kurzen Anreise hatten wir auch genügend Zeit für Wirtschaftskunde resp. den Besuch in den Wirtschaften. Die Konditorei Schefer am Bahnhofplatz kannten wir von früheren Wanderungen und es war daher nur naheliegend, dass wir uns dort vor dem Start mit Café und Gipfeli verköstigten.

Nach ca. einer halben Stunde hiess es dann Säcke aufnehmen und loslegen. Der asphaltierte Weg führte uns zuerst zum Kloster und von dort auf der alten Etzelstrasse zum Galgenchappeli. Die Besichtigung liessen wir aber aus, weil wir auf unserer Nord-Süd-Wanderung im April 2015 da vorbei kamen und wussten, dass dies in früheren Jahrhunderten eine Hinrichtungsstätte war. Der Weg führte uns als Nächstes zum Moorgebiet Schwantenau und von dort am Kantonsgefängnis Schwyz vorbei Richtung Biberbrugg. Dort mussten wir einen kleinen mühsamen Umweg in Kauf nehmen, weil der Bach (Alp), die Strasse sowie das Bahntrasse überquert werden mussten.

In Biberbrugg war in der Pizzeria „Post“ das Mittagessen angesagt. Es erwartete uns eine vielseitige Speisekarte, freundliches Personal und moderate Preise. Dass beim Essen einer der Kollegen zu einer Kollegin gesagt hatte, „Du bisch au vill läufig“ führte zuerst zu etwas Verwirrung, bis dann klar war, dass er „viel zu Fuss unterwegs“ gemeint hatte. Nach dem Essen musste Geri sich leider  verabschieden, er hatte vor zwei Wochen den Fuss verstaucht und die Schmerzen waren offensichtlich doch grösser als beim Start erhofft.

Der Weg führte uns dann wieder an einem kleinen Moorgebiet (Witi) vorbei, dann die Überquerung der Ratenpass-Strasse sowie des „Bibers“ einem Bach der irgendwo oberhalb Rothenthurm entspringt. Weiter ging es an riesigen Moorgebieten vorbei und mehr oder weniger der sogenannten Finnenloipe entlang die sich von Rothenthurm bis nach Schwyzerbrugg erstreckt (20KM-Rundkurs). Die Langläufer in der Gruppe kannten diese Strecke natürlich aus dem ff und haben vermutlich die Kollegen genervt, weil sie immer wieder hören mussten „gsesch da gaht Loipe dure“.

Leider war die einzige Beiz an der Strecke das „Steistoss Stübli“ geschlossen und wir mussten den Kafi Luz auf später verschieden. Schon bald war in der Ferne die markante Antonius-Kirche von Rothenthurm in Sicht. Wenn wir Rothenthurm hören denken wir sicher immer an die Volksabstimmung „zum Schutz der Moore“ von 1987 zurück. Gemäss Presse war es eine politische Sensation, dass die Initiative angenommen wurde und dadurch der geplante Waffenplatz in Rothenthurm verhindert werden konnte.

Dass wir in Rothenthurm zielstrebig an zwei offenen Restaurants vorbei liefen, war etwas beunruhigend, doch erfreulicherweise war da noch der Adler und da konnten wir unsere Wirtschaftskunde mit einem Kafi Luz abrunden. Zurück in heimatliche Gefilde ging es über Arth Goldau und Zug wo wir zur Abwechslung bereits gegen 18h ankamen.  

Fredy einmal mehr ein geniales Wanderjahr besten Dank für Deine immer perfekte Organisation. Dass hie und da ein Restaurant geschlossen war, wollen wir Dir nicht anlasten  🙂 . Du hast ja bereits angedeutet, dass Du noch viele Ideen für weitere Touren hast, also freuen wir uns jetzt schon auf's Wanderjahr 2019. 

Hane: Ich werde gelegentlich noch eine kleine Zusammenfassung machen und zusammen mit der Einladung zum Höck im Januar, wenn es denn wieder geben sollte, auf die Website stellen.  

 

Karte

Fotos Werni, Föns

 


Gemäss Planung waren es 373 Kilometer, 112 Stunden Wanderzeit, 12‘681 Höhenmeter bergauf und 15‘593 bergab. Das Sidelhorn war mit 2‘761 MüM der höchste Punkt.

Ein Prachtsjahr, viel Sonne, sehr heiss und praktisch null Regen. Wasser haben wir trotzdem an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Ausprägungen zu Gesicht bekommen, zB:  

  • Der Eisskulpturenpark Schwarzsee.
  • Die Rheinsalinen in Riburg sowie die Salzwassertherme in Rheinfelden.
  • Beatushöhlen am Thunersee.
  • Vom Rheintal, via Taminaschlucht nach Bad Ragaz (vom Bergbach zur Thermalquelle).
  • Die vielen Wasserfälle im Madranertal.
  • Die Oberengadiner Seen.
  • Der wichtigste Wasserscheidepunkt des europäischen Festlands auf dem Pass Lunghin. Das Wasser fliesst da nach Norden in den Atlantik, nach Süden ins Mittelmeer und nach Osten ins schwarze Meer.
  • Die vielen Seen im Gotthardgebiet.
  • Die bekannte 5-Seen-Wanderung im Pizolgebiet.
  • Die Grimselwerke und anschliessend die steilste Cabriobahn zum Gelmersee.
  • Das Lauterbrunnental mit den imposanten Wasserfällen und natürlich den Trümmelbachfällen die sich grösstenteils im Berginnern einen Weg gesucht haben.
  • In St. Leonard der grösste unterirdische See in Europa.
  • Die Moorgebiete rund um Einsiedeln und Rothenthurm

Seit dem Besuch der Rheinsalinen wissen wir auch was die Aufgabe eines Bohrlochbetreuers ist. Zudem haben wir auch festgestellt, dass man vom Wallenstadtberg nach Quinten auf einem ganz moderaten Weg und nicht zwangsläufig in einer überhängenden Regenrinne wandern kann  🙂 

Die Wanderung „Rund um den Hallwilersee“ war die einhundertste Wanderung die Fredi seit 2014 im Rahmen des Mottos „Quer dur d’Schwyz“ organisiert hatte. Wenn wir davon ausgehen, dass die Vorbereitung für eine Wanderung etwa einen halben Tag in Anspruch nimmt, entspricht dies fast zwei Monaten Aufwand. Kommt dazu, dass bei vielen Wanderungen noch ein Abstecher oder eine Besichtigung eingestreut war.

Hut ab und ein grosses Dankeschön.

Wir freuen uns auf das hoffentlich wieder stattfindende Abschlussfest in Hedingen mit der Video-Vorführung von Werni und die Präsentation der Wanderpläne 2019 von Fredi.

 


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