QdS 2017 – Höhenwanderungen

 

Tagesbericht von Max Müller vom 24.1.17

Unser neues Wanderjahr hat mit einem erlebnisreichen Tag begonnen: Morgens, auf dem Bahnhof ist es dunkel, kalt und unfreundlich. Die Üetliberghügelkette liegt in dichtem Nebel. Kleidung und Schuhwerk entsprechen den äusseren Gegebenheiten. In der SZU (Sihltal / Üetlibergbahn) wird man mit ungläubigen Blicken tangiert - wir kann man nur bei diesem Wetter! Im meinem Rucksack befinden sich meine Wanderstöcke und eine Thermosflasche mit heissem Tee - "für alle Fälle". Trotz allfälligen Vorbehalten freue ich mich ganz besonders auf diese Wanderung auf dem "Hausberg" und diese Freude soll auch umfassend belohnt werden!

Zu Beginn fand sich die "Zürcherseite" ziemlich verlassen in der Zugskomposition der Üetlibergbahn - geplant war das Zusammentreffen der Wanderteilnehmer mit den "Birmensdorferseite" bei der Station Uitikon / Waldegg. Da aber die Busverbindung mit Verspätung eintraf, verliessen bei der Endstation nur die "drei Verfrühten" den Zug - und mussten sich für eine halbe Stunde gedulden. Das wäre eigentlich nicht so schlimm, wenn das "Gmüetliberg - Restaurant" seine Öffnungszeiten mit dem Fahrplan der SZU abgestimmt hätte. Diese Türen blieben uns verschlossen. Bei ca. -5° C  sehnten wir uns nach der Sommerhitze, die uns bei vielen Wanderungen begleitet hat. Die naheliegendste Idee für die Zeitüberbrückung führte uns in die beheizten (offenen) WC - Anlagen, wobei die uringeschwängerte Klo-Luft noch gerne hingenommen wurde.

Endlich erreichte ein weiterer Zug mit der Restgruppe die Üetlibergbahnstation; 11 Personen, (davon 1 Frau) und ein Hund nahm den vorgesehenen Weg unter die Füsse; "knisternde Schritte" lassen uns hier den pulverisierten Schnee unter den Fusssohlen "Skiferienverhältnisse" erlebbar machen. Auf dem Planetenweg umgehen wir den Kulmaufstieg. Das Restaurant Staffel hat seine Türen ebenfalls verschlossen - die "Annaburg", ehemaliges Hotel an der Gratstrasse, besteht seit ca. 20 Jahren nicht mehr. Der Weg führt nun weiter am "Mädikergut" vorbei, einem Gutsbetrieb, der noch bis vor kurzer Zeit von dem Hotel Baur au Lac, Zürich betrieben wurde. In den Kriegszeiten belieferte dieser Bauernhof die Hotelgäste mit frischen Gemüse und weiteren, landwirtschaftlichen Produkten.  Seit einigen Jahren hat sich dieser Betrieb von den Hotelbesitzern gelöst und wurde einem Nachfolger übernommen. Die einzige, Zürcher Privatluftseilbahn, die von Carl Zeiss Jena 1915 erstellt wurde, wird weiterhin betrieben und verbindet Leimbach mit dem Mädikergut an der Gratstrasse. Unser Weg führt nun zum, seit ca. 25 Jahren leerstehenden Restaurant Baldern vorbei (im Besitz eines Baur au Lac - Erben); die Wiedereröffnung ist weiterhin fraglich. Hier zeigt sich uns ein Fuchs, der auf einem offenen Feld nach Nahrung sucht - wir beobachten ihn, er uns. Nun erreichen wir das Restaurant Felsenegg. Nach fünfviertel Stunden finden wir hier unsere Aufnahme - trotz der noch nicht erreichten, offiziellen Öffnungszeit, wird uns der Eintritt gewährleistet! Wir sind dankbar, dass uns Kaffee (fertig) serviert wird, was uns innerlich etwas erwärmen kann.

Gestärkt, erwachen uns nun die wunderbarsten Sinneserlebnisse, die uns auf Schritt und Tritt begleiten. Welch bizarre Formgebungen sich uns beim Betrachten der Bäume und Sträucher ergeben - Kristallbildungen in mannigfaltiger Weise. Schwer lasten sie an den Ästen, die, durch den tagelangen Aufbau in der Nebelzone (noch gewichtiger als Schnee), nach unten drücken. Es liegt nahe, dass der Reiz gross war, die Zweige anzutippen, um die nachkommenden Wanderer einem Schneeschauer auszusetzen!

Zu dieser Jahreszeit arbeiten Bauernbetriebe im Wald; wir begegnen auf dem Gelände des Gutsbetrieb Puureheimet Brotchorb (Hinterbuchenegg) einem Pferdegespann, das die gefällten Bäume aus dem Walde zieht. Über die Buchenegg, wo wir auf den "alternativen Bauernstall Max und Moritz" treffen (der zum Gasthof umgebaut wurde), weist uns der Wanderwegzeichen Richtung Albispass. Beim Anstieg nimmt Köbi die Herausforderung gelassen hin - und er hält mit (Super!). Auf der Anhöhe passieren wir die "Meteo - Wetterradarstation"; der Abstieg zur Albispasshöhe führt uns zum Hotel Windegg, wo wir mit einem feinen "Zmittag" verwöhnt werden. Von hier geht es weiter; niemand von unserer Gruppe wünscht von da den Heimweg (mit dem Postauto) anzutreten, denn diese Winterwanderung wird für uns Teilnehmer unvergesslich bleiben! Auch Köbi befindet sich in einer "sehr guten Form" und er bewältigt die verschiedenen Aufstiege bis zum Albishorn in einer fast unheimlichen Leichte. Der höchste Punkt liegt auf 915 m (mit dem GPS gemessen: 921 m - ob die Berge wohl noch wachsen?). Gerne werden wir im Berghaus Albishorn empfangen und freundlich bedient (Kaffee Pflümli). Nun geht's wieder abwärts; leider  zeigte sich am ganzen Tag keine Sonne. Alle Wege liessen sich gut begehen, waren meist griffig und trittsicher begehbar. Beim erreichen von Hausen a./A. war es schon dämmrig und die Postautokurse brachten uns alsbald nach hause. Eine interessante Winterwanderung, wiederum von Fredi bestens organisiert und begleitet, hat eine neue Ära eingeleitet - alle Jahreszeiten sind nun im neuen Wanderprogramm enthalten! Fredi - herzlichen Dank für Deine Zeit und Dein Herzblut, die Du auch mit den Wanderungen verbunden hast.

Fotos 1. Etappe Werni

 


Tagesbericht vom 21. Februar von Max Müller

Unsere Frühjahrswanderungen führen uns über die drei Hügelzüge Albis, Lindenberg und Herlisberg, alle mit nord - südlicher Ausrichtung. Sie liegen ungefähr parallel nebeneinander; heute hatten wir den mittleren Höhenzug auf dem Programm. Zwischen zwei Hochdruckzonen liegend, haben wir den Tag mit dem Tiefdruckeinfluss ausgewählt. Dabei begegneten uns auf der Wanderung stets heftige Winde, die von Westen her, mit Föhntendenz, die Lufttemperaturwerte in einen erträglichen Rahmen stellten. Trotz anfänglicher Feuchtigkeit war ein Wandern mit dem offenen Regenschirm nicht möglich - auch Kopfbedeckungen mussten bei den auftretenden Böen festgehalten werden. Wir trafen uns auf dem Lindenberg auf dem Parkplatz des Bergrestaurant Horben, ein ansprechender Weiler bestehend aus einem alten Patrizierhaus, einer Kapelle und dem Restaurant mit angegliedertem Bauerbetrieb und der  Pferdehaltung. Der Ausflugsort liegt an einer bevorzugten Lage, denn das Bergpanorama umfasst die Sicht auf die gesamte Alpenkette, wenn...., ja, wenn Petrus uns erhört hätte. So appellierte das Wetter an unsere Phantasie, die uns den ganzen Alpenraum freigab.

Wie immer hat uns Fredi, der zudem mit seinem privaten Umzug beschäftigt ist, nicht nur mit seiner vorzüglich organisierten Wanderung verwöhnt - er hat uns gleich zu Beginn mit Kaffee aus dem mitgebrachten-- Thermoskrug und mit ofenfrischen Gipfeli bewirtet, weil...., ja, weil am Dienstag meist Wirtesonntag, und das auf dem ganzen Hügelgebiet, angesagt ist. So konnten wir, durch diese stimmungsvolle Einlage gestärkt, uns getrost auf den Weg begeben. Über Wiesengelände, die schon wieder deutlich eine grüne Farbe annehmen, und Waldstücke führte uns die Tour auf die westliche Seite des Bergzuges mit Blick auf den Baldeggersee, der nun in den Konturen sichtbar wurde. Elf Unentwegte suchten sich mit dem Wetter zu arrangieren - die einen mit einer Pelerine, die anderen mit sturmsicheren Kopfbedeckungen. In Waldstücken führte uns der Weg über "Eisblattern", die insbesondere bei Waldlichtungen auftraten. Das erschwerte uns ein Durchkommen und half denjenigen, die ihre Wanderstöcke mitgenommen hatten. Diese "Gletscherüberquerungen" sind nur da in Erscheinung getreten, wo der schneebedeckte Weg, der tagsüber an seiner Oberfläche aufgetaut war, nachts unter dem freien Himmel wieder zu Eis erstarrte. Auch unser mitwandernde Hund hatte da seine liebe Mühe.

Westwärts sehen wir unter uns die Gemeinde Hitzkirch liegen, die sich am nördlichen Ende des Baldeggersee befindet. Nun wäre es an der Zeit, eine Rast einzulegen, was von Fredi auch eingeplant war. So erreichen wir die Gemeinde Müswangen und etwas bergwärts Hämikon. In diesem Weiler zeigen sich uns drei alte, innerschweizer Holzhäuser, die eine bauliche Verwandtschaft mit "Spychern" haben. Wir befanden uns an einem historischen Ort, bekannt von den innereidgenössischen Konflikten, die unter Villmergenkriege (1656 / 1712) bekannt sind. Vor dem geschlossenen Restaurant deutet eine alte, fahrbare Laffete auf die hier stattgefundenen Auseinandersetzungen hin. Auf einer Gedenktafel stehen die Worte: Macht oder Recht! Das Kanonenrohr ist gegen das Ratshaus in Luzern gerichtet und will zeigen, dass hier "die Obrigkeiten" im Streit mit den für ihre Freiheiten einstehenden Individualisten kämpften. Die innerschweizer Kantone waren mit der neuen Verordnung aus Bern, die eine Gleichstellung der Konfessionen anstrebte, nicht einverstanden. In der ersten Schlacht siegten die Innerschweizer, in der zweiten Bundesbern, das sich die Unterstützung durch die Zürcher sichern konnte. 4000 Menschen haben dabei ihr Leben eingebüsst. Stehen wir heute nicht in einer ähnlichen Situation, nur zeigt sie sich das jetzt in einer globalen Dimension? 

In der Fortsetzung unseres Weges begegnen wir in den Waldpartien immer wieder "den Holzfällern", die riesige Stammdepots anlegen. Das Motorsägengeräusch ist schon aus weiter Ferne hörbar, dann begegneten wir den Arbeitsgruppen, die mit farbiger Kleidung und Helmen bestens ausgerüstet waren, hautnah. Tiefe Furchen führten zu den jeweiligen Arbeitsplätzen; auch die Wege haben ihre ebenen Oberflächenstrukturen eingebüsst. Es ist zu hoffen, dass die Wanderwegverantwortlichen einen guten Draht zu den Unterhaltsdiensten der Gemeinde aufrecht erhalten können, damit die schon bald beginnende Wandersaison nicht beeinträchtigt sein wird.

Nun ist es schon bald Zeit, die Mittagspause geniessen zu können; in Obersschongau finden wir unsere Verpflegungsstätte in einer gemütlichen Dorfbeiz. Beim betreten des Gastortes heissen uns alle Restaurantbeteiligten willkommen. Eine feine Menuekarte lässt uns "das Wasser im Mund" zusammenfliessen - natürlich reicht es vorher noch für einen Aperitif. Mit Suppe, Salat und ein fein zubereiteter Hauptgang werden wir verwöhnt. Es fällt uns nach der Verpflegung schwer, den gemütlichen Ort wieder verlassen zu müssen, um auf dem nun ansteigenden Weg die eingenommen Kalorien in unseren zweiten Teil der Wanderung zu investieren. Er führt uns auf die gegenüberliegende, östliche Seite des Lindenbergs, diesmal mit Aussicht auf das Reusstal. In angeregten Gesprächen vergeht die Zeit während des Wanderns wie im Flug. Schon bald erreichen wir wieder den Ausgangspunkt auf dem Hoben. Es reichte noch zu einem Abschlusstrunk im Restaurant Rössli im nahegelegenen Beinwil (Freiamt), Hans sah sofort das in der Gaststätte aufgehängte Foto des Schwingerkönig Sempach. So wurde schon bald klar, dass der Sohn der Wirtin im gleichen Verein mit den Enkeln von Hans denselben Sport ausüben.

So hat wiederum ein schöner, aber windiger Tag seinen Abschluss gefunden - herzlichen Dank Fredi - das ist uns nur durch deine Initiative möglich.

 

Übrigens wenn Ihr ganz oben auf das Symbol mit dem Wanderer klickt, findet Ihr das Gesamtprogramm 2017, die Adressen der Teilnehmer, sowie auch Berichte und Fotos von den früheren Jahren.

Karte Horben - Lindenberg 

Fotos Werni, Föns


Tagesbericht von Max Müller

An diesem strahlend schönen Wandertag trafen wir uns auf dem Bahnhof - nur eine Wolke warf ihren Schatten über uns - leider war Fredi nicht unter den 13 erwartungsvollen Teilnehmern. Ihn hatte seine Schwachstelle mit den Venen verhindert, mit uns einen erlebnisreichen Tag zu verbringen. An dieser Stelle: Fredi, wir alle wünschen dir alles Gute und gute Besserung!

Unsere weite Zugsreise führte uns durch eine frühlingshafte, grüne Linthebene, wo schon Kühe auf der Weide gesichtet werden konnten, nach Landquart. Hier erwartete die Rhätische Bahn uns auf der Weiterreise durch das Prättigau und den Vereinatunnel nach dem Unterengadin, wo wir zuletzt mit dem Postauto in die Höhe nach Guarda gefahren wurden. Dieses wunderbare, alte Engadinerdorf mit den typischen Bauten der kleinen, in die dicken Aussenmauern versenkten Fensteröffnungen und den nach aussen öffnenden, konisch sich verbreiternden Leibungen prägen mit den bemalten Fassaden den ästhetischen Eindruck und den sich zeigenden Dorfcharakter. Zudem lassen die Eingangspartien mit den oben abgerundeten Doppeltoren die dahinterliegenden Räumlichkeiten vermuten, die rund um diesen Zentrumsraum angeordnet sind. Früher waren diese Häuser noch meist mit Steinplatten eingedeckt, was heute leider aus Kostengründen den Blecheindeckungen weichen musste. Ins Ortsbild passen auch die vielen Brunnenanlagen, die in den meist steinbehauenen Strassenbelag eingefasst sind. Im Zentrum des Dorfes kommen wir am "Schellen - Ursli" Gebäude vorbei, mit der typischen Aussenholzbank vor dem Haus, die der dörflichen Gemeinschaft, nach getaner Arbeit, zum täglichen Gespräch diente. Und noch eine Eigenart der Gebäudestruktur möchte ich hier erwähnen: In den Giebelfassaden im Estrichbereich befindet sich eine runde Öffnung - nach einheimischer Überlieferung diente sie den Verstorbenen, durch die ihre Seele nach dem Tod das Haus verlassen konnte. 

Natürlich suchten wir im Dorf, nach der langen Anreise, eine Kaffeepausen - Gelegenheit und fanden sie in einem am Dorfausgang gelegenen Hotel. Beim Eintritt gewahrten wir unmittelbar den Geruch der Arvenstube, dessen Ursache in den holzigen Raumverkleidungen geortet werden konnte. In der hellen, geräumigen und mit grossen Fenstern ausgestatteten Gaststube wurde uns die Aussicht auf die uns umgebenden, noch verschneiten Berge gegenwärtig. Diesmal reichte die Kaffeebeilage für alle, den es wurde uns feine bündner Nusstorte oder Fruchtkuchen angeboten. Gestärkt konnten wir uns nun auf den Weg nach Scuol begeben.

Der Ausgangsort zu der Höhenwanderung auf der Sonnenseite des Tals führte uns über meist trockene Strassen und Wege, aber auch noch an grösseren, schneebedeckten Alpweiden vorbei. Die Temperaturen stiegen immer mehr an und erreichten gefühlsmässig schon bald 15° C. Kleiderschichten konnten so schon bald abgetragen werden und der Rucksack wurde volumenmässig immer grösser. Unsere stete Aufmerksamkeit auf die Gehwege bedurfte es aber immer, da zum Teil schmelzendes Wasser die noch schneebedeckten Stellen zu Eisblatern umwandelte und einige wenige, aber harmlose Stürze nicht verhindert werden konnten. In den Föhren- und Lärchenwälder wurde uns, ausgelöst durch die starke Sonneneinstrahlung, die harzhaltige Luft gegenwärtig. Auf den noch braunen Wiesenpartien konnten wir schon einige, sich in der Sonne wiegenden Sommervögel beobachten, am Boden wurden wir auch Raupen gewahr. Der Höhenweg, der früher als Transitweg nach dem Tirol diente, führte uns an einem ehemaligen Sust vorbei, das sich heute nur noch als Gedenkstätte (Ruine) zeigte. Diese Wegstationen bestanden aus einem Wohn- mit Gasthaus mit angegliederter Stallung, Scheune und Lagerhaus sowie einer Kappelle. Im Mittelalter wurde ausschliesslich dieser Weg benutzt, da der Talweg erst 1867 gebaut und eröffnet wurde.

Unsere Suche nach einem geeigneten Rastplatz für die Mittagspause wurde nun aktuell; fündig wurden wir an einer sonnigen, talwärts gerichteten Stelle, die uns einen herrlichen Ausblick auf die Alpenwelt des Unterengadins eröffnete. Sitzgelegenheiten ergaben sich für 13 Personen ohnehin nicht, so wählten wir eben trockene Geländenflächen auf, die mit Sitzsteinen versehen war. Trotzdem mussten wir genau hinschauen, wo wir uns hinsetzen wollten, überall hat sich das Bodenleben schon ausgebreitet mit Ameisenstrassen. Genüsslich konnten nun alle nach den mitgebrachten Nahrunspacketen greifen. Aufpassen mussten wir hier nicht auf mitgebrachte Hunde, die Esswaren erbettelten (unter den Wanderern waren keine Hundebesitzer dabei), sondern auf "hungrige Bienen", die uns umschwärmten. Das nahmen wir aber gelassen hin, den was sollten wir schon gegen "Frühlingsboten" einwenden?
Nun mussten wir uns noch zu einer Tagesvariante äussern; es stand zur Auswahl, ob wir allenfalls nach Scuol baden gehen wollten, die eine Abkürzung der Route bedeutet hätte - oder eben über Ftan die Höhenwanderung fortsetzen sollten. Der Entscheid fiel eindeutig: Bei diesem optimalem Wetter wollten alle die uns gegebenen Voraussetzungen weiter geniessen.

Der weitere Weg nach Ftan führte uns durch einen Taleinschnitt in kühlere und bewaldete Regionen, die zum Teil auch noch schneebedeckt waren. Nach einem Aufstieg kamen wir wieder in den Höhenweg und auch wieder zur aussichtsreichen Sonnenseite der Talschaft, die uns parallel zur Talabfahrt in den Pistenbereich des Skigebietes von Ftan führte. Die Nähe des schön gelegenen Dorfes liess uns unseren Durst empfinden und wir fanden ohne grosse Umwege ein offen stehendes Restaurant. Unser "Auftanken" gab uns die Energie, die wir nun im Abstieg nach Scuol brauchen konnten. Die Schneefelder wurden immer lichter, darunter litten aber die Wege, die einige "Nässe abbekamen". Scuol (ca. 1250 m.ü.M.) erreichten wir neben den ebenfalls zu Tale führenden Spuren der Skipiste, die als Alternative zur Gondelbahn - Retourfahrt, den Skifahrern mit viel Mühe offengehalten wurde. An der Talstation der Gondelbahn diente uns eine Skibar zur Überbrückung der Zeit bis zur Heimreise mit der RhB um 16.41 h. Damit nahmen wir Abschied von einem wunderschönen Wandertag im fernen Unterengadin.

Herzlichen Dank gebührt natürlich unserem Ersatz - Reiseleiter Werni Eichenberger, der mit viel Engagement für das Gelingen unserer Wanderung verantwortlich war. Werni: Daumen hoch! Du hast deine Arbeit bestens erfüllt. Und ebenfalls bedanken möchten wir uns bei dem zu hause gebliebenen Wanderleiter, der uns mit der jahreszeitlich frühen Wanderung ins Unterengadin animiert hat. Ich kann dich verstehen, dass es für dich zur schwerwiegenden Entscheidung mit deiner Absage an unsere Gruppe kommen musste; wir haben dich an diesem Tag immer "mitgenommen", du warst uns in Gedanken verbunden. Wir alle wünschen dir gute Gesundheit und hoffen auf "das nächste Mal". 

Karte (klick)

Fotos Werni, Föns


Tagesbericht von Roman Bieri vom 28. März

Die Eckdaten unserer heutigen Wanderung – wie immer von unserem erfahrenen und allseits geschätzten Wanderleiter Fredi vorgängig im Internet aufgeführt – lauteten: Strecke: 19,45 km; Wanderzeit: 4 Std. 50 Min.; Steigung: 323 m, Gefälle 363 m. Dem Anspruchprofil gemäss als „leicht“ eingestufte Wanderung entsprachen wohl diese Daten.

Nun, in morgendlicher Frische waren 15 Wanderlustige gewillt, dieses Unternehmen zu starten. Der Wettergott hatte es sehr gut gemeint, ein wolkenloser Himmel und fast sommerliche Temperaturen wurden prognostiziert. Ob es wohl zu T-Shirt-Wetter reichte? 

Übrigens, welch ein Privileg! Mit diesen Voraussetzungen in die Welt zu wandern, während die Perrons beispielsweise in Birmensdorf und Lenzburg gefüllt waren mit der schon am Morgen gestressten werktätigen “Jugend“. Auch dieser Tatsache dürfen wir uns für einmal bewusst sein.

In Menziken angekommen, war die Erwartung gross, dass zunächst eine Aufwärmrunde mit Kaffee und Gipfeli  stattfinden würde. Weit gefehlt! Das Wirtshaus wäre nur durch einen grösseren Umweg zu erreichen und weitere diesbezügliche Möglichkeiten gäbe es bis Hildisrieden ohnehin nicht. Es war ja schliesslich ein Dienstag, ein Werktag, der bei vielen Wirtshäusern als Ruhetag gilt.

Doch diese Tatsache tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Nach einem kurzen Aufstieg wurden wir schon ums Vielfache entschädigt. Es öffnete sich eine herrliche Geländekammer. Eingebettet von den sanften Hügelzügen Erlosen und Lindenberg lag der Hallwilersee zu unseren Füssen. Wahrlich eine Augenweide!

Ohne es bemerkt zu haben und ohne eine trump’sche Mauer zu überklettern hatten wir die Kantonsgrenze Aargau-Luzern passiert. Das erste und letzte Dorf bis Hildisrieden war Schwarzenbach, das 2005 mit der Gemeinde Beromünster fusionierte. Das prächtige Gasthaus mit dem weitausladenden Dach in der Dorfmitte war tatsächlich geschlossen. “Wiedereröffnung am 1. April“, stand auf der Tafel. Ob es wohl ein Scherz war?

Nun begann die eigentliche Höhenwanderung durch Wald und Feld. Betreffend Kleider konnte das Zwiebelprinzip angewendet werden, Jacke und Pulli wurden im Rucksack verstaut. Zwei kurze Pausen unterbrachen die sehr angenehme Wanderung  und es blieb viel Zeit zum Plaudern und Gedankenaustausch. Lokales vermischte sich mit Nationalem, ja sogar Internationalem. Nicht nur die Aktivitäten unserer allseits beliebten Bundesrätin Doris (Energieartikel!), sondern auch die Missetaten von Putin, Trump und aktuell Erdogan wurden eingehend und auf unterschiedlichste Weise kommentiert.

Beim Wandern öffnete sich plötzlich ein Blick in Richtung Baldeggersee und Schloss Heidegg. Je näher wir unserem Mittagsziel kamen, umso mehr zeigte sich auf der “Zentralschweizer Sonnenterrasse Hildisrieden“ ein prächtiges Panorma der Innerschweiz. Im Hotel “Zum Roten Löwen“ wurde nach vierstündiger Wanderung ausgiebig gegessen und selbstverständlich kam die Tranksame nicht zu kurz. Prompte Bedienung, nette Wirtsleute, eine vielfältige Menuekarte, ausgiebig Platz im grossen Saal! Kompliment und ein herzliches Dankeschön!

Ausgeruht und wohlgenährt ging’s dann in Richtung Schlachtkapelle. Die Schlacht auf dem Fresko machte Eindruck. So besagt die Heldenlegende, dass der tapfere Arnold von Winkelried sich in die Speere der Habsburger geworfen und dabei gerufen hat: „Ich will euch eine Gasse bahnen, sorget für mein Weib und meine Kinder!“ War es Dichtung oder Wahrheit oder modern ausgedrückt sogar eine Fake-News? Auf alle Fälle hatten die Eidgenossen die Habsburger besiegt. Prominentes Opfer war übrigens Herzog Leopold, der Dritte.

Eine weitere kurze Etappe brachte uns dann ins historische Städtchen Sempach. Nach ca. 20 Kilometer Wanderung hatten wir nun einen Schlusstrunk bzw. ein grosse  “Helles“ im Hotel Adler mit Blick auf See sicher verdient.Ein letzter Spaziergang dem See entlang, ein Blick in die Vogelwarte Sempach (ein längerer Besuch würde sich sicher mal lohnen), dann zur Busstation und heimwärts ging’s via Sempach Station, Luzern und Zug.

Das Tagewerk war vollbracht! Eine wunderschöne Frühlingswanderung fand ihr Ende.  

Die Fotos werden neu in einer etwas anderen Art präsentiert. Dadurch können die Bilder auch auf den Mobile Phones wie auch auf den Tablets angeschaut werden (extra wegen Dir Hans :-). Zuerst ein kleines Bild auswählen, dadurch wird es vergrössert angezeigt. Nachher einfach ins Bild hineinklicken, dann wird automatisch zum nächsten gewechselt. 

Fotos Werni, Föns, Hane

Wander-Karte Menziken-Sempach 

 


Tagesbericht Hane vom 4. April 2017

Es sei vorweggenommen wir durften einen  Wandertag mit vielen Highlits erleben. Es begann schon damit, dass die Abfahrt ab Mättmi erst um 7:41 anstand, endlich einmal eine für Pensionäre angemessene Zeit 🙂  Nach 3x umsteigen und  einer guten  Stunde Fahrt trafen wir in Weggis dem Ausgangsort der Etappe ein. Der Start stand allerdings unter einem schlechten Stern, war doch weit und breit keine Wirtschaft in Sicht um unseren Tag gebührend mit Kafi und Gipfeli zu beginnen.  So starteten wir halb am verhungern in das von Fredi in der Ausschreibung erwähnte „muntere auf und ab auf der Südflanke des Rigis“. 

Zuerst ging es einmal munter bergauf, wobei wir uns über die Aussicht auf den Vierwaldstättersee  freuen konnten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Bürgenstock, den wir dann im Lauf des Tages halb umrundeten. Etwas links davon das  Buochserhorn (letztjährige Tour) und das Stanserhorn. Unter uns am See konnten wir die bekannten Touristenorte Weggis, Vitznau und Gersau sehen und auch verstehen warum die bereits vor über einhundert Jahren als Ferienziele sehr begehrt waren.

Nach ca. eineinhalb Stunden war dann die Znünipause angesagt. Zufällig entdeckten wir da eine Gedenkplatte, die darauf hinwies, dass an diesem Ort im Jahre 1991 vier ganz junge Personen gestorben seien. Es dauerte aber bis zur Zvieri-Pause, bis wir die Ursache dieses Unglücks erfuhren. 

Dann weiter aufwärts, bis sich Hans mit Dascha für einen kurzen Umweg verabschiedete. Er wusste von einer früheren Wanderung, dass eine giftige Leiter zu überwinden war, die für Hunde ungeeignet war. Eine Stunde später waren wir dann beim Mittagessen an einem schönen Berg-Bach wieder vereint (der kurzärmlige Max hatte den idyllischen Ort allerdings als Eisschrank bezeichnet).

Nach dem Mittagessen ging es weiter aufwärts bis zum höchsten Punkt (1013 MüM) des Tages und von dort weiter zum Hotel /Restaurant Wissiflue. Dieses Hotel war natürlich am Dienstag geschlossen, aber es „geschahen noch ein Zeichen und Wunder“. Die Chefin war anwesend und hat uns trotz Wirtesonntag bedient (wir durften sogar die Tische zusammenstellen). Die Zvieri-Pause wurde dann zu einem richtigen Highlite, neben der traumhaften Aussicht und einem Glas „Weissen“ erfuhren wir, dass Sylvia eine waschechte Zürcherin aus Wipkingen ist und seit 28 Jahren mit Ihrem Mann das etwas abgelegene Hotel mit eigener Seilbahn führt. Sie bestätigte auch was Werni schon erwähnt  hatte, dass in diesem Hotel vor ca. vier Jahren ein Tatort-Krimi gedreht wurde.  Nach unserer entsprechenden Frage konnte sie auch das Geheimnis der oben erwähnten Gedenktafel lösen (die vier Personen kamen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben). Sie hätte wahrscheinlich noch zwei Stunden weiter erzählt aber wir mussten ja noch nach Gersau hinunter.

Trotz der ca. 500 Höhenmeter war der Abstieg ganz okay, wir haben jedenfalls heute keinen Muskelkater. Im Restaurant La Porta konnten wir dann wie das nach so einem Wandertag Usanz ist, ist einen Coupe konsumieren und den Tag Revue passieren lassen. Das Wetter war okay, ganz wenig Regen, einmal etwas Nebel, dann wieder Sonnenschein, jedenfalls ideale Temperatur zum wandern. Eine Vielfalt von Tieren hatten wir gesehen darunter zwei Pfauen, Lamas, Wollschweine und last but not least einen schwarzen Milan. Eine geniale Wanderung Fredi, Deiner Wiederwahl als Organisator für die nächsten zehn Jahre steht nichts im Wege.

Ganz zum Schluss möchten wir noch einen speziellen Gruss an Franz Brunner richten: Gute Besserung und hoffentlich bist Du bald wieder dabei. 

Links zu einigen im Bericht erwähnten Punkten. 

Flugzeugunglück 1991

Fernsehkrimi Tatort 2012

Hotel Wissiflue

 

Fotos Werni, Hane

 

Wanderkarte: Weggis - Gersau (klick)


Tagesbericht Hane vom 18.4.2017

Es waren zwölf Wanderer die in Zürich den Zug nach Olten bestiegen. Die Frauen liessen uns dieses Mal, vermutlich wegen der ungünstigen Wetter-Vorhersage, im Stich 😥   Ein erster Aufsteller war dann, als Werni stolz erwähnte, dass er und Theo in der vorigen Nacht Grossväter geworden seien. Wir haben natürlich eins und eins zusammengezählt und festgestellt, dass Susan die Tochter von Theo und Reto der Sohn von Werni verheiratet sind. Wir wünschen dem glücklichen Ehepaar mit ihrem Sohn Nick natürlich alles Gute und viel Glück.

In Olten mussten wir dann auf den Bus umsteigen der uns zum Hauenstein, dem Ausgangspunkt der Wanderung führen sollte. Vor lauter Grossväter haben wir dann im Bus die geplante Ausstiegsstation „Löwen“ auf dem Hauenstein verpasst und mussten daher, ohne gültige Fahrkarten, eine ungeplante Ehrenrunde zur Endstation in Wisen in Kauf nehmen.  Mit ca. fünfzehn Minuten Verspätung und leider wieder ohne Kafi und Gipfeli ging dann die Wanderung endlich los.

Ganz überraschend war auch Franz dabei, er hatte aber gleich erwähnt, dass er da seine Verletzung erst teilweise verheilt sei, nur eine kurze Teilstrecke mitlaufen würde. Nach ca. zwei Kilometern  hat er sich dann tatsächlich verabschiedet und den Rückweg angetreten. Da waren es nur noch 11 die als erstes Zwischenziel die Belchenflue in Angriff nahmen. Speziell war noch, dass wir nie genau wussten, ob wir im Kanton Aargau, Solothurn oder Baselland sind.

Die Wanderung führte über gute, feste Wege, das Wetter war schön aber der Wind bitter kalt (gefühlte 0 Grad). Einige die sonst in kurzen Hosen dabei sind hatten jedenfalls Mützen und Handschuhe montiert. Nach ca. zwei Stunden hatten wir dann den wunderschönen Aussichtspunkt „Belchenflue“ erreicht. Gemäss Google: Die Belchenflue, bei den Einheimischen Bölchen genannt und zur Unterscheidung von den gleichnamigen Bergkuppen in Deutschland und Frankreich auch als Schweizer Belchen bezeichnet, ist ein markanter Berggipfel im Schweizer Jura. Er ist 1099 m ü. M. hoch und liegt etwa 7 km westlich von Olten.

Der Reiseleiter hatte wegen der ungünstigen Wetter-Vorhersage entschieden, dass Mittagessen an der Wärme zu konsumieren und dadurch einen kurzer Umweg zum „Berghaus Ober-Bölchen“ eingeplant. Es hat auf jeden Fall keine Proteste gegeben, erst recht nicht als dann die beiden neuen Grossväter auch noch die gesamte Zeche übernommen haben.

Nach dem Mittagessen ein kurzer Aufstieg zurück zum Weg den wir vor dem Mittagessen verlassen hatten. Dann ging es vorbei an etlichen Millitär-Bunkern die offensichtlich bereits im ersten Weltkrieg gebaut wurden, die Überreste aber teilweise noch recht gut erhalten waren.  Nach ca. zwei Stunden kamen wir zur „Ruine Waldenburg“,  gemäss Google, die bedeutende Ruine einer hochmittelalterlichen Höhenburg bzw. Landvogteischlosses. Die meisten von unserer Wandergruppe liessen es sich nicht nehmen, den Turm zu besteigen und die schöne Aussicht zu bewundern.

Von da war es noch ein kurzer Abstieg nach Waldenburg, wo wir uns im Restaurant Post noch mit einem Kafi Fertig resp. einem Bier verpflegten und uns einmal mehr über einen schönen Wandertag, mit guten Freunden, bei  überraschend schönem Wetter freuen konnten (es begann erst zu schneien als wir auf den Zug in Waldenburg warteten).  Zwei Stunden Heimfahrt und in Mettmenstetten schneite es dann tatsächlich ziemlich giftig.

Karte (klick)

Fotos Werni, Hane

 


Tagesbericht von Max Müller vom 25. April

Der Sechseläutenböög hatte gestern sein Leben schon nach zehn Minuten verwirkt - was auf eine Beendigung des Winterwetters hindeuten müsste. Die gegenwärtigen (aktuellen) Wetterprognosen lassen keinen Zweifel aufkommen: Ein neuer Wintereinbruch steht unmittelbar vor der Tür - also kaltes Wetter mit Schneeschauern bis in die Niederungen! Trotz einer verzweifelten Selbsteinschätzung in Abwägung der Wettervorhersage entschliessen sich 10 Unerschütterliche zur nordöstlich des Ägerisees verlaufenden Höhenwanderung. Und: Der Föhn macht's möglich - bei unserer Ankunft in Unterägeri lässt uns der Blick in die weiss verschneiten Berge gewahr werden, dass wir richtig entschieden haben. Gut gelaunt verlassen wir hier den Bus - die Haltestelle befindet sich direkt vor der Bäckerei Brändli. Fredi: Deine Planung hat wirklich ins Schwarze getroffen, damit hast du unsere heimlichen Wünsche zu Beginn einer Wanderung nach Kaffee und Gipfeli voll begriffen.

Gestärkt verliessen wir das sympathische Café und machten uns für den ersten Aufstieg bereit (Diretissimo zum Gratweg, ca. 200 Höhenmeter), der uns zum ersten Aussichtspunkt mit Panoramasicht auf Glarner- und den Urner- Schneebergespitzen führte. Wald- und Feldwege leiteten uns an Höfen mit bellenden Hunden vorbei, aber auch Besenbeizen, die wir beherzt (d.h. mit einem lachenden und einem weinenden Auge) links liegen liessen. Beim ersten Stundenhalt auf 1050 m.ü.M. wurde uns die Sicht auf den ganzen Ägerisee frei.

Und noch ein "wichtiges Ereignis" ist erwähnenswert: Die Aussicht auf Hansruedi Wettsteins neuem Rucksack lässt uns an Ogis Ausspruch erinnern: Freude herrscht! Der Besitzer begrüsst unsere Anteilnahme unumwunden. Auch an unseren Rucksäcken durften wir jetzt Freude haben, denn sie gaben uns die erste Verpflegungsration frei. Nach der anschliessenden Wanderkartenstudie und dem Abgleich mit den mitgeführten GPS-Geräten wurde der Weg Richtung Gottschalkenberg / Raten aufgenommen, der uns über sehr gut begehbare - finnenbahnähnliche - Wald- und Feld- Routen führte. Da Regenschauer auf den Nachmittag angesagt waren, wurde erwogen, dass keine definitive Mittagstisch - Reservation im Restaurant Raten vorzunehmen sei; damit wurde die Option offen gelassen, dass wir uns allenfalls erst später - und wieder aus dem Rucksack verpflegen würden. Nun begann es schon etwas zu feuchten, auch wenn noch kein Regenschutz angezogen werden musste.

Je mehr wir uns dem Ratenpass näherten, desto mehr zeigte sich eine Opposition betreffend Entscheid "durchwandern oder Mittagessen im Restaurant Raten". Die Entscheidung wurde uns auf eine Weise ohne unser dazutun abgenommen, weil wir die, an die Eingangstüre des Lokals festgehaltene Notiz vorfanden: Heute geschlossene Gesellschaft! Nun versuchte es Werni trotzdem - seine Rückkehr und seine Haltung der Niedergeschlagenheit haben uns jede weitere Hoffnung auf eine Mittagsverpflegung im Gasthaus vergessen lassen. Was uns blieb, waren die Behandlungen von Wundverpflegungen vor Ort, die sich bei zwei Teilnehmern als Hilfsmassnahmen aufdrängten.

Beim nächstgelegenen Ziel St. Jost, ca. 20 Minuten ab Raten weiter südlich gelegen, fanden wir unseren Mittagsrastplatz; hier befindet sich eine kleine Kapelle und eine kleine Bergbeitz auf 1150 m.ü.M. Sie wird aber  nur an Wochenenden betrieben. Gerne benutzten wir die vorhandenen Einrichtungen - Gartenbänke und -Tische dienten unseren Ansprüchen nach Sitzgelegenheiten. Dabei wurden die restlichen Essensmitbringsel aus dem Rucksack geplündert. Hans Lüscher freute sich nach seiner "währschaften Kost" schon hier auf den baldigen Zvieri - Zugerkirschtorte oder heisse Liebe! So nahmen wir den Abstieg nach Morgarten - Schornen unter die Füsse. 

Wiederum führte uns das Ende der heutigen Wanderung an einen historischen Ort: Morgarten. Am 15. November 1315 kämpften hier die Eidgenossen (Waldstätter und Schwyzer) gegen Herzog Leopold von Habsburg, den sie in einen Hinterhalt lockten. Die Fakten der Auseinandersetzung sind nicht eindeutig belegt; es ging um Machtansprüche, die zwischen den Innerschweizer Kleinbauernbetrieben und deren Landnutzungsansprüchen, sowie dem Kloster Einsiedeln, die den wirtschaftlichen Anspruch für ihren Grossviehbetrieb über ihre Lehensvögte geregelt sehen wollten. 1314 wurde das Kloster von den freiheitsliebenden Schwyzern geplündert, das ihre Landnutzungsflächen durch die mit den Habsburgern verbandelten Klostermächtigen bedroht sah. Diese Reibereien gipfelten mit dem Durchzug der verbündeten "Habsburger Streitmacht", die von Zug durch das Ägerital nach Sattel zog. Diese Drohgebärde wurde an der strategisch gefährlichen Stelle zwischen See und Felsgürtel entschieden, wo jedes Abkommen vom Weg ein Versinken in den Moorgebieten bedeutete. Genau das war die Absicht der Freiheitskämpfer, als sie mittels "rollenden Baumstämmen" diese Passage zerstörte. Berittene, sowie Begleittross des Herzogs wurden so vernichtet. Die genaueren Umstände dieses Befreiungsschlags kann man vor Ort in der Gedenkstätte Schornen, die zum Anlass der 700-jährigen Gedenkfeier errichtet wurde, vor Ort einsehen.

Als wir diesen Ort erreicht haben, setzte der angekündigte Niederschlag ein. Wir flüchteten in den Unterstand des nahe gelegenen Restaurants - leider war es wieder einmal nicht zugänglich - Wirtewechsel und Umbauphase! Unser Entschluss war schnell gefasst: Einmal Brändli - immer Brändli. Die Bäckerei hat es uns schon am Morgen angetan und wir bestiegen den Bus nach Unterägeri. Ein kleiner Dämpfer mussten wir trotzdem verkraften: die Glacekarte war noch nicht erstellt und die heisse Liebe blieb als Traum bestehen. Anstelle des Eisbechers trat die Zugerkirschtorte, die aus dem "einheimischen Schaffen" hervorging. Schon bald konnte das Café keine Kirschtortenstücke mehr anbieten - sie befanden sich allesamt in den sich freuenden Wandererbäuchen!

Der Rest des gemeinsam erlebten Tages ist schnell erzählt: Busfahrt im Anhänger einer Komposition bis zu Bahnhof Zug. Aufteilung der Gruppe, die mit einer S - Linie direkt nach Birmensdorf fuhr und der EC - Schnellzugsverbindung nach Zürich, deren ich angehörte. Leider sind diese hochtechnisierten Zugskompositionen so problematisch, dass eine nicht automatisch funktionierende Türöffnung ein grösseres Tohuwabuho auslösen kann. Der einfahrende Zug, aus Mailand kommend, brauchte längere Zeit, bis die blockierten Türen sich öffnen liessen. Danach konnten sie sich auch nicht mehr schliessen lassen und der Zug hatte bald 20 Minuten Verspätung aufzuweisen. Beim Abendverkehr kann es in der Folge leicht zu weiteren Problemen mit abzuwartenden Geleisefreigaben kommen. Zürich erreichten wir mit ca. 30 Minuten Verspätung.

Fredi: Wiederum herzlichen Dank für deinem Mut, diese Wanderung trotz den z.T. negativen Vorzeichen durchzuführen. Auch dieses Mal durften wir eine wunderbare Wanderung miterleben, die den mühsamen und möglichen Kleinkram berücksichtigte - vielen Dank.

Fotos Werni, Föns, Hane

 

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Tagesbericht von Max Müller vom 6. Mai 

Vorgesehen war heute eigentlich eine Höhenwanderung im Gebiet zwischen den Kantonen Schwyz und Glarus - leider haben die letzten Tage die Schneedecke in diesem Gebiet nochmals anschwellen lassen, sodass eine Begehung nach Fredi nicht zu verantworten gewesen wäre. Seine Annahme, dass die Sonnenstube der Schweiz uns am Vorsommer schnuppern lassen würde, konnte den Erwartungen nicht ganz gerecht werden.

Am frühen Morgen des Wandertages färbte ein starkes Morgenrot den Himmel über Zürich - ein untrügerisches Zeichen für ein "nasses Abendbrot", wie es das Sprichwort uns andeuten will. Fredi hat uns die letzte, für dieses Jahr vorgesehene Wanderung im Tessin, als alternative Wanderungs-Variante vorgeschlagen. Auf den hier zu erklimmenden Höhen wäre kein Schnee mehr zu erwarten. An unserem Treffpunkt beim Bahnknotenpunkt in Zug wartete, wie es sich zeigte, die erste Hürde, die zu bewältigen war - es fehlte der neunte, angemeldete Teilnehmer. Durch die Elektronik (Natel) konnte die Verbindung zu Karl, der noch in Zürich auf uns wartete, unmittelbar hergestellt werden. Dank dem dichten Taktfahrplan konnte er umgehend den nächsten Zug besteigen und wir trafen uns mit halbstündiger Verspätung in Lugano. Zur Information: Die Reise ins Tessin dauerte dank dem neuen Basistunnel nur noch gut zwei Stunden!

Leider war der Bus nach Gandria bereits abgefahren - wir fanden unser Ziel aber mit dem Funicolare des Monte Bré's, das uns in die Höhe der Ortschaft Bré sopra Lugano brachte. Das Wetter war bewölkt und kühl - zu Beginn der Wanderung waren alle froh um die mitgeführte, warme Kleidung. Nach dem Durchgang durch das malerische Dorf (800 m.ü.M.) führte uns der Weg unaufhörlich steil in die Höhe. Das Wanderprofil zeigte nur einmal eine kurze Gegenneigung von vier Höhenmetern;

Unsere Erholungsphasen mussten wir an den zwei Aussichtsplattformen einziehen, die uns einen wunderbaren Ausblick auf den vielgliedrigen Luganersee, wie aus der Sicht aus einem Flugzeug ermöglichte. Die obere Aussichtsterasse befand sich aber schon sehr nahe am Gipfelkreuz. Der vorgefundene Grenzstein lässt uns klar werden, dass die Schweiz diesen Grat mit Italien teilen muss. Hier durften wir uns am Mitgebrachten aus den Rucksack verpflegen - alle nach ihren individuellen Bedürfnissen.

Von Westen her nahte aber bald die angekündigte Schlechtwetterfront. Der letzte Aufstieg (ca. 50 Höhenmeter) auf den Monte Boglia führte uns auf die Spitze unserer Wanderung (1516 m.ü.M.); es blieb uns nicht sehr viel Zeit um Abschied von der Panorama-Aussicht zu nehmen. Beim Abstieg wanderten wir durch das neue Grün der Laubwälder, die uns schon bald etwas Schutz vor dem einsetzenden Regen gewährte. Romantische, gute Wanderwege liessen uns vergessen, dass wir jetzt über 1000 Höhenmeter hinunter steigen mussten. Waldlichtungen öffneten uns den Blick auf die immer grösser werdenden Dörfer, die mit unserem Ziel der Wanderung verbunden waren.

Wir erreichten das Dorf Villa Luganesi - unsere Erwartungen wurden nicht getäuscht - ein Grotto konnte uns die ersten Bedürfnisse nach dem langen Abstieg befriedigen helfen. Wir nassen Wandervögel, zwei Frauen und sieben Männer wurden von einer deutsch sprechenden Wirtin, die vor 16 Jahren aus Berlin zugezogen ist, herzlich empfangen. Da keine Wetterbesserung zu erwarten war, verzichteten wir auf unser ursprüngliches, im nächsten Dorf liegendes Wanderziel (Sonvico) und bestiegen den Bus nach Lugano. Der Rundkurs führte uns durch verschiedene, an Lugano angrenzende Wohnquartiere. Beim Bahnhof angekommen, hat uns die südliche Atmosphäre doch noch eingeholt; ein nahe beim Bahnhof gelegenes Café hat uns aufgenommen - hier wurden uns verschiedene Gelatis in Cupform angeboten. Um 18.11h bestiegen wir den Schnellzug nach Zürich, der ohne Halt zwischen Bellinzona und Arth Goldau die Nord - Südverbindung im Halbstundentakt gewährleistet.

Fredi, herzlichen Dank für deine Bemühungen, dass dieser Wandertag trotz den gegebenen Umständen durchgeführt werden konnte. Auch deine Improvisationskunst hat uns gezeigt, dass wir trotz abgefahrenem Bus unser Ziel auf dem Monte Bré mit nur kleiner Verspätung erreichen konnten.

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Fotos Föns


Tagesbericht von Hane vom 16. Mai

Für diese Tour musste Fredy Überzeit leisten. Geplant war ursprünglich von Oberaxen aus auf dem Wildheuerweg nach Biel zu marschieren. Einige Tage vor der Wanderung wurde dann aber bekannt, dass die Sicherungsseile auf dieser Strecke wegen den Schneefällen vor ca. zehn Tagen noch nicht angebracht werden konnten und einzelne Passagen dadurch zu gefährlich gewesen wären. Aber Ende gut alles gut, Fredi hat neu geplant den ursprünglichen Startort zum Zielort gemacht und als neuen Startpunkt Morschach ausgewählt.

Etwas über eine Stunde Anfahrtsweg, Kaffe und Gipfeli im Swiss Holiday Park und dann konnte der Spass beginnen. Zu Beginn ging es ca. zwei Kilometer und 200 Höhenmeter auf einem gut begehbaren Weg bergwärts. Dass wir teilweise auf dem Weg der Schweiz, wie auch auf dem Pilgerweg vom Bodensee zum Vierwaldstättersee wanderten war den meisten von uns nicht bewusst. Wir kamen an einigen wirklich schönen Aussichtpunkten vorbei und konnten unter uns den blauen Urnersee auf der gegenüberliegenden Seite den Seelisberg, etwas weiter südlich Nieder- und Oberbauen sowie den Schneebedeckten Uri Rotstock bewundern.

Nach einer kurzen Znünipause stand der Abstieg nach Sisikon auf dem Programm. Dabei überquerten wir auch die Strasse die in’s Riemenstalden-Tal führt. Die einten Kollegen kennen dieses Tal vor allem als abwechslungsreiches Skitouren-Gebiet, anderen Kollegen ist der Name von den Auto-Fahrten in den Süden schon Dutzende Male begegnet (Abzweigung in Sisikon). Weiter ging es dann dem See, resp. teilweise der alten Strasse entlang bis zur Tellsplatte. Unterhalb des genannten Restaurants befindet sich das grösste Glockenspiel der Schweiz (ein Geschenk der Schweizer Schokoladefabrikanten vom September 2001). Wir mussten etwa 15 Minuten Pause einlegen um die Glocken auch zu hören. Immer zur vollen Stunde können während zehn Minuten unterschiedliche Melodien ausgewählt und abgespielt werden. Es brauchte aber ein gutes Musikgehör resp. viel Fantasie um die Melodien auch zu erkennen.

Nach dieser kulturellen Pause war es dann aber vorbei mit dem lockeren herumlatschen. Es lagen gut 500 Höhenmeter verteilt auf ca. drei Kilometer Distanz vor uns. Unterwegs kam es dann noch zu einem Novum in unserer vierjährigen Wander-Geschichte. Wir mussten einer ca. einem Meter langen schwarzen Schlange ausweichen. Wir haben nicht herausgefunden um welchen Typ es sich handelte, sie hat aber giftig ausgesehen. Die hart erarbeitete Mittagspause konnten wir wiederum an einem wunderschönen Ort, mit fantastischer Aussicht Richtung Gotthard-Gebiet, einlegen.

Nach dem Mittagessen bei immer noch Traumwetter nochmals bergauf und so ganz zufällig kamen wir nach etwas mehr als einer Stunde zum Bergrestaurant Oberaxen. Nicht ganz zufällig war es sogar geöffnet, da hatte Fredi vorgängig Überzeugungsarbeit geleistet. Die äusserst netten Wirtsleute konnten sogar unsere Wünsche betreffend Coupé-Auswahl befriedigen. Für die ca. 500 Höhenmeter hinunter nach Flüelen konnten wir erfreulicherweise die 1998 erbaute Seilbahn benutzen. Die Kabine befand sich zwischenzeitlich gut und gerne 400 Meter über dem darunterliegenden Wald, dies war vermutlich auch der Grund für die teilweise bleichen Gesichter beim Aussteigen an der Talstation.

Abschliessend ein kurzer Fussmarsch zum Bahnhof Flüelen und von dort weiter mit der ÖV in heimatliche Gefilde. Fredi danke, einmal mehr ein spektakulärer Wandertag.  

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Fotos Föns, Werni, Hane

 


Tagesbericht vom 13. Juni von Max Müller

Alle Voraussetzungen zur heutigen Jurawanderung waren gut; zwischen zwei Kaltfronten (Montag und Mittwoch) baute sich ein Hoch auf, das die Freude der 9 Wanderkollegen auf einen wunderschönen Tag schon bei der Anreise im Zug erlebbar machte. Ein IC-Neigezug brachte uns in 70 Minuten vom Hauptbahnhof Zürich nach Biel mit Anschluss an den Regionalzug nach Chaux-de-Fonds. Insidern wäre klar gewesen. dass die Zugskomposition aus zwei Teilen besteht und sie wären somit nicht in den Zugsteil nach Moutier eingestiegen. Die Abkoppelung des Zugsteils im Bahnhof Sonceboz, der nach Villaret ging, hat niemand von uns bemerkt. So fuhren wir in der uns wenig bekannten, schönen Landschaft weiter, bis zur geplanten Ankunftszeit, wo wir vergeblich den Zielbahnhof Villeret erwarteten. So verliessen wir noch vor der Endstation Moutier den Zug, um den Retourweg in der Gegenrichtung anzutreten. Dies gab uns immerhin Zeit für einem Kaffee vom Kiosk.  Selbstverständlich kann man heute kein Zugspersonal resp.  Bahnhofvorstand nach dem Weg fragen, denn die gibt es schon lange nicht mehr. Ein freundlicher Fahrgast im Retourzug hatte uns dann aber die Sachlage erklärt.  

Mit einer einstündigen Verspätung erreichten wir den Zielbahnhof Villeret (unmittelbar vor St-Imier gelegen). Der Aufstieg durch das wilde Tal zum Chasseral war bereits bei der Bahnstation gut erkennbar. Nach der Durchquerung des Dorfes war der stete, teils steile Anstieg bis zum höchsten Punkt der Bergkette angesagt. Die nordwestliche Lage und die Waldzone des Anstieges haben uns angenehme und ausgeglichene Temperaturverhältnisse gewährleistet und so konnten wir im wild-romantischen Taleinschnitt die geologischen Formationen und floralen Besonderheiten bestens bestaunen. Über Leitern überwanden wir die Teilabschnitte, wo wir auf einem gut angelegten Weg die unwegsamen Klippen überbrücken konnten. Innerhalb von gut einer Stunde hatten wir schon 500 Höhenmeter geschafft, sodass Fredi uns in einer ersten Terrain-Nische einen Halt gestatten konnte.

Der Wasserfall auf der talseitigen überhängenden Felswand, musste man sich mit viel Fantasie selbst vorstellen. Der durch die Trockenheit verursachte Ausfall hat uns die sonst angenehm zu empfindende, verstaubende Feuchtigkeit vorenthalten. Dieser Mangel wurde aber bald mit dem Austritt aus dem Talschlund entschädigt - eine wunderbare Alpenwiese mit der unendlich grossen Vielfalt einer Bergflora empfing uns auf dem nun moderat ansteigenden Alpweidenweg. Hier blühten noch die Löwenzahn- und die Bärlauchblühten, die teilweise abgelöst wurden durch die zeitlich enorm schnellen Folgen der Vegetationsstufen. Mit den nachfolgenden Bergblumenarten in allen Farben eröffnete sich uns die Frage , wie sie wohl alle heissen würden. Mit etwas Wehmut dachten wir an Franz (unser treuer Wanderkollege der momentan leider nicht dabei sein kann), der uns während den Wanderungen freizügig mit seinem Wissen über sämtliche Pflanzen- und Blütenarten informierte und ihre umfassenden Namen und deren Eigenheiten verständlich machte.

Begleitet von den Wahrnehmungen, die uns die Natur anbot, stiegen wir immer höher und kamen an einer Alp vorbei, die eine grosse Kuhherde am saftigen Blütenzauber teilhaben liess. Beim letzten Anstieg wurde über einem Hügel die Spitze des 120m hohen Signalturms des Chasserals sichtbar, die wie der oberste Teil einer Rakete aussieht (ähnlich der Kinderglaces, die ebenfalls Rakete genannt wird). Die umfassende Antennenanlage, die von der Swisscom wie auch von der SRG benutzt wird, zeigte dass Erreichen des auf 1606m gelegenen höchsten Punktes der Wanderung an. Schweissgebadet, aber auch dankbar für die vorüberziehenden Schleierwolken am Himmel und dem etwas abkühlenden Wind erreichten wir den Grat beim Sendeturm, der uns die Sitzgelegenheit für die Mittagsrast bot. Bei der Verpflegung aus dem Rucksack genossen wir die Rundsicht, die leider nur die nähere Umgebung mit Murten-, Neuerburger- und Bielersee preis gab. Die Alpenkette lag im Dunst der doch sehr feuchten Luftschichten und verwehrt uns dadurch den imposanten Anblick.       

Von nun an ging's bergab. Nach der Mittagspause visierten wir das in etwa 500 Metern Distanz gelegene Passhotel an. Es sollte denjenigen dienen, die auf den zum Mittagessen folgenden Kaffeegenuss nicht verzichten können. Alle anderen durften ihren Durst löschen, der bei der heissen Witterung den meisten zu schaffen machte. Beim anschliessenden Abstieg in tiefere Lagen wurde uns bewusst, dass der Sommer Einzug gehalten hat. Wohltuend empfanden wir den Weg durch die Waldabschnitte, die zum Wanderungsendpunkt im Dorf Nods führte. Ab dem schönen Winzerdorf (auf 850 m.ü.M), oberhalb des Bielersees gelegen, fuhren wir mit dem Postautokurs durch weitere Weiler zur Funistation oberhalb Ligerz. Hier wechselten wir das Verkehrsmittel: eine Standseilbahn sollte uns hinunter zum Bielersee bringen.

Mit der eingetretenen Zeitreserve, die wir auf unsere "Marschtabelle" auswiesen - hat uns Fredi zum zusätzlichen Besuch des Winzergeländes über Ligerz "begeistern" können. Die Temperaturen waren inzwischen auf etwa 30° angestiegen. In der Zwischenstation des Funis verliessen wir das Transportmittel, um in der näheren Umgebung allenfalls eine lauschige Gaststätte mit Terrasse und Blätterdach ausfindig zu machen. Tatsächlich führte unser Weg zu einem solchen Wunschlokal im nächsten Winzerdorf gelegen - nur, das Personal beanspruchte den Erholungsraum für sich alleine. Bedienung erst ab 18.00h!  In der Nähe fanden wir noch eine Aussichtsterasse (ohne Bewirtung), aber mit Baumbestand, der uns vor der unerbittlich einstrahlenden Sonne schützen konnte.

Der Abstieg durch die Rebberge nach Ligerz führte uns an der markanten Erscheinung der Kirche (über dem Dorf gelegen) vorbei. Eine Heiratskirche nach Buch - würde man so sagen. Dann die letzten Schritte bergab in malerische Dorf Ligerz, wo die Gaststätten in den Nachmittagsstunden ebenfalls geschlossen hatten. Eine Tafel wies uns auf eine bediente Seeterasse eines Hotels hin, die wir nun aufsuchten. So fanden wir, was wir erhofften - direkt am See gelegen, beschattet durch einen grösseren Baumbestand. Das mit dem obligaten Glacecup mussten wir uns abschreiben - unser Durst konnten wir aber stillen, bis uns dann das Kursschiff beim Schiffssteg mitnahm. Auf einer herrlichen Schiffsfahrt nach Biel durften wir den Abschluss unserer Reise geniessen. Ein Bus transportierte uns, nach unserer Ankunft im Bieler Hafen, zum Bahnhof. Die Fahrt nach Hause haben wir im intensiven Gespräch als kurzweilig empfunden - um 20.00h trennten wir uns nach den vielen, intensiven Eindrücken des Tagesablaufs. Fredi, es war ein weiteres Mal grossartig - vielen Dank für deine umsichtige Organisation mit soooo vielen Höhenpunkten, die uns dieser Tag erleben liess.

Fotos Föns

 

Karte: Villeret-Nods (klick)


Tagesbericht von Hane vom 27. Juni

Neun Wanderer und eine Wanderin waren es die mit der ÖV ins Alpstein-Gebiet geführt werden wollten. Umsteigen in Zürich, in Sargans, in Buchs, in Sennwald und dann last but not least in Frümsen in die Gondelbahn die uns mit Zwischenstopps in die Stauberen auf 1760 MüM brachte. Da die Kabinen der Luftseilbahn nur für maximal sechs Personen Platz boten, mussten vier Personen auf die zweite Kabine warten. Nach etwa einem Drittel der Fahrt stoppte die Kabine plötzlich und schaukelte dabei wie ein Jo-Jo bis sie nach ca. einer Minute ganz still stand. Ein Spektakel für die Zuschauer die auf die zweite Kabine warteten, etwas unangenehm für die sechs Kollegen die sich vorgedrängt hatten.  Die Ursache des Halts war, dass Monteure die sich in der entgegenkommenden Kabine befanden unterwegs bei einem Masten aussteigen mussten. Die in die Jahre gekommene Bahn wird abgebrochen und per Oktober 2017 durch eine neue Anlage ersetzt.  

Eine Viertelstunde später war dann auch die zweite Gruppe auf der Terrasse des Restaurants Stauberen, mit der Super-Aussicht in’s Rheintal, angekommen. Die vier Nussgipfel konnten wir zwar noch bestellen, geliefert wurden sie, weil gar keine mehr da waren,  aber nicht. Fredy drängt dann auf den Aufbruch, er war ja mit der ersten Gruppe angekommen und daher schon einige Zeit am Warten.

Der Abmarsch verlief planmässig und wir hatten doch schon einige Höhenmeter hinter uns, als wir die Wirtin etwas von Zechprellern rufen hörten. „Den letzten der die Hunde beissen“ war in diesem Fall ich, also bin ich mit der Wirtin zurück in die Gaststube. Dort hat sie bemerkt, dass die erste Gruppe nicht bezahlt habe. Ich habe gedacht: Zuerst drängen sie sich zum ersten Bähnchen vor, dann fressen sie uns die Nussgipfel weg, drängen schnell auf den Aufbruch und am Schluss bezahlen sie nicht 😀        

Dann endlich konnten wir den Aufstieg zum Mutschen in Angriff nehmen. Die ersten drei Kilometer bis zur Saxer Lücke waren ein lockeres Einlaufen (etwa 100 Höhenmeter tiefer als die Stauberen). Vorbei ging es an der Roslenalphütte, wobei unsere routinierten Wander-Kollegen erfolglos nach einem rostigen Velo, das früher offenbar in der Felswand hing, Ausschau hielten. Es lagen noch weitere dreihundert Höhenmeter auf einem moderat ansteigendem Fussweg vor uns. Speziell war noch,  dass wir ein etwa 100 Meter langes Schneefeld durchqueren mussten. Es war zwar problemlos begehbar aber ausrutschen hätte fatale Folgen gehabt.

Der zehnminütige Abstecher und die 50 Höhenmeter zum Mutschen haben sich alleweil gelohnt. Die Aussicht in die Rheinebene, das Fürstentum Lichtenstein und  Richtung Bludenz war imposant. Die Sicht war nicht ganz optimal aber das Wetter hätte nicht besser sein können. Bewölkt, nicht so heiss und einmal ganz kurz etwas Nieselregen.

Nach dem Mittagessen stand der Abstieg zur SAC-Hütte „Zwinglipass“ auf dem Programm, die wir nach ca. fünfviertel Stunden erreichten und auf der Terrasse dann je nach Gusto einen „Kafi Luz im Kacheli“ bzw. ein Bier geniessen konnten. Die Hütte steht unmittelbar am Fuss des 2436 Meter hohen "Altmann".  An dieser Felswand konnte man mit einem Fernrohr und sehr guten Augen auch zwei Steinböcke sehen. Güx drängte plötzlich auf den Abstieg, hatte er doch erfahren, dass die letzte Bahn von Gamplüt nach Wildhaus um 16:30h fuhr und dadurch nur 700 statt 1000 Höhenmeter zu Fuss zurück gelegt werden mussten.  Ich habe mich ihm angeschlossen, dank einem Zwischenspurt waren dann auch rechtzeitig dort und konnten in der Seilbahn mit Walter Steiner (ua Skiflugweltmeiser 1972) über die Entwicklung im Wintersport diskutieren.

Nach ca. fünf Minuten Wartezeit bei der Talstation kamen dann bereits die restlichen Teilnehmer unserer Wandergruppe und wir konnten gemeinsam ein Restaurant anpeilen um den Abschluss des Tages bei den obligaten „Coupés“ ausklingen zu lassen.

Fredi besten Dank, es war einmal mehr eine feine, abwechslungsreiche Wanderung. Herzlichen Dank auch wieder einmal mehr den diversen Spendern, für die Luftseilbahn-Tickets,  den Coupés sowie der Zeche in der SAC-Hütte.    

Im Zug kam noch die Frage auf wie der Schrittzähler in den Handys funktioniere. Google weiss Rat: Die Schrittzähler im Smartphone nutzen das mikroelektrisch-mechanische System, kurz MEMS. Dabei handelt es sich um einen Sensor, der Bewegungen nach links, rechts sowie nach vorne registriert. Die gleiche Technik kommt übrigens auch bei Airbags zum Einsatz. 

Fotos Werni, Hane

Karte Stauberen - Wildhaus (klick)


Tagesbericht vom 11. Juli 2017 von Max Müller

Am Vortag der Wanderung jagen sich die Presse - Meldungen von Gewitterstürmen und den dadurch verursachten Schadenfällen (Überflutungen). Der Wetterbericht lässt viele Möglichkeiten offen: Bewölkung mit etwas Sonnenschein, aber auch weiterhin Gewitterzellen mit intensiven Regenschauern sind für den Wandertag zu erwarten. 

Der Tag beginnt mit einem Morgenrot, bewölkter Himmel, aber uns "gnädig" gestimmt. Regenschutz und Schirm gehören in den mitgeführten Rucksack, wie auch die Verpflegung. Das erstgenannte möchten wir eigentlich nicht gebrauchen müssen, das zweite in der Hoffnung auf Sonnenschein auf einer schönen Blumenwiese geniessen. Mit dieser positiven Einstellung besteigen wir den Zug Richtung Innerschweiz, genauer nach Luzern und anschliessend nach Engelberg. Heute sind wir zu Neunt, ohne Frauen und Polizisten, jedoch mit einem ex - Lehrer mit Grossvaterpflichten, auf die er an diesem Tag verzichten muss. Viele fremde Pensionäre treffen sich ebenfalls im Zug mit dem gleichen Reiseziel, um in den Bergen angenehme Stunden verbringen zu können. 

In Engelberg verlassen wir die Zentralbahn und nehmen den zehnminütigen Fussweg zur Titlisbahn unter die Füsse. Die Winterparkplätze vor der Seilbahn sind, abgesehen von einigen Touristenbussen, leer. So kommen wir schnell zu den Fahrkarten für die Kabinen- und Sesselliftbahn, die uns nach Trüebsee/Jochpass bringen. Der Verbindungslift auf Trübsee ist nicht in Betrieb, sodass wir die Seeebene zum Jochpasshub zu Fuss überqueren müssen.

Gegen 10.00h erreichen wir mit dem Sessellift den Jochpass - und das Restaurant ist offen! Die Priorität gilt nun dem Café mit Gipfel/Nussgipfel. Das erste ist erhältlich, als Beilage müssen wir uns mit Zürcher - Zweifelprodukten "begnügen": Kägifret und Biberli. 

 

Nach dem kurzen Aufenthalt im Pistenrestaurant geht's nun ab auf "die Piste" oder eben auf die Bergwanderung über die von Fredi erwähnten, blühenden Alpwiesen. Der Weg führt uns bergwärts bis auf ca. 2400 m.ü.M. mit herrlichem Blick auf den weit unten liegenden Engstlensee und dem aus den Wolken sich lösenden Wetterhorn - das über das südwestlich gelegene Gental in seiner ganzen Höhe sichtbar geworden war. Nun hören wir über weite Strecken das Glockengeläut, das die weidenden Kühe und Rinder bei ihrer Nahrungsaufnahme auslösen. Die Vielfalt der Flora erfreut das Vieh, das sich die besten Blumen auswählen kann. Die ersten Murmeltiere nehmen wir nun wahr, wie sie uns neugierig beobachten, gegenseitig mit Pfiffen verständigen und sich in ihre Höhlen zurückziehen, wenn Gefahr droht. Auch der westlich auf ca. 2000 m.ü.M. gelegene Tannsee tritt in Erscheinung, dazwischen die Tannalp mit ihren ca. 20 Alpwirtschaftsgebäuden, wohin uns jetzt der Weg führt. Unter uns befindet sich immer noch die Engstlenalp mit einem Hotelbetrieb und einer Autobusendstation. Damit wird im Sommer die Verbindung nach Meiringen durch das Gental gewährleistet (nach Werni ist das Tal im Winter lawinengefährdet).

Nun war es aber an der Zeit einen Stundenhalt einzulegen. Wir konnten uns während unserer Stärkung an der Umgebung sattsehen - doch - da mussten wir auch wahrnehmen, dass sich auf unserem vorgesehenen Bergweg schwarze Wolken "zusammen brauten". Dankbar für den Sonnenplatz, verliessen wir die angenehme Alpwiese um auf einem furchigen Karschtweg (ausgewaschener Kalksteinfels) zur Tannalp zu gelangen. Neben diversen Stallungen (Unterständen und Melkstationen) trafen wir auch auf eine Kappelle und ein Wanderer-Restaurant. Die Sicht zum Melchsee samt der ganzen Skiarena tat sich hier auf. Melchsee-Frutt (1920 m.ü.M.) liegt am gegenüber liegenden Ufer des Sees. Der Bau von neuen  Hotelkomplexen (Chinesische Investoren) haben auch da Einzug gehalten. Der Baustil kann mit rationalen Grossbauten verglichen werden. 

Dem Ratschlag von Fredy gehorchend, verzichteten wir schweren Herzens auf eine Kaffeepause auf der Terrasse des Berghauses, denn die Vorstellung nach einer lange andauernden Regenwanderung war demotivierend. Auf dem Anstieg zur Erzegg trafen uns dann einige Regentropfen und alle machten sich nun ihre Gedanken, welchen Regenschutz sie jetzt aus den Rucksack ausgraben sollten. Werni konsultierte sein Smartphone - mit Erstaunen verkündigte er, dass auf dem Regenradar nichts zu sehen sei! Da hatte uns Petrus (Wettergott) wohl gesehen und er riss die Wolkendecke auf. Das Wunder bestaunten wir auf der Erzegg, als die ersten Sonnenstrahlen mit ihrer Kraft - zur gänzlichen Auflösung der Nebelschichten bereit - uns daran teilnehmen liess.

Es ergaben sich nun erste Fernsichtlöcher, die uns die Sicht auf den Trift- und Steingletscher inkl. Sustenhorn und Tierberg ermöglichten. Der Gratweg war "steinig", er führte durch steile Abstiege mit Gegensteigungen (analog  "Kompressionen") hinunter und dann wieder hinauf. Nur waren wir nicht auf der "Achterbahn", wo der Schwung für den nächsten Aufstieg hätte ausgenutzt werden können.

So wurde uns ein letzter Verpflegungshalt gewährt, welcher uns wieder zu neuen Kräften verhalf. Trotz aufsteigenden Nebelfetzen aus der Talsohle, die sich aber alsbald wieder aufzulösen begannen, durften wir trockenen Fusses die Hangwanderung um das Balmeregghorn fortsetzen. Hans gab uns vor, wie ein Gemsi den Weg zur Bergstation Planplatten bewältigen kann. Wenn Wandervögel, die ihm auf dem Weg entgegenkamen und "zu einem Schwatz" bereit waren (und ihn dadurch etwas aufhielten) - erst so hat er uns das Aufholen des entstandenen Rückstandes möglich gemacht. 

Die Bergstation der Skiarena Hasliberg (Planplatten) hatten wir zeitlich mühelos vor der letzten Talfahrt der Gondelbahn erreicht, sodass es noch kurz zu einem Umtrunk im Berghaus reichte. Ja, wenn die Sicht in die Alpengruppe Eiger, Mönch und Jungfrau noch möglich geworden wäre, so hätte das noch das Pünktchen auf dem i bedeutet. Diese Gipfel waren aber den ganzen Tag in dichte Wolken gehüllt und so bestiegen wir die Gondel zur Mägialp und nachher eine weitere nach dem Dorf Reuti, das mit einem Postautokurs auf der Höhenstrasse bis zum Brünigpass verbunden ist. Wie es so sein muss, sind die ÖV - Anschlüsse so aufeinander abgestimmt, dass der Coup "Heisse Liebe" keine Berücksichtigung mehr finden konnte. Die Zentralbahn Interlaken - Luzern hat uns kurz nach der Postautofahrt, nach dem Erreichen der Postautohaltestelle Brünig, wieder aufgenommen; ebenfalls der IC - Zug nach Zürich HB ab Luzern. 

So durften wir einen weiteren, tollen Wandertag geniessen, wiederum bestens organisiert von Fredi - herzlichen Dank. Es ist nicht selbstverständlich, dass du diesen "Nebenjob" neben deinem Engagement für deine "Bauerei" für uns weiterführen willst. Vielleicht können wir auch einmal etwas für dich erledigen. 

Fotos Werni, Hane

Karte Jochpass - Hasliberg (klick)


Ofenpass – Santa Maria 

Zwölf Personen, davon erfreulicherweise zwei Damen stiegen in Zürich in den Zug Richtung Engadin. Nach vier Mal umsteigen, aber ohne Wartezeiten, waren wir nach knapp vier Stunden auf dem Ofenpass, dem Ausgangspunkt der dreitägigen Wanderung im Münstertal. Es erwartete uns recht schönes und angenehmes Wander-Wetter.

 

Nach dem obligaten Kaffe mit Gipfeli ging es dann los, leicht obsi, allgemeine Richtung Süden. Nach einer guten Stunde hatten mit wir mit 2331 MüM bereits den höchsten Punkt der Tages-Etappe überquert und konnten uns auf ca. 14 km mehr oder weniger ebene Strecke freuen. Vor uns lag das „Val Mora“ eine Hochebene die parallel zum Ofenpass verläuft und uns stark an die „Greina“ erinnerte. Der markanteste Unterschied allerdings war, dass wir trockene Füsse behielten und nicht stundenlang durch einen See laufen mussten.

 

Bisher wussten wir aus Filmen, dass es „Pferdeflüsterer“ gibt, von einen „Eselsflüsterer“ hatten wir aber noch nie gehört. Ob der Esel die obszönen Bemerkungen verstanden hatte, haben wir nicht eruieren können.

 

 

Der erste Zwischenhalt war bei der Sommerwirtschaft „Alp Mora“.  Allerdings stellten wir enttäuscht fest, dass „Kafi Luz“ nicht auf der Karte stand. Wir mussten uns daher mit weicheren Drogen schadlos halten. Der Rest ist schnell erzählt, die Blumenwiesen entlang einem Bach, die Landschaft generell alles war einfach nur ausgesprochen schön.  Nach ca. fünfstündiger Laufzeit trafen wir doch tatsächlich irgendwo im absoluten Nirwana auf eine Postautohaltestelle. Unser umsichtiger Tourenleiter hatte herausgefunden, dass diese Haltestelle nur Mittwochs und Donnerstag bedient wurde und für uns tatsächlich einen Extrabus organisiert (Chapeau).

In Fuldera mussten wir in einen regulären Postautokurs umsteigen und 10 Minuten später waren wir am Tagesziel in Santa Maria angekommen. Dort ging es sofort zum Apéro und dann nicht etwa in’s Hotelzimmer, sondern in ein Museum zu einem Vortrag über die Grenzverteidigung im Münstertal während des ersten Weltkrieges. Der Vortragende kannte wirklich alle Details  und es war total spannend im zuzuhören und sich anschliessend in einem über einhundertjährigen Film die damaligen Lebensbedingungen vor Augen zu führen. Das Südtirol gehörte zu dieser Zeit ja noch nach zu Österreich, das heisst es standen sich im Gebiet des Stilfserjochs drei Länder gegenüber. Siehe dazu (Gebirgskrieg 1915-1918). 

In der Zwischenzeit hatten uns Esther, Edi und Heinz verlassen, sie hatten sich die zwei nächsten Touren-Tage nicht zugemutet. Die restlichen neun Wandervögel konnten im Hotel Alpina die  komfortablen Zimmer beziehen und wurden anschliessend mit einem ausgezeichneten Dreigang-Menu verwöhnt.  

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Ofenpass - Sta Maria

Umbrail – Stilfseralm

Ausgezeichnet geschlafen (mein Zimmerpartner hat allerdings etwas von Holz sagen erzählt), gut gefrühstückt und dann um die Ecke zur Postautohaltestelle. Das Postauto brachte uns an die Schweizer Grenze auf die Umbrail-Passhöhe. Erst da hatte ich begriffen warum wir im Film vom Vorabend Soldaten gesehen haben die schwere Gewichte wie zB Kanonen einen schmalen Pfad hinaufgeschleppt haben. Auf dem Umbrailpass war der rückwärtige Raum, die Grenze verlief nördlich der Stilfserjochstrasse und konnte daher im Krieg vom Schweizer Militär nicht befahren werden. Wir wanderten also auf den Spuren unserer Vorfahren bis zur Garibaldihütte (Dreisprachenspitze) von wo aus wir einen sensationellen Blick auf das Stilfserjoch-Gebiet hatten. Unterwegs sind wir immer wieder Steinformationen begegnet die einmal zu Gebäuden wie Küchen, Reitställen usw. gehört hatten. Hier klicken für eine Kurz-Doku vom Schweizer Fernsehen anlässlich des 100. Jahrestages zu sehen.

Da es auf ca. 2850 MüM doch ziemlich kalt war gönnten wir uns in der Garibaldihütte eine kurze Pause die wir mit Coretto bzw. Glühwein überbrückten. Wir befanden uns jetzt in Italien und es ging bergab, nicht mit dem Staat, sondern auf einem ausgezeichnet gepflegten Weg, der Bergflanke entlang, allgemeine Richtung Mals im Vinschgau.  Das nächste Zwischenziel war die Furkelütte die Fredi ursprünglich als Nachtlager vorgesehen hatte. Da aber dort keine Betten mehr angeboten werden, verköstigten wir uns mit Speis und Trank.

 

Von der Hütte aus ging es auf einem schmalen Weg  leicht obsi. Dabei haben wir einige zusätzliche Höhenmeter gemacht, bevor Werni glücklicherweise realisierte, dass wir auf dem Holzweg waren. Wir mussten also wieder etwas zurück und haben uns dabei auf die elektronischen Geräte verlassen. Das heisst wir haben uns durch die Heidelbeersträucher gekämpft, statt noch ca. 50 Meter weiter abzusteigen und den offiziellen Weg zu nutzen. Es hat aber Spass gemacht und Zeit haben wir auch nicht goss verloren.

Anschliessend kam die grosse Stunde von Hans, das ist der Kollege der bei dichtestem Nebel und sintflutartigem Regen sagt, dass in spätestens einer halben Stunde die Sonne scheinen würde. Dieses Mal hatte er bereits am Morgen bemerkt, dass es gegen fünf Uhr regnen würde was tatsächlich der Fall war. Dies im Gegensatz zu den elektronischen Geräten die für den Morgen Regen angekündigt hatten. Böse Zungen haben darum gemeint, dass Hans vermutlich am Vorabend wie der Horat von den Wetterfröschen in einem Ameisenhaufen gesessen sei.

Es regnete dann glücklicherweise nicht sehr lange und wir haben unser Tagesziel, die Stilfseralm,  mehr oder weniger trocken erreicht. Dort wurden wir von der sympathischen Wirtin mit einem Gratis-Grappa begrüsst. Natürlich blieb es nicht dabei; es kamen Bier und Wein dazu. Dadurch und dank des schönen und interessanten Wandertages war die Stimmung ausgesprochen locker. Eine(r) der Wandervögel hat dann relativ detailliert erzählt wie er seinen Partner(in) kennen gelernt hatte und wie es dann weiter ging und wie glücklich er/sie heute noch immer sei (Stichworte sind Seilschaft und Konkordia Hütte). Allerdings fehlen noch einige Details aber es ist ja noch nicht jeder Tage Abend resp. es war ja nicht die letzte Wanderung 🙂  Das Nachtessen war ausgezeichnet, die Zimmer mit richtigen Betten super und dass wir sogar Duschen konnten war perfekt.

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Umbrailpass-Stilfseralm

Stilfseralm – Piz Chavalatsch – Santa Maria

Recht gut geschlafen und am Morgen früh war vorübergehend Traumwetter. Also wer vor sieben Uhr draussen war konnte zum ersten Mal auf dieser Tour den schneebedeckten, imposanten „Ortler“ bewundern. Nach dem Frühstück stand dann der Aufstieg auf den Piz Chavalatsch (ca. 700 Höhenmeter) auf dem Programm. Die Bergspitzen waren leider wieder etwas im Nebel, der Wind etwas kühl aber zum Wandern ideale Bedingungen. Nach ziemlich genau zwei Stunden hatten wir den Gipfel, der zugleich der östlichste Punkt der Schweiz ist, erreicht. Es war ziemlich windig aber wir haben die Aussicht genossen und uns über unsere Leistung gefreut.

Fredi hatte für den Abstieg den Weg über italienisches Gebiet gewählt, der war zwar etwas weiter als die Diretissima, dafür aber nicht so steil. Wir kamen gut voran und waren nach ca. zwei Stunden 600 Meter tiefer auf der Alp „Malga die Rivaira“.  Dort konnten wir das mitgebrachte Mittagessen geniessen und uns mit dem netten Älpler aus dem Passeiertal unterhalten. Von da an ging es gemäss Fredi auf einem Schmugglerpfad zurück in die Schweiz. Es war teilweise tatsächlich nicht mehr als ein Trampelpfad, der über die grüne Grenze zurück in die Schweiz führte (Im Internet gibt es dazu Zahlen: In der Blütezeit der „contrabbandieri“ ab 1961 wurden im Schnitt 6.000 Tonnen Kaffee und 4.600 Tonnen Zigaretten pro Jahr vom Münstertal in den Vinschgau geschmuggelt).

Dann waren immer noch ca. 4-5 Kilometer Weg und 500 Höhenmeter abwärts zu überwinden. Diese letzten Kilometer der Dreitages-Tour waren sicher nicht mehr spektakulär aber wir haben es locker genommen und uns gefreut als wir Zeitgerecht zurück bei „unserem“ Hotel Alpina angekommen sind. In der Gartenwirtschaft konnten wir die drei Tage Revue passieren lassen und den obligaten Coupé, der nach jeder Wanderung dazu gehört, geniessen. Postauto, RhB und SBB führten uns in gut vier Stunden zurück in heimische Gefilde.

Herzlichen Dank Fredi, es war eine geniale Tour und wie immer perfekt organisiert.     Tourbericht: Hane

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Stilfseralm-Santa Maria


Tourbericht vom 8. August -  Max Müller

Eine Tiefdruckfront ist auf den Dienstag angesagt, die das Land von Westen her überrollen soll. Im Osten - im Gebiet Rheintal / Chur noch etwas Föhn. Super! Genau da ist unsere heutige Wanderung vorgesehen. Zuversichtlich bestiegen wir den Zug und hofften auf unser Wetterglück, das uns in diesem Jahr schon einige Male beigestanden ist. Die Wanderung wurde von Fredi als leicht bis mittelschwer angegeben; ob das mit ein Grund war, dass 18 begeisterte Bergwanderinnen und -Wanderer, zusätzlich ein Hund, daran teilnahmen? 3 Frauen, 15 Männer; alles war vertreten, nur die Lehrer fehlten  🙂 

Der IC - Zug brachte uns nach Chur - zur Talstation der Luftseilbahn Brambrüesch wanderten wir zu Fuss durch den Ort, wobei wir gleichzeitig die wunderbare Altstadt von Chur bestaunen konnten. Mit einer Gondel - und einer Kabinenseilbahn (2 Sektionen) überwanden wir ca. 1000 Höhenmeter; die Bergstation liegt auf 1595 m.ü.M. Der Beginn der Wanderung führte uns auf einem gut begehbaren, steil ansteigenden Nadelwaldbodenweg durch Waldpartien. Die Aussicht auf das Rheintal wurde uns vorerst durch den Baumbestand verwehrt. Nach ca. 200 Höhenmetern erreichten wir eine Plattform, die uns den Rundblick auf die umliegenden Talschaften, wie auch die sichtbaren Berge preisgaben. Richtung Ilanz wurde das angekündigte Tiefdruckgebiet sichtbar, Flimserstein und die dahinderliegenden Bergketten waren schon von grauen Wolken umhüllt. Die südlich und östlich gelegenden Berge waren aber dank des starken Föhns gut erkennbar.

Bald erreichten wir eine Kuhalpweide, die uns sichtbar machte, dass auf dem Weideland schon bald die ganze "Ernte" abgetragen war - was uns untrügerisch auf den nahen Herbst hinwies. Hier sind zudem die Heideflächen von Skiliftmasten überstellt, unter denen wir den Aufstieg zum Furggabüel fortsetzten. Die Flora bestand hier unter anderem aus verblühten Alpenrosenbüschen, Heidelbeeren- und blühenden Erikaflächen. Wir befanden uns schon über der Baumgrenze und der Aufstieg zur Bergspitze auf 2115 m schien uns recht nahe. Die Windgeschwindigkeiten wurden mit den letzten Höhenmetern immer intensiver, sodass wir uns nur kurz bei den zwei Orientierungstafeln über das Bergpanorama aufhalten konnten. Zum Zmittag aus dem Rucksack suchten wir daher windgeschützte Terrainvertiefungen auf. Trotzdem konnten wir für die Windunterstützung dankbar sein, denn sie erlaubte uns noch die Weitsicht, die sich doch zunehmend verschlechterte.

Einige Regentropfen beendete unsere gelassene Ruhe und wir brachen über einen Grat zum Dreibündenstein auf. Dieser Obelisk wurde erstmals 1722 gesetzt und 1915 erneuert. Er verweist auf den rätischen Bund / Freistaat der drei Bünden / Wappen (Gotteshausbund, Gerichtsbarkeit in Rhäzüns und den Zehngerichtsbund in Churwalden) hin. 

Nach dem Verlassen des historischen Ortes mussten wir das erste Mal die leichte Variante des Regenschutzes aufsetzen; die Feuchtigkeit war aber von kurzer Dauer. Wir stiegen aber rassigen Schrittes auf die Alp dil Plaun hinunter (1950 m.ü.M.) denn die Vorboten des aufziehenden Regens waren unübersehbar. Über grüne Matten führte uns der Weg an flächigen Erikablütenbüschen vorbei. Hier beguckten uns einige "Munggengruppen", die uns, aufrecht stehend, interessiert und furchtlos beim Vorbeigehen zu schauten. Nach dem Erreichen der Alpwirtschaft wurden wir hinsichtlich der Wettersituation wieder optimistischer und setzten uns auf die Aussenbänke vor dem Haus. Dieser Entscheid war aber etwas übereilt und mit der gruppenhaften Ansteckung zum positiven Denken erfolgt. Beim Einsetzen des ersten Schauers wechselten wir überstürzt zum nahegelegenen, gedeckten Unterstand, der ebenfalls mit Tischen und Bänken bestückt war.

Eine Tochter des Alpbetreiberehepaars, die am heutigen Tag den 11. Geburtstag feierte nahm sich gekonnt unseren Bedürfnissen an, gab uns Empfehlungen für feine Desserts ab, schrieb alles sauber auf ihren Block und verschwand nach getaner Bestellungsaufnahme. Wir staunten nicht schlecht, als wir alle die gewünschten Bestellungen serviert bekamen - es wurden keine Nachbestellungen notwendig. Inzwischen hatten sich die Regenfälle mit den Sturmböen verbündet; nur durch unser Zusammenrücken war es uns möglich, dem Nasswerden zu entfliehen. Die zweite Bestellrunde wurde notwendig, weil wir auf eine Wetterbesserung weiterhin hofften mussten.

Um 14.00 h war es dann so weit; ein Aufbruch wurde beschlossen, da das Vertrauen in den wohlwollenden Wettergott zunehmend schwand. Rucksäcke wurden auf zusätzlichen Wetterschutz untersucht und geplündert. Die absurdesten Witze über die eingetretene Situation wurden geäussert und Hans meinte: Das alles dient nur einem Test, ob die Wasserdichtigkeit dem Ernstfall standhalten kann! Unser Abmarsch war wie eine Fahnenparade: Pelerinen jeglicher Farben flatterten im Wind und brachten eine aufmunternde Note ins Spiel. Die auch benutzten, militärischen Zeltblachen konnten nicht mit ihrer Farbenfrohheit beeindrucken, waren aber sicher die dichtesten Überhänge. Ich möchte aber den Auswertungen aus dieser Sturm- und Regenerfahrungen nicht vorgreifen - alle mögen ihre Testergebnisse auf der nächsten Wanderung in die Wandergruppe einbringen können.

Und das Wunder geschah dennoch: Der Himmel hatte erbarmen mit uns. Die Wolken wurden lichter und innerhalb kürzester Zeit hatten wir wieder Durch- und Ausblick auf die uns umgebende Landschaft. Auf unserer meist planierten Kiesstrasse war es, trotz der Nässe, ein angenehmer Abstieg nach dem Dorf Feldis. "Abkürzungen" auf bezeichneten Wanderwegen traute aber Fredi nicht (vermuteter schlechter Zustand), sodass wir auf der Strasse blieben und eine Zusatzschleife einschoben. Einzelne entledigten sich ihrer Zusatzschichten und bald wurde ein Halt eingelegt, dass alle wieder aufs "Wandertenue" umsteigen konnten. Zum Unterschied bei steilen Aufstiegen, bei denen es meist "ruhig" wird (Anstrengung), wurde jetzt die Stimmung merklich besser und mit anschwellendem Lärmpegel registriert (alle hatten jetzt noch vieles zu berichten und zu erzählen). Die 500 Meter Abstieg waren schon bald bewältigt; wir sahen die ersten Häuser von Feldis von oben herab und auch die Luftseilbahnstation im unteren Teil des Dorfes. Hier waren alle froh, dass die restlichen 750 Meter Höhendifferenz nach Rhäzüns "schwebend durch die Luft" bewältigt werden konnten. Zur Bahnstation der räthischen Bahn war noch ein kurzer Fussmarsch notwendig. Die Anschlüsse im ÖV verhinderten auch dieses Mal den krönenden Abschluss - der "Heisse Liebe" heisst und sehr kühl und angenehm zu essen ist.  

Auch diese interessante Höhenwanderung nahm seinen erlebnisreichen Abschluss, der nur der Organisation und dem Weitblick von Fredi zu verdanken ist. Du hast heute wieder einer grossen Wandergruppe einen herrlichen Tag ermöglichst; vielen Dank.

Wanderkarte Brambrüesch-Feldis

Fotos Werni, Föns, Hane 


Tourbericht vom 15. August - Roman Bieri

Es ist der 15. August, ein Feiertag der katholischen Kantone. Es gibt offenbar ein gesamtgesellschaftliches Einvernehmen, dass dieser Tag als Wandertag deklariert wird. Gar viele Gruppen Gleichgesinnter, eher ältere Semester, finden sich an den diversen Perrons und Bushaltestellen ein.  Die Voraussetzungen im Allgemeinen und für uns im Speziellen für dieses Unterfangen sind optimal. Die Wetterprognosen versprechen einen schönen, sommerlichen Tag. Das anspruchsvolle Programm, das wie immer unser routinierter Wanderleiter Fredi gekonnt  zusammengestellt hat, verspricht eine echte Herausforderung zu werden.

Die Eckdaten dieses Unternehmens: Distanz 11,51 km, Steigung 1140 m, Gefälle 546 m, Wanderzeit 5 Stunden. Unsere Gruppe, bestehend aus einer Damen, elf Männern und drei Burschen, ist top motiviert und harrt nun der Dinge, die da kommen.

Bloss sind wir aus dem bis zum letzten Platz gefüllten Postauto in Gurnigel/Wasserscheide ausgestiegen,  lädt uns die Alpwirtschaft Obernünen (1689 m. ü. M) zu Kaffee und Gipfel ein. Eine morgendliche Stärkung können wir, im Wissen, dass uns bis ans Ziel den ganzen Tag keine Beiz mehr  einladen wird, tatsächlich gebrauchen. Gestärkt geht’s nun los. Wunderschön präsentiert sich das Gantrischgebiet mit den saftige Wiesen und fette Alpweiden bis weit hinauf.

Ein erster Aufstieg, der Leiterepass auf 1905 m, ist ganz ohne Blessuren geschafft und es öffnet  sich ein voralpines Gelände mit Höhen und Tiefen und  in weiter Ferne ist auch unser Tagesziel, zwar noch nicht zu sehen, aber zu erahnen. Ganz nach unserem Jahresmotto “Höhenwanderungen“  wandern wir immer etwa auf derselben Höhenkurve voran bis uns der geplante Weg dann hinaufführt mit einem zwar kurzen aber deftigen Aufstieg zum Hohmad  (2076 m.ü. M.).

Und tatsächlich, auch die letzten Zweifler bringt’s zum Schweigen, der anspruchsvolle Umweg hat sich gelohnt. Die Aussicht ist herrlich. Nordwärts öffnet sich ein Panorama übers ganze Berner Mittelland bis zum Jura. Auf der südlichen Seite breitet sich meine ganze Lieblingsbergkette, die Berner Alpen aus.

Während wir unsere Mittagsrast geniessen und wieder auftanken, spielt Fredi die Klaviatur des Wanderleiters in extremis. Wirklich alle Bergspitzen, die zu sehen sind, kann er benennen. Wahrlich ein Meister seines Fachs!

Über den Walalpgrat führt uns die nächste Etappe hinunter zur Oberen Walalp.

Eine kurze Unaufmerksamkeit auf diesem ruppigen Wanderweg und schon ist’s passiert. Peter ist gestürzt und verletzt sich an Kopf und insbesondere am Knie.  Er wird unverzüglich verarztet,  muss aber dann sein Tempo drosseln, um noch ans Ziel zu gelangen. Unter der Führung von Werni  wählen dann drei Kollegen – bedingt durch das Handicap von Peter – den etwas leichteren aber längeren Weg bis zum Ziel.  Wir wünschen auf diesem Wege unserem Wanderkollegen Peter baldige Genesung, auf dass er -  wie immer - wieder voll dabei sein kann.

Die dritte nachmittägliche Stunde ist angebrochen und für den grösseren Rest der Gruppe heisst es nun aufzusteigen aufs Stockhorn so quasi in direttissima. Der Wanderweg besagt eine Zeit von einer Stunde dreissig Minuten und die Höhendifferenz bis zur Plattform beträgt nicht ganz 500 Meter!  Mit schon etwas müden Beinen, aber hochmotiviert und mit Respekt – in Anbetracht des alpinen Geländes  - packen wir’s an. Der Weg steigt hoch, empfindlich hoch. Es wird still, man hört bald nur noch ein leichtes, aber beständiges Vorsichhinstöhnen.  Siehe da, nach gut einer Stunde haben’s die Ersten geschafft und die Plattform des markanten Berges, des Stockhorns (2190 m. ü. M) erreicht. Gratulation! Hier oben zu stehen ist paradiesisch und gleichzeitig erfahren wir eine grosse Genugtuung, dieses anspruchsvolle Ziel erreicht zu haben. Nun heisst es retablieren und ausruhen. Kurz überzieht sich der Himmel mit einer Wolkendecke und es fallen auch ein paar Regentropfen. Dies stört uns weiter nicht mehr.

Um ca. 16 Uhr bringt uns dann die Stockhornbahn nach unten. Sichtlich gezeichnet gesellen sich in der Mittelstation dann die drei Kollegen wieder zu uns. In einer gemütlichen Beiz in Erlenbach, umringt von typischen Oberländer Chalets, genehmigen wir uns den verdienten Abschiedstrunk und lassen das Erlebte revue passieren. Schon bald geht’s durchs Simmental runter heimwärts. Sichtlich müde, aber mit der Überzeugung, Grossartiges geleistet und einen unvergesslichen Wandertag erlebt zu haben, verabschieden wir uns voneinander – etwas später als üblich –  am Bahnhof in Birmensdorf.

Karte Gantrisch-Stockhorn

 

Fotos Werni, Hane 


Rumeling (Leuk) – Darnona (Sierre) - Tourbericht Hane 

Der Tag fing turbulent an, setzte sich in jeder Beziehung abwechslungsreich fort und hörte etwa 17 Stunden später mit Humor und Spass auf. Der Reihe nach: Die SBB-Strecke zwischen Birmensdorf und Urdorf war wegen Wartungsarbeiten geschlossen. In Birmensdorf waren es dann  zwölf Wanderer/Wanderinnen die dadurch den Bus nach Schlieren besteigen mussten und von dort mit der SBB den HB Zürich anpeilen konnten. In Zürich gesellte sich Karl dazu der via Handy betreffend Verspätung benachrichtigt werden konnte.

Der geplante Zug war natürlich weg, und so kamen wir mit einer halben Stunde Verspätung in Bern an. In Bern hatten wir keinen direkten Anschluss und mussten darum eine halbe Stunde herumtrödeln. Statt um 9h waren wir daher erst um 10h in Visp. Dort bildeten sich zwei Gruppen, die „Hektischen“ und die „Besonnen“, die versuchten den Anschlusszug nach Leuk zu erreichen. Die „Hektischen“ haben es geschafft, die „Besonnen“ standen vor verschlossenen Zugs-Türen. Sofort kam ein Anruf via Handy mit der Frage: „Warum habt Ihr Webstübler den Zug verpasst“? Zwei Minuten später haben wir unsererseits angerufen um die weitere Planung zu  besprechen. Der Kollege am anderen Ende hat dann kleinlaut erwähnt, dass sie bereits in Leuk wären resp. ohne Halt vorbei gefahren seien. Die Frage wer nun die Webstübler waren erübrigt sich damit. 

Beide Gruppen erwischten innerhalb von wenigen Minuten einen Zug der in Leuk hielt. Irgendwo stiessen auch noch Werni und Jörg dazu und so war die ganze Gesellschaft im Postauto mit Ziel Leukerbad versammelt. Bei der Haltestelle „Rumeling“ verliessen wir den Bus und da trafen wir auch noch auf Max der von unserer Verspätung nichts mitbekommen hatte und daher alleine ins Wallis gereist war (sein Handy hatte er zu Hause vergessen).   

Auf dem Programm stand eine Flachetappe hoch über dem Rhonetal.  Nach einem kurzen, moderaten Aufstieg konnten wir die Asphaltstrasse verlassen und auf einem schönen Weg unsere Wanderung Richtung Sierre unter die Füsse nehmen. Die Strecke führte einer ausgetrockneten „Suone“ entlang und war eigentlich nicht zu verfehlen. Wir haben es aber trotzdem geschafft und wieder bildeten sich zwei Gruppen, wobei dieses Mal beide Parteien  in die falsche Richtung unterwegs waren. Nach kurzer Zeit hatten wir uns aber wieder gefunden und konnten die Tour auf der geplanten Route fortsetzen.

Ein kurzer Abstieg und wir trafen auf eine weitere „Suone“ die Richtung Sierre floss und sogar Wasser führte. Jetzt kam die nächste Herausforderung, wir mussten um 15:26h das Bähnchen von Darnona nach Sierre erwischen, sonst würde in Sierre ein längerer Aufenthalt anstehen.  Mit etwas grösseren Schritten haben wir es geschafft und in Sierre hatte das Postauto erfreulicherweise etwas Verspätung und so waren wir das erste Mal an diesem Tag im Plan.

Die Strasse durchs „Val Anniviers“ war dann nichts für zarte Nerven, eine ziemliche enge, kurvige Strecke mit senkrecht abfallenden Felswänden. Nach einer guten halben Stunde sind wir aber wohlbehalten in Chandolin angekommen und konnten endlich ein Restaurant ansteuern um etwas gegen die Hitze zu unternehmen. Der Tag war aber natürlich noch nicht gelaufen. Zur Unterkunft war nochmals ein halbstündiger Fussmarsch mit gegen zweihundert Höhenmetern zu absolvieren.      

Mit der „Cabane Illerhorn“ hat Fredi wieder einmal eine perfekte Unterkunft ausgesucht. Die Hütten-Chefin, eine nette junge Französin bediente uns sofort mit Wasser und natürlich mit Walliser Weiswein. Die Wurst die offensichtlich zum Weisswein gehörte hat auch geschmeckt.  Auf der Terrasse warteten wir dann auf die zwei Kollegen, die sich für eine leichtere Tour entschieden hatten. Sie kamen dann nach ca. einer guten Stunde und erzählten etwas von im Kreis herumlaufen und von  schlechter Beschilderung, kein Wort von schlechten Kartenlesern.

 

Zimmerbezug in Sechserschlägen (dreistöckige Betten), Duschen und dann Nachtessen. Die Pesto-Teigwaren mit Salat als Vorspeise und einem  Dessert waren ausgezeichnet. Der Absinth nach dem Essen hat extrem nach Anis geschmeckt, also nicht jedermanns Sache, die Profis haben aber gemeint, dass müsse so sein. Wir haben natürlich wieder ausgiebig gelacht einerseits über die Webstübler die in den falschen Zug gestiegen, andererseits über die Pajasse die im Kreis herumgelaufen sind und schlussendlich noch behauptet haben, dass Pferde schwimmen können.

 

Karte Rumeling – Darnona (klick)

Fotos Föns, Werni, Hane 

Illgraben – Illhorn - St Luc

Ab ca. 7 Uhr war es vorbei mit der Ruhe.  Erstaunlicherweise war kein Gemotze wegen Schnachern oder anderen Nachtruhestörungen, auch die Temperatur während der Nacht war auf dieser Höhe (2000 MüM) richtig angenehm.  Die Hüttenwartin sorgte für ein gutes, ausgiebiges Frühstück und so konnten wir kurz nach Acht zur zweiten Etappe aufbrechen.

 

Wie es bei diesem Zweitages-Ausflug Tradition war teilte sich die Wander-Gesellschaft in verschiedene Gruppen auf (Max und Florian hatten die Rückreise schon am Vorabend angetreten). Einer versuchte es mit der Direttissima zum Illhorn, Zwei stiegen etwas ab, nutzten dann für eine Teilstrecke die Sesselbahn und die Hauptgruppe nahm den Umweg via Illgraben unter die Füsse. Dieser Umweg hat sich allemal gelohnt die Aussicht in den Illgraben (Grand Canyon des Wallis) war absolut spektakulär. Nachgelesen im Web: Durch Erosionen ist der einstmalige Berg in sich zusammengebrochen und wurde zu einem rötlichen Felsenkessel, der sich bis heute jährlich vergrössert.         

Vom Illgraben aus mussten dann ca. 150 Höhenmeter überwunden werden die auf Hinweistafeln mit „difficile“ bezeichnet waren. Dies war für uns Routiniers natürlich keine grosse Herausforderung, wir schafften auch noch die restlichen 500 Höhenmeter und waren kurz vor Mittag auf dem Illhorn, dem höchsten Punkt der Wanderung. Dort trafen wir auch die Splitter-Gruppen wieder, die sich am Morgen für andere Routen entschieden hatten. Speziell zu erwähnen gilt es „Köbi“ der stolz verkündete, dass er als Erster auf der Bergspitze angekommen sei (Hut ab vor seiner Leistung).

Die Aussicht vom Gipfel aus war schlichtweg sensationell. Auf der nördlichen Seite das Rhonetal von Martigny über Crans-Montana, Leukerbad mit Gemmipass bis zum Furka, im Hintergrund die Berge Richtung Bernbiet und auf der südlichen Seite unter anderen die Viertausender Matterhorn, Dent Blanche, Weisshorn, Zinalrothorn. Das Wetter war ideal und der leichte Wind sorgte für etwas Abkühlung. Nach dem Mittagessen ging’s Bergab, auf Strecken die im Winter vermutlich Skipisten sind, vorbei an Sessel- und Skiliften bis zur Standseilbahn Tignousa. Da gab es vor allem von zwei sonst eher zurückhaltenden Wanderinnen etwas Gemotze, weil die Bahn nicht pünktlich fuhr und es keine Informationen gab.  Irgendwann wurde die Türe dann doch noch geöffnet und wir konnten in die Bahn einsteigen und die Abfahrt nach St Luc geniessen. Ein Ort wo Köbi offensichtlich schon verschiedentlich seine Ferien verbrachte, er führte uns jedenfalls ohne Umwege zum „Hôtel Le Beausite“ und lud zu Speis und Trank ein.

Der Heimweg führte mittels Postauto nach Sierre, von dort mit der Bahn durch den Lötschberg nach Bern,  Zürich und schlussendlich in heimische Gefilde.  Eine Episode bleibt noch: Im Zug von Bern nach Zürich hat J.G. aus B. plötzlich einen Anruf erhalten, da wollte ein potenzieller Kunde noch 20 kg Zwetschgen kaufen. J.G. hatte aber jene  Ausreden von wegen schlechtem Wetter und noch nicht reifen Früchten, dass der Kunde langsam ungeduldig wurde. Als der Kunde fragte ob er bei ihm auch Schlagrahm beziehen könnte hat er nicht gross reagiert, erst als er erwähnte, dass er im selben Bahnwagen sitze und schnell vorbei komme um die Bestellung mündlich aufzugeben, ist ihm ein Licht aufgegangen.  Der Kunde musste in Zürich dann allerdings Polizeischutz anfordern 😀    

Super-Anlass und wie gewohnt perfekt organisiert, Danke Fredi.       

Karte Illgraben - Illhorn - St. Luc (klick)

 

Fotos Föns, Werni, Hane 

 


Tourbericht von Hane vom 19.9.2017   --> Die kleinen Bildchen können jeweils durch Anklicken vergrössert werden. 

Ursprünglich geplant war eine Tour ins Engelbergertal mit Aufstieg zum ca. 2400 Meter hohen Brisen. Es kam aber anders, Fredi unser umsichtiger (jedenfalls meistens) Guide hatte frühzeitig reagiert und ist dem kalten, regnerischen Wetter ins Tessin ausgewichen. Es war in jeder Beziehung ein genialer Entscheid. Auf der Nordseite regnete es und auf über 2000 Meter war Schnee angesagt. Im Tessin herrschten mit Nordföhn, bei ausgezeichneter Sicht und viel Sonnenschein, ideale Wanderbedingungen. 13 Wanderwillige machten sich mit der SBB auf den Weg via Zug, Bellinzona und  Tenero zum Ausgangspunkt der Wanderung, der Staumauer vom Lago di Vogorno.

Unmittelbar beim berühmtesten Bungee Jumping Platz der Welt trafen wir ganz überraschend auf Werni und Ria die in Tenero zwei Wochen Ferien vorgesehen haben.  Noch überraschender war dann allerdings, dass die Beiden einen Super-Apéro vorbereitet hatten und wir die Wanderung dadurch standesgemäss beginnen konnten.

 

Die ersten ca. sieben Kilometer führte uns ein schöner Pfad immer auf ca. 600 MüM bis nach Orselina. Grösstenteils konnten wir  im Schatten wandern aber dazwischen auch immer wieder die schöne Aussicht auf den Lago Maggiore mit Locarno, Ascona und Brisago bewundern. Die vielen am Boden liegenden Kastanien (zukünftige Maroni) haben wir liegen gelassen und an den geschlossenen Grottos sind wir zähneknirrschend vorbei marschiert, haben uns aber teilweise mit dem Ablesen von Trauben schadlos gehalten.

Von Orselina bis Solduno stand ein giftiger Abstieg auf dem Programm, zuerst in einem Bachbett voller Steine und später auf steilen Treppen. Mit unserer Routine haben wir diese Hürde aber mehr oder weniger problemlos gemeistert. Die nächsten 3-4 Kilometer waren dann ein lockeres Auf und Ab mit Sicht auf die Maggia und auf der anderen Uferseite Losone. Mit Losone verbindet vor allem Güx einen Haufen Erinnerung, hatte er dort doch vor über 50 Jahren 17 Wochen lang studiert. Es ist aber nicht mehr was es einmal war: Aus der Kaserne ist eine Asylanten-Unterkunft geworden und das Übungs-Gelände wurde in einen Golfplatz umgewandelt.

In Ponte Brolla hatte Fredi noch einen kleinen Umweg zu einer früheren Eisenbahnbrücke (Bahnverkehr 1907-1965) eingeplant. Die Sicht in die Maggia-Schlucht mit den vielen Steinen und Felsformationen und dem kristallklaren Wasser war alleweil den Umweg wert. Last but not least haben wir dann doch noch das schön gelegene Grotto "America" entdeckt und konnten den Tag gebührend beenden.    

 

Kleiner Film von einem Bungee Jump von der Staumauer (klick).

Fotos Föns, Werni, Hane 

Verzasca - Ponte Brolla


Wanderung vom 17. Oktober 2017, Bericht: Roman Bieri

Superlative sind heute an diesem prächtigen  Herbstwandertag angesagt: Grosse Höhendifferenzen (1066 m aufwärts und 829 m abwärts), eine Wanderzeit von sechseinhalb Stunden, das Durchwandern der legenderen “Gorges de l’Areuse“ und das Erkunden des spektakulären Felszirkels “Creux du Van“ und zu guter Letzt  strahlendes Wetter mit einer Farbenpracht der Wälder und Rebberge höchster Güte. Die Erwartungshaltung ist demzufolge hoch. Ob sich wohl alles erfüllt?

Kaum auf dem Perron angekommen, wurden schon Probleme im Schienenverkehr gemeldet. Die Konsequenz war eine grössere Verspätung und für uns hiess es dann, eine Stunde später ab HB Richtung Neuenburg loszufahren. Ein positiver Aspekt war diesem Schicksal abzugewinnen, kamen wir dann doch zu unserem beliebten, morgendlichen Kaffee, das sonst nicht vorgesehen war.

Nun lief alles programmgemäss ab. In Boudry angekommen, stiess Max zu uns uns so war das Dutzend der Wanderfreudigen voll. Ein kluger Rat an Max: Ein Handy wäre ein probates Mittel!

Ein erster Blick in die Berge und auf den Neuenburgersee war ein herrliches Motiv für eine Postkarte.

Die Wanderung konnte beginnen: Man spürte es förmlich, wir waren zeitlich in Verzug und deshalb ging’s ohne grosse Worte gleich los und zwar in zügigem Tempo. Unserem - wie immer gut vorbereiteten Reiseleiter Fredi - war es ein Anliegen, dieses Vorhaben auch zeitlich noch gut in den Griff zu bekommen und die Verspätung etwas aufholen.

Schon bald stiegen wir in die Areuse-Schlucht ein. Der Fluss sucht sich tief unten seinen Weg, gräbt sich immer tiefer und höhlt die Felsen aus. Es ist wie im Dschungel, alles ist überwachsen. Ja sogar etwas Mystisches ist zu spüren. 

Wir verliessen alsbald die rechte Seite des Flusses, hielten Fortsetzung auf einer geteerten Strasse bis zum Champ-du-Moulin und machten dann unseren wohlverdienten ersten Halt.  Nun hiess es aber die Wanderstöcke hervorzunehmen, denn eine grössere Steigung bis zum Punkt  “La Grand Vy“ auf 1381 m. ü. M stand bevor. Wir kamen zügig voran und am Ziel in der Beiz “La grand Vy“ richtete unser Leiter -  was nicht  selbstverständlich ist - ein Kompliment an alle. Er war sehr zufrieden mit unserer Leistung.  Das war Grund genug, in dieser währschaften Gartenbeiz darauf anzustossen und es uns gut gehen zu lassen.

Bloss waren wir aufgestanden, hatten wir schon bald den Felsenkessel vom Creux du Van vor uns und ein wunderschön gelegenes und auch ein atemberaubendes Panorama präsentierte sich. Die gerundete Felswand fällt mit 160 Meter tief runter und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Wahrlich ein Highlight der Jurakette!

Der Weg, der den Kessel umrundet, führt an einer losen Steinmauer entlang. Zum Teil fehlt nur wenig bis zum Abgrund. Nicht ganz ungefährlich, finden wir!

Grandiose Blicke in den Jura, auf den Neuenburgersee und auf die Alpenkette begleiten diesen Abschnitt.

Schon bald ging es dann relativ steil runter ins Val de Travers nach Noiraigue. Das raschelnde Laub und die farbigen Bäume, wahrlich ein herbstlicher Zauber!

Zufrieden, ja beseelt von den vielen fantastischen Eindrücken und Erfahrungen und stolz auf die Leistung, die wir vollbracht hatten, stiessen wir  in der Auberge de Noiraigue zum Schlusstrunk an. Der Wandertag der Superlative hielt tatsächlich was er versprach.                                                     

 

Fotos Föns 

Karte


Tagesbericht von Max Müller 

Heute hatten wir in allen Belangen einen wunderbaren Tag "einziehen" können; nichts, auch einige kurzfristig geplanten Änderungen eingeschlossen, konnte uns von einem "goldigen Abschluss" unserer diesjährigen Wandersaison abhalten. Für den Spätherbsttag hatte Fredi die Höhenlage der Wanderung berücksichtigen wollen, da vor Wochenfrist ein Schneefalleinbruch mit anschliessender Kälteperiode, die verschobene Wanderung (SZ / GL) vom Frühjahr nicht ratsam erscheinen lies. Zudem wurde durch ein Todesfall (Abdankung am Dienstag) unsere Wanderung kurzfristig auf den Mittwoch verschoben.

So trafen sich heute zur Wandertour im Gebiet nördlich des Thunersees nur die sieben vertrauten Gesicher, deren Agendas sich anpassungsfähig zeigte. Viele Entschuldigungen gab es von "termingebundenen Interessierten", die auf unser volles Verständnis stiessen. Der Tag begann mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nach der Busfahrt von Thun nach dem Ausgangspunkt REHA Heiligenschwendi (1100 m.ü.M.) konnten wir unsere Kaffeebedürfnisse, bei herrlicher Sicht auf den Alpenkranz und hinter wärmeisolierten Fensterscheiben dieses Kurhauses, befriedigen.

Beim anschliessenden Aufstieg zum Aussichtspunkt "Blueme" (1392 m.ü.M.) genossen alle Teilnehmer das "Warmlaufen", denn die Temperaturen in den Waldpartien waren noch sehr frisch. Durch viel trockenes Laub und gut angelegten Pfaden führte uns der Weg in die Höhe - zuoberst ermöglichte uns ein Aussichtsturm die freie Rundsicht über die Baumspitzen hinweg. Diverse 4000-er im Süden und das Voralpengebiet erhoben sich über dem Thunersee. Das Stockhorn, das wir erst kürzlich "bezwungen" hatten, erschien uns aus einer nicht vertrauten, neuen Perspektive. Auf der anderen Seite trat das Emmental mit den umliegenden Gebieten in Erscheinung. Trotz zwei Orientierungsbildtafeln auf der "Ausgucksplattform" wurden Fragen zu den geografischen Erhebungen und Talschaften gestellt, die uns Fredi wie immer kompetent und ergänzend beantworten konnte.

Erst nach langem "Sattsehen" verliessen wir den Aussichtsturm - und genehmigten uns an dessen Fuss einen ersten Verpflegungsimbiss. Nach jedem "Höhepunkt" kommt es zum Abstieg; unser nach Südwesten führenden Weg hat nun nochmals eine Variante ermöglicht: Ein am Dienstag geschlossenes Restaurant bietet uns heute die Möglichkeit, auf seiner Sonnenterasse Einkehr zu halten. Dazu mussten wir aber zuerst 400 Höhenmeter heruntersteigen. Über Wiesen und Matten kamen wir an weiteren Aussichtspunkten mit Panoramasicht vorbei. Wir hatten diese Routenänderung nicht bereuen müssen! Wie bei Sommertouren wurden wir auf einem Gartensitzplatz des Restaurants bewirtet und mussten keinesfalls frösteln, denn das Thermometer mochte gefühlte 20° C auf der Sonnenseite angezeigt haben. Wir genossen nochmals alle Annehmlichkeiten, die sich uns dadurch boten.

In weiteren zwei Etappen hatten wir nun die noch beinahe 600 Höhenmeter zu bewältigen, zuerst steiler Abstieg durch bewaldete Hänge, dann ziemlich eben durch noch kräftig grüne Weiden und schön angelegten Weilern mit viel Blumenschmuck auf den Hausbalkonen. Der Stil der Berner Bauernhäuser war da noch meist einheitlich anzutreffen. Zudem waren auch Kühe auf den Weiden anzutreffen, denen offensichtlich das noch schmackhafte Gras gut bekam.

Ein wichtiges Ziel unserer Wanderung war das Passieren der Hängebrücke. Sie verbindet die Gemeinden Aeschlen mit Sigriswil und liegt am Panoramaweg auf der nördlichen Seite des Thunersees. Das 5 Mio. Franken teure Objekt wurde 2012 eingeweiht. Total fünf Brücken mit unterschiedlichen Längen sind auf diesem Wanderweg schon entstanden, was jetzt als touristische Attraktion vermarktet wird. Die Sigriswiler Hängebrücke misst 340 m Länge und überquert die Gumischlucht; höchste Stelle = 182 m über dem Bachbett. Die Brückenschrittfläche ist total eben und ganzflächig mit Lochblechen belegt. Sie unterscheidet sich von der Aletschgletscherhängebrücke, die wir auf einer Wanderung begangen haben, in vielen Punkten: sie ist sehr stabil, kein "durchhängen", Verankerungen an diversen Spannkabeln verstrebt - daher werden Schwingungen durch das Begehen beinahe ganz neutralisiert. Verloren geht dadurch das "Abenteuer", was die Brücke eigentlich als Touristenattraktion auszeichnen sollte. Trotzdem ist der Blick in den Abgrund (Brückenmitte) sensationell: weit untern, zwischen den ausgewaschenen Felswänden schlängelt sich der Guntenbach hin.

Nach Abschluss der Brückenüberquerung entschlossen wir uns zum Abstieg nach Gunten. Der steile und Laub bedeckte Weg forderte uns zur Vorsicht heraus: Ausrutscher waren möglichst zu vermeiden. Mitgeführte Stöcke konnten hier hilfreich sein. Die Schluchthänge wurden immer höher und die Talsohle breiter, dann erblicken wir einen Rastplatz mit Feuerstelle und Kinderspielplatz; ideal für Feste und Feiern. Wir hatten Gunten erreicht - an der Hauptstrasse befinden sich beidseitig meist noch alte Hotels, zum Teil im klassischen Stil. Fredi zeigt uns den Parkhotel-Park mit sehr altem Baumbestand und schön angelegten Wegen. Hier schlug er uns vor, dass wir mit dem Schiff nach Thun fahren könnten, was von allen sehr begrüsst wurde. Es blieb noch eine kurze Zeitspanne bis zur Abfahrt, was uns zu einem letzten Umtrunk ermunterte.

Um 16.00h stiegen wir in ein gut besetztes Kurs-Schiff, - vom sonnenbeschienenen Heckdeck (bei noch angenehmer Temperaturempfindung) zeigte sich uns der Anblick von Eiger, Mönch und Jungfrau, die in der Abendsonne leuchteten; an den Uferhängen erblicken wir nochmals den farbenprächtigen Blätterschmuck der Wälder. Schon bald legen wir mit dem Schiff direkt neben dem Bahnhof Thun an und können unverzüglich in den IC - Zug nach Zürich umsteigen. Während der Fahrt verschwindet die Sonne schon bald am Horizont und gleichzeitig können wir den aufsteigenden Vollmond erkennen. So wurde der kürzer werdende Tag durch den Mondschein verlängert; er ermöglichte uns noch das Erkennen der vorbeiziehenden Landschaft aus dem Zugsfenster.

Im Namen aller Teilnehmer/innen sei Fredi für die umfassende und gut vorbereitete Höhenwegplanung herzlich gedankt; wir durften das ganze Jahr viele, schöne Eindrücke mitnehmen - sodass uns eine dauerhafte Erinnerung verbleibt. Auch mit dem Wettergott hast Du, Fredi wohl einen guten Draht aufbauen können, einfach alles hat sich immer von der guten Seite gezeigt. Zudem dürfen wir auf eine Fortsetzung der Wanderungen im nächsten Jahr hoffen. Für die kommende Zeit wünschen wir Dir nur das Beste.

Fotos Werni 

Karte Heiligenschwendi - Oberhofen

 

 


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