Dienstag 23. Oktober – Wallis/Suonenwanderung

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Okt 102018
 

Tagesbericht: Max

Bei Dunkelheit fährt um 7.02 h der EC – Zug ab HB Zürich Richtung Wallis, diesmal mit einer reinen Männergruppe (12 Personen). Die Reisezeit beträgt bis Vétroz le Home (bei Sion) gut drei Stunden. Da bleibt viel Zeit für Gespräche. In Bern ist es schon hell und die Sonne scheint. Als wir in Visp umsteigen, bemerken wir die herbstliche Kühle.

Beim Ausgangspunkt unserer Wanderung verlassen wir den Bus und steigen direkt in die Rebberge westlich von Sion ein. Auf z.T. schmalen Wegen, dann wieder auf Strassenabschnitten, bewältigen wir die ersten 150 Höhenmeter und kommen bei malerischen Rebdörfchen vorbei (St. Séverin / Sensine). Vor uns liegt ein Taleinschnitt, d.h., zuerst steil hinunter und dann gleich wieder in die Höhe.

In Vuisse treffen wir auf einen Suonenweg – um Sion herum heissen sie auch Sionnen – in der französischen Schweiz heissen sie zudem noch Bisses. Das sind Wasserleitungskanäle, die über den Rebbergen liegen und für die Bewässerung des Kulturlandes dienen. Gespiesen werden sie von Bergbächen, oder früher auch direkt von Gletscherabflüssen. Zum Bewandern sind diese „Wasserwege“ leicht, denn sie haben wenig Gefälle. Da bleibt auch Zeit, die Landschaft, die Talsohle und die gegenüberliegende Bergkette in ihrer ganzen Schönheit zu geniessen. Die offenen Rebberge mit ihrer Parzellierung werden gut sichtbar; sie sind terrassiert und durch Trockenmauern untertrennt. In die Jahre gekommene Mauern, die ausbrechen, brauchen viel Unterhaltsarbeit, damit sie ihre Funktion auch weiterhin gewährleisten können. Leider werden die neuen Steingefüge zur Stabilität mit Mörtel ausgefugt, was als Heimstätte für die Mauer – Echsen wohl hinderlich ist. 

Auf der Anhöhe von La Muraz bekommen wir die drei Hügel mit ihren Burgen von Sitten zu Gesicht. Etwas unterhalb unseres Weges liegt der Bergsee Lac de Mont d’Orge in einer baumumsäumten Mulde; ein geeigneter Raum für unsere Mittagsverpflegung aus dem Rucksack. Am Uferweg finden wir Bänke – leider schirmen die immer noch dichtbelaubten Bäume über den Sitzgelegenheiten die wärmenden Sonnenstrahlen ab. So entschliessen wir uns schon bald wieder zum Aufbruch.

Wir steigen zum Dorf Ormone auf und durchschweifen die aussenliegenden Neubauten des Ortes (meist Einfamilienhäuser), die auf einer wunderschönen Aussichtsterrasse über Sion liegen. Die Bauweise ist vielfältig und wiederspiegelt den heute individuellen, meist rationalen Baustil (kubisch,sec) und tritt als Polarität zum alten Dorfcharakter der Winzerdörfer auf. Bald schon befinden wir uns auf den Suonenweg im anschliessenden Rebberggelände, neben uns fliesst die offene „Sionne“. Die trockene Witterungsperiode hat meist zur Folge, dass die Bachbette austrocknen – umso mehr sind wir erstaunt über das fliessende Element neben uns. Das Wasser wird in den Lac d’Orge geleitet, da zu dieser Jahreszeit keine Felder mehr bewässert werden müssen.

Der ansteigende Weg führt uns zur „Wasserfassung“ aus dem Bergbach le Drahin, der beim Bergmassiv Pra Roua entspringt. Um den Bergbach überqueren zu können, steigen wir steil zu einer Verbindungsstrasse hoch. Schroffe Felsformationen zeigen sich in diesem interessanten Bereich der Schlucht – beim Blick von der Brücke in das Bachbett erinnern wir uns an die uns bekannten, tiefen Verzascatümpel im Tessin. Ein nochmaliger Anstieg führt zum Dorf Grimisuat hinauf, wieder ein Winzerdorf, wo wohl auch viele Weinbauern und Dorf – Hausbesitzer ihre Liegenschaften, wahrscheinlich „im Eigenbau“ teilrenovieren. Hier finden aufmerksame Wanderer unserer Gruppe eine Restaurantterrasse, wo wir den Rebensaft kosten können.

Der steile Abstieg durch die Reben nach St. Leonard bildet zugleich auch der Abschluss der Tageswanderung. Zum Jahresthema passend, besuchen wir in diesem Ort den grössten, unterirdischen See von Europa: 260 Meter lang, durchschnittlich 23 Meter breit. Die „Grotte“ wurde 1943 entdeckt und ab 1949 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir steigen über Treppen in die beleuchtete Höhle hinunter; an zwei Stegen sind vier Pontons befestigt, wovon wir einen besteigen.

Unser Bootsbegleiter rudert uns in einer 30 minütigen Tour durch das langgestreckte Labyrinth und erzählt dabei alles Wissenswerte über die Grotte. Die umhüllenden Felsen bestehen aus Kalk (Marmor), Schiefer und Gips. Auffallend sind die vielen Felsanker in einem Teil der Decke, als „Steinschlagsicherung“ angebracht, da das Wallis in einem Erdbebengürtel liegt. Die Höhle misst etwa 15 Meter Höhe, die Wassertiefe einige wenige Meter. Sie ist auch bewohnt: an der Decke hängen Fledermäuse, im Wasser befinden sich Seeforellen von beachtlicher Grösse (bis zu 80 cm Länge), die vom Bootsführer jeweils auf seinen Transportfahrten gefüttert werden. Am Ende des Sees liegt eine zum Wasser geneigte, begehbare Ebene, auf der eine Madonnengrotte und daneben Fässer (für den Aperitif?) aufgestellt sind. Das lässt vermuten, dass Alternativnutzungen in der Höhle erwünscht sind. Gruppen können den speziellen Raum für Feste, Konzerte etc. mieten, denn er bietet eine ganz spezielle Atmosphäre an. Er ist zudem „nicht begehbar“, das Höhlenende wird nur durch Weidlinge erschlossen. 

Nach der Besichtigung geniessen wir auf dem Rückweg zum Bahnhof die wärmende Abendsonne. Bei der langen Heimfahrt über Visp nach Bern wird es schnell dunkel. Wir erinnern uns während der Bahnfahrt an die schönen Erlebnisse des Tages, die uns gedanklich auch frühere Wanderungen in Erinnerung rufen. Der Erzählstoff geht uns somit nie verloren. Im Wallis nahmen wir auch einen Abschied vom schönen Sommer, der uns dieses Jahr bei so vielen Touren begleitete. Unserem „Kranzturner“ Fredi möchten wir auch für diesen Tag ein Kränzchen winden, denn er war wiederum rundum gelungen und wir freuen uns schon jetzt auf die Saisonabschlusswanderung im Rothenturmer Moorgebiet. Nochmals herzlichen Dank für deine fortwährende, erlebnisreiche Tourenplanung. 

Karte

Fotos Jörg, Föns

 

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Dienstag 2. Oktober / Bürgenstock

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Okt 022018
 

Bericht: Klaus Kreienbühl

Letzte Woche war noch Regen angesagt für diesen Dienstag. Aber nein, wenn Fredi’s Gruppe wandern will, verschiebt sich 2018 alles ein wenig und es herrscht herrlichstes Wanderwetter: kein Regen, nicht zu heiss, nicht zu kalt und gegen Nachmittag verzieht sich gar noch der Hochnebel zu Gunsten blauen Himmels.

Trotzdem sind diesmal nur 20 Beine unterwegs,16 männliche und 4 weibliche, und die erst noch einer Hündin zugehörig. Also eine rare Zusammensetzung: Klein, aber oho!

Nach dem obligaten Kaffee mit Gipfeli im Restaurant zum Beck in Stansstad führt unser Weg zuerst um das bereits geschlossene Strandbad herum dem See entlang. Die Talstation der Standseilbahn Fürigen, die 1924 vom damaligen Hotelier des Kurhotels Fürigen erbaut worden war, um seinen Gästen den bequemen Zugang zu seinem 200 Meter tiefer gelegenen Badehaus am Vierwaldstättersee zu ermöglichen, ist zum Glück schon seit 2006 geschlossen, weshalb wir etwas weiter hinten ohne Murren in die steile Nordwand einsteigen. Für uns natürlich eine Kleinigkeit.

Nach dem Kurhaus ist die nächste Attraktion ein alter Bauer (etwa 10 Jahre jünger als die meisten von uns!), der sein von Hand aufgeladenes Gras mit einem Schilter Jg. 64, also einem der ersten berggängigen und in Stans hergestellten, offenen Ladewagen zufrieden nach Hause fährt.

Im Aufstieg gilt dann unsere Aufmerksamkeit nicht nur immer wieder der fantastischen Aussicht auf den Vierwaldstättersee, sondern auch der schwarzen Kuh mit weissem Gürtel, die das Gekläffe des Vierbeiners mit einem rassigen Galopp talabwärts auf die verdutzt flüchtende Tina beantwortet.

Viel Aufmerksamkeit verlangen die glitschigen Kalksteine beim Abstieg vom Schiltgrat zum Bürgenstock und wärmende Sonnenstrahlen verschönern die Aussicht beim Halt kurz vor dem pompösen, am letzten Samstag neu eröffneten Hotelkomplex, wo man das Geld förmlich riecht.

Auf dem 1897-1905 (schon wieder von einem Hotelier!) erstellten Felsenweg kommen wir zum Hammetschwandlift, der uns wie eine Rakete 160 m hoch zum Tageshöhepunkt schiesst. Für einmal wird dort oben eine Runde Zwätschgekafi nicht nur wegen des Branntweins genossen, sondern auch um die Hände zu wärmen. Der Alkohol scheint aber doch etwas auszulösen: Die reine (!) Männerrunde beginnt nämlich bald von den jugendlichen Versuchen zu berichten, wie man menschliche Abgase bei ihrem Austritt in Licht verwandeln kann.

Wir benützen nochmals den Lift, denn seit der eidgenössischen 700-Jahr-Feier ist der Felsenweg zum „Durchgang ins Jenseits“ durch etliche Tunnels wieder begehbar, und der lohnt sich, denn schon bald lässt die unglaubliche Aussicht vom Känzeli aus auf den Kreuztrichter unsere Wanderherzen höher schlagen.

Steil, aber schön angelegt ist der Abstieg zur St. Jost Kapelle, einem wunderschön gelegenen und mit einer gepflegten Umgebung versehenen Ort, wo schon um 1340 eine Kapelle stand. Die heutige Kirche wurde 1970-78 restauriert und wird heute oft zum Heiraten genutzt.

Schliesslich bewunderten wir bei Wein und Kaffee im Restaurant Sternen in Ennetbürgen, wie die Serviertochter den mit viel Charme, aber neugierig vorgetragenen Fragen über die Bedeutung ihrer an einen Rosenkranz erinnernde Tätowierung am Unterarm widerstand und den hartnäckig Fragenden – wie auch uns Jüngere – ohne das Geheimnis zu lüften auf den Heimweg per Bahn entliess.

Karte

Fotos Klaus, Geri

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18. September / Lauterbrunnental

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Sep 202018
 

Tagesbericht Hane

Einmal mehr ein Prachtstag und einmal mehr eine Super-Tour. Trotz dieser viel versprechenden Affiche waren es nur sechs Wanderer und mit Susan eine Wanderin die sich ins Bernbiet aufmachten. Die Anreise war recht anspruchsvoll, musste doch vier Mal das Beförderungsmittel gewechselt werden, nämlich in in Zürich, in Interlaken, in Lauterbrunnen ins Postauto und zuletzt in Stechelberg in ein Taxi.

Nach ca. vier Stunden waren wir dann im hinteren Lauterbrunnental und der Spass konnte beginnen. Vor dem Start konnten wir allerdings in der Gartenwirtschaft des  Bergrestaurants Trachsellauenen bei gefühlten 0 Grad noch den Frühstücks-Kaffee geniessen.

Nach dem Kaffee wurde es aber schnell wärmer, begann doch unmittelbar der recht anspruchsvolle Aufstieg Richtung Schiirboden. Bei der dortigen Alphütte zweigte der Touren-Leiter mit drei Personen Richtung Südost ab, während sich die drei restlichen Leute in die Gegenrichtung aufmachten. Nach ca. einer Viertelstunde hat der vorderste der Splitter-Gruppe beiläufig gefragt, Du sind wir eigentlich richtig? Die Kartenkonsultation hat dann halt ergeben, dass wir falsch waren und umkehren mussten. Nach einigen weiteren Minuten kam dann auch schon das Telefon, mit der Frage wo in aller Welt seit ihr?

Der Zusammenschluss der beiden Gruppen erfolgte dann bei den Holdrifällen. Um dahin zu gelangen musste die Lütschine überquert und ein kleiner Umweg in Kauf genommen werden, der sich aber alleweil  gelohnt hat. An diesem versteckten Ort hatte man dann das Gefühl im Dschungel zu sein. Da stürzt ein Bach senkrecht durch eine Felsrinne in eine Kompression und umfliesst dann auf zwei Seiten einen grossen moosbewachsenen Felsbrocken, was zu zwei weiteren Wasserfällen führt.

Die Wanderung führte dann weiter obsi auf ein schönes Plateau das etwas an die Greina erinnerte. In der Ferne konnten wir immer den Schmadribachfall bewundern der talbeherrschend weithin über dem hinteren Lauterbrunnental sichtbar ist. Anschliessend war bis zum Berghotel „Ober Steinberg“, eine weitere Stunde Aufstieg, angesagt.

Dieses Hotel, knapp über der Baumgrenze, mit den idyllischen Zimmern kommt ohne Stromanschluss aus (Kerzen und Petroleumlampen sind angesagt). Bei Kaffe Luz, Kuchen und der traumhaften Kulisse vor uns haben wir es fast eine Stunde ausgehalten und wieder einmal den Fahrplan unseres Tourenleiters strapaziert. Da um 15:30h oberhalb Sichellauenen das Taxi auf uns wartete, blieben für die 600 Höhenmeter abwärts nur 70 Minuten. Unterwegs hatten wir dann noch Gelegenheit Basejumper zu bewundern die sich mit Fledermaus-Gewand in die Tiefe stürzten. Der gemütliche Berner Taxichauffeur nahm unsere ca. zwanzigminütige Verspätung absolut gelassen hin.

Mit dem Besuch der Trümmelbachfälle stand aber noch ein weiterer Höhepunkt bevor. Vor dem Besuch hatte ich noch gedacht, was soll das wir haben genügend Wasserfälle gesehen, einen Coupé im naheliegenden Restaurant wäre mir lieber. Im Nachhinein musste ich aber feststellen, dass man diese Fälle, die sich grossenteils im Berginnern befinden, ganz einfach gesehen haben muss (klick für Details).

Die Fahrt zurück ins Züribiet war dann wie gehabt ausser, dass wir von Bern nach Rothrist wieder einmal auf der früheren Bahnstrecke fuhren. Herzlichen Dank Fredy für die umsichtige Planung und Führung sowie Deine genialen Eingebungen für Abstecher.  Wir hoffen, dass Dir die Ziele resp. Ideen noch lange nicht ausgehen 🙂

Fotos Föns, Hane

Karte

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Dienstag 11. September: Wesen – Quinten – Walenstadt

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Sep 122018
 

Tagesbericht: Max

11 Wanderbegeisterte (darunter 2 Frauen) trafen sich zur Wanderung über dem Walensee. Mit dem Postauto fuhren wir zum Lehnirank bei Amden, wo unsere heutige Tour begann. Gleich ging’s steil Richtung Walensee hinunter, wo wir heute das erste, geschlossene Restaurant passieren mussten. Diese Gegebenheit zeigt, dass unser Wandertag am Dienstag immer mit einem gewissen Handicap verbunden bleibt, wenn zum Einstieg weit und breit kein Kaffee zu haben ist. Trotz diesem Umstand waren keinerlei Stimmungseinbussen in unserer motivierten Gruppe feststellbar; wir genossen einmal mehr die ausgezeichnete Wetterlage, die uns auch an diesem Tag begleitete. Weiter ging’s auf einem beinahe ebenen Weg, der uns zu einem der Tagesziele führte. Denn bald wurden die von Fredi angekündigten, imposanten Wasserfälle erreicht und wir zweigten auf den bezeichneten Weg zum Seerenbachfall und der Rinquelle ab. Hier handelt es sich um zwei Naturerscheinungen: die von Bertis (Gemeinde Amden) herunterstürzenden, total 585 m hohen Wasserfälle, die in drei Stufen den Besichtigungsort erreichen und die Rinquelle, die aus einer Höhle mit durchschnittlich 2650 ltr / Sekunde ihre etwas niedliche Potenz neben dem Seerenbach sichtbar macht. Bei intensiven Regenfällen werden bis zu 30 000 ltr Wasser / Sekunde aus ihrem Schlund ausgespiehen. Die Rinquelle ist ein Höhlensystem, das heute auf eine Tiefe von ca. 1920 m erforscht wurde, wobei 1800 m nur im Tauchgang bewältigt werden können. Es ist eine Karstquelle des Churfirsten / Säntisgebiets und wird dem Rheinwasser zugeordnet. Ab 1953 wurde die Quelle über längere Phasen untersucht – gegenwärtig ist dieser Forschungsbereich abgeschlossen. 

Herbstzeitlosen blühten am Wegrand, als wir wiederum beim steilen Abstieg die Passage über das Wasserbett der sich hier vereinigten Ströme erreichten. Nun ging’s auf und ab; wir überquerten eine kleine Staumauer, dann folgte der nächste Steg, der uns den nächsten Bergbach überwinden lies. Unzählige Bäche überbrückten wir auf individuellen Passagen und wir erfuhren von Fredi, dass dieser Weg bis vor kurzem gesperrt werden musste, da eine Rüfe in einem Einschnitt einen Übergang weggerissen hatte. Nun ist diese Passage mit Larsen – Stahlprofilen gesichert und kann wiederum in einer Gallerie gefahrlos durchquert werden. Nach einer kurzen Rast folgten wir dem nun etwas sanfter werdenden Geländeverlauf zwischen der steilen Bergfelsflanke und dem tief unten liegenden Walenseeufer. Aber eben: meist steigt der Weg dann wieder an, wenn wir meinten, es wäre nun an der Zeit, dass er nun sicher nach Quinten hinunter führen müsste. Umso mehr wurden wir nun beim Abstieg gefordert, der nur für geübte Bergwanderer angelegt war. Ironisch kam uns eine Kinderwagenverbotstafel am unteren Ende der Passage vor, die in der umgekehrten Route aufgestellt war. Ja, nun wurde es wieder einfacher und wir erreichten die ersten Häuser von Quinten. Fredi hatte auch da wieder einen Hinweis an unser Informationsinteresse vorgebracht: Johann Melchior Kubli, Land – und Gerichtsschreiber, hatte in der bezeichneten Liegenschaft seinen Lebensabend verbracht. Er ist der Mann, der beim Anna Göldi Hexenprozess mitwirken musste, wo das Todesurteil über Anna ein Verhältnis zu dem Glarner Regierungsrat Tschudi vertuschen musste. Dieser Johann Melchior Kubli, der die wahren Verhältnisse kannte und Anna beistand, wurde ebenfalls mit einer Todesstrafe „bedroht“, sollte er dieses Geheimnis nicht für sich behalten.

Der Weg zum Dorfkern wurde unter der Einwirkung der intensiven Sonneneinstrahlung vergleichbar mit den Sommertemperatur der vergangenen Hitzeperiode; das (italienische) Klima hier wurde an der Fegetation sichtbar. Feigenbäume, Palmengewächse, Edelkastanien etc. säumten die Wege durch die Trockensteinmauern. Wir stiegen nun bis zur Uferzone des Walensees hinab. Hier, an der Schiffsländi legten einige, vollbesetzte Passagierschiffe um die Mittagszeit an – sehr zur Freund der am Seeufer gelegenen Gasthäuser. Die mit Platanen überdeckten, bewirteten Aussenräume füllten sich zunehmend, sodass wir froh sein konnten, noch genügend Sitzgelegenheiten für unsere Wandergruppe ergattern zu können. 

Nach einem kurzen Umtrunk erhoben wir uns zum zweiten Teil unserer Wanderung. Sie führte uns auf dem Seeuferweg nach Osten. Auch hier gibt es Spiel- und Grillplätze, die z.T. von Schulklassen belegt wurden. Dann kam der Einstieg zum Walenstadtbergweiler, der uns durch Waldzonen führte, was die Hitze erträglicher machte. Auch hier sind die Wege der Topografie angepasst, d.h., einmal geht es hoch, dann wieder hinunter bis zur Uferzone. Es folgte dann der markante Aufstieg von einigen 100 Höhenmetern, um einen Felsrücken überqueren zu können. Bei einem kurzen Unterbruch konnten wir unser Flüssigkeitsverlust durch mitgeführte Getränke ein wenig ausgleichen.

Auf der Höhe angekommen, erblickten wir eine Besenbeiz mit schönem Blumen- und Gemüsegarten, sowie einem Fischteich – auch hier hielt man sich an den freien Dienstag, der auch zum Unterhalt der Bepflanzung diente. Bei der anwesenden Person konnten wir nur die Bergsilhouette mit den Bergbenennungen erfragen – dann zogen wir weiter. Der nun asphaltierte Weg / Strasse führte uns auf ebener Strecke nach dem Dorfweiler Walenstadtberg (ohne Restaurant), wo wir auf die Bussverbindung nach Walenstadt warteten. Ein zufällig in seinem Garten anwesender Bewohner erkannte unsere Not und machte uns ein Angebot: Er hätte noch ein Karton Bier im Keller – ob wir sie möchten? Gerne „erlabten“ wir uns am Hopfengebräu, der uns so willkommen war.

Auf der Busfahrt zum Bahnhof gab es z.T. nur noch Stehplätze. Der Anschluss mit Regionalzug nach Ziegelbrücke ermöglichte uns ein Umsteigen in einen Schnellzug nach Zürich, wo wir dank der frühen Ankunft im HB noch einen zusätzlichen Umtrunk im Bahnhofbuffet einfügten. So endete eine interessante Sommerwanderung mit der notwendigen Abkühlung. Wiederum einen herzlichen Dank an Fredi, der eine erinnerungsreiche Tour für uns entworfen und, wie immer, bestens organisiert hat.

Karte

Fotos Susanne, Hane

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28./29. August Grimsel-Oberaar-Gelmersee

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Aug 312018
 

Bericht: Geri

1. Tag

Als ich im Bahnhof Luzern ankam, stellte ich fest, dass an diesem traumhaft-schönen Dienstagmorgen bereits unzählige Wandergruppen unterwegs waren. Es war deshalb gar nicht so einfach für mich, Fredi’s Wandervögel zu finden. Bald traf ich aber auf die mir bekannten Gesichter aus dem Säuliamt. So reisten wir schliesslich als zehnköpfige Gruppe (1 Frau und 9 Männer) mit Hund via Brünig ins Haslital. Aber auch auf der Fahrt mit dem Postauto auf den Grimselpass waren wir nicht alleine unterwegs. Da war Stehplatz Ehrensache – schliesslich gehört man ja noch nicht zum alten Eisen! Allerdings machte der Chauffeur mit seinem urchigen Haslitaler-Dialekt und seinen interessanten Informationen über „seine“ Bergwelt die Passfahrt zum kurzweiligen Erlebnis. Auf der Passhöhe, auf 2165 m. ü. M. stärkten wir uns im „Alpenrösli“ mit Getränken und feinen Nussgipfeln.

Dann ging‘s aber richtig los: Die Planung von Fredi sah vor, dass wir am ersten Tag via Sidelhorn an den Oberaarsee gelangen würden. Und der Aufstieg aufs Sidelhorn hatte es in sich. Die kurze Rast bei der Husegghütte liess uns nochmals Kraft  tanken für den steilen, steinigen Aufstieg auf den höchsten Punkt unserer zweitägigen Tour.  Auf 2765 m. ü. M. entschädigte uns dann die prächtige Rundsicht auf die umliegenden Gletscher und Berge sowie der atemberaubende Blick auf die 10 Seen der Grimselwelt.

Nach der Gipfelrast mit Verpflegung stand der steile Abstieg auf dem Programm. Die einen taten sich etwas schwer bei der Suche nach dem besten Weg über die vielen Steine und riesigen Felsbrocken. Bald jedoch befanden wir uns wieder auf sichereren Pfaden, wo uns der Oberaargletscher mit den dahinter in den Himmel ragenden Berggipfeln wie Oberaar- und Finsteraarhorn grüsste. Weiter ging es am idyllischen Triebtenseeli vorbei bis zu unserem Tagesziel.

Bald hatten wir die Unterkunft im Berghaus Oberaar bezogen. In der gemütlichen Gartenbeiz genossen wir dann erfrischende Getränke. Während sich Hans Jahn mit seinem Hund verabschiedet und auf den Heimweg gemacht hatte,  konnten wir sowohl die Glieder, wie auch die Seele so richtig baumeln lassen. Vielleicht waren es die nahen pfiffigen Töne der Murmeltiere, die uns motivierten, dann auch noch grenzwertige Gespräche zu führen. Für einen „Nicht-Birmensdörfler“ war es jedenfalls nicht  so leicht, mitreden zu können. Nun bin ich so richtig gespannt, ob wir den berühmt-berüchtigten „Buechbirrliberg“ irgendwann doch noch besteigen werden! Trotzdem konnte ich, nach dem gemütlichen Nachtessen in der Gaststube, den wohltuenden Schlaf auf 2338 m. ü. M. so richtig geniessen.

Karte 1. Tag

Fotos Werni, Föns, Annelies

2. Tag

Nach dem feinen Morgenessen mahnte Fredi schon bald zum Aufbruch. Wenn die ersten Schritte  in den zweiten Tag vielleicht auch noch etwas verschlafen waren, so fanden wir dank der prächtigen Morgenstimmung schnell wieder unseren gewohnten Gut’schen Wander-Rhythmus. Allerdings ging es bald zügig bergab. Der steile Bergpfad hoch über dem Oberaar- bzw. Grimselsee führte uns am Grimsel Hospiz vorbei. Weiter führte unser Weg vor der Grimsel-Staumauer hinab ins Sommerloch, am Räterichsbodensee vorbei zur Gerstenegg.

Hier erwartete uns bereits Herr Roth von der Kraftwerke Oberhasli AG. Die Fahrt mit einem Kleinbus durch die Kavernen und Tunnels der Werke liess uns staunen. Unser Guide führte uns die Dimensionen, aber auch die Aufwendungen des gewaltigen Kraftwerks eindrücklich näher. Neben den vielen technischen Informationen beeindruckte uns aber auch die Mineralien-Ausstellung. Da erfuhren wir, dass Mineralien anregend, belebend, kräftigend und stimulierend sein können. Am liebsten hätte ich einen der kleinen Mineral-Steine mitgenommen! Zuletzt kehrten wir mit vielen Eindrücken zurück ans Tageslicht.

Nach dieser tollen Abwechslung ging es wieder zu Fuss weiter. Aber schon bald machten wir Mittagsrast an einem Bächlein. Wir stärkten uns mit Verpflegung aus dem Rucksack – und einige kühlten sich die heissen Füsse im klaren Wasser. Nachher führte unser Weg auf die andere Talseite, über eine alte Steinbrücke zum Ausgangspunkt Chüenzentennlen (1600 m. ü. M.).  Hier erwartete uns die letzte grosse Anstrengung. Der steile, schmale Weg, teilweise eng an einer Felswand, war für mich eine Herausforderung. Da kam mir während des schweisstreibenden Aufstiegs der Gedanke, ob ich nicht besser doch einen kleinen Mineral-Stein mitgenommen hätte! Aber schliesslich schafften es Alle: Der Gelmersee auf 1860 m. ü. M. war erreicht. Bei der Staumauer hatten wir Zeit für ein kurzes Entspannen, bevor uns noch ein kleines Abenteuer erwartete.

Mit der Gelmerbahn gings senkrecht ins Tal. Das kühne Bauwerk – ursprünglich nur als Werkbahn benutzt – ist mit einer Steigung von 106% die steilste offene Standseilbahn Europas. Mit Adrenalin-Feeling fuhren wir hinunter nach Handeck. Aber das war noch nicht genug (gäll Annelies)! Da war noch die schwankende Hängebrücke über die Aare unter die Füsse zu nehmen.

Schliesslich genossen wir unsere wohlverdiente Erfrischung – oder sogar einen Coupe – im Hotel Handeck, bevor wir unsere Heimreise mit dem Postauto, der Meiringen-Innertkirchen-Bahn (MIB), der Zentralbahn und der SBB antraten.

Danke Fredi, zwei super-tolle Tage – UNVERGESSLICH! 

Karte 2. Tag

Fotos Werni, Föns

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Dienstag 14. August – Oberalp-Maighelshütte-Andermatt

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Aug 162018
 

Tagesbericht: Max

Einmal müssen ja die Phasen der Wanderungen mit Schönwetterlagen abbrechen – dachte ich. Das Atlantiktief wandert ostwärts, eine Kaltfront zieht von Nordwesten über Europa. Voila! Trotzdem fuhren total 14 Wanderbegeisterte in die Zentralschweiz, davon 2 Frauen und zusätzlich 2 treue Hunde. Dunkle Regenwolken / Nebelschwaden in Abwechslung mit einigen blauen Löchern am Himmel begleiteten uns während der Zugsfahrt nach dem Oberalppass 2044 MüM. Da oben war es dann so weit: die Sonne entfaltete ihr ganzes Können; bei Sonnenschein verliessen wir die RhB – gute Aussicht: in unmittelbarer Nähe ein Restaurant (Urnerseite), wo wir mit Café und Gipfel versorgt wurden. Weitere 50 m daneben wieder ein Restaurant, diesmal aber auf der Bündner Seite – und was leuchtet da? Ein richtiger Leuchtturm! Ist das ein Fasnachtssujet? Nein ein Symbol für die Wasserstrasse des Rheins. Dieser mündet bekanntlich in den Atlantik – auch da stehen diese Türme. 

Die Rheinquelle entspringt unmittelbar an unserer Wanderroute, die uns Richtung Maighels – Hütte (SAC) führt. Der Lai da Tuma (2345 MüM) gilt als Ursprungsgewässer des Rheins, unser Weg liegt aber etwas unterhalb dieses Ausgangspunktes. Fredi hat uns den zusätzlichen Aufstieg erspart (Achtung vor dem Alter!), da sich sonst die ganze Wanderung über 6 Stunden erstreckt hätte. Das wollte er uns nicht zumuten, denn wir „altern“ alle kontinuierlich.

Einflechten zum Thema möchte ich da ein Witz von Peter (Inhalt: Alter) – Klassenzusammenkunft alle 10 Jahre im Restaurant Sonne;  

Erster Grund: da isst man gut. Nächstes Mal: Zweiter Grund: schöne Serviertochter; dann das nächste Mal: Dritter Grund: WC auf gleichem Boden wir Restaurant. Nach weiteren 10 Jahren: Vierter Grund: dieses Restaurant kommt mir bekannt vor – so geht’s eben im Laufe der Jahre.

Es folgen in dem probaten Aufstieg noch weitere Witze, was zeigt, dass die Lebendigkeit der Teilnehmer im Gespräch nie versiegt. Auch der Humor trägt vieles dazu bei.

Wir Wanderer steigen noch immer wie junge Gämsi in die Berghänge hinein. Aber man sieht hier weder Gämsi noch Steinböcke – man achte jetzt auf Wölfe, die in diesem Gebiet sich „anheimeln“ sollen. Noch etwas ist hier aussergewöhnlich: die Fauna zeigt sich kräftig und grün. Keine braunen Wiesen und Hänge; das Gras satt grün – das Buschwerk (verblühte Alpen – und Steinrosen in grossen Flächen) ist gut bewässert. Auf den Alpweiden ist immer noch verbreitet Glockengeläut (Grossvieh) hörbar. Trotz heissem Sommer wurde hier noch kein vorverschobener Alpabzug notwendig. 

Zur Mittagszeit erreichen wir die Maighelshütte: ein idealer Ausgangsort für Bergwanderungen. Sie liegt etwas neben unserem Wanderweg zum Lolenpass, jedoch verspricht sie uns die kulinarischen Extras zum Essen aus dem Rucksack. Auf der Sonnenseite (mit Sonnensegeldach) stehen Tisch und Bänke zu unserer Verfügung (Selfservice). Wir finden im 1. Stock ein Buffet – dahinter liegt die Küche mit den Essensfeen, die grosse Backbleche mit feinem Aprikosen- und Zwetschgenkuchen vorbereitet haben. Einige essen gern eine Suppe, um den beim Aufstieg entstandenen Salzverlust ausgleichen zu können. Nun geht’s ans Geniessen: auf dem Essensvorplatz durchsuchen wir unser Mitgebrachtes und suchen die passende Kombination mit der Hüttenzugabe. Die Rundsicht lässt uns alle möglichen Wetteroptionen offen; im Westen und Süden mit „Blauanteilen“ dann auch eher Dunkelbereiche. In der Mitte, also, wo wir uns aufhalten, herrlicher Sonnenschein, so wie wir es uns gewohnt sind. 

Nach der Mittagsrast steigen wir wieder zur Talsohle hinunter, denn der Aufstieg zum Lohenpass liegt auf der Gegenseite der Hütte. Vom gut angelegten Bergweg schauen wir zurück und erkennen den Stausee Lai da Curnera, der sich zwischen dem Einschnitt des Piz Cavradi und der Bergkette des Piz Alpretta öffnet. Weiter hinten sehen wir die Reste des Gletschers Maighels, der am Fusse des Piz Ravetsch (3007 m) liegt. In der südlichen Lage dahinter liegt der Lago Ritom (nicht sichtbar). Wir aber steigen an zwei kleinen Seen vorbei zur Passhöhe 2399, wo wir „den Durst löschen“ können. Von Westen (Unteralptal) kommen und Nebelschwaden entgegen, die „etwas Einfeuchten“; daraus entsteht aber der erste Regen. Wir verwandeln uns in eine umhüllte, wasserdichte Gruppe, die sich so dem Abstieg zuwendet. Die Wasserrinne im oberen Bereich ist zugleich unser Wanderweg und wir sind dankbar für unser gutes Schuhwerk. Nach ein paar hundert Metern ist aber die Nässe vorbei und wir machen einen Tenuefetz. Der steile Abstieg (ca. 450 Höhenmeter) kann auf einem gut angelegten Bergpfad überwunden werden. Die Unteralpstrasse führt uns vorerst talwärts in südwestlicher Richtung; nach 1 Stunde zweigen wir links auf einen Fussweg ab, der dann längs des Gemsstocks bis Andermatt führt. 

Wir schauen auf die Bergketten hinauf und hoffen eventl. einheimisches Wild erspähen zu können. Ja, da – von hoch oben begucken uns 3 grössere Tiere! Bei der genaueren Betrachtung sind es – Lamas! Auf dem Weg finden wir eine Hinweistafel: Schutztiere für Schafherde! Sie wehren sich gegen Eindringlinge, z.B. Wölfe. Auch wir scheinen ihnen suspekt zu sein. Sie jedenfalls schauen uns noch lange nach. Sonst scheint uns das Untertal sehr tierarm zu sein, ausser den Bienen, die hier in diversen Kästen verteilt, untergebracht sind.

Ein letzter Aufstieg, damit wir ein Bachbett über einen Steg überqueren können – und wir sehen Andermatt. Nach dem langen Abstieg (über 1200 Höhenmeter) haben wir einen abschliessenden „Coup“ verdient; auf der Sonnenterrasse im Hotel / Restaurant Post / drei Könige, erhalten wir das gewünschte: Hans und noch einige Berggänger natürlich die „Heisse Liebe“ (warme Waldbeeren mit Vanilleglace). 

Der Abschluss des Tages heisst gemütlich transportiert zu werden. Im Zug erreichen wir unser Zuhause. Wiederum ein sehr gelungener Wandertag, Fredi herzlichen Dank für all deine Bemühungen zum Gelingen. Wir nehmen wiederum sehr schöne Erlebnisse mit uns. 

 

Fotos Annelies, Hane

Karte

 

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Dienstag 31. Juli – Pizol / 5-Seenwanderung

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Aug 012018
 

Tagesbericht: Hane

Mit Annelies, Claudia und Susann war dieses Mal erfreulicherweise eine Rekordzahl von Damen dabei. Dazu gesellten sich elf Wanderer vom sogenannt stärkeren Geschlecht. Dass auch zwei vormalige Lehrer dabei waren half mit, die grammatikalischen Fragen zu beantworten. Es wurde jedenfalls festgehalten, dass die Sätze „helft den Armen v…..n“ nicht dasselbe bedeutet wie „helft den armen V…..n“ und das Hansli in der Schule eine Ohrfeige gekriegt hat nur weil er bei der Beschreibung der Lehrerin „sie hat ein grosse Nase“, Nase mit zwei „ss“ geschrieben hatte.

SBB und Postauto brachten uns in knapp zwei Stunden zur Pizolbahn nach Wangs, von dort eine Gondelbahn sowie ein Sessellift in die Bergregion „Gaffia“. Die Planung von Fredi sah vor, dass wir die berühmte 5-Seen-Tour erfreulicherweise in der unüblichen Richtung absolvieren würden. Dadurch waren ca. 300 Höhenmeter mehr Aufstieg, dafür 300 Meter weniger Abstieg zu bewältigen.

Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir die Berghütte „Alte Alp Gaffia“ wo wir uns mit Kaffee und Gipfeli eindecken konnten. Nach der Verpflegung standen die ersten 300 Höhenmeter bis zum Baschalvasee (2174m) auf dem Programm. Während des Aufstiegs hatten wir eine wunderbare Aussicht in’s Rheintal mit den Lichtensteiner Gemeinden Balzers und Vaduz. Das nächste Zwischenziel war dann der Rossstall (2456m). Gegen Nordwesten hatten wir einen schönen Ausblick auf die Churfirsten, etwas nördlich davon war in der Ferne der Säntis  zu sehen. Neben der schönen Aussicht haben uns auch die vielen exotischen „Steinmandli“ fasziniert. 

Nach einer kurzen Zwischenverpflegung stand der Abstieg zum Schwarzsee (2368m) und sofort der nächste Aufstieg auf etwa 2500m auf dem Programm. Das Wetter war optimal, leicht bedeckt, leichte Bise und dadurch mit ca. 17° fast 20° kühler als unten im Tal. Wir haben die Aussicht in die Glarner Alpen mit Glärnisch und Tödi bewundert, sind dann etwa 100 Höhenmeter abgestiegen um das Mittagessen an einem Wind geschützten Ort einnehmen zu können.  Von da hatten wir einen wunderbaren Blick auf den tiefblauen Schottensee, sowie auf den etwa einen Kilometer entfernten Wildsee.

Diese beiden Seen erreichten wir dann auch nach kurzem Abstieg. Oberhalb des Wildsees gab es noch zwei grössere Schneefelder, was vermuten liess, dass die Wassertemperatur des Sees noch einiges von der Komfortzone entfernt war. Dies konnte allerdings einige Unentwegte nicht vor einem kurzen Bad abhalten. Die Leute aus unserer Gruppe haben den See aber rechts liegen gelassen und den letzten kurzen Anstieg zur Wildseeluggen (2492m) in Angriff genommen.

Beim Abstieg zur Pizolhütte (2226m) hat sich unser Teilnehmerfeld in seine Einzelteile aufgelöst. Die Nachhut bestehend aus sieben Personen, hat sich dann für eine Abkürzung entschieden, ev. auch mit dem Hintergedanken die Vorauseilenden noch zu überholen. Dieses Vorhaben wurde dann aber zu einem kleinen Abenteuer. Es handelte sich zwar um einen offiziellen Weg der auch entsprechend markiert war, aber er war an verschiedenen Stellen, wegen Lawinenniedergängen im Frühling, unterbrochen. Die Durchquerung dieser Stellen war nicht lebensgefährlich, allfällige Stürze hätten aber sicher zu schmerzhaften Schürfungen geführt.

Es ging aber alles gut und wir konnten uns in der Pizolhütte wieder mit den Warmduschern, die den einfachen Weg vorgezogen hatten, zusammenschliessen. Von da bis zur Seilbahnstation Laufböden waren es noch lockere zwanzig Minuten Fussmarsch. In der Zwischenstation Pardiel konnten wir uns dann bei wieder wärmeren Verhältnissen nochmals mit Kafi Lutz und Dessert verpflegen.  

Die letzte Teilstrecke bis nach Bad Ragaz konnten wir zuerst mit der Gondelbahn und anschliessend mit dem Postauto bewältigen. Die Fahrt mit der SBB nach Zürich war dann aber eine absolute Tortur,  bei gefühlten 65 Grad konnten die Fenster nicht geöffnet werden.  Natürlich haben wir auch diesen Horrortrip überstanden und die S-Bahn von Zürich in heimatliche Gefilde war dann wieder wesentlich erträglicher.

Danke Fredi, einmal mehr ein toller Tag mit einer Super-Tour.  

Fotos Hane, Föns

Karte

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Dienstag 17. Juli – Gotthard 6-Seen-Wanderung

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Jul 182018
 
Tagesbericht: Max
 

Der Wetterbericht für heute: Im Flachland z.T. Regen, in den Bergen gewitterhaft, Südseite eher schön. Ob wohl das Gotthardgebiet im Süden liegt, die Teilnehmenden waren jedenfalls davon überzeugt 🙂  16 erwartungsvolle Wanderer (darunter 1 Frau), sowie 2 Hunde belegten ab Zug die schon sehr ausgelastete EC – Zugskomposition. An diesem Treffpunkt hatten wir schon zwei Transportmittelwechsel hinter uns und es sollten noch einige dazukommen: Umsteigen in Arth – Goldau, Erstfeld, Göschenen, Andermatt mit der Fahrt im Postauto zum Gotthardpass – kaum sassen wir ab, erhoben wir uns zum erneuten Fahrzeugwechsel. In Göschenen wurden wir beim Zugswechsel verregnet. Dieser Umstand konnte uns nicht vom Vertrauen auf unseren begleitenden Wettergott abhalten, denn als wir ab Hospental in Richtung Gotthardpass fuhren, konnten wir am Hoch über dem Tessin teilhaben. Nach etwa 3 Stunden Anreise fuhr der Postautochauffeur mit dem bekannten Dreiklang – Horn (tüü tää too) beim Gotthardpass – Hotel vor. Unsere gute Stimmung wurde unterstützt durch Fredis Ankündigung: Zuerst Café und Gipfeli, dann geht’s zu Fuss weiter. 

Heute durften wir uns auf eine 6 – Seen – Wanderung freuen und haben damit den absoluten Höhepunkt des diesjährigen Motivs der Wasserlaufwanderungen erreicht, noch vor der Nächsten, der 5 – Seenwanderung auf dem Pizol. Ein etwas kalter Nordwind begleitete uns auf dem ersten Wegstück ab Gotthardpass zum ersten (Stau-) See und führte uns an einer Sommerweide von etwa 40 Kühen vorbei, die alle grosse Halsglocken trugen. Die Stärke des Geläuts entsprach ungefähr den Einschellern, die als Innerschwyzer Fasnachtsbrauch mit vielen Treicheln erreicht wird. Ab dem Stausee Lago di Lucendro begann der erste Aufstieg über etwa 300 Höhenmeter; er liess uns nun zur „Betriebstemperatur“ kommen. Dabei genossen wir auch die uns umgebende Alpenflora.

Der Bergfrühling, der uns mit den Blumenwiesen am optischen Erlebnis teilhaben liess, ist am Abklingen. Das Farbenmeer der vielfältigsten Blüten finden wir nur noch bei unbeweideten Steil- und Seeuferhängen sowie beim felsbrockenübersätem Gelände. Da finden wir noch Gruppen von blauem Enzian, Büschen von rotblühenden Alpenrosen, kräftiggelbem Arnika, etc.

Die Wanderwegpfade sind z.T. eher Bachbette und so wird der Schrittrhythmus zum Unding. Freudig nehmen wir wahr, dass sich im Aufstieg das Ungewisse breit macht, den von unten sind die Terrainabstufungen nicht auszumachen, die weitere Bergseebecken enthüllen sollten. Beim Aufstieg erscheinen daher unmittelbar die nächsten Seen (Laghi della Valletta), wo wir uns eine Ruhepause gönnen. Die tiefblaue Wasserfärbung lässt uns bis auf den Grund des Sees blicken, ja, er ladet zum Bade. Die Temperatur hier auf 2400 müM und der Wind tragen dazu bei, dass es bei den Vorstellungen bleibt. Die mitgeführten Hunde geniessen aber das kühle Nass und sehen jetzt gespannt auf die Rucksäcke, aus denen die mitgebrachten Verpflegungen entnommen werden. Ihr Hunger ist nun wach geworden – und sie betteln, mit bekanntem Hundeblick kombiniert; das bewirkt bei Einigen, etwas vom Mitgebrachten abgeben. 

Nach der Rast gehts wieder aufwärts; bald erreichen wir nach weiteren „Tümpeln“ den nächsten (unbenannten) Bergsee. Am Ende dieses Sees finden wir eine Wegweisertafel auf einem flachen Felsbrocken am Boden montiert. Hier gehts zum höchsten Punkt unserer Wanderung – dem Sattel Passo d‘ Orsirora oder auf Deutsch: Gatscholalücke, 2528 müM. Wir deponieren beim Wegweiser unsere Rücksäcke, da wir von hier aus unseren Abstieg vorgesehen haben. Ohne Lasten überqueren wir ein Schneefeld – und erreichen danach den Grat. Er offenbart uns die Sicht Richtung Furka – vom Dammastock (rechts) bis zur Rotondohütte (links). Hier verweilen wir eine kurze Zeit; die Programme auf den Handis verraten uns sämtliche Namen der anvisierten Bergspitzen. Natur und Technik lassen sich damit wunderbar vereinen.

Der Abstieg in nordöstlicher Richtung führt uns bei weiteren Seen vorbei: auf 2444 müM erwarten uns die Laghi d‘ Orsirora, noch weiter östlich der Lago d‘ Orsino auf 2286 müM. Unsere ganze Tour hält sich über der Baumgrenze, sodass Steinformationen, Wasserläufe und Seen sowie die Bergflora speziell zur Erscheinung gelangen. Beim nächsten Halt öffnet sich der Blick wieder zum Gotthardpass, den wir in ca. 1 Stunde wandernd erreichen werden. Beim nun abgeflachten Weg in südlicher Richtung überqueren wir zwei Wasserläufe, die zu den weiter oben traversierten Seen gehören. Beide werden genutzt: Zwei kleine Stauwerke mit Kleinstturbinen dienen auch hier zur Stromerzeugung. 

Zum Abschluss der Wanderung erreichen wir wieder den Ausgangspunkt auf der Passhöhe, wo das Postauto schon auf uns wartet. Es reicht noch zu einer kurzen „Durstlöschung“ auf dem sonnigen Vorplatz des Kiosk; die Fahrt nach Airolo auf dem Passstrassen – Autobahnstück ermöglicht uns den Weitblick Richtung Nufenenpass, der „Strada alta“ und in die Leventina hinunter ins „Tessiner Unterland“. Ein romantischer Aspekt zeigte sich kurz oberhalb von Airolo: Die Postkutsche, wie in vergangenen Zeiten mit 5 Zugpferden, überholten wir mit dem Postauto – das als Gegenstück zur heutigen Reiseart. 

Die Zugsreise führte uns wieder nach Zürich, wo wir uns leider verloren, da wir ab Arth – Goldau im überfüllten EC zum Teil stehen mussten oder nur noch einzelne, verstreute Plätze belegen konnten. Im Menschenstrom und den Abfahrtszeiten der Anschlusszüge nach Hause, wurde uns ein Abschiednehmen verunmöglicht. Trotzdem ein herrlicher Tag; wiederum herzlichen Dank an Fredi, der alles wieder einwandfrei organisiert und vorbereitet hat. Dankbar nehmen wir wieder die Erlebnisse der Wanderung mit uns.

Karte

Fotos Werni, Föns

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3. – 5. Juli Engadin, Bergell, Oberhalbstein

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Jun 252018
 

Tourenbericht: Hane

1. Tag: Samedan-Sils

Elf erwartungsfrohe Wanderer/innen und ein Vierbeiner bestiegen in Zürich den Zug in’s Engadin. Die SBB bzw. die RhB führten uns via Landquart und Sereina-Tunnel nach Samedan ins Oberengadin. Dort erwarteten uns schönes Wetter und angenehme Temperaturen.

Für den Nachmittag waren Gewitter und am TV der Achtelfinale-Match Schweiz- Schweden angesagt. Darum verzichteten wir schweren Herzens auf das obligate Start-Café mit Gipfeli und legten sofort los. Vom Bahnhof Samedan führte der Weg zwischen der Flaz und dem Golfplatz vorbei Richtung Punt Muragl (Talstation der Muottas Muragl Bahn). Von dort durch den Stazerwald, teilweise der Spur des Engadin Skimarathons entlang, Richtung St. Moritz. Im schön gelegenen Restaurant Stazersee kamen wir dann endlich zum lang ersehnten Café mit Kuchen.

Nach dem Zwischenhalt ging es vorbei am Lej da San Murrezan wo wir auf der gegenüberliegenden Seite die vielen exklusiven Hotels von St. Moritz bewundern konnten. Als Nächstes kam die Durchquerung von St. Moritz Bad und von dort führte unser Weg zur berühmten Olympia-Schanze. Unmittelbar hinter der Schanze kamen wir zum idyllisch gelegenen Lej Marsch wo die Mittagspause angesagt war. Übrigens benötigten wir für die Strecke vom Stazersee bis zur Schanze ca. 75. Minuten, Güx am Engadiner mit den LL-Skis etwa ca. 10 Minuten.

Frisch gestärkt konnten wir die restlichen ca. acht Kilometer unter die Füsse nehmen. Zuerst zum Lej da Champfer, dann zum Lej Suot, vorbei am Schloss von Ueli Prager zum Lej da Silvaplauna. Von da aus konnten wir das Ziel Sils in der Ferne sehen, es verblieb aber immer noch eine Stunde bis wir es auch erreichten. Auf den letzten 1-2 Kilometer begann es dann leicht zu regnen aber es lohnte sich kaum den Regenschutz zu montieren.

In Sils hatten sich die drei Fussball-Fans dann sofort nach dem Hotel Edelweiss umgesehen, weil dort gemäss Tourist Information der WM-Match gegen Schweden angeschaut werden konnte. Wir wurden dort auch sehr freundlich begrüsst, konnten die nassen Kleider und das Gepäck deponieren, in aller Ruhe einen Drink konsumieren und den Sch…-Match anschauen.  

Max verabschiedete sich dort von uns, allerdings nicht ohne noch die Zeche zu übernehmen und fuhr nach Zürich zurück. Die Anti-Fussbalfans machten sich mit dem Postauto nach Vicosoprano ins Hotel Corona auf, während die drei Fans erst nach dem Abpfiff des Spiels folgten. Zum Nachtessen war „Gitzi & Polenta“ angesagt (nicht jedermanns Sache). Damit neigte sich ein wieder genialer Wandertag dem Ende zu. Es waren übrigens sechs Seen an denen wir vorbei kamen, da hat der Organisator und Reiseleiter das Jahresmotto „Wanderungen am Wasser“ perfekt erfüllt.

Karte 1. Tag

Fotos Jörg, Hane

2 Tag: Vicosoprano – Castasegna

Gut geschlafen aber leider bereits um 7h, Tagwache, also Mitten in der Nacht (Masochismus). Vom Hotel aus ging es bergauf bis zum „Bergeller Höhenweg“ der sich von Casaccia bis nach Soglio erstreckt. Da sich die 500 Höhenmeter Aufstieg auf ca. fünf Kilometer verteilen hielt sich die Anstrengung in Grenzen. Einmal mehr schönes Wetter wie wir uns dieses Jahr gewohnt sind.

Die ersten paar Kilometer konnten wir auf einem befestigten Weg zurücklegen, anschliessend wurde es dann allerdings ruppiger. Nach ca. einer Stunde Wanderzeit erreichten wir eine schöne Besenbeiz die leider geschlossen war. Die Verpflegung erfolgte daher zwangsläufig aus dem Rucksack.

Schon bald kam dann auf der anderen Talseite „Bondo“ in unser Gesichtsfeld das letztes Jahr von einem riesigen Bergsturz verschüttet wurde. Gemäss Google: Der Bergsturz von Bondo ereignete sich an der Nordflanke des Piz Cengalo (3369 m ü. M.). Nach vorherigen Felsabbrüchen und Muren in den Jahren 2011 und 2012 kam es am 23. August 2017 zum grössten Bergsturz in Graubünden seit Jahrzehnten, der acht Menschenleben forderte.  Die immensen Stein- und Felsmassen die da ins Tal hinunter donnerten, sind ein Jahr nach dem Unglück noch überall gut sichtbar und es wird noch einige Zeit dauern bis da fertig aufgeräumt ist.

Weiter ging die Wanderung auf einem steinigen Wald-Weg leicht bergab bis zum nächsten Zwischenziel Soglio, das als sonnenreichstes Dorf im Bergell gilt. Im bekannten Hotel Palazzo Solis das mit einer wundervollen, historischen Gartenanlage umgeben ist konnten wir uns mit Glacé und Getränken verköstigen. Sehenswert waren im Garten vor allem zwei alte riesige Mammut-Bäume (Sequoias).

Zum Abschluss war es noch eine gute Stunde bis nach Castasegna dem Grenzort zu Italien. Der Weg führte, moderat abwärts, durch den grössten Kastanienwald der Schweiz. In Soglio verabschiedete sich  Annelies, sie trat die Heimreise nach Zürich an (wir haben nicht herausgefunden ob ihr die zehn Männer verleidet waren oder ob sie Angst vor der morgigen Etappe hatte 😥 .  Von Castasegna ging es mit dem Postauto zurück nach Vicosoprano, wo wir nach ca. 20 Minuten bei strömendem Regen ankamen.

Das Nachtessen war reichhaltig und ausgezeichnet (Salat, Ravioli, Saltimboca mit Reis, Dessert nach Wahl).   

Karte 2. Tag

Fotos Jörg, Hane

3. Tag: Plaun da Lej (Maloja) – Bivio

Die Königsetappe des diesjährigen Wanderjahres hat sicher gehalten was sich die Teilnehmer davon versprochen hatten. Bereits vor acht Uhr bestiegen wir in Vicosoprano das Postauto das uns nach Plan da Lej (am Silvaplanersee ausserhalb Maloja) brachte.

Von nun an ging’s bergauf, ca. 900 Höhenmeter von 1800 bis 2700 MüM. Nach ca. einer halben Stunde Aufstieg passierten wir das mehr oder weniger verlassene Heididorf Grevasalvas (hier wurde 1978 die 26-teilige Kinderserie Heidi produziert). Mit einem kurzen Zwischenhalt erreichten wir nach ca. zweieinhalb Stunden Aufstieg den Lagh dal Lunghin.

Dort stand die Entscheidung an, ob noch ein Abstecher zum Piz Lunghin  (2707 MüM) drin liegt. Da der Gipfel im Nebel lag, hat sich die Mehrheit gegen diesen Abstecher entschieden. Einzig Hans Lüscher liess es sich nicht nehmen diesen halbstündigen Umweg in Kauf zu nehmen. Hans mit seiner positiven, optimistischen Einstellung sieht grundsätzlich weder bedeckten Himmel noch Nebel. Es könnte aber auch sein, dass er seinen Bergeller Freunden beim nächsten Treffen ein Gipfelfoto zeigen will 🙂

Ein weiteres Zwischenziel war die Wasserscheide am Pass Lunghin.  Gemäss Google: Auf dem Pass Lunghin ist der wichtigste Wasserscheidepunkt des europäischen Festlands (ausserhalb Russlands), da sich hier die Wasserscheiden zwischen den drei grössten Meeren treffen, die Europa umgeben. Das Wasser fliesst durch folgende Gewässer:

Nach Norden Julia – Albula – Hinterrhein – Rhein – Nordsee/Atlantischer Ozean
Nach Süden Mera – Comer See – Adda – Po – Adria/Mittelmeer
Nach Osten Lunghinsee – Inn – Donau – Schwarzes Meer

Das nächste Zwischenziel nach einem kurzen Abstieg, gemäss Google: Der Septimerpass verbindet die Täler Oberhalbstein und Bergell. Der Pass war mindestens seit der Römerzeit einer der wichtigsten Alpenübergänge. Als seine Vorteile galten die günstige Lage mit direkter Nord-Süd-Verbindung und die günstige Topographie, die den Wegebauern keine grösseren Probleme bereitete.

Vom Septimerpass ging es moderat bergab in Richtung Bivio. Bei Fumia kamen uns Heinz und Adriano entgegen die eine etwas abgekürzte Route gewandert sind. Sie hatten bereits mit Franca von „Francas Beizli“ Freundschaft geschlossen und wir konnten uns da verpflegen, obwohl das Lokal eigentlich noch geschlossen wäre. Einer unserer Wanderkollegen hat dann so lange Süssholz geraspelt und Komplimente verteilt, bis uns die Wirtin noch Bündner Nusstorte und einen Schnaps spendiert hatte.   

Abschliessend noch eine halbe Stunde bis Bivio, von dort mit dem Postauto bei strömenden Regen nach Chur und schlussendlich zurück ins Züribiet.  

Fredy, besten Dank für die Organisation und herzliche Gratulation zur Routenwahl. Wir haben während den drei Tagen wieder unendliche viel Neues gesehen und gelernt. Ich gehe davon aus, dass Deiner Wiederwahl für die nächsten zehn Jahre nichts im Wege steht  🙂 

Karte 3. Tag

Fotos Jörg, Hane

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Dienstag 19. Juni –  Madranertal – Windgällen-Hütte

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Jun 222018
 

Tagesbericht: Hane

Acht erwartungsfrohe Gesellen, zwei Vierbeiner aber diesmal leider keine Vertreterin des schwachen Geschlechts machten sich auf den Weg ins Urnerland. SBB, Postauto und Gondelbahn brachten uns via Amsteg und Bristen nach Golzern im Madranertal.

Von der Seilbahnstation war es ein kurzer Fussmarsch bis zum Restaurant Golzernsee. Dort hatten wir einen schönen Blick auf das idyllische Seelein und wir konnten uns mit feiner Aprikosenwähe verköstigen und vor allem stärken. Stärken darum weil ein happiger Anstieg (ca. 600 Höhenmeter) zur Windgällenhütte bevor stand. Vom Wirt haben wir gehört, dass das Dorf nur noch im Sommer bewohnt ist. Der Lebensunterhalt wird durch das Restaurant bestritten und für den Milchkonsum stehen zwei Kühe im Stall.

Der Aufstieg führte uns an wunderschönen Alpwiesen mit den unterschiedlichsten Blumen vorbei. Auf der gegenüberliegenden Talseite konnten wir jene Wasserfälle und den 3073 hohen Bristen bewundern.  Nach etwas über zwei Stunden erreichten wir dann die 1906 vom akademischen Alpenclub errichtete Windgällenhütte (2030 MüM). Von da aus hatten wir auch einen sehr schönen Ausblick auf die „Gross Windgällen“ (3187).  

Nach der Mittagsrast ging es ziemlich steil bergab zum sogenannten „Tritt“. Dort hatten wir den östlichsten Punkt erreicht und konnten uns somit auf den Heimweg begeben. Die Route wurde etwas flacher,  wir überquerten mehrere Bäche, bewunderten Wasserfälle und nach wie vor die wunderschöne Alpenflora. Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir das Hotel Madranertal.  

Das Hotel “ Zum Schweizerischen Alpenclub “ wie es damals hiess, wurde im Jahre 1864  von Albin Indergand, Hotelier und Regierungsrat erbaut. Es war in der Zeit, als die Angelsachsen und die Unterländer die Berge entdeckten und in  ihrer Freizeit reihenweise auf die Berggipfel kraxelten.

Ein Schild wies uns unmittelbar vor dem Hotel darauf hin, dass die direkte Route Richtung Bristen wegen Sprengarbeiten nicht passierbar sei. Wir mussten daher auf die signalisierte Umgehung ausweichen und eine zusätzliche Wander-Viertelstunde in Kauf nehmen. Dies war keine grosse Herausforderung,  insbesondere auch weil wir wussten, dass es bis zum Berggasthaus Legni nur wenige Minuten Marsch war. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der hatte sich den Dienstag als Wirtesonntag ausgelesen.

Wir haben Bristen aber trotzdem erreicht und konnten uns im Beizlein bei der Seilbahnstation mit dem Nötigsten eindecken. Von da gings mit den gleichen Verkehrsmitteln wie wir gekommen waren zurück in heimatliche Gefilde. Fredy besten Dank einmal mehr eine wunderschöne Tour und trotz allen Befürchtungen ohne Muskelkater.

 

Fotos Hans Jahn, Jörg Hofstetter

Karte

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