6. Oktober – Davos Monstein bis Alvaneu

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Okt 072020
 

Bericht: Theo

Für den heutigen Ausflug reisen wir sechzehn unternehmungslustigen Wandervögel mit dem Zug nach Landquart und weiter mit der Rhätischen Bahn durchs malerische Prättigau. Als Vorbote des nahenden Winters leuchtet von den Höhen ein Schnee-Schäumchen herunter. Bei der Station Davos-Platz erwartet uns eine historische Zugskomposition, gezogen von einer kraftstrotzenden Krokodil-Loki, Baujahr 1929. Eifrig wird der Fotoapparat gezückt. Richtung Filisur können wir die Nostalgiefahrt bis Davos Monstein geniessen. Kaum ausgestiegen, geht es mit dem Geniessen weiter, steht doch am Bahnhöfli eine gastfreundliche Bündnerin mit einem Klapp-Tischchen bereit. Darauf serviert sie uns Kaffee und Gipfeli. Das hat Fredi ausgezeichnet eingefädelt.

Nach dieser Aufmunterung machen wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg zur Zügenschlucht, vorbei am Schmelzboden mit dem Bündner Bergbaumuseum. Der Wanderweg verläuft auf der alten Kantonsstrasse, die bis 1974 zwischen Filisur und Davos in Betrieb war. Schon bald beeindrucken uns atemberaubende Ausblicke in die Tiefe. Weit unten fliesst das Landwasser, das die Schlucht in geologischen Zeiträumen ausgewaschen hat. Alte, kunstvoll gebaute Natursteinmauern sichern den Weg.

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Hans hat auch diesmal seine Hündin Tina dabei. Mit einem unvermittelten Sprung saust sie, vielleicht von einem Vogel angelockt, über die Seitenmauer und fällt über die steile Böschung weit ins Tobel hinunter. Wir stehen oben, schauen ungläubig hinab und sehen sie unten am Fluss entlang laufen. Sie kann nicht mehr hinauf. Nach einiger Aufregung teilt sich unsere Gruppe auf: Die Meisten gehen weiter, vier Kolleginnen und Kollegen bleiben zurück. Via Polizei können sie ein alpines Bergrettungs-Team herbeirufen. Mithilfe eines Fahrzeuges mit Seilwinde und Hunde-Korb seilt sich einer der Männer ab, kann Tina einpacken und sich wieder hinaufziehen lassen. Die Bergung verläuft erfolgreich, braucht aber auch Zeit.

Unsere Voraus-Gruppe erreicht am Ende der etwa 3 km langen Schlucht das Bahnhöfli Wiesen, welches mittlerweile als kleines Restaurant dient. Wir stärken uns mit Gerstensuppe oder Kartoffelsalat und mit einem zum Knopf gedrehten Schüblig. Weiter geht es über den Fussgängersteg des Wiesener Viaduktes. Die spektakuläre Bogenbrücke ist mit 89 m das höchste Viadukt der ganzen Rhätischen Bahn und die zweithöchste Eisenbahnbrücke der Schweiz. Seit 1909 ist dieses Bauwerk in Betrieb.

Das Wetter zeigt sich freundlich, hie und da sogar mit etwas Sonnenschein. Nach kurzem Aufstieg führt uns der Weg durch einen malerischen Bergwald leicht abwärts, bis wir ans Landwasser hinunter kommen. Weiter dem Fluss entlang wandern wir schliesslich unter dem berühmten Landwasserviadukt hindurch, mit Staunen über das gewagte und meisterhafte Bauwerk. Wie bestellt fährt auch ein Zug darüber, so dass sich die Fotografen wieder richtig ins Zeug legen, denn es gibt ja hier ein UNESCO-Weltkulturerbe zu knipsen.

Etwas weiter scheiden sich die Geister über den besten Weg nach Alvaneu. Unsere GPS-Experten Klaus und Werni weisen uns aber den richtigen Weg, damit wir weiter auf dem Pfad der Tugend wandeln können. Vorbei an einer Forellenzucht erreichen wir nach 17 Uhr unser Ziel. Wenige Minuten bevor das Postauto kommt, holen uns Fredi und Irene noch ein. Sie haben nach der Bergung des Hundes im Eilmarsch wieder zu uns aufgeschlossen. Auf der Heimfahrt machen die Einen ein Nickerchen, die Anderen erzählen lustige Geschichten von früher. Peter erklärt mir die Aufzucht von Bienenköniginnen.

Einmal mehr erleben wir einen eindrücklichen, geselligen Wandertag. Wir danken Fredi herzlich für die wiederum sehr umsichtige Vorbereitung und Leitung.

Karte

Bilder: Irene, Richard, Werni