22./23. September Zweitageswanderung Schwarzsee-Jaun

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Sep 242020
 

Bericht: Hane

Vierzehn Wanderfreunde davon drei Ladies wagten sich auf die Zweitagestour im Fribourger Land. Die Gegend war uns noch in guter Erinnerung von der Wanderung „Rund um den Schwarzsee“ vom Februar 2018. Die klimatischen Voraussetzungen waren allerdings nicht ganz identisch. Während dem wir das letzte Mal bei Kälte im Schnee herum stiefelten, erlebten wir bei dieser Tour einen Mix aus Nieselregen, manchmal Nebel, vielfach auch Sonne, aber immer sehr angenehme Temperaturen.

Entgegen der üblichen Gewohnheiten hiess es nach dem Verlassen des Postautos sofort „Säcke auf“ und Abmarsch. Ca. eine Stunde Fussmarsch und dreihundert Höhenmeter obsi brachten uns zur „steinigen Rippa“ einer gemütlichen Alpwirtschaft wo wir uns mit Kafi und wahlweise auch Gebäck eindecken konnten. Der gut befestigte Weg führte uns weitere zwei Stunden leicht nach oben über den Euschelspass (1567 MüM). Gemäss Google hatte dieser Pass eine militärische Bedeutung (Reduit) und war mit einer Festung gesichert (klick)

Kurz vor der Passhöhe passierten wir die Alpwirtschaft „Obere Euschels“ wo einige Jäger am „bechern“ und „örgelen“ waren. Wir haben einige Worte gewechselt, unsere Tour aber ohne Einzukehren fortgesetzt. Gerade dann begann es auch zu regnen, aber einige Minuten später kam mit der Ritzlialp die nächste Alpwirtschaft in Sicht und da hatte Fredy reserviert und auch bereits das Mittagessen vorbestellt. Die Älpler-Rösti war wirklich ausgesprochen lecker aber auch extrem mastig.  

Wir haben uns Zeit gelassen und tatsächlich hatte der Regen nach gut einer Stunde aufgehört und wir konnten die Tour nach Jaun (Jùu) fortsetzen. Dort steuerten wir zielsicher das Hotel „Wasserfall“ an wo uns bereits der langjährige Gemeindepräsident Jean-Claude Schuwey erwartete. Es handelt sich um einen Freund von Fredy mit dem er vor ca. 50 Jahren in Biel seine Zimmermann-Ausbildung erweitert hat.    

Jeanclaude hat uns dann sehr viel über die Gemeinde und das Leben in der einzigen deutsch sprechenden Gemeinde des Bezirks Greyerz erzählt. Wir haben mitgekriegt, dass Jaun immer noch zu einem guten Teil von der Viehzucht und Milchwirtschaft (Käse) lebt. Dass der Tourismus eine gewisse Bedeutung hat und vor allem auch in diesem Pandemie-Jahr von den Touristen profitieren konnte. Dass Jaun seit über einem Jahrhundert ein eigenes Kraftwerk besitzt mit dem ca. 75% des eigenen Bedarfs gedeckt werden könne. Jeanclaude hat aber auch wiederholt betont, wie dankbar sie den Patengemeinden seien, die mithelfen das Budget im Lot zu halten.

Zum Abschluss ging es noch auf einen kleinen Dorfrundgang, wobei der Friedhof eine echte Touristenattraktion ist. Es gibt dort keine Grabsteine sondern ausschliesslich geschnitzte Holzkreuze, die von Tafeln mit Sujets eingerahmt sind. Auf diesen Holztafeln sind der Beruf bzw. das Hobby des/r Verstorbenen geschnitzt.   

Zurück im Hotel ging es in der gemütlichen Gartenwirtschaft mit dem Apéro los. Güx hat dann Jeanclaude beiläufig gefragt ob er einen Alfons Schuwey, einen langjähriger Langlaufkollege, kenne. Selbstverständlich sagte dieser, dies ist mein grosser Bruder. Nach einem kurzen Anruf war Alfons dann auch bei uns und die Beiden konnten über die gemeinsamen Langlauf-Rennen (vor allem Senioren-Weltmeisterschaften) berichten.

Die Zimmereinteilungen hatten die Ladies bereits vor gespurt, sie hatten sich für das Sechserzimmer entschieden und suchten zwei ruhige, ungefährliche, nicht schnarchende Zimmerpartner.  

Der Abend verlief ruhig, die Nacht ebenfalls und Alle haben am Morgen erwähnt wie gut sie geschlafen hätten (auch die Girls, da lief offensichtlich nicht viel 🙂 ).

Karte Schwarzsee – Jaun (1. Tag)

Bilder: Irene, Föns, Jörg, Hane

Um halb Neun waren wir auf der Sesselbahn die uns zur Bergstation „Musbergli“  auf  1540 MüM brachte. Auf dem Programm stand eine Wanderung rund um die „Gastlosen“. Die erste Stunde ging es durch einen urwaldähnlichen Wildwuchs auf einem bachbettähnlichen Schotterweg bergab und anschliessend wieder bergauf. Nach einer Stunde Laufzeit hatten wir immerhin ca. 100 Höhenmeter gewonnen und es war einmal mehr eine Alpwirtschaft im Blickfeld. Im „Chalet Grat“ im Kanton Bern konnten wir unsere Batterien aufladen und warten bis der Nieselregen aufhörte.

Die nächste Etappe, auf einem gut befestigten Weg führte uns zum „Wolfs Ort“ auf 1915 MüM. Die letzten Meter Aufstieg über einen etwas schmalen Grat und der Abstieg durch ein enges mit Ketten gesichertes Couloir war dann nicht allen geheuer. Auch der weitere Abstieg war nicht unbedingt ein echtes Vergnügen, eher eine halbpatzige von Stein zu Stein hüpfende Orgie. Gefährlich war es zwar überhaupt nicht, aber es war noch recht glitschig und dadurch bestand die Gefahr von Stürzen.    

Das nächste Etappenziel war dann das Chalet du Soldat, wieder zurück im Fribourgischen, aber im französisch sprechenden Teil.  Wieso in dieser Abgeschiedenheit ein Soldatenhaus steht kann hier nachgelesen werden (klick)

Fredy hatte unsere Menu-Wünsche bereits am Vortag telefonisch übermittelt. Es klappte perfekt, erstaunlicherweise hatten alle noch gewusst was sie am Vortag bestellt hatten (ziemlich aussergewöhnlich). Nach dem Essen spielte der Gastgeber noch einige Lieder auf dem Alphorn bevor wir den Weg für den letzten Abstieg unter die Füsse nahmen. Es war dann wirklich nur noch ein kurzes Spässchen bis zurück zum „Musbergli“ wo uns die alt bekannte Sesselbahn zurück ins Tal brachte.

Glücklicherweise mussten wir nicht hinuntertschalpen. Es blieb daher genügend Zeit um im Hotel das deponierte Gepäck zu holen und auf der Terrasse noch etwas zu bechern. Last but not least brachte uns das Postauto resp. ein Konkurrenz-Produkt nach Fribourg und von dort die SBB „back home“. Auf ausdrücklichen Wunsch von Fredy verzichte ich auf grosse Lobeshymnen, die können im Bericht vom 25. August nachgelesen werden 🙂     

Karte „Rund um die Gastlosen“

Bilder: Irene, Föns, Jörg, Hane

Dienstag, 1. September:  Emmetten – Stockhütte

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Sep 022020
 

Bericht: Hane

Mit fünfzehn Wanderfreund*innen und zwei Vierbeinern war es wieder eine stattliche Schar, die sich mit der Bahn und Postauto nach Emmetten auf den Weg machte.

Eine Luftseilbahn mit Achter-Kabinen brachte uns zum Berggasthaus Niederbauen. Die Aussicht von dort über den Vierwaldstättersee bis nach Luzern und die gegenüberliegende Rigikette war überwältigend. Dass in diesem Haus übernachtet werden kann erfuhren wir so nebenbei, dass es  verschiedene kulinarische Highlights zu bieten hat, konnten wir nachträglich im Internet feststellen (klick).  

Nach dem obligaten Kaffe mit Gipfeli machten wir uns auf den Weg zum ersten Etappen-Ziel dem „Niederbauen-Chulm“ 1‘923 MüM. Es waren 400 Höhenmeter die auf einem recht gut gepflegten Pfad zu überwinden waren.

Niederbauen

Auf dem Gipfel verdeckten leider von Zeit zu Zeit Wolken resp. der Nebel die grandiose Aussicht. Eine Seite war aber immer offen, so sahen wir 1000 Meter unter uns den Ort Seelisberg mit dem dazugehörigen See, im Norden Gersau, Brunnen sowie die Rigikette, im Osten die Axenstrasse, Morschach sowie Fronalpstock, im Süden den Urnersee mit Flüelen und im Westen das Buochserhorn, sowie in der Ferne Luzern.

Beim Abstieg hatte Fredi einen kurzen Abstecher zum Hundschopf (nicht der am Lauberhorn) eingeplant. Dort wollten wir nochmals die Aussicht geniessen, leider war dies aber nur ansatzweise möglich, da der Nebel etwas hartnäckiger war als eine halbe Stunde vorher. Dass wir uns an diesem Ort ganz genau über dem Seeelisberg-Tunnel (9‘293 Länge) befanden hat erst das Studium der Karte gezeigt.  

Die Mittagspause konnten wir auf dem Faulberg geniessen, zuvor mussten wir aber nochmals einen Aufstieg von ca. 200 Höhenmeter hinter uns bringen. Auch von da konnten wir uns nochmals über die tolle Aussicht freuen. Das Wetter war immer noch bewölk/bedeckt aber die Temperaturen zum Wandern ideal.

Nach dem Mittagessen ging es, abgesehen von einer kleinen Gegensteigung, nur noch bergab. Da sich die ca. 500 Höhenmeter auf ca. sieben km verteilten, war der Abstieg für einmal ganz passabel. Auf das diesjährige Motto „historische Orte“ angesprochen, erläuterte Fredi, dass Arnold von Melchtal der Repräsentant von Unterwalden vor dem Rütlischwur Teile dieser Strecke beschritten habe um auf’s Rütli zu gelangen. Gratulation Fredi: Eine äusserst schlagfertige Antwort 🙂 

Nach ca. zwei Stunden Fussmarsch erreichten wir die Bergstation „Stockhütte“ wo wir im zugehörigen Restaurant den obligaten „Kafi Luz“ resp. ein-zwei Glas „Weissen“ geniessen konnten.

Wieder eine schöne, abwechslungsreiche Tour und dies nur gut 50 km von zu Hause aus entfernt.  

Ps. Ich verzichte auf eine grosse Laudatio auf unseren Tourenleiter weil er sonst angeblich sein Haus wieder für eine Woche nicht verlassen kann. Last but not least „gute Besserung an Güx und Geri“ hoffentlich seid Ihr bald wieder dabei.

Karte

Bilder: Irene, Richard, Werni