Jan 222020
 

Tagesbericht: Max

Der Auftakt zur neuen Wandersaison war ein voller Erfolg: 16 begeisterte Wanderfreunde*innen (3 Frauen / 13 Männer) und 2 Hunde trafen sich im Zug nach Pfäffikon. Durch das Europäische Hoch begleitete uns ab dem frühen Morgen die Sonne; die z.T. auftretenden Bodennebel konnten die Scheibe aber nicht zum Verschwinden bringen. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt – die Wiesenflächen, obschon in der Erscheinung noch das kräftige Grün der Weidefläche dominierte, waren mit „Raureif – Zuckerguss“ überzogen. Ab dem  Bahnhof Pfäffikon führte uns der Wanderweg durch einen alten Dorfkern mit Flarzbauten. Die aneinander gebauten Hausteile mit sehr individuell gestalteten Vorgärten inspirierte uns zu interessanten Wahrnehmungen. Beim Erreichen des Pfäffikerseeufers ging die Dorfidylle in eine harmonische Ufergestaltung über. Auf einer etwas erhöhten Pfahlbaukonstruktion mit einer Holzrostgehfläche überquerten wir das anstosssende Riedgebiet. Der nächtliche Frost hatte die ufernahen Wasseroberflächen zu glatten Eisflächen verwandelt. Vor uns erschienen zwei, auf ca. 10 Meter Höhe abgesägten Baumstämme mit Nestüberbau – wir mussten einige Male hinschauen – darüber thronten auf ihren roten Stelzen zwei Storchenpaare in ihren selbst gewählten Winterquartieren. In diesen natürlichen Schilfzonen kann wohl der Adebar auch im Winter seine Nahrung finden!

Der Seerundweg führte uns schon bald auf die gegenüberliegende, westliche Seeseite. Am Horizont konnten wir den Kirchturm von Seegräben entdecken. Unser erstes Ziel war nicht mehr fern – „die Juckerfarm“ – bekannt von ihren farbenfrohen Kürbisgewächsen. Der Weg endete mitten im Zentrum der Anlage, die da, aus verschiedenen Gebäuden im bäuerlichen Stil bestehend, einen Hofplatz umstellen. Es sind das: Stallungen der Kleintiere, meist offene Lagerhallen, Einkaufsläden, Bäckerei und die Restauration, sowie Aufenthaltsräume – alles angeordnet um eine Feuerschale und Verweil – Sitzplätzen. Die erhöhte Lage der Juckerfarm, mit Blick auf den See und die Alpenkette, unterstreichen eine weitere Qualität des Ortes. Im Selbstbedienungsrestaurant konnten wir uns am Buffet bedienen mit dem, was unser Herz begehrte. Natürlich ist die Auswahl im Sommer noch viel grösser – dadurch wird die Beliebtheit der Anlage zur Belastung im idyllisch angrenzenden Dorfkern und zur verkehrstechnischen Herausforderung.

Wir genossen die sich uns bietende Örtlichkeit mit „einem Znüni“ und einer ausgiebigen Besichtigung. Der Abstieg ins Aathal führte uns durch Feld und Wald. Erstaunt nahmen wir wahr, dass der S-Bahnhof seinen alten Standort zugunsten einer neuen Verkehrsführung verlassen hat; die neue Linienführung mündet in einen Tunnel, der direkt vor dem Bahnhof liegt. Hier bestiegen wir den Zug nach Wetzikon, danach den Bus nach Grüt. Im südlichen Vorort von Wetzikon fanden wir wieder schöne Wanderwege abseits der Stasse, die uns Richtung Grüningen leiteten. Der Sonnenschein liess uns die frostigen Temperaturen „ertragen“, insbesondere, weil die vorangehende Bisenlage nicht mehr existierte. Das flache Gelände eröffnete uns die Silhouette des Städtchen Grüningen, das schon näher kommenden Mittagsziel. Fredi hatte uns „im Hirschen“ die Essensplätze in einem historisch Gebäude mit Jahreszahl 1541 vorreservieren lassen. Das Gebäude liegt im Dorfkern an einem viel befahrenen Strassenzug. Trotzdem sind Umfahrungsprojekte bis jetzt immer gescheitert und man begnügt sich mit einer Verkehrsanlage im Einbahnverkehr, um der Gegebenheit gerecht werden zu können.

Im Speisesaal des Restaurants Hirschen, des alten Landvogteiortes, wurden wir – dem Status entsprechend – fürstlich bedient. Gerne liessen wir das zu. Das ist ein Privileg der Vorsaison, weil die Verpflegung aus dem Rucksack wetterabhängige Risiken mit sich bringen würde. Beim Aufbrechen von der Tafelrunde wurden wir vom Chef einer Gartenbaufirma überrascht, der den ganzen Obulus für uns entrichtet hatte – herzlichen Dank. Es ist bezeichnend, wie grosszügig Teilnehmer unserer Wandergruppe sich zur Übernahme von auch „kleineren Runden“ zur Verfügung stellen – auch ihnen sei hiermit einmal herzlich gedankt. In diesen Gestiken der Grosszügigkeit steckt auch ein wunderbares Motiv, das die Erscheinung des inneren Zusammenhalts in unserer Gruppe unterstreichen kann!

Einen Augenschein konnten wir in der Begehung des Dorfkerns von Grüningen mitnehmen, danach orientierten wir uns wieder nach den Wanderwegzeichen. Sie wiesen uns in Richtung eines Moorgebietes, dem der Lützelsee angehört. Bekannt ist dieses Gebiet auch für seine Storchenkolonie, die im nahe gelegenen Weiler durch den Bau von Storchennester gepflegt wird. Hier finden sich nicht nur Zugvögel, die jahresbedingt ihre Gebiete wechseln – auch da sind Störche „Ganzjahresaufenthalter“ geworden. Vom Restaurantvorplatz im Freien, der an diesem Tag gut frequentiert schien (am 21. Januar!), sind auch die Wildganskolonien gut beobachtbar. Dieses Naturreservat wurde in das Inventar des Bundes aufgenommen und eignet sich vorzüglich für einen Sonntagsausflug, auch mit Kindern! Am anderen Ende des Seeuferweges trafen wir auf einen weiteren Weiler mit umgebauten, ausgestalteten Bauernhäuser und einem neuen Dorfladen, der regionale Produkte führt.   

Im südlich gelegenen Hombrechtikon eröffnete uns die Aussicht einen Blick auf den Zürichsee, ab hier wurde der Weg zu unserem Tagesziel sichtbar. Beim Abstieg durchwanderten wir einen Teil der Goldküste, die uns mit den speziellen landschaftlichen Schönheiten (Rebanbauflächen) in Berührung brachte. Die Baustile sind hier sehr verschieden; ältere Villen wechselten mit modernen Bauten ab. In Feldbach fanden wir noch eine „Auffangstation“, in der wir die Zeit bis zur Heimfahrt überbrücken konnten. Es war der ursprüngliche Ort, wo die ehemalige Brauerei Hürlimann ihren Ausgangspunkt nahm und Hansheiri Hürlimann zu brauen begann. Als die Brauerei nach Zürich zog (1865), wurde dieses Lokal verlassen. 

Die S-Bahn brachte uns wieder nach Hause.- ein schöner Tag hat damit seinen Abschluss gefunden. Der Wandersaisonstart konnte so in vollen Zügen genossen werden. Fredi – wir haben dein neues Thema „historische Orte“ schon verinnerlicht und äusserlich gefunden; in Pfäffikon, in Grüningen, am Lützelsee und in Feldbach. Herzlichen Dank für die erneute, erlebnisvolle Wanderung, die von dir wiederum hervorragend geplant wurde.

Bilder: Irene, Werni, Richard 

Karte 1. Teil

Karte 2. Teil

Schlussabend Hedingen (klick)

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