22. Oktober – Wanderung Fläsch – Regitzerspitz – Jenins

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für 22. Oktober – Wanderung Fläsch – Regitzerspitz – Jenins
Okt 242019
 

Bericht: Geri

Teilnahmerekord kurz vor dem Saisonende

Eine rekordgrosse Gruppe von 20 Wanderlustigen trifft sich im Schnellzug in Zürich zur gemeinsamen Fahrt ins Bündnerland. Bereits während der Reise zur zweitletzten Wanderung in diesem Jahr ist die Stimmung aufgestellt und aufgeräumt. Zwischenzeitlich droht allerdings der Super-Gau für einen unserer Wanderfreunde. Da hat doch einer von uns tatsächlich gemeint, dass man das Halbtax-Abo zu Hause lassen könne. Aber „oha Lätz“, derjenige hat die Rechnung ohne die gestrenge, fremdsprachige, ja beinahe fremdländische Bahnbegleiterin gemacht. Nach langem Hin und Her – Brexit lässt grüssen (!) – wird jedoch Gnade vor Recht belassen. Unser „Gspänli“ bleibt uns so erhalten, aber irgendwie ist sein Ruf an diesem Tag schon ein wenig angeschlagen. Und auch Lüschers Hündin knurrt wohl nicht ohne Grund!  Nach der ausserordentlich kurzweiligen Bahnfahrt wechseln 3 Frauen, 17 Männer und eine Hündin in Landquart vom Zug auf das Postauto. Das gelbe Gefährt führt uns durch die idyllische Landschaft der Bündner Herrschaft bis nach Fläsch. Hier erspähen wir neben typischen Häusern auch eine rechte Anzahl neuer, moderner Gebäude. In einem davon entdecken wir – oh Wunder (gäll Fredi) – das Café BISTRO FLÄSCH. Das Lokal ist ein integratives Angebot im Konzept von WOHNENPLUS (offenes und betreutes Wohnen im Alter), welches Begegnungsmöglichkeiten für Bewohner mit externen Personen zum Hauptziel hat.              

Nach dem gemütlichen Kaffeehalt mit Gipfeli machen wir uns unter dem Motto „betreutes Wandern“ auf den ersten Teil unserer Tagestour.  Der ziemlich steile Zick-Zack-Weg führt uns hinauf zum Fläscherberg. Vorbei an alten Militärbauten geht es weiter und wir legen noch einen Zacken zu. Schliesslich erreichen wir den Regitzer Spitz, mit 1131 Metern der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung. Hier oben bietet sich eine tolle Rundsicht, die allerdings durch viele Nebelschwaden und Wolken ziemlich beeinträchtigt ist. Tief unter uns – unter den steilen Felswänden – liegt Fläsch und das Rheintal. Der Pizol, das Sarganserland und der Gonzen  sind uns nah und immerhin erblicken wir auch den Calanda (keine Bier-Fatamorgana!). Hinter uns schliesslich grüsst der mächtige Falknis. Auf der Plattform des Regitzer Spitz geniessen wir die verdiente Mittagsrast und unsere Verpflegung aus dem Rucksack.

Dann machen wir uns auf den steilen Abstieg, der es zum Teil in sich hat. Konzentriert und grösstenteils mit den obligaten Wanderstöcken bewaffnet, schaffen wir aber auch diesen Abschnitt ohne Zwischenfälle. Und bald stellt sich die Frage, ob wir in Luzisteig an einem „angeschriebenen Haus“ vorbei weitermarschieren oder eben doch einkehren wollen. Schnell siegt bei uns allen die Bequemlichkeit und wir geniessen die Erfrischung in der Gartenwirtschaft des Restaurants „Panorama“. Nur für einen von uns ist das Geniessen vorbei. Unser Werni hat sich leider eine Verstauchung geholt, aber nicht etwa an den Extremitäten. Nein, eine Magenverstimmung bewog ihn, den Heimweg früher als geplant anzutreten.

Frisch gestärkt nehmen die 19 Gesunden den Schlussteil der Wanderung unter die Wandersohlen. Am Militärmuseum St. Luzisteig vorbei gelangen wir bald in flaches, leicht bewaldetes Gebiet. Auf einer kurzen Hängebrücke überqueren wir das Lochrufi-Tobel. Bald treten wir aus dem Wald und wandern mitten durch einen grossen Park mit wunderschönen Eichenbäumen und diversen Picknickstellen. Es geht vorbei am „Bildungszentrum Wald und Holz“ und bald darauf erreichen wir, dem aufsteigenden Strässchen folgend, das Heididorf mit dem Heidihaus, das als Museum besichtigt werden kann. Wir aber marschieren weiter mitten durch das schöne Gebiet mit den vielen goldgelb gefärbten Rebbergen der Bündner Herrschaft und nähern uns schnell unserem Tagesziel Jenins. Hier mitten im Dorf ist uns das Glück nochmals hold: Auf der gemütlichen Terrasse des Restaurants „Rätia“ geniessen wir einen vorzüglichen, einheimischen, weissen Rebensaft und lassen den wunderbaren Tag noch einmal Revue passieren. Danke Fredi, auch diesmal war es wieder ein super-toller Tag!

 

Bilder: Irene, Werni, Richard

Karte 

Dienstag 8. Oktober – Neuenburger Jura

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Dienstag 8. Oktober – Neuenburger Jura
Okt 092019
 

Tagesbericht: Max

Zur heutigen Wanderung haben sich 18 Begeisterte im HB Zürich eingefunden (3 Frauen) und 1 Hund. Nach Wetterbericht sollte der Himmel bedeckt sein – mit Niederschlägen ist aber nicht zu rechnen. Bei der Zugsausfahrt aus dem Hauptbahnhof nahmen wir ein grelles Morgenrot (orange) wahr – was das wohl für den Tag bedeuten möge? Im voll besetzten EC – Zug, bei angeregten Gesprächen, gleiten wir unserem 1. Ziel, Neuenburg, entgegen. Freude herrscht, als wir in der Region Biel westwärts einen blauen Himmel ausfindig machen konnten. Beim Verlassen des Zuges stand uns das Bahnhofbuffet zur üblichen Morgenbelebung zur Verfügung (Café mit Gipfeli). Nach dem Zwischenhalt führte uns der Regionalzug in die Areuseschlucht, wo wir in Champ du Moulin die Bahn verlassen. Wir sind nun in derselben Schlucht, die wir zum „Jura – Canyon Creux du Van“ schon früher einmal durchwanderten – der damalige Einstieg zum Taleinschnitt erfolgte aber bei Boudry. Heute führte uns der linksseitige Schluchtweg durch eine weiter oben liegende Talsohle, die wir noch nicht kannten.

Zu erwähnen ist hier ein neu zur Gruppe gestossener Wanderkollege, der ursprünglich aus dem Wallis stammt und jetzt in der Nähe von Karl Hinnen in Unterengstringen wohnt. Er heisst Riccardo / Richard und hat sich schon übergangslos bei uns eingelebt. Herzlich begrüsst seist du bei uns.

Aufgrund der zum Teil intensiven Regenfälle der vergangenen Tage zeigte sich die Areuse in einem Hochstand ihres Wasserpegels, der beeindruckend war. Die sich in diversen Katarrhakten (Stromschnellen) aufteilenden Flussabschnitte überwanden wir auf gut angelegten, künstlichen Treppenkonstrukten. Im diesem Talabschnitt wurden nur wenige Gebäulichkeiten errichtet, die ausschliesslich der Wassernutzung dienen. Insbesondere wurden Kanäle, Stauanlagen und Verbauungen gebaut, die zur Sicherungen für die Energiegewinnung erforderlich waren. Auf dem kunstvoll angelegte Wanderweg überbrückten wir mehrere Male den Wasserlauf auf Stegen und auch in Fels angelegten Abschnitten, von denen die Naturgewalten eindrücklich erlebbar wurden.

Beim Dorf Noiraigue weitete sich wiederum die Schlucht zu einer Ebene, was die Ansiedlung dieses malerischen Dorfes begründete. Von hier führt die Strasse nach Freurier hinunter. Wir aber folgen dem Wanderweg nach der nördlich gelegenen Bergkrete, zuerst moderat ansteigend, dann immer steiler werdend, aber gut zu begehen. Durch den bewaldeten Weg sehen wir im immer noch dicht belaubten Baumbestand nur wenig von der bewältigten Höhenmetern, da Aussichtsterrassen fehlen. Die erste Möglichkeit zeigt sich beim Sendeturm auf 1125 müm, wo wir uns ca. 400 Meter über der Talsohle befinden. Fredi lässt uns hier eine Zwischenverpflegung geniessen, denn der Kretenweg, der hier seinen Anfang nimmt, ist zudem auch ein Waldweg, der wenig Aussichtspunkte bietet. Der weitere Aufstieg zum Berg Solmont (1264 müm) lässt uns die steil abfallende Gratkante, als Abgrund zur südlichen Talseite, durch die Bewaldung nur schwer erlebbar machen. Wir können aber, ansatzweise, in der gegenüberliegenden Bergkette, die Wand des Creux du Van ausfindig machen.

Nun kommen Fragen zum Panoramawanderweg auf Fredi zu; er rechtfertigt sich so, dass er eine Abholzung zum Zwecke einer Sichtfreiheit beantragt habe, diese aber offensichtlich noch nicht erfolgt sei. In dieser Ungeduld verharren wir in den Sicht behindernden Waldstücken, die uns kontinuierlich die Aussicht verbergen. Zu empfehlen ist dieser Weg als Sommerwanderung, denn die Beschattung durch den Laubschirm ist hier beinahe lückenlos gegeben. Da der Weg nach Osten führt, werden wir der in der Ferne liegenden und neu verschneiten Alpenkette gewahr, die aus dem Ende der gegenüberliegenden Bergkette hervortritt. Um die Aussicht geniessen zu können, müssen wir uns noch bis ans Kretenende bewegen, von wo sich uns, auf dem Aussichtsspunkt Tablettes (1290 müm), ein einmaliger Höhepunkt eröffnet: Im Nordosten der Säntis / Clariden, im Südwesten das Montblanc – Massiv, dazwischen bleibt nichts verborgen! Die Fernsicht ist beinahe ideal – ein Wolkenband auf ca. 3500 müm liegend, hüllt aber einige Bergspitzen ein. Unter uns liegt der Neuenburgersee, dahinter der Murtensee, westlich gelegen die Ebene von Payerne, dahinter liegen die Freiburger Alpen. Grund zum Verweilen! Bei schönstem Sonnenschein – und recht warmen Temperaturen können wir die Seele baumeln lassen.

Der jetzige Verpflegungsaufenthalt kann nur „schwerem Herzen“ verlassen werden. Nun folgt der Abstieg zum Col de la Tourn. Hier wird der Baumbestand lichter – typische Juraweiden. Nochmals bietet sich uns ein Vue de Point an: Eine Aussichtsterrasse durch ein kleines Waldstück erschlossen – auf einem Felsgrat führend – mit Blick in südöstlicher Richtung. Wau! Danach folgen wir auf grünen Matten dem Weg durch Kuhweiden bis zum Pass (mit dienstags geschlossenen Restaurant). Hier werden wir vom Postauto nach Neuenburg mit Halt direkt beim Bahnhof, hinunter gefahren. Immer noch schönes, warmes „Altweibersommerwetter“, Grund genug, um auf ein Restaurant mit Terrasse Ausschau zu halten. Das chinesische Restaurant gegenüber dem Bahnhof bietet sich an – denn auch Riccardo will seinen Einstand mit Walliser Weisswein begiessen lassen. Danke vielmals!

Wir beschliessen einen wunderbaren Tag mit der Rückfahrt mit dem EC – Zug um 18.00 h ab Neuenburg – immer noch bei Sonnenschein und beenden ihn bei schon dunkler Nacht in Zürich. Die Jahreszeiten lassen grüssen! Fredi: Wiederum für das von uns Erlebte sei dir herzlich gedankt. Alles war wieder grossartig!

Bilder: Werni, Föns, Richard

Karte