Aug 252019
 

Tagesbericht: Hane

1. Tag:     Zermatt –Trift

Vierzehn erwartungsfrohe Wanderer, davon drei Damen, stiegen in Zürich in den Zug nach Visp. Leider hatten sich die Kachelmänner-Jünger nicht geirrt, das Wetter war wirklich suboptimal. Die Fahrt von Zürich über Bern durch den 2007 eröffneten ca. 35 Kilometer langen Lötschbergtunnel dauerte knapp zwei Stunden. Von Visp aus brachte uns die Matterhorn-Gotthardbahn in ca. einer Stunde nach Zermatt.

Wie es Tradition ist stärkten wir uns vor dem Start im nächstgelegenen Restaurant. Danach hiess es Regenkleider montieren und abmarschieren. Einige Meter verliefen noch im Dorf selber, aber schon bald kam die Abzweigung Richtung Trift. Nach ca. einer Stunde und ca. 340 Höhenmeter weiter oben war dann mit dem Edelweiss schon wieder ein Restaurant in Sicht. Dem Wetter angepasst wurden warme Speisen bestellt. Einige entschieden sich für Suppe, während sich andere für ein Fondue entschieden. Die Huus-Kafi zum Abschluss trugen dann dazu bei, dass die Stimmung schon ziemlich angeheitert war.

Erfreulicherweise hatte der Regen aufgehört, der Nebel sich gelichtet und wir hatten daher von der Restaurant-Terasse aus freie Sicht auf das praktisch senkrecht unter uns liegende Zermatt. Die Regenkleider in den Rucksack, nach einer Viertelstunde wieder aus dem Rucksack und bei starkem Regen weitere 370 Höhenmeter obsi. Glücklicherweise wieder nur ca. eine Stunde und wir waren beim Hotel Trift unserer Herberge für zwei Nächte.

Dort wurden wir von Hugo dem Gastgeber freundlich willkommen geheissen und in die Hausordnung eingewiesen.  WiFi-Benutzung  gratis, die Klimaanlage in den Zimmern könne mittels Fernbedienung eingestellt werden und leider gäbe es beim TV nur 20 verschiedene Sender ohne Teleclub und ohne Netflix 🙂

Wir machten es uns in der Gaststube gemütlich und plauderten bis dann um 19h das Nachtessen serviert wurde. Ein Viergänger mit Suppe, Salat, Riz Casimir und Dessert stand auf dem Programm. Das üppige Menu, die Höhe und wahrscheinlich der Wein trugen viel dazu bei, dass bald die notwendige Bettschwere erreicht war. Natürlich hat auch noch mitgespielt, dass um 22h der Strom abgestellt wurde und die Lichter ausgingen.

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Bilder

Karte   1. Tag 

2. Tag:  Trift-Platthorn-Wisshorn-Trift

Wie immer hatten die Einten gut geschlafen und die anderen einfach nur übernachtet. Eine der Damen im Nebenzimmer hatte sich beklagt, dass sie kein Auge zugetan habe, nicht zuletzt weil im Nebenzimmer jemand geschnarcht habe. Anmerkung des Autors: Ich war im Zimmer nebenan und  habe nichts gehört und wunderbar geschlafen 🙂  Da auf der Strecke zum Mettelhorn (3405 MüM) ein grösseres hartes Schneefeld hätte durchquert werden müssen, hat Fredy nach Rücksprache mit Hugo entschieden, dass wir das Platthorn (3344 MüM) und nicht das Mettelhorn ansteuern.

Um ca. 8h war dann bei Prachtswetter und Super-Sicht, mit fast leeren Rucksäcken, Abmarsch Richtung Platthorn. Die Strecke war am Anfang mit roten Fähnchen gut markiert. Allerdings hatten wir schnell festgestellt, dass die Fähnchen für das am Samstag stattfindenden „Langstrecken-Bergrennen Ultraks“ gesteckt waren. Es handelt sich um ein Rennen mit vier unterschiedlichen Strecken und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die schwierigste Strecke ca. 90 Leistungs-Kilometer und 3‘600 Höhenmetern.

Auf einem recht angenehmen Pfad kamen wir gut voran und hatten schon bald beste Sicht auf das Matterhorn. Der Anblick des „Horu“ wie es die Walliser nennen ist für jeden Zermatt-Besucher ein unvergesslicher Höhepunkt. Auf der gegenüber liegenden Talseite südlich vom Matterhorn war das Sommer-Skigebiet „Kleines Matterhorn“ zu sehen, dann der Gornergrat, weiter in der Ferne das Breithorn, Castor & Polux sowie ganz in der Ferne das Monte Rosa Massiv mit der Dufour-Spitze.

Nach ca. zwei Stunden und 800 Höhenmeter weiter oben erreichten wir die Abzweigung Platthorn/Mettelhorn. Dort wurden zuerst einmal in aller Ruhe die Rucksäcke geöffnet und die Verpflegung hervor genommen. Zum Essen reichte es aber nicht, da plötzlich Hektik ausbrach und einer nach dem anderen den 200 Meter höher gelegenen Platthorn-Gipfel anvisierte.

Vom Platthorn aus waren dann neben den oben erwähnten Bergspitzen, auch noch weitere Viertausender wie das Täschhorn, Alalinhorn, Alphubel und der Dom, mit 4545 Meter der höchste Berg der Schweiz, sichtbar. Richtung Norden dominierte das Weisshorn (4506).

Einen Katzensprung entfernt hatten wir das Platthorn mit dem bereits erwähnten Schneefeld im Blickfeld. Nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen hatten stiegen wir die 200 Meter wieder hinunter und konnten endlich in Ruhe das Mittagessen einnehmen. Spontan entschieden wir uns dann auf dem Heimweg noch einen Abstecher auf’s Wisshorn (2936) zu machen.

Gegen 16h waren wir zurück auf der Terrasse im Gasthaus Trift. Dort kam es dann für den Bericht-Schreiber zur Mega-Überraschung.  Annelies hatte zu Hause einen Geburtstagskuchen gebacken, mit auf die Wanderung genommen und dem Geburtstagskind, mit Kerzen dekoriert, überreicht. Herzlichen Dank nochmals. Selbstverständlich kam die gesamte Gruppe in den Genuss eines Schoggikuchen-Stücks.

Fredy hat plötzlich erwähnt, dass mit Güx ein weiterer Jubilar anwesend sei. Er hatte an diesem Tag seine hundertste Wanderung im Rahmen des „Quer dur d’Schwyz-Programms“ absolviert. Güx ist noch immer in Topverfassung, er trainiert auch regelmässig, jedenfalls wurde er am Montag zwischen Rifferswil und Kappel auf den Rollskis beobachtet

Das Abendessen mit Suppe, Salat, Braten/Teigwaren und Dessert war wieder ausgezeichnet. Bettruhe um 22h infolge kein Strom mehr und daher kein Licht.

 

Bilder

Karte   2. Tag

3. Tag:  Trift-Zermatt

Nacht wie gehabt, auf dem Gang war ein ständiges „Kommen und Gehen“.  Um 7h stand das Morgenessen auf dem Programm und um 8h war Abmarsch. Zum Abschied hat uns Hugo vor dem Haus noch ein Alphornsolo vorgetragen.

Zermatt liegt 700 Höhenmeter tiefer als das Gasthaus Trift. Wir konnten also davon ausgehen, dass es nur noch bergab geht. Aber … wir kennen unseren Tourenleiter nun schon gut fünf Jahre und wissen daher, dass er immer wieder einen Umweg kennt. Auf der Route Höhbalmen waren dann tatsächlich zuerst wieder 400 Höhenmeter obsi angesagt. Das Wetter war immer noch perfekt und so war der Umweg ein Vergnügen, insbesondere auch weil wir vor uns ständig das Matterhorn sowie einige allerdings stark eingegangene Gletscher wie „Gabelhorn“, „Trift“ und „Hohlicht“ im Blickfeld hatten. Ein imposanter Wasserfall zog dann nochmals sein Augenmerk auf sich und kurz darauf kam das Restaurant Stafelalp in Sicht.

Nach dem Mittagessen hatten wir noch immer ca. 4 km Wegstrecke und 600 Höhenmeter abwärts vor uns. Wir kamen am Zmutt-Stausee vorbei, von welchem aus das Wasser mit riesigen Pumpen auf 2‘400 m in den Lac de Dix (Grande Dixence) heraufgepumpt wird. Dann gings’s vorbei am  idyllischen Dörfchen Zmutt und last but not least musste noch Zermatt durchquert werden.  

Die Heimfahrt unterschied sich nicht gross von der Hinfahrt ausser, dass wir in die Gegenrichtung fuhren 🙂

Die drei Tage waren ein Super-Erlebnis und in jeder Beziehung ein Vollerfolg, danke Fredy.  

Bilder

Karte   3. Tag

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