Dienstag 7. August Flumserberge

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Aug 062019
 

Wanderung ab Prodalp über Prodkamm – Ziger – Güslen – Seeben – Tannenbodenalp

Bericht: Geri

Im wahrsten Sinn des Wortes geht es am Morgen im Schnellzugstempo Richtung St. Galler Oberland. Der Intercity bringt unsere gut gelaunte Wandergruppe mit 3 Damen und 13 Männern sowie zwei zwirbligen Enkeln und der Hündin von Lüscher’s Hans nach Sargans, wo das Postauto auf uns wartet. Aber „ohä Lätz“, beim Umsteigen merkt einer von uns, dass sein Handy gerade  alleine die Weiterfahrt nach Chur angetreten hat. Wie muss sich der arme Peter wohl hin- und hergerissen gefühlt haben, als sich für ihn spontan die Frage stellt, ob er sich nun für seine Wanderkollegen oder für sein geliebtes Handy entscheiden soll! Schliesslich siegt die Liebe: Die Beiden fanden sich später wieder! Unsere Gruppe jedoch reist – um eine Person reduziert – via Flums nach Flumserberg, Tannenheim und von dort mit der Gondelbahn hinauf zur mit Wolken verhangenen Prodalp.

Nach dem obligaten Kafi mit Gipfeli im Bergrestaurant (mit Wettbewerb „Wer darf das bezahlen?“) nehmen wir den Anstieg unter die Füsse. Trotz schweren Regenwolken gelangen wir trockenen Fusses auf den Prodkamm und dann zur Maschgenlücke. Erst kurz vor unserer Ankunft auf dem Maschgenkamm öffnet Petrus die Schleusen zum ersten Mal. Was bleibt uns da Anderes übrig, als uns in den Schutz des Panoramarestaurants zu begeben. Spontan entscheidet Fredi hier, das Mittagessen etwas vorzuziehen – und spontan sind alle bereit, auf das vorgesehene Picknick in der freien Natur zu verzichten! Nach Speis und Trank (inkl. „flinkem“ Sponsor!) hat draussen der Regen nachgelassen.

Ein kurzweiliger Aufstieg bringt uns zum 2074 Meter hohen Ziger. Auf dem höchsten Punkt unserer heutigen Tour geniessen wir trotz bewölktem Himmel die tolle Aussicht über Hochmoore und kleine Seen. Deren Entstehung hat über Tausende von Jahren gedauert. Sie sind in dieser Form einzigartig auf der Erde. Solche Moore zählen zu den wertvollsten Gebieten und stehen unter dem Schutz des Bundes. Sie bieten natürliche Lebensräume und Heimat für rund einen Viertel aller bedrohten Pflanzenarten der Schweiz.

Ein kurzer Abstieg führt uns zur Zigerfurgglen. Weiter geht es dann auf dem Wanderweg über Cuncels und Chrüzen zum Chli Güslen. Auf einem schmalen und nassen Pfad machen wir dann einen Abstecher hinauf zum Gross Güslen. Dort geniessen wir die einmalige Aussicht auf den Walensee und die dahinter sich auftürmenden Churfirsten. Sogar ein Regenbogen spannt sich über der herrlichen Natur in den Himmel.

Während sich einzelne Sonnenstrahlen und Regentropfen einen Wettstreit um die Wetterdominanz liefern, wagen wir den etwas schwierigen Abstieg auf dem steilen, teils glitschigen Pfad. Unten am idyllischen Seebensee angekommen, bestaunen wir nochmals die eindrückliche Landschaft. Unübersehbar ragt der kantige Sächsmoor aus der imposanten Gebirgskette heraus – und spiegelt sich im See. Da lädt uns die Sonnenterrasse des Berghotels Seebenalp zum letzten Einkehren ein. Und zugleich bietet sich für einen ungeduldigen Kandidaten die Gelegenheit, endlich seinen Einstand zu geben!

Voller Eindrücke und in aufgeräumter Stimmung machen wir uns auf die letzte Wegstrecke. Kurz vor der Ankunft auf der Tannenbodenalp werden wir dann doch noch so richtig begossen. Schliesslich landen wir – anstelle der geplanten Talfahrt mit der Luftseilbahn nach Unterterzen – völlig durchnässt im Postauto nach Flums. Auf der Heimreise im Zug sind wir dann aber alle wieder trocken – und einfach glücklich und zufrieden, diesen abwechslungsreichen Tag erlebt zu haben! Besten Dank, Fredi! 

Karte

Fotos: Werni, Annelies, Geri, Föns, Jörg