Mai 022019
 

Tagesbericht: Max

Zuerst einmal: Da fragt man sich – was kann da nicht stimmen? Warum? Der Wetterdienst auf dem Handy zeigt für den nächsten Tag: Regen bis 10.00 h, nachher soll der Himmel bedeckt sein. Bis jetzt hatten wir, dieses Jahr, alle Panoramawanderungen bei sonnigem Hochdruckwetter erleben dürfen. Fredi hat – bei nassem Wetter im Osten, einfach die Wanderung in den Westen des Landes verlegt, oder umgekehrt! Seine Treffsicherheit war einmalig! Und nun? Da gab es eben nur eine Möglichkeit: Meteo hatte „New Fakes“ verbreitet! 

So trafen sich 16 Wanderfreunde (darunter 3 Frauen) und zwei Hunde beim Bahnhof Zug, von wo uns der Bus nach Menzingen brachte. Bei lockerer Wolkendecke zeigte sich die Sonne gelegentlich.

Wir steuerten – ohne Kaffee, sogleich den Weg zum Gubel als erstes Ziel an. Beim Ausgangspunkt Menzingen holten wir zuerst Anlauf (bei einem kurzen Abstieg), um dann die ca. 100 m höher gelegene Aussichtsterrasse beim Weiler Gubel mit Kirche, Kappelle / Kloster und Restaurant erreichen zu können. Der südlich gelegenen Rigi war noch mit Wolken umgeben – im Westen zeigten sich die Orte Zug und Baar schon im Sonnenschein. Mit diesen Eindrücken versehen, begaben wir uns zum Kaffee ins Restaurant, das sich schon bald als Kinderkochherd – Museum präsentierte. In zahlreichen Vitrinen erspäten wir liebevoll renovierte Kinder – Metallkochmöbel aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts – bestückt mit Pfannen und der Möglichkeit, im „Holzchost“ – Brennraum Feuer zu entfachen. Trotz der vielen Ausstellungsobjekte, hatten wir noch genügend Platz, um uns an zwei Tische zu setzen, und unseren obligaten Kaffee mit Gipfeli bestellen zu können. 

Mit diesem Energieschub bestärkt, fanden wir wieder Tritt im ansteigenden Weg Richtung Brämhöchi, bekannt durch die hier installierten, militärischen Flieger – Raketenabwehranlagen. Sie sind heute grösstenteils abgetragen, das Areal wird aber weiterhin vom Militär genutzt. Bald standen wir vor einem Waldstück, das sich in der Frische der Frühlingsgrün – Farbtöne zeigte. Wunderbar, diese Farbennuancen! Durch das sich nun ausbreitende Blätterdach wird der Wald dunkler – auf dem Waldboden zeigen sich die Heidelbeerstauden – die Bärlauchpflanzen blühen und haben ihren Vegetationszenit schon hinter sich gelassen.

Wir wandern zum Teil längs des Waldrandes mit Blick auf die nördliche Seite Richtung Sihl / Zürichsee, wo der Dunst den Pfannenstiel nur knapp sichtbar werden lässt. Nach dem Aufstieg zum Sätteli (1054 müM) bewegen wir uns auf guten Wegverhältnissen vorwiegend im Waldbereich; auch hier sind, bei Waldlücken, noch kurze Aussichtsbereiche auf beide Seiten des Grates gegeben. Wir nähern uns schon bald dem Gottschalkenberg, wo Fredi uns die Mittagsverpflegung im Restaurant organisiert hat. Leider wird nun der Nebel immer dichter, sodass wir den Abstecher zur nahe gelegenen Aussichtplattform Bellevue, etwas oberhalb der Gastwirtschaft gelegen, verzichten müssen. 

Beim Betreten der Raststätte geniessen wir die beheizten Räumlichkeiten, denn draussen sind die Temperaturen gefühlt auf ca. 5° C gefallen. Bei der reichhaltigen Menuekarte können wir uns auf das Mittagessen freuen. Mit schön angerichteten Speisen werden wir schon bald verwöhnt, umrahmt mit einem einheimischen „Weissen“. Die angeregte Unterhaltung liess uns die Zeit vergessen, sodass uns Fredi zum Aufbruch ermahnen musste, denn es lagen noch ca. 2 bis 3 Wegstunden vor uns.

Der Nebel war noch etwas dichter geworden und die Temperaturen lagen sicher nicht viel über dem Gefrierpunkt. Im Parkplatzbereich des Restaurants bemerkten wir einen Ansatz der Asphaltbelagsvereisung und wir waren froh, dass wir auf dem griffigen Waldwegboden sicheren Tritts unseren Weg Richtung Chlausenchappeli fortsetzen konnten. In einer Waldlichtung mit Teich, der am verganden ist, zeigt sich der Biotopeffekt, bei dem die Natur ihre ungestörte Dominanz übernommen hat. Der weitere Weg führt Richtung Höhenronen / Wildspitz (1204 müM), immer etwas auf- und abwärts. Der Kretenweg zeigte auf der nördlichen Seite meist ein abschüssiges Gelände.

Ina – die junge Hündin von Hans hat dies nicht beeindruckt und sie fand irgendwo einen „Rehrücken“ – ein Knochenskelett, an dem sie genussvoll herum knackte – nicht zur Freude von Hans. Er nahm Ina an die Leine und warf den „Rehrücken“ weit in den Abhang hinunter. Nach einer grösseren Wegstrecke lies er Ina wieder frei, diese machte rechtsumkehrt und spurtete sofort zurück – und fand ihr „bestes Stück“ sogleich wieder! Ja, die Quintessenz: Wenn sie vom Herrchen nicht gefüttert wird, so muss sie eben ihr Fressen selbst besorgen – denn die Energie, die sie braucht mit ihrer dauernden Bewegung im Laufschritt, muss ja auch ersetzt werden 🙂 

 

 

Auf der Anhöhe des Wildspitz genehmigen wir uns eine Rast – im Norden die Bächau am Zürichsee mit den sichtbaren Inseln Ufenau und Lützelau und unterhalb des abschüssigen Geländes, etwas östlich gelegen, sehen wir Schindelegi. Dann beginnt der Abstieg nach Biberbrugg – eine kleine Herausforderung! Die vergangene, kurze Regenperiode hat an den Wegen Spuren hinterlassen. Das Terrain zeigt sich auf den nächsten 500 Metern rutschig – nass – steil, mit tiefen Furchen. Alle suchen ihr Gleichgewicht aufrecht zu halten, aber auch alle Probleme enden irgendwann! In der Überwindung der Herausforderungen liegt die Genugtuung.

Der Rest des Weges ist „Normalkost“ – nur am Schluss des Abstieges wurden wir vor einem Wegweiser nochmals auf die Probe gestellt: Beide Zeitangaben bis zum Ziel Biberbrugg wurden mit 25 Minuten angegeben. Fredi gab uns den notwendigen Hinweis zur Entscheidungsfindung: Links heisst direkt zum Bahnhof – geradeaus führt der Weg an einem Restaurant vorbei. Wir konnten uns glücklicherweise zu einem Entschluss durchringen und einigten uns.

 

 

Der Abschlusstrunk in der Gaststätte wurde etwas kurz gehalten, da sich eine baldige Zugsverbindung mit Anschluss in Wädenswil anbot. Auf dem Bahnhof Biberbrugg zeigte es sich, dass der vorgesehene Zug erst mit Verspätung einfahren würde und technische Probleme im Bahnbetrieb vorherrschten. Trotz Feierabendverkehr mussten wir in Wädenswil eine Weile auf die verpasste Weiterfahrt warten. Rückblickend können wir uns an der wiederum gelungenen Wanderung ohne Regen freuen, auch wenn die Panoramaaussicht uns zumeist verdeckt blieb. 

Bei der terminlichen Wahl blieb Fredi auch dieses Mal im Grünbereich, denn wettereinflussmässig ist die ganze Woche sehr labil und regnerisch. Gerne danken wir dir auch für den heutigen, hervorragend geplanten Ausflug herzlich, der uns wieder viele schöne Erinnerungen zurückgelassen hat. 

 

 

 

 

 

Fotos: Werni, Annelies 

 

Karte

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