Mittwoch 10. April Biel-Taubenlochschlucht-Magglingen-Twann

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Apr 102019
 

Tagesbericht: Geri

In den Geleise-Katakomben des Zürcher Hauptbahnhofes sind, wie um diese Zeit ja üblich,  grosse Menschenmengen unterwegs: Der grössere Teil auf dem Weg zur Arbeit, der andere irgendwohin! Trotz diesem Gedränge finden sich schliesslich alle angemeldeten Wanderlustigen der Gruppe Gut im Intercity Richtung Welschland – so meinen wir! Aber Fredi verkündet, dass nur 17 Personen mitgekommen seien. Schliesslich kann unser Wanderleiter das verlorene Schäfchen per Handy orten und es zum Nachreisen bewegen. So verpasst der Verspätete allerdings so manchen spontanen Spott während der rasanten Zugfahrt auf der „Bahn-2000-Strecke“ nach Biel.

Nach dem Kaffeehalt in einer Cafeteria beim Bahnhof bringt uns ein Bus der Bieler Verkehrsbetriebe zum eigentlichen Startpunkt unserer Wanderung in Biel-Bözingen. Nach wenigen Metern schon befinden wir uns in einer wildromantischen Naturlandschaft. Der ansteigende Fussweg durch die Taubenlochschlucht wurde 1889, initiiert durch den SAC, erbaut. Die Schlucht ist eine vom Fluss Schüss (französisch: La Suze) geformte Klus. Da und dort fallen Gesteinsschichten auf, die an gefalteten Stoff erinnern. Tatsächlich umfasst das Taubenloch über 200 Meter dicke Kalkablagerungen, die sich vor 160 Millionen Jahren im Jurameer abgelagert hatten. Viel später wurden sie unter grossem Druck aufgerichtet, gefaltet und von der Schüss durchschnitten. Das Regenwasser löst mancherorts den Kalk auf und es bildet sich dann Tuffstein.

Auf der zweiten Hälfte des Schlucht-Weges spannen sich plötzlich die gewaltigen Bauten der Nationalstrasse A16 über uns auf. Aber auch die alte „Tubelochbrügg“, eine einbogige Steinbrücke, die Mitte des 19. Jahrhunderts als Kernstück der damaligen neuen Strasse von Biel nach Sonceboz erbaut wurde, guckt majestätisch auf uns herab. Nachher gelangen wir bald an Frinvillier vorbei in offeneres, leicht bewaldetes Gelände. Am Sportplatz des FC Evillard vorbei geht es – immer noch ansteigend – in Richtung Magglingen. Endlich erblicken wir die ersten Anlagen und Bauten der Eidgenössischen Hochschule für Sport. Aber unser Sport heisst heute „Wandern“! Bevor wir uns auf den Weg Richtung „End der Welt“ aufmachen können, taucht dann plötzlich unser Soloreisender auf. Bei einem kurzen Begrüssungsritual stellt unser Wanderleiter fest, dass wir nun mit 2 Frauen und 16 Männern komplett sind. Den kurzen Endspurt in die Bergwirtschaft „Hohmatt“ schaffen wir im nu und schon bald geniessen 18 zufriedene und aufgestellte Wandersleute das vorzügliche Mittagessen.

Frisch gestärkt und glücklich ob des anhaltend angenehmen Wetters, nehmen wir die letzten Höhenmeter unter die Füsse. Bald schon geht es dann talwärts und schon tut sich der herrliche Blick auf den Bielersee mit der St. Petersinsel auf. Allerdings wird der Abstieg dann steiler – und in den Rebbergen noch steiler, was doch dazu führt, dass sich der oder die Eine oder Andere nicht mehr ganz so locker in den Hüften und Beinen bewegt. Aber was solls! Denn schon bald kommen wir in Twann an und freuen uns auf ein gutes Glas – aber zu früh gefreut! So geniessen wir halt den guten Kaffee und feine Süssigkeiten in einer Konditorei, bevor wir uns auf den Bahnhof begeben. Auf der Heimreise von Twann via Biel bis nach Zürich schaue ich in zufriedene Gesichter, die mir sagen: Danke Fredi, wiederum ein super-toller Tag!

Fotos: Werni, Föns, Jörg   

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