Apr 052018
 

Tagesbericht Hane

Bei endlich frühlingshaften Temperaturen konnten wir die fünfte Etappe des diesjährigen Wanderjahres in Angriff nehmen. Die Gruppe die in Zürich den Zug nach Bern bestieg, bestand aus 13 Wanderer und zwei Wanderinnen sowie dem Vierbeiner Dascha.  

In Bern konnten wir wieder einmal  erfahren was mit dem Begriff Herdentrieb gemeint ist. Unser Zug von Zürich kam auf dem Gleis 5 an und der Anschlusszug nach Thun fuhr auf dem Gleis 6 ab, also auf demselben Perron. Der Normalbürger würde jetzt einfach das Peron durchqueren und in den anderen Zug einsteigen, unerfahrene SBB-Benutzer aber laufen irgendeiner unbekannten Person nach, nehmen die Rolltreppe und fahren zur Verbindungs-Galerie hoch und suchen dann oben wieder einen Abgang zum selben Perron.  

Ja mit der ÖV standen wir auch in der Vergangenheit immer wieder auf Kriegsfuss. Wir haben Oberhofen aber trotzdem Zeitgerecht erreicht und konnten dort unmittelbar bei der Bushaltestelle den obligaten Frühstücks-Kaffe geniessen. Dann ging‘s endlich an’s Wandern, zuerst entlang des Sees durch den schönen Schloss-Park, dann aber bei der Abzweigung nach Norden wurde es steil, es waren etwa 150 Höhenmeter auf einer Treppe zu überwinden.

Der angenehme Weg führte immer auf etwa derselben Höhe, grossenteils im Wald, Richtung Sigriswil. Einige der Wandergruppe erinnerten sich dann, dass sie ein Teilstück dieses Weges im letzten Herbst anlässlich der Tour Heiligenschwendi-Oberhofen bereits absolviert hatten. Max hat damals geschrieben: Ein wichtiges Ziel unserer Wanderung war das Passieren der Hängebrücke. Sie verbindet die Gemeinden Aeschlen mit Sigriswil und liegt am Panoramaweg auf der nördlichen Seite des Thunersees. Das 5 Mio. Franken teure Objekt wurde 2012 eingeweiht. Total fünf Brücken mit unterschiedlichen Längen sind auf diesem Wanderweg schon entstanden, was jetzt als touristische Attraktion vermarktet wird. Die Sigriswiler Hängebrücke misst 340 m Länge und überquert die Gumischlucht; höchste Stelle = 182 m über dem Bachbett.

Auf der anderen Brückenseite erwartete uns ein „Brückenranger“ (Bohrlochbetreuer als Berufsgattung gefällt mir allerdings besser). Der „Brückenranger“ war eigentlich Kassier (acht Franken pro Person) aber auch Ornithologe und Deltasegler. Er hat nicht etwa von der Brücke, sondern von den Vögeln geschwärmt die wir bisher verpasst hatten. Er hat genauestens erläutert wie man einen Mäusebussard von einem Steinadler oder einen Bartgeier von einem Grauschleier unterscheiden kann.

Nach dem Vortrag kam dann aber die grosse Überraschung, das Apéro-Buffet das wir während des Vortrages von weitem gesehen hatten war tatsächlich für uns bestimmt. Geri unser „Hamburger-Wanderkollege“ hatte seine Beziehungen spielen lassen und ein befreundetes einheimisches Ehepaar gebeten uns auf seine Rechnung etwas aus der Region zu präsentieren. Besten Dank Geri.

Zum „Kafi Mele in Merligen“ war es dann etwa ein Stunde. Das Restaurant war etwas eng, das Essen gut und einiges preiswerter als das gegenüberliegende Hotel Beatus, das Fredi zuerst irrtümlich kontaktiert hatte. Am Nachmittag waren es dann nochmals gut zwei Stunden bis zu den Beatushöhlen. Ohne Besichtigung der bekannten Höhlen machten wir uns von dort via Bus und Zug zurück in heimische Gefilde. Einmal mehr eine schöne Tour in einem Gebiet das man sonst beim Fahren in’s Berner Oberland immer von der anderen Seeseite aus bewundert.     

Karte (klick)

 

Fotos Werni

 

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