Jan 232018
 

Erste Wanderung im 2018: Bericht Max Müller

Im Unterschied zum letzten Jahr konnten wir bei fast frühlingshaften Temperature und idealen Wetterbedingungen unsere erste Wanderung über der Goldküste (Zürichseegebiet: Küsnacht – Meilen) mit einer Gruppe von 12 Personen (1 Frau und 11 Männer, wovon 2 neue) und 2 Hunden,den Wandersaisonbeginn geniessen. Alle erschienen in erwartungsvoller Haltung; wir bestiegen den Zug ab HB Zürich um 8.30 h. Die Fahrt war kurz, so kurz, dass in Küsnacht einige Teilnehmer beinahe sitzengeblieben wären und den Ausstieg verschlafen haben! Zu Beginn führte uns Fredi im Dorfkern ins nächste Café, wo alle zu ihrem anregenden Getränk kamen. Dann ging es bergan: Im Küsnachter Tobel wurden Erinnerungen wach, denn die Schulerreise in der Unterstufe führte mancher Teilnehmer durch diese Gegend, die schon noch etwas vertraut war. Durch die starken Regenfälle der letzten Tage angeregt, wurde der Bach zum rauschenden Wasserlauf. Der leicht ansteigende, gut ausgebaute Wanderweg führte uns an interessanten Felsformationen vorbei; ein Riesenbrocken (Alexanderstein) wurde durch den Linthgletschen hier deponiert, der beinahe den ganzen Taleinschnitt versperrte. Im oberen Lauf wurden wir auf unsere Fitness hin getestet: Der Sturm Burglind hatte die umgestürzten Bäume vor uns aufgeschichtet, sodass ein Durchkommen einem „vita parcour“ gleichkam. (von einer leichten Einstiegswanderung keine Spur!) Die Waldarbeiter haben wohl noch eine Weile damit zu tun, den benutzerfreundlichen Ansprüchen der Wanderer gerecht werden zu können. Hier zeigt sich die Wucht der Naturgewalten, die die Bäume zu Zundhölzern werden lassen: abgedrehte, abgeknickte und entwurzelte Stämme ragen in alle Richtungen – auch ein Problem für den erfahrenen Waldarbeiter!  

Das Durchkommen ist uns trotzdem geglückt – wir verliessen das Tobel auf dem Küsnachter Berg. Rechter Hand unter uns sehen wir den Weiler Limberg. Wir nehmen den Weg Richtung Forch, der uns durch Felder und an Waldrändern vorbei führt. An einer Weggabelung verlässt uns Franz, der uns bis dahin begleitet hat. Seine Achillessehne lässt noch keine „grösseren Sprünge“ zu. Wir wünschen ihm alles Gute. Auf einer Weide treffen wir eine Herde Langhaarschafe an, sie stammen aus der Lüneburger Heide, wie uns die zufällig anwesende Besitzerin mitteilt. Ein besonderes Merkmal der Schafe sind die seitlich nach unter geschwungenen Hörner. Hans junger Hund sieht in den Schafen eine Aufgabe des Treibens. Mit seiner ganzen Autorität will Hans Kyra zur Umkehr bewegen, die mit eingezogenem Schwanz jetzt weiss, dass sie wohl nicht richtig gehandelt hat. 

Den ersten kurzen Stundenhalt geniessen wir im Gebiet „Chüelenmorgen“, ca. 1 Stunde vor dem Mittagessen. Dann gehts weiter Richtung höchstem Punkt des Pfannenstiels. Auch da treffen wir Waldarbeiter an, die mit Maschinen unseren Weg versperren. Freundlich lassen sie uns aber den Vortritt: sie unterbrechen ihre Arbeit und lassen uns neben den Geräten vorbeiziehen. schon bald erreichen wir den Aussichtsturm, der einmal der Bachtelturm war. Er stammt aus dem Jahr 1892 und wurde von einer Firma in Näfels erstellt, aber 1979 abgebrochen und eingelagert. Nun steht er seit 1993 wieder, eben auf dem Pfannenstiel. mit dem obersten Podest überragt er alle Baumhöhen und würde einen herrlichen Ausblick auf den Alpenraum ermöglichen, ja wenn das Wetter will. Zu diesem Zeitpunkt sind aber alle Berggipfel nebelumhangen und es lassen sich nur ein Teil der Wanderfreunde auf das Besteigen der Aussichtsplattform ein. Damit haben wir ein Ziel erreicht, wir befinden uns beim Restaurant Hochwacht. Ein kleiner Abstieg zum vorderen Pfannenstiel: hier finden schön gedecke Tische für unsere Wandergruppe. Das Restaurant ist gut besucht; trotzdem wurden wir schnell bedient mit einem feinen Zmittag.

Gut gestärkt verlassen wir den Gasthof, der Höhenweg (Waldrand) verläuft parallel zum Seeufer. Herrliche Aussicht über den ganzen See, hoch über Meilen. Erste Sonnenstrahlen lassen auf einen schönen Abstieg hoffen. Westlich von Meilen zweigen wir links ab Richtung See. Weitere Wege sind gesperrt, da auch hier Sturmschäden zu vermuten sind. Daher müssen wir Feldwege benutzen, die an Bauernhöfen vorbei führen. Auf dem Gemeindegebiet Meilen finden wir den Weiler „Burg“. Im 12. Jahrhundert herrschten hier die Regensberger. Die Burg ist heute verfallen, dafür wurden in der unmittelbaren Umgebung Riegelbauten erstellt, die heute alle stilgerecht renoviert wurden. Es hat sich somit gelohnt, einen Umweg einzuschlagen, denn sonst wären wir hier nicht vorbei gekommen. Am Schluss der Wanderung steigen wir wiederum durch ein Tobel nach Meilen hinunter;ein Duft erreicht uns,wie wenn wir uns in einer Backstube befinden würden. Das Talende liegt in der Nähe von MIDOR (Migros – Grossbäckerei), direkt beim Bahnhof Meilen gelegen. Hier finden wir noch Aufnahme im Bahnhofrestaurant, damit wir nicht mit durstigen Kehlen den Zug heimwärts besteigen müssen.

Fredi: Herzlicher Dank für dein Engagement auch in diesem Jahr. Es war ein Erlebnis vor den Toren Zürichs mit Erinnerungen an frühere Zeiten, Es folgt ja gleich die Fortsetzung mit dem Jahrestreff in Hedingen und der Ankündigung deiner weiteren Pläne zum Wanderprogramm 2018. 

Fotos Werni 

Karte – Küsnachter Tobel

 Posted by at 8:33 am  Tagged with:

Sorry, the comment form is closed at this time.