Okt 192017
 

Wanderung vom 17. Oktober 2017, Bericht: Roman Bieri

Superlative sind heute an diesem prächtigen  Herbstwandertag angesagt: Grosse Höhendifferenzen (1066 m aufwärts und 829 m abwärts), eine Wanderzeit von sechseinhalb Stunden, das Durchwandern der legenderen “Gorges de l’Areuse“ und das Erkunden des spektakulären Felszirkels “Creux du Van“ und zu guter Letzt  strahlendes Wetter mit einer Farbenpracht der Wälder und Rebberge höchster Güte. Die Erwartungshaltung ist demzufolge hoch. Ob sich wohl alles erfüllt?

Kaum auf dem Perron angekommen, wurden schon Probleme im Schienenverkehr gemeldet. Die Konsequenz war eine grössere Verspätung und für uns hiess es dann, eine Stunde später ab HB Richtung Neuenburg loszufahren. Ein positiver Aspekt war diesem Schicksal abzugewinnen, kamen wir dann doch zu unserem beliebten, morgendlichen Kaffee, das sonst nicht vorgesehen war.

Nun lief alles programmgemäss ab. In Boudry angekommen, stiess Max zu uns uns so war das Dutzend der Wanderfreudigen voll. Ein kluger Rat an Max: Ein Handy wäre ein probates Mittel!

Ein erster Blick in die Berge und auf den Neuenburgersee war ein herrliches Motiv für eine Postkarte.

Die Wanderung konnte beginnen: Man spürte es förmlich, wir waren zeitlich in Verzug und deshalb ging’s ohne grosse Worte gleich los und zwar in zügigem Tempo. Unserem – wie immer gut vorbereiteten Reiseleiter Fredi – war es ein Anliegen, dieses Vorhaben auch zeitlich noch gut in den Griff zu bekommen und die Verspätung etwas aufholen.

Schon bald stiegen wir in die Areuse-Schlucht ein. Der Fluss sucht sich tief unten seinen Weg, gräbt sich immer tiefer und höhlt die Felsen aus. Es ist wie im Dschungel, alles ist überwachsen. Ja sogar etwas Mystisches ist zu spüren. 

Wir verliessen alsbald die rechte Seite des Flusses, hielten Fortsetzung auf einer geteerten Strasse bis zum Champ-du-Moulin und machten dann unseren wohlverdienten ersten Halt.  Nun hiess es aber die Wanderstöcke hervorzunehmen, denn eine grössere Steigung bis zum Punkt  “La Grand Vy“ auf 1381 m. ü. M stand bevor. Wir kamen zügig voran und am Ziel in der Beiz “La grand Vy“ richtete unser Leiter –  was nicht  selbstverständlich ist – ein Kompliment an alle. Er war sehr zufrieden mit unserer Leistung.  Das war Grund genug, in dieser währschaften Gartenbeiz darauf anzustossen und es uns gut gehen zu lassen.

Bloss waren wir aufgestanden, hatten wir schon bald den Felsenkessel vom Creux du Van vor uns und ein wunderschön gelegenes und auch ein atemberaubendes Panorama präsentierte sich. Die gerundete Felswand fällt mit 160 Meter tief runter und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Wahrlich ein Highlight der Jurakette!

Der Weg, der den Kessel umrundet, führt an einer losen Steinmauer entlang. Zum Teil fehlt nur wenig bis zum Abgrund. Nicht ganz ungefährlich, finden wir!

Grandiose Blicke in den Jura, auf den Neuenburgersee und auf die Alpenkette begleiten diesen Abschnitt.

Schon bald ging es dann relativ steil runter ins Val de Travers nach Noiraigue. Das raschelnde Laub und die farbigen Bäume, wahrlich ein herbstlicher Zauber!

Zufrieden, ja beseelt von den vielen fantastischen Eindrücken und Erfahrungen und stolz auf die Leistung, die wir vollbracht hatten, stiessen wir  in der Auberge de Noiraigue zum Schlusstrunk an. Der Wandertag der Superlative hielt tatsächlich was er versprach.                                                     

 

Fotos Föns 

Karte

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