Sep 012017
 

Rumeling (Leuk) – Darnona (Sierre) – Tourbericht Hane 

Der Tag fing turbulent an, setzte sich in jeder Beziehung abwechslungsreich fort und hörte etwa 17 Stunden später mit Humor und Spass auf. Der Reihe nach: Die SBB-Strecke zwischen Birmensdorf und Urdorf war wegen Wartungsarbeiten geschlossen. In Birmensdorf waren es dann  zwölf Wanderer/Wanderinnen die dadurch den Bus nach Schlieren besteigen mussten und von dort mit der SBB den HB Zürich anpeilen konnten. In Zürich gesellte sich Karl dazu der via Handy betreffend Verspätung benachrichtigt werden konnte.

Der geplante Zug war natürlich weg, und so kamen wir mit einer halben Stunde Verspätung in Bern an. In Bern hatten wir keinen direkten Anschluss und mussten darum eine halbe Stunde herumtrödeln. Statt um 9h waren wir daher erst um 10h in Visp. Dort bildeten sich zwei Gruppen, die „Hektischen“ und die „Besonnen“, die versuchten den Anschlusszug nach Leuk zu erreichen. Die „Hektischen“ haben es geschafft, die „Besonnen“ standen vor verschlossenen Zugs-Türen. Sofort kam ein Anruf via Handy mit der Frage: „Warum habt Ihr Webstübler den Zug verpasst“? Zwei Minuten später haben wir unsererseits angerufen um die weitere Planung zu  besprechen. Der Kollege am anderen Ende hat dann kleinlaut erwähnt, dass sie bereits in Leuk wären resp. ohne Halt vorbei gefahren seien. Die Frage wer nun die Webstübler waren erübrigt sich damit. 

Beide Gruppen erwischten innerhalb von wenigen Minuten einen Zug der in Leuk hielt. Irgendwo stiessen auch noch Werni und Jörg dazu und so war die ganze Gesellschaft im Postauto mit Ziel Leukerbad versammelt. Bei der Haltestelle „Rumeling“ verliessen wir den Bus und da trafen wir auch noch auf Max der von unserer Verspätung nichts mitbekommen hatte und daher alleine ins Wallis gereist war (sein Handy hatte er zu Hause vergessen).   

Auf dem Programm stand eine Flachetappe hoch über dem Rhonetal.  Nach einem kurzen, moderaten Aufstieg konnten wir die Asphaltstrasse verlassen und auf einem schönen Weg unsere Wanderung Richtung Sierre unter die Füsse nehmen. Die Strecke führte einer ausgetrockneten „Suone“ entlang und war eigentlich nicht zu verfehlen. Wir haben es aber trotzdem geschafft und wieder bildeten sich zwei Gruppen, wobei dieses Mal beide Parteien  in die falsche Richtung unterwegs waren. Nach kurzer Zeit hatten wir uns aber wieder gefunden und konnten die Tour auf der geplanten Route fortsetzen.

Ein kurzer Abstieg und wir trafen auf eine weitere „Suone“ die Richtung Sierre floss und sogar Wasser führte. Jetzt kam die nächste Herausforderung, wir mussten um 15:26h das Bähnchen von Darnona nach Sierre erwischen, sonst würde in Sierre ein längerer Aufenthalt anstehen.  Mit etwas grösseren Schritten haben wir es geschafft und in Sierre hatte das Postauto erfreulicherweise etwas Verspätung und so waren wir das erste Mal an diesem Tag im Plan.

Die Strasse durchs „Val Anniviers“ war dann nichts für zarte Nerven, eine ziemliche enge, kurvige Strecke mit senkrecht abfallenden Felswänden. Nach einer guten halben Stunde sind wir aber wohlbehalten in Chandolin angekommen und konnten endlich ein Restaurant ansteuern um etwas gegen die Hitze zu unternehmen. Der Tag war aber natürlich noch nicht gelaufen. Zur Unterkunft war nochmals ein halbstündiger Fussmarsch mit gegen zweihundert Höhenmetern zu absolvieren.      

Mit der „Cabane Illerhorn“ hat Fredi wieder einmal eine perfekte Unterkunft ausgesucht. Die Hütten-Chefin, eine nette junge Französin bediente uns sofort mit Wasser und natürlich mit Walliser Weiswein. Die Wurst die offensichtlich zum Weisswein gehörte hat auch geschmeckt.  Auf der Terrasse warteten wir dann auf die zwei Kollegen, die sich für eine leichtere Tour entschieden hatten. Sie kamen dann nach ca. einer guten Stunde und erzählten etwas von im Kreis herumlaufen und von  schlechter Beschilderung, kein Wort von schlechten Kartenlesern.

 

Zimmerbezug in Sechserschlägen (dreistöckige Betten), Duschen und dann Nachtessen. Die Pesto-Teigwaren mit Salat als Vorspeise und einem  Dessert waren ausgezeichnet. Der Absinth nach dem Essen hat extrem nach Anis geschmeckt, also nicht jedermanns Sache, die Profis haben aber gemeint, dass müsse so sein. Wir haben natürlich wieder ausgiebig gelacht einerseits über die Webstübler die in den falschen Zug gestiegen, andererseits über die Pajasse die im Kreis herumgelaufen sind und schlussendlich noch behauptet haben, dass Pferde schwimmen können.

 

Karte Rumeling – Darnona (klick)

Fotos Föns, Werni, Hane 

Illgraben – Illhorn – St Luc

Ab ca. 7 Uhr war es vorbei mit der Ruhe.  Erstaunlicherweise war kein Gemotze wegen Schnachern oder anderen Nachtruhestörungen, auch die Temperatur während der Nacht war auf dieser Höhe (2000 MüM) richtig angenehm.  Die Hüttenwartin sorgte für ein gutes, ausgiebiges Frühstück und so konnten wir kurz nach Acht zur zweiten Etappe aufbrechen.

 

Wie es bei diesem Zweitages-Ausflug Tradition war teilte sich die Wander-Gesellschaft in verschiedene Gruppen auf (Max und Florian hatten die Rückreise schon am Vorabend angetreten). Einer versuchte es mit der Direttissima zum Illhorn, Zwei stiegen etwas ab, nutzten dann für eine Teilstrecke die Sesselbahn und die Hauptgruppe nahm den Umweg via Illgraben unter die Füsse. Dieser Umweg hat sich allemal gelohnt die Aussicht in den Illgraben (Grand Canyon des Wallis) war absolut spektakulär. Nachgelesen im Web: Durch Erosionen ist der einstmalige Berg in sich zusammengebrochen und wurde zu einem rötlichen Felsenkessel, der sich bis heute jährlich vergrössert.         

Vom Illgraben aus mussten dann ca. 150 Höhenmeter überwunden werden die auf Hinweistafeln mit „difficile“ bezeichnet waren. Dies war für uns Routiniers natürlich keine grosse Herausforderung, wir schafften auch noch die restlichen 500 Höhenmeter und waren kurz vor Mittag auf dem Illhorn, dem höchsten Punkt der Wanderung. Dort trafen wir auch die Splitter-Gruppen wieder, die sich am Morgen für andere Routen entschieden hatten. Speziell zu erwähnen gilt es „Köbi“ der stolz verkündete, dass er als Erster auf der Bergspitze angekommen sei (Hut ab vor seiner Leistung).

Die Aussicht vom Gipfel aus war schlichtweg sensationell. Auf der nördlichen Seite das Rhonetal von Martigny über Crans-Montana, Leukerbad mit Gemmipass bis zum Furka, im Hintergrund die Berge Richtung Bernbiet und auf der südlichen Seite unter anderen die Viertausender Matterhorn, Dent Blanche, Weisshorn, Zinalrothorn. Das Wetter war ideal und der leichte Wind sorgte für etwas Abkühlung. Nach dem Mittagessen ging’s Bergab, auf Strecken die im Winter vermutlich Skipisten sind, vorbei an Sessel- und Skiliften bis zur Standseilbahn Tignousa. Da gab es vor allem von zwei sonst eher zurückhaltenden Wanderinnen etwas Gemotze, weil die Bahn nicht pünktlich fuhr und es keine Informationen gab.  Irgendwann wurde die Türe dann doch noch geöffnet und wir konnten in die Bahn einsteigen und die Abfahrt nach St Luc geniessen. Ein Ort wo Köbi offensichtlich schon verschiedentlich seine Ferien verbrachte, er führte uns jedenfalls ohne Umwege zum „Hôtel Le Beausite“ und lud zu Speis und Trank ein.

Der Heimweg führte mittels Postauto nach Sierre, von dort mit der Bahn durch den Lötschberg nach Bern,  Zürich und schlussendlich in heimische Gefilde.  Eine Episode bleibt noch: Im Zug von Bern nach Zürich hat J.G. aus B. plötzlich einen Anruf erhalten, da wollte ein potenzieller Kunde noch 20 kg Zwetschgen kaufen. J.G. hatte aber jene  Ausreden von wegen schlechtem Wetter und noch nicht reifen Früchten, dass der Kunde langsam ungeduldig wurde. Als der Kunde fragte ob er bei ihm auch Schlagrahm beziehen könnte hat er nicht gross reagiert, erst als er erwähnte, dass er im selben Bahnwagen sitze und schnell vorbei komme um die Bestellung mündlich aufzugeben, ist ihm ein Licht aufgegangen.  Der Kunde musste in Zürich dann allerdings Polizeischutz anfordern 😀    

Super-Anlass und wie gewohnt perfekt organisiert, Danke Fredi.       

Karte Illgraben – Illhorn – St. Luc (klick)

 

Fotos Föns, Werni, Hane 

 

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