Nov 112016
 

8. November – Balmberg – Weissenstein: (Tagesbericht Max Müller)

Unsere letzte Etappe in diesem Jahr war von einer Ungewissheit begleitet: Kann, trotz einbrechendem Winter, (mit Neuschnee) unsere Jurawanderung vom Balmberg nach Untergrenchenberg wie vorgesehen durchgeführt werden? „Meteo“ hat uns für den Wandertag Schneefall angekündigt, zum zeitlichen Aspekt des Niederschlags bestand jedoch eine Unklarheit. Einige Zweifler hatten sich daher bei Fredi gemeldet – mit seiner Zuversicht (es wird schon gut kommen) hat er uns alle zum Mitkommen bewegt. So haben acht „Unentwegte“ sich zur Bahnfahrt nach Solothurn mit anschliessender Postautoreise nach Balmberg entschlossen. Unser Postautochaffeur hat uns da die alten PTT – Weisungen wieder ins Bewusstsein kommen lassen; auf der Bergstrecke musste er z.T. die Botendienste wahrnehmen, indem er von Solothurn empfangene Postsendungen an den Haltestellen in Ablagefächer verteilte. Auch der Znüni – Kaffee durfte er bei einer Ablage mit Restaurantbetrieb entgegennehmen und an der Endstation Kurhaus Balmberg geniessen.

Hier wurden wir in die Schneelandschaft entlassen. Auch Fredi hat uns eine Kaffeepause in Aussicht gestellt – aber zuerst sollten wir den Aufstieg zum Röti (1395 m.ü.M.) und den anschliessenden Abstieg zum Kurhaus Weissenstein bewältigen. Das war eine wunderbare Idee; trotz dem steilen, verschneiten Anstieg zum Aussichtspunkt haben wir das letzte Zeitfenster vor der sich verschlechternden Wetterlage nutzen können. Die wunderbare Fernsicht auf die ganze Alpenkette mussten wir mit dem Ausstehen der bissigen Kaltfront, die über den Gipfel wehte, erkaufen. Beim anschliessenden Abstieg zum Kurhaus bemerkten wir beim Gehen das leise Knistern unter den Schuhsohlen – der Winter hat mit einer ersten Schicht Pulverschnee gezeigt, dass ab jetzt mit ihm zu rechnen ist.

Im Kaffeesaal des alten Kurhauses durften wir den wohl verdienten Aufwärmer (Café Lutz) mit Nussgipfel entgegennehmen. Mit den ausgesteckten Baugespannstangen um den alten und grossen Hotelkomplex herum wurden wir aufmerksam gemacht, dass hier ein Neubau vorgesehen ist. Schon realisiert ist die Kabinenbahn neben dem Kurhaus, die lange durch denkmalpflegerische Einwände hätte verhindert werden sollen. Die alte, einsitzige, quergestellte Sesselbahn (ohne Förderkapazität) hätte als Unikum weiterbetrieben werden sollen.

Nach der Kaffeepause ging’s weiter Richtung Hinterweissenstein (leicht schneebedeckten Zufahrtsstrasse). Von hier hätten wir eigentlich den Weg über die Hasenmatt einschlagen sollen; die Anhöhe lag aber im Nebel und der einsetzende Schneefall wurde immer intensiver. So bogen wir zum Restaurant Althüsli ab, wo, durch Fredi, unser Mittagsessen vorbestellt wurde. Gerne betraten wir den warmen „Alphüttliraum“, wo uns riesige, aromatisch gewürzte Cordon Bleu serviert wurden. Herzlichen Dank auch dem Spender des Mittagstischs (es war ein Gärtner). Fast wären wir sitzengeblieben, denn es war sehr gemütlich hier – auch um den wärmenden Kachelofen. 

Draussen empfing uns ein Schneesturm, der uns nun min. 90 Minuten begleitete. Wir empfanden ihn nicht unangenehm, denn die ganze Gratwanderung führte uns über verschneite, märchenhafte Wege. „Ansichtskartenbilder“, wie in vergangener Zeiten, haben uns das Schöne der Winterstimmung erleben lassen. Mit dem Abschluss der Wanderung und der sich noch kurz zeigenden Sonne, die den Weg durch die Nebelschwaden fand, erreichten wir das Gasthaus Untergrenchenberg. Hier erwartete uns eine Auswahl vom feinsten Dessertbuffet. Für Hans natürlich eine „heisse Liebe“, die auch andere Wanderteilnehmer zur Bestellung „ermunterte“. 

Leider werden die Tage (jetzt im November) immer kürzer – vor der einbrechenden Nacht hat uns ein Taxidienst zum Bahnhof Grenchen gefahren, der uns durch die kurvenreiche Waldstrasse sicher in die Niederungen transportierte. Ein wunderbarer Wandertag und ein wunderbares Wanderjahr hat damit ein Ende gefunden. Dass das möglich wurde, verdanken wir unserem Fredi, der mit grossem, umsichtigen Einsatz immer alles bis ins Letzte ausklügelt und uns an seinen Werken teilhaben lässt. Ganz herzlichen Dank. Wir dürfen auch auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr hoffen, denn er hat schon einige Höhenwanderungen in Erwägung gezogen!                           

Karte: Balmberg – Weissenstein 

Fotos Föns

Sorry für die verzögerte Aktualisierung und herzliche Grüsse aus dem sonnigen, warmen, strahlend blauen Teneriffa. Hane

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