Okt 202016
 

18. Oktober – Kanton Neuenburg: (Tagesbericht Hane)

Für die zweitägige Tour in den Jura hatten sich vier Frauen (neuer Rekord) und zehn Männer angemeldet. Dass vier Frauen dabei waren, war allerdings äusserst problematisch, musste man doch nach den Enthüllungen um Donald Trump und dem „Aufschrei“ in der Schweiz, jedes Wort auf die Goldwaage legen. Durfte man eine Wander-Kollegin überhaupt mit der Bemerkung, Du hast wunderschön geputzte Schuhe begrüssen oder war dies bereits sexistisch?

Spass bei Seite, die SBB und das Postauto brachten uns in weniger als drei Stunden nach Les Planchettes (1063 MüM), dem Ausgangspunkt des ersten Tages. Von dort führte ein relativ flacher Flurweg zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen ersten Blick auf den „Doubs“ resp. den Lac de Moron geniessen konnte. Dass wir dabei das Restaurant „Roche-de-Moron“ links liegen liessen war wirklich eine Schande, werden in diesem Lokal doch 13 verschiedene Fonduearten angeboten. Ca. eine Stunde spazierten wir auf einem Waldweg, immer in etwa auf der selben Höhe. Dreihundert Meter unter uns konnten wir den „Doubs“, der die Grenze zu Frankreich bildet, bewundern.

wasserfallDann ein kurzer steiler Abstieg hinunter zum Ufer des Flusses und zu einem spektakulären Wasserfall. Spektakulär war dann nur, dass der Wasserfall kein Wasserfall war, weil kein Wasser fiel. Einige hundert Meter später trafen wir auf eine Brücke die die Schweiz mit Frankreich verbindet und auf beiden Grenzseiten mit Restaurants besiedelt war.

 

Abgehärtet wie wir sind haben wir die Wirtschaften natürlich ausgelassen und sind knallhart weiter marschiert bis wir zu einer idyllischen nicht bedienten Gartenbeiz kamen, wo wir unser wohlverdientes Mittagessen verzehren konnten. Nachsatz: Die Wirtschaften bei der Grenze waren leider geschlossen und die nicht bediente Gartenbeiz war irgend ein privater Garten mit Bänken.   

Die restlichen zwei, drei Kilometer bis nach Le Locle war dann noch ein kurzer Fussmarsch. Anschliessend mit dem Postauto nach Chaux de Fonds und eine halbstündige, abwechslungsreiche Fahrt mit der Jurabahn nach Saignelégier. Dort nochmals zehn Minuten zu Fuss nämlich zum „Centre de Loisirs“resp. Hotel „Cristal“.  Das Freizeitzentrum umfasst neben einem Hallenbad, einer Turnhalle, einem SPA-Bereich auch noch eine Eisbahn. Das Hallenbad und Whirlpool wurde von fast der gesamten Gruppe ausgiebig genutzt, während zwei Wanderkolleginnen auch noch den SPA-Bereich frequentierten. Etwas Unruhe gab es dann noch weil ein Sittenapostel verhinderte, dass ein Teilnehmer mit zwei Teilnehmerinnen das Zimmer teilte.

Das dreigängige Nachtessen war absolute Spitze und rundete den schönen, interessanten Tag optimal ab.

Karte 1. Tag: Les Planchettes – Le Locle  (klick)

Fotos Werni, Hane

19. Oktober – Kanton Jura: (Tagesbericht Hane)

Prima geschlafen und gemäss Zimmerkollegen einen Ster Holz verarbeitet. Leider war das Wetter etwas garstiger als am Vortag, es regnete leicht und war gefühlte 0 Grad. Dies war für uns natürlich kein Problem wir hatten die Wanderung zur Bifertenhütte und auch über die Greina überlebt, da waren die paar vor uns liegenden Kilometer über die Juraweiden ein Spässchen.      

Von Saignelégier, dem Zentrum der Freibergerpferde, wandern wir meist auf Nebenstrassen zwischen schönen Juraweiden zum Etang de la Gruère. Gemäss Google: Nachdem hier einst Torf abgebaut wurde, entstand im 17. Jahrhundert ein Teich, der zusätzlich gestaut wurde, um eine Mühle zu betreiben. Heute zählt das grösste Hochmoor der Schweiz zu den geschützten Landschaften und bietet vielen und teilweise vom Aussterben bedrohten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Switzerland. get natural. Doubs Nature Park, Canton Jura. On the Etang de la Gruere, between Saignelegier and Tramelan.  Schweiz. ganz natuerlich. Naturpark Doubs, Kanton Jura. Am Etang de la Gruere, zwischen Saignelegier und Tramelan.  Suisse. tout naturellement. Parc naturel Doubs, canton du Jura. A l'etang de la Gruere, entre Saignelegier et Tramelan.  Copyright by: Switzerland Tourism - BAFU  By-Line: swiss-image.ch/Gerry Nitsch

Im Uhrzeigersinn folgten wir dem mit Holzprügeln und Stegen ausgelegten Weg rund um den idyllischen See bis zur oben erwähnten Mühle. Leider kamen die schönen Herbstfarben wegen dem diesigen Wetter nicht so richtig zum Vorschein. Anschliessend eine weitere Stunde durch typisches Juragebiet in Richtung Chaux de Breuleux.

 

Dass Fredi die Wanderung einmal mehr akribisch genau geplant hatte, bewies er indem er uns zu einem abgelegten Restaurant führte. Dieses Restaurant das zum Campingplatz „Les Cerneux“ gehört war dann wirklich ein Volltreffer. Die Wirtsleute waren sofort bereit uns, obwohl noch keine Essenszeit war, Mittagessen zu servieren. Als Menu war Hirschpfeffer für die Feinschmecker und  Spaghetti für die Genügsameren angesagt (hoffentlich ist dieser Spruch nicht sexistisch).       

Wir haben uns über eine Stunde im Restaurant aufgehalten und uns anschliessend darüber gefreut, dass es aufgehört hatte zu regnen, lagen bis zum Mont Soleil doch noch ca. 10 Kilometer und 250 Höhenmeter vor uns.  Die Gegend war etwa so wie wir uns den Jura vorgestellt hatten, mit viel offenem Weidland, grünen Wiesen und Hügeln, sowie giftigem Wind.  Von Weitem waren dann die Schweizweit bekannten riesigen Windräder zu sehen. Es begann ein lockeres Schätzen, über die Höhe der Türme, den Durchmesser eines Windrades, die Geschwindigkeit der Propeller usw. Auf der Website:  Juvent.ch findet sich die Antwort zu den diskutierten Fragen. 

Vom „Mont Soleil“ beförderte uns schlussendlich die Standseilbahn in wenigen Minuten nach St. Imier der früheren Uhrenmacher-Hochburg.  Von dort mit der Bahn nach Biel zu einem sehr speziellen „Kafi Lutz“ und anschliessend zurück in heimatliche Gefilde.

Einmal mehr zwei geniale Wandertage, danke Fredi für die Organisation.

 

Karte 2. Tag: Saignelègier – Mont Soleil/St. Imier  (klick)

Fotos Werni, Hane

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