Aug 222015
 

Pilatus ist der Name eines römischen Stadthalters (Pontius Pilatus), eines Gebirgsstockes im französischen Zentralmassiv, eines Flugzeugherstellers in der Innerschweiz oder des Sängers Rob Pilatus. Für uns ist es der Ausgangspunkt zur Wanderung auf den Glaubenberg.

Pilatus zahnradbahnjpgVon Alpnachstad aus konnten wir mit der steilsten Zahnradbahn der Welt die 1‘635 Höhenmeter bis zur Endstation Pilatus Kulm locker im Sitzen überwinden. Für die ca. 4,5 Kilometer benötigte die Bahn ca. 30 Minuten, auf Schusters Rappen hätte man mit über vier Stunden rechnen müssen. Die Fahrt sowie die Aussicht waren absolut spektakulär. Trotz des lockeren Aufstiegs war aber sofort ein Restaurant-Besuch angesagt. Die Kellner stellten sogar Tische zusammen, damit wir beieinander sitzen konnten (hoffentlich wird dieser Bericht auch von den Wirtsleuten vom Restaurant Oeschinensee gelesen 🙂

Ein schöner, breiter, angenehmer Weg führte uns vom Restaurant aus Richtung Westen, dort wo wir ja eigentlich hin wollen. Mit dem schönen Wetter und dem schönen Weg war es dann leider aber schnell vorbei. Es kam ziemlich dichter Nebel auf und die Sicht war dadurch entsprechend eingeschränkt. Aus dem Weg wurde ein steiniger, felsiger Pfad und wir mussten uns an mehreren Stellen an den montierten Ketten festhalten. Als Klettern konnte man dies zwar nicht bezeichnen, ein lockeres Wandern war es aber sicher auch nicht. An einer besonders exponierten Stelle musste unserem Wanderkollegen „Dascha“ jedenfalls ein „Gstältli“ angezogen werden. Der Hund wurde dann die etwa fünf Meter geschoben und gezogen. Es ist alles gut gegangen und nach ca. zwei Stunden Wanderzeit kamen wir dann in besser begehbare Gefilde und der Nebel war auch weg.

Nach einer weiteren Stunde Wanderzeit war dann bei der Balismatt Mittagsrast (Verpflegung aus dem Rucksack) angesagt. Wir waren drei Stunden unterwegs, hatten aber nicht einmal einen Drittel der Strecke absolviert. Nach der kurzen Mittagspause ging es zügig weiter bis wir zur Schrottenegg, wo ein Wegweiser zwei Optionen offen liess (1. Langis 2.50h, 2. Langis 2.15h). Der Durchschnittsbürger würde selbstverständlich den kürzeren Weg wählen. Wer Fredi unseren Reiseleiter aber kennt weiss sicher, dass wir den längeren Weg genommen haben. Dieser Weg führte über den Schlierengrat und war abgesehen von den kurzen giftigen Aufs- und Abstiegen ausgesprochen gut begehbar und führte an schönen Aussichtspunkten vorbei. Er hatte natürlich einmal mehr richtig entschieden, unser Reiseleiter.  

Dann kam die nächste Herausforderung, offensichtlich hatte ein Spassvogel die Wegweiser verdreht und wir waren plötzlich nicht mehr auf dem Gratweg. Wir haben das Problem zwar sehr schnell erkannt, aber wollten nicht mehr umkehren. Wir nahmen die ca. 1,5 Kilometer Umweg in Kauf und sind bei leichtem Regen in einer nassen Sch…-Wiese bis zu einem schönen Forstweg gewandert. Der Rest war dann nur noch ein Spässchen, insbesondere auch weil wir den Weg von unseren Langlauf-Touren her bestens kannten.  

langisNach ca. achteinhalb Stunden sind wir endlich im Restaurant Langis. Dort ein kurzer Drink und dann mit einem organisierten Privatbus nach Sarnen. Von dort mit der Zentralbahn nach Luzern und abschliessend mit der SBB nach Zug und ins Züribiet. Wir haben wieder viel erlebt, viel gesehen, wieder einmal eine Tour von der wir sicher noch lange reden werden. Danke Fredi.

Wanderkarte (klick)

Fotos H. Hinnen

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