Jochpass (Engelberg) – Planplatten (Hasliberg)

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Jul 112017
 

Tagesbericht vom 11. Juli 2017 von Max Müller

Am Vortag der Wanderung jagen sich die Presse – Meldungen von Gewitterstürmen und den dadurch verursachten Schadenfällen (Überflutungen). Der Wetterbericht lässt viele Möglichkeiten offen: Bewölkung mit etwas Sonnenschein, aber auch weiterhin Gewitterzellen mit intensiven Regenschauern sind für den Wandertag zu erwarten. 

Der Tag beginnt mit einem Morgenrot, bewölkter Himmel, aber uns „gnädig“ gestimmt. Regenschutz und Schirm gehören in den mitgeführten Rucksack, wie auch die Verpflegung. Das erstgenannte möchten wir eigentlich nicht gebrauchen müssen, das zweite in der Hoffnung auf Sonnenschein auf einer schönen Blumenwiese geniessen. Mit dieser positiven Einstellung besteigen wir den Zug Richtung Innerschweiz, genauer nach Luzern und anschliessend nach Engelberg. Heute sind wir zu Neunt, ohne Frauen und Polizisten, jedoch mit einem ex – Lehrer mit Grossvaterpflichten, auf die er an diesem Tag verzichten muss. Viele fremde Pensionäre treffen sich ebenfalls im Zug mit dem gleichen Reiseziel, um in den Bergen angenehme Stunden verbringen zu können. 

In Engelberg verlassen wir die Zentralbahn und nehmen den zehnminütigen Fussweg zur Titlisbahn unter die Füsse. Die Winterparkplätze vor der Seilbahn sind, abgesehen von einigen Touristenbussen, leer. So kommen wir schnell zu den Fahrkarten für die Kabinen- und Sesselliftbahn, die uns nach Trüebsee/Jochpass bringen. Der Verbindungslift auf Trübsee ist nicht in Betrieb, sodass wir die Seeebene zum Jochpasshub zu Fuss überqueren müssen.

Gegen 10.00h erreichen wir mit dem Sessellift den Jochpass – und das Restaurant ist offen! Die Priorität gilt nun dem Café mit Gipfel/Nussgipfel. Das erste ist erhältlich, als Beilage müssen wir uns mit Zürcher – Zweifelprodukten „begnügen“: Kägifret und Biberli. 

 

Nach dem kurzen Aufenthalt im Pistenrestaurant geht’s nun ab auf „die Piste“ oder eben auf die Bergwanderung über die von Fredi erwähnten, blühenden Alpwiesen. Der Weg führt uns bergwärts bis auf ca. 2400 m.ü.M. mit herrlichem Blick auf den weit unten liegenden Engstlensee und dem aus den Wolken sich lösenden Wetterhorn – das über das südwestlich gelegene Gental in seiner ganzen Höhe sichtbar geworden war. Nun hören wir über weite Strecken das Glockengeläut, das die weidenden Kühe und Rinder bei ihrer Nahrungsaufnahme auslösen. Die Vielfalt der Flora erfreut das Vieh, das sich die besten Blumen auswählen kann. Die ersten Murmeltiere nehmen wir nun wahr, wie sie uns neugierig beobachten, gegenseitig mit Pfiffen verständigen und sich in ihre Höhlen zurückziehen, wenn Gefahr droht. Auch der westlich auf ca. 2000 m.ü.M. gelegene Tannsee tritt in Erscheinung, dazwischen die Tannalp mit ihren ca. 20 Alpwirtschaftsgebäuden, wohin uns jetzt der Weg führt. Unter uns befindet sich immer noch die Engstlenalp mit einem Hotelbetrieb und einer Autobusendstation. Damit wird im Sommer die Verbindung nach Meiringen durch das Gental gewährleistet (nach Werni ist das Tal im Winter lawinengefährdet).

Nun war es aber an der Zeit einen Stundenhalt einzulegen. Wir konnten uns während unserer Stärkung an der Umgebung sattsehen – doch – da mussten wir auch wahrnehmen, dass sich auf unserem vorgesehenen Bergweg schwarze Wolken „zusammen brauten“. Dankbar für den Sonnenplatz, verliessen wir die angenehme Alpwiese um auf einem furchigen Karschtweg (ausgewaschener Kalksteinfels) zur Tannalp zu gelangen. Neben diversen Stallungen (Unterständen und Melkstationen) trafen wir auch auf eine Kappelle und ein Wanderer-Restaurant. Die Sicht zum Melchsee samt der ganzen Skiarena tat sich hier auf. Melchsee-Frutt (1920 m.ü.M.) liegt am gegenüber liegenden Ufer des Sees. Der Bau von neuen  Hotelkomplexen (Chinesische Investoren) haben auch da Einzug gehalten. Der Baustil kann mit rationalen Grossbauten verglichen werden. 

Dem Ratschlag von Fredy gehorchend, verzichteten wir schweren Herzens auf eine Kaffeepause auf der Terrasse des Berghauses, denn die Vorstellung nach einer lange andauernden Regenwanderung war demotivierend. Auf dem Anstieg zur Erzegg trafen uns dann einige Regentropfen und alle machten sich nun ihre Gedanken, welchen Regenschutz sie jetzt aus den Rucksack ausgraben sollten. Werni konsultierte sein Smartphone – mit Erstaunen verkündigte er, dass auf dem Regenradar nichts zu sehen sei! Da hatte uns Petrus (Wettergott) wohl gesehen und er riss die Wolkendecke auf. Das Wunder bestaunten wir auf der Erzegg, als die ersten Sonnenstrahlen mit ihrer Kraft – zur gänzlichen Auflösung der Nebelschichten bereit – uns daran teilnehmen liess.

Es ergaben sich nun erste Fernsichtlöcher, die uns die Sicht auf den Trift- und Steingletscher inkl. Sustenhorn und Tierberg ermöglichten. Der Gratweg war „steinig“, er führte durch steile Abstiege mit Gegensteigungen (analog  „Kompressionen“) hinunter und dann wieder hinauf. Nur waren wir nicht auf der „Achterbahn“, wo der Schwung für den nächsten Aufstieg hätte ausgenutzt werden können.

So wurde uns ein letzter Verpflegungshalt gewährt, welcher uns wieder zu neuen Kräften verhalf. Trotz aufsteigenden Nebelfetzen aus der Talsohle, die sich aber alsbald wieder aufzulösen begannen, durften wir trockenen Fusses die Hangwanderung um das Balmeregghorn fortsetzen. Hans gab uns vor, wie ein Gemsi den Weg zur Bergstation Planplatten bewältigen kann. Wenn Wandervögel, die ihm auf dem Weg entgegenkamen und „zu einem Schwatz“ bereit waren (und ihn dadurch etwas aufhielten) – erst so hat er uns das Aufholen des entstandenen Rückstandes möglich gemacht. 

Die Bergstation der Skiarena Hasliberg (Planplatten) hatten wir zeitlich mühelos vor der letzten Talfahrt der Gondelbahn erreicht, sodass es noch kurz zu einem Umtrunk im Berghaus reichte. Ja, wenn die Sicht in die Alpengruppe Eiger, Mönch und Jungfrau noch möglich geworden wäre, so hätte das noch das Pünktchen auf dem i bedeutet. Diese Gipfel waren aber den ganzen Tag in dichte Wolken gehüllt und so bestiegen wir die Gondel zur Mägialp und nachher eine weitere nach dem Dorf Reuti, das mit einem Postautokurs auf der Höhenstrasse bis zum Brünigpass verbunden ist. Wie es so sein muss, sind die ÖV – Anschlüsse so aufeinander abgestimmt, dass der Coup „Heisse Liebe“ keine Berücksichtigung mehr finden konnte. Die Zentralbahn Interlaken – Luzern hat uns kurz nach der Postautofahrt, nach dem Erreichen der Postautohaltestelle Brünig, wieder aufgenommen; ebenfalls der IC – Zug nach Zürich HB ab Luzern. 

So durften wir einen weiteren, tollen Wandertag geniessen, wiederum bestens organisiert von Fredi – herzlichen Dank. Es ist nicht selbstverständlich, dass du diesen „Nebenjob“ neben deinem Engagement für deine „Bauerei“ für uns weiterführen willst. Vielleicht können wir auch einmal etwas für dich erledigen. 

Fotos Werni, Hane

Karte Jochpass – Hasliberg (klick)

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Stauberen – Wildhaus

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Jun 272017
 

Tagesbericht von Hane vom 27. Juni

Neun Wanderer und eine Wanderin waren es die mit der ÖV ins Alpstein-Gebiet geführt werden wollten. Umsteigen in Zürich, in Sargans, in Buchs, in Sennwald und dann last but not least in Frümsen in die Gondelbahn die uns mit Zwischenstopps in die Stauberen auf 1760 MüM brachte. Da die Kabinen der Luftseilbahn nur für maximal sechs Personen Platz boten, mussten vier Personen auf die zweite Kabine warten. Nach etwa einem Drittel der Fahrt stoppte die Kabine plötzlich und schaukelte dabei wie ein Jo-Jo bis sie nach ca. einer Minute ganz still stand. Ein Spektakel für die Zuschauer die auf die zweite Kabine warteten, etwas unangenehm für die sechs Kollegen die sich vorgedrängt hatten.  Die Ursache des Halts war, dass Monteure die sich in der entgegenkommenden Kabine befanden unterwegs bei einem Masten aussteigen mussten. Die in die Jahre gekommene Bahn wird abgebrochen und per Oktober 2017 durch eine neue Anlage ersetzt.  

Eine Viertelstunde später war dann auch die zweite Gruppe auf der Terrasse des Restaurants Stauberen, mit der Super-Aussicht in’s Rheintal, angekommen. Die vier Nussgipfel konnten wir zwar noch bestellen, geliefert wurden sie, weil gar keine mehr da waren,  aber nicht. Fredy drängt dann auf den Aufbruch, er war ja mit der ersten Gruppe angekommen und daher schon einige Zeit am Warten.

Der Abmarsch verlief planmässig und wir hatten doch schon einige Höhenmeter hinter uns, als wir die Wirtin etwas von Zechprellern rufen hörten. „Den letzten der die Hunde beissen“ war in diesem Fall ich, also bin ich mit der Wirtin zurück in die Gaststube. Dort hat sie bemerkt, dass die erste Gruppe nicht bezahlt habe. Ich habe gedacht: Zuerst drängen sie sich zum ersten Bähnchen vor, dann fressen sie uns die Nussgipfel weg, drängen schnell auf den Aufbruch und am Schluss bezahlen sie nicht 😀        

Dann endlich konnten wir den Aufstieg zum Mutschen in Angriff nehmen. Die ersten drei Kilometer bis zur Saxer Lücke waren ein lockeres Einlaufen (etwa 100 Höhenmeter tiefer als die Stauberen). Vorbei ging es an der Roslenalphütte, wobei unsere routinierten Wander-Kollegen erfolglos nach einem rostigen Velo, das früher offenbar in der Felswand hing, Ausschau hielten. Es lagen noch weitere dreihundert Höhenmeter auf einem moderat ansteigendem Fussweg vor uns. Speziell war noch,  dass wir ein etwa 100 Meter langes Schneefeld durchqueren mussten. Es war zwar problemlos begehbar aber ausrutschen hätte fatale Folgen gehabt.

Der zehnminütige Abstecher und die 50 Höhenmeter zum Mutschen haben sich alleweil gelohnt. Die Aussicht in die Rheinebene, das Fürstentum Lichtenstein und  Richtung Bludenz war imposant. Die Sicht war nicht ganz optimal aber das Wetter hätte nicht besser sein können. Bewölkt, nicht so heiss und einmal ganz kurz etwas Nieselregen.

Nach dem Mittagessen stand der Abstieg zur SAC-Hütte „Zwinglipass“ auf dem Programm, die wir nach ca. fünfviertel Stunden erreichten und auf der Terrasse dann je nach Gusto einen „Kafi Luz im Kacheli“ bzw. ein Bier geniessen konnten. Die Hütte steht unmittelbar am Fuss des 2436 Meter hohen „Altmann“.  An dieser Felswand konnte man mit einem Fernrohr und sehr guten Augen auch zwei Steinböcke sehen. Güx drängte plötzlich auf den Abstieg, hatte er doch erfahren, dass die letzte Bahn von Gamplüt nach Wildhaus um 16:30h fuhr und dadurch nur 700 statt 1000 Höhenmeter zu Fuss zurück gelegt werden mussten.  Ich habe mich ihm angeschlossen, dank einem Zwischenspurt waren dann auch rechtzeitig dort und konnten in der Seilbahn mit Walter Steiner (ua Skiflugweltmeiser 1972) über die Entwicklung im Wintersport diskutieren.

Nach ca. fünf Minuten Wartezeit bei der Talstation kamen dann bereits die restlichen Teilnehmer unserer Wandergruppe und wir konnten gemeinsam ein Restaurant anpeilen um den Abschluss des Tages bei den obligaten „Coupés“ ausklingen zu lassen.

Fredi besten Dank, es war einmal mehr eine feine, abwechslungsreiche Wanderung. Herzlichen Dank auch wieder einmal mehr den diversen Spendern, für die Luftseilbahn-Tickets,  den Coupés sowie der Zeche in der SAC-Hütte.    

Im Zug kam noch die Frage auf wie der Schrittzähler in den Handys funktioniere. Google weiss Rat: Die Schrittzähler im Smartphone nutzen das mikroelektrisch-mechanische System, kurz MEMS. Dabei handelt es sich um einen Sensor, der Bewegungen nach links, rechts sowie nach vorne registriert. Die gleiche Technik kommt übrigens auch bei Airbags zum Einsatz. 

Fotos Werni, Hane

Karte Stauberen – Wildhaus (klick)

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Villeret – Chasseral – Nods

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Jun 132017
 

Tagesbericht vom 13. Juni von Max Müller

Alle Voraussetzungen zur heutigen Jurawanderung waren gut; zwischen zwei Kaltfronten (Montag und Mittwoch) baute sich ein Hoch auf, das die Freude der 9 Wanderkollegen auf einen wunderschönen Tag schon bei der Anreise im Zug erlebbar machte. Ein IC-Neigezug brachte uns in 70 Minuten vom Hauptbahnhof Zürich nach Biel mit Anschluss an den Regionalzug nach Chaux-de-Fonds. Insidern wäre klar gewesen. dass die Zugskomposition aus zwei Teilen besteht und sie wären somit nicht in den Zugsteil nach Moutier eingestiegen. Die Abkoppelung des Zugsteils im Bahnhof Sonceboz, der nach Villaret ging, hat niemand von uns bemerkt. So fuhren wir in der uns wenig bekannten, schönen Landschaft weiter, bis zur geplanten Ankunftszeit, wo wir vergeblich den Zielbahnhof Villeret erwarteten. So verliessen wir noch vor der Endstation Moutier den Zug, um den Retourweg in der Gegenrichtung anzutreten. Dies gab uns immerhin Zeit für einem Kaffee vom Kiosk.  Selbstverständlich kann man heute kein Zugspersonal resp.  Bahnhofvorstand nach dem Weg fragen, denn die gibt es schon lange nicht mehr. Ein freundlicher Fahrgast im Retourzug hatte uns dann aber die Sachlage erklärt.  

Mit einer einstündigen Verspätung erreichten wir den Zielbahnhof Villeret (unmittelbar vor St-Imier gelegen). Der Aufstieg durch das wilde Tal zum Chasseral war bereits bei der Bahnstation gut erkennbar. Nach der Durchquerung des Dorfes war der stete, teils steile Anstieg bis zum höchsten Punkt der Bergkette angesagt. Die nordwestliche Lage und die Waldzone des Anstieges haben uns angenehme und ausgeglichene Temperaturverhältnisse gewährleistet und so konnten wir im wild-romantischen Taleinschnitt die geologischen Formationen und floralen Besonderheiten bestens bestaunen. Über Leitern überwanden wir die Teilabschnitte, wo wir auf einem gut angelegten Weg die unwegsamen Klippen überbrücken konnten. Innerhalb von gut einer Stunde hatten wir schon 500 Höhenmeter geschafft, sodass Fredi uns in einer ersten Terrain-Nische einen Halt gestatten konnte.

Der Wasserfall auf der talseitigen überhängenden Felswand, musste man sich mit viel Fantasie selbst vorstellen. Der durch die Trockenheit verursachte Ausfall hat uns die sonst angenehm zu empfindende, verstaubende Feuchtigkeit vorenthalten. Dieser Mangel wurde aber bald mit dem Austritt aus dem Talschlund entschädigt – eine wunderbare Alpenwiese mit der unendlich grossen Vielfalt einer Bergflora empfing uns auf dem nun moderat ansteigenden Alpweidenweg. Hier blühten noch die Löwenzahn- und die Bärlauchblühten, die teilweise abgelöst wurden durch die zeitlich enorm schnellen Folgen der Vegetationsstufen. Mit den nachfolgenden Bergblumenarten in allen Farben eröffnete sich uns die Frage , wie sie wohl alle heissen würden. Mit etwas Wehmut dachten wir an Franz (unser treuer Wanderkollege der momentan leider nicht dabei sein kann), der uns während den Wanderungen freizügig mit seinem Wissen über sämtliche Pflanzen- und Blütenarten informierte und ihre umfassenden Namen und deren Eigenheiten verständlich machte.

Begleitet von den Wahrnehmungen, die uns die Natur anbot, stiegen wir immer höher und kamen an einer Alp vorbei, die eine grosse Kuhherde am saftigen Blütenzauber teilhaben liess. Beim letzten Anstieg wurde über einem Hügel die Spitze des 120m hohen Signalturms des Chasserals sichtbar, die wie der oberste Teil einer Rakete aussieht (ähnlich der Kinderglaces, die ebenfalls Rakete genannt wird). Die umfassende Antennenanlage, die von der Swisscom wie auch von der SRG benutzt wird, zeigte dass Erreichen des auf 1606m gelegenen höchsten Punktes der Wanderung an. Schweissgebadet, aber auch dankbar für die vorüberziehenden Schleierwolken am Himmel und dem etwas abkühlenden Wind erreichten wir den Grat beim Sendeturm, der uns die Sitzgelegenheit für die Mittagsrast bot. Bei der Verpflegung aus dem Rucksack genossen wir die Rundsicht, die leider nur die nähere Umgebung mit Murten-, Neuerburger- und Bielersee preis gab. Die Alpenkette lag im Dunst der doch sehr feuchten Luftschichten und verwehrt uns dadurch den imposanten Anblick.       

Von nun an ging’s bergab. Nach der Mittagspause visierten wir das in etwa 500 Metern Distanz gelegene Passhotel an. Es sollte denjenigen dienen, die auf den zum Mittagessen folgenden Kaffeegenuss nicht verzichten können. Alle anderen durften ihren Durst löschen, der bei der heissen Witterung den meisten zu schaffen machte. Beim anschliessenden Abstieg in tiefere Lagen wurde uns bewusst, dass der Sommer Einzug gehalten hat. Wohltuend empfanden wir den Weg durch die Waldabschnitte, die zum Wanderungsendpunkt im Dorf Nods führte. Ab dem schönen Winzerdorf (auf 850 m.ü.M), oberhalb des Bielersees gelegen, fuhren wir mit dem Postautokurs durch weitere Weiler zur Funistation oberhalb Ligerz. Hier wechselten wir das Verkehrsmittel: eine Standseilbahn sollte uns hinunter zum Bielersee bringen.

Mit der eingetretenen Zeitreserve, die wir auf unsere „Marschtabelle“ auswiesen – hat uns Fredi zum zusätzlichen Besuch des Winzergeländes über Ligerz „begeistern“ können. Die Temperaturen waren inzwischen auf etwa 30° angestiegen. In der Zwischenstation des Funis verliessen wir das Transportmittel, um in der näheren Umgebung allenfalls eine lauschige Gaststätte mit Terrasse und Blätterdach ausfindig zu machen. Tatsächlich führte unser Weg zu einem solchen Wunschlokal im nächsten Winzerdorf gelegen – nur, das Personal beanspruchte den Erholungsraum für sich alleine. Bedienung erst ab 18.00h!  In der Nähe fanden wir noch eine Aussichtsterasse (ohne Bewirtung), aber mit Baumbestand, der uns vor der unerbittlich einstrahlenden Sonne schützen konnte.

Der Abstieg durch die Rebberge nach Ligerz führte uns an der markanten Erscheinung der Kirche (über dem Dorf gelegen) vorbei. Eine Heiratskirche nach Buch – würde man so sagen. Dann die letzten Schritte bergab in malerische Dorf Ligerz, wo die Gaststätten in den Nachmittagsstunden ebenfalls geschlossen hatten. Eine Tafel wies uns auf eine bediente Seeterasse eines Hotels hin, die wir nun aufsuchten. So fanden wir, was wir erhofften – direkt am See gelegen, beschattet durch einen grösseren Baumbestand. Das mit dem obligaten Glacecup mussten wir uns abschreiben – unser Durst konnten wir aber stillen, bis uns dann das Kursschiff beim Schiffssteg mitnahm. Auf einer herrlichen Schiffsfahrt nach Biel durften wir den Abschluss unserer Reise geniessen. Ein Bus transportierte uns, nach unserer Ankunft im Bieler Hafen, zum Bahnhof. Die Fahrt nach Hause haben wir im intensiven Gespräch als kurzweilig empfunden – um 20.00h trennten wir uns nach den vielen, intensiven Eindrücken des Tagesablaufs. Fredi, es war ein weiteres Mal grossartig – vielen Dank für deine umsichtige Organisation mit soooo vielen Höhenpunkten, die uns dieser Tag erleben liess.

Fotos Föns

 

Karte: Villeret-Nods (klick)

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Morschach – Oberaxen

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Mai 172017
 

Tagesbericht von Hane vom 16. Mai

Für diese Tour musste Fredy Überzeit leisten. Geplant war ursprünglich von Oberaxen aus auf dem Wildheuerweg nach Biel zu marschieren. Einige Tage vor der Wanderung wurde dann aber bekannt, dass die Sicherungsseile auf dieser Strecke wegen den Schneefällen vor ca. zehn Tagen noch nicht angebracht werden konnten und einzelne Passagen dadurch zu gefährlich gewesen wären. Aber Ende gut alles gut, Fredi hat neu geplant den ursprünglichen Startort zum Zielort gemacht und als neuen Startpunkt Morschach ausgewählt.

Etwas über eine Stunde Anfahrtsweg, Kaffe und Gipfeli im Swiss Holiday Park und dann konnte der Spass beginnen. Zu Beginn ging es ca. zwei Kilometer und 200 Höhenmeter auf einem gut begehbaren Weg bergwärts. Dass wir teilweise auf dem Weg der Schweiz, wie auch auf dem Pilgerweg vom Bodensee zum Vierwaldstättersee wanderten war den meisten von uns nicht bewusst. Wir kamen an einigen wirklich schönen Aussichtpunkten vorbei und konnten unter uns den blauen Urnersee auf der gegenüberliegenden Seite den Seelisberg, etwas weiter südlich Nieder- und Oberbauen sowie den Schneebedeckten Uri Rotstock bewundern.

Nach einer kurzen Znünipause stand der Abstieg nach Sisikon auf dem Programm. Dabei überquerten wir auch die Strasse die in’s Riemenstalden-Tal führt. Die einten Kollegen kennen dieses Tal vor allem als abwechslungsreiches Skitouren-Gebiet, anderen Kollegen ist der Name von den Auto-Fahrten in den Süden schon Dutzende Male begegnet (Abzweigung in Sisikon). Weiter ging es dann dem See, resp. teilweise der alten Strasse entlang bis zur Tellsplatte. Unterhalb des genannten Restaurants befindet sich das grösste Glockenspiel der Schweiz (ein Geschenk der Schweizer Schokoladefabrikanten vom September 2001). Wir mussten etwa 15 Minuten Pause einlegen um die Glocken auch zu hören. Immer zur vollen Stunde können während zehn Minuten unterschiedliche Melodien ausgewählt und abgespielt werden. Es brauchte aber ein gutes Musikgehör resp. viel Fantasie um die Melodien auch zu erkennen.

Nach dieser kulturellen Pause war es dann aber vorbei mit dem lockeren herumlatschen. Es lagen gut 500 Höhenmeter verteilt auf ca. drei Kilometer Distanz vor uns. Unterwegs kam es dann noch zu einem Novum in unserer vierjährigen Wander-Geschichte. Wir mussten einer ca. einem Meter langen schwarzen Schlange ausweichen. Wir haben nicht herausgefunden um welchen Typ es sich handelte, sie hat aber giftig ausgesehen. Die hart erarbeitete Mittagspause konnten wir wiederum an einem wunderschönen Ort, mit fantastischer Aussicht Richtung Gotthard-Gebiet, einlegen.

Nach dem Mittagessen bei immer noch Traumwetter nochmals bergauf und so ganz zufällig kamen wir nach etwas mehr als einer Stunde zum Bergrestaurant Oberaxen. Nicht ganz zufällig war es sogar geöffnet, da hatte Fredi vorgängig Überzeugungsarbeit geleistet. Die äusserst netten Wirtsleute konnten sogar unsere Wünsche betreffend Coupé-Auswahl befriedigen. Für die ca. 500 Höhenmeter hinunter nach Flüelen konnten wir erfreulicherweise die 1998 erbaute Seilbahn benutzen. Die Kabine befand sich zwischenzeitlich gut und gerne 400 Meter über dem darunterliegenden Wald, dies war vermutlich auch der Grund für die teilweise bleichen Gesichter beim Aussteigen an der Talstation.

Abschliessend ein kurzer Fussmarsch zum Bahnhof Flüelen und von dort weiter mit der ÖV in heimatliche Gefilde. Fredi danke, einmal mehr ein spektakulärer Wandertag.  

Karte (klick)

 

Fotos Föns, Werni, Hane

 

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Monte Bré – Sonvico

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Mai 062017
 

Tagesbericht von Max Müller vom 6. Mai 

Vorgesehen war heute eigentlich eine Höhenwanderung im Gebiet zwischen den Kantonen Schwyz und Glarus – leider haben die letzten Tage die Schneedecke in diesem Gebiet nochmals anschwellen lassen, sodass eine Begehung nach Fredi nicht zu verantworten gewesen wäre. Seine Annahme, dass die Sonnenstube der Schweiz uns am Vorsommer schnuppern lassen würde, konnte den Erwartungen nicht ganz gerecht werden.

Am frühen Morgen des Wandertages färbte ein starkes Morgenrot den Himmel über Zürich – ein untrügerisches Zeichen für ein „nasses Abendbrot“, wie es das Sprichwort uns andeuten will. Fredi hat uns die letzte, für dieses Jahr vorgesehene Wanderung im Tessin, als alternative Wanderungs-Variante vorgeschlagen. Auf den hier zu erklimmenden Höhen wäre kein Schnee mehr zu erwarten. An unserem Treffpunkt beim Bahnknotenpunkt in Zug wartete, wie es sich zeigte, die erste Hürde, die zu bewältigen war – es fehlte der neunte, angemeldete Teilnehmer. Durch die Elektronik (Natel) konnte die Verbindung zu Karl, der noch in Zürich auf uns wartete, unmittelbar hergestellt werden. Dank dem dichten Taktfahrplan konnte er umgehend den nächsten Zug besteigen und wir trafen uns mit halbstündiger Verspätung in Lugano. Zur Information: Die Reise ins Tessin dauerte dank dem neuen Basistunnel nur noch gut zwei Stunden!

Leider war der Bus nach Gandria bereits abgefahren – wir fanden unser Ziel aber mit dem Funicolare des Monte Bré’s, das uns in die Höhe der Ortschaft Bré sopra Lugano brachte. Das Wetter war bewölkt und kühl – zu Beginn der Wanderung waren alle froh um die mitgeführte, warme Kleidung. Nach dem Durchgang durch das malerische Dorf (800 m.ü.M.) führte uns der Weg unaufhörlich steil in die Höhe. Das Wanderprofil zeigte nur einmal eine kurze Gegenneigung von vier Höhenmetern;

Unsere Erholungsphasen mussten wir an den zwei Aussichtsplattformen einziehen, die uns einen wunderbaren Ausblick auf den vielgliedrigen Luganersee, wie aus der Sicht aus einem Flugzeug ermöglichte. Die obere Aussichtsterasse befand sich aber schon sehr nahe am Gipfelkreuz. Der vorgefundene Grenzstein lässt uns klar werden, dass die Schweiz diesen Grat mit Italien teilen muss. Hier durften wir uns am Mitgebrachten aus den Rucksack verpflegen – alle nach ihren individuellen Bedürfnissen.

Von Westen her nahte aber bald die angekündigte Schlechtwetterfront. Der letzte Aufstieg (ca. 50 Höhenmeter) auf den Monte Boglia führte uns auf die Spitze unserer Wanderung (1516 m.ü.M.); es blieb uns nicht sehr viel Zeit um Abschied von der Panorama-Aussicht zu nehmen. Beim Abstieg wanderten wir durch das neue Grün der Laubwälder, die uns schon bald etwas Schutz vor dem einsetzenden Regen gewährte. Romantische, gute Wanderwege liessen uns vergessen, dass wir jetzt über 1000 Höhenmeter hinunter steigen mussten. Waldlichtungen öffneten uns den Blick auf die immer grösser werdenden Dörfer, die mit unserem Ziel der Wanderung verbunden waren.

Wir erreichten das Dorf Villa Luganesi – unsere Erwartungen wurden nicht getäuscht – ein Grotto konnte uns die ersten Bedürfnisse nach dem langen Abstieg befriedigen helfen. Wir nassen Wandervögel, zwei Frauen und sieben Männer wurden von einer deutsch sprechenden Wirtin, die vor 16 Jahren aus Berlin zugezogen ist, herzlich empfangen. Da keine Wetterbesserung zu erwarten war, verzichteten wir auf unser ursprüngliches, im nächsten Dorf liegendes Wanderziel (Sonvico) und bestiegen den Bus nach Lugano. Der Rundkurs führte uns durch verschiedene, an Lugano angrenzende Wohnquartiere. Beim Bahnhof angekommen, hat uns die südliche Atmosphäre doch noch eingeholt; ein nahe beim Bahnhof gelegenes Café hat uns aufgenommen – hier wurden uns verschiedene Gelatis in Cupform angeboten. Um 18.11h bestiegen wir den Schnellzug nach Zürich, der ohne Halt zwischen Bellinzona und Arth Goldau die Nord – Südverbindung im Halbstundentakt gewährleistet.

Fredi, herzlichen Dank für deine Bemühungen, dass dieser Wandertag trotz den gegebenen Umständen durchgeführt werden konnte. Auch deine Improvisationskunst hat uns gezeigt, dass wir trotz abgefahrenem Bus unser Ziel auf dem Monte Bré mit nur kleiner Verspätung erreichen konnten.

Karte (klick)

Fotos Föns

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Unterägeri – Morgarten

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Apr 232017
 

Tagesbericht von Max Müller vom 25. April

Der Sechseläutenböög hatte gestern sein Leben schon nach zehn Minuten verwirkt – was auf eine Beendigung des Winterwetters hindeuten müsste. Die gegenwärtigen (aktuellen) Wetterprognosen lassen keinen Zweifel aufkommen: Ein neuer Wintereinbruch steht unmittelbar vor der Tür – also kaltes Wetter mit Schneeschauern bis in die Niederungen! Trotz einer verzweifelten Selbsteinschätzung in Abwägung der Wettervorhersage entschliessen sich 10 Unerschütterliche zur nordöstlich des Ägerisees verlaufenden Höhenwanderung. Und: Der Föhn macht’s möglich – bei unserer Ankunft in Unterägeri lässt uns der Blick in die weiss verschneiten Berge gewahr werden, dass wir richtig entschieden haben. Gut gelaunt verlassen wir hier den Bus – die Haltestelle befindet sich direkt vor der Bäckerei Brändli. Fredi: Deine Planung hat wirklich ins Schwarze getroffen, damit hast du unsere heimlichen Wünsche zu Beginn einer Wanderung nach Kaffee und Gipfeli voll begriffen.

Gestärkt verliessen wir das sympathische Café und machten uns für den ersten Aufstieg bereit (Diretissimo zum Gratweg, ca. 200 Höhenmeter), der uns zum ersten Aussichtspunkt mit Panoramasicht auf Glarner- und den Urner- Schneebergespitzen führte. Wald- und Feldwege leiteten uns an Höfen mit bellenden Hunden vorbei, aber auch Besenbeizen, die wir beherzt (d.h. mit einem lachenden und einem weinenden Auge) links liegen liessen. Beim ersten Stundenhalt auf 1050 m.ü.M. wurde uns die Sicht auf den ganzen Ägerisee frei.

Und noch ein „wichtiges Ereignis“ ist erwähnenswert: Die Aussicht auf Hansruedi Wettsteins neuem Rucksack lässt uns an Ogis Ausspruch erinnern: Freude herrscht! Der Besitzer begrüsst unsere Anteilnahme unumwunden. Auch an unseren Rucksäcken durften wir jetzt Freude haben, denn sie gaben uns die erste Verpflegungsration frei. Nach der anschliessenden Wanderkartenstudie und dem Abgleich mit den mitgeführten GPS-Geräten wurde der Weg Richtung Gottschalkenberg / Raten aufgenommen, der uns über sehr gut begehbare – finnenbahnähnliche – Wald- und Feld- Routen führte. Da Regenschauer auf den Nachmittag angesagt waren, wurde erwogen, dass keine definitive Mittagstisch – Reservation im Restaurant Raten vorzunehmen sei; damit wurde die Option offen gelassen, dass wir uns allenfalls erst später – und wieder aus dem Rucksack verpflegen würden. Nun begann es schon etwas zu feuchten, auch wenn noch kein Regenschutz angezogen werden musste.

Je mehr wir uns dem Ratenpass näherten, desto mehr zeigte sich eine Opposition betreffend Entscheid „durchwandern oder Mittagessen im Restaurant Raten“. Die Entscheidung wurde uns auf eine Weise ohne unser dazutun abgenommen, weil wir die, an die Eingangstüre des Lokals festgehaltene Notiz vorfanden: Heute geschlossene Gesellschaft! Nun versuchte es Werni trotzdem – seine Rückkehr und seine Haltung der Niedergeschlagenheit haben uns jede weitere Hoffnung auf eine Mittagsverpflegung im Gasthaus vergessen lassen. Was uns blieb, waren die Behandlungen von Wundverpflegungen vor Ort, die sich bei zwei Teilnehmern als Hilfsmassnahmen aufdrängten.

Beim nächstgelegenen Ziel St. Jost, ca. 20 Minuten ab Raten weiter südlich gelegen, fanden wir unseren Mittagsrastplatz; hier befindet sich eine kleine Kapelle und eine kleine Bergbeitz auf 1150 m.ü.M. Sie wird aber  nur an Wochenenden betrieben. Gerne benutzten wir die vorhandenen Einrichtungen – Gartenbänke und -Tische dienten unseren Ansprüchen nach Sitzgelegenheiten. Dabei wurden die restlichen Essensmitbringsel aus dem Rucksack geplündert. Hans Lüscher freute sich nach seiner „währschaften Kost“ schon hier auf den baldigen Zvieri – Zugerkirschtorte oder heisse Liebe! So nahmen wir den Abstieg nach Morgarten – Schornen unter die Füsse. 

Wiederum führte uns das Ende der heutigen Wanderung an einen historischen Ort: Morgarten. Am 15. November 1315 kämpften hier die Eidgenossen (Waldstätter und Schwyzer) gegen Herzog Leopold von Habsburg, den sie in einen Hinterhalt lockten. Die Fakten der Auseinandersetzung sind nicht eindeutig belegt; es ging um Machtansprüche, die zwischen den Innerschweizer Kleinbauernbetrieben und deren Landnutzungsansprüchen, sowie dem Kloster Einsiedeln, die den wirtschaftlichen Anspruch für ihren Grossviehbetrieb über ihre Lehensvögte geregelt sehen wollten. 1314 wurde das Kloster von den freiheitsliebenden Schwyzern geplündert, das ihre Landnutzungsflächen durch die mit den Habsburgern verbandelten Klostermächtigen bedroht sah. Diese Reibereien gipfelten mit dem Durchzug der verbündeten „Habsburger Streitmacht“, die von Zug durch das Ägerital nach Sattel zog. Diese Drohgebärde wurde an der strategisch gefährlichen Stelle zwischen See und Felsgürtel entschieden, wo jedes Abkommen vom Weg ein Versinken in den Moorgebieten bedeutete. Genau das war die Absicht der Freiheitskämpfer, als sie mittels „rollenden Baumstämmen“ diese Passage zerstörte. Berittene, sowie Begleittross des Herzogs wurden so vernichtet. Die genaueren Umstände dieses Befreiungsschlags kann man vor Ort in der Gedenkstätte Schornen, die zum Anlass der 700-jährigen Gedenkfeier errichtet wurde, vor Ort einsehen.

Als wir diesen Ort erreicht haben, setzte der angekündigte Niederschlag ein. Wir flüchteten in den Unterstand des nahe gelegenen Restaurants – leider war es wieder einmal nicht zugänglich – Wirtewechsel und Umbauphase! Unser Entschluss war schnell gefasst: Einmal Brändli – immer Brändli. Die Bäckerei hat es uns schon am Morgen angetan und wir bestiegen den Bus nach Unterägeri. Ein kleiner Dämpfer mussten wir trotzdem verkraften: die Glacekarte war noch nicht erstellt und die heisse Liebe blieb als Traum bestehen. Anstelle des Eisbechers trat die Zugerkirschtorte, die aus dem „einheimischen Schaffen“ hervorging. Schon bald konnte das Café keine Kirschtortenstücke mehr anbieten – sie befanden sich allesamt in den sich freuenden Wandererbäuchen!

Der Rest des gemeinsam erlebten Tages ist schnell erzählt: Busfahrt im Anhänger einer Komposition bis zu Bahnhof Zug. Aufteilung der Gruppe, die mit einer S – Linie direkt nach Birmensdorf fuhr und der EC – Schnellzugsverbindung nach Zürich, deren ich angehörte. Leider sind diese hochtechnisierten Zugskompositionen so problematisch, dass eine nicht automatisch funktionierende Türöffnung ein grösseres Tohuwabuho auslösen kann. Der einfahrende Zug, aus Mailand kommend, brauchte längere Zeit, bis die blockierten Türen sich öffnen liessen. Danach konnten sie sich auch nicht mehr schliessen lassen und der Zug hatte bald 20 Minuten Verspätung aufzuweisen. Beim Abendverkehr kann es in der Folge leicht zu weiteren Problemen mit abzuwartenden Geleisefreigaben kommen. Zürich erreichten wir mit ca. 30 Minuten Verspätung.

Fredi: Wiederum herzlichen Dank für deinem Mut, diese Wanderung trotz den z.T. negativen Vorzeichen durchzuführen. Auch dieses Mal durften wir eine wunderbare Wanderung miterleben, die den mühsamen und möglichen Kleinkram berücksichtigte – vielen Dank.

Fotos Werni, Föns, Hane

 

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Hauenstein-Waldenburg

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Apr 112017
 

Tagesbericht Hane vom 18.4.2017

Es waren zwölf Wanderer die in Zürich den Zug nach Olten bestiegen. Die Frauen liessen uns dieses Mal, vermutlich wegen der ungünstigen Wetter-Vorhersage, im Stich 😥   Ein erster Aufsteller war dann, als Werni stolz erwähnte, dass er und Theo in der vorigen Nacht Grossväter geworden seien. Wir haben natürlich eins und eins zusammengezählt und festgestellt, dass Susan die Tochter von Theo und Reto der Sohn von Werni verheiratet sind. Wir wünschen dem glücklichen Ehepaar mit ihrem Sohn Nick natürlich alles Gute und viel Glück.

In Olten mussten wir dann auf den Bus umsteigen der uns zum Hauenstein, dem Ausgangspunkt der Wanderung führen sollte. Vor lauter Grossväter haben wir dann im Bus die geplante Ausstiegsstation „Löwen“ auf dem Hauenstein verpasst und mussten daher, ohne gültige Fahrkarten, eine ungeplante Ehrenrunde zur Endstation in Wisen in Kauf nehmen.  Mit ca. fünfzehn Minuten Verspätung und leider wieder ohne Kafi und Gipfeli ging dann die Wanderung endlich los.

Ganz überraschend war auch Franz dabei, er hatte aber gleich erwähnt, dass er da seine Verletzung erst teilweise verheilt sei, nur eine kurze Teilstrecke mitlaufen würde. Nach ca. zwei Kilometern  hat er sich dann tatsächlich verabschiedet und den Rückweg angetreten. Da waren es nur noch 11 die als erstes Zwischenziel die Belchenflue in Angriff nahmen. Speziell war noch, dass wir nie genau wussten, ob wir im Kanton Aargau, Solothurn oder Baselland sind.

Die Wanderung führte über gute, feste Wege, das Wetter war schön aber der Wind bitter kalt (gefühlte 0 Grad). Einige die sonst in kurzen Hosen dabei sind hatten jedenfalls Mützen und Handschuhe montiert. Nach ca. zwei Stunden hatten wir dann den wunderschönen Aussichtspunkt „Belchenflue“ erreicht. Gemäss Google: Die Belchenflue, bei den Einheimischen Bölchen genannt und zur Unterscheidung von den gleichnamigen Bergkuppen in Deutschland und Frankreich auch als Schweizer Belchen bezeichnet, ist ein markanter Berggipfel im Schweizer Jura. Er ist 1099 m ü. M. hoch und liegt etwa 7 km westlich von Olten.

Der Reiseleiter hatte wegen der ungünstigen Wetter-Vorhersage entschieden, dass Mittagessen an der Wärme zu konsumieren und dadurch einen kurzer Umweg zum „Berghaus Ober-Bölchen“ eingeplant. Es hat auf jeden Fall keine Proteste gegeben, erst recht nicht als dann die beiden neuen Grossväter auch noch die gesamte Zeche übernommen haben.

Nach dem Mittagessen ein kurzer Aufstieg zurück zum Weg den wir vor dem Mittagessen verlassen hatten. Dann ging es vorbei an etlichen Millitär-Bunkern die offensichtlich bereits im ersten Weltkrieg gebaut wurden, die Überreste aber teilweise noch recht gut erhalten waren.  Nach ca. zwei Stunden kamen wir zur „Ruine Waldenburg“,  gemäss Google, die bedeutende Ruine einer hochmittelalterlichen Höhenburg bzw. Landvogteischlosses. Die meisten von unserer Wandergruppe liessen es sich nicht nehmen, den Turm zu besteigen und die schöne Aussicht zu bewundern.

Von da war es noch ein kurzer Abstieg nach Waldenburg, wo wir uns im Restaurant Post noch mit einem Kafi Fertig resp. einem Bier verpflegten und uns einmal mehr über einen schönen Wandertag, mit guten Freunden, bei  überraschend schönem Wetter freuen konnten (es begann erst zu schneien als wir auf den Zug in Waldenburg warteten).  Zwei Stunden Heimfahrt und in Mettmenstetten schneite es dann tatsächlich ziemlich giftig.

Karte (klick)

Fotos Werni, Hane

 

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Weggis – Gersau

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Apr 042017
 

Tagesbericht Hane vom 4. April 2017

Es sei vorweggenommen wir durften einen  Wandertag mit vielen Highlits erleben. Es begann schon damit, dass die Abfahrt ab Mättmi erst um 7:41 anstand, endlich einmal eine für Pensionäre angemessene Zeit 🙂  Nach 3x umsteigen und  einer guten  Stunde Fahrt trafen wir in Weggis dem Ausgangsort der Etappe ein. Der Start stand allerdings unter einem schlechten Stern, war doch weit und breit keine Wirtschaft in Sicht um unseren Tag gebührend mit Kafi und Gipfeli zu beginnen.  So starteten wir halb am verhungern in das von Fredi in der Ausschreibung erwähnte „muntere auf und ab auf der Südflanke des Rigis“. 

Zuerst ging es einmal munter bergauf, wobei wir uns über die Aussicht auf den Vierwaldstättersee  freuen konnten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Bürgenstock, den wir dann im Lauf des Tages halb umrundeten. Etwas links davon das  Buochserhorn (letztjährige Tour) und das Stanserhorn. Unter uns am See konnten wir die bekannten Touristenorte Weggis, Vitznau und Gersau sehen und auch verstehen warum die bereits vor über einhundert Jahren als Ferienziele sehr begehrt waren.

Nach ca. eineinhalb Stunden war dann die Znünipause angesagt. Zufällig entdeckten wir da eine Gedenkplatte, die darauf hinwies, dass an diesem Ort im Jahre 1991 vier ganz junge Personen gestorben seien. Es dauerte aber bis zur Zvieri-Pause, bis wir die Ursache dieses Unglücks erfuhren. 

Dann weiter aufwärts, bis sich Hans mit Dascha für einen kurzen Umweg verabschiedete. Er wusste von einer früheren Wanderung, dass eine giftige Leiter zu überwinden war, die für Hunde ungeeignet war. Eine Stunde später waren wir dann beim Mittagessen an einem schönen Berg-Bach wieder vereint (der kurzärmlige Max hatte den idyllischen Ort allerdings als Eisschrank bezeichnet).

Nach dem Mittagessen ging es weiter aufwärts bis zum höchsten Punkt (1013 MüM) des Tages und von dort weiter zum Hotel /Restaurant Wissiflue. Dieses Hotel war natürlich am Dienstag geschlossen, aber es „geschahen noch ein Zeichen und Wunder“. Die Chefin war anwesend und hat uns trotz Wirtesonntag bedient (wir durften sogar die Tische zusammenstellen). Die Zvieri-Pause wurde dann zu einem richtigen Highlite, neben der traumhaften Aussicht und einem Glas „Weissen“ erfuhren wir, dass Sylvia eine waschechte Zürcherin aus Wipkingen ist und seit 28 Jahren mit Ihrem Mann das etwas abgelegene Hotel mit eigener Seilbahn führt. Sie bestätigte auch was Werni schon erwähnt  hatte, dass in diesem Hotel vor ca. vier Jahren ein Tatort-Krimi gedreht wurde.  Nach unserer entsprechenden Frage konnte sie auch das Geheimnis der oben erwähnten Gedenktafel lösen (die vier Personen kamen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben). Sie hätte wahrscheinlich noch zwei Stunden weiter erzählt aber wir mussten ja noch nach Gersau hinunter.

Trotz der ca. 500 Höhenmeter war der Abstieg ganz okay, wir haben jedenfalls heute keinen Muskelkater. Im Restaurant La Porta konnten wir dann wie das nach so einem Wandertag Usanz ist, ist einen Coupe konsumieren und den Tag Revue passieren lassen. Das Wetter war okay, ganz wenig Regen, einmal etwas Nebel, dann wieder Sonnenschein, jedenfalls ideale Temperatur zum wandern. Eine Vielfalt von Tieren hatten wir gesehen darunter zwei Pfauen, Lamas, Wollschweine und last but not least einen schwarzen Milan. Eine geniale Wanderung Fredi, Deiner Wiederwahl als Organisator für die nächsten zehn Jahre steht nichts im Wege.

Ganz zum Schluss möchten wir noch einen speziellen Gruss an Franz Brunner richten: Gute Besserung und hoffentlich bist Du bald wieder dabei. 

Links zu einigen im Bericht erwähnten Punkten. 

Flugzeugunglück 1991

Fernsehkrimi Tatort 2012

Hotel Wissiflue

 

Fotos Werni, Hane

 

Wanderkarte: Weggis – Gersau (klick)

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Menziken AG – Herlisberg – Hildisrieden – Sempach

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Mrz 272017
 

Tagesbericht von Roman Bieri vom 28. März

Die Eckdaten unserer heutigen Wanderung – wie immer von unserem erfahrenen und allseits geschätzten Wanderleiter Fredi vorgängig im Internet aufgeführt – lauteten: Strecke: 19,45 km; Wanderzeit: 4 Std. 50 Min.; Steigung: 323 m, Gefälle 363 m. Dem Anspruchprofil gemäss als „leicht“ eingestufte Wanderung entsprachen wohl diese Daten.

Nun, in morgendlicher Frische waren 15 Wanderlustige gewillt, dieses Unternehmen zu starten. Der Wettergott hatte es sehr gut gemeint, ein wolkenloser Himmel und fast sommerliche Temperaturen wurden prognostiziert. Ob es wohl zu T-Shirt-Wetter reichte? 

Übrigens, welch ein Privileg! Mit diesen Voraussetzungen in die Welt zu wandern, während die Perrons beispielsweise in Birmensdorf und Lenzburg gefüllt waren mit der schon am Morgen gestressten werktätigen “Jugend“. Auch dieser Tatsache dürfen wir uns für einmal bewusst sein.

In Menziken angekommen, war die Erwartung gross, dass zunächst eine Aufwärmrunde mit Kaffee und Gipfeli  stattfinden würde. Weit gefehlt! Das Wirtshaus wäre nur durch einen grösseren Umweg zu erreichen und weitere diesbezügliche Möglichkeiten gäbe es bis Hildisrieden ohnehin nicht. Es war ja schliesslich ein Dienstag, ein Werktag, der bei vielen Wirtshäusern als Ruhetag gilt.

Doch diese Tatsache tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Nach einem kurzen Aufstieg wurden wir schon ums Vielfache entschädigt. Es öffnete sich eine herrliche Geländekammer. Eingebettet von den sanften Hügelzügen Erlosen und Lindenberg lag der Hallwilersee zu unseren Füssen. Wahrlich eine Augenweide!

Ohne es bemerkt zu haben und ohne eine trump’sche Mauer zu überklettern hatten wir die Kantonsgrenze Aargau-Luzern passiert. Das erste und letzte Dorf bis Hildisrieden war Schwarzenbach, das 2005 mit der Gemeinde Beromünster fusionierte. Das prächtige Gasthaus mit dem weitausladenden Dach in der Dorfmitte war tatsächlich geschlossen. “Wiedereröffnung am 1. April“, stand auf der Tafel. Ob es wohl ein Scherz war?

Nun begann die eigentliche Höhenwanderung durch Wald und Feld. Betreffend Kleider konnte das Zwiebelprinzip angewendet werden, Jacke und Pulli wurden im Rucksack verstaut. Zwei kurze Pausen unterbrachen die sehr angenehme Wanderung  und es blieb viel Zeit zum Plaudern und Gedankenaustausch. Lokales vermischte sich mit Nationalem, ja sogar Internationalem. Nicht nur die Aktivitäten unserer allseits beliebten Bundesrätin Doris (Energieartikel!), sondern auch die Missetaten von Putin, Trump und aktuell Erdogan wurden eingehend und auf unterschiedlichste Weise kommentiert.

Beim Wandern öffnete sich plötzlich ein Blick in Richtung Baldeggersee und Schloss Heidegg. Je näher wir unserem Mittagsziel kamen, umso mehr zeigte sich auf der “Zentralschweizer Sonnenterrasse Hildisrieden“ ein prächtiges Panorma der Innerschweiz. Im Hotel “Zum Roten Löwen“ wurde nach vierstündiger Wanderung ausgiebig gegessen und selbstverständlich kam die Tranksame nicht zu kurz. Prompte Bedienung, nette Wirtsleute, eine vielfältige Menuekarte, ausgiebig Platz im grossen Saal! Kompliment und ein herzliches Dankeschön!

Ausgeruht und wohlgenährt ging’s dann in Richtung Schlachtkapelle. Die Schlacht auf dem Fresko machte Eindruck. So besagt die Heldenlegende, dass der tapfere Arnold von Winkelried sich in die Speere der Habsburger geworfen und dabei gerufen hat: „Ich will euch eine Gasse bahnen, sorget für mein Weib und meine Kinder!“ War es Dichtung oder Wahrheit oder modern ausgedrückt sogar eine Fake-News? Auf alle Fälle hatten die Eidgenossen die Habsburger besiegt. Prominentes Opfer war übrigens Herzog Leopold, der Dritte.

Eine weitere kurze Etappe brachte uns dann ins historische Städtchen Sempach. Nach ca. 20 Kilometer Wanderung hatten wir nun einen Schlusstrunk bzw. ein grosse  “Helles“ im Hotel Adler mit Blick auf See sicher verdient.Ein letzter Spaziergang dem See entlang, ein Blick in die Vogelwarte Sempach (ein längerer Besuch würde sich sicher mal lohnen), dann zur Busstation und heimwärts ging’s via Sempach Station, Luzern und Zug.

Das Tagewerk war vollbracht! Eine wunderschöne Frühlingswanderung fand ihr Ende.  

Die Fotos werden neu in einer etwas anderen Art präsentiert. Dadurch können die Bilder auch auf den Mobile Phones wie auch auf den Tablets angeschaut werden (extra wegen Dir Hans :-). Zuerst ein kleines Bild auswählen, dadurch wird es vergrössert angezeigt. Nachher einfach ins Bild hineinklicken, dann wird automatisch zum nächsten gewechselt. 

Fotos Werni, Föns, Hane

Wander-Karte Menziken-Sempach 

 

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