Wanderbetrieb-Gut vorderhand eingestellt

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Mrz 182020
 

Mail von Fredy: 

Hoffentlich könnt ihr eure Ferien ohne Coronavirus im Hotel resp. auf dem Schiff geniessen. Bei uns ist nichts mehr wie es einmal war, Läden, Restaurants geschlossen Schulbetrieb Schweiz weit eingestellt! Auch Senioren sollen sich nicht mehr treffen. Somit muss in nächster Zeit, wohl jeder für sich alleine wandern.Kannst du aufschalten, dass die Wanderungen bis auf weiteres nicht stattfinden können.

Hilft Grappa tatsächlich (klick)?

 

Anmerkung Hane: 

Mit geniessen war es schnell vorbei. Wir waren zwar 24 Stunden auf dem Schiff, mussten es aber am Sonntag Abend fluchtartig verlassen. Wir wurden in ein Hotel verfrachtet und am Montag Abend zum Flughafen gebracht. Von dort flog uns die „Emirates“ via Dubai nach Kloten, die SBB nach Baar und ein Taxi nach Mättmi. Da sind wir jetzt, nicht ganz unglücklich darüber, dass der Heimtransport ohne Probleme möglich war.

Tagebuch vom Kurzaufenthalt in Mauritius

 

 

Mittwoch 26. Februar — Rotkreuz – Michaelskreuz – Hohle Gasse

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Feb 272020
 

Bericht: Hane 

Für diesen Wandertag waren Niederschläge, Sturm und Kälte angesagt. Trotzdem waren es drei Frauen und zwölf Männer sowie ein Vierbeiner, die sich der Herausforderung stellten. Gute Besserung an Max, bei dem leider am Dienstag die Hexe unerwartet zu Besuch war und er dadurch auf die Teilnahme verzichten musste. Die Anreise nach Rotkreuz war sehr kurz, wodurch die Abfahrtszeit von zu Hause erfreulich spät erfolgte. Die Kälte bekamen wir tatsächlich schon nach dem Aussteigen aus dem Zug zu spüren und wir steuerten daher sofort das nächste Café an. Der Wanderleiter hatte aber andere Pläne und so hiess es Säcke aufnehmen.

Nach ca. 40 Minuten Marschzeit kamen wir dann zum Restaurant Breitfeld wo Tische und Gipfeli für uns reserviert waren. Das Restaurant war total mit Fasnachts-Zeugs dekoriert. Attraktiv und sehenswert war die Ausstellung mit den unterschiedlichen Lebkuche-Häuschen. Das Restaurant bietet übrigens eine exklusive Küche, eine Minigolfanlage sowie eine schöne Aussicht auf den Zugersee. 

Nach dem wohltuenden Zwischenhalt ging’s zurück an die eisige Kälte wo sich Wind und starkes Schneegestöber immer wieder abwechselten. Bis zum Michaelskreuz lagen ca. 300 Höhenmeter und ca. 4 km Fussmarsch vor uns. Der Fussweg war gut ausgebaut, die Kälte und der Wind waren aber zurückhaltend ausgedrückt, etwas störend. Nach gut einer Stunde waren wir dann am Ziel, suchten aber das Kreuz vergebens. Im Google kann nachgelesen werden, dass das Michaelskreuz seit 1436 kein Kreuz mehr sondern eine Kapelle ist (klick).

Leider war das angrenzende Restaurant wegen Ferienabwesenheit geschlossen. Fredy hatte dies natürlich im Voraus abgeklärt und darum im Restaurant Frohsinn in Udligenswil reserviert, welches wir nach  knapp einer Stunde Fussmarsch erreichten. Das Lokal sieht von aussen recht bieder aus, die Gaststube und das Säli waren aber äusserst stilvoll eingerichtet. Bekannt ist das Lokal seit Generationen als Güggeli-Beiz, in den letzten Jahren kamen aber Gault-Millau-Punkte (klick) für andere Gerichte dazu.

Nach dem feinen Mittagsmenu mit Hackbraten, Gemüse und Kartoffelstock konnten wir frisch gestärkt die Wanderung nach Küsnacht fortsetzen. Der Weg führte in Küsnacht zuerst ein Stück dem Vierwaldstätter-See entlang und später an vielen historischen Bauruinen vorbei zum Restaurant Winkelried. Eine Beiz wie sie gemütlicher nicht sein könnte, der Kafi Luz hat jedenfalls sehr gut geschmeckt. Dass das Lokal zudem eine historische Vergangenheit hat, wurde von Irene mit einem Foto  festgehalten.

Für die letzte Etappe zur „Hohlen Gasse“ benötigten wir dann nochmals etwa eine halbe Stunde. Selbstverständlich liessen wir es uns nicht nehmen, den Weg oder eben die Gasse abzuschreiten, wo gemäss der bekannten Sage der Landvogt Gessler von Wilhelm Tell erschossen wurde.

 

 

Von dort brachte uns das Postauto an den Ausgangspunkt Rotkreuz und anschliessend die SBB in heimische Gefilde zurück. Besten Danke Fredi, es war trotz des Hudelwetters eine tolle Tour mit einigen historischen Merkmalen.

Karte

Bilder: Irene, Richard, Werni 

 

Dienstag 18. Februar – Winterwanderung Braunwald

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Feb 202020
 

Tagesbericht: Monika

Die stürmische „Sabine“ hat uns einen Strich durch die Rechnung, oder besser Wanderung gemacht. Daher ist die zweite Wanderung eine Woche später angesagt und zehn Frauenfüsse sowie zwanzig Männerfüsse sind dabei.

Du bist heute ein bisschen vergesslich, meint Hane zur Berichterstatterin, denn sie hat soeben die Stöcke im Zug vergessen. Er ist ja sehr aufmerksam, aber dann die Vergessliche zum Schreiben verknurren tz tz tz.

Zuerst bringt uns die Bahn nach oben und der obligate Kaffeehalt ist im Hotel Cristal. Einige geniessen Apfelkuchen und andere die berühmte Glarner Pastete. Wie immer drängen sich Spendenfreudige auf.

Nun geht die Winterwanderung los. Der geplante Rundweg rechts über den Seeblengrat ist gesperrt. So gehen wir links und die Route führt oft am Rande der Skipiste aufwärts und wir müssen auf die vorbeibrausenden Skifahrer achten. Aber unsere Hundedame Ina hat ihre helle Freude und rennt diesen nach, bis der Meister eingreifen muss und sie für den Rest des Tages an der Leine ist.

Die umliegenden Berge präsentieren sich majestätisch, wir sind weg von der Piste und steigen auf Richtung Gumen, dem Mittagsrast. Das muss verdient werden, denn es „got huere gäch oppsi“. Natürlich ist der Abstieg etwas einfacher, man kann auch auf dem Hintern oder einfach hüpfend die hart erkämpften Meter vernichten.

Bis zum Ortstockhaus müssen wir den gleichen Weg retour und dort kehren wir zum Kaffee ein. Das denkmalgeschützte Haus mit seiner halbrunden Form hat der Architekt Hans Leuzinger (1887-1971) – pragmatisch modern – im Jahr 1931 errichtet. 2016 hat man sanft saniert, es erstrahlt jetzt im Ambiente von damals und im Komfort von heute. Die Aussicht auf den Ortstock, die Eggstöcke und die Glarner Alpen sind atemberaubend.

Bald ist es Zeit für den Rückweg, den wir auf dem Wanderweg bis nach Braunwald unter die Füsse nehmen.

Glücklich und zufrieden möchten wir dir, Fredi, einmal mehr ganz herzlich für die super Organisation danken.

Karte

Bilder: Richard, Werni 

 

Dienstag 21. Januar Pfäffikon – Feldbach

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Jan 222020
 

Tagesbericht: Max

Der Auftakt zur neuen Wandersaison war ein voller Erfolg: 16 begeisterte Wanderfreunde*innen (3 Frauen / 13 Männer) und 2 Hunde trafen sich im Zug nach Pfäffikon. Durch das Europäische Hoch begleitete uns ab dem frühen Morgen die Sonne; die z.T. auftretenden Bodennebel konnten die Scheibe aber nicht zum Verschwinden bringen. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt – die Wiesenflächen, obschon in der Erscheinung noch das kräftige Grün der Weidefläche dominierte, waren mit „Raureif – Zuckerguss“ überzogen. Ab dem  Bahnhof Pfäffikon führte uns der Wanderweg durch einen alten Dorfkern mit Flarzbauten. Die aneinander gebauten Hausteile mit sehr individuell gestalteten Vorgärten inspirierte uns zu interessanten Wahrnehmungen. Beim Erreichen des Pfäffikerseeufers ging die Dorfidylle in eine harmonische Ufergestaltung über. Auf einer etwas erhöhten Pfahlbaukonstruktion mit einer Holzrostgehfläche überquerten wir das anstosssende Riedgebiet. Der nächtliche Frost hatte die ufernahen Wasseroberflächen zu glatten Eisflächen verwandelt. Vor uns erschienen zwei, auf ca. 10 Meter Höhe abgesägten Baumstämme mit Nestüberbau – wir mussten einige Male hinschauen – darüber thronten auf ihren roten Stelzen zwei Storchenpaare in ihren selbst gewählten Winterquartieren. In diesen natürlichen Schilfzonen kann wohl der Adebar auch im Winter seine Nahrung finden!

Der Seerundweg führte uns schon bald auf die gegenüberliegende, westliche Seeseite. Am Horizont konnten wir den Kirchturm von Seegräben entdecken. Unser erstes Ziel war nicht mehr fern – „die Juckerfarm“ – bekannt von ihren farbenfrohen Kürbisgewächsen. Der Weg endete mitten im Zentrum der Anlage, die da, aus verschiedenen Gebäuden im bäuerlichen Stil bestehend, einen Hofplatz umstellen. Es sind das: Stallungen der Kleintiere, meist offene Lagerhallen, Einkaufsläden, Bäckerei und die Restauration, sowie Aufenthaltsräume – alles angeordnet um eine Feuerschale und Verweil – Sitzplätzen. Die erhöhte Lage der Juckerfarm, mit Blick auf den See und die Alpenkette, unterstreichen eine weitere Qualität des Ortes. Im Selbstbedienungsrestaurant konnten wir uns am Buffet bedienen mit dem, was unser Herz begehrte. Natürlich ist die Auswahl im Sommer noch viel grösser – dadurch wird die Beliebtheit der Anlage zur Belastung im idyllisch angrenzenden Dorfkern und zur verkehrstechnischen Herausforderung.

Wir genossen die sich uns bietende Örtlichkeit mit „einem Znüni“ und einer ausgiebigen Besichtigung. Der Abstieg ins Aathal führte uns durch Feld und Wald. Erstaunt nahmen wir wahr, dass der S-Bahnhof seinen alten Standort zugunsten einer neuen Verkehrsführung verlassen hat; die neue Linienführung mündet in einen Tunnel, der direkt vor dem Bahnhof liegt. Hier bestiegen wir den Zug nach Wetzikon, danach den Bus nach Grüt. Im südlichen Vorort von Wetzikon fanden wir wieder schöne Wanderwege abseits der Stasse, die uns Richtung Grüningen leiteten. Der Sonnenschein liess uns die frostigen Temperaturen „ertragen“, insbesondere, weil die vorangehende Bisenlage nicht mehr existierte. Das flache Gelände eröffnete uns die Silhouette des Städtchen Grüningen, das schon näher kommenden Mittagsziel. Fredi hatte uns „im Hirschen“ die Essensplätze in einem historisch Gebäude mit Jahreszahl 1541 vorreservieren lassen. Das Gebäude liegt im Dorfkern an einem viel befahrenen Strassenzug. Trotzdem sind Umfahrungsprojekte bis jetzt immer gescheitert und man begnügt sich mit einer Verkehrsanlage im Einbahnverkehr, um der Gegebenheit gerecht werden zu können.

Im Speisesaal des Restaurants Hirschen, des alten Landvogteiortes, wurden wir – dem Status entsprechend – fürstlich bedient. Gerne liessen wir das zu. Das ist ein Privileg der Vorsaison, weil die Verpflegung aus dem Rucksack wetterabhängige Risiken mit sich bringen würde. Beim Aufbrechen von der Tafelrunde wurden wir vom Chef einer Gartenbaufirma überrascht, der den ganzen Obulus für uns entrichtet hatte – herzlichen Dank. Es ist bezeichnend, wie grosszügig Teilnehmer unserer Wandergruppe sich zur Übernahme von auch „kleineren Runden“ zur Verfügung stellen – auch ihnen sei hiermit einmal herzlich gedankt. In diesen Gestiken der Grosszügigkeit steckt auch ein wunderbares Motiv, das die Erscheinung des inneren Zusammenhalts in unserer Gruppe unterstreichen kann!

Einen Augenschein konnten wir in der Begehung des Dorfkerns von Grüningen mitnehmen, danach orientierten wir uns wieder nach den Wanderwegzeichen. Sie wiesen uns in Richtung eines Moorgebietes, dem der Lützelsee angehört. Bekannt ist dieses Gebiet auch für seine Storchenkolonie, die im nahe gelegenen Weiler durch den Bau von Storchennester gepflegt wird. Hier finden sich nicht nur Zugvögel, die jahresbedingt ihre Gebiete wechseln – auch da sind Störche „Ganzjahresaufenthalter“ geworden. Vom Restaurantvorplatz im Freien, der an diesem Tag gut frequentiert schien (am 21. Januar!), sind auch die Wildganskolonien gut beobachtbar. Dieses Naturreservat wurde in das Inventar des Bundes aufgenommen und eignet sich vorzüglich für einen Sonntagsausflug, auch mit Kindern! Am anderen Ende des Seeuferweges trafen wir auf einen weiteren Weiler mit umgebauten, ausgestalteten Bauernhäuser und einem neuen Dorfladen, der regionale Produkte führt.   

Im südlich gelegenen Hombrechtikon eröffnete uns die Aussicht einen Blick auf den Zürichsee, ab hier wurde der Weg zu unserem Tagesziel sichtbar. Beim Abstieg durchwanderten wir einen Teil der Goldküste, die uns mit den speziellen landschaftlichen Schönheiten (Rebanbauflächen) in Berührung brachte. Die Baustile sind hier sehr verschieden; ältere Villen wechselten mit modernen Bauten ab. In Feldbach fanden wir noch eine „Auffangstation“, in der wir die Zeit bis zur Heimfahrt überbrücken konnten. Es war der ursprüngliche Ort, wo die ehemalige Brauerei Hürlimann ihren Ausgangspunkt nahm und Hansheiri Hürlimann zu brauen begann. Als die Brauerei nach Zürich zog (1865), wurde dieses Lokal verlassen. 

Die S-Bahn brachte uns wieder nach Hause.- ein schöner Tag hat damit seinen Abschluss gefunden. Der Wandersaisonstart konnte so in vollen Zügen genossen werden. Fredi – wir haben dein neues Thema „historische Orte“ schon verinnerlicht und äusserlich gefunden; in Pfäffikon, in Grüningen, am Lützelsee und in Feldbach. Herzlichen Dank für die erneute, erlebnisvolle Wanderung, die von dir wiederum hervorragend geplant wurde.

Bilder: Irene, Werni, Richard 

Karte 1. Teil

Karte 2. Teil

Schlussabend Hedingen (klick)

Dienstag 5. November – Oberneunforn-Kartause Ittingen-Nussbaumen

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Nov 062019
 

Bericht: Hane

Sechzehn Wanderfreudige waren es die an der letzten Tour im 2019 dabei sein wollten. Erfreulicherweise waren darunter auch drei Vertreterinnen des schwachen Geschlechts. Die Wettervorhersage war zwei Tage vor der Wanderung obermies, am Wandertag selber aber das Wetter dann ausgezeichnet. Die Sonne aber auch Gewölk begleitete uns den ganzen Tag, die Temperaturen waren absolut perfekt zum Wandern.

Die SBB brachte uns via Zürich und Winterthur (Kafihalt) nach Ossingen und von dort das Postauto nach Stammheim. Grundsätzlich wollten wir ja zwar nicht nach Stammheim, aber der Postautochauffeur der leider kein Hellseher war machte in Obernüfere keine Anstalten zum Anhalten. Wir haben darum eine halbstündige Ehrenrunde gedreht um an den Ausgangspunkt in Oberneunforn zu kommen.

Dort ging es dann aber zügig los, unser Tourenleiter hatte auf 11:45h das Mittagessen reserviert. Der mehr oder weniger flache gut ausgebaute Weg führte via „Niedernüfere“ Richtung Osten in die Gegend von Iselisberg.

Beim Schild das Einigen der aufmerksamen Mitwanderern aufgefallen ist handelt es sich um folgende Story. 2003 sind auf dem Iselisberg zwei Gefahrentafeln aufgestellt worden mit einem Schaf und der Schrift «Achtung dä Maier». Aufgestellt haben es Freunde von Urs Maier zu seinem 30. Geburtstag. Er besitzt 400 Schafe, die Bio-Schafmilch liefern. Früher zog er mit den Tieren über die Strasse. Heute nicht mehr, weil die Strasse zu stark verschmutzt wird.

In der gleichen Region war dann der erste Pausenhalt angesagt. Überraschung Nr. 1 an diesem Tag. Annelies hat plötzlich vier Flaschen Weisswein mit Nüssli hervorgezaubert. Die Story dahinter: Am 10. April dieses Jahres endete eine Tour in Twann. Dort hatten wir natürlich erwartet, dass wir vor der Rückfahrt sicher ein oder zwei Gläser des entsprechenden Weissweins konsumieren würden. Leider fanden wir damals kein Restaurant, das Twanner auf der Karte hatte. Annelies ist darum letzte Woche kurzerhand nach Twann gefahren um einige Flaschen zu kaufen, damit können wir dieses  Thema jetzt abschliessen.   

Nach dem zunehmend lustiger werdenden Zwischenhalt war der Zeitdruck weiter angewachsen, also mussten wir etwas Gas geben. Übrigens bei dem utopischen Gebilde das wir unmittelbar nach der Pause passierten handelt es sich nicht wie wir irrtümlich angenommen hatten um ein NASA-Projekt, sondern um eine Navigationshilfe für den Anflug auf Kloten (Zurich East VOR-DME).

Nach ca. einer Stunde Fussmarsch kamen wir dann mit ca. einer halben Stunde Verspätung in der Kartause Ittingen an. Das Mittagessen hatten wir bereits in Winterthur ausgewählt und Fredy hatte die entsprechenden Wünsche ans Restaurant telefonisch durchgegeben. Hinweise zur Kartause ganz unten.

Nach dem Essen sorgte dann endlich Hansen’s weiblicher Hund wieder für Abwechslung. Die Schafe die glücklicherweise eingezäunt waren, rannten sich im Gehege jedenfalls beinahe die Lunge aus dem Leib. Der Rückweg Richtung Stammheim verlief etwas nördlicher zum Hüttwiler See und anschliessend zum Nussbommersee. Auf dem Weg dorthin sahen wir in den umliegenden Hügeln überall Reben und in den Ebenen einige Hopfen-Plantagen. 

Bei der nächsten Wanderpause hatte Annelies die zweite Überraschung vorbereitet. Sie packte resp. liess auspacken, einen selbstgebackenen Schoggikuchen zu Fredys rundem Geburtstag der nächste Woche ansteht. Weiter so Annnelies der Kuchen hat fein geschmeckt 🙂

 

Nach ca. einer weiteren Stunde Fussmarsch, wobei wir zwei Male die Grenze zum Kanton Zürich passierten, waren wir am Ziel in Nussbaumen. Wie es so Brauch ist ging es direkt in’s Restaurant (Löwen). Beim Verlassen des Lokals, nach einem Kafi Luz resp. einem Bier, glaubten wir den Augen nicht zu trauen – es regnete wie ein Schwein.

Trotz Regen machten wir uns happy und zufrieden auf den Rückweg in heimatliche Gefilde. Herzlichen Dank Fredy es hat wieder Spass gemacht, Du kannst Dich bereits auf eine Vertragsverlängerung einstellen.  

Achtung an Alle: 24. Januar 2020 Abschlussabend im Kuhstall in Hedingen.

Bilder: Irene, Werni, Jörg 

Karte

Die Kartause Ittingen ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser in der Gemeinde Warth-Weiningen. Heute ist sie ein Kultur- und Seminarzentrum mit zwei Museen, Hotel, Restaurant, einem Gutsbetrieb sowie Betreutem Arbeiten und Wohnen für Menschen mit einer psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung.
2017 baute das Künstlerduo Bildstein/Glatz vor den Toren der Kartause Ittingen die Grossplastik LOOP. Losgelöst vom Anspruch der Benutzbarkeit materialisiert sich inmitten der ländlichen Idylle ein fantastisches Sinnbild und Gedankenspiel: ein knapp 15 Meter hoher, farbiger Doppellooping aus Aluminium und Holz, der bis 2020 auf der Wiese vor dem Kloster stehen soll.

22. Oktober – Wanderung Fläsch – Regitzerspitz – Jenins

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Okt 242019
 

Bericht: Geri

Teilnahmerekord kurz vor dem Saisonende

Eine rekordgrosse Gruppe von 20 Wanderlustigen trifft sich im Schnellzug in Zürich zur gemeinsamen Fahrt ins Bündnerland. Bereits während der Reise zur zweitletzten Wanderung in diesem Jahr ist die Stimmung aufgestellt und aufgeräumt. Zwischenzeitlich droht allerdings der Super-Gau für einen unserer Wanderfreunde. Da hat doch einer von uns tatsächlich gemeint, dass man das Halbtax-Abo zu Hause lassen könne. Aber „oha Lätz“, derjenige hat die Rechnung ohne die gestrenge, fremdsprachige, ja beinahe fremdländische Bahnbegleiterin gemacht. Nach langem Hin und Her – Brexit lässt grüssen (!) – wird jedoch Gnade vor Recht belassen. Unser „Gspänli“ bleibt uns so erhalten, aber irgendwie ist sein Ruf an diesem Tag schon ein wenig angeschlagen. Und auch Lüschers Hündin knurrt wohl nicht ohne Grund!  Nach der ausserordentlich kurzweiligen Bahnfahrt wechseln 3 Frauen, 17 Männer und eine Hündin in Landquart vom Zug auf das Postauto. Das gelbe Gefährt führt uns durch die idyllische Landschaft der Bündner Herrschaft bis nach Fläsch. Hier erspähen wir neben typischen Häusern auch eine rechte Anzahl neuer, moderner Gebäude. In einem davon entdecken wir – oh Wunder (gäll Fredi) – das Café BISTRO FLÄSCH. Das Lokal ist ein integratives Angebot im Konzept von WOHNENPLUS (offenes und betreutes Wohnen im Alter), welches Begegnungsmöglichkeiten für Bewohner mit externen Personen zum Hauptziel hat.              

Nach dem gemütlichen Kaffeehalt mit Gipfeli machen wir uns unter dem Motto „betreutes Wandern“ auf den ersten Teil unserer Tagestour.  Der ziemlich steile Zick-Zack-Weg führt uns hinauf zum Fläscherberg. Vorbei an alten Militärbauten geht es weiter und wir legen noch einen Zacken zu. Schliesslich erreichen wir den Regitzer Spitz, mit 1131 Metern der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung. Hier oben bietet sich eine tolle Rundsicht, die allerdings durch viele Nebelschwaden und Wolken ziemlich beeinträchtigt ist. Tief unter uns – unter den steilen Felswänden – liegt Fläsch und das Rheintal. Der Pizol, das Sarganserland und der Gonzen  sind uns nah und immerhin erblicken wir auch den Calanda (keine Bier-Fatamorgana!). Hinter uns schliesslich grüsst der mächtige Falknis. Auf der Plattform des Regitzer Spitz geniessen wir die verdiente Mittagsrast und unsere Verpflegung aus dem Rucksack.

Dann machen wir uns auf den steilen Abstieg, der es zum Teil in sich hat. Konzentriert und grösstenteils mit den obligaten Wanderstöcken bewaffnet, schaffen wir aber auch diesen Abschnitt ohne Zwischenfälle. Und bald stellt sich die Frage, ob wir in Luzisteig an einem „angeschriebenen Haus“ vorbei weitermarschieren oder eben doch einkehren wollen. Schnell siegt bei uns allen die Bequemlichkeit und wir geniessen die Erfrischung in der Gartenwirtschaft des Restaurants „Panorama“. Nur für einen von uns ist das Geniessen vorbei. Unser Werni hat sich leider eine Verstauchung geholt, aber nicht etwa an den Extremitäten. Nein, eine Magenverstimmung bewog ihn, den Heimweg früher als geplant anzutreten.

Frisch gestärkt nehmen die 19 Gesunden den Schlussteil der Wanderung unter die Wandersohlen. Am Militärmuseum St. Luzisteig vorbei gelangen wir bald in flaches, leicht bewaldetes Gebiet. Auf einer kurzen Hängebrücke überqueren wir das Lochrufi-Tobel. Bald treten wir aus dem Wald und wandern mitten durch einen grossen Park mit wunderschönen Eichenbäumen und diversen Picknickstellen. Es geht vorbei am „Bildungszentrum Wald und Holz“ und bald darauf erreichen wir, dem aufsteigenden Strässchen folgend, das Heididorf mit dem Heidihaus, das als Museum besichtigt werden kann. Wir aber marschieren weiter mitten durch das schöne Gebiet mit den vielen goldgelb gefärbten Rebbergen der Bündner Herrschaft und nähern uns schnell unserem Tagesziel Jenins. Hier mitten im Dorf ist uns das Glück nochmals hold: Auf der gemütlichen Terrasse des Restaurants „Rätia“ geniessen wir einen vorzüglichen, einheimischen, weissen Rebensaft und lassen den wunderbaren Tag noch einmal Revue passieren. Danke Fredi, auch diesmal war es wieder ein super-toller Tag!

 

Bilder: Irene, Werni, Richard

Karte 

Dienstag 8. Oktober – Neuenburger Jura

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Okt 092019
 

Tagesbericht: Max

Zur heutigen Wanderung haben sich 18 Begeisterte im HB Zürich eingefunden (3 Frauen) und 1 Hund. Nach Wetterbericht sollte der Himmel bedeckt sein – mit Niederschlägen ist aber nicht zu rechnen. Bei der Zugsausfahrt aus dem Hauptbahnhof nahmen wir ein grelles Morgenrot (orange) wahr – was das wohl für den Tag bedeuten möge? Im voll besetzten EC – Zug, bei angeregten Gesprächen, gleiten wir unserem 1. Ziel, Neuenburg, entgegen. Freude herrscht, als wir in der Region Biel westwärts einen blauen Himmel ausfindig machen konnten. Beim Verlassen des Zuges stand uns das Bahnhofbuffet zur üblichen Morgenbelebung zur Verfügung (Café mit Gipfeli). Nach dem Zwischenhalt führte uns der Regionalzug in die Areuseschlucht, wo wir in Champ du Moulin die Bahn verlassen. Wir sind nun in derselben Schlucht, die wir zum „Jura – Canyon Creux du Van“ schon früher einmal durchwanderten – der damalige Einstieg zum Taleinschnitt erfolgte aber bei Boudry. Heute führte uns der linksseitige Schluchtweg durch eine weiter oben liegende Talsohle, die wir noch nicht kannten.

Zu erwähnen ist hier ein neu zur Gruppe gestossener Wanderkollege, der ursprünglich aus dem Wallis stammt und jetzt in der Nähe von Karl Hinnen in Unterengstringen wohnt. Er heisst Riccardo / Richard und hat sich schon übergangslos bei uns eingelebt. Herzlich begrüsst seist du bei uns.

Aufgrund der zum Teil intensiven Regenfälle der vergangenen Tage zeigte sich die Areuse in einem Hochstand ihres Wasserpegels, der beeindruckend war. Die sich in diversen Katarrhakten (Stromschnellen) aufteilenden Flussabschnitte überwanden wir auf gut angelegten, künstlichen Treppenkonstrukten. Im diesem Talabschnitt wurden nur wenige Gebäulichkeiten errichtet, die ausschliesslich der Wassernutzung dienen. Insbesondere wurden Kanäle, Stauanlagen und Verbauungen gebaut, die zur Sicherungen für die Energiegewinnung erforderlich waren. Auf dem kunstvoll angelegte Wanderweg überbrückten wir mehrere Male den Wasserlauf auf Stegen und auch in Fels angelegten Abschnitten, von denen die Naturgewalten eindrücklich erlebbar wurden.

Beim Dorf Noiraigue weitete sich wiederum die Schlucht zu einer Ebene, was die Ansiedlung dieses malerischen Dorfes begründete. Von hier führt die Strasse nach Freurier hinunter. Wir aber folgen dem Wanderweg nach der nördlich gelegenen Bergkrete, zuerst moderat ansteigend, dann immer steiler werdend, aber gut zu begehen. Durch den bewaldeten Weg sehen wir im immer noch dicht belaubten Baumbestand nur wenig von der bewältigten Höhenmetern, da Aussichtsterrassen fehlen. Die erste Möglichkeit zeigt sich beim Sendeturm auf 1125 müm, wo wir uns ca. 400 Meter über der Talsohle befinden. Fredi lässt uns hier eine Zwischenverpflegung geniessen, denn der Kretenweg, der hier seinen Anfang nimmt, ist zudem auch ein Waldweg, der wenig Aussichtspunkte bietet. Der weitere Aufstieg zum Berg Solmont (1264 müm) lässt uns die steil abfallende Gratkante, als Abgrund zur südlichen Talseite, durch die Bewaldung nur schwer erlebbar machen. Wir können aber, ansatzweise, in der gegenüberliegenden Bergkette, die Wand des Creux du Van ausfindig machen.

Nun kommen Fragen zum Panoramawanderweg auf Fredi zu; er rechtfertigt sich so, dass er eine Abholzung zum Zwecke einer Sichtfreiheit beantragt habe, diese aber offensichtlich noch nicht erfolgt sei. In dieser Ungeduld verharren wir in den Sicht behindernden Waldstücken, die uns kontinuierlich die Aussicht verbergen. Zu empfehlen ist dieser Weg als Sommerwanderung, denn die Beschattung durch den Laubschirm ist hier beinahe lückenlos gegeben. Da der Weg nach Osten führt, werden wir der in der Ferne liegenden und neu verschneiten Alpenkette gewahr, die aus dem Ende der gegenüberliegenden Bergkette hervortritt. Um die Aussicht geniessen zu können, müssen wir uns noch bis ans Kretenende bewegen, von wo sich uns, auf dem Aussichtsspunkt Tablettes (1290 müm), ein einmaliger Höhepunkt eröffnet: Im Nordosten der Säntis / Clariden, im Südwesten das Montblanc – Massiv, dazwischen bleibt nichts verborgen! Die Fernsicht ist beinahe ideal – ein Wolkenband auf ca. 3500 müm liegend, hüllt aber einige Bergspitzen ein. Unter uns liegt der Neuenburgersee, dahinter der Murtensee, westlich gelegen die Ebene von Payerne, dahinter liegen die Freiburger Alpen. Grund zum Verweilen! Bei schönstem Sonnenschein – und recht warmen Temperaturen können wir die Seele baumeln lassen.

Der jetzige Verpflegungsaufenthalt kann nur „schwerem Herzen“ verlassen werden. Nun folgt der Abstieg zum Col de la Tourn. Hier wird der Baumbestand lichter – typische Juraweiden. Nochmals bietet sich uns ein Vue de Point an: Eine Aussichtsterrasse durch ein kleines Waldstück erschlossen – auf einem Felsgrat führend – mit Blick in südöstlicher Richtung. Wau! Danach folgen wir auf grünen Matten dem Weg durch Kuhweiden bis zum Pass (mit dienstags geschlossenen Restaurant). Hier werden wir vom Postauto nach Neuenburg mit Halt direkt beim Bahnhof, hinunter gefahren. Immer noch schönes, warmes „Altweibersommerwetter“, Grund genug, um auf ein Restaurant mit Terrasse Ausschau zu halten. Das chinesische Restaurant gegenüber dem Bahnhof bietet sich an – denn auch Riccardo will seinen Einstand mit Walliser Weisswein begiessen lassen. Danke vielmals!

Wir beschliessen einen wunderbaren Tag mit der Rückfahrt mit dem EC – Zug um 18.00 h ab Neuenburg – immer noch bei Sonnenschein und beenden ihn bei schon dunkler Nacht in Zürich. Die Jahreszeiten lassen grüssen! Fredi: Wiederum für das von uns Erlebte sei dir herzlich gedankt. Alles war wieder grossartig!

Bilder: Werni, Föns, Richard

Karte

Dienstag 17. September / Niederhorn – Gemmenalphorn – Beatenberg

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Sep 182019
 

Tagesbericht: Monika

Den heutigen Wandertag kann man wohl als den Tag bezeichnen, an dem wir sicher vier Mal auf dem letzten Zacken um- oder eingestiegen sind.

Aber schön der Reihe nach.

Vierzehn Wanderfreudige fahren Richtung Bern und dort kommt es bereits beim Umsteigen nach Thun zum ersten Zacken. Weil wir fünf Minuten zu spät ankommen, schaffen es sechs Personen nicht mehr in den Zug auf dem Nebengleis. Doch ein SBB Funktionär rast mit uns Rolltreppe rauf und Rolltreppe runter zu einem Zug mit nur einem Halt in Münsingen. Wir können uns ausrechnen, dass es sehr schwierig sein wird, das Postauto zur Beatenbucht zu erwischen. Aber es klappt, Zacken zwei. Wie in Indien sind wir eingepfercht, vorwiegend mit Schulkindern und SeniorInnen.

Bei der Beatenbucht steigen wir aus, und dort bringt uns die Standseilbahn hinauf zur Beatenberg Station. Nachdem alle ein Billett haben, steigen wir um auf die Gruppenumlaufbahn zum Niederhorn. Wie üblich wird zuerst Kaffee und Kuchen/Gipfeli auf der Terrasse genossen.

Bevor wir loswandern, bewundern wir das Alpenpanorama von Eiger, Mönch und Jungfrau sowie eine wunderbare Rundsicht ins Justistal. Um elf vor elf wandern wir los über den Güggisgrat auf das Gemmenalphorn. Der Aufstieg ist nicht so steil und das hört man gut an der Schwatzigkeit der Männer. Auf dem Horn, 2061 m hoch, geniessen wir das Mittagessen und es gibt auch wieder Nussstängeli. Beim nächsten Halt schlägt Fredi vor, man könnte von der Beatenbucht auf das Schiff gehen. Die Idee findet Anklang, es heisst aber auch, das Tempo etwas anzuheben und nicht zu trödeln. Prompt wird in der Euphorie ein Abzweiger verpasst und plötzlich merken wir – es wird sehr, sehr eng.

Erreichen wir das Postauto? Dank eines Taxis für ein Gruppenmitglied erreichen wir es, Zacken drei, mit einer Minute Reserve.

Bei der Station Beatenberg fährt die Bahn nicht so schnell los und schon kommen Ängste auf, ob wir es auf das Schiff schaffen. Bei der Ankunft sehen wir bereits das Schiff einfahren und mit schnellem Tempo erreichen wir es,  Zacken vier. Fredi weiss von einem hervorragenden Weisswein und eine Flasche nach der anderen wird gesponsert. Danke!!!

Der Sauvignon Blanc aus der Kellerei Nadine Saxer aus Neftenbach ist tatsächlich vorzüglich.

Mit uns sitzt am immer grösser werdenden Tisch eine Französin, die sich etwas aufregt, dass das Personal nicht französisch spricht. Wir verhelfen ihr zu ihrem Getränk, einer bezahlt es sogar, worauf sie die Schweizer dann doch noch ganz toll findet: Vivent les Suisses!

In Thun haben wir genügend Zeit und können bis Zürich im Zug bleiben. Kein weiterer Zacken. Glücklich und zufrieden möchten wir dir, Fredi, nach diesem gut ausgeklügelten Wandertag ganz herzlich danken.

Bilder: Irene, Werni, Jörg

Karte

Dienstag 3. September – Arnisee

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Sep 032019
 

Tagesbericht: Max

Es ist schönes Herbstwetter angesagt, am Morgen eher etwas kühl und teilweise liegen Nebelfelder über der Landschaft. 17 Wanderfreudige (darunter 3 Frauen und ein Hund) treffen sich im Zug, der uns nach Erstfeld bringt – danach fährt uns der Linienbus nach Göschenen, die alte Gotthardstrecke bis nach Intschi, der Talstation der Seilbahn zum Arnisee. Für unsere Gruppe sind drei Bergfahrten notwendig, da die Gewichtsbeschränkung in der Kabine anzeigt, dass max. 7. Personen mitgeführt werden können. Die Höhendifferenz von ca. 700 Meter zum Arnisee (1368 müM) schaffen wir so in wenigen Minuten. 

Unmittelbar oberhalb der Bergstation liegt das mit einer grossen Sonnenterasse sich anbietende Bergheim, wo wir uns bei Café / Gipfeli stärken und die wärmenden Sonnenstrahlen „aufsaugen“ können. Aber nicht nur das – wir kommen auf der kleinen Geländemulde auch in den Genuss der herrlichen Aussicht über das tief unter uns liegende, nach Süden sich erstreckende Reusstal bis ins Gotthardmassiv und den Blick ins Bergmassiv des gegenüberliegenden Maderanertals mit den flankierenden „Eingangstürmen“ von Windgällen und Bristen. Etwas weiter südlich gelegen sehen wir ins Fellital, das über die Fellilücke direkt zum Oberalppass führt. 

Der Aufbruch zur Tageswanderung führt uns zuerst an den klaren Arnisee, einem Stausee, der durch Bergbäche der vergangenen Regentage reich gefüllt worden ist. Wir sehen, dass das Grasnabenende bis gut einen Meter unter der Wasseroberfläche liegt – das üblicherweise die Uferbegrenzung darstellt. Nun weist uns die Wanderroute Richtung Heitersbüel / Leitschachbach – über einen gut ausgebauten Wanderweg, vorbei an einzelnen Ferienhäusern, zum Weg nach der Furt. Beim ersten Anstieg finden wir uns von einer herbstlichen Vegetation umgeben – viele verblüte Alpenrosenstauden, Erikablüten und  Heidelbeersträucher sind hier anzutreffen. Dazwischen wachsen kleinwüchsige Koniferen – eine Nadelbaumart. Und dann die überall gegenwärtigen, recht grossen Pilze – wie immer die Auffälligsten unter ihnen die roten Fliegenblätterpilze in den schönsten Ausformungen. Im offenen Taleinschnitt brennt uns die Sonne in den Nacken und schon bald werden Kleiderschichten reduziert, die uns „ins Schwitzen“ bringen.

Die Wandergruppe kommt auf dem moderaten Anstieg des schmalen Weges immer wieder ins Stocken, weil sich die Teilnehmer den verlockenden Gelegenheiten der sich anbietenden blauen Früchten der Heidelbeerstauden nicht verschliessen können – das Naschen ist angesagt. Es ist erstaunlich, wie flächendeckend diese Pflanze sich ausbreiten konnte – alle reich behangen. Beim Stundenhalt, wo das Plündern des Rucksacks mit ersten Snacks üblich ist, können andere der Gelegenheit des Heidelbeerpflückens nicht widerstehen. Durch blaue Fingerkuppen lässt sich die Gruppe identifizieren, die sich ihrer Leidenschaft nicht verschliessen konnte. 

Der nächste Aufstieg war sehr steil, teilweise senkrecht zum Hang. Das lies die Gesprächsbereitschaft vieler Teilnehmer verstummen, denn sie waren mit den Anforderungen des Geländes beschäftigt. Dann überzog uns der aufsteigende Nebel und wir wurden umgehend der herrlichen Aussicht beraubt. Auch Panoramawanderungen lassen sich nicht so organisieren, dass Unvorhergesehenes auszuschliessen wäre. Nun gibt es aber Gräte, die eine Wetterscheide ermöglichen – das war da der Fall, als wir die Krete erreichten und uns ein blauer Himmel auf der anderen Seite die Schönheit der Aussicht offenbarte: diesmal in Richtung Urnersee bis Ennetbürgen, aber auch auf ein Gebiet der Wanderung in die Wildheuerwegregion. Die klare Sicht gab Fredi die Möglichkeit, uns die Berg- und Talwelt der Urner – und übergreifenden Umgebung mit seinen Kenntnissen genauestens zu erläutern. Wir befanden uns in auf- und absteigender Weise auf der Höhenkurve um 2000 müM und sahen das Gipfelkreuz Sunnig Grat als  Ziel unserer Wanderung weit voraus. Das Erreichen dieser Anhöhe war aber wiederum ein „steiniger Weg“, da die unförmigen Felsbrocken „durchstiegen“ werden mussten. Der Aussichtspunkt entschädigte uns aber für unsere Bemühungen mit einer herrlichen Rundsicht. Die Verpflegung aus dem Rucksack hat hier den zusätzlichen Ansprüchen der Hungerzeichen begegnen können. 

Zum Abstieg galt es zuerst den Gratrückweg zu bewältigen. Der Wegweiser zur Sunniggrathütte wollte niemand übersehen – in einem kurzen Abstieg erspähten wir die Durstlöschgelegenheit und nahmen schon bald die Terrasse in Beschlag. Sie liegt in einer Geländemulde auf 1978 müM, umgeben von einer Gebirgsmoorlandschaft mit kleinem Bergsee. Dann war hier das „Klassenfoto“ vor dem Hintergrund der östlichen Alpenkette eingeplant. Das war zudem auch der Ausgangspunkt zum Abstieg wiederum zum Arnisee, der gut 600 Meter weiter unter gelegen ist. Zuerst durchstreiften wir die weitere Moorlandschaft bis wir den bewaldeten Steilhang zum Abstieg erreichten. Der Weg war hier meist nicht einfach gegeben – jeder suchte seinen in jedem Schritt neu abzutastenden nächsten Halt im Gelände. Nasses Wurzelwerk erhöhte die Gleitgefahr, wobei die möglichen, auftretenden Stürze immer glimpflich verliefen. Die meisten waren froh als sie die Höhendifferenz zum Arnisee unbeschadet überwunden hatten.

Zum Schluss umwanderten wir noch den Arnisee und fanden uns wieder im bekannten Restaurant der Morgenverpflegung. Da durften wir, immer noch auf der sonnenbeschiehnen Terasse, die noch nicht ausgesprochenen „Neuigkeiten“ und die Erlebnisse des Tages, austauschen. Auch da galt es, den Linienbus nach Erstfeld zu berücksichtigen, der nur jede Stunde einen Kurs fährt. In Etappen füllten wir die Seilbahn, die uns alle rechtzeitig nach der Talstation brachte. Der Heimweg mit der SBB über Rotkreuz (Sperrung der Strecke Arth Glodau – Zug auf der rechtsseitigen Zugerseeseite) beanspruchte etwas Geduld. Trotz direkter Linie nach Zürich HB benötigten wir bis dahin anderthalb Stunden. Ein schöner Wandertag hat damit ein Ende gefunden, wiederum optimal geleitet von Fredi, dem ein grosser Dank ausgesprochen werden will.

Bilder: Werni, Föns, Jörg

Karte

Dreitages-Wanderung 20.-22. August / Zermatt-Platthorn

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Aug 252019
 

Tagesbericht: Hane

1. Tag:     Zermatt –Trift

Vierzehn erwartungsfrohe Wanderer, davon drei Damen, stiegen in Zürich in den Zug nach Visp. Leider hatten sich die Kachelmänner-Jünger nicht geirrt, das Wetter war wirklich suboptimal. Die Fahrt von Zürich über Bern durch den 2007 eröffneten ca. 35 Kilometer langen Lötschbergtunnel dauerte knapp zwei Stunden. Von Visp aus brachte uns die Matterhorn-Gotthardbahn in ca. einer Stunde nach Zermatt.

Wie es Tradition ist stärkten wir uns vor dem Start im nächstgelegenen Restaurant. Danach hiess es Regenkleider montieren und abmarschieren. Einige Meter verliefen noch im Dorf selber, aber schon bald kam die Abzweigung Richtung Trift. Nach ca. einer Stunde und ca. 340 Höhenmeter weiter oben war dann mit dem Edelweiss schon wieder ein Restaurant in Sicht. Dem Wetter angepasst wurden warme Speisen bestellt. Einige entschieden sich für Suppe, während sich andere für ein Fondue entschieden. Die Huus-Kafi zum Abschluss trugen dann dazu bei, dass die Stimmung schon ziemlich angeheitert war.

Erfreulicherweise hatte der Regen aufgehört, der Nebel sich gelichtet und wir hatten daher von der Restaurant-Terasse aus freie Sicht auf das praktisch senkrecht unter uns liegende Zermatt. Die Regenkleider in den Rucksack, nach einer Viertelstunde wieder aus dem Rucksack und bei starkem Regen weitere 370 Höhenmeter obsi. Glücklicherweise wieder nur ca. eine Stunde und wir waren beim Hotel Trift unserer Herberge für zwei Nächte.

Dort wurden wir von Hugo dem Gastgeber freundlich willkommen geheissen und in die Hausordnung eingewiesen.  WiFi-Benutzung  gratis, die Klimaanlage in den Zimmern könne mittels Fernbedienung eingestellt werden und leider gäbe es beim TV nur 20 verschiedene Sender ohne Teleclub und ohne Netflix 🙂

Wir machten es uns in der Gaststube gemütlich und plauderten bis dann um 19h das Nachtessen serviert wurde. Ein Viergänger mit Suppe, Salat, Riz Casimir und Dessert stand auf dem Programm. Das üppige Menu, die Höhe und wahrscheinlich der Wein trugen viel dazu bei, dass bald die notwendige Bettschwere erreicht war. Natürlich hat auch noch mitgespielt, dass um 22h der Strom abgestellt wurde und die Lichter ausgingen.

Ich verwende neu eine andere Darstellungsart der Bilder. So können sie auf den Smartphones und Tablets auch angeschaut werden. Für die Anzeige des nächsten Bilds, einfach auf das angezeigte Bild klicken.

Bilder

Karte   1. Tag 

2. Tag:  Trift-Platthorn-Wisshorn-Trift

Wie immer hatten die Einten gut geschlafen und die anderen einfach nur übernachtet. Eine der Damen im Nebenzimmer hatte sich beklagt, dass sie kein Auge zugetan habe, nicht zuletzt weil im Nebenzimmer jemand geschnarcht habe. Anmerkung des Autors: Ich war im Zimmer nebenan und  habe nichts gehört und wunderbar geschlafen 🙂  Da auf der Strecke zum Mettelhorn (3405 MüM) ein grösseres hartes Schneefeld hätte durchquert werden müssen, hat Fredy nach Rücksprache mit Hugo entschieden, dass wir das Platthorn (3344 MüM) und nicht das Mettelhorn ansteuern.

Um ca. 8h war dann bei Prachtswetter und Super-Sicht, mit fast leeren Rucksäcken, Abmarsch Richtung Platthorn. Die Strecke war am Anfang mit roten Fähnchen gut markiert. Allerdings hatten wir schnell festgestellt, dass die Fähnchen für das am Samstag stattfindenden „Langstrecken-Bergrennen Ultraks“ gesteckt waren. Es handelt sich um ein Rennen mit vier unterschiedlichen Strecken und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die schwierigste Strecke ca. 90 Leistungs-Kilometer und 3‘600 Höhenmetern.

Auf einem recht angenehmen Pfad kamen wir gut voran und hatten schon bald beste Sicht auf das Matterhorn. Der Anblick des „Horu“ wie es die Walliser nennen ist für jeden Zermatt-Besucher ein unvergesslicher Höhepunkt. Auf der gegenüber liegenden Talseite südlich vom Matterhorn war das Sommer-Skigebiet „Kleines Matterhorn“ zu sehen, dann der Gornergrat, weiter in der Ferne das Breithorn, Castor & Polux sowie ganz in der Ferne das Monte Rosa Massiv mit der Dufour-Spitze.

Nach ca. zwei Stunden und 800 Höhenmeter weiter oben erreichten wir die Abzweigung Platthorn/Mettelhorn. Dort wurden zuerst einmal in aller Ruhe die Rucksäcke geöffnet und die Verpflegung hervor genommen. Zum Essen reichte es aber nicht, da plötzlich Hektik ausbrach und einer nach dem anderen den 200 Meter höher gelegenen Platthorn-Gipfel anvisierte.

Vom Platthorn aus waren dann neben den oben erwähnten Bergspitzen, auch noch weitere Viertausender wie das Täschhorn, Alalinhorn, Alphubel und der Dom, mit 4545 Meter der höchste Berg der Schweiz, sichtbar. Richtung Norden dominierte das Weisshorn (4506).

Einen Katzensprung entfernt hatten wir das Platthorn mit dem bereits erwähnten Schneefeld im Blickfeld. Nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen hatten stiegen wir die 200 Meter wieder hinunter und konnten endlich in Ruhe das Mittagessen einnehmen. Spontan entschieden wir uns dann auf dem Heimweg noch einen Abstecher auf’s Wisshorn (2936) zu machen.

Gegen 16h waren wir zurück auf der Terrasse im Gasthaus Trift. Dort kam es dann für den Bericht-Schreiber zur Mega-Überraschung.  Annelies hatte zu Hause einen Geburtstagskuchen gebacken, mit auf die Wanderung genommen und dem Geburtstagskind, mit Kerzen dekoriert, überreicht. Herzlichen Dank nochmals. Selbstverständlich kam die gesamte Gruppe in den Genuss eines Schoggikuchen-Stücks.

Fredy hat plötzlich erwähnt, dass mit Güx ein weiterer Jubilar anwesend sei. Er hatte an diesem Tag seine hundertste Wanderung im Rahmen des „Quer dur d’Schwyz-Programms“ absolviert. Güx ist noch immer in Topverfassung, er trainiert auch regelmässig, jedenfalls wurde er am Montag zwischen Rifferswil und Kappel auf den Rollskis beobachtet

Das Abendessen mit Suppe, Salat, Braten/Teigwaren und Dessert war wieder ausgezeichnet. Bettruhe um 22h infolge kein Strom mehr und daher kein Licht.

 

Bilder

Karte   2. Tag

3. Tag:  Trift-Zermatt

Nacht wie gehabt, auf dem Gang war ein ständiges „Kommen und Gehen“.  Um 7h stand das Morgenessen auf dem Programm und um 8h war Abmarsch. Zum Abschied hat uns Hugo vor dem Haus noch ein Alphornsolo vorgetragen.

Zermatt liegt 700 Höhenmeter tiefer als das Gasthaus Trift. Wir konnten also davon ausgehen, dass es nur noch bergab geht. Aber … wir kennen unseren Tourenleiter nun schon gut fünf Jahre und wissen daher, dass er immer wieder einen Umweg kennt. Auf der Route Höhbalmen waren dann tatsächlich zuerst wieder 400 Höhenmeter obsi angesagt. Das Wetter war immer noch perfekt und so war der Umweg ein Vergnügen, insbesondere auch weil wir vor uns ständig das Matterhorn sowie einige allerdings stark eingegangene Gletscher wie „Gabelhorn“, „Trift“ und „Hohlicht“ im Blickfeld hatten. Ein imposanter Wasserfall zog dann nochmals sein Augenmerk auf sich und kurz darauf kam das Restaurant Stafelalp in Sicht.

Nach dem Mittagessen hatten wir noch immer ca. 4 km Wegstrecke und 600 Höhenmeter abwärts vor uns. Wir kamen am Zmutt-Stausee vorbei, von welchem aus das Wasser mit riesigen Pumpen auf 2‘400 m in den Lac de Dix (Grande Dixence) heraufgepumpt wird. Dann gings’s vorbei am  idyllischen Dörfchen Zmutt und last but not least musste noch Zermatt durchquert werden.  

Die Heimfahrt unterschied sich nicht gross von der Hinfahrt ausser, dass wir in die Gegenrichtung fuhren 🙂

Die drei Tage waren ein Super-Erlebnis und in jeder Beziehung ein Vollerfolg, danke Fredy.  

Bilder

Karte   3. Tag