Erste Wanderung 2018 am Dienstag 23. Januar

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Jan 122018
 

 

Etappe:   01  ZH Küsnacht/ZH – Meilen  
Datum: Dienstag 23. Januar 2018  
Strecke: 16.70 KM /  520m aufwärts / 520m abwärts / Std 4.35  
Abfahrt Birmensdorf 08:05
  Zürich Gleis 43 08:30
Mittagessen Im Restaurant  
Kurzbeschrieb: Küsnacht-Limberg-Pfannenstiel- Meilen  
Billet Wohnort-Küsnacht und Meilen-Wohnort  
Anmeldung bis 18. Januar  
An: Fredi Gut Tel. 079 216 77 03  fremo.gut@gmail.com  
Bemerkungen:  Leichte Startwanderung in der näheren Umgebung  

 

Karte – Küsnachter Tobel

 

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Heiligenschwendi – Oberhofen

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Nov 022017
 

Tagesbericht von Max Müller 

Heute hatten wir in allen Belangen einen wunderbaren Tag „einziehen“ können; nichts, auch einige kurzfristig geplanten Änderungen eingeschlossen, konnte uns von einem „goldigen Abschluss“ unserer diesjährigen Wandersaison abhalten. Für den Spätherbsttag hatte Fredi die Höhenlage der Wanderung berücksichtigen wollen, da vor Wochenfrist ein Schneefalleinbruch mit anschliessender Kälteperiode, die verschobene Wanderung (SZ / GL) vom Frühjahr nicht ratsam erscheinen lies. Zudem wurde durch ein Todesfall (Abdankung am Dienstag) unsere Wanderung kurzfristig auf den Mittwoch verschoben.

So trafen sich heute zur Wandertour im Gebiet nördlich des Thunersees nur die sieben vertrauten Gesicher, deren Agendas sich anpassungsfähig zeigte. Viele Entschuldigungen gab es von „termingebundenen Interessierten“, die auf unser volles Verständnis stiessen. Der Tag begann mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nach der Busfahrt von Thun nach dem Ausgangspunkt REHA Heiligenschwendi (1100 m.ü.M.) konnten wir unsere Kaffeebedürfnisse, bei herrlicher Sicht auf den Alpenkranz und hinter wärmeisolierten Fensterscheiben dieses Kurhauses, befriedigen.

Beim anschliessenden Aufstieg zum Aussichtspunkt „Blueme“ (1392 m.ü.M.) genossen alle Teilnehmer das „Warmlaufen“, denn die Temperaturen in den Waldpartien waren noch sehr frisch. Durch viel trockenes Laub und gut angelegten Pfaden führte uns der Weg in die Höhe – zuoberst ermöglichte uns ein Aussichtsturm die freie Rundsicht über die Baumspitzen hinweg. Diverse 4000-er im Süden und das Voralpengebiet erhoben sich über dem Thunersee. Das Stockhorn, das wir erst kürzlich „bezwungen“ hatten, erschien uns aus einer nicht vertrauten, neuen Perspektive. Auf der anderen Seite trat das Emmental mit den umliegenden Gebieten in Erscheinung. Trotz zwei Orientierungsbildtafeln auf der „Ausgucksplattform“ wurden Fragen zu den geografischen Erhebungen und Talschaften gestellt, die uns Fredi wie immer kompetent und ergänzend beantworten konnte.

Erst nach langem „Sattsehen“ verliessen wir den Aussichtsturm – und genehmigten uns an dessen Fuss einen ersten Verpflegungsimbiss. Nach jedem „Höhepunkt“ kommt es zum Abstieg; unser nach Südwesten führenden Weg hat nun nochmals eine Variante ermöglicht: Ein am Dienstag geschlossenes Restaurant bietet uns heute die Möglichkeit, auf seiner Sonnenterasse Einkehr zu halten. Dazu mussten wir aber zuerst 400 Höhenmeter heruntersteigen. Über Wiesen und Matten kamen wir an weiteren Aussichtspunkten mit Panoramasicht vorbei. Wir hatten diese Routenänderung nicht bereuen müssen! Wie bei Sommertouren wurden wir auf einem Gartensitzplatz des Restaurants bewirtet und mussten keinesfalls frösteln, denn das Thermometer mochte gefühlte 20° C auf der Sonnenseite angezeigt haben. Wir genossen nochmals alle Annehmlichkeiten, die sich uns dadurch boten.

In weiteren zwei Etappen hatten wir nun die noch beinahe 600 Höhenmeter zu bewältigen, zuerst steiler Abstieg durch bewaldete Hänge, dann ziemlich eben durch noch kräftig grüne Weiden und schön angelegten Weilern mit viel Blumenschmuck auf den Hausbalkonen. Der Stil der Berner Bauernhäuser war da noch meist einheitlich anzutreffen. Zudem waren auch Kühe auf den Weiden anzutreffen, denen offensichtlich das noch schmackhafte Gras gut bekam.

Ein wichtiges Ziel unserer Wanderung war das Passieren der Hängebrücke. Sie verbindet die Gemeinden Aeschlen mit Sigriswil und liegt am Panoramaweg auf der nördlichen Seite des Thunersees. Das 5 Mio. Franken teure Objekt wurde 2012 eingeweiht. Total fünf Brücken mit unterschiedlichen Längen sind auf diesem Wanderweg schon entstanden, was jetzt als touristische Attraktion vermarktet wird. Die Sigriswiler Hängebrücke misst 340 m Länge und überquert die Gumischlucht; höchste Stelle = 182 m über dem Bachbett. Die Brückenschrittfläche ist total eben und ganzflächig mit Lochblechen belegt. Sie unterscheidet sich von der Aletschgletscherhängebrücke, die wir auf einer Wanderung begangen haben, in vielen Punkten: sie ist sehr stabil, kein „durchhängen“, Verankerungen an diversen Spannkabeln verstrebt – daher werden Schwingungen durch das Begehen beinahe ganz neutralisiert. Verloren geht dadurch das „Abenteuer“, was die Brücke eigentlich als Touristenattraktion auszeichnen sollte. Trotzdem ist der Blick in den Abgrund (Brückenmitte) sensationell: weit untern, zwischen den ausgewaschenen Felswänden schlängelt sich der Guntenbach hin.

Nach Abschluss der Brückenüberquerung entschlossen wir uns zum Abstieg nach Gunten. Der steile und Laub bedeckte Weg forderte uns zur Vorsicht heraus: Ausrutscher waren möglichst zu vermeiden. Mitgeführte Stöcke konnten hier hilfreich sein. Die Schluchthänge wurden immer höher und die Talsohle breiter, dann erblicken wir einen Rastplatz mit Feuerstelle und Kinderspielplatz; ideal für Feste und Feiern. Wir hatten Gunten erreicht – an der Hauptstrasse befinden sich beidseitig meist noch alte Hotels, zum Teil im klassischen Stil. Fredi zeigt uns den Parkhotel-Park mit sehr altem Baumbestand und schön angelegten Wegen. Hier schlug er uns vor, dass wir mit dem Schiff nach Thun fahren könnten, was von allen sehr begrüsst wurde. Es blieb noch eine kurze Zeitspanne bis zur Abfahrt, was uns zu einem letzten Umtrunk ermunterte.

Um 16.00h stiegen wir in ein gut besetztes Kurs-Schiff, – vom sonnenbeschienenen Heckdeck (bei noch angenehmer Temperaturempfindung) zeigte sich uns der Anblick von Eiger, Mönch und Jungfrau, die in der Abendsonne leuchteten; an den Uferhängen erblicken wir nochmals den farbenprächtigen Blätterschmuck der Wälder. Schon bald legen wir mit dem Schiff direkt neben dem Bahnhof Thun an und können unverzüglich in den IC – Zug nach Zürich umsteigen. Während der Fahrt verschwindet die Sonne schon bald am Horizont und gleichzeitig können wir den aufsteigenden Vollmond erkennen. So wurde der kürzer werdende Tag durch den Mondschein verlängert; er ermöglichte uns noch das Erkennen der vorbeiziehenden Landschaft aus dem Zugsfenster.

Im Namen aller Teilnehmer/innen sei Fredi für die umfassende und gut vorbereitete Höhenwegplanung herzlich gedankt; wir durften das ganze Jahr viele, schöne Eindrücke mitnehmen – sodass uns eine dauerhafte Erinnerung verbleibt. Auch mit dem Wettergott hast Du, Fredi wohl einen guten Draht aufbauen können, einfach alles hat sich immer von der guten Seite gezeigt. Zudem dürfen wir auf eine Fortsetzung der Wanderungen im nächsten Jahr hoffen. Für die kommende Zeit wünschen wir Dir nur das Beste.

Fotos Werni 

Karte Heiligenschwendi – Oberhofen

 

 

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Boudry–Areuseschlucht–Creux du Van–Noiraigue

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Okt 192017
 

Wanderung vom 17. Oktober 2017, Bericht: Roman Bieri

Superlative sind heute an diesem prächtigen  Herbstwandertag angesagt: Grosse Höhendifferenzen (1066 m aufwärts und 829 m abwärts), eine Wanderzeit von sechseinhalb Stunden, das Durchwandern der legenderen “Gorges de l’Areuse“ und das Erkunden des spektakulären Felszirkels “Creux du Van“ und zu guter Letzt  strahlendes Wetter mit einer Farbenpracht der Wälder und Rebberge höchster Güte. Die Erwartungshaltung ist demzufolge hoch. Ob sich wohl alles erfüllt?

Kaum auf dem Perron angekommen, wurden schon Probleme im Schienenverkehr gemeldet. Die Konsequenz war eine grössere Verspätung und für uns hiess es dann, eine Stunde später ab HB Richtung Neuenburg loszufahren. Ein positiver Aspekt war diesem Schicksal abzugewinnen, kamen wir dann doch zu unserem beliebten, morgendlichen Kaffee, das sonst nicht vorgesehen war.

Nun lief alles programmgemäss ab. In Boudry angekommen, stiess Max zu uns uns so war das Dutzend der Wanderfreudigen voll. Ein kluger Rat an Max: Ein Handy wäre ein probates Mittel!

Ein erster Blick in die Berge und auf den Neuenburgersee war ein herrliches Motiv für eine Postkarte.

Die Wanderung konnte beginnen: Man spürte es förmlich, wir waren zeitlich in Verzug und deshalb ging’s ohne grosse Worte gleich los und zwar in zügigem Tempo. Unserem – wie immer gut vorbereiteten Reiseleiter Fredi – war es ein Anliegen, dieses Vorhaben auch zeitlich noch gut in den Griff zu bekommen und die Verspätung etwas aufholen.

Schon bald stiegen wir in die Areuse-Schlucht ein. Der Fluss sucht sich tief unten seinen Weg, gräbt sich immer tiefer und höhlt die Felsen aus. Es ist wie im Dschungel, alles ist überwachsen. Ja sogar etwas Mystisches ist zu spüren. 

Wir verliessen alsbald die rechte Seite des Flusses, hielten Fortsetzung auf einer geteerten Strasse bis zum Champ-du-Moulin und machten dann unseren wohlverdienten ersten Halt.  Nun hiess es aber die Wanderstöcke hervorzunehmen, denn eine grössere Steigung bis zum Punkt  “La Grand Vy“ auf 1381 m. ü. M stand bevor. Wir kamen zügig voran und am Ziel in der Beiz “La grand Vy“ richtete unser Leiter –  was nicht  selbstverständlich ist – ein Kompliment an alle. Er war sehr zufrieden mit unserer Leistung.  Das war Grund genug, in dieser währschaften Gartenbeiz darauf anzustossen und es uns gut gehen zu lassen.

Bloss waren wir aufgestanden, hatten wir schon bald den Felsenkessel vom Creux du Van vor uns und ein wunderschön gelegenes und auch ein atemberaubendes Panorama präsentierte sich. Die gerundete Felswand fällt mit 160 Meter tief runter und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Wahrlich ein Highlight der Jurakette!

Der Weg, der den Kessel umrundet, führt an einer losen Steinmauer entlang. Zum Teil fehlt nur wenig bis zum Abgrund. Nicht ganz ungefährlich, finden wir!

Grandiose Blicke in den Jura, auf den Neuenburgersee und auf die Alpenkette begleiten diesen Abschnitt.

Schon bald ging es dann relativ steil runter ins Val de Travers nach Noiraigue. Das raschelnde Laub und die farbigen Bäume, wahrlich ein herbstlicher Zauber!

Zufrieden, ja beseelt von den vielen fantastischen Eindrücken und Erfahrungen und stolz auf die Leistung, die wir vollbracht hatten, stiessen wir  in der Auberge de Noiraigue zum Schlusstrunk an. Der Wandertag der Superlative hielt tatsächlich was er versprach.                                                     

 

Fotos Föns 

Karte fehlt

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Lago di Vogorno – Ponte Brolla

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Sep 202017
 

Tourbericht von Hane vom 19.9.2017   –> Die kleinen Bildchen können jeweils durch Anklicken vergrössert werden. 

Ursprünglich geplant war eine Tour ins Engelbergertal mit Aufstieg zum ca. 2400 Meter hohen Brisen. Es kam aber anders, Fredi unser umsichtiger (jedenfalls meistens) Guide hatte frühzeitig reagiert und ist dem kalten, regnerischen Wetter ins Tessin ausgewichen. Es war in jeder Beziehung ein genialer Entscheid. Auf der Nordseite regnete es und auf über 2000 Meter war Schnee angesagt. Im Tessin herrschten mit Nordföhn, bei ausgezeichneter Sicht und viel Sonnenschein, ideale Wanderbedingungen. 13 Wanderwillige machten sich mit der SBB auf den Weg via Zug, Bellinzona und  Tenero zum Ausgangspunkt der Wanderung, der Staumauer vom Lago di Vogorno.

Unmittelbar beim berühmtesten Bungee Jumping Platz der Welt trafen wir ganz überraschend auf Werni und Ria die in Tenero zwei Wochen Ferien vorgesehen haben.  Noch überraschender war dann allerdings, dass die Beiden einen Super-Apéro vorbereitet hatten und wir die Wanderung dadurch standesgemäss beginnen konnten.

 

Die ersten ca. sieben Kilometer führte uns ein schöner Pfad immer auf ca. 600 MüM bis nach Orselina. Grösstenteils konnten wir  im Schatten wandern aber dazwischen auch immer wieder die schöne Aussicht auf den Lago Maggiore mit Locarno, Ascona und Brisago bewundern. Die vielen am Boden liegenden Kastanien (zukünftige Maroni) haben wir liegen gelassen und an den geschlossenen Grottos sind wir zähneknirrschend vorbei marschiert, haben uns aber teilweise mit dem Ablesen von Trauben schadlos gehalten.

Von Orselina bis Solduno stand ein giftiger Abstieg auf dem Programm, zuerst in einem Bachbett voller Steine und später auf steilen Treppen. Mit unserer Routine haben wir diese Hürde aber mehr oder weniger problemlos gemeistert. Die nächsten 3-4 Kilometer waren dann ein lockeres Auf und Ab mit Sicht auf die Maggia und auf der anderen Uferseite Losone. Mit Losone verbindet vor allem Güx einen Haufen Erinnerung, hatte er dort doch vor über 50 Jahren 17 Wochen lang studiert. Es ist aber nicht mehr was es einmal war: Aus der Kaserne ist eine Asylanten-Unterkunft geworden und das Übungs-Gelände wurde in einen Golfplatz umgewandelt.

In Ponte Brolla hatte Fredi noch einen kleinen Umweg zu einer früheren Eisenbahnbrücke (Bahnverkehr 1907-1965) eingeplant. Die Sicht in die Maggia-Schlucht mit den vielen Steinen und Felsformationen und dem kristallklaren Wasser war alleweil den Umweg wert. Last but not least haben wir dann doch noch das schön gelegene Grotto „America“ entdeckt und konnten den Tag gebührend beenden.    

 

Kleiner Film von einem Bungee Jump von der Staumauer (klick).

Fotos Föns, Werni, Hane 

Verzasca – Ponte Brolla

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Zweitageswanderung Wallis 29. – 30. August

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Sep 012017
 

Rumeling (Leuk) – Darnona (Sierre) – Tourbericht Hane 

Der Tag fing turbulent an, setzte sich in jeder Beziehung abwechslungsreich fort und hörte etwa 17 Stunden später mit Humor und Spass auf. Der Reihe nach: Die SBB-Strecke zwischen Birmensdorf und Urdorf war wegen Wartungsarbeiten geschlossen. In Birmensdorf waren es dann  zwölf Wanderer/Wanderinnen die dadurch den Bus nach Schlieren besteigen mussten und von dort mit der SBB den HB Zürich anpeilen konnten. In Zürich gesellte sich Karl dazu der via Handy betreffend Verspätung benachrichtigt werden konnte.

Der geplante Zug war natürlich weg, und so kamen wir mit einer halben Stunde Verspätung in Bern an. In Bern hatten wir keinen direkten Anschluss und mussten darum eine halbe Stunde herumtrödeln. Statt um 9h waren wir daher erst um 10h in Visp. Dort bildeten sich zwei Gruppen, die „Hektischen“ und die „Besonnen“, die versuchten den Anschlusszug nach Leuk zu erreichen. Die „Hektischen“ haben es geschafft, die „Besonnen“ standen vor verschlossenen Zugs-Türen. Sofort kam ein Anruf via Handy mit der Frage: „Warum habt Ihr Webstübler den Zug verpasst“? Zwei Minuten später haben wir unsererseits angerufen um die weitere Planung zu  besprechen. Der Kollege am anderen Ende hat dann kleinlaut erwähnt, dass sie bereits in Leuk wären resp. ohne Halt vorbei gefahren seien. Die Frage wer nun die Webstübler waren erübrigt sich damit. 

Beide Gruppen erwischten innerhalb von wenigen Minuten einen Zug der in Leuk hielt. Irgendwo stiessen auch noch Werni und Jörg dazu und so war die ganze Gesellschaft im Postauto mit Ziel Leukerbad versammelt. Bei der Haltestelle „Rumeling“ verliessen wir den Bus und da trafen wir auch noch auf Max der von unserer Verspätung nichts mitbekommen hatte und daher alleine ins Wallis gereist war (sein Handy hatte er zu Hause vergessen).   

Auf dem Programm stand eine Flachetappe hoch über dem Rhonetal.  Nach einem kurzen, moderaten Aufstieg konnten wir die Asphaltstrasse verlassen und auf einem schönen Weg unsere Wanderung Richtung Sierre unter die Füsse nehmen. Die Strecke führte einer ausgetrockneten „Suone“ entlang und war eigentlich nicht zu verfehlen. Wir haben es aber trotzdem geschafft und wieder bildeten sich zwei Gruppen, wobei dieses Mal beide Parteien  in die falsche Richtung unterwegs waren. Nach kurzer Zeit hatten wir uns aber wieder gefunden und konnten die Tour auf der geplanten Route fortsetzen.

Ein kurzer Abstieg und wir trafen auf eine weitere „Suone“ die Richtung Sierre floss und sogar Wasser führte. Jetzt kam die nächste Herausforderung, wir mussten um 15:26h das Bähnchen von Darnona nach Sierre erwischen, sonst würde in Sierre ein längerer Aufenthalt anstehen.  Mit etwas grösseren Schritten haben wir es geschafft und in Sierre hatte das Postauto erfreulicherweise etwas Verspätung und so waren wir das erste Mal an diesem Tag im Plan.

Die Strasse durchs „Val Anniviers“ war dann nichts für zarte Nerven, eine ziemliche enge, kurvige Strecke mit senkrecht abfallenden Felswänden. Nach einer guten halben Stunde sind wir aber wohlbehalten in Chandolin angekommen und konnten endlich ein Restaurant ansteuern um etwas gegen die Hitze zu unternehmen. Der Tag war aber natürlich noch nicht gelaufen. Zur Unterkunft war nochmals ein halbstündiger Fussmarsch mit gegen zweihundert Höhenmetern zu absolvieren.      

Mit der „Cabane Illerhorn“ hat Fredi wieder einmal eine perfekte Unterkunft ausgesucht. Die Hütten-Chefin, eine nette junge Französin bediente uns sofort mit Wasser und natürlich mit Walliser Weiswein. Die Wurst die offensichtlich zum Weisswein gehörte hat auch geschmeckt.  Auf der Terrasse warteten wir dann auf die zwei Kollegen, die sich für eine leichtere Tour entschieden hatten. Sie kamen dann nach ca. einer guten Stunde und erzählten etwas von im Kreis herumlaufen und von  schlechter Beschilderung, kein Wort von schlechten Kartenlesern.

 

Zimmerbezug in Sechserschlägen (dreistöckige Betten), Duschen und dann Nachtessen. Die Pesto-Teigwaren mit Salat als Vorspeise und einem  Dessert waren ausgezeichnet. Der Absinth nach dem Essen hat extrem nach Anis geschmeckt, also nicht jedermanns Sache, die Profis haben aber gemeint, dass müsse so sein. Wir haben natürlich wieder ausgiebig gelacht einerseits über die Webstübler die in den falschen Zug gestiegen, andererseits über die Pajasse die im Kreis herumgelaufen sind und schlussendlich noch behauptet haben, dass Pferde schwimmen können.

 

Karte Rumeling – Darnona (klick)

Fotos Föns, Werni, Hane 

Illgraben – Illhorn – St Luc

Ab ca. 7 Uhr war es vorbei mit der Ruhe.  Erstaunlicherweise war kein Gemotze wegen Schnachern oder anderen Nachtruhestörungen, auch die Temperatur während der Nacht war auf dieser Höhe (2000 MüM) richtig angenehm.  Die Hüttenwartin sorgte für ein gutes, ausgiebiges Frühstück und so konnten wir kurz nach Acht zur zweiten Etappe aufbrechen.

 

Wie es bei diesem Zweitages-Ausflug Tradition war teilte sich die Wander-Gesellschaft in verschiedene Gruppen auf (Max und Florian hatten die Rückreise schon am Vorabend angetreten). Einer versuchte es mit der Direttissima zum Illhorn, Zwei stiegen etwas ab, nutzten dann für eine Teilstrecke die Sesselbahn und die Hauptgruppe nahm den Umweg via Illgraben unter die Füsse. Dieser Umweg hat sich allemal gelohnt die Aussicht in den Illgraben (Grand Canyon des Wallis) war absolut spektakulär. Nachgelesen im Web: Durch Erosionen ist der einstmalige Berg in sich zusammengebrochen und wurde zu einem rötlichen Felsenkessel, der sich bis heute jährlich vergrössert.         

Vom Illgraben aus mussten dann ca. 150 Höhenmeter überwunden werden die auf Hinweistafeln mit „difficile“ bezeichnet waren. Dies war für uns Routiniers natürlich keine grosse Herausforderung, wir schafften auch noch die restlichen 500 Höhenmeter und waren kurz vor Mittag auf dem Illhorn, dem höchsten Punkt der Wanderung. Dort trafen wir auch die Splitter-Gruppen wieder, die sich am Morgen für andere Routen entschieden hatten. Speziell zu erwähnen gilt es „Köbi“ der stolz verkündete, dass er als Erster auf der Bergspitze angekommen sei (Hut ab vor seiner Leistung).

Die Aussicht vom Gipfel aus war schlichtweg sensationell. Auf der nördlichen Seite das Rhonetal von Martigny über Crans-Montana, Leukerbad mit Gemmipass bis zum Furka, im Hintergrund die Berge Richtung Bernbiet und auf der südlichen Seite unter anderen die Viertausender Matterhorn, Dent Blanche, Weisshorn, Zinalrothorn. Das Wetter war ideal und der leichte Wind sorgte für etwas Abkühlung. Nach dem Mittagessen ging’s Bergab, auf Strecken die im Winter vermutlich Skipisten sind, vorbei an Sessel- und Skiliften bis zur Standseilbahn Tignousa. Da gab es vor allem von zwei sonst eher zurückhaltenden Wanderinnen etwas Gemotze, weil die Bahn nicht pünktlich fuhr und es keine Informationen gab.  Irgendwann wurde die Türe dann doch noch geöffnet und wir konnten in die Bahn einsteigen und die Abfahrt nach St Luc geniessen. Ein Ort wo Köbi offensichtlich schon verschiedentlich seine Ferien verbrachte, er führte uns jedenfalls ohne Umwege zum „Hôtel Le Beausite“ und lud zu Speis und Trank ein.

Der Heimweg führte mittels Postauto nach Sierre, von dort mit der Bahn durch den Lötschberg nach Bern,  Zürich und schlussendlich in heimische Gefilde.  Eine Episode bleibt noch: Im Zug von Bern nach Zürich hat J.G. aus B. plötzlich einen Anruf erhalten, da wollte ein potenzieller Kunde noch 20 kg Zwetschgen kaufen. J.G. hatte aber jene  Ausreden von wegen schlechtem Wetter und noch nicht reifen Früchten, dass der Kunde langsam ungeduldig wurde. Als der Kunde fragte ob er bei ihm auch Schlagrahm beziehen könnte hat er nicht gross reagiert, erst als er erwähnte, dass er im selben Bahnwagen sitze und schnell vorbei komme um die Bestellung mündlich aufzugeben, ist ihm ein Licht aufgegangen.  Der Kunde musste in Zürich dann allerdings Polizeischutz anfordern 😀    

Super-Anlass und wie gewohnt perfekt organisiert, Danke Fredi.       

Karte Illgraben – Illhorn – St. Luc (klick)

 

Fotos Föns, Werni, Hane 

 

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Gantrisch – Hohmad – Stockhorn

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Aug 152017
 

Tourbericht vom 15. August – Roman Bieri

Es ist der 15. August, ein Feiertag der katholischen Kantone. Es gibt offenbar ein gesamtgesellschaftliches Einvernehmen, dass dieser Tag als Wandertag deklariert wird. Gar viele Gruppen Gleichgesinnter, eher ältere Semester, finden sich an den diversen Perrons und Bushaltestellen ein.  Die Voraussetzungen im Allgemeinen und für uns im Speziellen für dieses Unterfangen sind optimal. Die Wetterprognosen versprechen einen schönen, sommerlichen Tag. Das anspruchsvolle Programm, das wie immer unser routinierter Wanderleiter Fredi gekonnt  zusammengestellt hat, verspricht eine echte Herausforderung zu werden.

Die Eckdaten dieses Unternehmens: Distanz 11,51 km, Steigung 1140 m, Gefälle 546 m, Wanderzeit 5 Stunden. Unsere Gruppe, bestehend aus einer Damen, elf Männern und drei Burschen, ist top motiviert und harrt nun der Dinge, die da kommen.

Bloss sind wir aus dem bis zum letzten Platz gefüllten Postauto in Gurnigel/Wasserscheide ausgestiegen,  lädt uns die Alpwirtschaft Obernünen (1689 m. ü. M) zu Kaffee und Gipfel ein. Eine morgendliche Stärkung können wir, im Wissen, dass uns bis ans Ziel den ganzen Tag keine Beiz mehr  einladen wird, tatsächlich gebrauchen. Gestärkt geht’s nun los. Wunderschön präsentiert sich das Gantrischgebiet mit den saftige Wiesen und fette Alpweiden bis weit hinauf.

Ein erster Aufstieg, der Leiterepass auf 1905 m, ist ganz ohne Blessuren geschafft und es öffnet  sich ein voralpines Gelände mit Höhen und Tiefen und  in weiter Ferne ist auch unser Tagesziel, zwar noch nicht zu sehen, aber zu erahnen. Ganz nach unserem Jahresmotto “Höhenwanderungen“  wandern wir immer etwa auf derselben Höhenkurve voran bis uns der geplante Weg dann hinaufführt mit einem zwar kurzen aber deftigen Aufstieg zum Hohmad  (2076 m.ü. M.).

Und tatsächlich, auch die letzten Zweifler bringt’s zum Schweigen, der anspruchsvolle Umweg hat sich gelohnt. Die Aussicht ist herrlich. Nordwärts öffnet sich ein Panorama übers ganze Berner Mittelland bis zum Jura. Auf der südlichen Seite breitet sich meine ganze Lieblingsbergkette, die Berner Alpen aus.

Während wir unsere Mittagsrast geniessen und wieder auftanken, spielt Fredi die Klaviatur des Wanderleiters in extremis. Wirklich alle Bergspitzen, die zu sehen sind, kann er benennen. Wahrlich ein Meister seines Fachs!

Über den Walalpgrat führt uns die nächste Etappe hinunter zur Oberen Walalp.

Eine kurze Unaufmerksamkeit auf diesem ruppigen Wanderweg und schon ist’s passiert. Peter ist gestürzt und verletzt sich an Kopf und insbesondere am Knie.  Er wird unverzüglich verarztet,  muss aber dann sein Tempo drosseln, um noch ans Ziel zu gelangen. Unter der Führung von Werni  wählen dann drei Kollegen – bedingt durch das Handicap von Peter – den etwas leichteren aber längeren Weg bis zum Ziel.  Wir wünschen auf diesem Wege unserem Wanderkollegen Peter baldige Genesung, auf dass er –  wie immer – wieder voll dabei sein kann.

Die dritte nachmittägliche Stunde ist angebrochen und für den grösseren Rest der Gruppe heisst es nun aufzusteigen aufs Stockhorn so quasi in direttissima. Der Wanderweg besagt eine Zeit von einer Stunde dreissig Minuten und die Höhendifferenz bis zur Plattform beträgt nicht ganz 500 Meter!  Mit schon etwas müden Beinen, aber hochmotiviert und mit Respekt – in Anbetracht des alpinen Geländes  – packen wir’s an. Der Weg steigt hoch, empfindlich hoch. Es wird still, man hört bald nur noch ein leichtes, aber beständiges Vorsichhinstöhnen.  Siehe da, nach gut einer Stunde haben’s die Ersten geschafft und die Plattform des markanten Berges, des Stockhorns (2190 m. ü. M) erreicht. Gratulation! Hier oben zu stehen ist paradiesisch und gleichzeitig erfahren wir eine grosse Genugtuung, dieses anspruchsvolle Ziel erreicht zu haben. Nun heisst es retablieren und ausruhen. Kurz überzieht sich der Himmel mit einer Wolkendecke und es fallen auch ein paar Regentropfen. Dies stört uns weiter nicht mehr.

Um ca. 16 Uhr bringt uns dann die Stockhornbahn nach unten. Sichtlich gezeichnet gesellen sich in der Mittelstation dann die drei Kollegen wieder zu uns. In einer gemütlichen Beiz in Erlenbach, umringt von typischen Oberländer Chalets, genehmigen wir uns den verdienten Abschiedstrunk und lassen das Erlebte revue passieren. Schon bald geht’s durchs Simmental runter heimwärts. Sichtlich müde, aber mit der Überzeugung, Grossartiges geleistet und einen unvergesslichen Wandertag erlebt zu haben, verabschieden wir uns voneinander – etwas später als üblich –  am Bahnhof in Birmensdorf.

Karte Gantrisch-Stockhorn

 

Fotos Werni, Hane 

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Brambrüesch – Dreibündenstein – Feldis

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Aug 082017
 

Tourbericht vom 8. August –  Max Müller

Eine Tiefdruckfront ist auf den Dienstag angesagt, die das Land von Westen her überrollen soll. Im Osten – im Gebiet Rheintal / Chur noch etwas Föhn. Super! Genau da ist unsere heutige Wanderung vorgesehen. Zuversichtlich bestiegen wir den Zug und hofften auf unser Wetterglück, das uns in diesem Jahr schon einige Male beigestanden ist. Die Wanderung wurde von Fredi als leicht bis mittelschwer angegeben; ob das mit ein Grund war, dass 18 begeisterte Bergwanderinnen und -Wanderer, zusätzlich ein Hund, daran teilnahmen? 3 Frauen, 15 Männer; alles war vertreten, nur die Lehrer fehlten  🙂 

Der IC – Zug brachte uns nach Chur – zur Talstation der Luftseilbahn Brambrüesch wanderten wir zu Fuss durch den Ort, wobei wir gleichzeitig die wunderbare Altstadt von Chur bestaunen konnten. Mit einer Gondel – und einer Kabinenseilbahn (2 Sektionen) überwanden wir ca. 1000 Höhenmeter; die Bergstation liegt auf 1595 m.ü.M. Der Beginn der Wanderung führte uns auf einem gut begehbaren, steil ansteigenden Nadelwaldbodenweg durch Waldpartien. Die Aussicht auf das Rheintal wurde uns vorerst durch den Baumbestand verwehrt. Nach ca. 200 Höhenmetern erreichten wir eine Plattform, die uns den Rundblick auf die umliegenden Talschaften, wie auch die sichtbaren Berge preisgaben. Richtung Ilanz wurde das angekündigte Tiefdruckgebiet sichtbar, Flimserstein und die dahinderliegenden Bergketten waren schon von grauen Wolken umhüllt. Die südlich und östlich gelegenden Berge waren aber dank des starken Föhns gut erkennbar.

Bald erreichten wir eine Kuhalpweide, die uns sichtbar machte, dass auf dem Weideland schon bald die ganze „Ernte“ abgetragen war – was uns untrügerisch auf den nahen Herbst hinwies. Hier sind zudem die Heideflächen von Skiliftmasten überstellt, unter denen wir den Aufstieg zum Furggabüel fortsetzten. Die Flora bestand hier unter anderem aus verblühten Alpenrosenbüschen, Heidelbeeren- und blühenden Erikaflächen. Wir befanden uns schon über der Baumgrenze und der Aufstieg zur Bergspitze auf 2115 m schien uns recht nahe. Die Windgeschwindigkeiten wurden mit den letzten Höhenmetern immer intensiver, sodass wir uns nur kurz bei den zwei Orientierungstafeln über das Bergpanorama aufhalten konnten. Zum Zmittag aus dem Rucksack suchten wir daher windgeschützte Terrainvertiefungen auf. Trotzdem konnten wir für die Windunterstützung dankbar sein, denn sie erlaubte uns noch die Weitsicht, die sich doch zunehmend verschlechterte.

Einige Regentropfen beendete unsere gelassene Ruhe und wir brachen über einen Grat zum Dreibündenstein auf. Dieser Obelisk wurde erstmals 1722 gesetzt und 1915 erneuert. Er verweist auf den rätischen Bund / Freistaat der drei Bünden / Wappen (Gotteshausbund, Gerichtsbarkeit in Rhäzüns und den Zehngerichtsbund in Churwalden) hin. 

Nach dem Verlassen des historischen Ortes mussten wir das erste Mal die leichte Variante des Regenschutzes aufsetzen; die Feuchtigkeit war aber von kurzer Dauer. Wir stiegen aber rassigen Schrittes auf die Alp dil Plaun hinunter (1950 m.ü.M.) denn die Vorboten des aufziehenden Regens waren unübersehbar. Über grüne Matten führte uns der Weg an flächigen Erikablütenbüschen vorbei. Hier beguckten uns einige „Munggengruppen“, die uns, aufrecht stehend, interessiert und furchtlos beim Vorbeigehen zu schauten. Nach dem Erreichen der Alpwirtschaft wurden wir hinsichtlich der Wettersituation wieder optimistischer und setzten uns auf die Aussenbänke vor dem Haus. Dieser Entscheid war aber etwas übereilt und mit der gruppenhaften Ansteckung zum positiven Denken erfolgt. Beim Einsetzen des ersten Schauers wechselten wir überstürzt zum nahegelegenen, gedeckten Unterstand, der ebenfalls mit Tischen und Bänken bestückt war.

Eine Tochter des Alpbetreiberehepaars, die am heutigen Tag den 11. Geburtstag feierte nahm sich gekonnt unseren Bedürfnissen an, gab uns Empfehlungen für feine Desserts ab, schrieb alles sauber auf ihren Block und verschwand nach getaner Bestellungsaufnahme. Wir staunten nicht schlecht, als wir alle die gewünschten Bestellungen serviert bekamen – es wurden keine Nachbestellungen notwendig. Inzwischen hatten sich die Regenfälle mit den Sturmböen verbündet; nur durch unser Zusammenrücken war es uns möglich, dem Nasswerden zu entfliehen. Die zweite Bestellrunde wurde notwendig, weil wir auf eine Wetterbesserung weiterhin hofften mussten.

Um 14.00 h war es dann so weit; ein Aufbruch wurde beschlossen, da das Vertrauen in den wohlwollenden Wettergott zunehmend schwand. Rucksäcke wurden auf zusätzlichen Wetterschutz untersucht und geplündert. Die absurdesten Witze über die eingetretene Situation wurden geäussert und Hans meinte: Das alles dient nur einem Test, ob die Wasserdichtigkeit dem Ernstfall standhalten kann! Unser Abmarsch war wie eine Fahnenparade: Pelerinen jeglicher Farben flatterten im Wind und brachten eine aufmunternde Note ins Spiel. Die auch benutzten, militärischen Zeltblachen konnten nicht mit ihrer Farbenfrohheit beeindrucken, waren aber sicher die dichtesten Überhänge. Ich möchte aber den Auswertungen aus dieser Sturm- und Regenerfahrungen nicht vorgreifen – alle mögen ihre Testergebnisse auf der nächsten Wanderung in die Wandergruppe einbringen können.

Und das Wunder geschah dennoch: Der Himmel hatte erbarmen mit uns. Die Wolken wurden lichter und innerhalb kürzester Zeit hatten wir wieder Durch- und Ausblick auf die uns umgebende Landschaft. Auf unserer meist planierten Kiesstrasse war es, trotz der Nässe, ein angenehmer Abstieg nach dem Dorf Feldis. „Abkürzungen“ auf bezeichneten Wanderwegen traute aber Fredi nicht (vermuteter schlechter Zustand), sodass wir auf der Strasse blieben und eine Zusatzschleife einschoben. Einzelne entledigten sich ihrer Zusatzschichten und bald wurde ein Halt eingelegt, dass alle wieder aufs „Wandertenue“ umsteigen konnten. Zum Unterschied bei steilen Aufstiegen, bei denen es meist „ruhig“ wird (Anstrengung), wurde jetzt die Stimmung merklich besser und mit anschwellendem Lärmpegel registriert (alle hatten jetzt noch vieles zu berichten und zu erzählen). Die 500 Meter Abstieg waren schon bald bewältigt; wir sahen die ersten Häuser von Feldis von oben herab und auch die Luftseilbahnstation im unteren Teil des Dorfes. Hier waren alle froh, dass die restlichen 750 Meter Höhendifferenz nach Rhäzüns „schwebend durch die Luft“ bewältigt werden konnten. Zur Bahnstation der räthischen Bahn war noch ein kurzer Fussmarsch notwendig. Die Anschlüsse im ÖV verhinderten auch dieses Mal den krönenden Abschluss – der „Heisse Liebe“ heisst und sehr kühl und angenehm zu essen ist.  

Auch diese interessante Höhenwanderung nahm seinen erlebnisreichen Abschluss, der nur der Organisation und dem Weitblick von Fredi zu verdanken ist. Du hast heute wieder einer grossen Wandergruppe einen herrlichen Tag ermöglichst; vielen Dank.

Wanderkarte Brambrüesch-Feldis

Fotos Werni, Föns, Hane 

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Münstertal 25. – 27. Juli

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Jul 302017
 

Ofenpass – Santa Maria 

Zwölf Personen, davon erfreulicherweise zwei Damen stiegen in Zürich in den Zug Richtung Engadin. Nach vier Mal umsteigen, aber ohne Wartezeiten, waren wir nach knapp vier Stunden auf dem Ofenpass, dem Ausgangspunkt der dreitägigen Wanderung im Münstertal. Es erwartete uns recht schönes und angenehmes Wander-Wetter.

 

Nach dem obligaten Kaffe mit Gipfeli ging es dann los, leicht obsi, allgemeine Richtung Süden. Nach einer guten Stunde hatten mit wir mit 2331 MüM bereits den höchsten Punkt der Tages-Etappe überquert und konnten uns auf ca. 14 km mehr oder weniger ebene Strecke freuen. Vor uns lag das „Val Mora“ eine Hochebene die parallel zum Ofenpass verläuft und uns stark an die „Greina“ erinnerte. Der markanteste Unterschied allerdings war, dass wir trockene Füsse behielten und nicht stundenlang durch einen See laufen mussten.

 

Bisher wussten wir aus Filmen, dass es „Pferdeflüsterer“ gibt, von einen „Eselsflüsterer“ hatten wir aber noch nie gehört. Ob der Esel die obszönen Bemerkungen verstanden hatte, haben wir nicht eruieren können.

 

 

Der erste Zwischenhalt war bei der Sommerwirtschaft „Alp Mora“.  Allerdings stellten wir enttäuscht fest, dass „Kafi Luz“ nicht auf der Karte stand. Wir mussten uns daher mit weicheren Drogen schadlos halten. Der Rest ist schnell erzählt, die Blumenwiesen entlang einem Bach, die Landschaft generell alles war einfach nur ausgesprochen schön.  Nach ca. fünfstündiger Laufzeit trafen wir doch tatsächlich irgendwo im absoluten Nirwana auf eine Postautohaltestelle. Unser umsichtiger Tourenleiter hatte herausgefunden, dass diese Haltestelle nur Mittwochs und Donnerstag bedient wurde und für uns tatsächlich einen Extrabus organisiert (Chapeau).

In Fuldera mussten wir in einen regulären Postautokurs umsteigen und 10 Minuten später waren wir am Tagesziel in Santa Maria angekommen. Dort ging es sofort zum Apéro und dann nicht etwa in’s Hotelzimmer, sondern in ein Museum zu einem Vortrag über die Grenzverteidigung im Münstertal während des ersten Weltkrieges. Der Vortragende kannte wirklich alle Details  und es war total spannend im zuzuhören und sich anschliessend in einem über einhundertjährigen Film die damaligen Lebensbedingungen vor Augen zu führen. Das Südtirol gehörte zu dieser Zeit ja noch nach zu Österreich, das heisst es standen sich im Gebiet des Stilfserjochs drei Länder gegenüber. Siehe dazu (Gebirgskrieg 1915-1918). 

In der Zwischenzeit hatten uns Esther, Edi und Heinz verlassen, sie hatten sich die zwei nächsten Touren-Tage nicht zugemutet. Die restlichen neun Wandervögel konnten im Hotel Alpina die  komfortablen Zimmer beziehen und wurden anschliessend mit einem ausgezeichneten Dreigang-Menu verwöhnt.  

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Ofenpass – Sta Maria

Umbrail – Stilfseralm

Ausgezeichnet geschlafen (mein Zimmerpartner hat allerdings etwas von Holz sagen erzählt), gut gefrühstückt und dann um die Ecke zur Postautohaltestelle. Das Postauto brachte uns an die Schweizer Grenze auf die Umbrail-Passhöhe. Erst da hatte ich begriffen warum wir im Film vom Vorabend Soldaten gesehen haben die schwere Gewichte wie zB Kanonen einen schmalen Pfad hinaufgeschleppt haben. Auf dem Umbrailpass war der rückwärtige Raum, die Grenze verlief nördlich der Stilfserjochstrasse und konnte daher im Krieg vom Schweizer Militär nicht befahren werden. Wir wanderten also auf den Spuren unserer Vorfahren bis zur Garibaldihütte (Dreisprachenspitze) von wo aus wir einen sensationellen Blick auf das Stilfserjoch-Gebiet hatten. Unterwegs sind wir immer wieder Steinformationen begegnet die einmal zu Gebäuden wie Küchen, Reitställen usw. gehört hatten. Hier klicken für eine Kurz-Doku vom Schweizer Fernsehen anlässlich des 100. Jahrestages zu sehen.

Da es auf ca. 2850 MüM doch ziemlich kalt war gönnten wir uns in der Garibaldihütte eine kurze Pause die wir mit Coretto bzw. Glühwein überbrückten. Wir befanden uns jetzt in Italien und es ging bergab, nicht mit dem Staat, sondern auf einem ausgezeichnet gepflegten Weg, der Bergflanke entlang, allgemeine Richtung Mals im Vinschgau.  Das nächste Zwischenziel war die Furkelütte die Fredi ursprünglich als Nachtlager vorgesehen hatte. Da aber dort keine Betten mehr angeboten werden, verköstigten wir uns mit Speis und Trank.

 

Von der Hütte aus ging es auf einem schmalen Weg  leicht obsi. Dabei haben wir einige zusätzliche Höhenmeter gemacht, bevor Werni glücklicherweise realisierte, dass wir auf dem Holzweg waren. Wir mussten also wieder etwas zurück und haben uns dabei auf die elektronischen Geräte verlassen. Das heisst wir haben uns durch die Heidelbeersträucher gekämpft, statt noch ca. 50 Meter weiter abzusteigen und den offiziellen Weg zu nutzen. Es hat aber Spass gemacht und Zeit haben wir auch nicht goss verloren.

Anschliessend kam die grosse Stunde von Hans, das ist der Kollege der bei dichtestem Nebel und sintflutartigem Regen sagt, dass in spätestens einer halben Stunde die Sonne scheinen würde. Dieses Mal hatte er bereits am Morgen bemerkt, dass es gegen fünf Uhr regnen würde was tatsächlich der Fall war. Dies im Gegensatz zu den elektronischen Geräten die für den Morgen Regen angekündigt hatten. Böse Zungen haben darum gemeint, dass Hans vermutlich am Vorabend wie der Horat von den Wetterfröschen in einem Ameisenhaufen gesessen sei.

Es regnete dann glücklicherweise nicht sehr lange und wir haben unser Tagesziel, die Stilfseralm,  mehr oder weniger trocken erreicht. Dort wurden wir von der sympathischen Wirtin mit einem Gratis-Grappa begrüsst. Natürlich blieb es nicht dabei; es kamen Bier und Wein dazu. Dadurch und dank des schönen und interessanten Wandertages war die Stimmung ausgesprochen locker. Eine(r) der Wandervögel hat dann relativ detailliert erzählt wie er seinen Partner(in) kennen gelernt hatte und wie es dann weiter ging und wie glücklich er/sie heute noch immer sei (Stichworte sind Seilschaft und Konkordia Hütte). Allerdings fehlen noch einige Details aber es ist ja noch nicht jeder Tage Abend resp. es war ja nicht die letzte Wanderung 🙂  Das Nachtessen war ausgezeichnet, die Zimmer mit richtigen Betten super und dass wir sogar Duschen konnten war perfekt.

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Umbrailpass-Stilfseralm

Stilfseralm – Piz Chavalatsch – Santa Maria

Recht gut geschlafen und am Morgen früh war vorübergehend Traumwetter. Also wer vor sieben Uhr draussen war konnte zum ersten Mal auf dieser Tour den schneebedeckten, imposanten „Ortler“ bewundern. Nach dem Frühstück stand dann der Aufstieg auf den Piz Chavalatsch (ca. 700 Höhenmeter) auf dem Programm. Die Bergspitzen waren leider wieder etwas im Nebel, der Wind etwas kühl aber zum Wandern ideale Bedingungen. Nach ziemlich genau zwei Stunden hatten wir den Gipfel, der zugleich der östlichste Punkt der Schweiz ist, erreicht. Es war ziemlich windig aber wir haben die Aussicht genossen und uns über unsere Leistung gefreut.

Fredi hatte für den Abstieg den Weg über italienisches Gebiet gewählt, der war zwar etwas weiter als die Diretissima, dafür aber nicht so steil. Wir kamen gut voran und waren nach ca. zwei Stunden 600 Meter tiefer auf der Alp „Malga die Rivaira“.  Dort konnten wir das mitgebrachte Mittagessen geniessen und uns mit dem netten Älpler aus dem Passeiertal unterhalten. Von da an ging es gemäss Fredi auf einem Schmugglerpfad zurück in die Schweiz. Es war teilweise tatsächlich nicht mehr als ein Trampelpfad, der über die grüne Grenze zurück in die Schweiz führte (Im Internet gibt es dazu Zahlen: In der Blütezeit der „contrabbandieri“ ab 1961 wurden im Schnitt 6.000 Tonnen Kaffee und 4.600 Tonnen Zigaretten pro Jahr vom Münstertal in den Vinschgau geschmuggelt).

Dann waren immer noch ca. 4-5 Kilometer Weg und 500 Höhenmeter abwärts zu überwinden. Diese letzten Kilometer der Dreitages-Tour waren sicher nicht mehr spektakulär aber wir haben es locker genommen und uns gefreut als wir Zeitgerecht zurück bei „unserem“ Hotel Alpina angekommen sind. In der Gartenwirtschaft konnten wir die drei Tage Revue passieren lassen und den obligaten Coupé, der nach jeder Wanderung dazu gehört, geniessen. Postauto, RhB und SBB führten uns in gut vier Stunden zurück in heimische Gefilde.

Herzlichen Dank Fredi, es war eine geniale Tour und wie immer perfekt organisiert.     Tourbericht: Hane

Fotos Werni, Föns, Hane

Karte Stilfseralm-Santa Maria

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