Dienstag 11. Juli Rosenlaui-grosse Scheidegg-Schwarzwaldalp

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Jul 112019
 

Tagesbericht: Max

Heute begann der Tag ungewöhnlich gewöhnlich: Alle 15 Teilnehmer*innen (davon 3 Frauen) bestiegen ohne Ausnahme die fahrplanmässig vorgesehenen S-Bahnlinien, keine Zugsausfälle, keine Verspätungen und trafen sich spätestens in Luzern. Die Weiterfahrt mit der Zentralbahn führte über den Brünig nach Meiringen. Ab hier überwanden wir ca. 700 Höhenmeter mit dem Postauto. 

Unser Ausgangspunkt der Wanderung lag beim ehrwürdigen Belle Epoque Hotel Rosenlaui, das 1904 als Nachfolgegebäude des 1864 durch einen Brand zerstörten Kurbads (mit Schwefelquelle) erstellt wurde. Durch einen Erdrutsch wurde dann die Quelle verschüttet; damit endete 1912 die Heilbadepoche für den Hotelbetrieb abrupt. Infolge Berichterstattung durch Reiseschriftsteller (Goethe, Tolstoi, Nietsche) hatte der Ort aber einen Bekanntheitsgrad erreicht. Der Übergang von Grindelwald über die grosse Scheidegg zum Rosenlauigletscher bot viele Naturschönheiten an. Beliebt wurde zudem der Weg nach Meiringen, weil es da keine unüberwindbaren Hinternisse zu bewältigen gab.

Auf den Aussenplätzen des Hotel – Restaurant Rosenlaui geniessen wir nach der Postautofahrt die wärmenden Sonnnstrahlen und lassen uns mit Café, Gipfeli und feinem Zopf verwöhnen. Fredi hat uns danach einen ersten Tageshöhepunkt eingeplant: Nur in ca. 100 m Entfernung befindet sich etwas weiter oben der Eingang zur Gletscherschlucht – eine Sehenswürdigkeit, nicht nur für Naturfreunde! Ermöglicht wurde die Erschliessung des engen Taleinschnittes (Gletscherabfluss) durch den Südtiroler Kaspar Borg, der schon 1903 bereit war, einen Weg neben den tosenden Wassermassen zu erbauen. Ein Besuch des Rosenlauigletscher – Wasserabfluss verspricht uns die Kombination optischer und akustischer Phänomene, wie auch das Wahrnehmen von ausgespülten Felsformationen, Gletschermühlen, Strudelwirkungen, Wasserkräften, aufgeführt mit entsprechender, „dramatischer Begleitmusik“, wobei das alles unmittelbar miterlebt und empfunden werden kann. 

Mit dieser Vorahnung inspiriert, folgen wir Fredi, der uns obendrein auch noch den Eintrittspreis gespendet hat. Neben dem ansteigenden Weg kommen wir der Wasseraustrittöffnung bei der senkrecht abfallenden Felsformation immer näher – wir erfahren, dass 2 – 6 m3 Wasser jede Sekunde hier zutage tritt. Nun werden die Stufen immer steiler und wir treten durch einen Felstunnel in die innere Schlucht ein. Aus Texten auf Orientierungsstafeln erfahren wir, dass für das Wegprofil 22000 Sprengungen à je 2.5 kg Dynamit zur Anwendung kamen. Nach oben wie auch nach unten werden ausgespülte Felsformationen, gebildet durch den Wasserlauf, mit riesigen Höhendifferenzen, sichtbar. Massive Geländerkonstruktionen schützen vor Abgründen und lassen eine gewisse Sicherheit aufkommen. Der Schallpegel, verursacht durch die stürzenden Wassermassen, ist enorm. Die Dunkelheit im Schachtlabyrinth wird etwas durch die Wegbeleuchtung verdrängt. Aber weit über der Wasserrinne scheint wohl die Sonne, die keine Düsterheit aufkommen lassen will. Wir müssen immer wieder innehalten – nicht nur, weil die Stufen sehr hoch sind, nein – jeder Augenblick lässt uns das alles zum Erlebnis werden. Nach geraumer Zeit verlassen wir das Labyrinth und sehen beim Ausstieg, wie weit wir uns über der Talsohle befinden. Auf einem lichten Waldweg steigen wir wieder zum Ausgangspunkt hinunter. 

Nun beginnt eigentlich erst die Tageswanderung – mit einem Aufstieg nach der Schwarzwaldalp, etwa 80 Meter höher gelegen. Der durch die wunderschöne Alpenflora führende Kiesweg lässt uns dabei sehr seltene Alpenblumen erblicken. Der hochgewachsene Türkenbund befindet sich in einer farblich abgestimmten und harmonisch beeindruckenden Pflanzenvielfalt. Da wird der Wunsch geäussert, dass von den Pflanzenarten bei jeder Wanderung nur wenigstens eine neue erkannt und beim Namen benannt werden müsste! So kann der eigene Reichtum auf eine andere Art vermehrt werden – nämlich in einer qualitativen Hinsicht.

Die Schwarzwaldalp (1455 m.ü.m) wird mit dem Postauto von Meiringen erschlossen – hier befindet sich die Endstation. Trotzdem warten wir hier auf eine andere Transportverbindung, die aber über eine mit Fahrverbot belegte Bergstrecke nach der grossen Scheidegg (und danach hinunter nach Grindelwald) führt. Der Kurs wird nur wenige Male pro Tag mit einem Postauto angeboten. Das ermöglicht uns bis zur Weiterfahrt eine Verpflegungspause. Die Einen finden den Weg ins nahe gelegene Restaurant – die Andern durchsuchen ihre Rucksäcke nach den mitgebrachten Gaumenfreuden. 

Über die schmale Bergstrecke werden wir durch eine Chauffeuse gefahren, die ihr Job gekonnt ausführt. Auf dem Pass (Grosse Scheidegg, 1962 m.ü.m.) verlassen wir den Touristenbus. Leider sind die aufsteigenden Nebelschwaden Sicht behindernd und lassen die umliegenden, hohen Berge nur in kurzen Blickfenstern erhaschen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Wetterhorn – wenn die Spitze die Sicht frei gibt, sehen wir wie gross der Berg in Erscheinung tritt. Beinahe senkrecht muss sich der Blick erheben, wenn wir uns an den Felsplanken emportasten wollen. Etwas weiter südlich steigt die Eigernordwand aus einem Nebelloch. Daneben befindet sich der Grindelwaldgletscher. Wir aber steigen zum First der grossen Scheidegg auf und müssen uns um 180° drehen, um weiter die sich öffnenden, nebelfreien Zonen auf die Bergwelt, zu nutzen. Nun scheint die ganze Flora eine rötlichen Stich abzubekommen; das Alpengewächs setzt sich aus verschiedenen, niederen Büschen und Sträuchern zusammen. Darunter befinden sich kleine Föhrenarten, Erika- und Heidelbeergewächs, aber eben auch die Landschaft bemalenden Alpenrosen, die nun voll in ihrer Blüte stehen. So sind sie unsere treuen Begleiter auf dem Höhenweg zurück nach der Schwarzwaldalp. Auch die Rinder, denen die Sömmerung auf diesen herrlichen Matten zuteil kommen wird, schauen interessiert unserer Wandergruppe mit Neugier entgegen. Auf den schmalen Alpwegen lassen sie dann den Dung liegen und es ist uns überlassen, wie wir die fliegenübersäten Fladen überwinden lernen. Nun hat sich eine Nebeldecke gebildet, die alle Berggipfel einzuhüllen droht. Unser Vorstellungsvermögen wird nun gefordert: Gegenüber liegt das Wetterhorn und die Engelshörner. Schon ihre Konturen würden uns beeindrucken können. So bemühen wir uns der Phantasie und freuen uns an den sichtbaren Alpenweiden. Am Ende des Höhenweges gönnen wir uns eine weitere Verpflegung aus dem Rucksack, dann führt uns der Weg wieder hinunter.

Nur selten sind Wanderer anzutreffen, die Kühe und Rinder mit und ohne Hörner sind aber allgegenwärtig. Sie versperren uns den Weg, indem sie ihn liegend queren – unser Nahen stört sie nicht! So steigen wir über sie hinweg, so wie es eben geht. Trotzdem kommen wir weiter und es liegt noch „ein Auftanken“ in der Brochhütte drin (1505 m.ü.m.). Trotz vergangenen Regenschauern ist unser Weg meist gut begehbar, den wir nun über Matten und Felder, aber auch durch Wälder fortsetzen. Bei Gschwandenmaad erreichen wir wieder die Strasse, direkt bei einer Postauto – Haltestelle. Sie liegt unterhalb von Rosenlaui und schon 5 Minuten nach unserem Eintreffen werden wir die bequeme Talfahrt mit dem Postauto nach Meiringen antreten. 

Wieder zurück in der „zivilisierten Welt“ finden wir beim Bahnhof noch genügend Sitzgelegenheiten in einer Gartenwirtschaft, wo wir den Tag mit allfälligen Gelüsten nach Süssem abschmecken können. Die Zentralbahn führt uns in ca. 70 Minuten nach Luzern, wo wir gleich einen Anschlusszug nach Zug / Zürich besteigen können. Nach einer hochinteressanten Wanderung ohne Regen, mit vielen Eindrücken bereichert, möchten wir uns bei Fredi wiederum herzlich bedanken. Alle, die nicht teilnehmen konnten, haben sicher einen wunderbaren Tag mit vielen Höhepunkten verpasst. Fredi wird uns aber auch weiterhin mit seinen Wanderungen zu anderen interessanten Zielen führen – besten Dank zum voraus!

Fotos: Jörg, Werni, Annelies, Hane

 

Karte 1. Teil

Karte 2. Teil

Dienstag 25. Juni – Flüelen-Wildheuerweg-Eggberge

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Jun 262019
 

Tagesbericht: Hane

Moderate Abfahrtszeit und strahlender Sonnenschein aber trotzdem eine turbulente Tour mit Happyend. Am letzten Freitag ging es los als Fredy feststellte, dass der Wildheuerweg noch geschlossen war. Routiniert wir er aber ist hat er sofort eine neue Tour im selben Gebiet ausgearbeitet und die Gruppe via elektronische Medien entsprechend informiert. Es standen dadurch etwa 200 Höhenmeter weniger auf dem Programm, was ja angesichts der gesponnen Temperaturen nicht ungelegen kam. Einen Tag vor der Wanderung hat er dann aber festgestellt, dass der Weg doch geöffnet war und das Programm wieder zurück geändert.

So weit so gut, aber dann spielt uns die SBB einen Streich. Der Zug von Birmensdorf nach Zug hatte 20 Minuten Verspätung. Das hiess dann für uns: In Steinhausen aussteigen und auf den nächsten Zug warten. Max und Geri die von Zürich nach Zug fuhren wurden per Handy informiert. Max wartete angeblich in Flüelen und Geri in Zug. Geri hat uns in Zug nicht gesehen und einfach gewartet, Max hat nach geraumer Zeit angerufen, dass er nicht in Flüelen warte, weil der Zug dort gar nicht gehalten hatte 🙂 

Geri stiess dann halt mit einer halben Stunde Verspätung in Oberaxen dem Startpunkt der Wanderung zu uns. Max hat eine Zugsreise via Bellinzona zurück nach Arth Goldau und schlussendlich nach Flüelen gemacht. Er hat die Tour in der Gegenrichtung gestartet und uns tatsächlich bei der Mittagsrast im Gebiet von „Unter Hüttenboden“  getroffen.

Wie bereits erwähnt starteten wir in Oberaxen, das von Flüelen aus mit einer ziemlich abenteuerlichen Schwebebahn erreicht werden kann. Das Restaurant mit der fantastischen Aussicht kannten wir von unserer Tour im Mai 2017 als wir von Morschach nach Oberaxen wanderten.  Wie nahe Freud und Leid zusammen sind musste die Wirts-Familie Luthiger-Gisler im Sommer 2016 erfahren. Der Vater Sepp Gisler stürzte am 31. Juli 16 beim Heuen zu Tode während seine Tochter einen Tag darauf ein Mädchen zur Welt brachte (Dok-Film von SRF: Geschichte einer Wildheuer-Familie).

Jetzt endlich zur Wanderung: Der gut ausgebaute Weg führte uns grösstenteils resp. glücklicherweise durch bewaldetes Gebiet zum ersten Zwischenhalt bei der Alp Franzen. Es begrüssten uns dort neben dem Älpler vor allem Ziegen und ein Hund die uns den salzigen Schweiss an den Beinen abschleckten. Von einem Aussichtspunkt aus hatten wir eine traumhafte Aussicht über den Vierwaldstättersee mit Seelisberg, dem Nieder- und Oberbauen sowie im Hintergrund den Brisen, Windgällen und Uri Rotstock.

Nach einer weiteren Stunde Fussmarsch und 100 Höhenmetern aufwärts erreichten wir den „Unter Hüttenboden“ und wie erwähnt trafen wir hier erfreulicherweise auf Max. Somit war die Gruppe mit zwei Damen und dreizehn Männern vollzählig. Nach einer ausgiebigen Mittags-Pause ging es dann aber wieder happig bergauf. Ein Teil der Gruppe hatte sich entschieden eine kleine Abkürzung Richtung Eggberge zu nehmen, während der Grossteil den Weg via Fläschsee und Hüenderegg wählte. Wieder ein Teil der Gruppe liess es sich nicht nehmen in den Militärbadhosen im Fläschsee ein Bad zu nehmen.

Weiter ging es auf die Hüenderegg, wo uns wieder ein Prachtspanorama erwartete. In der Ferne der Chinzigpass, der Klausenpass, das Schächental sowie die Schächentaler Windgällen. Der Umweg hat sich sicher gelohnt, obwohl die Temperaturen Rekordhöhen erreichten. Der Abstieg war dann wirklich locker, ca. zwei bis drei Kilometer 400 Höhenmeter bergab bis zur Ortschaft Eggberge.

Dort trafen wir dann auch wieder auf den Rest der Gruppe die auf der Terrasse des Restaurant Eggberge den Wasserverlust wieder ausglich. Die Dessert-Auswahl war etwas dürftig, dafür umso teurer. Güx hat jedenfalls gemeint, dass man bei diesem Preis den Teller mit nach Hause nehmen könne.

Im Bericht von der letzten Wanderung vom 11./12. Juni konnten wir lesen, dass die einzige Frau im Team verdonnert wurde den Bericht zu schreiben. Sie hat es aber so gut gemacht, dass wir uns freuen wenn sie diese Aufgabe wieder einmal übernimmt.

Ein Kollege hatte übrigens noch gefragt, warum im Büro für Gleichstellungsfragen praktisch nur Frauen arbeiten. Die Antwort ist so etwas von logisch ……. weil sie billiger sind 🙂

 

Fotos: Föns, Hane

 

Karte

11./12. Juni: Moléson – Les Joncs – Chexbres

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Jun 122019
 

Moléson – Les Pacots – Les Joncs / Les Joncs – Les Pléiades – Chexbres

Tagesbericht: Monika Kreienbühl

 

 

Die Aufgabe, den Bericht unserer Zweitageswanderung zu schreiben, habe ich erst am späten Vormittag des zweiten Tages erfahren. 

Unsere Gruppe bestand aus neun Männern und einer Frau, trocken kommentiert als ideale Zusammensetzung, keine Hunde, keine Lehrer, keine Polizisten und (fast) keine Frauen. Aber genau die Eine wird dann zum Schreiben verknurrt :-).

Das Grüppchen reist via Zürich, Fribourg, Gruyère hinauf mit Postauto zur Talstation der Moléson Bahn.  Von dort fahren wir mit gesponserten Billetten hinauf zur Mittelstation Plan-Francey. Zuerst werden wie üblich Kaffee, Kuchen und Gipfeli (wieder gesponsert) genossen.

Das Wetter ist nicht wunschgemäss, es regnet zwar nicht, aber die Aussicht gleich null. So wird klar entschieden, nicht auf, sondern um den Moléson zu wandern. Bei einer Verzweigung hätte es zwei Personen  fast gejuckt, doch aufzusteigen, da es aufhellt. Zehn Minuten später wird die Sicht wieder schlechter, das Unterfangen erübrigt sich. Dafür kommen wir an einer Beiz vorbei und geniessen dort ein richtig währschaftes Fondue.

Nach gut zwei Stunden sind wir schon am Zielort unserer heutigen Etappe. Wir verabschieden Max und nun hat die Frau nur noch acht Brüder. Bevor wir in die Auberge des Joncs gehen, umwandern wir den Lac des Joncs. Den Apéro sowie das feine Nachtessen mit Röschti erhöht unsere gute Laune und es fällt da und dort ein Witz. So meint etwa Güx, auch nach nach 53 Ehejahren sei er sehr zufrieden mit seiner Frau, nur, dass sie keine Freude habe, wenn er fremde Frauen heimbringe, verstehe er nicht. Fredi erzählt von einem Mann, der zum Arzt geht und dann zu Hause den Anzug verbrennt und die Frau fragt, warum denn das, sagt er: der Arzt habe gesagt es sei ein Tripper im Anzug.

Im Alter haben bekanntlich einige die senile Bettflucht und diese berichten, dass es um fünf Uhr nicht nur geregnet, sondern richtig geschüttet habe. Auch beim Morgenessen regnet es und ist verhängt. Beim Abmarsch um halb neun können wir nicht glauben, was für einen Pakt Fredi mit Petrus geschlossen hat. Kein Regen und bereits die ersten Sonnenstrahlen. WOW !

Immer schön aufwärts geht es nun Richtung Les Pléiades. Was von weitem wie ein gezuckertes Schneefeld ausschaut, sind in Wahrheit riesige Narzissenfelder. Nach gut zwei Stunden sind wir an der Station der Zahnradbahn Transports Montreux-Vevey-Riviera. Beim Aussichtsrestaurant guckt „just in time“ die Sonne durch und eröffnet ein super Panorama auf den Genfersee. Nachdem Kaffee und Kuchen gegessen sind, bleibt noch fast eine Stunde  Zeit bis zur Abfahrt. Wie wärs mit einem Kaffee Güx (Luz)?  Natürlich muss jemand dem Kellner erklären, wie der gemacht wird. Resultat i.O., wie eine Person aus dem Kanton Luzern meint.

Nun geht es mit der MVR Bahn hinunter bis nach Corsier und schon bald erreichen wir das Wohnhaus von Charles Chaplin und schlendern in dessem Park.

Dann geht es aufwärts und wir wandern für einige Stunden in den Rebbergen auf und ab bis nach Chexbres. Etwas ausserhalb vom Ort ist das fantastische Aussicht-Restaurant Bellevue. Dort wird von einigen ein feiner einheimischer Wein genossen und andere genehmigen ein Bier.

So gehen zwei wunderschöne Tage zu Ende und es bleibt nur noch zu sagen: DANKE MERCI GRAZIE Fredi und mach weiter so! 

Karte 1. Tag

Fotos: Werni, Föns 

Karte 2. Tag

Fotos: Föns, Werni

 

Dienstag 14. Mai : Monte Gambarogno – Indemini

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Mai 142019
 

Tagesbericht: Hane

Zwei jung gebliebene Damen sowie elf gesetztere Herren und ein Vierbeiner waren es die sich trotz gemäss Ausschreibung „strenger Tour“ und „Aufstehen kurz nach Mitternacht“ auf den Weg ins Tessin machten. Mit der SBB ging es via Zug und Bellinzona nach Cadenazzo, von dort mit dem Postauto nach Vira und mit einem weiteren, den engen Strassen entsprechenden, Klein-Postauto nach Monti di Fasano. Kaffee mit Gipfeli und ein-zwei Glas Weisswein gab es bereits im Speisewagen, wir konnten also sofort los marschieren.

Wenige Minuten wanderten wir auf einem schönen, ebenen Weg und dann ging‘s aber sofort steil bergauf. Es lagen über 900 Höhenmeter auf einer Strecke von 3,7 Kilometer vor uns. Das Wetter war absolut spektakulär, blauer Himmel, angenehme Temperaturen und dank Nordföhn perfekte Weitsicht. Nur was nützte uns die Weitsicht, befand sich doch der mit viel Laub bedeckte Pfad ständig im Wald.

Das Feld der Wanderer zog sich natürlich in die Länge, der Tourenleiter hatte aber vorgeschlagen, dass wir uns nach ca. der Hälfte des Aufstiegs wieder sammeln und eine Znüni-Pause einlegen würden. Dies hat bestens geklappt,  allerdings kam es noch zu einem kleinen Missverständnis, weil der Kollege H.L. eine unserer Damen mit einer Vogelscheuche verwechselte (gemäss eigenen Aussagen hatte ihn die rote Jacke verwirrt). Die verwechselte Dame hat es natürlich mit Humor genommen, weil sie ja wusste, dass es sich um einen Versprecher gehandelt haben musste.

Weitere zweihundert Höhenmeter nach oben und wir waren in offenem Gelände. Da wurde sofort klar, wieso diese Tour das Attribut „Panorama-Wanderung“ beinhaltete. Ich hatte immer geglaubt, dass  Pilatus, Rigi, Stanserhorn, Leistkamm betreffend Aussicht und Panorama nicht übertroffen werden können.  Nach weiteren zweihundert Höhenmeter musste ich eingestehen, dass ich mich ein weiteres Mal geirrt hatte.

Auf dem Monte Gambarogno (1734 MüM) sahen wir in der Ferne in einem 270-Grad-Kreis gemäss Tourenleiter die 4000er vom Wallis bis zum Bernina-Gebiet. Unter uns lag der Lago Maggiore mit der Insel Brissago, dann Locarno, Ascona, dem Maggiatal und etwas erhöht die Vercasca-Staumauer mit See. Südöstlich ein weiterer Teil des Lago Maggiore mit Luino und hinter uns die bekannten Tessiner Gipfel Lema und Tamaro sowie etwas unter uns der Pass „Alpe die Neggia“. 

Das Mittagessen hatte absolut keine Priorität, die Aussicht geniessen stand im Vordergrund.Nach der ausgiebigen Pause war dann der Abstieg via „Alpe Cedullo“ und „Oratorio die Sant Anna“ nach Indemini angesagt. Ein kleiner Wehrmutstropfen war, dass die Beiz auf der „Alpe Cedullo“ nicht geöffnet war, aber wir legten trotzdem eine Pause ein und verpflegten uns aus dem Rucksack. Danke Monika für die „Nussstängeli“, solche kannst Du wieder mal mitbringen, vielleicht ein etwas grösserer Sack 🙂  Bei der „Oratorio die Sant Anna“ handelt es sich um ein in die Jahre gekommenes Kirchlein, dass allerdings geschlossen war.

Schade war, dass wir den ganzen Tag keine fliehenden Wildschweine und Rehe sahen. Auch keine verängstigte Schafherde war in Sicht und die Briefträger sowie Mopedfahrer waren im Tessin an diesem Tag auch auf der sicheren Seite. Hans nimm doch bitte „Ina“ das nächste Mal wieder mit, wir freuen uns über die willkommene Abwechslung 🙂

In Magglingen hatten wir vor sechs Wochen den Sportplatz „bout du monde“ (Ende der Welt) gesehen, wie wollen wir dann „Indemini“ das Ziel unserer heutigen Wanderung bezeichnen? Neben einigen Steinhäusern gab es aber erfreulicherweise das „Indeminese“ ein Grotto mit Bier Wein und Süssigkeiten. Um halb Sechs fuhr dann pünktlich das Postauto vor und wir konnten uns mit vier Mal umsteigen und vielen Eindrücken reicher zurück in heimatliche Gefilde transportieren lassen.

Fredy wir hatten gemeint in den letzten fünf Jahren Alles gesehen zu haben, diese Tour war aber nochmals eine Steigerung, beschte Dank.

 

Fotos: Föns, Monika, Annelies, Hane 

 

Karte

 

Dienstag 30. April Menzingen-Höhronen-Biberbrugg

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Mai 022019
 

Tagesbericht: Max

Zuerst einmal: Da fragt man sich – was kann da nicht stimmen? Warum? Der Wetterdienst auf dem Handy zeigt für den nächsten Tag: Regen bis 10.00 h, nachher soll der Himmel bedeckt sein. Bis jetzt hatten wir, dieses Jahr, alle Panoramawanderungen bei sonnigem Hochdruckwetter erleben dürfen. Fredi hat – bei nassem Wetter im Osten, einfach die Wanderung in den Westen des Landes verlegt, oder umgekehrt! Seine Treffsicherheit war einmalig! Und nun? Da gab es eben nur eine Möglichkeit: Meteo hatte „New Fakes“ verbreitet! 

So trafen sich 16 Wanderfreunde (darunter 3 Frauen) und zwei Hunde beim Bahnhof Zug, von wo uns der Bus nach Menzingen brachte. Bei lockerer Wolkendecke zeigte sich die Sonne gelegentlich.

Wir steuerten – ohne Kaffee, sogleich den Weg zum Gubel als erstes Ziel an. Beim Ausgangspunkt Menzingen holten wir zuerst Anlauf (bei einem kurzen Abstieg), um dann die ca. 100 m höher gelegene Aussichtsterrasse beim Weiler Gubel mit Kirche, Kappelle / Kloster und Restaurant erreichen zu können. Der südlich gelegenen Rigi war noch mit Wolken umgeben – im Westen zeigten sich die Orte Zug und Baar schon im Sonnenschein. Mit diesen Eindrücken versehen, begaben wir uns zum Kaffee ins Restaurant, das sich schon bald als Kinderkochherd – Museum präsentierte. In zahlreichen Vitrinen erspäten wir liebevoll renovierte Kinder – Metallkochmöbel aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts – bestückt mit Pfannen und der Möglichkeit, im „Holzchost“ – Brennraum Feuer zu entfachen. Trotz der vielen Ausstellungsobjekte, hatten wir noch genügend Platz, um uns an zwei Tische zu setzen, und unseren obligaten Kaffee mit Gipfeli bestellen zu können. 

Mit diesem Energieschub bestärkt, fanden wir wieder Tritt im ansteigenden Weg Richtung Brämhöchi, bekannt durch die hier installierten, militärischen Flieger – Raketenabwehranlagen. Sie sind heute grösstenteils abgetragen, das Areal wird aber weiterhin vom Militär genutzt. Bald standen wir vor einem Waldstück, das sich in der Frische der Frühlingsgrün – Farbtöne zeigte. Wunderbar, diese Farbennuancen! Durch das sich nun ausbreitende Blätterdach wird der Wald dunkler – auf dem Waldboden zeigen sich die Heidelbeerstauden – die Bärlauchpflanzen blühen und haben ihren Vegetationszenit schon hinter sich gelassen.

Wir wandern zum Teil längs des Waldrandes mit Blick auf die nördliche Seite Richtung Sihl / Zürichsee, wo der Dunst den Pfannenstiel nur knapp sichtbar werden lässt. Nach dem Aufstieg zum Sätteli (1054 müM) bewegen wir uns auf guten Wegverhältnissen vorwiegend im Waldbereich; auch hier sind, bei Waldlücken, noch kurze Aussichtsbereiche auf beide Seiten des Grates gegeben. Wir nähern uns schon bald dem Gottschalkenberg, wo Fredi uns die Mittagsverpflegung im Restaurant organisiert hat. Leider wird nun der Nebel immer dichter, sodass wir den Abstecher zur nahe gelegenen Aussichtplattform Bellevue, etwas oberhalb der Gastwirtschaft gelegen, verzichten müssen. 

Beim Betreten der Raststätte geniessen wir die beheizten Räumlichkeiten, denn draussen sind die Temperaturen gefühlt auf ca. 5° C gefallen. Bei der reichhaltigen Menuekarte können wir uns auf das Mittagessen freuen. Mit schön angerichteten Speisen werden wir schon bald verwöhnt, umrahmt mit einem einheimischen „Weissen“. Die angeregte Unterhaltung liess uns die Zeit vergessen, sodass uns Fredi zum Aufbruch ermahnen musste, denn es lagen noch ca. 2 bis 3 Wegstunden vor uns.

Der Nebel war noch etwas dichter geworden und die Temperaturen lagen sicher nicht viel über dem Gefrierpunkt. Im Parkplatzbereich des Restaurants bemerkten wir einen Ansatz der Asphaltbelagsvereisung und wir waren froh, dass wir auf dem griffigen Waldwegboden sicheren Tritts unseren Weg Richtung Chlausenchappeli fortsetzen konnten. In einer Waldlichtung mit Teich, der am verganden ist, zeigt sich der Biotopeffekt, bei dem die Natur ihre ungestörte Dominanz übernommen hat. Der weitere Weg führt Richtung Höhenronen / Wildspitz (1204 müM), immer etwas auf- und abwärts. Der Kretenweg zeigte auf der nördlichen Seite meist ein abschüssiges Gelände.

Ina – die junge Hündin von Hans hat dies nicht beeindruckt und sie fand irgendwo einen „Rehrücken“ – ein Knochenskelett, an dem sie genussvoll herum knackte – nicht zur Freude von Hans. Er nahm Ina an die Leine und warf den „Rehrücken“ weit in den Abhang hinunter. Nach einer grösseren Wegstrecke lies er Ina wieder frei, diese machte rechtsumkehrt und spurtete sofort zurück – und fand ihr „bestes Stück“ sogleich wieder! Ja, die Quintessenz: Wenn sie vom Herrchen nicht gefüttert wird, so muss sie eben ihr Fressen selbst besorgen – denn die Energie, die sie braucht mit ihrer dauernden Bewegung im Laufschritt, muss ja auch ersetzt werden 🙂 

 

 

Auf der Anhöhe des Wildspitz genehmigen wir uns eine Rast – im Norden die Bächau am Zürichsee mit den sichtbaren Inseln Ufenau und Lützelau und unterhalb des abschüssigen Geländes, etwas östlich gelegen, sehen wir Schindelegi. Dann beginnt der Abstieg nach Biberbrugg – eine kleine Herausforderung! Die vergangene, kurze Regenperiode hat an den Wegen Spuren hinterlassen. Das Terrain zeigt sich auf den nächsten 500 Metern rutschig – nass – steil, mit tiefen Furchen. Alle suchen ihr Gleichgewicht aufrecht zu halten, aber auch alle Probleme enden irgendwann! In der Überwindung der Herausforderungen liegt die Genugtuung.

Der Rest des Weges ist „Normalkost“ – nur am Schluss des Abstieges wurden wir vor einem Wegweiser nochmals auf die Probe gestellt: Beide Zeitangaben bis zum Ziel Biberbrugg wurden mit 25 Minuten angegeben. Fredi gab uns den notwendigen Hinweis zur Entscheidungsfindung: Links heisst direkt zum Bahnhof – geradeaus führt der Weg an einem Restaurant vorbei. Wir konnten uns glücklicherweise zu einem Entschluss durchringen und einigten uns.

 

 

Der Abschlusstrunk in der Gaststätte wurde etwas kurz gehalten, da sich eine baldige Zugsverbindung mit Anschluss in Wädenswil anbot. Auf dem Bahnhof Biberbrugg zeigte es sich, dass der vorgesehene Zug erst mit Verspätung einfahren würde und technische Probleme im Bahnbetrieb vorherrschten. Trotz Feierabendverkehr mussten wir in Wädenswil eine Weile auf die verpasste Weiterfahrt warten. Rückblickend können wir uns an der wiederum gelungenen Wanderung ohne Regen freuen, auch wenn die Panoramaaussicht uns zumeist verdeckt blieb. 

Bei der terminlichen Wahl blieb Fredi auch dieses Mal im Grünbereich, denn wettereinflussmässig ist die ganze Woche sehr labil und regnerisch. Gerne danken wir dir auch für den heutigen, hervorragend geplanten Ausflug herzlich, der uns wieder viele schöne Erinnerungen zurückgelassen hat. 

 

 

 

 

 

Fotos: Werni, Annelies 

 

Karte

Dienstag 16. April – Sulgen-Ottenberg-Weinfelden

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Apr 162019
 

Tagesbericht: Hane

Der siebte Ausflug im Panorama-Jahr führte uns nach Mostindien und dies einmal mehr bei schönem und idealem Wanderwetter (dieser scherzhafte Name für den Kanton Thurgau wurde übrigens im Bereich 1850 von der Zeitschrift Mostheiri erfunden).

Zehn Wanderer/innen nur waren es dieses Mal, nach den beinahe rekordverdächtigen 18 vor einer Woche. Die SBB führte uns wie gewohnt sicher und schnell via Zürich HB und Weinfelden nach Sulgen dem Ausgangsort der Etappe. Wenige Minuten vom Bahnhof entfernt gelangten wir wie zufällig zum Restaurant „Rössli Beck“ wo natürlich bereits für uns reserviert war und die Gipfeli sowie der Kaffee speditiv serviert wurden.  

Am Anfang führte die Wanderung durch flaches Landwirtschaftsgebiet nach Leimbach, Andhausen und Berg. Leider blühten die vielen Apfelbäume noch nicht (gemäss Reiseleiter waren wir eine Woche zu früh), dafür waren einige Birnbäume in weisser Pracht zu sehen. In Berg, nach gefühlten zwei Stunden, war dann eine Zwischenverpflegungs-Pause angesagt.

Nach dem kurzen Stop ging es moderat aufwärts Richtung Ottenberg wo wir punktgenau um 12h in der Wirtschaft Stelzenhof eintrafen. Auch hier wurden wir bereits erwartete und freundlich begrüsst. Wir machten es uns in der Gartenwirtschaft gemütlich und konnten unser Menu aus einer Karte mit vielfältiger Auswahl zusammenstellen. Das Personal war auch hier extrem freundlich und das Essen inklusive Mostcrème war ausgezeichnet.

Fredy hatte unterwegs erzählt, dass er vor mehr als 40 Jahren einmal zu einem Maitanz hier war. Wir haben vermutlich gedacht .. na und … aber das Spezielle an diesem Anlass ist, dass er jeweils an allen Sonntagen im Mai um morgens fünf Uhr startet bis neun Uhr dauert und Hunderte von Leuten dabei sind. So wie ich dies sehe werde ich nie dabei sein (um halb vier aufstehen ist definitiv etwas für Masochisten) 🙂

Frisch gestärkt konnten wir zum Rest der Tour aufbrechen und natürlich haben wir nicht den direkten Weg nach Weinfelden genommen, sondern sind via „Rundweg Stelzenhof“ nach Ottoberg einem malerischen Ort mit vielen Riegelhäusern gewandert. Von dort gelangten wir auf den Weinweg Weinfelden der uns durch die Rebberge der Region führte.

Die die etwas aufgepasst haben wissen jetzt was man unter einer echten Thurgauerin versteht: Die Rebsorte Müller-Thurgau ist ein Resultat der Züchtungsarbeit des Prof. Hermann Müller aus Tägerswilen (TG) und in der Ostschweiz als Weissweinsorte am meisten verbreitet, zudem gilt sie als weltweit erfolgreichste Neuzüchtung (klick).

Plötzlich war dann noch Showtime angesagt. Ina der Vierbeiner von Hans hatte eine Schafherde entdeckt. Wie ein professioneller Herdenhund trieb er die Viecher in kürzester Zeit zu einem Rudel zusammen. In Neuseeland hätte er bei einem entsprechenden Wettbewerb sicher einen Podestplatz geholt, im Kanton Thurgau hingegen Schelte von seinem Herrchen. Hans wenn Du ein Motorrad zutun würdest, wärt ihr als Treiber-Team vermutlich unschlagbar 🙂

Zum Abschluss im Bahnhof Isebähnli nochmals etwas „Weissen“ und dann mit der SBB von Weinfelden in weniger als zwei Stunden zurück in heimatliche Gefilde. Besten Dank Fredy, wieder eine Super-Tour.

 

Fotos: Hane  

Karte

 

Mittwoch 10. April Biel-Taubenlochschlucht-Magglingen-Twann

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Apr 102019
 

Tagesbericht: Geri

In den Geleise-Katakomben des Zürcher Hauptbahnhofes sind, wie um diese Zeit ja üblich,  grosse Menschenmengen unterwegs: Der grössere Teil auf dem Weg zur Arbeit, der andere irgendwohin! Trotz diesem Gedränge finden sich schliesslich alle angemeldeten Wanderlustigen der Gruppe Gut im Intercity Richtung Welschland – so meinen wir! Aber Fredi verkündet, dass nur 17 Personen mitgekommen seien. Schliesslich kann unser Wanderleiter das verlorene Schäfchen per Handy orten und es zum Nachreisen bewegen. So verpasst der Verspätete allerdings so manchen spontanen Spott während der rasanten Zugfahrt auf der „Bahn-2000-Strecke“ nach Biel.

Nach dem Kaffeehalt in einer Cafeteria beim Bahnhof bringt uns ein Bus der Bieler Verkehrsbetriebe zum eigentlichen Startpunkt unserer Wanderung in Biel-Bözingen. Nach wenigen Metern schon befinden wir uns in einer wildromantischen Naturlandschaft. Der ansteigende Fussweg durch die Taubenlochschlucht wurde 1889, initiiert durch den SAC, erbaut. Die Schlucht ist eine vom Fluss Schüss (französisch: La Suze) geformte Klus. Da und dort fallen Gesteinsschichten auf, die an gefalteten Stoff erinnern. Tatsächlich umfasst das Taubenloch über 200 Meter dicke Kalkablagerungen, die sich vor 160 Millionen Jahren im Jurameer abgelagert hatten. Viel später wurden sie unter grossem Druck aufgerichtet, gefaltet und von der Schüss durchschnitten. Das Regenwasser löst mancherorts den Kalk auf und es bildet sich dann Tuffstein.

Auf der zweiten Hälfte des Schlucht-Weges spannen sich plötzlich die gewaltigen Bauten der Nationalstrasse A16 über uns auf. Aber auch die alte „Tubelochbrügg“, eine einbogige Steinbrücke, die Mitte des 19. Jahrhunderts als Kernstück der damaligen neuen Strasse von Biel nach Sonceboz erbaut wurde, guckt majestätisch auf uns herab. Nachher gelangen wir bald an Frinvillier vorbei in offeneres, leicht bewaldetes Gelände. Am Sportplatz des FC Evillard vorbei geht es – immer noch ansteigend – in Richtung Magglingen. Endlich erblicken wir die ersten Anlagen und Bauten der Eidgenössischen Hochschule für Sport. Aber unser Sport heisst heute „Wandern“! Bevor wir uns auf den Weg Richtung „End der Welt“ aufmachen können, taucht dann plötzlich unser Soloreisender auf. Bei einem kurzen Begrüssungsritual stellt unser Wanderleiter fest, dass wir nun mit 2 Frauen und 16 Männern komplett sind. Den kurzen Endspurt in die Bergwirtschaft „Hohmatt“ schaffen wir im nu und schon bald geniessen 18 zufriedene und aufgestellte Wandersleute das vorzügliche Mittagessen.

Frisch gestärkt und glücklich ob des anhaltend angenehmen Wetters, nehmen wir die letzten Höhenmeter unter die Füsse. Bald schon geht es dann talwärts und schon tut sich der herrliche Blick auf den Bielersee mit der St. Petersinsel auf. Allerdings wird der Abstieg dann steiler – und in den Rebbergen noch steiler, was doch dazu führt, dass sich der oder die Eine oder Andere nicht mehr ganz so locker in den Hüften und Beinen bewegt. Aber was solls! Denn schon bald kommen wir in Twann an und freuen uns auf ein gutes Glas – aber zu früh gefreut! So geniessen wir halt den guten Kaffee und feine Süssigkeiten in einer Konditorei, bevor wir uns auf den Bahnhof begeben. Auf der Heimreise von Twann via Biel bis nach Zürich schaue ich in zufriedene Gesichter, die mir sagen: Danke Fredi, wiederum ein super-toller Tag!

Fotos: Werni, Föns, Jörg   

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Mittwoch 27. März: Stansstad – Alpgschwänd – Horw

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Mrz 272019
 

Tagesbericht Max

An einem weiteren, wunderschönen Tag (mit etwas Bise) finden sich 15 Wanderbegeisterte in Luzern zu einer Gruppe zusammen. Der Zug von Zürich nach Luzern ist zu dieser Morgenzeit bekanntlich immer gut besetzt. Die „Reppischtaler / Birmensdörfler“ nehmen die Abkürzung nach Zug, wo sie in den Zürcher Zug umsteigen – wo sie sich um noch freie Sitzplätze bemühen müssen. So treffen sich eine Frau und 14 Männer, davon 2 mit Hunden, am Perronende in Luzern zur Begrüssung. Hier ist aber eine Änderung angesagt: Bauarbeiten im Zentralbahnabschnitt Luzern Hergiswil. Umsteigen in Bus. In Hergiswil nochmals umsteigen und mit dem Zug nach Stansstad.

Nun geht die Wanderung los: Nach dem Brückenübergang, der den Alpnacherseearm mit dem Vierwaldstättersee verbindet, befinden wir uns auch schon am Einstiegsort zum Kretenweg (Landzunge Lopper), auf dem wir rasch an Höhe gewinnen. Westwärts, Richtung Haslihorn wird die Rundsicht auf schneebedeckte Bergspitzen immer imposanter – insbesondere da, wo der lichte Baumbestand in eine Alpweide übergeht. Auf ca. 850 MüM wird der Pfad flacher und die Weiden grüner. Und schon sind sie da: die ersten Frühlingsblumen. Wo vor Kurzen noch Schnee lag, blühen schon die Schlüssel- und Kukuksblumen. Bei einem Halt suchen wir die Bergmassive des Titlis und der Berneralpen in deren geografische Lage einzuordnen. Dem Weg folgend, erreichen wir den Renggpass, der schon in der Steinzeit als Saumpfad zwischen Meiringen / Grimselgebiet und dem Mittelland begangen wurde. Nun beginnt der erste Abstieg zur Hinter Rengg und der Renggkapelle. Hier wird die Begehbarkeit des Pfads etwas schwierig: der nachts gefrorene Boden hat sich durch das Tauwetter an der Oberfläche aufgeweicht und wurde rutschig. So mussten wir auf die Wiesenmatten mit noch braun gefärbtem Gras ausweichen, die uns eine verbesserte Sohlenhaftung gewährte.

Auf dem nächsten, steilen Aufstieg über eine schmale Erschliessungsstrasse, die zu den Bauerhöfen oberhalb Hergiswil führte, öffnete sich der Blickwinkel vom Rigi bis zum Titlismassiv sowie zum mehrarmig ausgebreiteten Vierwaltstättersee. Auf diesem Nidwaldnerzipfel sind verschiedene, höher gelegene Ausflugsrestaurants ausfindig zu machen. Eines davon ist die Alpgschwänd, auf 1215 müM gelegen – sie ist die von Fredi gewählte Mittagsverpflegungsstätte. Um sie erreichen zu können, sind noch mindestens weitere 300 Höhenmeter zu Fuss zurück zu legen – eine Alternative liegt aber vor, die von der Gruppe geprüft wird. Die Entscheidung ergibt, dass sich die Gruppe aufteilt: Die eine Hälfte will den Weg zu Fuss bewältigen, die andere steigt ab bis zur…… hauseigenen Gondelbahn! Zwei gegenseitig fahrende 8 Personengondeln bringen uns zum wunderschönen Restaurant Alpgschwänd mit vorgebautem, grosszügigem Wintergarten. Die neu angebaute Zimmermannskonstruktion ist rundum mit Glasscheiben eingekleidet, was den Wind abhält und zudem eine einmalige Rundsicht gewährt. Zwei grosse Tische sind für uns einladend gedeckt worden; von hier aus sehen wir uns den Aufstieg der „starken Gruppe“ an, die da auch bald bei uns eintrifft. Als empfohlenes Menu wird uns ein Frühlingssalat und dann ein Rindsbraten mit Kartoffelstock und Saucenseeli angeboten, zu welchem sich die meisten entscheiden können. Die Portionen sind so gut bemessen, sodass sich einige überlegen, wie sie mit dem „vollen Bauch“ die zweite Tageshälfte bewältigen würden. Trotz verführerischer Dessertkarte werden nur noch sehr wenige „Zugaben“ bestellt; aber die Kaffeerunde findet bei den Meisten anklang.

Fredi hätte gerne vom der Restauranthöhe die Tagesroute fortgesetzt, da er die sich bietende Aussichtskulisse noch gerne weiter genutzt hätte. Die Wirtin wurde beiläufig um Rat angefragt – ihr Gesichtsausdruck konnte ihre Verneinungsempfehlung noch unterstreichen. Zufällig waren auch zwei einheimische Wanderinnen am Aufbrechen, die unsere Frage mitbekommen hatten. Auch sie bestätigten: Da oben liegt noch Schnee, bei dem man bei jedem Schritt einsinken kann – zudem ist mit der aufkommenden Bise eine Vereisungsgefahr nicht auszuschliessen. Damit war die Talfahrt mit der Gondelbahn beschlossen, die uns zum Parkplatz Brunni an der Erschliessungsstrasse von Hergiswil, brachte. Von hier konnten wir trockenen Fusses den Abstieg auf dem ursprünglich vorgesehenen Weg nach Horw antreten. Der Abstieg auf einem moderat geneigten Wald- und Feldweg lässt uns meist gesprächiger werden, da sich der körperliche Energieaufwand wesentlich reduzieren lässt. Und so vergeht die Zeit recht schnell – wir treffen im Industriegebiet der Gemeinde Horw wieder auf die Talebene; den Abschlusstrunk wollen wir aber auf eine atmosphärisch angenehmere Umgebung verschieben. So besteigen wir den Bus nach Luzern. Bei der Endstation vor dem Bahnhof suchen wir uns eine sich bietende Gelegenheit, um unseren Durst löschen zu können. Wir finden sie im KKL – Selbstbedienungsrestaurant. Die Heimfahrt nach Zug / Zürich ist mit dem Schnellzug innerhalb dreiviertel Stunden gegeben und so beschliessen wir wieder einen erlebnisreichen Tag. Fredi, auch diese Wanderung war perfekt organisiert und wiederum einmalig – herzlichen Dank für diese Schönwetterwanderung im Panoramawanderjahr.

 

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Fotos: Werni, Föns, Jörg   

 

Dienstag 12. März: Rorschach – Heiden- Walzenhausen

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Mrz 122019
 

Tagesbericht: Hane

Die dritte Wanderung führte die vierzehn TeilnehmerInnen ins Bodenseegebiet. Fredy unser Tourenleiter der gemäss eigenen Aussagen unter einer Leder-Allergie leidet ist es wieder gelungen eine abwechslungsreiche Tour zusammenzustellen. Speziell ist vor allem, dass er seit Neuestem offensichtlich einen direkten Draht zu Petrus besitzt, er hat es nämlich geschafft den einzig schönen Tag innerhalb von ca. zwei Wochen auszuwählen 🙂

Die SBB führte uns incl. zwei Mal umsteigen in ca. eineinhalb Stunden an den Startort Rorschach. Bereits nach einer Viertelstunde Fussmarsch kamen wir zu einem recht exklusiven Best Western Hotel wo wir erwartet wurden und uns mit Café und Gipfeli verpflegen konnten. Nach der Verpflegung begann dann der moderate Aufstieg durch das „Wienacht Tobel“ vorbei an Schwendi und der Ortschaft Wienacht. Von da aus konnten wir in der Ferne bereits Heiden unser Mittagessen-Etappenort erkennen.   

Warum es sich um eine Panorama-Wanderung handelte wussten wir schon nach den ersten paar Metern. Die Aussicht nach Norden mit dem Bodensee war ausgesprochen scenic. Richtung Nordwest Arbon, Romanshorn und in der Ferne Konstanz, Richtung Nord auf der anderen Bodenseeseite Friedrichshafen, Richtung Nordost Lindau, Bregenz mit dem Pfänder und im Vordergrund Altenrhein mit dem Flugplatz.

Trotz des schönen Wetters und des blauen Himmels sorgte der eisige Wind dafür, dass es uns nicht zu wohl wurde. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichten wir dann das malerische „Heiden“ das wir vor vier Jahren bei der Ost-West-Tournee einmal als Umstiege-Ort kennen lernten. Im Hotel Krone wurden wir erwartet und sehr sympathisch begrüsst. Die Essens-Auswahl war vielseitig, das Essen selber ausgesprochen gut und im Vergleich zu unseren heimatlichen Gefilden auch sehr preiswert.   

Anschliessend führte die Wanderung immer etwa auf der gleichen Höhe (+- 700 MüM) zuerst nach Wolfhalden und von dort abwärts zum Zielort Walzenhausen. Speziell war, dass sich der Weg „Witzweg“ nannte. Das heisst alle paar Hundert Meter kamen wir zu einer Tafel auf der ein Witz in einer unverständlichen Sprache (appenzöllerisch) geschrieben stand. Glücklicherweise fand sich auch meistens eine Übersetzung ins hochdeutsche. Allerdings haben uns diese Witze nicht unbedingt vom Sockel gehauen, einer hat mir aber gefallen – Zwei Personen sitzen in einem Gefängnis auf einem Bänklein und der Eine fragt den Anderen: Du was ist eigentlich der Unterschied zwischen „im Prinzip“ und „effektiv. Darauf hat der Angesprochene geantwortet: „Im Prinzip hocken wir auf einer Bank aber effektiv sind wir im Gefängnis“.

Nach ca. zwei Stunden Wanderung konnten wir uns abschliessend in Walzenhausen in der Konditorei „Bahnhof“ mit Kafi Lutz/Bier und Süssigkeiten verpflegen. Die Bergbahn brachte uns von Walzenhausen nach Rheineck und die SBB von dort zurück ins Säuliamt. Übrigens noch zur Leder-Allergie von Fredy:  Immer wenn er am Morgen mit den Lederschuhen an den Füssen im Bett aufwacht hat er Kopfschmerzen 🙂

Last but not least: Herzliche Gratulation an Güx, er hat den „Engadiner“ in der Zeit von 2:29h beendet und damit seine Alters-Kategorie (1939-1943) gewonnen. Hut ab der „alte Mann“ wie er sich selber nennt ist einfach nicht unterzukriegen. 

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Fotos: Werni, Föns, Annelies, Hane